Von Kevelaer aus in die ganze Welt

Im September 2013 ging das Studio Kevelaer im Priesterhaus an den Start. Initiiert von Rüdiger Enders von Radio Horeb und technisch betreut von Hans-Jürgen Schmitz entstand so, nur durch Spenden unterstützt, ein Übertragungsstudio von technisch neuem Stand und mit weiter Ausstrahlung.

Jährlich entstehen etwa 200 Sendungen, die über Radio Horeb, EWTN und Katholisch.de übertragen werden. Rund 1.000 Übertragungsstunden kamen seit 2013 schon zusammen, die es Menschen aus Deutschlands oder dem Rest der Welt in besonderer Weise ermöglichen, mit dem Wallfahrtsort auch in der Ferne verbunden sein können.

Seit letztem September haben Beate Coqui und Jan Suchecki die Koordination übernommen und sind dafür verantwortlich, dass alles rund läuft. Gemeinsam mit acht Ehrenamtlichen bedienen sie im Studio die neun verschiedenen Kameras und 18 Mikrophone in der Basilika und Beichtkapelle. Rund eine Stunde geballte Konzentration erfordert jede übertragene Messe von den Verantwortlichen. „Wir müssen wirklich voll und ganz präsent sein, sofort reagieren, wenn der Priester an ein anderes Mikrophon geht, wenn jemand so laut hustet, dass es stört“, erklären sie. „Aber die Arbeit macht insgesamt mehr Freude als es eine Last wäre.“,

Immer zu zweit, noch besser zu dritt sitzen die Teammitglieder im Studio. Einer betreut die Audio-, einer die Videoübertragung, und die Namen der Zelebranten oder Organisten sowie die Liednummern müssen jeweils eingeblendet werden. Oft hilft es dann noch, ein paar Mal den anderen bei der Übertragung zuzuschauen und schon kann man selber ran.

Da sind die Arme zu kurz

Noch nie musste in den letzten sechs Jahren eine geplante Übertragung abgesagt werden. Aber Hans-Jürgen Schmitz musste schon öfter, obwohl er nicht eingeteilt war, schnell per Rad anrücken und einspringen. Manchmal war er auch schon ganz allein im Studio: „Ich habe Audio und Video schon mal allein gemacht, aber das ist anstrengend, weil die Regler so weit auseinander sind, dass die Arme zu kurz sind.“

Bei der jüngsten Teambesprechung wurden zentrale Fragen besprochen wie: „Was läuft gut, was kann noch verbessert werden?“ Langsam werden neue Kameras gebraucht, denn nach fünf Jahren hat sich die Technik schon wieder deutlich überholt. Die Qualität auf den Bildschirmen lässt noch zu wünschen übrig. Zwar wird in HD-Qualität aufgenommen, aber da das Signal des Fernsehsenders EWTN erst nach Frankfurt, dann in die USA und dann wieder zurück nach Deutschland geht, kommt das Bild in schlechterer SD-Qualität an.

Abgesehen von diesen nicht zu verantwortenden technischen Abzügen arbeiten alle im Team mit vollem Einsatz mit. „Der Datenschutz wird natürlich bei uns groß geschrieben“, versichert Jan Suchecki. „Alle Messbesucher, Messdiener und Zelebranten werden durch Aushänge, Ankündigungen und Gespräche über die Übertragung informiert.“ Ziel der Übertragungen sei es, Kranken oder weit Entfernten ein Stück weit den Kirchgang in der Basilika zu ermöglichen. Es gehe bei den Übertragungen wirklich um die Hl. Messe, nicht um die einzelnen Teilnehmer. Entsprechend hoch sei auch der Anteil an positiven Rückmeldungen, die das Studio-Team erreicht. „Viele bedanken sich für unseren Dienst und die Möglichkeit, auch aus weiter Entfernung so mit Kevelaer verbunden zu sein“, sagt Suchecki.

Das Team selbst ist bunt gemischt aus Frauen und Männern, ein Student ist dabei sowie einige Rentner und Berufstätige. Die weiteste Anreise hat immer Clemens Friederich, der aus Pinneberg, 20 Kilometer nördlich von Hamburg in die Marienstadt reist und von Anfang an mit im Team ist. Der ehrenamtliche Dienst ist es ihm wert. Etwa zwei- bis achtmal pro Monat ist jeder der Mitarbeiter zum Audio- oder Videodienst eingeteilt. Aber nicht nur Arbeit sei wichtig, auch die Treffen, zweimal im Jahr mit Kaffee und Kuchen, sowie das traditionelle Weihnachtsessen gehörten schon zur Tradition des Teams und würden mithelfen, dass das Team immer mehr zusammenwächst.

Weltweit zu sehen und zu hören

Die Sendungen sind über DAB+ (Radio Horeb), in Bayern auch über das Kabelnetz, sonst über Astra-Satellit (EWTN), über das Internet, katholisch.de und www.wallfahrt-kevelaer.de weltweit zu sehen und zu hören. Rund 200 Aufzeichnungen kann das Team jährlich realisieren mit einer Reichweite von etwa 300.000 Menschen pro Sendung. Ein Dienst aus Kevelaer, der so in die ganze Welt geht.