Es war so etwas wie eine kleine Sensation, als das Niederheinische Museum Kevelaer im Jahr 2018 den Künstler Heinz Henschel präsentierte. Sein Erbe, der Kevelaerer Matthias David, kümmert sich seitdem liebevoll und intensiv um Hunderte von Henschel-Zeichnungen, Gemälde, Druckplatten und Drucke. Und um die Rekonstruktion der Vita eines Künstlers, der für die Öffentlichkeit nie einer sein wollte, sondern im Verborgenen wirkte. Ein solches Wirken hatte die Öffentlichkeit – wie denn auch – bislang noch nicht gesehen. Niemand hätte damals damit gerechnet, dass einige wenige Jahre später eine ähnliche Vita, zumindet eine mit vielen Parallelen, publik werden würde. Es ist die Vita von Erwin Hapke. Und wieder ist es das Niederrheinische Museum in Kevelaer, das jetzt in einer Ausstellung unter dem Titel „Verschwiegenes Schaffen – Werk im Schatten“ eine Werkschau der beiden Künstler zeigt, die sich in Vielem ähnlich sind, ohne sich je gekannt zu haben.

Idee einer gemeinsamen Ausstellung

„Vor gut zwei Jahren entstand die Idee einer gemeinsamen Ausstellung der beiden Künstler Hapke und Henschel“, sagt Matthias David und führt sie auf ein Fernsehinterview zurück, bei dem die beiden Erben sich kennenlernten. Gemeinsam mit Dr. Matthais Burchardt, dem der Nachlass seines Onkels ebenfalls ,wie aus heiterem Himmel‘ in den Schoß fiel, rannten beide im Kevelaerer Museum bei Veronika Kaenders offene Türen ein: Hier war man bereit, sich auf das Abenteuer einzulassen. Bei Henschel war die sache „einfacher“, sagt David, der sich inzwischen hauptberuflich mit dessen Nachlass und seinem Leben beschäftigt. „Bei Hapke jedoch standen wir vor einer logistischen und hochemotionalen Mammut-Aufgabe.“ Er hatte ein Haus mit Abertausenden gefalteten Figuren, meist aus Papier, hinterlassen. Betreten hatte es bis zu seinem Tod kaum jemand. Aber es gab Hinweise darauf, dass er es als Museum verstand. Doch eine Umsetzung dieser Idee ließ sich aus verschiedenen Gr…