Die Aktion pro Humanität und das Brunnenprojekt im Niger

Wasser ist die Quelle des Lebens

41 solcher Brunnen konnte APH nun bereits bauen.

Foto: ApH

„Wasser ist Leben“, Erzbischof Laurent aus dem Niger, mit dem die Kevelaerer Stiftung „Aktion pro Humanität“ seit vielen Jahren im Niger zusammen arbeitet, sagt gern bei seinen Besuchen am Niederrhein: „Wasser, das ist der Champagner Afrikas.“ Im Sahel ist sauberes Trinkwasser für die Menschen noch mehr, „eine im Niger wirkliche Linderung ihrer vielen Leiden.“

Von Kevelaer aus wurde vor nunmehr 16 Jahren ein beispielloses Brunnen-Projekt im Niger realisiert. Im Priesterhaus am Kapellenplatz traf man sich. Der Rektor der Wallfahrt damals, Pastor Richard Schulte Staade, der damalige Bürgermeister Axel Stibi, die Vertreter der Stiftung Aktion pro Humanität. Aus dem Niger waren Laurent Lompo mit dabei, damals noch als Generalvikar, und sein Caritas-Bischof, Mgr. Ambrosius Ouedraogo aus dem zweiten Bistum des Landes, Maradi.

Hunger und Durst

Die Themen waren damals schon: „Hunger und Durst“. Eine Heuschreckenplage hatte dazu geführt, dass Millionen Menschen an Hunger starben – das Wasser war knapp, sauberes Trinkwasser erst recht. Die Runde im Priesterhaus beschloss, dass Aktion pro Humanität mit einigen Partnern Nahrungsmittelnothilfe leisten und zeitnah den Bau eines Brunnens realisieren sollte. Heute, fast genau 16 Jahre später sind es 41 Brunnen! Makalondi, Torodi, Tammou und Djaladjo sind die Namen der vier ländlichen Kommunen, in denen nach aktuellen Schätzungen rund 700.000 Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Realisiert durch ein überzeugend nachhaltiges Spenden-Engagement der Familie Seibt sowie des Vereins „Wir helfen Kindern weltweit“ auf der Grav-Insel in Wesel-Flüren, denen die Menschen im Niger sicher weit mehr als die Hälfte der Brunnen zu verdanken haben.

Auch die hydrogeologischen Studien für jeden Brunnen sowie der Sozialarbeiter, der alle Brunnen und Brunnen-Komitees betreut, werden von der Grav-Insel finanziert. Ein weiteres herausragendes Engagement wurde durch die Familie Janssen und viele in Sonsbeck getätigt. Sieben Brunnen wurden seit 2012 durch das Nähen der weit über den Niederrhein hinaus bekannten „Brunnen-Schürzen“ (Maria Janssen und Team) sowie von selbst hergestelltem Kunsthandwerk von Ernst Janssen ermöglicht – der achte Brunnen ist zu Dreiviertel schon finanziert.

Existenzielle Hilfe

„Niemals denkt man zu Beginn einer solchen Aktion, dass man eines Tages weit mehr als einer halben Million Menschen, irgendwann einer Million Menschen aus privatem Engagement einer Region hier bei uns, eine solch existenzielle Hilfe bereit stellen kann,“ so Dr. Elke Kleuren-Schryvers, APH-Vorsitzende. „Über dieses Wasser sind Freundschaften und weitere medizinische Projekte entstanden, Menschen haben sich weiter verbunden mit unserem Brunnen-Projekt. Es gibt Schul-Brunnen, Familien-Brunnen, Unternehmens-Brunnen…“

Mit dem Wasser habe sich auch die Gesundheitssituation der Landbevölkerung deutlich verbessert, versichert die Kevelaerer Medizinerin. „Besonders die Erkrankungen des Magen-Darmtraktes sind zurückgegangen, was für Kinder auch eine erhebliche Senkung der Sterblichkeit bedeute. Den Frauen ermöglicht das Wasser die Gartenarbeit in großen Kooperativen. So werden sie in die Lage versetzt, für sich selbst und die Kinder das Lebensnotwendige zu erwirtschaften. Und die Frauen müssen weniger Kilometer zu Fuß laufen, um Trinkwasser für die Familie zu holen.“

Erzbischof Laurent Lompo dankt ausdrücklich im Namen all dieser Menschen aus ganzem Herzen für dieses großartige Projekt und für die Nachhaltigkeit. Für ihn ist Wasser ein Friedensprojekt, weil am Brunnen Muslime und Christen, unterschiedlichste Ethnien friedlich zusammenkommen, einander begegnen, miteinander ins Gespräch kommen.