Am unteren Niederrhein wächst der Frust mit jedem Ausfall. Wer morgens am Bahnhof steht und nicht weiß, ob der RE10 überhaupt fährt, erlebt nicht einfach nur eine Verspätung – sondern einen Alltag, der ins Wanken gerät.
Pendler fühlen sich im Stich gelassen
Die Interessengemeinschaft RE10 beschreibt genau dieses Gefühl in deutlichen Worten: kurzfristige Zugausfälle, unklare Informationen, kein verlässlicher Ersatzverkehr und ein Betreiber, der aus Sicht der Fahrgäste zu oft nur reagiert, statt zu handeln. Besonders bitter ist das für Menschen aus Kevelaer, Geldern, Weeze und den umliegenden Orten, für die der RE10 keine Nebensache, sondern tägliche Lebensader ist.
Schon der zweite Blick macht wütend
In der Mitteilung der IG klingt tiefe Enttäuschung mit: Selbst an heißen Tagen seien Fahrzeuge ohne funktionierende Klimaanlage unterwegs gewesen, zudem seien Züge ausgerechnet zur Hauptverkehrszeit ausgefallen, ohne dass ein ausreichend langer Ersatzzug bereitgestellt worden sei. Auch defekte Toiletten werden von der Rhein-Ruhr-Bahn nach Darstellung der Initiative offenbar nur als „Komfortschaden“ behandelt – ein Signal, das bei vielen Fahrgästen nur noch Kopfschütteln auslöst.
Ein teures Signal, das nicht zuverlässig schaltet
Besonders scharf fällt die Kritik an den technischen Problemen im Streckennetz aus. Die IG RE10 verweist auf wiederkehrende Ausfälle an einem Stellwerk, das erst vor vergleichsweise kurzer Zeit mit Millionen aus Steuergeld modernisiert worden sei. Wenn ausgerechnet eine solche Anlage wieder zum Schwachpunkt wird, bleibt bei vielen Menschen vor allem ein Gefühl zurück: Man hat viel Geld ausgegeben, aber die Verlässlichkeit kommt nicht an.
Der RE10 ist mehr als ein Zug
Für den Kreis Kleve und damit auch für Kevelaer hat jede Störung auf der Linie eine unmittelbare Wirkung. Der RE10 verbindet den Niederrhein mit dem Rheinland, mit Arbeitsplätzen, Ausbildung, Terminen und Anschlüssen – und genau deshalb trifft jeder Ausfall die Region so hart. Wer auf den Zug angewiesen ist, braucht keine Durchhalteparolen, sondern ein Angebot, auf das man sich verlassen kann.
Schnelle Fakten
IG RE10
Die Interessengemeinschaft ist ein Zusammenschluss engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich für mehr Qualität und Ausfallsicherheit auf der Bahnstrecke Kleve–Düsseldorf einsetzen.
Kontakt: IG-RE10@web.de
Hintergrund
Für die Linie RE10 wurden in den vergangenen Monaten und Jahren wiederholt Teilausfälle, Stundentakt, Ersatzverkehre und technische Störungen gemeldet. Auch im Sommer 2026 kam es erneut zu Bauarbeiten und Einschränkungen auf der Strecke.



Robin Boettcher