Von der Fußwaschung bis zum Osterhasen

Wissenswertes zum Osterfest

Wussten Sie, dass…

  • mit dem Gründonnerstag die drei heiligen Tage des Osterfestes beginnen, die auch österliches Triduum genannt werden?
  • der Gründonnerstag früher der Stichtag für die österlichen Abgaben war, die die Bauern jährlich an ihre Lehensherren leisten mussten und nach dem altdeutschen Eiergesetz der Grund- und Bodenzins in Form von Eiern erbracht wurde?
  • nach rheinischer und niederländischer Volksmeinung die Kirchenglocken deshalb von Gründonnerstag an verstummten, weil sie nach Rom geflogen seien, um dann in der Osternacht frisch gereinigt und geölt mit ihrem Glockengeläut zur feierlichen Messe zu rufen?
  • man in Norddeutschland lange am Gründonnerstag den Brauch hatte, eine grüne Suppe mit bis zu zwölf verschiedenen Kräutern zu essen, die Gesundheit für das ganze Jahr bringen sollte?
  • der Brauch der Fußwaschung ein alter Brauch ist, den Regenten an Untertanen am Gründonnerstag übten, dieser Brauch aber erst 1955 wieder erneut lebendig wurde?
  • das Chrisamöl schon seit dem 3. Jahrhundert am Gründonnerstag geweiht wurde, das bei der Taufe verwendet wird?
  • dass sich „Karfreitag“ aus dem Althochdeutschen „kara“ ableitet, das „Klage, Trauer“ bedeutet?
  • dass in der ganzen Karwoche früher besonders strenge Fastengebote galten, keine Gerichtsverhandlungen stattfinden, keine Schulden eingetrieben werden durften, Tanz- und Festveranstaltungen, Schießen, Jagen und Lärmen verboten waren?
  • der Karfreitag in der katholischen Kirche als strengster Fastentag, in den protestantischen Kirchen als höchster Feiertag gilt?
  • dass Fisch früher nicht als tierisches Nahrungsmittel galt, von den Fastengeboten ausgenommen war und so der Fisch zum typischen Karfreitagsessen wurde?
  • der Karsamstag ein großer Ruhetag ist zwischen Tod und Auferstehung, an dem kein Gottesdienst stattfindet?
  • dass der Karsamstag in Russland „Färbersamstag“ heißt, weil sich meist die ganze Familie mit dem Eierfärben beschäftigte?
  • dass Glocken und Orgel weder am Karfreitag noch am Karsamstag spielen?
  • dass an St. Marien am Karfreitag und Karsamstag die Grabesruhe Jesu in der Beichtkapelle lebensgroß dargestellt ist?
  • dass Jesus nicht nur mitten in der Nacht geboren wurde, sondern auch mitten in der Nacht auferstanden ist?
  • dass das Auferstehungsamt immer mit einer Lichtfeier beginnt, die Christus als Licht der Welt ankündigt?
  • dass die Tradition der Osterkerze bis ins vierte Jahrhundert zurückreicht und die Osterkerze bis Pfingsten und danach bei allen Taufen wieder entzündet wird?
  • dass in der Osternacht nach genau 40 Stunden Trauer das neue Leben und die Auferstehung gefeiert wird?
  • dass genau 40 Tage nach Ostern die Himmelfahrt Christ, 50 Tage nach Ostern Pfingsten gefeiert wird?
  • dass es Osterfeuer als Frühlingsfeuer schon in vorchristlicher Zeit gab, diese als Vertreibung des Winters dienten, zum Schutz der keimenden Saat und um die Sonnenkraft auf die Erde zu ziehen?
  • das christliche Osterfeier auch Judasfeuer heißt und seit dem Mittelalter bekannt ist?
  • das das Lamm als Fleisch oder Gebäck deshalb zu Ostern gegessen wird, weil das Lamm das typische Opfertier ist, das im Alten Testament oft vorkommt und das Jesus von Johannes dem Täufer das „Lamm Gottes“ genannt wurde?
  • dass Eier als Fruchtbarkeitssymbol bereits seit dem 12. Jahrhundert geweiht werden?
  • die Menschen früher auf Eier in der Fastenzeit verzichteten und sie deshalb nach der Fastenzeit ganz bewusst gegessen wurden?
  • die Bemalung der Ostereier besonders in Osteuropa verbreitet war?
  • der Hase wie das Ei Symbol für das neue fruchtbare Leben ist und man die beiden zum Osterhasenbrauch einfach kombinierte?
  • dass der Brauch des Osterhasen im Jahrhundert der Reformation entstand und man deshalb vermutet, dass der Brauch im protestanischen Teil der Gesellschaft aufkam, um sich vom Brauchtum der Katholiken zu unterscheiden?
  • dass Ostern bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts in vielen Regionen Europas als Jahresanfang galt?
  • dass der Name „Ostern“ auf das Althochdeutsche „Ostarun“ zurückgeht, eine Umschreibung für die Morgenröte und dies auf den Brauch zurückgeht, im Morgengrauen des Ostertages die (damals meist erwachsenen) Taufbewerber zu taufen?
  • das christliche Osterfest auf das viel ältere jüdische Passahfest zurückgeht und deshalb in den romanischen Sprachen die hebräische Bezeichnung für Ostern als „pâques“ oder „pasqua“ erhalten wurde?
  • dass Ostern immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond begangen wird und dieses Datum immer zwischen dem 22. März und 25. April liegt?