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Weihnachtsoratorium der besonderen Art

3. Januar 2020/in Kevelaer, Premium/von Kevelaerer Blatt

Am 28.12.2019 fand in der Marienbasilika in Kevelaer die Premiere des Events “#Jauchzet!#Frohlocket!” statt. Aus der Zusammenarbeit von Romano Giefer, Dr. Bastian Rütten und Fabian Matussek ging eine modernisierte Version von Bachs Weihnachtsoratorium hervor.

Zwei ausverkaufte Abende (28.12 und 29.12.2019) mit rund 400 Besuchern, Tänzerinnen, zwei Chöre, ein Erzähler: Hierbei würde man nicht unbedingt als erstes an Kirche denken. Jedoch lockte die Neuinszenierung von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium so viele Besucher an, dass in den Seitenschiffen Leinwände aufgestellt werden mussten, die das Geschehen für alle Zuschauenden sichtbar machten. Sie wurden durch einen bunten Abend mit Licht, Musik, Sprache und Tanz geführt.

Rund 130 Akteure waren an der Inszenierung beteiligt. Darunter der Projektchor, der Kevelaerer Mädchenchor, die Solisten Anja Paulus (Sopran), Alexandra Thomas (Alt), Leonhard Reso (Tenor), René Perler (Bass) und Fabian Matussek als Erzähler, der die Zuschauer mit zahlreichen Impulsen durch den Abend geführt hat.

Die besondere Inszenierung beinhaltete Musik, Gesang und Tanz. (Foto: NT)

Die besondere Inszenierung beinhaltete Musik, Gesang und Tanz. (Foto: NT)

“Die Interpretation des Oratoriums war etwas Einzigartiges: Wort, Musik und Tanz haben einander wunderbar ergänzt und als Rahmen die wunderbare Basilika, die das alles zusammenfügt. Dadurch entsteht etwas, was uns heutige Menschen sehr berührt”, fand René Perler. Wie zeitgemäß die Weihnachtsgeschichte und wie wichtig sie für heutige Menschen ist: das zu zeigen lag den Initiatoren des Projekts besonders am Herzen. Sie sind ebenfalls davon überzeugt, dass das ist, was auch Johann Sebastian Bach gewollt hätte. “Bachs Werke sind stark strukturiert und haben mindestens drei Ebenen: eine Erzählende, eine Betrachtende und eine Teilnehmende”, erläutert Romano Giefer.

Früher waren die Inhalte in Bachs Werken den Menschen viel präsenter. Die teilnehmende Ebene wurde durch Kirchenlieder geschaffen, die den Menschen allgemein bekannt waren, und die in die Werke eingebunden wurden. Da viele dieser Musikstücke den heutigen Menschen nicht mehr bekannt sind, geht dieser Effekt verloren. Durch das Einbringen neuer Elemente, wie die Erzähltexte, die in teilweise sehr alltäglicher Sprache verfasst waren, sollte die Wirkung nachempfunden werden. Die Zuschauer sollten sich ähnlich fühlen wie diejenigen, die das Oratorium vor 285 Jahren das erste Mal gehört haben.
Auch Wallfahrtsrektor Gregor Kauling war begeistert von dem Abend: “Ich war sehr berührt, weil ich bisher nur frühe Proben gesehen habe. So, wie alles letztendlich zusammengekommen ist, war es sehr berührend und stimmig.”

Starke Solisten trugen zum Erfolg bei. (Foto: NT)

Starke Solisten trugen zum Erfolg bei. (Foto: NT)

Das Projekt vereinte viele Menschen: professionelle Musiker, Tänzer und Amateure. Was alle verbindet, ist die Liebe zur Musik und die Bewunderung für die jeweils anderen. Auf die Frage, was ihnen von dem gemeinsamen Projekt im Gedächtnis geblieben ist, gab es viele Antworten: “Die Solisten waren super!”, lobte beispielsweise Klara aus dem Mädchenchor. Aus dem Projektchor kamen Worte der Bewunderung für das geduldige Orchester und Romano Giefer lobte die Mädchen für ihre große Geduld während der Proben. Ob es sich gelohnt hat? “Ja!” – da sind sich Mia, Klara und Lidia aus dem Mädchenchor einig.

Schlagworte: Kirche, Kultur, Weihnachtsoratorium
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