Wohlfahrtsverbände stellen Suchtberatung vor

Unter der Schirmherrschaft der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Daniela Ludwig, ruft die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS) für Mittwoch, 4. November, zum bundesweiten Aktionstag Suchtberatung auf. Der Caritasverband Kleve und die Diakonie im Kirchenkreis Kleve beteiligen sich mit unterschiedlichen Aktionen.

„Die Suchtberatungsstellen bieten eine unverzichtbare Hilfe vor Ort an. Wir beraten, behandeln und begleiten“, erklärt Diana Schüller, Leiterin der Suchtberatung des Caritasverbandes. „Wir unterstützen und stabilisieren Abhängigkeitserkrankte sowie ihre Angehörigen. Darauf möchten wir aufmerksam machen. Nicht zuletzt verstehen wir uns als Lotse zwischen ambulanter und stationärer Suchthilfe, sozusagen eine Brückenfunktion.“

Brief an die Landrätin

Im Vorfeld dieses Tages haben der Caritasverband Kleve und die Diakonie im Kirchenkreis Kleve einen gemeinsamen Brief an die Kreistagsmitglieder, die Kreisverwaltung und die Landrätin geschickt. In ihm fordern sie eine zukunftssichernde Finanzierung der Suchtberatungsstellen. „Die Suchtberatung hilft nachweislich, die Chronifizierung und Folgekosten von Abhängigkeitserkrankungen zu verringern“, sagt Diakonie-Suchtberaterin Petra van Bergen. „Kommunal wertvoll sind wir jedoch vor allem für die Hilfesuchenden und Angehörigen, denen wir wieder eine Lebensperspektive geben können“, so die Suchtberaterin und Fachbereichsleiterin der Sozialen Dienste.

Der Caritasverband Kleve ist am Mittwoch, 4. November, von 10 bis 15 Uhr mit einem Informationsstand in der Klever Fußgängerzone (Große Straße / Höhe Stickestraße) vertreten. Außerhalb dieser Zeiten ist Diana Schüller unter Telefon: 02821 7209-900 oder d.schueller@caritas-kleve.de zu erreichen.

Die Diakonie im Kirchenkreis Kleve bietet Kreistagsmitgliedern und der Öffentlichkeit am 4. November die Möglichkeit, mehr über die Arbeit und die Notwendigkeit der Finanzierung zu erfahren. Petra van Bergen freut sich zwischen 10 und 12 Uhr sowie zwischen 14 und 16 Uhr über interessierte Anrufer unter Telefon: 02831/9130-800 sowie über E-Mails an vanbergen@diakonie-kkkleve.de.

Die Beratungsstellen für Suchtfragen des Caritasverbandes Kleve gibt es seit mehr als 40 Jahren. Gegründet wurden sie am 1. Februar 1978 in Kevelaer.

Zu den heutigen Angeboten gehören unter anderem die Beratung von Betroffenen
Caritasverband Kleve e.V. aller Suchtfragen, die Beratung von Angehörigen, die Nachsorge, die MPU-Beratung, die Suchtberatung in der JVA in Kleve und Geldern-Pont, die psychosoziale Beratung von substituierten Menschen, die Suchtprophylaxe, die Zusammenarbeit mit ansässigen Selbsthilfegruppen sowie die Vermittlung in Therapie und Gruppenangebote.

Des Weiteren gibt es das Kontaktcafé. Das ist ein niedrigschwelliges Angebot, mit dem Hilfesuchende die Möglichkeit erhalten, mit anderen in Kontakt zu treten, einen Kaffee zu trinken und gegen eine geringe Kostenbeteiligung ein Frühstück zu erhalten. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sich zu duschen und Wäsche zu waschen. 14-tägig findet zudem eine kostenlose Kleiderausgabe statt. In den Beratungsstellen für Suchtfragen des
Caritasverbandes Kleve arbeiten insgesamt acht Berater, sie bieten Angebote in Kleve,
Goch, Kevelaer, Emmerich am Rhein und Rees an.

Dazu kommen drei Mitarbeiter des Kontaktcafés sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter in den Justizvollzugsanstalten sowie Gruppenleiter. 2019 wurden 868 Betroffene und/oder Angehörige mindestens zweimal beraten.

Die Suchthilfe der Diakonie im Kirchenkreis Kleve legt vor allem im Südkreis Kleve drei
Schwerpunkte: Die Suchtberatung von Betroffenen und Angehörigen, die Begleitung von
Kindern aus suchtbelasteten Familien und die Präventionsarbeit. So schaffen die
Mitarbeitenden durch Projektarbeit Anreize, dass in Grund- und weiterführenden Schulen die Schülerschaft und Lehrkräfte Suchtverhalten verstehen, erkennen und vermeiden.

In Firmen bietet die Diakonie beispielsweise mit dem Programm „Rauchfrei“ der Mitarbeiterschaft Hilfestellungen an. Einzel- und Gruppenberatungen suchtkranker Menschen werden ergänzt um die Vernetzung mit anderen Fachdiensten und die Begleitung von Selbsthilfegruppen. Im Bereich der Suchtvorbeugung und der Suchtberatung arbeiten sechs Mitarbeitende, die im Haus der Diakonie am Ostwall 20 in Geldern erreichbar sind.