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Ein weihnachtliches Wochenende

Am Ende des zweitägigen Winnekendonker Adventsmarktes fand der Vorsitzende des Heimatvereins „Ons Derp“, Gerd Ophey, für das Erlebte klare Worte: „Das war hier der absolute Burner“, brachte er etwas leger zum Ausdruck, was viele angesichts der stimmungsvollen Atmosphäre auf dem Winnekendonker Marktplatz empfanden. Denn der diesjährige Adventsmarkt bot viele schöne Momente, die die Besucher in die Ortschaft lockten.

„Am Samstag waren das förmlich Menschenmassen. Der Weihnachtsbaum wurde von den Kindern geschmückt. Und als Daniel Bauten hier gespielt hat, war das schon krass.“ Da habe es „ein Geschiebe wie vor 20 Jahren“ gegeben, „als es noch keine 20 Weihnachtsmärkte parallel gab“, meinte Ophey.

Geschichtenerzähler im Weihnachtssessel

Auch die Kinder des „Sterntaler“-Kindergartens, der Sänger Karl Timmermann und vor allem die Bläser des Musikvereins, die am Abend aus den Fenstern des Alten Rathauses heraus Weihnachtslieder spielten, sorgten für ein besonderes Ambiente. „Da war der Marktplatz hier rappelvoll.“ Und am Sonntag betätigte sich der Vorsitzende der Geselligen Vereine, Rüdiger Göbel, als Geschichtenerzähler im Weihnachtssessel. „60 Prozent Wetter, 40 Prozent Programm“ hätten das in diesem Jahr ausgemacht, meinte Ophey schmunzelnd.

Auch Inge Leenen, die in diesem Jahr mit dafür gesorgt hatte, dass einige neue Anbieter mit ihren Ständen auf dem Markt zu sehen waren, meinte nur: „Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus – die Stimmung ist superschön.“

Klein und idyllisch

Die Besucher wie Dennis und Nicole Link genossen die Mischung aus Kunsthandwerk, Kulinarischem und Kultur. „Wir sind jedes Jahr da, als Winnekendonker muss das. Klein und idyllisch“, war ihr persönliches Fazit bei einem wärmenden Gläschen Glühwein. Und Hans-Gerd Frerix von der Sebastianus-Schützenbruderschaft konnte angesichts eines leergekauften Standes die erfreuliche Feststellung machen: „Unser Grünkohl ist hier weggegangen wie kalte Pommes.“

In der weihnachtlich geschmückten Öffentlichen Begegnungsstätte nutzten Einheimische und Gäste die Gelegenheit zum Austausch, Aufwärmen und Stöbern an den drei Ständen mit Weihnachtslichtern und Krippen-Utensilien. Eine Besucherin brachte es auf den Punkt: „Ein wunderschönes Fest für alle.“

Eine zauberhafte Idee

Schon der Flur im Eingangsbereich war mit Sternen liebevoll geschmückt. In den einzelnen Räumen wartete jeweils ein anderes Angebot auf die Besucher des „Adventszaubers“, den der Jona-Kindergarten zum ersten Mal überhaupt im Zuge der vorweihnachtlichen Zeit anbot. In einem der Räume konnte man auf den Tischen Windlichter mit Zucker und Zimt, leuchtende Deko-Flaschen, Holzstümpfe mit aufgepflanzten Sternen oder selbstgemachte Marmeladen als kleines Präsent für zu Hause, für den Nikolaus oder auch für die große Weihnachtsfeier ausmachen.

Ein Familienvater meinte: „Hier kannst Du Geld ausgeben, so schnell kannst Du gar nicht gucken.“ Er hatte schon ein Windlicht aus Zimt und Zucker erworben, das seine Tochter gemacht hatte. „Und das duftet“, kam er aus dem Schwärmen kaum noch raus.

„Diese ganzen kleinen Sachen haben wir mit den Kindern hier zusammen gestaltet“, verriet das fröhliche Gesicht von Erzieherin Nina Muellemann, wie viel Spaß diese gemeinschaftliche Arbeit wohl gemacht haben musste. „Und in den anderen Räumen kann man lecker was essen – bei der gelben Gruppe werden dann Kekshäuser zusammengebastelt“, erklärte sie.

Alle Fensterkränze verkauft

„Alle Geschenke hier sind mit viel Liebe und Herz gemacht“, ergänzte Sandra Krell vom Elternrat. „Und die Fensterkränze hier sind alle verkauft“, strahlte sie angesichts dieser Tatsache schon zu früher Stunde zufrieden.

Die neue Leiterin des Kindergartens, Jessica Saric, freute sich darüber, dass das Angebot so gut angenommen wurde. „Das war ja ein kompletter Neustart hier mit unserem Team“, meinte sie und dankte dem Elternbeirat für die tolle Unterstützung – nicht nur im Zuge dieser erstmaligen Aktion. „Wir wollten das alles etwas frischer und noch familiärer machen“, skizzierte sie grob ihre Idee von der Zukunft des evangelischen Kindergartens. Auch Michael Leuthen vom Presbyterium signalisierte da Rückendeckung. „Da lag uns viel dran, dass wir die Einrichtung weiterentwickeln und neu aufbrechen.“

Auch einige ehemalige Eltern wie Janine de Jong hatten den Weg in die Einrichtung gefunden: „Meine Tochter ist ehemaliges Jona-Kind. Ich fand das Angebot schon damals sehr schön, aber das ist eine echt schöne Idee.“ Im dritten Raum gab es noch Waffeln, Kaffee und weitere Leckereien. Dort konnte man auch Socken anmalen. „Nächsten Freitag kommt der Nikolaus“, verriet Nina Muellemann. „Und der füllt die dann auf!“

Strahlende Gesichter bei vorweihnachtlicher Stimmung

Eine stimmungsvolle Feier mit Musik, Tanz und viel Freude erlebte die Lebenshilfe Gelderland auf ihrer Weihnachtsfeier im Bühnenhaus. Circa 400 Gäste und Bewohner der verschiedenen Lebenshilfe-Einrichtungen von der Kita bis zum Wohnheim kamen zusammen und erlebten einen fröhlichen Nachmittag miteinander.

Die Vorsitzende der Lebenshilfe, Adelheid Ackermann, trug als Moderatorin der Veranstaltung ihren Teil zum Gelingen bei. „Das ist die eine Feier im Jahr, bei der eine große Zahl der Einrichtungen und Menschen zusammenkommen. So drückt sich der Zusammenhalt und die Verschiedenheit der Lebenshilfe aus“, freute sie sich auch über die Beiträge der Bewohner der Einrichtungen selbst. Dazu gehörten die musikalischen Beiträge zweier Wohnverbünde – der Wohnverbund der Kevelaerer Holbeinstraße und der heilpädagogischen Wohnstätte Weeze. Und auch die Kitas aus Geldern und Weeze gestalteten das Programm mit. Für den „bewegten“ Part zeigte sich die Tanzgruppe des „Blue Point“ verantwortlich.

Den Star aus nächster Nähe erleben

Ein weiterer Höhepunkt des Nachmittags war der Auftritt von Karl Timmermann, der mit seinen Liedern sofort begeisterte Gesichter und eine vollbesetzte Bühne mit Wohnheim-Bewohnern auslöste, die ihren Star aus nächster Nähe erleben wollten. 

Und auch die Verlosung diverser Preise, die verschiedene Unternehmen aus dem Kreisgebiet zur Verfügung gestellt hatten, erwies sich als spannender Programmpunkt. Am Ende gewann ein Bewohner der Kevelaerer Holbeinstraße den ersten Preis – einen Reisegutschein im Wert von 600 Euro.

Ein Hauch von Vorweihnacht

Je näher das große Fest rückt, umso mehr Märkte und kleine Ausstellungen öffnen ihre Tore, um schon ein wenig auf die besinnliche Zeit einzustimmen – so auch die Adventsausstellung auf dem in den Niersauen zwischen Kevelaer und Wetten gelegenen Hof der Familie Valks, die am vergangenen Wochenende zu einem Besuch einlud. „Das machen wir schon seit zehn Jahren“, konnte sich Hofinhaberin Diana Valks-van Adrichem mit ihrem Mann Bernd angesichts des Jubiläums über regen Zuspruch freuen.

Dass der so gut ausfiel, lag nicht nur an dem eigenen Sortiment, das die Familie Valks den Besuchern anbieten konnten, sondern vor allem an den Ausstellern, die ihre Kunstfertigkeiten mit auf den Hof gebracht hatten. Stephanie Hiep lockte die Kunden mit ihren Lichter-Flaschen in die rustikal-gemütliche Scheune. „Ich bekomme hier viel positives Feedback, aber der Entschluss zu kaufen, der hakt ein bisschen“, meinte sie.

Die Kervenheimerin Regina Kelm schaute am Schmuckstand von Eva Vloet nach den aktuellsten Trends. „Die hat immer so schöne Sachen – und ich wollte halt mal vorweihnachtlich schnuppern“, gefiel ihr das Hofangebot insgesamt ganz gut. „Etwas filigraner, nix Bottes – und ein bisschen mehr Glitzer darf es sein“, lautete deren Expertise in Sachen Schmuck zu Weihnachten.

Verkauf für einen guten Zweck

Melanie Cox, Martina Schroer und Susanne Willems verkauften in einem Eckraum Waffeln und Kaffee zur Stärkung. Die kleinen Tische und Plüschsofas erzeugten tatsächlich so etwas wie eine Café-Atmosphäre, wo die Gäste Platz nahmen und plauderten. „Der Bernd hat uns hier ‚reingedrückt‘ in dieses zauberhafte Etablissement“, lachte die Vorsitzende des VFR Kevelaer, Elke Tebartz. Der Verkauf diene einem guten Zweck, verriet sie. „Das Geld, das wird alles für unsere Tanzgarden später verwendet.“

Alternativ konnte man sich im Hof einen Eierpunsch besorgen – Sandra Gehrmann und Silke Kösters aus Wetten nutzten die Chance. Ihre Geschenksuche war bereits erfolgreich verlaufen. Mahlwerke und andere Arbeiten aus Holz bot der Straelener Herbert Lenzen an. „Das hatte ich in Würzburg gesehen – man holt sich Anregungen, aber alles hier sind Unikate. Schließlich will man dem Kunden was Einmaliges mitgeben.“

Stricksachen, Mützen und Stofftaschen

Etwas über Weidenkörbe konnte man im offenen Hofverschlag bei dem Kerkener Stefan Reich lernen. Und die Hobbykünstlerin Angelika Hoppe bot selbstgemachte Stricksachen, Mützen und Stofftaschen an. Die 64-Jährige war schon bei der „Landpartie“ im Sommer vor Ort gewesen, genoss aber auch die Gespräche mit den Besuchern und die Atmosphäre dieses Wochenendes. Für die passende Musik sorgten an diesem Wochenende die Mitglieder des  Familienchores unter der Leitung von Romano Giefer, die dem Jubiläum des Marktes am Sonntag mit ihrem Besuch die Krone aufsetzten.

Inmitten des Hofes positionierte sich Giefer mit den Sängern und Sängerinnen. Und dort sorgten sie gut eine Stunde lang mit Liedern wie Leonard Cohens „Hallelujah“, dem Weihnachtsklassiker „Tochter Zion“, „Heimat“ von Johannes Oerding und dem Gospel „Come let it sing“ für vorweihnachtliche Atmosphäre.

Weihnachtslieder, Stockbrot und Kerzenschein

Am kommenden Wochenende ist es wieder so weit: Der Heimatverein „Ons Derp“ Winnekendonk e.V. lädt am ersten Adventswochenende zum Adventsmarkt auf dem Alten Markt ein. Zahlreiche Lichterketten und liebevoll dekorierte Holzhütten setzen den gemütlichen Dorfkern wieder ganz besonders in Szene. Und auch in diesem Jahr strömt der Duft von Waffeln und Glühwein bereits ab Samstagnachmittag über den Marktplatz.

Ein vielfältiges Sortiment soll die Besucher von Samstag, 30. November 2019, 16 bis 21 Uhr, bis Sonntag, 1. Dezember 2019, 11 bis 18 Uhr begeistern. Unikate und Selbstgemachtes, Dekoartikel aus Glas, Holz, Edelrost und Beton, weihnachtliche Floristik, Näh- und Häkelarbeiten und vieles mehr können auch beim 29. Adventsmarkt in Winnekendonk wieder käuflich erworben werden.

Ein abwechslungsreiches Programm

Für dieses Jahr hat sich der Heimatverein einige Neuerungen einfallen lassen, um ein abwechslungsreiches und für alle Altersgruppen gleichermaßen schönes (Bühnen-) Programm anbieten zu können.

Pünktlich um 16 Uhr am Samstagnachmittag wird der Adventsmarkt feierlich durch Turmbläser eröffnet. Im Anschluss daran zeigt die Jugendgruppe des Musikvereins ihr Können und hüllt den Markt mit weihnachtlichen Klängen in eine schöne Atmosphäre. Um 18 Uhr wird dann zum gemeinsamen Singen bei Kerzenschein aufgerufen. Daniel Bauten und die Kinder des Sterntalerkindergartens freuen sich auf eine große Beteiligung aller Anwesenden, wenn altbekannte und auch moderne Weihnachtslieder gemeinsam angestimmt werden.

Am Sonntagmorgen ab 12 Uhr erfreut Karl Timmermann die Marktbesucher mit seinem Gesang. Er wird dabei tatkräftig durch die Kinder des St. Urbanus Kindergartens unterstützt. Gemeinsam mit den Damenmannschaften der Viktoria können die kleinen und großen Besucher des Adventsmarktes ihren Hunger dann ab 13 Uhr mit frisch gebackenem Stockbrot stillen. Selbstverständlich wird es auch wieder die bekannten Stände mit einem großen kulinarischen Angebot bestehend aus Grillwürstchen, Grünkohl, Ofenkartoffeln, Reibekuchen und Süßem wie Zuckerwatte, Popcorn und Waffeln geben. In der angrenzenden Öffentlichen Begegnungsstätte wartet eine Cafeteria mit Kuchen und Kaffee auf die Gäste.

Eine Verlosung wird es auch wieder geben

Traditionell besucht auch wieder der Nikolaus den Markt in Winnekendonk. In seinem Gepäck hat er lecker gefüllte Tüten für die Kleinen. Außerdem erwartet die Kinder ein Karussell. In einer der vielen Holzhütten gibt’s außerdem wieder eine Verlosung, bei der die Gewinnlose direkt eingelöst werden können. Ab 16 Uhr trägt Rüdiger Göbel Weihnachtsgeschichten vor, an denen sich Alt und Jung erfreuen können.

Der Heimatverein „Ons Derp“ Winnekendonk e. V. freut sich auf die Besucher und hofft, mit seinem umfangreichen Angebot auch in diesem Jahr viele Besucher begeistern zu können.

Schwarzbrot zwischen den Jahren

Ob sie hinterher mit einem guten Wein auf das Gelingen ihres Experimentes anstoßen werden, wissen sie noch nicht. Aber das Bild mit dem Brot haben Dr. Bastian Rütten und Romano Giefer schon genau vor Augen: Sie wollen, natürlich im übertragenen Sinne, kein Weißbrot mit dick Marmelade drauf anbieten, das „ist lecker, aber hält nicht lange vor“, sagt Rütten. „Wir wollen Schwarzbrotmomente schaffen, an denen die Leute noch lange zu knabbern haben.“
Dr. Bastian Rütten, Theologischer Referent der Wallfahrt und pastoraler Mitarbeiter an St. Marien, hat das Libretto geschrieben und will gemeinsam mit Fabian Matussek (Sprecher, Moderator und Schauspieler), Chordirektor Romano Giefer (musikalischer Leiter) und rund 130 weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem „weihnachtlichen Klassikerding“, dem Weihnachtsoratorium von Bach, eine „Musik-Erzählung der besonderen Art“ machen.
Wenn Rütten die Idee beschreibt, hört sich das so an wie eine Art „Directors Cut“ für alle Fans des Weihnachtsoratoriums – die sich, um noch einmal das Bild zu bemühen, vielleicht auch ein bisschen sattgesehen haben an den weihnachtlichen Klassikern der Kantaten 1 bis 3, die üblicherweise in TV und Kirchen landauf, landab auf den heiligen Abend einstimmend die Weihnachtsgeschichte erzählen. In Kevelaer denke man da weiter, biete eine Art „Best of Kantate 1 bis 6“, sagt Rütten. Natürlich seien auch die Klassiker darunter, etwa das den Projektnamen gebende „Jauchzet! Frohlocket!“. Aber man wolle „bewusst nicht eine heile Welt vorgaukeln“, sondern „Tiefeninhalte aktivieren“ und Raum für „Zwischentöne“ schaffen. Deshalb wurden auch die Aufführung bewusst in die Zeit „zwischen den Jahren“ gelegt. „Wir sind dazu da, mit den Leuten unterwegs zu sein als Suchende“, beschreibt Rütten die Grundhaltung dahinter. Um die Leute abzuholen, werde die Inszenierung längst nicht nur musikalische Momente bereithalten, verspricht er. Ein Konzert werde es nicht, eine theologische Vorlesung auch nicht, eine Theateraufführung ebensowenig wie eine Tanzdarbietung. Aber von allem sei etwas dabei.
Klingt ein wenig nach weihnachtlicher Wundertüte und vielleicht ist es das auch – schließlich wissen die Macher auch noch nicht so genau, wo sie ihr Experiment schließlich hinführen und welche Menschen es mitnehmen wird. Romano Giefer, der eng mit Bastian Rütten zusammenarbeitet und glücklich ist über die „unglaublichen Freiheiten“, die das Projekt ihm als Chordirektor der Basilikamusik bietet, umschreibt das Ziel so: „Wir wollen mit Blick auf das Werk ein Gebäude entstehen lassen, das möglichst viele Fenster hat, die Einblicke gewähren auf das Geschehen.“
Nicht mehr und nicht weniger als die „richtigen Fragen an den richtigen Stellen“ seien es, die man stellen wolle, ergänzt Rütten. Und: „Wir werden den Leuten nicht ersparen, froh und glücklich, aber mit einem Fragezeichen und einem Arbeitsauftrag nach Hause zu gehen.“
Wer sich darauf einlassen will, sollte sich vermutlich beeilen: Der Vorverkauf für die zwei Aufführungen am Samstag, 28. Dezember, 19.30 Uhr, und Sonntag, 29. Dezember, 16 Uhr, in der Basilika, läuft bereits. Karten gibt es an der Pforte des Priesterhauses und im Internet auf der Seite www.basilikamusik-kevelaer.de. Sie kosten 20 Euro pro Karte und es sind je Aufführung nur 250, damit jeder Besucher die Inszenierung mit allen Sinnen erleben könne, sagen die Macher.
Unter der Leitung von Romano Giefer werden sich mehrere Formationen aus der Basilikamusik – Erwachsene, aber auch Kinder – beteiligen, weiterhin sind Sophia Bauer (Sopran), Alexandra Thomas (Alt), Leonhard Reso (Tenor) und René Perler (Bass)dabei. Das Rheinische Oratorienorchester wird den Orchesterpart übernehmen. Die Arien werden als Ballettszenen choreografiert, umgesetzt von der „Compagnie Annette Schulz“.
Rund zwei Stunden werden die Aufführungen dauern und Bastian Rütten ist es wichtig, die „Freiheit der Produktion“ noch einmal zu loben, die ihm die Wallfahrtsgemeinde gebe. Was dabei herauskommen kann, wenn man auch mal was riskiert, hat Rütten unter anderem schon bei der Produktion „Mensch! Maria!“ zum Jubiläum der Wallfahrt gezeigt. Und die Anhänger des eher klassischen Weges kann er auch beruhigen: „Wir lassen das andere, Traditionelle ja nicht“, sagt er.
Karten für die beiden Aufführungen am Samstag, 28. Dezember, 19.30 Uhr, und Sonntag, 29. Dezember, 16 Uhr in der Basilika gibt es zum Preis von 20 Euro an der Pforte des Priesterhauses und im Internet auf der Seite www.basilikamusik-kevelaer.de.

Das Christkind antwortet

„Ich hätte auch noch Spekulatius“, eröffnet Andrea Hoen­selaer mit einem Lächeln das Gespräch über die Kinderbriefe. „Das hier, das sind die letzten Briefe vor dem Urlaub“, verweist die 48-Jährige auf die letzten Exemplare der liebenswürdig verfassten Christkind-Schreiben und zeigt mir den grünen Bogen, der an mich gerichtet ist und worauf „Lieber Alexander“ oben zu erkennen ist.

Das Christkind, das sei eine Phantasievorstellung, „und jedes Kind hat seine Vorstellung, wie das Christkind ist. Das wollen wir den Kindern auch erhalten“, unterstreicht die hochgewachsene Stadtmarketing-Mitarbeiterin. Ein E-Mail-Konto – nein, das habe das Christkind noch nicht. Am Krippenmarkt steht eine Briefbox, wo die Kinder ihre Wunschbriefe hineinwerfen können – und auf die sie dann vom „Christkind“ eine Antwort erhalten. „Wir denken hier die Briefe aus und setzen uns zu Hause hin und schreiben sie dann, verzieren sie mit Weihnachtssternen und so was“, erzählt sie. „Wir schreiben den Umschlag mit kindgerechter Post und schicken den mit der Adresse dann raus.“

Idee aus den 1970ern

Die Idee zu dem Ganzen müsse irgendwann in den 1970er Jahren entstanden sein. „Da gab es ,Das große Weihnachtsbuch‘ vom Otto-Versand mit Liedern in altdeutscher Schrift und darin befand sich auch ein Christkindbrief mit Wunschzettel“, erzählt Hoenselaer und blättert ein Exemplar und die richtige Seite dazu auf. „Noch heute bekommen wir Briefe mit diesem Wunschbrief-Konterfei“, schmunzelt sie. Anscheinend kopierten Schüler und Lehrer die Seite in der Grundschule heraus und organisierten dann eine Aktion, bei der jedes Kind etwas schreiben könne, lautet ihre Vermutung. Damals durften Kinder noch einen Rückumschlag mit 60-Pfennig-Briefmarke beilegen.

Hoenselaer selbst hat 1992 für den Fachbereich mit den Briefen angefangen. „Davor waren es Maria Pooth und Ute Kruss, die werden das da wohl schon betreut haben.“ Das Ganze sei eine Aktion des Verkehrsvereins, „wobei wir eng miteinander verzahnt sind.“

Im Schnitt seien es so 400 bis 600 Teilnehmer pro Jahr. Das macht über die letzten vier Jahrzehnte geschätzte 24 000 Briefe – eine stolze Summe. „Wenn dafür geworben wird, kommen noch mehr Briefe. Letztes Jahr hatten wir extremen Schnee, da waren es weniger.“

Die ganzen Briefe sortierte man dann zuhause. „Eine Kollegin hatte mal die ganze Küche voller Glitter“, schmunzelt Hoenselaer, „ein Kind hatte im Kuvert für das Christkind Glitter eingepackt.“ Oft fänden sich bei den Botschaften auch Schokolade oder andere Süßigkeiten für das Christkind. „Und die Briefe an sich sind schon Kunstwerke“, meint sie mit Blick auf den ausgebreiteten Stapel auf dem Tisch.

Alle Briefe seien handgeschrieben, „manchmal auch von den Großeltern, wenn die Kinder noch nicht so weit sind“, erzählt Hoenselaer. Pauschbilder, Aufkleber, Glitterpappe, ganz viel Selbstgemachtes finde sich bei den Wunschbriefen wieder. „Die schneiden Beilagen zusammen mit Elementen aus Heften, solche Sachen.“ Sie sei jedesmal fasziniert von der Kreativität. „Das ist toll, dass es ein Ritual gibt, bei dem Eltern und Großeltern gemeinsam mit den Kindern nachdenken und das zum Bestandteil ihrer Adventszeit machen.“

Typisch sei, dass die Kinder oft schrieben: „Ich wäre froh, wenn ein paar meiner Wünsche sich erfüllen.“ Bei der Gestaltung der Wünsche werde also schon mit den Kindern gesprochen. „Da wird schon klar, dass es nicht allen Kindern gut geht, und ihnen wird bewusst, dass nicht alle ihre Wünsche erfüllt werden können.“

Auch finden sich Formulierungen wie „Ich will, dass es meiner Familie und meinen Freunden gut geht“ oder „Bestell meiner Oma und Opa im Himmel schöne Grüße.“ So gingen die Kinder mit solchen Situationen eben um.

Auch „Friede und Gerechtigkeit“ sei oft in den Briefen verstärkt zu finden. Kinder registrierten schon, was in der Welt so los ist. „Und das kommt ja auch nicht von ungefähr“, meint Hoen­selaer.

Was die „materiellen Wünsche“ angehe, würden Handys selten gewünscht. Mal sei eine Playstation dabei. Manchmal sei es nur ein besonderer Koffer für eine Reise, ein kleines Stofftier oder Dino-Figuren zum Ausmalen.

Wunsch- und Sorgenbriefe

Neben den vielen Wunschbriefen finden sich immer auch eine Handvoll „Sorgenbriefe“ in dem Stapel. „Die sind meist sogar von Erwachsenen, denen es gut tut, sich an eine Person zu wenden, der sie nicht nahestehen und der sie sich mitteilen können.“ In ihren Unterlagen findet sie das Schreiben einer 18-Jährigen. Darin steht: „Ich weiß ja, dass der Brief nicht ans Christkind geht, weil es das nicht gibt. Ich wünsche mir meine Mutter wieder lachen zu sehen.“ In solchen Fällen werden die Antwortschreiben vom „Christkind“ abgeändert, sodass eine persönliche Ansprache dabei rauskommt. „Du sorgst Dich um Deine Mutter – seid füreinander da. Lebt das ganz bewusst miteinander“, steht dann da. „Ich will ja Licht in die Situation bringen und aufbauen“, sagt Hoenselaer. In ganz, ganz seltenen Fällen nehme man tatsächlich schon mal Kontakt auf.

„Ein Kind wollte, dass das Christkind bei Papa im Himmel vorbeigeht“, schildert Hoenselaer ein anderes Beispiel. Der Brief sei sicher auch ein Stück weit von der Mutter, vermutet die Briefefee. „Im Herzen ist man immer füreinander da und Deine Mana ist immer da!“, lautet hier der Versuch eine versöhnlichen Antwort.

Briefe wie solche seien aber nicht immer so einfach zu „verpacken“. Man spüre halt da die Traurigkeit durchschimmern, „und da vergießt man schon mal eine Träne.“ Und daran merke man: „Da muss man persönlich werden.“

Das hole einen auch selbst immer wieder aus diesem Stress raus, der in den letzten zwanzig Berufsjahren immer größer geworden sei. „Das ist auch viel Arbeit, aber da stöhnt keiner von uns drüber, weil es das wert ist.“ Schon im September stehe bei ihr im Kalender der Vermerk „Christkind“.

In der Regel fertigt sie den Brief vor, jedes Jahr etwas anders in der Gestaltung und auch in der Farbe. Dieses Jahr ist es grün. Eine Kernbotschaft steht immer drin: „Nicht nur Geschenke sind wichtig zu Weihnachten, sondern füreinander da sein. Nehmt euch Zeit miteinander.“ Und: „Es ist wichtig, immer Respekt voreinander zu haben.“ Der Brief werde dann gemeinsam besprochen, bis der Feinschliff passt.

Weihnachten, das merke man an diesen Briefen, das sei mehr als nur Konsum, sagt die 48-Jährige „Und es ist so schön, dass man oft sieht, dass die Kinder der früheren Kinder schreiben. Es ist schön, dass die Idee so weitergegeben wird.“

Problematisch wird es nur, wenn wie in einem Fall sich ein Kind eine Brieffreundschaft mit dem Christkind wünscht. „Da hab ich geantwortet: Das Christkind hat über das Jahr so viel zu tun, das schafft das nicht.“ Die Kreativität der Kinder begeistere Hoenselaer. „Das wünsche ich mir manchmal zurück, dieses einfache logische Denken, diese Ursprünglichkeit.“

Schöne Gemeinschaft

Nahe dem Altar stand auf einem kleinen Tisch ein Kranz mit drei Kerzen, die zum Adventssonntag brannten. Dort hatten sich ein Dutzend Erwachsene platziert, um miteinander das eine oder andere Weihnachtslied anzustimmen.

„Wir singen jetzt Lied Nr. 18“, kündigte Christiane Langenbrinck das nächste Lied an und sorgte mit ihrer Akustikgitarre für das klangliche Fundament, auf dem die Anwesenden dann ihre Stimme laut im Kirchenschiff erschallen lassen konnten. „Die Strophen 1, 2 und 6“, gab das Presbyteriumsmitglied dann die Vorgabe für „Lobet Ihr Christen, alle gleich“.
Danach machten sie mit „Es ist ein Ros entsprungen“ weiter – ein Lied, das bei Franz Fasen gleich persönliche Erinnerungen auslöste. „Mein Lehrer, der wollte immer, dass wir das singen, weil seine Frau Rosa hieß“, erzählte der 81-Jährige später, wie die Kinder das damals auf den Arm genommen und „Es ist ein Ross entsprungen“ gesungen hatten.
„Das Singen ist einmal im Frühjahr und einmal zum Advent“, erläuterte Mechthild van Gemmeren-Bremer. „Erst gibt es zwei, drei Lieder mit den Kindern unten, dann basteln die, danach ist Kaffeezeit und wir kommen dann alle zusammen, um zu sehen, was die Kinder gebastelt haben.“

Kaum gingen sie in Richtung Pause, kam ihr die sechsjährige Enkelin Lotte schon entgegen. „Wir haben mit Ausstecher gebacken, so Sterne und mit Streusel“, erzählte die junge Dame.

Vor sechs Jahren hatte Lan­genbrinck die Idee mit dem Singen mal aufgebracht. „Und Gabi Frings meinte, lass uns da was zusammen machen.“ Erstmals sangen die Erwachsenen in der Kirche. „Wir dachten, das wäre schön wegen der Adventslieder, dem Klang und dem Adventskranz hier.“

Unten im Generationenhaus spielte die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, Gabriele Frings, dann mit den Kindern Musik, ließ die sieben Kids die Triangel, das Mini-Xylofon oder die Rassel benutzen. „Gleich machen sie noch „Kulleraugen“ in die Plätzchen, damit die fertig sind“, lachte sie und genoss den Umgang mit den Kindern.

Und in geselliger Runde genossen die Anwesenden eine gute Tasse Kaffee, frisch gebackenen Kuchen, Weihnachtsplätzchen, Spekulatius, später nochmal eine Runde Gesang – und einfach die schöne Zeit zu Advent.

Krippenmarkt: Neues Konzept in der zweiten Runde

Mehr für Kinder, mehr Treffpunkt werden, mehr Programm, mehr Kevelaerer locken – das sind die Grundideen des zweiten Kevelaerer Advents- und Krippenmarktes unter der Regie der eigens dafür gegründeten Event- und Marketingagentur UG Kevelaer. Drei der ehrenamtlich dafür tätigen Kevelaerer – Gottfried Mülders, Winfried Janssen und Karl Timmermann – stellten die Pläne jetzt vor. Umgesetzt werden sie vom 1. bis 19. Dezember.

Herzstück soll auch weiterhin der seit fast 30 Jahren unveränderte Krippenmarkt mit der lebendigen Krippe und seinem umfangreichen Angebot an Kunsthandwerk im Forum Pax Christi bleiben. Der Mechelner Platz stand für die Planungen, die bereits im Frühjahr begonnen hatten, aufgrund des eigentlich geplanten Umbaus nicht zur Verfügung.

Wallfahrtsrektor Gregor Kauling stand den Plänen der Adventsmarkt-Initiatoren positiv gegenüber und öffnete die Plätze rund um das Petrus-Canisius-Haus. So wird sich der Aufbau in diesem Jahr „etwas konzentrierter“ gestalten, wie es Winfried Janssen formuliert. Einen „gut erkennbaren Eingangsbereich“ wird es laut Gottfried Mülders in Höhe der Kerzenkapelle geben. In Richtung Hauptstraße präsentieren sich Kunst und Kunstgewerbe. Unter anderem wird hier wieder der am gesamten Niederrhein bekannte Künstler Aloys Cremers seine ganz spezielle Kunst präsentieren.

In Richtung Luxemburger Platz / Busmannstraße wird der „kulinarische Bereich“ des Adventsmarkts stehen. Endpunkt ist am Noah-Brunnen, der mit einer Art Theke versehen werden soll. Daneben steht die Bühne, auf der täglich Programm und die Verlosung des Verkehrsvereins stattfinden sollen. Karl Timmermann verspricht abwechslungsreiche Bühnenshows diverser Künstler.
Zurück zum Eingangsbereich: Hier wird es für die Kinder ein Karussell und ein tägliches Stockbrotbacken geben. Der gesamte Markt soll wie im Vorjahr mit Lichteffekten besonders in den Abendstunden glänzen. Nur auf die überdimensionale Kerze – die im vergangenen Jahr für Aufregung sorgte – will man in diesem Jahr verzichten.

„Wir wollen vorrangig etwas für Kevelaerer tun“, stellen Mülders und Janssen die Idee hinter dem Adventsmarkt heraus. Und Mülders betont die vier entscheidenden Punkte, durch die sich der Kevelaerer von anderen Märkten unterscheide: die „lebendige Krippe“, der „Amboss“ an der Kerzenkapelle, an dem es Erklärungen und Segnungen geben werde, die Friedensstele vor dem Forum Pax Christi und das spezielle Bühnenprogramm.

Info: kevelaerer-krippenmarkt.de