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Kreis-Wirtschaftsförderung präsentierte Thema „Unternehmensnachfolge“ in Kevelaer

Ein aktiv zu gestaltender Prozess

„Die Unternehmensnachfolge aktiv gestalten“ war die aktuelle Einladung der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve überschrieben, auf die nahezu 100 Gäste mit ihrem Besuch des Bühnenhauses in Kevelaer reagierten. 

Das Unternehmen „dachbleche24“ setzt bei Produktion, Lieferung und Service auf Kundennähe

Neuer Produktionsstandort in Kevelaer

Seit Januar schon geht‘s am Hoogeweg 55 richtig rund: Die Firma „dachbleche24“ ist dort ansässig und mittlerweile laufen dort auch auf zwei Produktionsstraßen Dachbleche vom Band.

Kreis-Wirtschaftsförderung legt den aktuellen Geschäftsbericht 2020 vor

Neue Herausforderungen für Unternehmer*innen

Dass der aktuelle Jahresbericht 2020 der Kreis-Wirtschaftsförderung die Corona-Pandemie als ein zentrales Thema haben würde, dürfte kaum überraschen.

Landrätin Silke Gorißen erhielt erfreuliche Nachricht von Wirtschaftsminister Professor Pinkwart

Kreis Kleve wird Förderkulisse

Landrätin Silke Gorißen wurde von Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart darüber informiert, dass mit der neuen Förderperiode Investitionen der gewerblichen Wirtschaft in arbeitsplatzschaffende oder -sichernde Maßnahmen und Investitionen der öffentlichen Hand in die Verbesserung wirtschaftsnaher Infrastruktur nun auch im Kreis Kleve bezuschusst werden können.

Die Gewinner des Schaufensterwettbewerbs der Wirtschaftsförderung stehen fest

Im Rahmen der Kampagne „#kevelaerhaeltzusammen“ hat die Stadt einen Wettbewerb ausgerichtet, um die Attraktivität der Geschäfte in der Stadt zu unterstreichen. Durch den Schaufensterwettbewerb hat die Stadt die Möglichkeit genutzt, den Besucher*innen Kevelaers gerade in der Vorweihnachtszeit die Geschäfte der Wallfahrtsstadt und deren weihnachtlich dekorierte Schaufenster zu präsentieren. Über den Instagram- und Facebook-Account „Wallfahrtsstadt Kevelaer – Tourismus, Kultur, Wirtschaftsförderung” konnten die User abstimmen, welches Schaufenster für sie am schönsten ist.

Tobias Nelke von der Wirtschaftsförderung betont nochmal: „Wir haben den Schaufensterwettbewerb ausgerufen, um den Einsatz und die Mühe, den unsere Unternehmen in ihre Geschäfte stecken und auch bei der Dekoration ihrer Schaufenster an den Tag legen, zu würdigen und nochmal über Social Media der Öffentlichkeit zu zeigen.“

600 Stimmen über Social Media

Insgesamt sind 22 Einzelhändler*innen, Gastronom*innen und Dienstleister*innen der Aufforderung gefolgt, Fotos ihres weihnachtlich dekorierten Schaufensters zu schicken. Die Preisgelder von 1.000 Euro für den ersten, 500 Euro für den zweiten und 250 Euro für den dritten Platz werden von der Wirtschaftsförderung vergeben. Auch die Beteiligung bei der Abstimmung über Social Media war groß. Rund 600 Stimmen sind im 3-tägigen Abstimmungszeit­raum über die beiden Accounts der Stadt abgegeben worden.

„Dass wir den Schaufensterwettbewerb gewonnen haben, ist doch mal eine schöne Nachricht, gerade in Corona-Zeiten. Unser jahrelanges Bemühen, mit einer effektvollen Dekoration Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken, ist belohnt worden. Das Innere nach außen sichtbar machen ist Motto und Anspruch einer jeden Dekoration bei uns“, unterstreicht Georg de Witt seine Freude über den Gewinn.

Die Wirtschaftsförderung gratuliert nochmal den Gewinnern und bedankt sich bei allen Unternehmer*innen für die Einsendung der Fotos ihrer Schaufenster und auch bei allen Followern fürs fleißige Abstimmen.

Die Gewinner sind:

R&S Schuhe Roeseler (3. Platz: 250 Euro)

Paeßens Zahnwelten (2. Platz: 500 Euro)

Juwelier Uhren & Schmuck de Witt (1. Platz: 1.000 Euro)

Das Warten auf Entspannung für die Wirtschaft Kevelaers

Der erneute Shutdown hinterlässt auch in Kevelaer seine Spuren. Wie ist der aktuelle Stand? Wie geht es für die Unternehmen der Wallfahrtsstadt in diesem Jahr weiter? Über diese und weitere Fragen zur wirtschaftlichen Lage in Kevelaer hat das KB mit dem Wirtschaftsförderer der Stadt, Hans-Josef Bruns, gesprochen.

Herr Bruns, wenn wir durch unsere Innenstadt gehen, sehen wir keine Besucher und leider nur geschlossene Läden. Wie ist die Lage in den Unternehmen des Einzelhandels aktuell?

Hans-Josef Bruns: Die aktuelle Stimmungslage im Einzelhandel ist nicht gut. Die Händler hat der zweite Shutdown mitten im vorweihnachtlichen Geschäft getroffen, der aus Umsatzsicht des Handels wichtigsten Zeit des Jahres. Und schon davor hatten unsere Händler monatelang mit Umsatzverlusten und deutlichen Frequenzrückgängen zu kämpfen, sicherlich auch coronabedingt durch den touristischen Totalausfall, beispielsweise bei den Pilgergruppen. Und jetzt folgt der dritte Shutdown – das hinterlässt natürlich deutliche Spuren. Fast durchgängig berichten die Unternehmen von massiven Umsatzeinbrüchen, während der Online-Handel und auch der Lebensmitteleinzelhandel sehr gute Geschäfte machen. Durch die Pandemie hat sich zudem definitiv das Kaufverhalten verändert, indem viel Kaufkraft in den Online-Kanal abgewandert ist. Die statistischen Daten sind da eindeutig.  Das wird sich vom Handel nicht mehr zurückgewinnen lassen. 

Inwieweit müssen die Geschäfte auf diesen Trend reagieren?

Bruns: Um überlebensfähig zu sein, dürfen sich meines Erachtens die Händler selbst deshalb dieser Entwicklung auch nicht verschließen. Sie müssen auf Omnichannel umstellen und am besten ab sofort auch digital sicht- und erreichbar sein. Einige haben die letzten Wochen dafür bereits genutzt. Dabei muss es zwangsläufig nicht immer direkt um einen eigenen Webshop gehen. In der Kommunikation mit den Kunden ist zum Beispiel „social media“ extrem wichtig, um gute Reichweiten zu erzielen. Und eine pfiffig gemachte Webseite hilft in den meisten Fällen auch schon richtig gut weiter. Daran werden die meisten Händler arbeiten. 

Nach wie vor bin ich zudem fest davon überzeugt, dass durch gut ausgebildete Verkäufer im stationären Geschäft ein emotionaler und fachlicher Mehrwert für den Kunden geschaffen werden kann.   Genau diese Erlebnisse sind auch im digitalen Zeitalter hier vor Ort in den Geschäften immer noch die wichtigsten Einflussfaktoren auf eine Kaufentscheidung. Wer das beherrscht, wird auch zukünftig aus Frequenz Umsatz machen können. 

Dazu müssten die Läden allerdings aber offen sein, oder? 

Bruns: Das setzt natürlich voraus, dass die Geschäfte auch geöffnet sein dürfen. Der Handel in Kevelaer ist mit seinem individuellen Angebotsmix auch für 2021 grundsätzlich gut aufgestellt. In der aktuellen Krise erleben wir gerade den inhabergeführten Einzelhandel hier vor Ort als sehr widerstands- und anpassungsfähig. Dennoch, wir wissen alle nicht, was uns die nächsten Wochen und Monate noch bringen werden.  

Müssen wir uns Sorgen machen, dass Unternehmen hier in Kevelaer existenziell bedroht sind? Inwieweit sind auch Arbeitsplätze in Gefahr?

Bruns: Die Corona-Auswirkungen sind in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich. Das Handwerk und das Baugewerbe beispielsweise sind in den letzten Monaten von der Corona-Krise weniger betroffen gewesen. Diese Betriebe haben sich natürlich auch bei den internen Abläufen und bei der Arbeit auf der Baustelle umstellen müssen, aber in punkto Auftragslage waren und sind die Unternehmen grundsätzlich immer noch sehr zuversichtlich. Viele Experten befürchten ja in 2021 einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen, gerade weil jetzt auch wieder die Insolvenzantragspflicht greift. So eine Pleitewelle befürchten wir für unsere Kevelaerer Unternehmen nach jetzigem Stand  vom Grundsatz her eigentlich nicht. Man muss natürlich abwarten, wie sich die Lage in den nächsten Wochen weiterentwickelt. 

Wie lange werden die Unternehmen das noch durchhalten können?

Bruns: Die Zeit ist dabei für alle Unternehmen ganz klar der kritische Faktor. Je länger die Pandemie mit all ihren Auswirkungen dauert, umso schwieriger wird das natürlich auch in den Betrieben.  Die Unternehmen brauchen für ihr Handeln Planungssicherheit und definitiv kein Auf und Ab, das verstärkt nur die Unsicherheit. Eine grundlegende Entspannung für die ganze Gesellschaft und Wirtschaft wird hoffentlich schnell durch eine flächendeckende Impfung erreicht werden können. Wenn das nicht funktioniert, wird auch 2021 unternehmerisch definitiv wieder ein schwieriges Jahr. Die Unsicherheiten müssen weg. Zudem ist immens wichtig, dass die zugesagten Fördermittel und staatlichen Überbrückungshilfen jetzt auch tatsächlich in den Unternehmen vor Ort ankommen.

Was bedeutet das für Sie in der Wirtschaftsförderung, was kann man von dieser Seite aus dazu beitragen? 

Bruns: Wir werden in diesem Jahr unseren Kurs fortsetzen und mit den Unternehmen in engem Austausch und Kontakt bleiben. Telefonkonferenzen und Zoom-Meetings sind bei uns ja mittlerweile Tagesgeschäft, um nah an den Unternehmen zu sein. Wir werden insofern auch in diesem Jahr wieder zeitnah über alle Themen informieren, die den Unternehmen helfen, wirtschaftlich gut durch die Pandemie zu kommen. Das alles machen wir natürlich wieder in sehr guter Zusammenarbeit, beispielsweise mit den Banken hier vor Ort, den Steuerberatern, der IHK oder auch der Handwerkskammer. Eine wichtige Aufgabe wird auch 2021 die Begleitung der Unternehmen in der voranschreitenden Digitalisierung sein. Das werden wir auf jeden Fall wie in den letzten Jahren fortsetzen. 

Wie kann die Unterstützung da konkret aussehen?

Bruns: Wie bereits geschildert, hat Corona in allen Belangen die digitalen Entwicklungen in den Betrieben gepusht. Wir werden insofern für die digitale Transformation in den Betrieben Impulse geben und entsprechende Hilfestellungen bei der Bewältigung dieser Aufgabe anbieten. Uns ist dabei sehr klar, dass es mit Allgemeinlösungen für alle Unternehmen in der Regel nicht mehr getan ist.  Insofern kommt es 2021 darauf an, noch gezielter auf die Anforderungen in den Unternehmen einzugehen und, falls notwendig und gewünscht, ganz individuelle Lösungen zu entwickeln. Digitalisierung im Handwerk und Digitalisierung im Einzelhandel zum Beispiel sind unterschiedliche Dinge.   

Ein weiterer Schwerpunkt ist und bleibt auch im nächsten Jahr die Entwicklung unserer Unternehmen in der Innenstadt. Die Innenstadt ist das Gesicht unserer Stadt und unterliegt einem gewissen Veränderungsdruck, der durch Corona noch beschleunigt wird. 

Was kann die Stadt da konkret tun, um Hilfe zu leisten?

Bruns: Die Frage ist, wie wir das Zentrum stärken können, wie neue Nutzungsformate für die freien Ladenflächen in den sogenannten 1B-Lagen aussehen können oder wie wir die immens wichtigen Kundenfrequenzen sichern können, die maßgeblich sind für die Erhaltung und Ausweitung des stationären Einzelhandels. Ein Dialog mit allen verantwortlichen Akteuren, egal ob aus Politik, der Verwaltung oder mit den Nutzern und Eigentümern der Immobilien ist dabei für Ideen und Lösungen unerlässlich.

Last but not least geht es um die Entwicklung neuer Gewerbeflächen. Wir haben uns vorgenommen, in 2021 mit den verantwortlichen Kollegen und Mitstreitern ein Konzept zu erarbeiten, das perspektivisch die Entwicklung dringend notwendiger Gewerbeflächen beinhaltet. Neben der wichtigen Frage, wie diese Flächen für gewerbliche Entwicklungen überhaupt verfügbar werden können, sind sicherlich die landes- und regionalplanerischen Vorgaben dabei die größte Herausforderung. Wir haben trotz Krise viele erfolgreiche Unternehmen, die expandieren und sich weiter entwickeln werden. Das sichert nicht nur die bestehenden, sondern schafft auch neue, interessante Arbeitsplätze.

Das Interview führte Alexander Florié-Albrecht.

Kevelaerer blickten beim Marketing-Preis auf das Jahr 2020 zurück

Vier Kameras, mehrere Kilometer Kabel, fünf Kontroll-Bildschirme für die virtuelle Übertragung und ein in blau getauchtes „Gesprächsstudio“ mit Plexiglasscheiben auf der Bühne: das war die Situation bei dem diesjährigen Marketing-Preis im Konzert- und Bühnenhaus. „Wenn der Livestream läuft, ist hier komplette Ruhe, Handy aus“, sagte Techniker Matthis Zellmann, der mit seiner Crew im fast menschenleeren Bühnenhaus gut zu tun hatte. Von der Konzeption bis zur Umsetzung hatte es mehrere Wochen in Anspruch genommen. „Vier Kameras, hinten fünf Technik-Arbeitsplätze, sechs Leute, die im Hintergrund arbeiten – das ist also ein großes Brett mit vielen Leuten. (…) Das ist ein deutlich größerer Aufwand, um den aktuell gültigen Corona-Vorschriften zu genügen. Aber es funktioniert alles.“ Die Band der „Kevelaer Allstars“ hatte man eine Woche zuvor im Bühnenhaus aufgezeichnet und ließ sie in den Gesprächspausen auf dem Bildschirm laufen. Und Filmemacher Jürgen Zellmann hatte bei der Online-Übertragung alles im Griff. „Wir haben über YouTube so 300 bis 400 Zugriffe in der Spitze“, war sein zahlenmäßiges Fazit am Ende.

Drei Stunden lang konnten in sieben Gesprächsblöcken Menschen unterschiedlicher Institutionen und Einrichtungen vom Marktleiter bis zum Wohstift-Leiter, befragt von Moderator Christoph Kepser, berichten, wie sich die Situation bei ihnen unter den Bedingungen von Covid-19 in diesem Jahr verändert hat. Da ging es um fehlende Pilgerströme, Engpässe beim Toilettenpapier im Supermarkt, die Versorgung mit Tablets an Schulen und darum, wie das Krankenhaus und Pfleger in dieser Situation zurechtkommen. „Wir wollten einfach was machen“, meinte Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns. Vor allem wollte man die Leute selbst erzählen lassen, was sie bewegt.

„Das ist ganz ungewöhnlich. Hier sitzen alles unerfahrene Leute, was Interviews angeht. Und das Ambiente, die Technik. Corona tut seins dazu, dass wir hier sitzen – spannend“, meinte Birgit Reudenbach vom Kindergarten „Spatzennest.“ „Man muss sich mit den Gegebenheiten arrangieren, die sich bieten. Das ist eine neue Zeit“, ging auch die Auffassung von „Börgermeister“ Felix Moeselaegen in diese Richtung.

Ein Blick hinter die Kulissen

Das Format biete so für den Abend eine echte Chance, fand Christoph Feldmann, Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer. Die Facetten zum Beispiel der Vorbereitung, die im Zuge der Digitalisierung stattfinden, „die werden im Alltag gar nicht so klar“, meinte dazu die didaktische Leiterin der Gesamtschule, Martina Boudewins. Und all das könne hier transportiert werden. Schule bedeute heute, ein mittelständisches Unternehmen zu leiten.

Die Schule war nur ein Beispiel dafür, was der Marketing-Preis ohne Preis und Publikum erreichen wollte. „Das ist halt ein anderes Format, sehr gesprächslastig – das so neu ist und sicher auch nicht wieder kommt“, meinte Bürgermeister Dominik Pichler. „Wir sind ja auch keine Unterhaltungssendung. Es geht hier darum, dem Grundgedanken des Marketing-Preises gerecht zu werden – ein bisschen Rückblick aufs letzte Jahr und gucken, was läuft.“

Was kann ich wissen und was weiß ich?

Sebastian Klussmann, einer der Jäger der Fernsehsendung „Gefragt-Gejagt“, setzte als Hauptreferent mit seinem Redebeitrag über Wissen und Nichtwissen vor dem Hintergrund der digitalen Zeit einen fast philosophischen Akzent in den stark von Nachdenklichkeit und Corona bestimmten Beiträgen. „Ich wollte anfügen, dass die Akzeptanz des Unwissens und die Erkenntnis genauso wichtig sind“, sagte er. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, sich klarzumachen: was kann ich wissen und was weiß ich.“ Aber auch bei ihm war das Thema des Jahres präsent. „Ich hatte viel, viel weniger ‚in persona‘-Auftritte, als angedacht war. Im Januar und Februar einige, nach März mehr Fernsehauftritte, habe auch online Vorträge gehalten“, sagte Klussmann und drückte schließlich die Gefühlswelt vieler in dem Satz aus: „Aber ich mache es lieber vor Ort – der Austausch danach und davor ist ein wichtiger Faktor.“

Dazu passte die Erinnerung von Festkettenträger-Adjutantin Simona Mülders: „Vor elf Monaten haben wir hier Heimatabend gefeiert, sind rumgewirbelt auf der Bühne und hatten Spaß. Es ist irgendwie surreal, man kann das gar nicht so richtig verarbeiten.“ Jürgen Völlings als Festketten-träger nahm seine Situation mit Haltung: „Proklamiert bin ich, ich möchte die Festkette tragen.“ Und wenn es 2021 nicht klappt, dann auch eben erst 2022.

Unterhaltsam geriet dann das Schluss-Quiz mit Klussmann, Pichler und Kepser. Und dass man nicht weiß, dass Bayern München die meisten Vizetitel geholt hat, ließ sich angesichts der Tatsache, dass Liechtenstein als einziger europäischer Binnenstaat, der nur an Binnenstaaten grenzt, von Pichler erkannt wurde, verschmerzen. Und so bot der Marketing-Preis ein gutes Abbild des Jahres 2020: Es ist alles seltsam anders, abstrakter, mit weniger Leben, aber der Kevelaerer lässt sich nicht verrückt machen.

Mit Corona-Anstand fanden sich die Gesprächspartner auf der Bühne zusammen: (v.l.) Moderator Christoph Kepser, Hauptreferent Sebastian Klussmann und Bürgermeister Dominik Pichler.

Marketing-Preis als „Corona-Edition“

Die Zielsetzung für die virtuelle Marketing-Preis-Veranstaltung am Samstag ist klar: Es soll eine gesunde Mischung aus Wirtschaftsthemen, Unterhaltung und Verknüpfungen zur Corona-Pandemie geben. Die Bezeichnung „Marketing-Preis“ ist dabei in der Tat irreführend, denn in diesem Jahr wird es, im Gegensatz zu den vergangenen 32 Ausführungen, keine Preisträger geben. Nach Auffassung der Verantwortlichen wäre es in Zeiten einer Pandemie denkbar unpassend und ein falsches Signal gewesen, Unternehmen für wirtschaftliche Leistungen auszuzeichnen. Viele Betriebe sind hart von der Corona-Pandemie getroffen und haben an kreativen Lösungen zur Bewältigung dieser Ausnahmesituation gearbeitet. „Insofern hätten sie alle einen Preis verdient“, meint der Kevelaerer Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns. Über diesen Ansatz sind die Organisatoren auf die Idee gekommen, genau diesen Menschen, die auf ihre ganz eigene Art und Weise der Corona-Pandemie begegnen, am 5. Dezember eine Stimme zu geben – unter dem Motto der Kampagne #kevelaerhaeltzusammen.

Neben Moderator Christoph Kepser und Referent Sebastian Klussmann, bekannt aus der Sendung „Gefragt-Gejagt“, werden rund 30 Leute zu Wort kommen, die vertretungsweise für Beschäftigte der systemrelevanten Berufe stehen. So werden unter anderem Apothekerin Monika Schwarz, Schulleiter Christoph Feldmann mit Kolleg*innen von der Gesamtschule, „Börgermeister“ Felix Moeselaegen und Hebamme Wilma Leenen anwesend sein. Außerdem beteiligen sich Stiftsdirektorin des Wohnstifts St. Marien Christiane Hüls, zwei Ärzte des Marienhospitals und Vertretungen der Kindergärten Spatzennest und Sterntaler an der Gesprächsrunde. Für musikalische Auflockerungen werden die „Kevelaer Allstars“ sorgen. „Das sind richtig tolle Leute“, freut Bruns sich auf die Musiker. Länger als zweieinhalb Stunden soll die Veranstaltungen nicht dauern.

Und wie schaut‘s mit der technischen Umsetzung aus? Ein Livestream birgt schließlich seine Tücken. „Wir haben aus der Wahlergebnispräsentation der Kommunalwahl gelernt“, spielt Bürgermeister Dominik Pichler auf den miserablen Livestream im September an. Er hofft auf einen kurzweiligen Abend: „Wenn Ihnen die zweieinhalb Stunden später vorkommen wie eine, haben wir alles richtig gemacht.“ Bruns setzt das Ziel mit einem Augenzwinkern noch höher: „Wenn Thomas Gottschalk irgendwann anruft und hier mal moderieren möchte, haben wir alles richtig gemacht.“

Wie geht’s zum Livestream?

Zu sehen ist der kostenlose Livestream am Samstag, 5. Dezember 2020, ab 19.30 Uhr, unter folgenden Links: https://bit.ly/37saxfY (YouTube) und https://bit.ly/37E856z (Stadt Kevelaer).

Kreisweite Plattform für die Gastronomie-Suche

Der Kreis Kleve bietet der Gastronomie, die aktuell von Betriebsschließungen betroffen ist, die Möglichkeit, sich auf einer interaktiven Karte mit Suchfunktionen für ihre Liefer- und Abholdienste zu präsentieren. Im Internet unter www.kreis-kleve.de/wirtschaftsatlas–corona sind bereits jetzt über 380 Cafés, Restaurants, Kneipen und Imbisse aufgeführt.

Die angebotenen Abhol- und Lieferdienste sind – soweit schon bekannt – eingetragen. Wo die Angaben noch fehlen, können diese kurzfristig über ein einfaches Erfassungsformular von den Unternehmen ergänzt werden. Das Formular kann über den Suchtext „Wirtschaftsatlas“ auf www.kreis.kleve.de aufgerufen werden.

„Das Projekt wird von der Kreis-Wirtschaftsförderung und der Wirtschaftsförderung vor Ort unterstützt. Diese werden die Plattform auf ihren Seiten bewerben. Den Kunden und Gästen bieten wir mit dieser Plattform eine einfache Möglichkeit der Gastronomie-Suche in diesen Lockdown-Zeiten“, erklären die Ideengeber des Kreises Kleve. Der Eintrag ist für die Betriebe kostenlos.

Insgesamt stehen sechs Suchkategorien zur Auswahl. Es sind auch Recherchen nach Firmennamen und Straßen möglich. Zu den Suchergebnissen lassen sich kleine Info-Fenster öffnen mit den Kontaktdaten und den angebotenen Lieferwegen wie Abholung und Lieferung.

„Wir sind für die Initiative des Kreis Kleve sehr dankbar. Denn wir sollten alle Möglichkeiten ausschöpfen, der Gastronomie in diesen außerordentlich schwierigen Zeiten ermutigende Zeichen zu geben und wirklich jede Idee nutzen. Der bereits im Frühjahr aufgelegte ‚Wirtschaftsatlas-Corona‘ – damals auch mit Angeboten des Einzelhandels – war seinerzeit auf eine außerordentlich positive Resonanz gestoßen und sogar vom ‚Bundesverband Stadt- und Citymarketing‘ (bcsd) als Best-Practice-Beispiel herausgestellt worden“, so die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve.

Die Plattform www.kreis-kleve.de/wirtschaftsatlas-corona ist bereits online und wird stetig ergänzt und aktualisiert.

Foto: Wirtschaftsförderung

Projektentwicklerin geht nach drei Jahren

Dreieinhalb Jahre war Sandra Kimm-Hamacher engagierter Teil der Kevelaerer Wirtschaftsförderung. Jetzt hat sich die gebürtige Sauerländerin, die seit 20 Jahren am Niederrhein lebt, ein neues Betätigungsfeld gesucht. Sie wird bei der Stadt Rees in der Wirtschaftsförderung zukünftig gestaltend tätig werden.

„Ich hatte in Kevelaer ein großes Projekt beendet. Und wenn man damit fertig ist, schaut man, wo Projekte sind, die man entwickeln kann“, sagte die in Kalkar-Grieth lebende Frau im Gespräch mit dem Kevelaerer Blatt. „Die waren so in der Verwaltung nicht mehr da. Da hat sich dann zufällig diese Stelle in Rees aufgetan.“

An ihrer neuen Arbeitsstelle könne sie „weiter Wirtschaftsförderung betreiben und Unternehmen befördern.“ Zuletzt sei sie in Kevelaer dem Bereich „Tourismus und Kultur“ zugeordnet gewesen.„Da finde ich mich zwar auch wieder. Ich bin aber mehr die Projektentwicklerin und mache da was mit Einzelhändlern und Unternehmen.“

Sie habe „sehr gern“ solche Sachen wie „Gesund an Leib und Seele“ im Vermarktungsbereich gemacht. „Mir liegen die Themen von Kevelaer sehr am Herzen. Das ist zu wichtig, was wir im Marketingkonzept entwickelt haben. Das steht für mich dann nicht nur auf dem Papier, sondern ist etwas, für das man steht.“ Kimm-Hamacher leitete auch den Verfügungsfonds, wo privates Engagement gefördert wird für die Innenstadt, hatte mit dem städtebaulichen Handlungskonzept zu tun.

Im Zuge des Innenstadtumbaus erlebten sie viele Kevelaerer zusammen mit dem Baustellenmaskottchen „Grubi“ unterwegs in der Stadt. „Jetzt ist es halt was Anderes, was kommt“, freut sie sich durchaus auf ihre neue Aufgabe in Rees. „Da möchte ich ankommen in Ruhe, alle kennenlernen und beginnen, was für die Innenstadt zu machen.“  Und weiter privat den St. Martins-Umzug in Grieth organisieren, der in diesem Jahr naturgemäß auch „etwas anders aussehen“ wird.

Die mehr als drei Jahre in Kevelaer hätten sie „beruflich und persönlich sehr viel weitergebracht“, sagt die 53-Jährige. „Ich komme immer wieder gern in die Wallfahrtssstadt, gehe zum Kapellenplatz.“ Und dann atme sie natürlich auch die Soleluft ein, „die es so nur in Kevelaer gibt. Und ich freue mich immer wieder, den einen oder anderen zu treffen.“

Wirtschaftsförderer Hans-Joachim Bruns bedauerte die Entscheidung, zeige aber Verständnis. „Sie hat für sich da eine Weiterentwicklung gesehen, weil sie da stärker in Wirtschaftsförderungsthemen reinwachsen kann“, sagte er. „Ich find´s schade, weil sie einen schönen touristischen Hintergrund hat. Bei den Aufgaben, die in Zukunft vor uns liegen, gerade mit dem Projekt „Solegarten“, wäre sie eine schöne Ergänzung im Tourismusteam gewesen.“ Was er an ihr persönlich geschätzt hat? „Sie war immer sehr engagiert und fachlich kompetent.“