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Eine zehntägige Quarantäne kann frühestens nach fünf Tagen beendet werden. Testergebnisse müssen dem Kreis Kleve mitgeteilt werden.

Neue Einreiseregelungen für Personen aus Gebieten mit hoher Inzidenz

Bundesweit gelten neue Einreiseregelungen im Zuge der Corona-Pandemie. Diese ersetzen die – je nach Bundesland verschiedenen – bisherigen Regelungen. Unterschieden wird zwischen Einreisen aus Risikogebieten, Hochinzidenzgebieten sowie Virusvarianten-Gebieten.

Reisebüros setzen auf Trendwende

Sandra Jacobs sitzt hinter ihrer Plexiglasschreibe in ihrem „TUI Reise Center“ an der Amsterdamer Straße und wartet an diesem Morgen auf die ersten Kunden. „Es hat sich alles verändert. Unsere Arbeit ist komplett nicht mehr so wie früher“, beschreibt die Betreiberin des Reisebüros die aktuelle Situation.

Seit den coronabedingten Reisewarnungen seien kaum noch Buchungen zu verzeichnen gewesen, viele Reisen storniert worden. „Der Juli ist sonst der Hauptreisemonat, da sind von den gut sechzig Vorgängen noch 14 über. Das tut schon weh.“ Der Umsatz seit März sei „faktisch gleich Null“. Die paar, die fliegen wollten, seien ein Tröpchen auf dem heißen Stein. „Bei einer 2000-Euro-Buchung bleiben ohne das Finanzamt für mich 200 Euro übrig – also ein Abendessen bei Stassen“, meint sie zuspitzend. Jede zweite Buchung sei gefühlt eine Kreuzfahrt, der Mai da sonst der stärkste Monat. „Die sind alle ausgefallen.“ Bei Fernreisen sei die Situation generell schwierig. „Wir hatten zum Beispiel, was die USA angeht, viele Anfrage für Rundreisen, Flüge, Mietwagenbuchungen. Die sind bis weit in den Juli/August schon storniert.“

Jacobs hofft darauf, dass viele Reisende jetzt doch wieder auf ein Auslandsreiseziel setzen. „Es gibt so viele sichere Ziele und Länder, die bereisbar sind wie Griechenland, was die Hygiene betrifft, die spanischen Hotels definitiv auch. Kroatien mit Flug oder eigener Anreise geht auch, die hatten kaum Corona. Und Portugal.“ Mit Blick auf die Kreuzfahrten werde sicher die „TUI Cruise“ die erste Linie sein, die im Juli ab Griechenland unterwegs sein könne und ein Hygienekonzept hinkriegen werde. So ab Juli/August gebe es die „blauen Reisen“ von Hamburg und Kiel aus auf das Meer hinaus, „um zu gucken, wie geht der Alltag mit 1500 Leuten an Bord“. Für diese Angebote gebe es schon Anfragen.

Provisionsrückzahlungen

Jacobs hofft, „wenn im Juli die erste Urlauber zurückkehren und sagen, Malle war super“, dass dann diese Ziele wieder angesteuert werden. „Ich habe die leichte Hoffnung, dass es ab August anzieht und wir hier aus der Kurzarbeit rauskommen.“ Illusionen über die Jahresbilanz macht sie sich aber keine: „2020 habe ich abgeschrieben.“ Mit der Soforthilfe des Bundes komme man aktuell irgendwie hin. Die bringe sie aber nicht weiter, weil sie das, was sie verdiene, teilweise an TUI oder DER Tours zurückzahlen müsse, die im Voraus zahlen. „Da kommt so eine Rückzahlung von geschätzt 40- bis 50.000 Euro auf mich zu. Dafür müsste ich dann einen Kredit aufnehmen.“ Es gebe aber ein kleines Licht am Horizont: „Es sieht so aus, dass das neue Überbrückungsgeld des Bundes die Provisionen mit einschließt.“

Was auf keinen Fall aber passieren dürfe, sei die erneute Pleite eines Reiseanbieters. „Dann wäre das Vertrauen in Sachen Pauschalreisen weg.“ Sie setze aber darauf, dass die Branche jetzt ans Laufen komme. „Ich will durchhalten und das hinkriegen.“

Reihenweise Reiseabsagen, die durfte Jacobs‘ Kollegin Astrid Lamenta von DER Tours schräg gegenüber auch verzeichnen. „Wir arbeiten quasi seit Oktober unentgeltlich. Alles, was danach gebucht wurde für März bis Juli, ist alles weg“, meint die engagierte Frau, die seit vierzehn Jahren in Kevelaer ansässig ist. Ihr Mann betreut seit 2002 den zweiten Standort am Weezer Flughafen, der bis zum 15. Juni geschlossen war.

„Alle Schiffsreisen sind auf 2021 umgebucht. Was will ich mit Schiffsreisen, wo ich nie anlegen kann?“, erzählt sie von ihren Erfahrungen der letzten Zeit. „Die meisten wollten das Geld zurück. Und die Provisionen durften wir zurückzahlen.“ Man sei aber jeden Tag erreichbar gewesen, habe die Leute am Telefon beruhigt, was deren Geld angehe und sich gekümmert. „Das ist der Unterschied zum Internet.“

So kurzfristig, wie die Öffnung jetzt kam, müsse man schnell umsteuern. „Wir hatten hier eine Reise nach Kroatien für den 16. Juni. Die haben wir für den 20. Juni umgebucht, weil der Flug für den 16. abgesagt war.“ Auch einige Reiseveranstalter seien nicht immer zu erreichen. Und einige Hotels seien noch nicht vorbereitet. „Wir haben Kunden, die am 2. Juli nach Zypern fliegen würden. Aber da ist das Hotel geschlossen.“

Nach der Ankündigung von Außenminister Heiko Maas, die Reisewarnung für die Nicht-EU-Länder und die Türkei bis zum 31. August zu verlängern, sei ihr aber für einen Moment „nur noch zum Heulen“ zumute gewesen. „Danach ging hier nur das Telefon.“ Denn Fernreisen wie nach Thailand, Mexiko oder eben die Türkei werden dann wohl abgesagt.
Insgesamt sei das Interesse noch zögerlich. „Ich kann jeden verstehen – der eine will fliegen, der andere nicht.“ Die Leute informierten sich aber sehr genau.

Flüge hält sie für unbedenklich. „Mit Masken und der Lüftung in den Maschinen dürfte eigentlich nichts passieren“, sagt sie. Und dass man am Strand eine Maske tragen müsse, entspreche nicht den Tatsachen. „Die darf man abnehmen, wenn man am Strand sitzt.“
Jetzt sei es für sie wichtig, dass die Menschen überhaupt reisen. Denn die 9000 Euro Coronahilfen seien für zwei Büros „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Die Kurzarbeit laufe zwar über die Arbeitsagentur und man habe die Monate auch irgendwie überstanden. „Aber wir müssen jetzt wieder Geld verdienen“, sagt Lamenta. Denn sonst, so lässt sie durchblicken, wird es eng. „Wenn es so weitergeht, können Reisebüros schließen, wenn von oben nix kommt.“

Im Schatorjé-Reisebüro an der Hauptstraße sitzen Mara Boll und Christiana van Elst, beraten persönlich und telefonisch ihre Kunden. Bei Boll sitzt in diesem Moment Jörg Lehmann, der für sich und seine Partnerin Karin Brockerhoff „zum Warmwerden“ eine Tagestour nach Nordwijk bucht. „Für mich ist das der erste Urlaub nach langem Krankenhausaufenthalt“, erzählt der 54-Jährige. „Das ist für mich wie eine Befreiung.“ Natürlich habe er sich über Corona Gedanken gemacht. „Aber man muss es nicht provozieren oder in Massen gehen.“

Viele Anfragen erfolgten zur Zeit für Reisen innerhalb Deutschlands wie Nord- oder Ostsee und mit Busreisen, berichtet Christiane van Elst, „weil wir da Abstand haben.“ Natürlich seien die Öffnungen noch frisch, viele hätten abgewartet. „Wir hoffen, dass da was reinkommt.“ Naturgemäß gab es zwischen März und Mai weniger Buchungen und viele Stornierungen wegen der Pandemie. Auch der Service des Büros war eingeschränkt, die Kollegen mit in der Kurzarbeit. Ihr Chef habe das Ganze bisher aber „super gemanagt“. Einige Kunden hätten aber über 2020 hinaus Reisen abgeschlossen. Auch solche Signale machen ihr Hoffnung. „Die Leute brauchen Erfolgserlebnisse in dieser Zeit. Und eine Karibik-Kreuzfahrt 2021, das ist dann ein Ziel, das motiviert.“ Die Beratung sei kein einfaches Geschäft zurzeit. „Gefühlt alle zwei, drei Tage kommt eine neue Bestimmung. Da ist das, was ich gestern erzählt habe, heute schon kalter Kaffee.“

Die Situation der vergangenen Monate sei schon heftig gewesen, gesteht Renate Schatorjé. „Da war so ziemlich alles im Stillstand, weil alles nach und nach eingebrochen ist – es kamen zig Stornierungen im Gelegenheitsverkehr, bei den Klassen- und Gruppenfahrten. Dann gab es ein Flugreiseverbot, dann brach der Schulverkehr ein. Und anschließend wurde der Linienverkehr so weit eingeschränkt, dass es da nur noch Samstagsdienst gab.“ Da musste dann auch mal das Reisebüro geschlossen werden. Jetzt ist es stundenweise besetzt und zu erreichen. Möglicherweise nächste oder übernächste Woche soll es zu normalen Zeiten geöffnet werden.

Buchungen für 2021

„Mein Mann und ich haben die Stellung gehalten, Kurzarbeit gemacht und haben noch Kurzarbeit.“ Mit dem Schulstart sei man jetzt wieder etwas mehr unterwegs. „Und wir haben Verkehrszeiten, wenn Erntehelfer abgeholt wurden.“ Das sei aber minimal. Der Gelegenheitsverkehr als eines der Standbeine sei für 2020 so gut wie stillgelegt. „In den Sommerferien wird das eine oder andere wieder stattfinden.“ Viele Ferienfreizeiten seien zwar abgesagt, aber einige würden wieder stattfinden dürfen.

„Jetzt dürfen demnächst wieder Reisebusse fahren. Wir wollen ab dem 1. Juli da ein eigenes Programm durchführen.“ Ziele seien hauptsächlich Deutschland mit Ost- und Nordfriesland, der Ostsee, „aber auch Richtung Schwarzwald wollen wir fahren, nach Österreich und Holland an die Nordsee.“ Die Fahrten werde man aber „halbieren“, um den Abstand wahren zu können und damit die Fahrgäste während der Fahrt nicht mit Mundschutz reisen müssen. „Wir möchten, dass die Kunden sich wohlfühlen, sich entspannen – und Sicherheit an erster Stelle steht.“

Auch Flugreisen nach Apulien und Emilia-Romagna wolle man im Herbst durchführen. „Wir glauben auch, dass die Leute das wollen.“ So komme man nach und nach aus dem Stillstand raus. Viele Reisegäste hätten zudem für 2021 gebucht. „Wir haben einige Buchungen, die vor Corona schon getätigt wurden, die die Leute noch nicht storniert hatten und wo man jetzt fahren kann.“ Ganz klar sei aber, dass man in der Tourismusbranche „das, was man im ersten Halbjahr nicht verkauft hat, nicht mehr aufholen kann. Alles, was man schon investiert hatte, ist alles ausgegeben und bezahlt – und wir haben nix dran verdient. Das ist schon bitter und problematisch.“ Dass das Unternehmen mehrere Standbeine habe, erweise sich in so einer Situation als Vorteil. „Das ist ein schweres Jahr, aber wir werden da auf jeden Fall durchkommen“, ist die Unternehmerin zuversichtlich. Was bei einer zweiten Kontaktsperre passieren würde, diese Frage lässt sie nicht an sich heran. „Das darf halt nicht passieren.“

Weniger optimistisch klingt die Einschätzung von Anja Puhl vom Kervenheimer Reisebüro. „Die Reisebusbranche ist ziemlich kaputt“, meint die 50-jährige Selbstständige. „Es gibt mehr Stornos als Buchungen. Wer jetzt Linienbetrieb führt, der hat Glück, ob er den Wagen voll hat oder nicht. Aber wer 60 bis 70 Prozent Gelegenheits- und Reiseverkehr fährt, muss rätseln, ob er es schafft.“

Noch reagierten die Leute auf die neuen Reisemöglichkeiten sehr eingeschränkt. „Die fahren selbst nicht nach Deutschland.“ Das liege nach ihrer Einschätzung einfach daran, dass die Fahrgäste „gar nicht mit diesen Einschränkungen leben“ wollten. „Eine Kegeltour mit Maske geht nicht, die dürfen nicht mal was verzehren.“ Selbst so kurze Fahrten wie zur Landesgartenschau nach Kamp-Lintfort wurden nicht immer angetreten. „Da spricht man ja auch die Risikogruppen an. Und so was wie Fahrten nach Italien oder Frankreich „kannste knicken“, sagt sie.

Nicht aufgeben

Zur Zeit fahre sie vereinzelt für die Bundeswehr oder transportiere Menschen mit Handicap zur Werkstatt. Auch Radtouren sollten stattfinden – im Juni zum Beispiel nach Thüringen. „Das machen wir schon mal, es gibt ja Fahrradhänger und dann geht es ab.“ Die Teilnehmerzahl sei aber nicht sehr hoch. Die Veränderung bei den Reisehinweisen bringe nicht viel, solange die Kontaktsperren noch so seien. „Da fühlen sich die Leute eingeengt.“
Das Jahr mit Tagesausflügen überbrücken und sich einschränken, das ist ihre Strategie für 2020. „Ich denke, mit Ach und Krach werden wir es packen.“ Das hänge auch davon ab, ob sie an die Altersvorsorge dran gehe. Die Hilfen von Land und Kreis hätten zwar „schnell und unkompliziert gegriffen. Nur am Ende lassen sie uns auch auflaufen.“ Sie würde sich ein Anschluss-Hilfspaket wie bei der Gastronomie wünschen.

Ihr Mann habe die Firma verlassen und arbeite jetzt auf Steuerkarte, damit sie eine weitere Existenzbasis haben. „Aufgeben tut man nicht nach 15 Jahren.“ Sie glaube fest daran, dass es „auch wieder bessere Zeiten geben“ werde, wenn die Angst aus den Köpfen gehe „und der Wintersport beginnt zu greifen“.

Pilgerreise auf den Spuren von Papst Johannes Paul II.

Am 18. Mai vor 100 Jahren wurde im polnischen Wadowice Karol Wojtyla der spätere Papst Johannes Paul II. geboren. Zu diesem Jubiläum können sich Pilger aus der Marienstadt Kevelaer, in der Johannes Paul II. im Jahr 1987 zu Gast war, auf Spurensuche in Polen begeben. Begleitet von Wallfahrtsrektor Gregor Kauling bietet Gudrun Schiffer vom Reisebüro „Hin&Weg“ eine zehntägige Buspilgerreise an. Für die Fahrt vom 19. bis 28. April 2020 sind noch Plätze frei.

Kauling freut sich auf viele interessante Begegnungen während der Reise. Er hat Treffen mit Zeitzeugen geplant, zum Beispiel mit dem Sekretär des damaligen Papstes, Kardinal Stanislaw Dziwisz, und dem emeritierten Erzbischof von Oppeln, Alfons Nossol. Auf der Hinreise wird die Gruppe einen Zwischenstopp in Dresden einlegen und dort Heinrich Timmerevers treffen, der vor seiner Ernennung zum Bischof von Dresden-Meißen Weihbischof im Bistum Münster war. Auf dem Programm steht unter anderem ein Gottesdienst im Marienheiligtum Tschenstochau. „Wir möchten so eine Verbindung schaffen zwischen den beiden Wallfahrts- orten Kevelaer und Tschenstochau“, erklärt Kauling.

Wer sich mit Johannes Paul II. beschäftigt, werde auch schnell auf seine Freundschaft zum Judentum stoßen, betont Kauling. Daher ist es ihm ein Anliegen, während der Pilgerfahrt auch das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau zu besuchen, das vor 75 Jahren befreit wurde.

Anmeldungen sind bis 29. Februar 2020 möglich

Eine Anmeldung zu der Fahrt, die mit Halbpension im Doppelzimmer 1250 Euro kostet, ist bis Samstag, 29. Februar 2020, möglich. Informationen über die genaue Reiseroute und die kompletten Leistungen gibt es im Priesterhaus Kevelaer und auf www.wallfahrt-kevelaer.de. Auskunft gibt auch Gudrun Schiffer unter Tel. 0157-37876119, e-Mail schiffer@reisebuero-kevelaer.de.