Das KB sprach mit Hans-Josef Thönnissen und Wolfgang Toonen von der NiersEnergie

Strom-Markt steht unter Strom

Die NiersEnergie GmbH hat ihren Sitz am Wasserturm. Und wie dieser erscheint sie nicht im schlechtesten Licht, wenn es um die Stromversorgung in Kevelaer geht. Foto: nick

Das haben Hans-Josef Thönnissen und Wolfgang Toonen in den vergangenen zehn Jahren noch nicht erlebt: Seit 2011 ist die „NiersEnergie GmbH“, eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Kevelaer, am Markt und bietet Strom an. Und kauft, um die Kundschaft mit Strom versorgen zu können, diesen an der entsprechenden Börse ein. Dass dort die Preise in den vergangenen Monaten explosionsartig nach oben schnellten, haben die beiden Kevelaerer so nicht erwartet. Dass Billiganbieter irgendwann in die Pleite rutschen würden, befürchteten sie aber schon, seit diese auf dem Markt auf Kundenfang gingen.

Nicht direkt unseriös

Direkt als „unseriös“ bezeichnen beide die mittlerweile reihenweise von der Insolvenz betroffenen Stromdiscounter nicht. Doch wenn sie etwa erklären, dass die NiersEnergie eine*n Neukund*in zehn Jahre lang halten müsse, um eine Wechselprämie von 500 Euro, wie sie mancher Anbieter versprach, wieder reinzuholen, dann kann das Otto-Normalstromverbraucher schon mal nachdenklich machen. Die Zeit, in der sich „Schnäppchenjäger“ über vermeintlich niedrige Stromtarife freuen konnten, war ohnehin schnell vorbei: „Die meisten Anbieter holten sich ihre Gewinne im zweiten Jahr mit steigenden Tarifen“, sagt Wolfgang Toonen zu den Geschäftspraktiken. 

So war wohl zumindest deren Plan, doch er ging nicht auf. Die Billiganbieter gingen davon aus, die benötigten Strom-Mengen kurzfristig und möglichst kostengünstig am Spotmarkt einkaufen zu k…