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Workshops im Bereich Malerei, Bildhauerei, Literatur und Blues Harp

Sommer-Akademie der Volkshochschule

Mit Beginn der Sommerferien öffnet auch dieses Jahr die Sommer-Akademie der Volkshochschule Gelderland ihre Pforten – unter Einhaltung der dann geltenden Corona Schutzbestimmungen.

Bildung vor der Haustür und zu Hause

Das letzte halbe Jahr sei besonders gewesen, versichert VHS-Leiter Bernd Reintjes bei der Präsentation des neuen Halbjahres-Programms der Volkshochschule Goch-Kevelaer-Uedem-Weeze. „Wir hatten auch einen Lockdown. Ab März ging gar nichts mehr. Wir mussten Kurse mittendrin abbrechen und den Leuten dann kurzfristig Bescheid geben.“ Viele Kurse seien nicht weiter durchgeführt worden, ob nun in Sachen „Gesundheit“ oder „Sport“. Andere seien erst gar nicht angelaufen. „Und bei den Erstattungen mussten wir das haarscharf auf die Stunden abrechnen. Das war viel Aufwand.“

Einige Angebote wurden auf Online umgestellt, soweit es möglich war, so wie auch die Schulabschlüsse. „Wer für das Schuljahr 20/21 an dem Hauptschul- und mittleren Abschluss Interesse hat, kann sich ab nächste Woche bei uns telefonisch melden“, sagt Reintjes und erinnert daran, dass auch die Integrationskurse noch beendet wurden, „weil auch Zeitschienen dranhängen.“

Das aktuelle Kursprogramm unter der Überschrift „Bildung vor der Tür und zu Hause“ soll auch eine Signalwirkung nach außen haben. „Wir sind eine Präsenzeinrichtung und müssen es auch bleiben“, unterstreicht der VHS-Chef. Natürlich bleibe aber angesichts der aktuellen Infektionszahlen und Debatten „eine gewisse Unsicherheit.“ Das Programm umfasst alle Angebote von „Mensch und Gesellschaft“ über „kulturelle Bildung und Kreativität“, „Gesundheit“ und „Sprachen“ bis „berufliche Bildung“ und „Grundbildung mit Schulabschlüssen.“ Das Online-Angebot werde dabei „beibehalten und sogar ausgebaut“, so Reintjes. 

Es werden Kleingruppen gebildet

Man werde viele Kleingruppen schaffen, Kreativkurse auf acht, neun Personen beschränken und auch Outdoor einiges tun. Auch Stimmbildung mit fünf oder sechs Leuten im Forum sei möglich. „Wir hoffen, dass die Leute das annehmen“, ergänzt Reintjes‘ Stellvertreterin Daniela Gust. Die Gebühren würden zwar etwas steigen. „Aber dafür kommt man in den Genuss von Kleingruppen und wir liegen immer noch weit unter Marktpreis.“ Angebote wie die Theaterfahrten werden wahrscheinlich nicht stattfinden, weil die Spielpläne aufgrund der Abstandsregeln auf der Bühne eingestampft wurden. Und auch die Studienreisen hat man erstmal rausgenommen, bis auf einzelne inländische Angebote im Frühjahr 2021, „um zu sehen, wie es sich entwickelt“, so Bernd Reintjes.

Was Kevelaer betrifft, gebe es auch die ganze Palette der Angebote. „Und die meisten Computer- und Präsenzangebote in dem Bereich EDV gibt es in Kevelaer, weil da die Computerwerkstatt sitzt.“ Als besonderen Akzent im Bereich „Kultur“ hob Daniela Gust die beiden im letzten Halbjahr ausgefallenen musikalischen Vorträge von Roman Salyutov in der Kevelaerer Begegnungsstätte hervor. Die Vorträge beschäftigen sich in einer Kombination aus Information und Konzert mit dem Werk Ludwig van Beethovens (27. Oktober) und Frédéric Chopin (1. Dezember).

Vom Einheits-Wochenende bis Bollywood

Das neue Volkshochschulprogramm für den Herbst 2020 ist da. Es liegt im Hauptgebäude der VHS, Kapuzinerstraße 34, Geldern, in den Anmeldestellen einiger Rathäuser sowie bei vielen weiteren öffentlichen Einrichtungen aus. Alles Wissenswerte findet sich auch auf www.vhs-gelderland.de

Im Jahr 2020 feiert unser Land „30 Jahre deutsche Einheit“. Die VHS möchte im Herbst, nach dem Ausfall vieler Veranstaltungen im Frühjahr, erneut der Frage nachgehen, welche Auswirkungen das Ende der DDR auf ostdeutsche Generationen und deren Familien hatte. Dazu wird das VHS-Film-Forum am Donnerstag, 26. November, den Film „Generation ‘89 – Erwachsenwerden im Wendejahr“ zeigen.

Die Berliner Filmemacherin, Anke Ertner, die an diesem Abend anwesend sein wird, und ihre Freunde waren zwischen 14 und 18 Jahre alt, als die Mauer fiel. Die Kinder der 1970er Jahre, deren Eltern Pfarrer, Angehörige der Nationalen Volksarmee, Journalisten oder Regime-Kritiker waren. Kindheit, Jugend und Sozialisation fanden noch in der DDR statt, das Erwachsenenleben im wiedervereinten Deutschland lag vor ihnen.

Autor Johannes Nichelmann stellt am Mittwoch, 23. September, in Geldern sein Buch „Nachwendekinder – Die DDR, unsere Eltern und das große Schweigen“ vor. Hier porträtiert er seine Generation, junge Ostdeutsche, die erst in den Jahren rund um Mauerfall und Wiedervereinigung geboren wurden; deren Identität noch durch die DDR mitgeprägt wurde, obwohl sie schon nicht mehr existierte.

Zum „Einheits-Wochenende“ (30. September bis 4. Oktober) bietet die VHS erneut eine Studienreise nach Berlin und Potsdam an, die die wechselvolle Geschichte beider Städte in den Blick nimmt.

Eine Tagesfahrt am Dienstag, 6. Oktober, führt ins NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln. Als Gedenkort, Lernort und Forschungsstätte in einem dokumentiert das sogenannte EL-DE-Haus am Appellhofplatz die Zeit des Nationalsozialismus in Köln. Der Vormittag ist der Geschichte des Hauses und der Stadt gewidmet, der Nachmittag schafft Einblicke in den hauseigenen Arbeitsbereich „Dokumentation und Sammlung“.

Der Autor Johannes Nichelmann kommt im September nach Geldern.

© Ullstein Buchverlage 2019

Das Philosophische Café am Abend und der VHS-Literaturzirkel nehmen ebenso ihr Programm wieder auf. Beide Veranstaltungen haben inzwischen – angemessen umrahmt von Büchern – einen festen Ort in den Räumen der Öffentliche Bücherei Geldern gefunden.

In diesem Semester werden die Angebote der Online-Kurse erweitert. Die neuen Seminare „Projektmanagement – Projekte erfolgreich managen“ und „Bildarchivierung und –bearbeitung mit Adobe Lightroom“ werden rein digital durchgeführt. Diese Kurse ermöglichen die Wissensvermittlung örtlich unabhängig, denn jeder kann an seinem PC, egal wo, am Kurs teilnehmen und individuelle Unterstützung erhalten.

Das musikalische Angebot ist erweitert mit einem „Keyboard-Kurs“ und einem „Didgeridoo-Workshop“, sowohl für Anfänger wie auch Fortgeschrittene. In dem „Bollywood-Workshop“ erarbeiten die Teilnehmenden eine Choreographie zu einem bekannten Bollywood-Lied mit der dazu gehörenden Eleganz und Fitness. Infos aus Indien zu Essen, Kultur und Tradition runden die Veranstaltung ab.

Das bisherige Fremdsprachenangebot wird mit Schwedisch, Griechisch und Latein noch bunter, neu dazu kommen auch ein reiner Konversationskurs Spanisch sowie Französisch Intensiv für Schüler. Zudem bietet nun ein „Sprachenmarkt“ vor Kursbeginn Gelegenheit, in aller Ruhe unverbindlich durch die Sprachenvielfalt zu „schnüstern“, die Dozenten kennenzulernen und sich kostenlos beraten zu lassen.

Für Berufstätige gibt es besondere Lernformate wie Intensiv-, Kompakt- oder Crashkurse (auch am Wochenende). Auf Nachfrage werden auch maßgeschneiderte Firmenkurse angeboten. Für Deutschlerner gibt es einen kostenlosen Beratungsabend und ein breit gefächertes Kursangebot auf den Niveaustufen A1–B2.

Die Schulabschlüsse vom Hauptschulabschluss über den sogenannten 10A bis zum qualifizierten Mittleren Schulabschluss/Fachoberschulreife kann man kostenlos im Teilzeitlehrgang innerhalb von einem bzw. zwei Jahren erwerben.
Anmeldungen für alle Veranstaltungen nehmen die VHS in Geldern sowie die Anmeldestellen der Rathäuser entgegen. Online-Anmeldungen über www.vhs-gelderland.de, Info-Telefon: 02831/9375-0.

Volkshochschule Goch sagt alle Kurse ab

Um die Verbreitung des Corona-Virus einzuschränken, werden (gemäß Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW vom 15. März 2020) sämtliche Veranstaltungen, Kurse und Lehrgänge der Volkshochschule Goch bis zum 19. April 2020 ausgesetzt. Alle laufenden Kurse sind bis voraussichtlich Ende der Osterferien eingestellt. Alle noch beginnenden Kurse und Veranstaltungen werden abgesagt bzw. nach Möglichkeit verschoben. Die Geschäftsstelle in Goch ist weiterhin besetzt und unter Tel. 02823-6060 sowie per E-Mail (info@vhs-goch.de) für Fragen und weitere Informationen erreichbar.

Lernen im Live-Stream

Stolz konnten Theo Reintjes und Johannes Wilhelms das druckfrische Heft mit dem aktuellen Programm der Volkshochschule Goch-Kevelaer-Uedem-Weeze für das erste Halbjahr 2020 präsentieren. „Es ist farbig geworden, das Programm“, benannte VHS-Leiter Reintjes eine der Neuerungen. Damit ist es dem Layout angepasst, das man auf der Homepage der Volkshochschulen für die einzelnen Fachbereiche finden kann. „Es ist ja kein Bilderbuch, sondern wir wollen die Informationen weitergeben. Ich denken, da ist uns in sehr ansprechender Form ein Gleichgewicht gelungen.“

Der Titel zeigt Ludwig van Beethoven – und das mit Kopfhörer und Handy in der Hand. „Jeder weiß ja, dass der Mann nicht gut hören konnte, trotzdem ein Musikgenie war. Er war ein Querkopf – und auch die VHS muss immer querdenken“, formulierte Reintjes die Idee des Ganzen. „Das ist der Brückenschlag der mittleren und älteren Klientel zu den Jüngeren, die sich über Youtube und solche Kanäle informieren“, ergänzte Wilhelms, bei der VHS für berufliche Bildung und EDV zuständig.

Rund 350 Tages-, Abend – und Nachtangebote haben die Verantwortlichen zusammengestellt. Gegliedert ist das Ganze in die sieben Fachbereiche „Mensch und Gesellschaft“, „Kulturelle Bildung und Kreativität“, „Gesundheit“, Sprachen“, „Berufliche Bildung und EDV“, „Grundbildung und Schulabschlüsse“ sowie „Studienreisen“.

Erstmaliges Streaming-Angebot

Eine Premiere ist in diesem Jahr ein Live-Streaming-Angebot mit dem Titel „VHS-Wissen live“. Natürlich sei die Volkshochschule der Ort, wo unmittelbare Kommunikation stattfinde, auch um persönliche Kontakt zu knüpfen, sagt Reintjes. „Aber wir können nicht ignorieren, dass die Digitalisierung voranschreitet und gerade junge Leute das von der Pike auf erlernen.“ Dement-sprechend sei man auch gefordert, diese Mittel und Wege „als Ergänzung“ zu nutzen.

Renommierte Forscher, Experten und Wissenschaftler werden dort Vorträge halten. Die Palette reicht von einem Vortrag über „Künstliche Intelligenz“, „Friedensethik im 21. Jahrhundert“, „Wer beherrscht den digitalen Raum?“ bis zu „America first“ und der Krise des heutigen Parlamentarismus. Die Nutzer müssen sich bei der Volkshochschule online oder direkt am Standort anmelden. Dann werden an diejenigen die dazugehörigen Links verschickt. „So können wir halt evaluieren, wer das nutzt und ob sich das Angebot lohnt.“

Nutzer könnten auch Fragen stellen, die als Chatbeiträge gesammelt und vom Fachmann beantwortet werden, ergänzte Wilhelms. Auch Schulen will man dazu gerne mit ins Boot holen – und die rechtliche Frage noch klären, ob es erlaubt ist, die Sendungen aufzuzeichnen und daraus eventuell auf lange Sicht eine Mediathek anzulegen. „Das könnte der nächste Schritt sein“, so Reintjes. Den ersten Vortrag kann man am Donnerstag, 16. Januar 2020, ab 19:30 Uhr zum Thema „Der ungeliebte Bundesstaat“ von Prof. Dr. Peter Huber verfolgen.

Dazu gibt es erneut vier kostenlose Webinare in der Öffentlichen Begegnungsstätte in Kevelaer, wo vier Ärzte Auskunft zu Themen wie Demenz, Chronischen Atemwegserkrankungen, Migräne und Parkinson geben werden. „Der Erfolg hängt da vom Thema ab. Da sitzen mal zwei, mal zwölf Leute“, meint Reintjes.

Viele Angebote in Kevelaer

Zum Thema Ludwig van Beethoven bietet die VHS die Fahrt zu einem Violinkonzert in die Essener Philharmonie am 26. Juni und ein Klavierkonzert mit Roman Salyutov in der Kevelaerer Begegnungsstätte am 7. April an. Spannend dürften dort auch Werner Schoofs Bilderabend am 5. Juni mit kleinen Geschichten um die deutsche Fußballnationalmannschaft und die Lesung zu Ehren von Hanns Dieter Hüsch am 12. Februar mit Heinz van de Linde werden – beides kostenfrei.

Die ÖBS wird zudem Schauplatz von Stimmbildungs-Workshops am 8. Februar und 9. Mai mit der Sporanistin Ekaterina Korotkova und dem Musikwissenschaftler André Schmeichel. Beide veranstalten dort am 4. April einen Workshop zum Thema „Singen macht glücklich“. Und im Malraum der ÖBS wird die Malerin Sepideh Akbarzadeh ab dem 18. März an fünf Abenden zeigen, wie „Blindzeichnung am Gegenstand“ funktioniert.

Im Themenbereich Heimat- und Länderkunde werden auch Betriebsbesichtigungen wie bei der Abfallentsorgungsanlage Asdonkshof in Kamp-Lintfort und eine Besichtigung der JVA Kleve angeboten. Felicitas Wilhelms organisiert eine waldpädagogische Exkursion und einen dreitägigen Ferienworkshop in der freien Natur mit dem Ausgangspunkt Boxteler Bahn.

Französisch Schwerpunkt bei den Sprachen

Was Sprachkurse betrifft, hat die VHS im vergangenen Jahr 14.800 Stunden angeboten. Den größten Teil davon decken die Kurse für Migranten ab. Ein neuer Kollege sei zur Beratung und Entlastung eingestellt worden, so Reintjes. „Die Erfolgsquote bei den Kursen betrug 2019 über 70 Prozent“, dankte Reintjes sowohl Lehrern als auch den Teilnehmern, „die entgegen anderer Meinungen eine hohe Bereitschaft haben, schnell zu lernen.“ Das Bundesamt sei jedenfalls so zufrieden, dass es dafür finanzielle Zuwendungen für die nächsten vier Jahre erteilt hat. „Das sind öffentliche Mittel, für die eine hohe Nachweispflicht besteht“, sagt Reintges. Die Kurse müssen eine entsprechende Qualität aufweisen, die Lehrenden auch Schulungen erhalten.

Eine große Überraschung sei die „Renaissance“ der französischen Sprache bei den Angeboten. Reintjes führte das auch auf die Arbeit von Marie-Christine Schwitzgöbel zurück, die auch in diesem Jahr wieder mit einem deutsch-französischen Abend, einem „Pétit déjeuner“ und einem Vortrag über die Provence in der Kevelaerer Begegnungsstätte Lust auf die Sprache machen will. Und man will es in diesem Jahr mal wieder mit Griechisch-Kursen versuchen.

Angebote für Arbeitnehmer

Im Bereich EDV und berufliche Bildung können Interessierte die ganze Palette von Grund- und Aufbaukursen in Word, Excel, Outlook und Access als Standard oder auch vorgeschaltete Grundkurse für PC, Laptop und Smartphone sowie im Umgang mit Datenschutz, E-Mail und anderen Dingen im Internet wahrnehmen. „Wir machen auch Bildgestaltung und Design – sogar als Bildungswoche“, erläuterte Wilhelms.

Über einen Bildungscheck und eine Bildungsprämie können sich Mitarbeiter von Unternehmen beruflich weiterbilden lassen, „Da werden 50 Prozent bei einer Summe bis zu 500 Euro übernommen“, sagte Reintjes. Viele Betriebe nutzten diese Möglichkeit. Arbeitnehmer haben auf das Angebot der „Beratung zur beruflichen Entwicklung“ das Recht auf bis zu neun kostenlose Stunden. „Das hat in den letzten Jahren stark zugenommen“, sagt der VHS-Leiter. Wer noch den Hauptschulabschluss oder Mittleren Schulabschlusses machen will, sollte sich beeilen – kurzfristig könne man da in den Unterricht noch einsteigen, empfahl Reintjes.

Den Weg zur richtigen Farbe finden

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, welcher Farbtyp in Sachen Kleidung Sie sind? Ich zugegebenermaßen noch nicht. Vielleicht war auch das der Grund, weshalb ich der Farbtypberatung der Volkshochschule mit Linda van den Hoek-Deubner mit gemischten Gefühlen entgegengesehen habe – eine Mischung aus Neugier und der Frage „Brauche ich sowas?“ Mit sieben anderen Teilnehmerinnen saß ich also im Dachgeschoss der Öffentlichen Begegnungsstätte in Kevelaer und war gespannt, ob ich im Anschluss an die Beratung wohl gleich auf meinen Kleiderschrank stürzen und diesen komplett umgestalten würde.

Ein leuchtendes Rot und sattes Grün

Mit einer Farbtypberatung könne man beim Kleiderkauf „Unsicherheiten umgehen“, erklärte van den Hoek-Deubner. „Das heißt aber nicht, dass sie jetzt nur noch diese Farben tragen müssen.“ Immer wieder stellte ich mir die Frage: „Bin ich unsicher in meinem Kleidungsstil?“ Eigentlich nicht, dachte ich… Zumindest greife ich ohne jegliche Unsicherheit ganz mutig zu vielen verschiedenen Grautönen sowie zu Schwarz und Weiß. Als ich diesen Gedanken auf Nachfrage der Kursleitung kundtat, wurde deutlich, dass er nicht nur mich selbst belustigte. Offensichtlich fehlt mir einfach der Mut zur Farbe. Und mit Blick auf die verschiedenen farbigen Tücher der Dozentin dachte ich tatsächlich bei vielen Farben, wie schade es doch ist, diese nie zu tragen.

Die Beratung bezog sich lediglich auf das Oberteil des Outfits, alles darunter wurde außer Acht gelassen, da die Kleidungsstücke nicht direkt an das Gesicht und den dortigen Hauttyp grenzen. Schade eigentlich, dachte ich mir – wollte ich doch in großen Tönen davon erzählen, einen curryfarbenen Rock zu besitzen.

Waren die meisten Teilnehmerinnen des Kurses etwas mutiger beim Tragen von Farben, wurde dennoch deutlich: Es muss gekonnt sein. Bei den meisten merkte man Unsicherheiten, der Wille zur farbenfrohen Kleidung war aber vorhanden. Um die für jede Person individuell passenden Farben zu finden, setzte sich schließlich jede nacheinander auf einen Stuhl vor einen Spiegel und bekam von der Expertin verschiedene Tücher vorgehalten. Jedes Tuch beinhaltete mehrere verschiedene Farben. Willkürlich ausgewählt waren diese nicht. Die Tücher standen jeweils für einen Typen – den Frühlings,- Sommer,- Herbst- oder Wintertyp.

Rosa, Hellblau und Lila

Beim Anblick der Tücher ordnete ich mich selbst klar dem Herbst zu mit sanfteren Farbtönen wie Oliv, Senf, Petrol oder Braun. Zielstrebig hielt die Dozentin mir das Sommertuch an den Hals. „Oh je“, war das Einzige, was mir in diesem Moment einfiel. Rosa, Hellblau und Lila zierten meinen Hals – Farben, zu denen ich niemals freiwillig greifen würde. Bei meiner Gesichtsfarbe sagte die Expertin jedoch, dass die Farben für mich genau richtig seien. Daraufhin hielt sie mir noch den Frühling und den Winter an den Hals – da waren sich dann aber alle einig, dass das nicht meine Farben sind.

Voller Hoffnung, dass sie mir nun noch das Herbst-Tuch anhalten würde, blieb dieses einsam auf dem Tisch liegen und die Expertin wollte meine Beratung beenden. Vielleicht geleitet durch meinen verzweifelten Blick, griff sie schließlich doch noch zum Herbst-Tuch. Mit diesen Farben fühlte ich mich eindeutig am wohlsten. Dass die eigene Meinung und die der Expertin so unterschiedlich ausfielen, stellte sich zwar als ungewöhnlich, nicht aber als unüberwindbare Hürde heraus. Bereits zu Beginn und auch am Ende betonte die Expertin, dass Farbe auch immer etwas mit Gefühlen zu tun habe und „man will niemandem etwas aufzwingen.“ Außerdem gebe es auch aus der Herbstpalette einige Farben, die durchaus zu meinem Typ passen.

Von Frühling bis Winter

Nachdem jede Teilnehmerin den für sie passenden Farbtyp gemeinsam mit der Expertin herausgefunden hatte, wurde deutlich, wie unterschiedlich Menschen mit den verschiedenen Farben harmonieren. An diesem Abend reichte das Spektrum von Frühling bis Winter, von kühlen bis zu warmen Farbtönen.

Nach diesem Kurs weiß nun auch ich als echter „Farbenmuffel“, welche Farben, fachlich betrachtet, am besten zu mir passen. Letztlich bot der Kurs eine Orientierung in Sachen farblicher Kleidung. Welche Farbpalette in der Theorie zu einem passt, das kann wohl ab sofort jede der Teilnehmerinnen entgegnen, wenn die Shopping-Begleitung einen vermeintlich falsch berät. In welchen Farben man sich am Ende tatsächlich am wohlsten fühlt, das entscheidet allerdings jeder für sich selbst – unabhängig von der Meinung eines Experten. Ich werde in Zukunft sicherlich häufiger einmal die mir empfohlenen Farben anprobieren. Dass ich nun aber meinen Kleiderschrank auf links ziehe und mich geradezu euphorisch auf Kleidungsstücke dieser bestimmten Farben werfe, das muss ich bezweifeln…

100 Jahre Bildung für alle

Für die Volkshochschulen ist 2019 ein ganz besonderes Jahr, unterstrich VHS-Direktor Theo Reintjes bei der Vorstellung des aktuellen Kursprogramms für das erste Halbjahr im Gocher Langenberg-Zentrum.
Die Volkshochschulen feiern “100 Jahre Weiterbildung für alle”, weswegen eine große “100” das Deckblatt des neuen Programms ziert.
“In Weimar wurde die Volksbildung in die Weimarer Verfassung aufgenommen”, erläuterte Reintjes. Daraus ging eine Welle von Volkshochschulgründungen hervor, die den Zugang für verschiedene soziale Schichten zum Wissen erleichterte.
“Durch die Weimarer Verfassung wurde Bildung erschlossen, ein wichtiges Pfund. Das war und ist ein Kitt für den Zusammenhalt der Gesellschaft bis heute”, meint der VHS-Direktor.
Ein wesentlicher Bestandteil heute sei in der Beziehung die Integration, wo man über elf Integrationskurse in Goch, Pfalzdorf und Weeze anbiete und über die Sprachkurse wirke. “Das braucht auch enorme Bürokratie, aber den Aufwand macht man für die Menschen gerne.”
Über zuletzt gab es bei den Sprachprüfungen 26 Zertifizierungen für A2 und B1. “Integration ist mehr als Sprache, aber ohne geht es nicht”, sagt Reintjes.
“Auch das Kommunale wurde verankert, die Förderung durch die Länder, die Freiberuflichkeit der Lehrkräfte und die Freiheit der Lehre”, zählte er einige wesentliche Merkmale der Gründerzeit auf, die bis heute das Angebot prägen. “Und auch der Aspekt der Frauen” sei zu beachten, ergänzte seine Stellvertreterin Daniela Gust.
Das bedeute im gleichen Maße auch “100 Jahre Bildung vor Ort”, betonte Reintjes. Denn man sei in allen vier Kommunen – Weeze, Goch, Kevelaer und Uedem – mit einem Programm vertreten, stehe da über die Interessen im regelmäßigen Austausch. Einen offiziellen “Feiertermin” für das Jubiläum der Volkshochschulen gebe es mit der “Langen Nacht de Volkshochschulen” am 20. September auch schon.
Im Jahr 2018 habe man erstmals über 14.000 Unterrichtsstunden in rund 550 Veranstaltungen mit knapp 10.000 Teilnehmern angeboten.
Im Bereich “Geschichte und Mensch” hob Reintjes für Kevelaer die beiden Vorträge über den Historienmaler Friedrich Stummel am 15. März und über “100 Jahre Bauhaus” am 9. April in Kooperation mit dem Niederrheinischen Museum hervor.
Und in Sachen Verbraucherfragen wird am 15. Mai in der Öffentlichen Begegnungsstätte die Frage erörtert, “wie Arbeit 4.0 unser Leben verändert.”
Neu ist auch im musischen Bereich ein „Gitarren-Einsteiger-Workshop für Singer & Songwriter“ am 7. April in der Begegnungsstätte. Und das Malen im Rahmen der “Sommer-VHS” vom 18. bis 21. Juli dort hat die Künstlerin Gabriele Lomm übernommen.
Im “Gesundheits”- Spektrum der verschiedenen Angebote zu Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung sei erstmals auch ein Workshop zu “Resilienz – der Widerstandskraft der Seele” am 6. April mit Udo Spelleken von der Paritätischen Akademie NRW in der Begegnungsstätte geplant. “Das war schon mal vorgesehen, es gab eine hohe Nachfrage”, so der VHS-Leiter. “Aber das mussten wir verschieben – jetzt ist es möglich.”
Was Sprachen anbetrifft, setzt die VHS in Kevelaer einen charmanten Akzent auf die französische Sprache. Dazu bietet die VHS im “Café Lindenbaum” am 29. März ein “pétit dejeuner” an, wo ausschließlich nur Französisch geredet werden soll.
Ergänzt wird das durch einen Kabarettabend “Meine Rendez-vous mit Deutschland” am 4. April und einem Chansonabend am 4.J uli mit der Muttersprachlerin Marie-Christine Schwitzgöbel in der Begegnungsstätte. “Wir wollen neue Formate ausprobieren, um darüber den Menschen die Sprache näher zu bringen”, erläuterte Reintjes den Ansatz.
Im Bereich “Berufliche Bildung” sollen Selbstständige in der ÖBS auch die Chance erhalten, den Einstieg als Online-Händler (16./ 23.3, 9-16 Uhr) zu erlernen. “Den Leuten bewusst machen, wie das geht”, sei da die Idee.
Anmeldungen für die Kurse seien auch online möglich, dort sei auch das aktuelle Programmverzeichnis abrufbar. Das “klassische” Programmheft werde aber in einer 10.000er-Auflage aktuell in den vier Kommunen verteilt. “Dann liest man vielleicht auch eher mal das ganze Programm durch”, sagt Reintjes. Für das Heft kämen auch noch Anfragen per Telefon.
Die breite Angebotspalette an verschiedenen Standorten sei “ein Kompromiss” und “suboptimal”, weil man oft an den Veranstaltungsorten nicht deutlich gekennzeichnet sehe, dass die VHS dort existiere, meint Daniela Gust.
Das gelte allerdings nicht für Kevelaer, wo an der ÖBS deutlich die “VHS” gekennzeichnet sei. Auch an die Parkzeiten vor der Öffentlichen Begegnungsstätte sei gedacht worden: Was die Länge der Veranstaltungen betrifft, sei man auf einen Rhythmus von eineinhalb Stunden gegangen, “damit die Leute keine Knolle kriegen.”
Was den beschlossenen Umzug der Volkshochschulen-Verwaltung und einiger Kurse von Goch nach Pfalzdorf in die dortige frühere St. Martin-Hauptschule angeht, konnte Theo Reintjes noch keine Angaben für ein genaues Datum machen.
Die Räumlichkeiten dort ließen sich sicher sehr gut herrichten, aber erstmal müssten Aufträge vergeben werden, bevor was passiere. “Mitten im Semester wird der Umzug nicht möglich sein”, so Reintjes. Allerdings soll das Ganze noch in diesem Jahr angepackt werden.