Thomas Koch gewinnt in Kevelaer die NRW-Meisterschaft im Blitzschach

Ziehen, Uhr drücken, schnell überlegen und wieder ziehen: Geschwindigkeit und schnelles Denken waren am Samstag bei den NRW-Landesmeisterschaften im Blitzschach an den Brettern gefragt. Die 22 besten Blitzsschachspieler des Landes waren erstmals in der Geschichte des Schachclubs NRW im Forum der Öffentlichen Begegnungsstätte zusammenzukommen, um den besten Spieler ihres Fachs zu ermitteln.
„Jeder spielt gegen jeden, man hat drei Minuten für die gesamte Partie und erhält pro Zug eine Zeitgutschrift von zwei Sekunden“, beschrieb Georg Drißen vom ausrichtenden Schachclub Kevelaer 1949 e.V.“ den Modus des Meisterschaftsturniers. „Die, die hier antreten, haben sich über die NRW-Verbände für das Endturnier qualifiziert,“ erklärte er auch, wie diese „Crème de la Crème“ des Blitzschachs ermittelt wird.
Als Gastgeber durfte der Schachclub Kevelaer ebenfalls einen Teilnehmer des Turnier benennen. Diese Ehre wurde Richard Valenta zuteil. Als Vorletzter machte Valenta, der mit der schlechtesten Wertung angetreten war, am Ende trotzdem eine gute Figur. Sich auf dem Niveau „geistig miteinander zu messen“, sei die eigentiche Herausforderung gewesen. „Die Ideen des Gegners schnell auffassen und reagieren“, das sei die eigentliche Kunst des Blitzschachs. „Je mehr man unter Druck gesetzt wird, desto weniger Zeit hat man.“
In seiner letzten Partie trat er gegen Marcel Harff vom Düsseldorfer Schachclub an, der später die Faszination des Sports so beschrieb: „Dass man Stellungen aufs Brett bekommt, die es normalerweise nicht gibt. Und auch ein schlechterer Spieler hat aufgrund des Tempos eine Chance“, meinte der 29-Jährige, der als Vierter das Turnier abschloss.
Als Sieger des knapp fünfstündigen Vergleichs ging Thomas Koch vom Aachener TV hervor, der im Jahr 2000 bereits deutscher Blitzschachmeister war. „Die Konzentration die ganze Zeit hochzuhalten“, das sei selbst ihm nicht gelungen. „Die letzten drei Partien war auch bei mir die Luft raus.“
Da stand allerdings schon fest, dass der 47-Jährige kaum noch einzuholen war. „Bei der viertletzten Partie habe ich viel Gegenspiel zugelassen, aber es trotzdem noch gedreht.“ Jetzt hofft er auf eine gute Plazierung beim Bundesvergleich am 25. und 26. Mai in Magdeburg. Neben Koch qualifizierten sich auch der Zweitplazierte Patrick Zelbel vom SV Mülheim Nord und Marc Schulze vom SVG Plettenberg für die Titelkämpfe.
Turnierleiter Johannes Baier vom Schachbund NRW zeigte sich zufrieden: „Ich hatte fast nix zu tun. Das zeigt, wie gut die Blitzspieler in NRW sind. Und der Dank geht an Kevelaer für die perfekte Organisation und Durchführung des Events.“
Alle Ergebnisse im Überblick: www.schachclub-kevelaer.de/extern_2018.html#nrwbem