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Zur Öffnung der Pilgerpforte schlug Weihbischof Leo Wagener dreimal symbolisch mit einem goldenen Hammer gegen das Portal. Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gerry Seybert
Weihbischof Leo Wagener aus Luxemburg eröffnete die Wallfahrt in Kevelaer

Das Pilgerportal ist wieder geöffnet

Mit drei symbolischen Hammerschlägen gegen das Pilgerportal der Marienbasilika ist in Kevelaer die Wallfahrtssaison eröffnet worden.

Am Montag eröffnete Bischof Erik Varden in Kevelaer die Wallfahrtssaison

„Wir bestehen nicht aus dem Nichts“

Am vergangenen Montag, 1. Mai 2023, wurde am zweitgrößten Wallfahrtsort Deutschlands die Pilgersaison feierlich eröffnet. Mit den drei traditionellen Schlägen mittels des goldenen Hammers öffnete Bischof Erik Varden aus dem norwegischen Trondheim das schmiedeeiserne Portal der Marienbasilika.

Leitungsteam blickt zuversichtlich auf die anstehende Wallfahrtszeit in Kevelaer

Trotz Krisen Freude am Pilgern

Drei Mal wird Bischof Erik Varden aus Trondheim am Montag, 1. Mai 2023, mit einem goldenen Hammer gegen das Pilgerportal der Marienbasilika in Kevelaer schlagen. Sobald das Portal sich anschließend öffnet, ist das Pilgerjahr offiziell eröffnet. Es steht unter dem Motto „Habt Vertrauen – Ich bin es“

Hamborner Abt Albert Dölken eröffnete die Wallfahrtszeit

Gott und den Menschen die Türen öffnen

„Öffnen wir unsere Herzen, so wie wir diese Tür öffnen werden.” Mit diesen Worten von Wallfahrtsrektor Domkapitular Gregor Kauling und drei Hammerschlägen von Abt Albert Dölken OPraem aus Duisburg-Hamborn gegen das Pilgerportal der Basilika wurde die  Wallfahrtssaison eröffnet.

St. Marien ist auf die Wallfahrt 2021 in Kevelaer gut vorbereitet

„Atme in uns, heiliger Geist“

Wenn Rainer Killich auf das Pilgerjahr 2020 zurückblickt, schaut er auf ein Jahr, das der Kevelaerer Wallfahrt in Sachen Kreativität und Improvisation wegen Corona eine Menge abverlangt hat.

Die Wallfahrt ist eröffnet

„Kevelaer ist der Wallfahrtsort meiner Kindheit und Jugend. Gerne bin ich der Einladung gefolgt und hierher gekommen,“ sagte Dr. Peter Kohlgraf. Der Bischof ist schon als Kind und Jugendlicher zur Trösterin der Betrübten gepilgert. Er hatte sich als Kind nicht träumen können, später einmal als Bischof selbst die Marienwallfahrt nach Kevelaer zu eröffnen. Nun wurde es Wirklichkeit.
Viele Menschen aus nah und fern wurden Zeugen der feierlichen Eröffnung der Wallfahrtssaison. Mit drei symbolischen Hammerschlägen und mit den auf Deutsch, Lateinisch und Niederländisch gesprochenen Worten „Öffnet die Tore eures Herzens Christus, dem Erlöser“ öffnete der Mainzer Bischof das riesige Pilgerportal. Er beweihräucherte den Eingangsbereich der Basilika, bevor die zahlreichen Priester, Ministranten, Liturgen, Kolpingvertreter mit ihren Fahnen, die Bruderschaft der Consolatrix Afflictorum, die Damen und Herren des Ritterordens zum hl. Grab von Jerusalem aus St. Viktor Duisburg feierlich und mit viel Weihrauch in die Basilika einzogen.
Unter dem Dirigat von Chordirektor Romano Giefer gestaltete neben der Choralschola der Basilikachor das Pontifikalamt mit der „Messe solennelle“ des französischen Komponisten Louis Vierne, wobei der Münsterchor St. Vitus Mönchengladbach sowie Bläser, Chor und Orchester der Basilikamusik zusätzlich verstärkten. Für den erkrankten Elmar Lehnen sprang Heinz-Josef Clemens aus Mönchengladbach an der Orgel ein.

In seiner Predigt ging Bischof Kohlgraf auf das Thema Trost ein, den, so der Bischof, Kirche und Welt gerade sehr brauchten. „Trost ist das Schönste, das wir selbst anderen weitergeben können“, bekannte er und lud dazu ein, andere nicht mit Floskeln abzuspeisen, sondern ihnen offene Ohren und Herzen zu schenken, sich Zeit zu nehmen, sich einzufühlen und nicht wegzuschauen.

Der Hl. Geist werde, so seine Gedanken, selbst der Tröster genannt, Gott Vater, so Paulus im 2. Korintherbrief, sei ein „Vater des Erbarmens und Gott allen Trostes“ und auch Jesus sei zeitlebens ein Tröster gewesen; er hatte Mitleid mit den Menschen, ließ sich von ihrer Not berühren, speiste die Hungernden, lehrte die Orientierungslosen und heilte die Kranken. Jesus habe sich dabei immer dem einzelnen Menschen zugewandt, der dann in diesem Moment der wichtigste Mensch für ihn war und für den er ganz da war.

Nach seiner Auferstehung sei er selbst an den Wunden seines Leibes erkannt worden, die er auch als Erhöhter behielt. Auch nach der Auferstehung, so Bischof Kohlgraf, gilt: „Jesus bleibt sensibel für uns! Wie gut, dass Jesus nicht vergisst, wie es ist, traurig oder einsam zu sein!“ Auch Maria habe als Gekrönte das Leid und die Welt nicht vergessen, sondern bleibe und sei bis heute sensibel für die Nöte der Menschen. Das Gnadenbild passe sehr gut zu Maria: Es sei klein, unspektakulär und auf Augenhöhe mit den Menschen. Wie Gott, Jesus und Maria könnten auch wir beitragen, dass andere Menschen Trost erfahren.

„Tröster werden braucht Mut, Geduld und Interesse. Eine Pilgerfahrt bewirkt keine Magie, aber verändert das Denken. Die Welt wartet auf Trost: Lassen wir uns trösten und werden wir selbst zum Tröster für andere! Maria macht Mut, nicht wegzuschauen, sondern auf der Seite der Menschen auszuharren!“

Das Motto der diesjährigen Wallfahrt „Herr, wohin sollen wir gehen“ beleuchtete Dr. Bastian Rütten in einem musikalisch begleiteten Meditationstext nach der Kommunion. Nach einer kurzen Statio vor der Gnadenkapelle ging die Festversammlung, angeführt von den Bläsern der Basilikamusik und mit dem Schrein des hl. Ludger und hl. Willibrord ins Forum Pax Christi. Dort wurde der in der letzten Zeit durch die Goldschmiedewerkstatt Polders frisch restaurierte Reliquienschrein wieder im Altar eingesetzt, während Bischof Kohlgraf diesen ersten Bischof von Münster und den hl. Willibrord, den großen Missionar an Rhein und Maas im Gebet anrief.
Nach einer kurzen Statio vor der Gnadenkapelle ging die Festversammlung, angeführt von den Bläsern der Basilikamusik und mit dem Schrein des hl. Ludger und hl. Willibrord ins Forum Pax Christi. Dort wurde der in der letzten Zeit durch die Goldschmiedewerkstatt Polders frisch restaurierte Reliquienschrein wieder im Altar eingesetzt, während Bischof Kohlgraf diesen ersten Bischof von Münster und den hl. Willibrod, den großen Missionar an Rhein und Maas im Gebet anrief.
Pastor Gregor Kauling dankte allen Mitwirkenden an der Liturgie, allen Mitarbeitern und den Mitgliedern der Bruderschaft der Consolatrix Afflictorum für Ihren Dienst, Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, allen Pilgern, die nach Kevelaer gekommen waren, besonders auch den Kolping-Familien mit Diözesanpräses Franz Westerkamp und grüßte über Video unter großem Applaus seinen Vorvorvorgänger Pfarrer Richard Schulte Staade. Er gab auch zu bedenken: „Vielfältig ist Erschütterung spürbar, Orientierung und Neuausrichtung sind gefragt. Gehen wir nicht weg, sondern hin, schauen wir nicht weg, sondern schauen wir hin.“
Eine Wallfahrt, so der Pastor, könne den Blick schärfen, Wunden heilen und Trost vermitteln, der von Gott geschenkt werde. „Halten wir uns an Maria, sie steht in der Mitte ihres Volkes. Hören wir mit ihr auf den Herrn und öffnen wir Augen und Ohren für unsere Mitmenschen und schenken wir den Trost Gottes weiter!“ Er selbst führte aus, dass er mit den Seelsorgern auch verstärkt draußen vor der Tür der Kirche präsent sein werde, um offene Ohren zu schenken und den Trost Gottes zu vermitteln, denn der Kapellenplatz sei selbst eine offene Tür für die Welt von heute.
Bischof Kohlgraf dankte am Ende noch allen für diese festliche Liturgie und allen Betern für ihr treues Gebet. „Gebet öffnet Fenster und leitet das Licht Gottes weiter. Beten Sie weiter, damit dieses Licht nach Kevelaer, nach Mainz und darüber hinaus weit in die Welt kommen kann!“ Ein Klick war zu hören: „Oh, jetzt löse ich mich wohl auf“, meinte er zum Schmunzeln der Festgemeinde und wohl durch eine defekte Schnalle entlöste er sich seines liturgischen Obergewandes. Mit schwungvollen Klängen der Blasmusik und einem letzten Gruß vor dem Priesterhaus verabschiedete sich der Mainzer Bischof.
Ein besonderer Hörgenuss wurde durch das Bläserensemble „blechgewand(t)“ ermöglicht. Diese hatten nicht nur den Einzug des Bischofs mit der „Fanfare for a great occasion“ aus Hamlet mit elf Bläsern eindrucksvoll begleitet. Am späten Nachmittag gab es noch ein erlesenes Konzert gemeinsam mit Martin Gregorius (Güterloh) an der Seifert-Orgel, der abwechselnd mit den Bläsern passend zu den zehnstimmig vorgetragenen Bläserstücken improvisierte. Nachdem die Musiker aus der Region Münster dieses eher seltener anzutreffende Konzertformat mit Elmar Lehnen 2017 in Billerbeck erfolgreich ins Leben gerufen hatten, war Premiere dafür in Kevelaer, nur leider krankheitsbedingt ohne Elmar Lehnen selbst an der Orgel. !