Kevelaerer Blatt
  • Link zu Facebook
  • Link zu Instagram
  • Link zu Youtube
  • Link zu Mail
  • Link zu Rss dieser Seite
  • Home
  • Geschenke
  • Orte
    • Kevelaer
    • Winnekendonk
    • Wetten
    • Twisteden
    • Kervenheim
    • Achterhoek
    • Kervendonk
  • Termine
  • Themen
    • Politik
    • Kultur
    • Wirtschaft
    • Kirche
    • Sport
    • Leben
    • Lesermeinung
  • KBplus
  • E-Paper lesen
  • Mediathek
    • YouTube Channel
    • Fotogalerien
  • mehr …
    • Kävels Platt
    • Kevelaer Fans
    • CiTY Touren
      • Service Einrichtungen in Kevelaer
      • Stadtführung Wetten
      • Stadtführung Winnekendonk
      • Stadtführung Twisteden & KleinKevelaer
      • Stadtführung Kevelaer
  • Über uns
    • Kontakt
    • Geschichte
    • Team
    • Impressum
  • Abo
  • Click to open the search input field Click to open the search input field Suche
  • Menü Menü

Zur Arbeit eines Zauberlehrlings

23. Juli 2020/in Kevelaer, Premium/von Kevelaerer Blatt

Seit nunmehr knapp fünf Jahren sitze ich in der Redaktion des Kävels Bläche an der Johannesstraße 11. Neben den eigenen Feststellungen „draußen“ erlebe ich auch hier Woche für Woche, was in Kevelaer so abgeht, bekomme teils neue Eindrücke, neue Ansichten über das Leben Kevelaers und seiner Ortschaften.

Ich sehe den weiblichen und männlichen „Kollegen“ über die Schulter, sehe und höre, was sie bewegt und sie antreibt, bekomme einen Hauch von journalistischer Arbeit mit – das ist spannendes Neuland für einen pensionierten Lehrer. Und bei der Nennung meines ehemaligen Berufes erklären sich auch die Anführungszeichen bei dem Wort „Kollegen“.

Man behandelt mich kollegial, keine Frage, ist zuvorkommend, sehr hilfsbereit, weil man um meine Unbedarftheit in Sachen Herstellung einer Zeitungsseite weiß, und so bleibe ich auch nach oben erwähnter Zeitspanne noch der berühmte Zauberlehrling, wobei Lehrling die Sache ziemlich genau trifft.

Neue Wörter und Begriffe schwirren um mich herum: „Layout“, „Zeilenumbruch“, „bedingtes Trennungszeichen“ – ja, sogar „Zwiebelfisch“ und „Hurenkind“… Der Überschrift getreu muss ich jetzt diese Wörter nicht erklären, oder? Vielmehr möchte ich doch darstellen, was ich „da oben im ersten Stock“ eigentlich tue. Nach der Darstellung meiner laienhaften Hilflosigkeit stellt sich wohl manchem die Frage: Was macht der denn Positives oder Produktives, wenn er von nix ‘ne Ahnung hat?

Nun – da bin ich wieder bei meinem ehemaligen Beruf. Deutsch war eines meiner Fächer und von daher bin ich so berufen wie nur was (und auch beauftragt), bei den hereinkommenden Texten meiner schreibenden Kollegen etwas genauer hinzusehen. Lektorat nennt man diese Beschäftigung – der Herr Lehrer ist jetzt Lektor.

Ehrfürchtig sehe ich nun, in welchem Tempo Texte geschrieben und verarbeitet werden müssen (Stichworte: Recherche und Layout), sehe dann auch, warum so mancher Drehfehler in den Wörtern auftaucht, sehe auch, wie „Kollege Computer“ auf brutalste Weise die Wörter trennt, wenn eine Zeile voll ist.

Beispiel: Nehmen wir den Namen „Schmitz“. Er passt nicht ganz auf die alte Zeile, also trennt das Schreibprogramm und schreibt „Schm“ in die alte und „itz“ in die neue Zeile. Und das geschieht häufig bei einsilbigen Wörtern, also kein Vorwurf an die Orthografie-Qualitäten meiner KollegInnen.

Das Problem mit den Kommata

Das Thema Orthografie möchte ich aufgreifen, denn man begibt sich dabei zuweilen in gefährliches Gebiet. Für mich als der „allwissende“ Lektor bleiben jedoch die amüsanten Aspekte übrig. Dazu zwei Beispiele: Es geht darin um das berühmt-berüchtigte Komma. Seit der Rechtschreibreform des Jahres 2005 eigentlich ein entschärftes Thema – sollte man glauben, weil man doch viele anscheinend überflüssige Kommata abgeschafft oder nur optional belassen hat.

Also Beispiel 1, das allgemein bekannt ist: „Komm wir essen Opa!“ Wem fällt bei so einem (fehlerhaft) geschriebenen Satz nicht gleich das Wort Kannibalismus ein? Lassen wir den armen Opa am Leben und fordern ihn zur Nahrungsaufnahme auf: „Komm, wir essen, Opa!“ Guten Appetit, alter Mann, aber bitte nicht die Kommata anknabbern.

Die Hoffnung aufs Überleben

Nun zum Beispiel 2, das mit einer kleinen Geschichte verbunden ist: Es war vor vielen Jahren in Deutschland – wie leider auch heute noch in vielen Ländern – gängige Praxis, dass Räuber, Diebe und Mörder kurzerhand von einem Richter zum Tode verurteilt und recht schnell danach exekutiert wurden. Da hat es aber mal einen Fall gegeben, wo für den Delinquenten doch noch ein Fünkchen Hoffnung bestand, wo er sich an den berühmten Strohhalm klammern konnte, dass die kommenden Tage doch nicht seine letzten sein würden.

Was war geschehen? Sein Diebstahlsprozess war für ihn höchst ungünstig verlaufen, nur das Urteil stand noch aus. Der vielbeschäftigte Richter musste jedoch dringend zu einem anderen Gerichtstermin und das bedeutete zwei volle Tagesreisen in eine andere Stadt und danach zwei weitere wieder zurück. Das war aber den Gefängniswärtern unseres Delinquenten zu lange, bedeutete es doch für sie, dass sie ihn „am Fressen“ halten mussten.

So ließen sie die Schöffen einen kurzen Brief an den Richter verfassen und per Eilboten abschicken und fragten an, was denn nun mit dem Mann zu geschehen habe. Und nun kommt durch ein fehlendes Komma der besagte Strohhalm wieder zur Geltung: Der Richter schrieb kurz und bündig zurück: „Hängt ihn nicht warten!“

Wir als Orthografie-gebildete Menschen eines fortschrittlichen Jahrhunderts erkennen sofort, dass weder die Schöffen noch die Wärter etwas mit dieser Antwort anfangen konnten. Die einen stellten sich das nicht vorhandene Komma so vor: „Hängt ihn, nicht warten!“ und der Delinquent wäre „geliefert“ gewesen.

Demgegenüber standen aber die werten Kollegen, die „lasen“ so: „Hängt ihn nicht, warten!“ Hoffen wir also, dass zur Klärung der Herr Richter bald zurückkehrte und unser Dieb seinen Fehler nicht mit dem Tode bezahlt hat.

Wir merken uns: Auch nach der Rechtschreibreform geht es nicht ganz ohne Kommas ab. Und zum guten Schluss meiner besserwisserischen Lektor-Überlegungen noch eine Lanze für die vielgeschmähte und in vielen (außer)europäischen Ländern unverständliche Großschreibung, die es aber auch bei uns nicht ewig gegeben hat: Eines von vielen Beispielen zu diesem Thema soll die Wichtigkeit der Großschreibung verdeutlichen: „DER GEFANGENE FLOH“.

Ich überlasse Ihnen / ihnen (ja wem denn nun?), welche Möglichkeiten oder Missverständnisse sich hier ergeben. Und wenn Sie, (Frau Meier), oder sie (die Leute) jetzt erschöpft sagen: „Es reicht mir mit der Rechtschreibung“, dann frage ich zurück: Wie das? Jetzt verstehen Sie sie doch, oder?

Schlagworte: KB, Kevelaerer Blatt, Leben
Eintrag teilen
  • Teilen auf Facebook
  • Teilen auf X
  • Teilen auf WhatsApp
  • Teilen auf Pinterest
  • Teilen auf LinkedIn
  • Teilen auf Tumblr
  • Teilen auf Vk
  • Teilen auf Reddit
  • Per E-Mail teilen
https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2021/02/CMYK-Wilfried-Schotten.jpg 416 507 Kevelaerer Blatt https://www.kevelaerer-blatt.de/wp-content/uploads/2020/12/Logo-KB-1-1.png Kevelaerer Blatt2020-07-23 00:00:002021-03-08 11:25:58Zur Arbeit eines Zauberlehrlings
Das könnte Dich auch interessieren
bee 70 Jahre nach der Einschulung: Wiedersehen mit Schiefertafel-Gefühl
„Helma hilft“ den Senior*innen
Das Fahrradset vom Kevelaer-Marketing ist der perfekte Begleiter für eineFahrradtour am Niederrhein. Foto: Wallfahrtsstadt Kevelaer Fahrradset mit Kevelaer-Silhouette
Über Wahlen und Wettbewerbe
Die Mitgliederversammlung 2024. Foto: Kneipp-Verein Kneipp-Mitgliederversammlung
Aktiv gegen die Krise mit Lieferservice und Mittagstisch
Da war Napoleon auch Platt
Gemeindefest mit Ehrengast „Luther“

Individualsuche

Search Search

Das Neuste

  • Erzählen Sie von früher: Kevelaerer Kinder sollen der Geschichte des Essens nachspüren 3. September 2026
  • „Atempause“ feiert Jubiläum mit Teilnehmer-Rekord 3. September 2026
  • Moselflair in Winnekendonk: Musikverein feiert zehntes Weinfest 3. September 2026
  • Neustart am Peter-Plümpe-Platz: „Kaenders am Markt“ feiert große Neueröffnung 3. September 2026
  • Vier Jahre, vier Innungsbeste: Kevelaers Schulmensa bleibt Kaderschmiede für Spitzenköche 1. September 2026

Werbung

Zurück Zurück Zurück Weiter Weiter Weiter

Jetzt unterstützen!

Mit einer “KBplus-Mitgliedschaft” Premiumvorteile sichern und deine Heimatzeitung unterstützen.

Mehr Infos, hier klicken!

Der Busmann

  • Kronenberg26. Oktober 2025 - 12.00
  • Begriffe19. Oktober 2025 - 12.00
  • Reif12. Oktober 2025 - 12.00
  • Seid einig!5. Oktober 2025 - 12.00
  • Übergang28. September 2025 - 12.00

Kontakt

Leserservice
E-Mail: leserservice@kevelaerer-blatt.de

Redaktion
E-Mail: redaktion@kevelaerer-blatt.de

Anzeigen
E-Mail: anzeigen@kevelaerer-blatt.de

Buchhaltung
E-Mail: buchhaltung@kevelaerer-blatt.de

Schnellsuche

Ausbildung Beruf Blaulicht Corona Corona-Virus Corona Virus Covid-19 Der Busman Diebstahl Einbruch Familie Freizeit Fußball Gesundheit Karneval Kevelaer - deine Menschen Kinder Kirche Konzert KSV Kultur Kunst Leben Musik Pandemie Politik Polizei Porträt Schule Schützen Serie Spende Sport Sport; Fußball; Kreisliga A Stadt Theater Umwelt Unfall Verbrechen Verein Verkehr Volleyball Wallfahrt Weihnachten Wirtschaft

Über Uns

Kevelaerer Blatt – Heimatzeitung seit 1879 für Kevelaer, Winnekendonk, Wetten, Twisteden, Kervenheim, Kervendonk und Kleinkevelaer.

Kontakt: redaktion@kevelaerer-blatt.de
© Copyright - Kevelaerer Blatt
  • Impressum
  • AGB
  • Datenschutzerklärung
  • Kontakt
Link to: Debatte mit den Kandidaten fürs Bürgermeisteramt Link to: Debatte mit den Kandidaten fürs Bürgermeisteramt Debatte mit den Kandidaten fürs Bürgermeisteramt Link to: Einbruch in Geräteschuppen Link to: Einbruch in Geräteschuppen Einbruch in Geräteschuppen
Nach oben scrollen Nach oben scrollen Nach oben scrollen