Viel Zuspruch für den Sport

Rund 70 Zuhörer – zumeist aus der Politik sowie dem Sport – waren ins Bühnenhaus gekommen, um am Dienstag die drei Landratskandidaten Peter Driessen (parteilos), Silke Gorißen (CDU) und Guido Winkmann (parteilos) zur Bedeutung des Sports und seiner Förderung im Kreis zu hören. Moderator Christoph Kepser wies zu Beginn darauf hin, dass der mögliche Vierte im Bunde, der AfD-Kandidat Friedrich Eitzert, sich entschuldigt habe. Er sei im Urlaub.

In seinem Grußwort sprach der Kevelaerer Bürgermeister Dominik Pichler von einer „sportlichen Auseinandersetzung“, wo „alle auf Sieg spielen“. Er gehe von einem Spiel aus, „das nach 90 Minuten nicht entschieden“ sei, aber trotzdem „hoffentlich viel Leidenschaft“ bei den Beteiligten zeigen werde.

Der Kreissportbund als Veranstalter sei „politisch, aber nicht parteipolitisch“, unterstrich dessen Vorsitzender Lutz Stermann. In keiner der Publikationen des Kreises würden die 7000 Ehrenamtlichen der Vereine angemessen gewürdigt. Man habe sich daher entschlossen, an die Politik „stärker ranzugehen“.

Der passionierte Tennisspieler Peter Driessen präsentierte sich als „führungs- und verwaltungserfahrener“ Bürgermeister, der gewohnt sei, Entscheidungen zu treffen. Er wolle „Mobilität grüner machen“, Punkte wie bedarfsgerechte Ärzteversorgung und Pflege gewährleisten, die Verwaltung als „bürgernahe Service-Einrichtung“ führen und als Ansprechpartner „auf Augenhöhe“ gesehen werden.

Die als Kind Ballett tanzende Silke Gorißen sprach von einer „großen To-Do-Liste“, von der „wirtschaftlichen Stärkung des Kreises“, dem Erhalt der „hohen Lebensqualität“, von Versorgung und Tourismus, der Sicherheit über die Kreispolizei und Sport als „weichem Standortfaktor“, der Wertschätzung verdiene.

„Viele motzen und meckern, aber keiner macht es selbst“, erhielt Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann Applaus für seinen Ansporn sich zu bewerben. Er wolle „für alle 16, mit allen 16“ Kommunen arbeiten und dafür sorgen, dass die gute Idee einer Stadt und eines Vereins von der anderen Stadt oder dem Verein übernommen werden könne.

Danach stellte Kepser Fragen zum Sport im Kreis. Ob es einen eigenen Sportausschuss im Kreis geben soll, da zeigte sich Gorißen vorsichtig. „Das ist eine gute Idee, aber nicht extra einen Ausschuss für Sport“, sah sie ihn im Kontext mit Freizeit oder Schule besser aufgehoben. Für Winkmann sei das eine „Frage der Parteien“, die vielleicht wirklich auch mal „sachkundige Bürger“ dazu beriefen. Peter Driessen gab ein „klares Ja“ für einen solchen Ausschuss ab – allerdings in Zusammenhang mit Kultur und Ehrenamt und mit dem Kreissportbundvorsitzenden als „natürliches Mitglied von Geburt an“.

In dieser Konstellation bewegte sich der ganze Abend: der sportidealistisch denkende, engagiert argumentierende Winkmann, die differenziert und sich erst gegen Ende verbindlicher äußernde Gorißen und der aus seiner Praxiserfahrung heraus konkret argumentierende Driessen.

Im Jugendhilfeausschuss sollte der Kreissportbund nicht vertreten sein, weil er selbst Geldnehmer sei, aber über den Ausschuss Geld gebe, sagte Driessen. Bei dem Aufbau eines Sportentwicklungsplan in den einzelnen Kommunen solle der Kreis als Koordinierungsbehörde zur Verfügung stehen, meinte Winkmann. Man dürfe „nicht in die Kommunen hineinregieren“ und Vorgaben machen, mahnte Gorißen dabei. Jede Kommune sei anders aufgestellt.

In Sachen „Übungsleiter“ gelte es Vereine und Schulen zusammenzubringen, um zu sehen, wo man in der Grundschule oder dem Nachmittagsprogramm Sportangebote schaffen könne, meinte die CDU-Politikerin. Bei den Kosten für die Übungsleiter müsse der Kreis Geld zur Verfügung stellen.

Beim Thema „Schwimmen“ gebe es mehr Bedarf als Angebot, müsse man die Kurse in den Hallenbädern von den diversen Anbietern platziert bekommen, meinte Gorißen. Die Hallenbäder müssten ihr Angebot ausweiten. „Das hängt aber auch ab vom personellen Angebot.“ Der Kreis müsse mit den Gemeinden dafür sorgen, dass Kinder schwimmen lernen, sagte Driessen. Er könne sich eventuell eine projektbezogene Förderung wie in der Kultur vorstellen. Der SPD-Politiker schlug auch einen „Ehrenamtspreis“ für eine Person aus jeder Kommune vor. Dafür gab´s Applaus.

Als sportliche Vision für 2025 formulierte Winkmann die Entwicklung der „Sportanlagen der Zukunft“, wo Skater und Senioren gleichermaßen aktiv sein können. Peter Driessen sprach von dem „Traum eines weiteren Leistungsstützpunktes für den Kreis Kleve“.

Konkret wurde es bei den Zuschüssen für den Kreissportbund, die sich aktuell bei 25 000 Euro bewegen. Die Bürgermeister hätten sich in Kalkar einstimmig für eine deutliche Erhöhung ausgesprochen, sagte der SPD-Politiker. Das sei durch den amtierenden Landrat „kaputtgegangen.“ Darüber könne man reden, sagte Gorißen. Guido Winkmann befürwortete eine Erhöhung, machte aber klar: „Wenn die Parteien sagen, es gibt keine Kohle, bin ich zweiter Sieger.“