Goch/Kevelaer. Beim Lachen, Husten, Niesen, beim Heben der Einkaufstasche oder beim Sport geht ein wenig Urin verloren. Viele Frauen kennen das, aber kaum eine spricht darüber. Dabei ist das Problem weit verbreitet: In Deutschland haben sechs bis acht Millionen Frauen eine Harninkontinenz. Wahrscheinlich sind also auch in Kevelaer und den Ortschaften Winnekendonk, Twisteden, Kervenheim und Wetten viele Frauen betroffen, ob nach Geburten, in den Wechseljahren oder im höheren Alter.
Wer sich informieren möchte, ohne gleich einen Arzttermin zu vereinbaren, kann am Dienstag, 6. Oktober, um 16 Uhr ins nahe Goch fahren. Dort stellt Frank Marcus Czeckay, Oberarzt der Frauenklinik am Katholischen Karl-Leisner-Klinikum, im Café Lebensfreude im Wilhelm-Anton-Hospital eine schonende, minimalinvasive Behandlung vor: die Urolon-Therapie.
Was ist Belastungsinkontinenz?
Mediziner unterscheiden verschiedene Formen der Blasenschwäche. Bei der Belastungsinkontinenz verliert man Urin, wenn der Druck im Bauchraum plötzlich steigt, zum Beispiel beim Husten, Springen oder Tragen. Der Verschlussmechanismus der Harnröhre hält dann nicht mehr ganz dicht. Genau hier setzt die Therapie an, die der Gocher Oberarzt vorstellt.
Laut Klinik gehören zu jeder guten Behandlung viel Erfahrung und eine sorgfältige Diagnostik. Nicht jede Form der Inkontinenz lässt sich gleich behandeln. Deshalb erklärt Czeckay in seinem Vortrag ausdrücklich, für welche Frauen die Methode sinnvoll ist.
So funktioniert die Urolon-Therapie
Bei dem Verfahren spritzt die Ärztin oder der Arzt ein biologisch abbaubares Implantat gezielt in die Harnröhre. Es stärkt den Verschluss und verringert so den ungewollten Urinverlust. Die wichtigsten Punkte:
- Minimalinvasiv: Es gibt keinen großen operativen Eingriff.
- Örtliche Betäubung: Die Behandlung erfolgt unter Lokalanästhesie.
- Kein dauerhafter Fremdkörper: Urolon ist ein bioresorbierbarer Harnröhrenfüller, der sich nach Angaben der Klinik in körpereigenes Gewebe umwandelt.
- Für Frauen mit Belastungsinkontinenz ist die Therapie gedacht.
Offen sprechen, in geschütztem Rahmen
Viele Betroffene schämen sich und schweigen lange, obwohl es heute mehrere Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung gibt. Das Café Lebensfreude will diese Hemmschwelle senken. Es findet **jeden ersten Dienstag im Monat** statt und bietet einen geschützten, vertrauensvollen Rahmen. Dort geht es um Vorbeugung, Versorgung und Behandlung von Harn- und auch Stuhlinkontinenz.
Nach dem Fachvortrag können die Gäste Fragen stellen und mitdiskutieren. Wer möchte, hört einfach nur zu. Oft hilft schon die Erfahrung, mit dem Problem nicht allein zu sein. Claudia Rühl, Pflegeexpertin für Kontinenz bei der Katholischen Karl-Leisner-Trägergesellschaft (KKLE), begleitet das Treffen und steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung.
Schnelle Fakten
Auf einen Blick
- Was: Café Lebensfreude: „Urolon-Therapie bei Harninkontinenz“, Vortrag mit anschließendem Austausch
- Wann: Dienstag, 6. Oktober 2026, Uhrzeit: 16 Uhr
- Wo: Wilhelm-Anton-Hospital Goch
- Anmeldung: nicht erforderlich, kostenfrei
- Referent: Frank Marcus Czeckay, Oberarzt der Frauenklinik, Katholisches Karl-Leisner-Klinikum
- Begleitung: Claudia Rühl, KKLE-Pflegeexpertin für Kontinenz


Selbsthilfe e.V.