Beiträge

Kreissynode tagte und wählte online

Die Andacht zur 222. Synode des Evangelischen Kirchenkreises Kleve erreichte die Synodalen aus den Arbeitszimmern von Pfarrer Christian Werner und Pfarrerin Ulrike Stürmlinger (Straelen-Wachtendonk).

Sie beschrieben die Sehnsucht der Menschen nach Zufluchtsorten, Liebe und Leben in Zeiten, in denen sie vermehrt Ungewissheit und Angst vor der Zukunft empfänden. Erstmalig tagten die Abgesandten aus 20 Kirchengemeinden und kreiskirchlichen Arbeitsfeldern per online-Konferenz.

Superintendent Hans-Joachim Wefers begrüßte 82 der 86 stimmberechtigten Synodenmitglieder und weitere Gäste. Er dankte für die Arbeit der Gemeinden während der Corona-Pandemie. Wie viele haben die Kirchengemeinden unter den Corona-Regelungen zu leiden: Sie seien ein „Widerpart kirchlicher Arbeit“, weil diese eigentlich von Begegnungen und Nähe lebe. Trotzdem hätten Gemeinden Kreativität gezeigt: Neue Gottesdienst-Orte, vereinfachte Liturgien, kürzere Gottesdienste, neue Formen der Kommunikation. Gemeinden fragten sich auch, ob die Menschen die derzeit wegblieben, nach „Corona“ wiederkämen.

Pfarrstellenentwicklung

Statt 23,6 Vollzeitstellen stehen im Jahre 2030 noch 16,4 nicht-refinanzierten Pfarrstellen im Kirchenkreis Kleve zur Verfügung. Ein landeskirchlicher Beschluss regelt dies, ihm liegen die prognostizierten Gemeindegliederzahlen in der Fläche zugrunde. Die Gewinnung von theologischem Nachwuchs ist ein zentrales Anliegen: Durch Pensionierungen ab 2025 werden, wenn keine Neubesetzungen erfolgten, nur fünf der derzeit 32 Pfarrpersonen im Kirchenkreis noch im Amt sein.

Wahlen zum Kreissynodalvorstand

Als Assessor wurde Pfarrer Robert Arndt (Goch) mit 78 Ja-Stimmen im Amt bestätigt. Auf den weiteren theologischen Positionen wählte die Synode zwei neue KSV-Mitglieder: Pfarrerin Yvonne Brück (Issum) wurde 1. Stellvertretende Skriba mit 41 positiven Stimmen im 1. Wahlgang (40 entfielen auf Susanne Kock). Pfarrerin Susanne Kock (Büderich) erreichte als 2. Stellvertretende Skriba im anschließenden Wahlgang 77 Ja-Stimmen.
Ellen Kley (Kerken) wird dem KSV ebenfalls neu angehören als 2. Synodalälteste, sie erhielt 61 positive Voten. Die 3. Synodalälteste, Karin Wilhelm (Louisendorf), erhielt 58 Ja-Stimmen und bleibt somit im Amt.

In den Pool der bis zu vier stellvertretenden Synodalältesten wurde Klaus Eberhard (Neulouisendorf) mit 75 Stimmen gewählt. Die Verabschiedung der Mitglieder, die den KSV verlassen und die Einführung der neuen KSV-Mitglieder (Amtszeit acht Jahre) findet im Gottesdienst am 4. Adventssonntag, 20. Dezember, um 10 Uhr in Issum statt.

Des Weiteren wählte die Synoden die Mitglieder der Fachausschüsse und Synodalbeauftragungen, die im Kirchenkreis bestimmte Arbeitsfelder vorantreiben sowie Delegierte zum Kuratorium des Gemeindedienstes Mission und Ökumene (GMÖ). Die Liste der Arbeitsfelder wird aktualisiert auf den Internetseiten www.kirchenkreis-kleve.de bereitgestellt. Der Jugendausschuss wird vorbehaltlich neuer Besetzungsregeln der Landeskirche (Jugendpartizipation) erst im Sommer 2021 neu berufen.

Die Synode bestimmt in jedem Jahr an drei Sonntagen die Kollektenzwecke, diese lauten 2021: Notfallseelsorge im Kirchenkreis, Haus der Stille Rengsdorf und das Institut Südwind.
Die nächste Synode findet am Samstag, 12. Juni 2021, im Sonsbecker Kastell statt.

Gute Stimmung beim ersten Aktionstag der Kreis-CDU

Mit ihrem ersten Aktionstag ist die CDU des Kreises Kleve in die letzten Tage vor der Kommunalwahl gestartet. Landratskandidatin Silke Gorißen und die drei Kreis Klever Abgeordneten Stefan Rouenhoff MdB, Dr. Günther Bergmann MdL und Margret Voßeler-Deppe MdL besuchten zahlreiche Stände im gesamten Kreisgebiet, unter anderem auch in Kevelaer.

„An unseren Ständen war eine sehr gute Stimmung festzustellen. Viele Bürgerinnen und Bürger finden es gut, dass sich mit Silke Gorißen erstmals eine Frau um das Landratsamt bewirbt, die alle erforderlichen Qualifikationen – insbesondere auch die juristische – mitbringt“, erklärte der CDU-Kreisvorsitzende Dr. Günther Bergmann MdL.

Am Samstag, 12. September, wird sich ein weiterer Aktionstag anschließen. In Kevelaer will die Landratskandidatin Silke Gorißen dann ab 10.30 Uhr den Stand der Christdemokraten am Roermonder Platz besuchen.

Foto: CDU

Eine Frage – fünf Antworten

Wir haben den Parteien in Kevelaer in der finalen Vorbereitung auf die Kommunalwahl am kommenden Sonntag folgende Frage gestellt: „Wofür steht Ihre Partei und warum sollten die Kevelaerer Bürgerinnen und Bürger am Sonntag das Kreuz bei Ihnen setzen?“

CDU: „Die CDU Kevelaer ist Mitglied einer großen politischen Familie. Somit haben wir den direkten Draht nach Düsseldorf und Berlin. Das ist enorm wichtig, zB. bei der OW1. Bürgermeisterkandidat Mario Maaßen und die Ratskandidaten der CDU sind ein eingespieltes Team. Zusammen betrachtet das beste Team.
• Wir übernehmen Verantwortung und stehen für Sachpolitik.
• Wir setzen auf das Miteinander und haben immer das große Ganze im Blick.
• Naturschutz und Wirtschaftsförderung sind für uns kein Widerspruch.
• Wir stehen für ein Miteinander von Fußgänger, Fahrrad, ÖPNV und Auto.
• Wir haben den Mut, alte Positionen neu zu überdenken.
• Demokratie heißt Meinungsvielfalt, die halten wir aus!“

FDP: „Die FDP-Kevelaer tritt mit einem jungen Team und frischen Ideen an, um unsere Heimatstadt zu gestalten, zu verbessern und Gutes zu bewahren. Ergänzt um die große Erfahrung unserer langjährigen (Rats-)Mitglieder verbinden wir Ideenreichtum und Gestaltungswillen mit Erfahrung und (Fach-)Wissen.
Wir möchten Menschen einladen, mit uns einen neuen Stil im Kevelaerer Rat zu etablieren, in dem das Wort und das Argument gelten und nicht das Parteibuch. Wir sind fortschrittlich und zukunftsgewandt und wünschen uns eine ebensolche Politik.
Kurz: Das Team der FDP-Kevelaer steht für eine neue Generation Politik in Kevelaer.
Wer mehr über uns und unser Programm für Kevelaer erfahren möchte: https://fdp-kle.de/kevelaer/unser-programm-fuer-kevelaer/.“

Bündnis 90/ Die Grünen: „Kevelaer sozialer, grüner und lebenswerter gestalten! Im Mittelpunkt grüner Politik steht der Mensch mit seiner Würde und seiner Freiheit. Die Werte, die unsere Politik tragen, sind:
• Ökologie, weil unsere Zivilisation nur innerhalb der Belastungsgrenzen der Erde überleben kann!
• Gerechtigkeit, weil wir soziale Ungleichheit abbauen wollen!
• Selbstbestimmung, weil ein freies Leben nur ohne Diskriminierung möglich ist!
• Demokratie, weil sie Freiheit und Mitsprache bei Entscheidungen bedeutet!
• Frieden, weil das unser Ziel auch in unfriedlichen Zeiten ist!
Wir verstehen uns als Bündnispartei, die permanent an einer gelebten Gemeinsamkeit arbeitet. In Kevelaer wollen wir gemeinsam eine nachhaltige und generationengerechte Politik umsetzen.“

KBV: „Für die kommenden 5 Jahre ist es wichtig, dass auch zukünftig keine Fraktion über eine absolute Mehrheit im Rat verfügt. Nur dann werden die Sachargumente aller Fraktionen bei den Entscheidungen des Stadtrates berücksichtigt. Die KBV als bürgerliche Fraktion hat hier zu guten Entscheidungen beigetragen. Der entscheidende Unterschied von Parteien und Bürgervereinigungen wie die KBV, ist, dass Parteien immer auch übergeordnete Gesichtspunkte berücksichtigen müssen. Die KBV vertritt seit 26 Jahren ausschließlich die Belange der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.
Diese bürgernahe Politik für alle Altersgruppen wollen wir weiterhin fortsetzen. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Wahlprogramm auf: www.kevelaerer-buergervereinigung.de.“

SPD: „Wir stehen für Gemeinschaftlichkeit, offenes Denken, die weibliche und die männliche Seite der Gesellschaft.
Wir haben gelernt, gemeinsam an neuen Ideen zu arbeiten – notwendiger als je zuvor in einer Zeit, in der sich alles ändert. Mehr Engagement bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, Klima, Verkehrswende und Umweltschutz zählen dazu.
Mehrere von uns kommen aus dem sozialen Bereich oder dem Gesundheitsbereich – wir können ein Gegenpol sein in der Kommunalpolitik. Wir sind weiblich und männlich, alt und jung, erfahren und neu, mit wenig oder mehr Einkommen, mit Schachtelsätzen oder einfacher Sprache.
Wenn die Kevelaerer Bürger ihr Kreuz bei uns setzen, dann bekommen sie soziale, verantwortungsvolle und demokratische Politik.“

Wichtige Infos für Kevelaerer Wähler

Für die Kommunalwahl am 13. September werden in Kevelaer und den Ortschaften insgesamt 22 Wahllokale eingerichtet (Hubertusschule 4, Antoniusschule 6, Schule Twisteden 3, Schule Wetten 2, Schule Winnekendonk 3, Schule Kervenheim 1, ehemalige Schule Achterhoek 1, Kita Schravelen 1, Jugendheim Ferienpark 1). Bis auf die drei Letztgenannten handelt es sich um Grundschulen, in denen jeweils ein Klassenraum als Wahllokal genutzt werden kann. Es werden pro Raum zwei Wahlkabinen aufgestellt. Wähler und Begleitpersonen müssen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und sollten eigene Stifte mitbringen. Es dürfen sich maximal vier Wähler und Begleitpersonen gleichzeitig im Wahllokal aufhalten. Die Ausgabe der Stimmzettel erfolgt kontaktlos. Zur Kontaktpersonennachverfolgung ist das Wählerverzeichnis ausreichend. Vor den Wahllokalen sind Desinfektionsspender aufgestellt. Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss eingehalten werden.

Die Mitglieder des Wahlvorstandes sitzen jeweils an einem eigenen Tisch und sind durch Spuckschutzwände geschützt, sodass sie an ihren Tischen die Mund-Nasen-Bedeckung abnehmen dürfen. Regelmäßig werden die Wahllokale gelüftet, Tische und Wahlkabinen desinfiziert. Bei der Briefwahl zeichnet sich übrigens ein deutlicher Trend zu einer Zunahme ab: Schon 4.300 Anträge waren beim Wahlamt am vergangenen Montag eingegangen.                                        

Viele Fragen an drei Kandidaten

Zwei Kameras, ein paar Stühle und ein Übertragungswagen vor der Tür des Hotel Klostergarten: So sieht digitaler Kommunalwahlkampf im Jahr 2020 aus. Die Caritas Geldern-Kevelaer hatte zur Podiumsdiskussion mit Peter Driessen (parteilos), der CDU-Kandidatin Silke Gorißen und dem unabhängigen Guido Winkmann eingeladen.

„Wir sind in dieser von Corona geprägten Zeit kaum in der Lage, öffentliche Auseinandersetzungen zu führen. Damit schaffen wir dem Wähler nicht die Möglichkeit, sich systematisch mit den Aussagen der Kandidaten auseinander zu setzen“, sagte Karl Döring, Vorsitzender der Caritas Geldern-Kevelaer. „Wir wollten dazu beitragen, gerade in sozialpolitischen Themen eine Möglichkeit zu schaffen.“

Die drei Kandidaten stellten sich zwei Stunden lang den Fragen des Moderators Tobias Budde und Fachleuten aus den Verbänden. Die Veranstaltung geriet dabei zu einer sehr konzentrierten Form politischer Diskussion, in denen die Kandidaten zu den drei Themenblöcken „Pflege und Gesundheit“, „Kinder-und Jugendhilfe“ und „Armut, Wohnen und soziale Hilfen“ Stellung nahmen.

Im ersten Block stellte der Vorsitzende der Paritätischen im Kreis Kleve, Bernd Wessels, die Frage nach den Zielen der Kandidaten für die kommunale Pflege-und Gesundheitskonferenz.
Malcolm Lichtenberger stellte als Fachbereichsleiter Pflegerische Dienste bei der Diakonie zur Diskussion, ob der seit 2009 existierende „virtuelle“ Pflegestützpunkt trotz kaum vorhandener Nachfrage überhaupt so weiter existieren soll . Da brauche es den „Face-to-face“-Kontakt.

Guido Winkmann

Und Alexia Meyer, Leiterin des Fachbereichs Pflege und Gesundheit des Caritasverbandes, warf die Frage auf, wie das Instrument der Pflegebedarfsplanung gesehen und wie es mit Einfluss des Kreises weiterentwickelt werden soll.

Beim Thema „Pflegekonferenz“ müsse sie erstmal „die Akteure und Anträge kennenlernen“, um dort nachzuhorchen, was benötigt werde, gestand Silke Gorißen ein. In Sachen „Gesundheitsprävention“ solle man den Kreissportbund einbinden. Das Angebot des Pflegestützpunktes sei „nicht bekannt“, müsse von den Verbänden gezielt beworben werden.

Da könne man auch durchaus „zweigleisig“ fahren, nannte sie das Stichwort „Digitalisierung“. Vor einem Entscheid über die Ausgestaltung müsse man erst „über Konzepte und Kosten“ reden. Und in Sachen „Pflegebedarfsplan“ schlug sie einen Dialog am runden Tisch mit den Kommunen vor.

Peter Driessen forderte eine andere Geschäftsordnung für die Gesundheitskonferenz. Man müsse das Instrument besser nutzen, plädierte er für die Entlastung von pflegenden Angehörigen.

In Sachen „Pflegestützpunkt“ sprach er von dem „Dschungel“, durch den er sich behördlich bei der Pflege seiner Schwiegereltern habe bewegen müssen. Dort solle jemand „in persona“ zur Beratung angesiedelt werden. Und in Sachen „Pflegebedarfsplanung“ könne es „der Markt allein nicht regeln.“ Da solle man die Pflege-und Gesundheitskonferenz nach den Bedarfen und der Unterversorgung gezielt fragen.

Es gehe nicht, dass Ankündigungen in der Konferenz unter „Verschiedenes“ nicht angesprochen würden, sprach sich Winkmann dafür aus, den Pflegestützpunkt besser bekannt zu machen. Virtuell sei oft besser als anrufen oder vor Ort sein, weil sich viele Menschen in Not dort aus Scham nicht zeigten, „wo vielleicht Bekannte sitzen, die einen kennen .“

In der zweiten Runde fragte Peter Schönrock vom SOS Kinderdorf, welche Maßnahmen nötig seien, um den Bedarf an vorschulischer Betreuung zu decken? Er wollte wissen, welcher der Kandidaten sich für ein freies drittes Kindergartenjahr einsetze und wie die 2020 nicht mal zur Hälfte abgerufenen Landesmittel genutzt werden, um die Betreuungszeiten in den Kindertageseinrichtungen flexibler zu machen. Der Bedarf sei dafür da.

Die Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt in Sachen Hilfen laufe von der „Fachlichkeit und Schnelligkeit sehr gut“, konstatierte Peter Driessen. Er sprach sich für freie Bildung „von der frühkindlichen Bildung bis zum Studium“ aus. Bei der Flexibilisierung der Betreuungszeiten renne Schönrock bei ihm „offene Türen ein“. Bei Corona habe man gesehen, wie das für „systemrelevante“ Bereiche funktioniert habe. Man müsse das wirtschaftlich und strukturell anders aufstellen, sonst falle das „den Kommunen auf die Füße.“ Er brachte auch andere Betreuungsformen wie eine Tagesmutter ins Gespräch.

Es gebe Betreuungszeiten, die mit dem Schichtdienst nicht zusammenpassen, stimmte Gorißen Schönrock zu. Es werde zu wenig an Angebot vorgehalten. In Sachen beitragsfreies Kindergartenjahr wolle sie aufgrund der Corona-Situation erstmal abwarten, „ob wir uns diese Wünsche leisten können“, ehe es in die „totale Überlastung der Kommunen“ gehe.
Winkmann sah die praktischen Probleme, die mit der Betreuung und den Zeiten einhergehen.

Es könne sich nicht jede Einrichtung leisten, bis 19 Uhr ein Angebot vorzuhalten, was Kosten und Fachkräfte angehe. Er habe gern für das Kindergartenangebot bezahlt. „Ich konnte das von der Steuer absetzen“, sagte er. Und wer weniger verdiene, werde ja nicht so sehr beeinträchtigt.

Dirk Wermelskirchen vom Caritasverband wollte wissen, wie die Kandidaten zur Hilfegewährung für sogenannte „Care Leaver“ stehen, die sich im Übergang von der stationären Kinder- und Jugendhilfe in ein eigenständiges Leben befinden, die Gelder vom Kreisjugendamt aber schnell beendet würden und wie zu einem Qualitätsdialog mit den freien Jugendhilfeträgern.

„Ich bin da persönlich betroffen“, schilderte Peter Driessen Schicksale von Flüchtlingen in seiner Gemeinde, die kurz vor dem Abitur die Einrichtungen verlasen müssten und in Aufnahmeeinrichtungen danach „verwahrlosen“. Das sei der falsche Weg, dafür gewähre das Kinderbildungsgesetz – kurz „Kibiz“ – Ausnahmen. Er werde die Jugendhilfeträger an einen Tisch holen, „als Landrat den Hut aufsetzen und sagen: da geht’s lang!“

Silke Gorißen

Sie habe bei vielen Jugendlichen mitgewirkt, Gespräche zu führen, sagte Silke Gorißen. Man müsse den jungen Menschen im Blick nehmen, wo er jeweils stehe, um für einen „geschmeidigen Übergang“ zu sorgen. Ein Qualitätsdialog könne helfen, da müsse man aber die Vorausssetzungen klären. Man müsse da mit dem Jugendamt bei jedem Einzelfall hingucken, warb Guido Winkmann um Verständnis für die Mitarbeiter und ihren Entscheidungen. Er fordere einen Qualitätsdialog ein.

Die Leiterin der AWO-Beratungsstelle im Kreis, Nicole Saat, brachte die Frage nach den Hilfsangeboten und dem Problem, da im Kreis ausreichend Anlaufstellen für sexuell missbrauchte Kinder zu finden, auf. „Da brauchen wir Profis“, lobte Silke Gorißen die Träger für ihr „starkes Netzwerk“, dass da schnelle Hilfe gewährleiste. „Das haben wir alles.“ Die Gesellchaft müsse aber auch darauf schauen.

Man könne vom Kreis aus für Lehrer und Kitas ja Fortbildungen – auch online – anbieten, um für eine höhere Sensibilität für erste Anzeichen zu sorgen, so Winkmann. Driessen verwies auf seine Erfahrungen als Ameland-Betreuer, wo es eine Präventionskurs-Pflicht gäbe. Es gebe schon viele „Tools“, sprach er auch von der Möglichkeit, dafür Sozialarbeit in Schulen einzurichten.

In der letzten Runde fragte Gerrit Hermans vom Caritasverband nach den Konzepten der Kandidaten, um der zunehmenden Altersarmut und der sozialen Dimension von Vereinsamung zu begegnen.

Im Kreis sei „auch nicht alles Gold, was glänzt“, nannte Guido Winkmann das Beispiel Kerken, wo oft die gleichen Leute allein spazieren gingen. Auf das Problem habe der Gesundheitsbericht der Träger im Kreis 2013 schon hingewiesen. Da könne anonymisierte Hilfe und „objektive Leute“, die nicht aus der näheren Umgebung stammten, helfen.
Davon halte sie nicht viel. Unterstützung müsse über die Sozialämter gehen, da müssten Hemmschwellen abgebaut werden, sagte Gorißen. „Das ist alles Bundesrecht, was wir umsetzen müssen.“ Träger, Vereine und die Tafeln, bei dem Thema seien alle vor Ort gefragt.

Driessen nannte die Erhöhung des Mindestlohns und die Anrechnung von Erziehungszeiten bei der Rente als mögliche politische Instrumente seitens des Bundes. Regional gelte es, den sozialen Wohnungsbau und neue Wohnformen zu schaffen. Er denke da an generationenübergreifende Wohnquartiere. Und für gezielte Hilfe und Beratung könnten auch Schulen und die Kirche ihren Beitrag leisten. „Jemanden, der sie an die Hand nimmt und ihnen Lebensfreude vermittelt“, das sei sein Ansatz.

Der AWO-Beratungsstellen-Koordinator Marcus Schweers diskutierte die Frage nach Verbesserung auf dem Wohnungsmarkt, auf den immer mehr Menschen mit geringem Einkommen günstigen Wohnraum brauchen und den Problemen, die Bezieher von Grundsicherung mit der Kürzung ihrer Hilfen haben, wenn die Wohnung zu teuer ist.

Peter Driessen

Das Ziel sei 30 Prozent sozialer Wohnungsbau, verwiesen Gorißen und Driessen auf die Kreis Kleve Bauverwaltungs-GmbH (KKB), die dazu ihren Geschäftsbereich erweitert hat. Da müsse noch nachgearbeitet werden, erwähnte Gorißen das Gutachten, dass zum Wohnungsmarkt im Kreis vorliegt. Als Landrat werde er mit den Kommunen reden, in Baugebieten Platz für den sozialen Wohnungsbau freizuhalten, ergänzte Driessen.

Guido Winkmann nannte das Beispiel Rheurdt, wo ein Unternehmer die ehemalige Grundschule zum Ärztehaus umgestaltet, den zweiten Teil davon aber mit sozialen Wohnungen ausgestattet hat. Er kenne den Unternehmer, unterstützte Driessen den Ansatz.
Man könne die Unternehmen dazu nicht verpflichten, aber in den Ausschreibungen entsprechende Beschränkungen einbauen, meinte der unabhängige Kandidat. „Wir dürfen nicht reden, sondern müssen machen.“

Dirk Boermann, Fachbereichsleiter des ambulant betreuten Wohnens der Diakonie, legte den Fokus auf die rund 200 opioidabhängigen Menschen, die in der Substitution sind, aber aufgrund ihres Alter immer weniger in der Lage sind, mit dem Bus zu einem der sie behandelnden Ärzte nach Kleve oder der einzigen Praxis im Südkreis nach Geldern zu fahren.
Da müsse man mit der Kassenärztlichen Vereinigung reden, der Weg nach Süchteln sei vielleicht eine weitere Möglichkeit, schlug Silke Gorißen vor. Guido Winkmann regte einen Betreuungsraum in Geldern an.

Am weitesten ging Peter Driessen. Er schlug vor, mit der LVR-Klinik Bedburg-Hau über die Einrichtung einer Dependance in Geldern zu reden und Investitionsanreize – zum Beispiel mit billigeren Baugrundstücken – zu schaffen „um Ärzte ins Gelderland zu kriegen.“

Viel Zuspruch für den Sport

Rund 70 Zuhörer – zumeist aus der Politik sowie dem Sport – waren ins Bühnenhaus gekommen, um am Dienstag die drei Landratskandidaten Peter Driessen (parteilos), Silke Gorißen (CDU) und Guido Winkmann (parteilos) zur Bedeutung des Sports und seiner Förderung im Kreis zu hören. Moderator Christoph Kepser wies zu Beginn darauf hin, dass der mögliche Vierte im Bunde, der AfD-Kandidat Friedrich Eitzert, sich entschuldigt habe. Er sei im Urlaub.

In seinem Grußwort sprach der Kevelaerer Bürgermeister Dominik Pichler von einer „sportlichen Auseinandersetzung“, wo „alle auf Sieg spielen“. Er gehe von einem Spiel aus, „das nach 90 Minuten nicht entschieden“ sei, aber trotzdem „hoffentlich viel Leidenschaft“ bei den Beteiligten zeigen werde.

Der Kreissportbund als Veranstalter sei „politisch, aber nicht parteipolitisch“, unterstrich dessen Vorsitzender Lutz Stermann. In keiner der Publikationen des Kreises würden die 7000 Ehrenamtlichen der Vereine angemessen gewürdigt. Man habe sich daher entschlossen, an die Politik „stärker ranzugehen“.

Der passionierte Tennisspieler Peter Driessen präsentierte sich als „führungs- und verwaltungserfahrener“ Bürgermeister, der gewohnt sei, Entscheidungen zu treffen. Er wolle „Mobilität grüner machen“, Punkte wie bedarfsgerechte Ärzteversorgung und Pflege gewährleisten, die Verwaltung als „bürgernahe Service-Einrichtung“ führen und als Ansprechpartner „auf Augenhöhe“ gesehen werden.

Die als Kind Ballett tanzende Silke Gorißen sprach von einer „großen To-Do-Liste“, von der „wirtschaftlichen Stärkung des Kreises“, dem Erhalt der „hohen Lebensqualität“, von Versorgung und Tourismus, der Sicherheit über die Kreispolizei und Sport als „weichem Standortfaktor“, der Wertschätzung verdiene.

„Viele motzen und meckern, aber keiner macht es selbst“, erhielt Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann Applaus für seinen Ansporn sich zu bewerben. Er wolle „für alle 16, mit allen 16“ Kommunen arbeiten und dafür sorgen, dass die gute Idee einer Stadt und eines Vereins von der anderen Stadt oder dem Verein übernommen werden könne.

Danach stellte Kepser Fragen zum Sport im Kreis. Ob es einen eigenen Sportausschuss im Kreis geben soll, da zeigte sich Gorißen vorsichtig. „Das ist eine gute Idee, aber nicht extra einen Ausschuss für Sport“, sah sie ihn im Kontext mit Freizeit oder Schule besser aufgehoben. Für Winkmann sei das eine „Frage der Parteien“, die vielleicht wirklich auch mal „sachkundige Bürger“ dazu beriefen. Peter Driessen gab ein „klares Ja“ für einen solchen Ausschuss ab – allerdings in Zusammenhang mit Kultur und Ehrenamt und mit dem Kreissportbundvorsitzenden als „natürliches Mitglied von Geburt an“.

In dieser Konstellation bewegte sich der ganze Abend: der sportidealistisch denkende, engagiert argumentierende Winkmann, die differenziert und sich erst gegen Ende verbindlicher äußernde Gorißen und der aus seiner Praxiserfahrung heraus konkret argumentierende Driessen.

Im Jugendhilfeausschuss sollte der Kreissportbund nicht vertreten sein, weil er selbst Geldnehmer sei, aber über den Ausschuss Geld gebe, sagte Driessen. Bei dem Aufbau eines Sportentwicklungsplan in den einzelnen Kommunen solle der Kreis als Koordinierungsbehörde zur Verfügung stehen, meinte Winkmann. Man dürfe „nicht in die Kommunen hineinregieren“ und Vorgaben machen, mahnte Gorißen dabei. Jede Kommune sei anders aufgestellt.

In Sachen „Übungsleiter“ gelte es Vereine und Schulen zusammenzubringen, um zu sehen, wo man in der Grundschule oder dem Nachmittagsprogramm Sportangebote schaffen könne, meinte die CDU-Politikerin. Bei den Kosten für die Übungsleiter müsse der Kreis Geld zur Verfügung stellen.

Beim Thema „Schwimmen“ gebe es mehr Bedarf als Angebot, müsse man die Kurse in den Hallenbädern von den diversen Anbietern platziert bekommen, meinte Gorißen. Die Hallenbäder müssten ihr Angebot ausweiten. „Das hängt aber auch ab vom personellen Angebot.“ Der Kreis müsse mit den Gemeinden dafür sorgen, dass Kinder schwimmen lernen, sagte Driessen. Er könne sich eventuell eine projektbezogene Förderung wie in der Kultur vorstellen. Der SPD-Politiker schlug auch einen „Ehrenamtspreis“ für eine Person aus jeder Kommune vor. Dafür gab´s Applaus.

Als sportliche Vision für 2025 formulierte Winkmann die Entwicklung der „Sportanlagen der Zukunft“, wo Skater und Senioren gleichermaßen aktiv sein können. Peter Driessen sprach von dem „Traum eines weiteren Leistungsstützpunktes für den Kreis Kleve“.

Konkret wurde es bei den Zuschüssen für den Kreissportbund, die sich aktuell bei 25 000 Euro bewegen. Die Bürgermeister hätten sich in Kalkar einstimmig für eine deutliche Erhöhung ausgesprochen, sagte der SPD-Politiker. Das sei durch den amtierenden Landrat „kaputtgegangen.“ Darüber könne man reden, sagte Gorißen. Guido Winkmann befürwortete eine Erhöhung, machte aber klar: „Wenn die Parteien sagen, es gibt keine Kohle, bin ich zweiter Sieger.“

Vorbereitung zur Kommunalwahl getroffen

Turnusgemäß fand die Mitgliederversammlung der Vereinigten Wählergemeinschaften im Kreis Kleve im Waldhaus Dicks in Weeze statt. Unter anderem stand die Wahl des Vorstandes auf der Tagesordnung. Nach dem Jahresbericht des Vorsitzenden Ralf Janssen folgte der Kassenbericht des Geschäftsführers Markus Peukes.

Nach der Entlastung des Vorstandes folgten die Neuwahlen. Hier wurden alle Personen in ihrem Amt einstimmig bestätigt. Somit bleibt Ralf Janssen (Kerken) Vorsitzender der Kreiswählergemeinschaft.

Seine Stellvertreter bleiben Patricia Gerlings-Hellmanns (Kerken) und Stephan Heintze (Straelen). Geschäftsführer ist weiterhin Markus Peukes (Geldern), Beisitzer sind Bärbel Schmitz (Geldern) und Paul Zigan (Kleve). Als Kassenprüfer wurden Christian Schimanski (Straelen), Johannes Stammen (Weeze) und Udo Holtmann (Kevelaer) gewählt.

Ein wichtiges Thema war die bevorstehende Kommunalwahl am 13. September. Hier stellte der Vorstand die Wahlkampfplanungen sowie den aktuellen Stand der Sammlung von geforderten Unterstützungsunterschriften vor.

Diese werden für die Zulassung zur Wahl benötigt. Der Vorstand konnte hier mitteilen, dass in fast allen 27 Wahlkreisen die Unterlagen vollständig seien. Die Unterlagen wurden dem Kreiswahlleiter übergeben. „Wir sind zuversichtlich, dass wir ein sehr gutes Ergebnis bei der Kommunalwahl erzielen werden und dass wir auf jeden Fall Fraktionsstärke, also mindestens zwei Mandate erreichen“, sagte der Vorsitzende Ralf Janssen. „Durch die gute Zusammenarbeit mit den Wählergemeinschaften in den einzelnen Kommunen sollte das möglich sein.

Mit den neu gegründeten Wählergemeinschaften in Rheurdt, Kranenburg und Geldern, sind Wählergemeinschaften in fast allen Kommunen im Kreis Kleve vertreten.“
Landratskandidat Peter Driessen wird in den kommenden Wochen einige Termine und Veranstaltungen mit den Wählergemeinschaften im Rahmen des Wahlkampfes besuchen.

Gewinne für die Grünen bei der Europawahl in Kevelaer

Im Kevelaerer Rathaus trafen am Tag der Europawahl Bürger und Vertreter der politischen Parteien ein, um auf einer Leinwand die TV-Bilder und die Ergebnisse für die Wallfahrtsstadt einzuordnen. Schnell wurde deutlich, dass es für die Sozialdemokraten ein ungemütlicher Abend werden würde. Sowohl hinsichtlich der Bundesergebnisse der Europawahl, die einen Absturz auf 15 Prozent schon andeuteten, als auch mit Blick auf die Ergebnisse in Kevelaer und die absehbare Niederlage bei der Bremer Bürgerschaftswahl.

Auch der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Angenendt verfolgte das Verkünden der Ergebnisse. „Einfach nur traurig“, war der knappe Kommentar, den er dazu abgeben konnte. „Da muss man langsam wach werden“, ergänzte er in Richtung Berlin.

Pichler:Eine derbe Niederlage.“

Ausführlicher äußerte sich in einem frühen Stadium der Auswertung der Kevelaerer Bürgermeister. „Wir haben derzeit auf Bundesebene eine schwache Performance. In den letzten Monaten ging es um Klimaschutz“ – und da seien die Grünen halt glaubwürdiger vertreten gewesen. „Eine derbe Niederlage“ nannte Pichler das Ergebnis, „nicht völlig überraschend.“ Es liege ihm fern, kluge Ratschläge an seine Partei zu geben. „Dass das die eine oder andere Konsequenz haben muss, liegt auf der Hand“, ließ er offen, ob diese eher inhaltlicher oder personeller Natur sein sollen.

Wahlergebnisse aus Kevelaer. Grafik: eg

Positiv bewertete er den Trend, dass die AfD im Vergleich zur Bundestagswahl verloren hat. „Wenn die Flüchtlingspolitik nicht gehypt wird, verliert sie Wähler“, und dass ihr der eine oder andere Spendenskandal auf die Füße falle, das komme halt noch dazu.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Paul Schaffers meinte, es handele sich hier um keine Kommunalwahl, sondern um eine Europawahl, die man nicht so ohne Weiteres übertragen könne. Die eigenen CDU-Verluste – sowohl in Kevelaer als auch im Bund bei der Wahl – hätten ihre Ursache in dem alles überlagernden Thema Umweltschutz gehabt, so Schaffers. „Da haben die Grünen unberechtigterweise ein Alleinstellungsmerkmal. Wir müssen besser erklären, dass wir es da besser können.“ Und „so schnell“, wie die Grünen das mit dem ökologischen Wandel versprechen würden, „wird es nicht gehen.“ Der SPD-Abwärtstrend sei „schlecht, weil es dadurch schwer wird, politische Mehrheiten zu kriegen“, so wie in anderen europäischen Ländern.

Mario Maaßen (CDU) machte neben der „Fridays for Future“-Bewegung, wo die Grünen „super mit gefahren und aufgesprungen“ sind, für seine Partei einen weiteren Aspekt deutlich. „Da war das Rezo-Video, da haben die Jüngeren eine Reaktion darauf erwartet“, sah er die Schwäche der eigenen Kommunikation gerade in dem Segment als problematisch an.

Verantwortung für den Klimaschutz

Entspannt konnten die Grünen als klarer Wahlsieger den Abend verfolgen. „Das ist ein Riesenerfolg für uns heute“, erklärte Birgitt Höhn, Ratsmitglied und Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Kreistag. „Das bestätigt unsere Arbeit. Mit den Themen der Jugend laufen wir seit 40 Jahren rum“, zeigte sie sich angesichts der noch offenen Zusammensetzung der europäischen Bewegungen und der Frage, ob es einen Rechtsruck in anderen europäischen Ländern gibt, verhalten. Man trage für die Themen Klimaschutz und die ökologisch-soziale Transformation Verantwortung. „So macht´s noch mehr Spaß – Grüne sind ja immer Überzeugungstäter“, war ihre Freude verständlich.

Bei der FDP hielt sich die Freude über das Ergebnis in Grenzen. „Wir waren grundsätzlich nie eine Riesenpartei, waren immer eine Partei, die ihre Akzente gesetzt hat“, meinte Ratsmitglied Jan Itrich. Es habe Trends gegeben, wie das Klima, wo die Grünen es geschafft hätten, Wähler anzusprechen. „Es gibt die Erwartung, dass diese Themen mit mehr Nachdruck verfolgt werden.“

In Kevelaer war die Wahlbeteiligung mit 13.238 Wählern und somit 63,07 Prozent höher als vor fünf Jahren mit 53,08 Prozent.

Herabsenkung des Wahlalters und Möglichkeit der Briefwahl

Das Leben einer Pfarrgemeinde ist im Lauf der letzten Jahre immer demokratischer geworden. Hat früher der Pastor mit seinen Mitarbeitern weitgehend das Leben der Pfarrgemeinde bestimmt, gibt es heute die Möglichkeit, dass auch Laien sich im Pfarreirat einbringen und Verantwortungs- und Entscheidungskompetenz übertragen bekommen.
Der Pfarreirat wird alle vier Jahre gewählt. Im Bistum Münster finden die Wahlen der Pfarreiräte am 11. und 12. November statt. Dieses Jahr gibt es zwei Neuerungen: Durch die Herabsetzung des Wahlalters sind erstmals auch Jugendliche ab 14 aufgerufen, Menschen ihres Vertrauens in dieses Gremium zu wählen. Die zweite Änderung ist die Möglichkeit der Briefwahl.
Die Einführung der Briefwahl hat etwa in Bayern vor einigen Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Wahlbeteiligung geführt. Für das Bistum Münster wird durch die Möglichkeit der Briefwahl und durch die Senkung des Wahlalters eine höhere Wahlbeteiligung erhofft. Bischof Felix Genn lud die Wahlberechtigten im Vorfeld ausdrücklich dazu ein, von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen: „Nur so bekommt der Pfarreirat eine breite Legitimation, die Rückhalt für die bevorstehenden Aufgaben ist.“
Zur Großpfarrei St. Antonius gehören seit drei Jahren neben der St. Antonius-Gemeinde in Kevelaer auch die Gemeinden in den Ortschaften Twisteden, Wetten, Winnekendonk und Kervenheim. Erstmals wurde im Dezember 2014 ein neuer Pfarreirat für die fünf Gemeinden gewählt. Die Pfarreiratsmitglieder, so Pastor Andreas Poorten, hätten die Fäden, die ihnen durch die intensive Vorbereitung auf die Fusion gereicht wurden, aufgenommen und an der gemeinsamen Zukunft ‚gewebt’: „Ein tragfähiges Netz sollen unsere fünf Gemeinden bilden, damit der Glaube auch in Zukunft in unserer Heimat gelebt werden kann.“
Für den Pfarreirat der Gemeinde St. Antonius treten 19 Kandidaten zwischen 19 und 71 Jahre an. Ihre Aufgaben sind die Mitverantwortung für eine lebendige Liturgie und Sakramentenkatechese, die Erhaltung und Stärkung des Gemeindelebens vor Ort, die Vernetzung der Gruppen und Verbände, die Qualifikation der Ehrenamtlichen und die Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit. Wahlberechtigte können bis zu 15 Stimmen abgeben. In St. Antonius sind 12.946 Wahlberechtigte zur Wahl aufgerufen.
Die Mitglieder des Pfarreirats sind neben Pfarrer, Kaplan und einem Diakon zwölf gewählte, drei berufene und drei beratende Gemeindemitglieder. Der Pfarreirat trifft sich mindestens einmal pro Quartal zu einer öffentlichen Sitzung.
Am Wahlwochenende gibt es vielfältige Aktionen in St. Antonius. In Winnekendonk gibt es eine Buchausstellung von Samstag, 16 bis 18 Uhr und Sonntag, 10 bis 17.30 Uhr. Am Sonntag gibt es um 11.15 Uhr in der St.-Urbanus-Kirche eine Jugendmesse unter dem Motto „Einer trage des anderen Last“, die von der Gruppe „Glaubhaft“ mitgestaltet wird. In Wetten laden die Messdiener am Sonntag ab 14.30 Uhr im Pfarrheim zu Kaffee und Kuchen, Spiel, Basteln und Malen ein. In Kervenheim findet am Sonntag ab 14.30 Uhr im Pfarrheim das Caritas-Café und eine Buchausstellung statt. Die Bücheroase in Kevelaer ist am Samstag von 15 bis 18 Uhr und am Sonntag von 9.30 bis 17 Uhr.
Kandidaten
Bernarde Broeckmann (44), Verwaltungsfachwirtin, Anne Düngelhoef (36), Kaufm. Angestellte, Dr. Christoph Joosten (54), Berufsschullehrer, Catarina Kösters (40), Angestellte, Stephanie Pickmann (47), selbständig, Fabian Plaep (23), Altenpfleger, Dr. Brigitte Sensen (46), Tierärztin, Anne Teller-Weyers (28), Veranstaltungskauffrau, Matthias Wirth (37), Orgelbauer, Mario Wolsing (45), Dipl. Ing. Elektrotechnik, Georg Foitzik (48), Hausarzt, Ulrich Hoffmann (57), Einrichtungsleiter, Carola Krahnen (71), Bankkauffrau, Gertrud Opgenhoff (50), Bürokauffrau, Michaela Ricker (27), Konditorin, Marion Schink (41), med. Fachangestellte, Johann Verhoeven (19), Student, Hans-Gerd Willems (58), kfm. Angestellter und Markus Wolters (46), Betriebswirt.
Wahllokale
Kevelaer: Samstag von 17 bis 19.30 Uhr. Sonntag von 9.30 bis 17 Uhr im Pfarrheim.
Twisteden: Sonntag von 9 bis 12 Uhr im Pfarrheim.
Wetten: Sonntag von 9.15 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 17 Uhr im Pfarrheim.
Winnekendonk: Samstag von 16 bis 18 Uhr. Sonntag von 10.30 bis 17 Uhr im Pfarrheim.
Kervenheim: Samstag von 17.45 bis 18.30 Uhr in der Kirche. Sonntag von 14.30 bis 17 Uhr im Pfarrheim.