Was für ein tierischer Aufstand

Dass die Reihe „Puppenspiel 18“ eine ganze Reihe von Fans hat, die beständig zu den Aufführungen kommen, konnte man erneut in der Öffentlichen Begegnungsstätte erleben. „Wir waren schon Tage vorher komplett ausverkauft“, freute sich Bernd Pool vom Stadtmarketing angesichts der guten Resonanz.
Regina und Daniel Wagner  vom „Theater Zitadelle“ hatten sich von der Bundeshauptstadt aus auf den Weg an den Niederrhein gemacht, um den zweiten Teil ihrer ganz eigenen Version der „Berliner Stadtmusikanten“ auf die Bühne zu bringen. Schon im ersten Teil hatten sich die beiden Pupppenspieler mit viel Humor die Geschichte von Kuh, Wolf, Katz und Spatz erzählt, die aus dem strengen Regiment ihres Altersheims gemeinsam ausbrechen und in Berlin als Stadtmusikant nochmal so richtig durchstarten wollen.
Die Fortsetzung inszenierte das Duo nun als humorvolle Gaunerkomödie mit dem Altersheim als erneutem Ausgangspunkt und zwei Neuzugängen: dem Fuchs als Bösewicht und zwei dicken Schafen, die ihrem Chef bei der Wiederbeschaffung des blauen Diamanten allerdings keine wirkliche Hilfe sind.
Dabei überzeugte die Geschichte durch die wunderbare Zeichnung der Charaktere, spontanen Witz und selbstironischen Kalauern. Wunderbar verrückt muteten dabei die Anleihen bei anderen Märchen und Filmen an, als der Fuchs den Wolf beim Zusammentreffen mit einem Apfel vergiftet oder beide zur Musik von „Spiel mir das Lied vom Tod“ duellant aufeinander zustürmen.
Gut kam die Pointe zum Schluss, als die vergessliche Katze den vermeintlIchen Diamanten im Heim liegen lässt, der Wolf ihn aber mit seinem Glasauge vertauscht hat und sich alle zusammen Träume über ein Leben in Saus und Braus als Besitzer des Hauses machen. Das Publikum feierte das Berliner Duo mit minutenlangem Applaus, was sie zu einer kleinen Zugabe-Szene veranlasste. Auf den dritten Teil der Geschichte kann man sich jetzt schon freuen.