Twistedener treffen sich 55 Jahre nach der Schulentlassung

Führung durch die ehemalige Volksschule, die heute den Offenen Ganztag beherbergt, rief Erinnerungen wach

Auf dem Foto zu sehen: 1.R.v.l.n.r: Hannelore Coenen (geborene Brünken), Irmgard Wustmans (Cox, ehemalige Lehrerin), Gertrud Willems (Grüntjens), Maria Ambrosius (Fürtjes), Heinz Jeuken, Marlene Winkels (Venmanns), Wilfried Vorbrugg. 2.R.v.l.n.r.: Wilma Hendrix (Gerritzma), Dorothe Bongartz (Boßmann), Adele Maags (Schaffers), Lucia Rusch (Friesen), Röös Paeßens (Cox), Johannes Sieben, Dorothe Röder (Allofs), Maria Krauhausen (van de Braak), Fred Heinen. 3.R.v.l.n.r.: Engelbert Grüntjens, Karl-Heinz Schulte, Karl Mülders, Peter Hornbergs, Josef Holland, Johannes Ambrosius. Foto: privat

55 Jahre nach ihrer Schulentlassung trafen sich die einstigen Schüler aus der ehemaligen Volksschule Twisteden zu einem Klassentreffen. „Unser letztes Klassentreffen liegt 25 Jahre zurück“, gestehen Marlene Winkels und Hannelore Coenen. Zeit, endlich ein Treffen zu organisieren.
Jahrgänge 1947/48 und 1949
Jetzt oder nie, dachten sich Marlene Winkels und Hannelore Coenen und luden die ehemaligen Twistedener Schüler der Geburtsjahrgänge 1947-1948 und 1949 zu einem Klassentreffen auf der Twistedener Minigolfanlage ein.
„Damals wurden auf Grund geringer Schülerzahlen, zwei Schul-Jahrgänge in einen Klassenraum gelegt“, erinnert sich Hannelore Coenen. Daran erinnerten sich auch die ehemaligen Volksschüler und ihre Lehrerin Irmgard Wustmans noch ganz genau.
Schon bei Kaffee und Kuchen nahm der Erinnerungsfluss kein Ende. Dieser wurde beim Besichtigen der früheren Klassenräume aber erst richtig in Schwung gebracht. Gisela Wenzke, Lehrerin an der heutigen St. Franziskus-Grundschule, führte die früheren Schüler durch das ehemalige Volksschulgebäude. „Natürlich hat sich hier durch Neu- und Anbau sehr viel getan“, berichten die Organisatoren.
Der Charme des alten Schulgebäudes, in dem heute der Offene Ganztag untergebracht ist, konnte aber erhalten bleiben und weckte beim Betreten der Räume zahlreiche Erinnerungen. „Eine Lehrerin saß immer auf dem Pult, ihre Füße stellte sie dabei auf einen Stuhl“, erinnert sich Marlene Winkels, „dabei drückte sie auch noch ihre Pickel aus“, fügt sie lachend hinzu.
Eine Leiter als Sportgerät
Sport- und Kochunterricht gab es auch. „Hinter einer Abtrennung wurde eine kleine Küche eingerichtet“, weiß Marlene Winkels zu berichten. Für den Sportunterricht seien alle Bänke und Stühle zur Seite geschoben worden. „Eine Leiter diente als Sportgerät“, sagen die Twistedener Damen mit einem Kopfschütteln und schlechte Erinnerungen an so manche sportliche Betätigung. Eine eigene Sporthalle gab es damals leider noch nicht.
Selbstgestrickte Unterhosen
Und dann waren da noch die selbstgestrickten Unterhosen. „Hellblau“, lacht Hannelore Coenen, „die kratzten fürchterlich und waren nicht zu tragen“, fügt sie humorvoll hinzu. Nach einem kurzen Besuch auf dem Friedhof, verbunden mit einem lieben Gruß an die verstorbenen Klassenkameraden, trafen sich die ehemaligen Schüler zu einem gemütlichen Abendessen im Haus Braun auf der Dorfstraße. Hier wurde noch lange erzählt und geklönt. Bei der Verabschiedung versprach man sich ein Wiedersehen in spätestens fünf Jahren.