Auch wenn die Schieß Sport Gemeinschaft (SSG) Kevelaer nur noch theoretisch die Teilnahme am Bundesligafinale hätte verpassen können, waren zwei Siege beim Heimkampf fest eingeplant. Diese selbstauferlegte Pflicht haben die Tigers mit zwei Siegen gegen den SV Gölzau (Sachsen-Anhalt) und SuSC Möllenborn (Rheinland-Pfalz) mit jeweils 4 : 1 Punkten klar erfüllt. Damit konnten sie sich die Nordmeisterschaft in der Bundesliga Luftgewehr und eine gute Ausgangslage für das Bundesligafinale am 7. und 8. Februar in Rotenburg an der Fulda sichern.

Die Tigers der SSG Kevelaer konnten das Publikum in der vollbesetzten Zweifachturnhalle mit zwei Siegen begeistern und mitreißen. Foto: SSG
Beim ersten Wettkampf konnte der Vierfachmeister aus Kevelaer vor vollbesetzten Tribünenplätzen auch ergebnistechnisch mit 1989 Ringen und einem ungefährdeten 4 : 1 Sieg gegen Gölzau glänzen. Damit lagen sie auch über ihrem diesjährigen Ligaschnitt von 1987 Ringen, dem bis dahin höchsten Wert in der Bundesliga. Und dabei musste die Mannschaft sogar auf ihre indische Topschützin Ayonika Paul verzichten, die an einem nationalen Wettkampf teilnehmen musste. Ein Beleg für die Ausgeglichenheit der Mannschaft. Von der Topleistung konnten sich auch über 1000 Zuschauer beim Livestream überzeugen, den die SSG nach vierjähriger Pause wieder anbot. Beim zweiten Wettkampf konnte Teamtrainer Simon Janssen die Mannschaft etwas verändern, weil alle sieben in dieser Saison eingesetzten Schützinnen und Schützen bereits 398, 399 oder sogar die Bestleistung von 400 Ringen geschossen hatten. So kam für Alexander Thomas die 19-Jährige Finja Rentmeister zurück ins Team. Doch Heimkampf ist nicht gleich Heimvorteil. Gegen Müllenborn taten sich alle Schützinnen am Sonntag bedeutend schwerer. Die Ergebnisse bewegten sich zwischen 392 und 398 und der Teamwert lag schließlich bei 1976 Ringen. Aber Wettkämpfe gewinnt man nicht mit absoluten Gesamtringen, sondern mit mindestens drei gewonnenen Einzelpaarungen. Daher zog auch Franka Janssen, Teammitglied und Zwillingsschwester der Olympia-Vierten Anna Janssen, am Ende eine positive Bilanz. „Wir sind sehr zufrieden. Vor heimischem Publikum und vor einer so großartigen Kulisse möchte man sich natürlich auch bei allen bedanken, die uns das ganze Jahr unterstützen. Das ist uns sehr gut gelungen, selbst wenn der Wettkampf am Sonntag etwas holprig war“. Mit dem errungenen Nordmeistertitel konnten die Tigers auch verschmerzen, dass der bisher von ihnen mitgehaltene Bundesligarekord von 1994 Ringen vom Südmeister Bund München um einen Ring auf 1995 verbessert wurde, und das sogar gleich zweimal in Folge. Auf den Topfavoriten aus der bayrischen Landeshauptstadt können die Tigers frühestens in einem Medaillenfinale am 8. Februar treffen. Beim Bundesligafinale hat es die SSG Kevelaer wie im Vorjahr im Viertelfinale zunächst mit der SSG Dynamit-Fürth zu tun, gegen die sich die Tigers vor einem Jahr durchsetzen konnten. Auf das Finale freut sich der Vorsitzende Lambert Janssen auch aus anderen Gründen. „Das Team zeigt sich leistungsmäßig und mental von seiner besten Seite und bildet eine echte Einheit, in der jeder den anderen unterstützt“. Unterstützung erhält die Mannschaft auch von den Publikumsrängen. Denn ca. 50 Fans werden in drei Wochen mit nach Hessen fahren und die „Tigers Ultras“ werden dann wieder mit Fangesängen für mächtig Stimmung sorgen.



