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Wenn aus 900 Kilo 480 Liter werden

18. Oktober 2018/in Achterhoek, Premium/von Kevelaerer Blatt

Apfelsaft aus dem eigenen Garten, ein köstlicher Genuss, den sich die Mitglieder von Natur und Kultur im Achterhoek (NUK) nach einem Jahr Pause wieder erfüllen konnten. Nachdem im Vorjahr die Obstblüte vom Frost zerstört wurde und es kaum Äpfel gab, trugen die Freunde des Vereins 900 Kilo alter Apfelsorten (Goldparmäne, Sternrenette, Gravensteiner oder Belle Fleur) zusammen und produzierten davon 480 Liter Saft.

Der Heimatverein Keppeln e.V. hatte dem NUK seine Apfelsaftpresse ausgeliehen. Auch die Technik zum Pasteurisieren und Abfüllen in 5 Liter „Bag-in-Box“ Verpackungen mit Zapfhahn bekam man dazu.

Selbst mit anfassen

Treffpunkt war der Rammendonkshof der Familie Eickhoff auf dem Achterhoek. Nur Äpfel abgeben und andere arbeiten lassen, war aber nicht drin. Die „Obstbauern“, die im Anschluss aus den Äpfeln vom Hof oder Garten Saft erhalten wollten, mussten selbst mit anfassen. Nach dem Wiegen wurden an jedem Apfel Beschädigungen entfernt und jeder zweimal gewaschen. Ein Schredder bereitete die Äpfel für die Presse vor, in der ein Wasserschlauch mit drei Bar Druck den Saft aus den geschredderten Äpfeln presste. Beim anschließenden Pasteurisieren wurden beim kurzfristigen Erhitzen des Saftes auf 90 Grad alle Mikroorganismen, Hefen und Bakterien zuverlässig abgetötet.

Zum Schluss erfolgte das Abfüllen in 5-Liter-Beutel mit einem Zapfhahn, der dann in einen Karton eingelegt wurde. Der Saft ist mindestens ein Jahr und nach Anbruch ungekühlt trotzdem etwa drei Monate haltbar.

Nach knapp vier Stunden waren die Berge an Äpfeln verarbeitet und der Saft in 96 Kartons abgepackt. Ganz kostenlos gab es den Saft aber dann trotzdem nicht. Für die weitgefächerte Arbeit des Vereins (siehe Kasten) waren 60 Cent pro Liter zu bezahlen.

Zwischendurch fand natürlich das statt, was den NUK unter anderem auszeichnet. Es gab zahlreiche Gespräche und viel Freude im miteinander Arbeiten oder beim Testtrinken. Zu Recht waren die Helfer zum Schluss stolz über die getane Arbeit und den eigenen Apfelsaft.

Schlagworte: Wirtschaft
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