Parkplätze sind normalerweise Orte des Abschieds: Man steigt aus, dreht sich um und ist weg. Am 24. Juni soll das Gelände vor dem Jugend- und Verwaltungszentrum (JVZ) an der Kroatenstraße in Kevelaer für einen Tag genau das Gegenteil sein – ein Ort des Ankommens und Entdeckens. Unter dem Titel „Parkplatz der Möglichkeiten” entsteht dort eine neue Plattform zur Berufsorientierung, die Jugendliche und Ausbildungsbetriebe aus der Region auf ungewöhnliche Weise zusammenbringen will.
Mitmachen statt nur zuschauen
Das Konzept unterscheidet sich bewusst von klassischen Ausbildungsmessen, bei denen Jugendliche an Infoständen Flyer mitnehmen und weitergehen. Rund 25 Unternehmen können sich auf der etwa 1.200 Quadratmeter großen Fläche präsentieren — mit Pavillons, Infoständen oder eigenen Aktionsflächen, an denen typische Tätigkeiten ihrer Ausbildungsberufe direkt ausprobiert werden können. Ob Handgriffe aus dem Handwerk, kaufmännische Abläufe oder soziale Berufsfelder: Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur zuhören, sondern selbst Hand anlegen.
„Der direkte Austausch auf Augenhöhe und das eigene Ausprobieren stehen im Mittelpunkt”, erklärt Thorsten Stern, Bereichsleiter der Arbeitsvermittlung im Jobcenter der Wallfahrtsstadt Kevelaer und Koordinator der Jugendberufsagentur Kevelaer. „Wir möchten Jugendlichen Orientierung geben und gleichzeitig Unternehmen die Chance bieten, sich als attraktive Ausbildungsbetriebe zu präsentieren.”
Passung als eigentliches Problem
Der Hintergrund der Veranstaltung ist keineswegs nur lokal. Das zentrale Problem auf dem Ausbildungsmarkt liegt längst nicht mehr allein im fehlenden Stellenangebot — sondern im mangelhaften Matching zwischen jungen Menschen und offenen Ausbildungsplätzen. Auch im Kreis Kleve macht sich das bemerkbar: Zum Ende des letzten Berufsberatungsjahres suchten noch 221 Jugendliche im Kreis Kleve eine Ausbildungsstelle oder eine Alternative, während gleichzeitig 202 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben sind. Stellenangebot und Bewerber finden schlicht zu selten zueinander.
In Kevelaer selbst werden Auszubildende besonders dringend in der Altenpflege, als Koch bzw. Köchin sowie als Fachinformatiker gesucht — Berufsfelder, die oft wenig sichtbar sind und von einem praxisnahen Erlebnisformat wie diesem besonders profitieren könnten.
Jugendberufsagentur als Dreh- und Angelpunkt
Organisiert wird die Veranstaltung von der Jugendberufsagentur Kevelaer, die erst seit Anfang 2024 besteht und mit der Fertigstellung des JVZ im Juli 2025 ihre endgültige Heimat an der Kroatenstraße 85 bezogen hat. In dem Gebäude sind das Jugendzentrum Kompass, das Jobcenter und das Jugendamt der Wallfahrtsstadt Kevelaer unter einem Dach untergebracht — ergänzt durch regelmäßige Sprechstunden der Agentur für Arbeit und weiterer Netzwerkpartner. Kurze Wege, gebündelte Kompetenz: Das JVZ ist damit der naheliegende Ort für ein Format, das genau diese Vernetzung sichtbar machen will.
Der „Parkplatz der Möglichkeiten” ist nicht die erste Initiative dieser Art. Die Jugendberufsagentur war zuletzt bereits beim „Jobkick” aktiv, einer Veranstaltung, die in Kooperation mit der Gesamtschule Kevelaer auf großes Interesse stieß — sowohl bei Jugendlichen als auch bei über hundert beteiligten Unternehmerinnen und Unternehmern. Das neue Format denkt diesen Ansatz konsequent weiter.
Betriebe gesucht – Anmeldung läuft
Unternehmen aus Kevelaer und Umgebung, die sich beteiligen möchten, können sich über das Beteiligungsportal NRW unter beteiligung.nrw.de/k/1025524 anmelden. Die Teilnahme ist flexibel gestaltet — vom schlichten Infostand bis zur kreativen Mitmachstation ist vieles möglich. Platz ist für rund 25 Betriebe.
Wann?
Termin: Dienstag, 24. Juni 2026 Ort: Parkplatz am Jugend- und Verwaltungszentrum, Kroatenstraße 85, 47623 Kevelaer



