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Die Rechten und Pflichten

Am heutigen 1. August startet das neue Ausbildungsjahr. Erfahrungsgemäß treten dabei viele Fragen auf: Müssen Auszubildende ihren Arbeitsplatz stets aufgeräumt hinterlassen? Ist ein angehender Restaurantfachmann verpflichtet, auch spätabends zu arbeiten? Und was genau muss in einem Arbeitszeugnis stehen?
Solche Fragen kann unter anderem der Unternehmerverband beantworten. „Während der Ausbildung bestehen sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Auszubildenden besondere Rechte, aber auch Pflichten“, erklärt Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Der Azubi hätte sich zu bemühen, die berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich sei. Er sei dazu verpflichtet, die ihm aufgetragenen Arbeiten sorgfältig auszuführen und Weisungen berechtigter Personen zu folgen.
Aber auch dem Ausbildungsbetrieb würden vom Gesetzgeber bestimmte Pflichten auferlegt. Bei minderjährigen Auszubildenden müsse beachtet werden, dass diese den Ausbildungsvertrag nur durch ihre gesetzlichen Vertreter abschließen dürften.
Arbeitgeber müssten zusätzlich zum Berufsbildungsgesetz die Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes beachten. Dort würde unter anderem geregelt, dass Minderjährige nicht mehr als acht Stunden täglich sowie 40 Stunden wöchentlich beschäftigt werden dürften, und das in der Zeit von 6 bis 20 Uhr. Ausnahmen gäbe es aber auch, z. B. im Gastgewerbe.
Wenn die Berufsausbildung beendet sei, hätte der jeweilige Ausbildungsbetrieb jedem Auszubildenden ein schriftliches Zeugnis auszustellen. Dabei müsste zwischen einem einfachen Arbeitszeugnis und einem qualifizierten Arbeitszeugnis unterschieden werden. Letzteres müsse Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten enthalten.
„Nachwuchs selbst ausbilden ist und bleibt ein probates Mittel, um den Fachkräftebedarf langfristig abzudecken. Denn die jungen Leute lernen das Unternehmen, die Kollegen und die Arbeitsweise des Betriebs hautnah kennen, ein Vorsprung, den Quereinsteiger erst aufholen müssen“, betont Schmitz den Wert der Ausbildung für beide Seiten. Weitere Informationen gibt es unter www.unternehmerverband.org

Azubis für ihr Engagement als Botschafter geehrt

Besonders engagierte Azubis aus den Unternehmen in Duisburg und am Niederrhein besuchen regelmäßig Schulen, um ihren Beruf und ihr Unternehmen vorzustellen. Die Niederrheinische IHK hat 30 dieser Ausbildungsbotschafter aus dem Projekt verabschiedet und sich mit einer Urkunde bedankt.
Unternehmen, die ihre Auszubildenden ebenfalls an Schulen senden möchten, können sich ab jetzt bei der IHK für das kommende Schuljahr melden.
Ausbildungsbotschafter sein bedeutet: Mit jungen Menschen auf Augenhöhe ins Gespräch zu kommen und mit ihnen über das Thema Berufsausbildung zu sprechen. Doch nicht nur die Jugendlichen profitieren – auch die teilnehmenden Betriebe, die ihre Auszubildenden für die Schulbesuche freistellen.
„Wir erfahren immer häufiger, dass sich Schüler nach den Besuchen der Ausbildungsbotschafter bei den Unternehmen bewerben“, weiß Sonja Münzberger, Berufliche Bildungslotsin der IHK. Bereits seit September 2016 ist die Niederrheinische IHK mit
Ausbildungsbotschaftern aus über 70 Unternehmen in rund 220 Schulklassen unterwegs.
„Die Schüler sind begeistert von den Erzählungen der Auszubildenden, die sich nur allzu gut an die Situation der Schüler zurückerinnern können. Dementsprechend hilfreich sind die vielen Informationen und Tipps rund um das Thema Ausbildung – vom Ausbildungsberuf, über den Betrieb, das Bewerbungsverfahren und die generelle Entscheidungsfindung.
Diese Verzahnung von Schule und Wirtschaft ist unser Ziel – für die erfolgreiche Umsetzung möchten wir uns ganz herzlich bei allen teilnehmenden Akteuren bedanken“, so Münzberger.
Diese Unternehmen aus dem Kreis Kleve verabschiedeten 2019 ihre Ausbildungsbotschafter aus dem Projekt und erhielten für ihr Engagement eine Urkunde: Debeka, Herbrand GmbH, Paul Swertz GmbH, Volksbank an der Niers eG, Wirtschaftsförderung Kreis Kleve GmbH, Omexom Uedem.
Das Projekt „Potenziale entdecken und entwickeln“ wird gefördert mit finanzieller Beteiligung der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen der Bundesagentur für Arbeit.
Mehr Informationen und Anmeldung von Ausbildungsbotschaftern: Sonja Münzberger, Tel. 0203 2821-440, E-Mail muenzberger@niederrhein.ihk.de.

Caritas begrüßte neue Mitarbeitende

48 neue Mitarbeitende begrüßte der Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. im Rahmen einer Einführungsveranstaltung im Hotel Klostergarten in Kevelaer. „Ich freue mich, dass Sie sich für die Caritas als Arbeitgeber entschieden haben“, hieß Caritas-Vorstand Andreas Becker die neuen Mitarbeitenden willkommen.
Als einer der größten Arbeitgeber im Kreis Kleve böte die Caritas schließlich beste Möglichkeiten, sich beruflich und persönlich weiterzuentwickeln.
Die neuen Mitarbeitenden erfuhren nicht nur, dass der Caritasverband in 50 Einrichtungen im südlichen Kreis Kleve jeden Tag rund 4.000 Menschen begleitet, sondern beschäftigten sich auch mit dem Leitbild, das die christlichen Wertebasis des Verband in sieben Leitsätzen auf den Punkt bringt.
Beziehungsqualität
Nach dieser Einführungsveranstaltung besuchen alle neuen Caritas-Mitarbeitenden im Rahmen ihrer Einarbeitung noch zwei Workshops zum Thema „Beziehungsqualität“, in denen sie lernen, die menschlichen Beziehungen in ihrer Arbeit bewusst und positiv zu gestalten.
Die neuen Mitarbeitenden verstärken nun unter anderem die Teams in der ambulanten Pflege und den Seniorenhäusern, in den Offenen Ganztagen, den Kindergärten, im Klostergarten und in der Verwaltung.
Unter ihnen haben allein 25 neue Azubis bei der Caritas ihre Pflegeausbildung begonnen. Begonnen hatte die Ausbildung bereits im letzten Oktober mit einem Schulblock im evangelischen Altenpflegeseminar in Xanten. Danach starteten die neuen Azubis in ihre erste Praxisphase, wo sie von erfahrenen Praxisanleitern begleitet und sorgfältig ausgebildet werden. Zwölf der neuen Azubis absolvieren ihre Ausbildung in der ambulanten Pflege, 13 in den Seniorenhäusern der Caritas.
Bereits im Vorfeld hatte die Caritas mit ihrer Aktion „Bei Anruf… Ausbildung!“ offensiv für den Pflegeberuf geworben. Mit Erfolg, denn diesmal sind doppelt so viele Azubis in die Ausbildung bei der Caritas gestartet wie im Vorjahr.
13 Bewerber sind aus dieser Aktion heraus direkt in die Ausbildung gestartet, sechs hatten sich entschieden, zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundes-freiwilligendienst zu absolvieren, andere hatten sich für eine Tätigkeit als Pflegehilfskraft entschieden oder wollten ihre Ausbildung erst ein Jahr später beginnen.

Caritas-Vorstand Andreas Becker (hinten rechts) begrüßte viele der neuen Auszubildenden des Caritasverbandes persönlich im Klostergarten in Kevelaer.
Foto: T. Kleinebrahm