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Viele neue Sterne im Kreis Kleve

Immer häufiger machen die Deutschen im eigenen Land Urlaub. Vor diesem Hintergrund freut sich die Wirtschaftsförderung Kreis Kleve besonders, dass die Zahl der Ferienwohnungen mit drei, vier und fünf Sternen im Kreisgebiet in den letzten Wochen deutlich angestiegen ist. Mittlerweile ist jede fünfte der insgesamt 417 teils jungen, oft neuen Feriendomizile vom Deutschen Tourismusverband (DTV) besucht, gecheckt und klassifiziert worden. Motiviert durch eine publikumswirksame, sommerliche Werbeaktion, für die seitens der veranstaltenden Wirtschaftsförderung Kreis Kleve jedem Teilnehmer ein handsigniertes Kreis Kleve-Plakat von Städteplakat-Zeichner Wilhelm Schlote zum Geschenk gemacht wurde, gibt es ab sofort weitere zehn Mehr-Sterne-Adressen in der Region.

„Wir im Kreis Kleve dürfen mit der Fortentwicklung von Zahl und Qualität der Ferienwohnungen absolut zufrieden sein“, freut sich Kreis-Wirtschaftsförderer Hans-Josef Kuypers. Längst sei die Klassifizierung durch die DTV-Prüferin Simone Meesters und die spätere Werbung mit den zugesprochenen Sternen ein allseits geschätztes Marketing-Instrument und führe bei anspruchsvoller Internetseite zu wachsendem Zuspruch, heißt es seitens der Kreis-WfG. Und so strahlen nun in der Summe 49 neue Sterne an den Hauswänden der Ferienwohnungen in Bedburg-Hau, Emmerich am Rhein, Goch, Issum, über Kleve und Straelen bis zur Wallfahrtsstadt Kevelaer. Das Objekt mit der größten Zahl an neu klassifizierten Ferienunterkünften findet man nun in Straelen. Im Gästehaus „Alte Schmiede“ wurden sowohl Ferienwohnungen als auch -zimmer mit drei und vier Sternen geschmückt. Auch ein Seminarraum für bis zu 16 Personen steht den Gästen der „Alten Schmiede“ zur Verfügung.

Drei Sterne erhielten bei den Klassifizierungen ebenfalls das historische Ferienhaus „Gerkenshof“ in Emmerich am Rhein, die Ferienwohnungen „Hans EG“ und „Gisela OG“ in Uedem, die Ferienwohnung „Alte Schmiede“ in Bedburg-Hau und die Ferienwohnung „Am Kahlenberg“ in Weeze.

48 Objekte tragen vier Sterne

Unter den insgesamt 86 klassifizierten Ferienwohnungen im Kreis Kleve seien 48 Objekte mit vier Sternen ausgezeichnet, erklärt Irina Tönnißen von der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. Mit vier Sternen darf jetzt auch Betreiber-Familie Leni und Theo Bühren auf sich aufmerksam machen. In ihrer Ferienwohnung „Deichkrone“ in Rees können sechs Feriengäste in ruhiger Lage und in der Nähe des Rheins verweilen. 

Auch in Goch hängt fortan ein Schild mit vier DTV-Sternen: am Ferienhaus „Erdbeere“, in dem ebenfalls sechs Gäste nächtigen können. Bei dem Namen des Ferienhauses ließen sich die Betreiber Simone Nakonzer und Dominik Hoolmans durch ihre Lieblingsfrucht inspirieren. „Mit Erdbeeren verbindet jeder etwas Positives, so soll es den Gästen in Zukunft auch mit unserer Ferienwohnung gehen“, so beide unisono. Außerdem werben ab sofort die Ferienwohnung „Abenteuerferien“ sowie die Ferienwohnung „Frida“, beide in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, mit vier DTV-Sternen.

Betreiberin Dorothee Faber darf ihre Ferienwohnung Villa Doro „Romeo & Julia“ in Issum mit der Höchstzahl an Sternen bewerben: Fünf Sterne erreichte das exquisit ausgestattete Feriendomizil.

Am Airport Weeze starten wieder Flieger

Der Flugbetrieb nimmt nach und nach wieder Fahrt auf am Airport Weeze. Nach 90 Tagen Corona-bedingtem Stillstand startet am kommenden Sonntag, 21. Juni 2020, erstmals wieder ein Ryanair–Linienflug vom niederrheinischen Flughafen. Ab dem 2. Juli 2020 wird das Flugprogramm dann pünktlich zum Start der Sommerurlaubssaison deutlich zunehmen. Nach den vorliegenden Plänen der Ryanair und der Corendon Airlines, stehen dann 26 Ziele im Weeze-Flugplan. 54 Flüge werden dann in jeder Woche ab Weeze starten. Das entspreche etwa 50 Prozent der Flugkapazität des vergangenen Sommers, berichten die Verantwortlichen des Airports.

Der Erstflug der Corendon Airlines vom Airport Weeze nach Antalya ist am 27. Juni 2020 vorgesehen. Die Fortsetzung der neuen Verbindung, die zweimal wöchentlich angeboten wird, ist ab dem 15. Juli 2020 geplant. Reisen zu außereuropäischen Zielen stehen nach Informationen des Auswärtigen Amts noch unter Vorbehalt. Das betrifft aktuell auch die geplanten Ryanair-Verbindungen zu sechs marokkanischen Zielflughäfen. Die Gastgeber in den spanischen Urlaubsregionen von Valencia, Alicante, Girona, Mallorca oder Ibiza können sich aber schon jetzt auf zahlreiche Urlaubsgäste vom Niederrhein und den angrenzenden Niederlanden vorbereiten. Auch Griechenland und Italien zählen zu den Ländern, die ohne Einschränkungen bereist werden können.

Maskenpflicht und Desinfektionsspender

Der Flughafen hat bereits Vorbereitungen getroffen. Mit großformatigen Plakaten und Piktogrammen zur Maskenpflicht, zur Hygiene und zum Abstand werden Fluggäste und Besucher auf die neuen Verhaltensregeln am Airport hingewiesen. Die Gesundheitsschutzmaßnahmen für Fluggäste, Besucher und die Beschäftigten umfassen die Pflicht zur Mund-Nase-Bedeckung (Maskenpflicht), Desinfektionsspender in den Zugangsbereichen und deutlich markierte Distanzzonen. In Servicebereichen wie Check In-Schalter, Bordkartenkontrolle und Flughafeninformation wurden Glaselemente als Hygieneschutz installiert.

Ludger van Bebber, Geschäftsführer des Flughafens, erklärt: „Die vergangenen drei Monate waren für alle Flughafen-Mitarbeiter eine große Herausforderung. Für viele war diese Phase mit Einschränkungen, auch im persönlichen Umfeld, verbunden. Für die Geduld und Zuversicht, die sie in dieser Zeit gezeigt haben, möchte ich mich bei unseren Teams ausdrücklich bedanken. Ich freue mich, dass wir jetzt wieder gemeinsam an die Arbeit gehen können.“

Reisebüros setzen auf Trendwende

Sandra Jacobs sitzt hinter ihrer Plexiglasschreibe in ihrem „TUI Reise Center“ an der Amsterdamer Straße und wartet an diesem Morgen auf die ersten Kunden. „Es hat sich alles verändert. Unsere Arbeit ist komplett nicht mehr so wie früher“, beschreibt die Betreiberin des Reisebüros die aktuelle Situation.

Seit den coronabedingten Reisewarnungen seien kaum noch Buchungen zu verzeichnen gewesen, viele Reisen storniert worden. „Der Juli ist sonst der Hauptreisemonat, da sind von den gut sechzig Vorgängen noch 14 über. Das tut schon weh.“ Der Umsatz seit März sei „faktisch gleich Null“. Die paar, die fliegen wollten, seien ein Tröpchen auf dem heißen Stein. „Bei einer 2000-Euro-Buchung bleiben ohne das Finanzamt für mich 200 Euro übrig – also ein Abendessen bei Stassen“, meint sie zuspitzend. Jede zweite Buchung sei gefühlt eine Kreuzfahrt, der Mai da sonst der stärkste Monat. „Die sind alle ausgefallen.“ Bei Fernreisen sei die Situation generell schwierig. „Wir hatten zum Beispiel, was die USA angeht, viele Anfrage für Rundreisen, Flüge, Mietwagenbuchungen. Die sind bis weit in den Juli/August schon storniert.“

Jacobs hofft darauf, dass viele Reisende jetzt doch wieder auf ein Auslandsreiseziel setzen. „Es gibt so viele sichere Ziele und Länder, die bereisbar sind wie Griechenland, was die Hygiene betrifft, die spanischen Hotels definitiv auch. Kroatien mit Flug oder eigener Anreise geht auch, die hatten kaum Corona. Und Portugal.“ Mit Blick auf die Kreuzfahrten werde sicher die „TUI Cruise“ die erste Linie sein, die im Juli ab Griechenland unterwegs sein könne und ein Hygienekonzept hinkriegen werde. So ab Juli/August gebe es die „blauen Reisen“ von Hamburg und Kiel aus auf das Meer hinaus, „um zu gucken, wie geht der Alltag mit 1500 Leuten an Bord“. Für diese Angebote gebe es schon Anfragen.

Provisionsrückzahlungen

Jacobs hofft, „wenn im Juli die erste Urlauber zurückkehren und sagen, Malle war super“, dass dann diese Ziele wieder angesteuert werden. „Ich habe die leichte Hoffnung, dass es ab August anzieht und wir hier aus der Kurzarbeit rauskommen.“ Illusionen über die Jahresbilanz macht sie sich aber keine: „2020 habe ich abgeschrieben.“ Mit der Soforthilfe des Bundes komme man aktuell irgendwie hin. Die bringe sie aber nicht weiter, weil sie das, was sie verdiene, teilweise an TUI oder DER Tours zurückzahlen müsse, die im Voraus zahlen. „Da kommt so eine Rückzahlung von geschätzt 40- bis 50.000 Euro auf mich zu. Dafür müsste ich dann einen Kredit aufnehmen.“ Es gebe aber ein kleines Licht am Horizont: „Es sieht so aus, dass das neue Überbrückungsgeld des Bundes die Provisionen mit einschließt.“

Was auf keinen Fall aber passieren dürfe, sei die erneute Pleite eines Reiseanbieters. „Dann wäre das Vertrauen in Sachen Pauschalreisen weg.“ Sie setze aber darauf, dass die Branche jetzt ans Laufen komme. „Ich will durchhalten und das hinkriegen.“

Reihenweise Reiseabsagen, die durfte Jacobs‘ Kollegin Astrid Lamenta von DER Tours schräg gegenüber auch verzeichnen. „Wir arbeiten quasi seit Oktober unentgeltlich. Alles, was danach gebucht wurde für März bis Juli, ist alles weg“, meint die engagierte Frau, die seit vierzehn Jahren in Kevelaer ansässig ist. Ihr Mann betreut seit 2002 den zweiten Standort am Weezer Flughafen, der bis zum 15. Juni geschlossen war.

„Alle Schiffsreisen sind auf 2021 umgebucht. Was will ich mit Schiffsreisen, wo ich nie anlegen kann?“, erzählt sie von ihren Erfahrungen der letzten Zeit. „Die meisten wollten das Geld zurück. Und die Provisionen durften wir zurückzahlen.“ Man sei aber jeden Tag erreichbar gewesen, habe die Leute am Telefon beruhigt, was deren Geld angehe und sich gekümmert. „Das ist der Unterschied zum Internet.“

So kurzfristig, wie die Öffnung jetzt kam, müsse man schnell umsteuern. „Wir hatten hier eine Reise nach Kroatien für den 16. Juni. Die haben wir für den 20. Juni umgebucht, weil der Flug für den 16. abgesagt war.“ Auch einige Reiseveranstalter seien nicht immer zu erreichen. Und einige Hotels seien noch nicht vorbereitet. „Wir haben Kunden, die am 2. Juli nach Zypern fliegen würden. Aber da ist das Hotel geschlossen.“

Nach der Ankündigung von Außenminister Heiko Maas, die Reisewarnung für die Nicht-EU-Länder und die Türkei bis zum 31. August zu verlängern, sei ihr aber für einen Moment „nur noch zum Heulen“ zumute gewesen. „Danach ging hier nur das Telefon.“ Denn Fernreisen wie nach Thailand, Mexiko oder eben die Türkei werden dann wohl abgesagt.
Insgesamt sei das Interesse noch zögerlich. „Ich kann jeden verstehen – der eine will fliegen, der andere nicht.“ Die Leute informierten sich aber sehr genau.

Flüge hält sie für unbedenklich. „Mit Masken und der Lüftung in den Maschinen dürfte eigentlich nichts passieren“, sagt sie. Und dass man am Strand eine Maske tragen müsse, entspreche nicht den Tatsachen. „Die darf man abnehmen, wenn man am Strand sitzt.“
Jetzt sei es für sie wichtig, dass die Menschen überhaupt reisen. Denn die 9000 Euro Coronahilfen seien für zwei Büros „nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Die Kurzarbeit laufe zwar über die Arbeitsagentur und man habe die Monate auch irgendwie überstanden. „Aber wir müssen jetzt wieder Geld verdienen“, sagt Lamenta. Denn sonst, so lässt sie durchblicken, wird es eng. „Wenn es so weitergeht, können Reisebüros schließen, wenn von oben nix kommt.“

Im Schatorjé-Reisebüro an der Hauptstraße sitzen Mara Boll und Christiana van Elst, beraten persönlich und telefonisch ihre Kunden. Bei Boll sitzt in diesem Moment Jörg Lehmann, der für sich und seine Partnerin Karin Brockerhoff „zum Warmwerden“ eine Tagestour nach Nordwijk bucht. „Für mich ist das der erste Urlaub nach langem Krankenhausaufenthalt“, erzählt der 54-Jährige. „Das ist für mich wie eine Befreiung.“ Natürlich habe er sich über Corona Gedanken gemacht. „Aber man muss es nicht provozieren oder in Massen gehen.“

Viele Anfragen erfolgten zur Zeit für Reisen innerhalb Deutschlands wie Nord- oder Ostsee und mit Busreisen, berichtet Christiane van Elst, „weil wir da Abstand haben.“ Natürlich seien die Öffnungen noch frisch, viele hätten abgewartet. „Wir hoffen, dass da was reinkommt.“ Naturgemäß gab es zwischen März und Mai weniger Buchungen und viele Stornierungen wegen der Pandemie. Auch der Service des Büros war eingeschränkt, die Kollegen mit in der Kurzarbeit. Ihr Chef habe das Ganze bisher aber „super gemanagt“. Einige Kunden hätten aber über 2020 hinaus Reisen abgeschlossen. Auch solche Signale machen ihr Hoffnung. „Die Leute brauchen Erfolgserlebnisse in dieser Zeit. Und eine Karibik-Kreuzfahrt 2021, das ist dann ein Ziel, das motiviert.“ Die Beratung sei kein einfaches Geschäft zurzeit. „Gefühlt alle zwei, drei Tage kommt eine neue Bestimmung. Da ist das, was ich gestern erzählt habe, heute schon kalter Kaffee.“

Die Situation der vergangenen Monate sei schon heftig gewesen, gesteht Renate Schatorjé. „Da war so ziemlich alles im Stillstand, weil alles nach und nach eingebrochen ist – es kamen zig Stornierungen im Gelegenheitsverkehr, bei den Klassen- und Gruppenfahrten. Dann gab es ein Flugreiseverbot, dann brach der Schulverkehr ein. Und anschließend wurde der Linienverkehr so weit eingeschränkt, dass es da nur noch Samstagsdienst gab.“ Da musste dann auch mal das Reisebüro geschlossen werden. Jetzt ist es stundenweise besetzt und zu erreichen. Möglicherweise nächste oder übernächste Woche soll es zu normalen Zeiten geöffnet werden.

Buchungen für 2021

„Mein Mann und ich haben die Stellung gehalten, Kurzarbeit gemacht und haben noch Kurzarbeit.“ Mit dem Schulstart sei man jetzt wieder etwas mehr unterwegs. „Und wir haben Verkehrszeiten, wenn Erntehelfer abgeholt wurden.“ Das sei aber minimal. Der Gelegenheitsverkehr als eines der Standbeine sei für 2020 so gut wie stillgelegt. „In den Sommerferien wird das eine oder andere wieder stattfinden.“ Viele Ferienfreizeiten seien zwar abgesagt, aber einige würden wieder stattfinden dürfen.

„Jetzt dürfen demnächst wieder Reisebusse fahren. Wir wollen ab dem 1. Juli da ein eigenes Programm durchführen.“ Ziele seien hauptsächlich Deutschland mit Ost- und Nordfriesland, der Ostsee, „aber auch Richtung Schwarzwald wollen wir fahren, nach Österreich und Holland an die Nordsee.“ Die Fahrten werde man aber „halbieren“, um den Abstand wahren zu können und damit die Fahrgäste während der Fahrt nicht mit Mundschutz reisen müssen. „Wir möchten, dass die Kunden sich wohlfühlen, sich entspannen – und Sicherheit an erster Stelle steht.“

Auch Flugreisen nach Apulien und Emilia-Romagna wolle man im Herbst durchführen. „Wir glauben auch, dass die Leute das wollen.“ So komme man nach und nach aus dem Stillstand raus. Viele Reisegäste hätten zudem für 2021 gebucht. „Wir haben einige Buchungen, die vor Corona schon getätigt wurden, die die Leute noch nicht storniert hatten und wo man jetzt fahren kann.“ Ganz klar sei aber, dass man in der Tourismusbranche „das, was man im ersten Halbjahr nicht verkauft hat, nicht mehr aufholen kann. Alles, was man schon investiert hatte, ist alles ausgegeben und bezahlt – und wir haben nix dran verdient. Das ist schon bitter und problematisch.“ Dass das Unternehmen mehrere Standbeine habe, erweise sich in so einer Situation als Vorteil. „Das ist ein schweres Jahr, aber wir werden da auf jeden Fall durchkommen“, ist die Unternehmerin zuversichtlich. Was bei einer zweiten Kontaktsperre passieren würde, diese Frage lässt sie nicht an sich heran. „Das darf halt nicht passieren.“

Weniger optimistisch klingt die Einschätzung von Anja Puhl vom Kervenheimer Reisebüro. „Die Reisebusbranche ist ziemlich kaputt“, meint die 50-jährige Selbstständige. „Es gibt mehr Stornos als Buchungen. Wer jetzt Linienbetrieb führt, der hat Glück, ob er den Wagen voll hat oder nicht. Aber wer 60 bis 70 Prozent Gelegenheits- und Reiseverkehr fährt, muss rätseln, ob er es schafft.“

Noch reagierten die Leute auf die neuen Reisemöglichkeiten sehr eingeschränkt. „Die fahren selbst nicht nach Deutschland.“ Das liege nach ihrer Einschätzung einfach daran, dass die Fahrgäste „gar nicht mit diesen Einschränkungen leben“ wollten. „Eine Kegeltour mit Maske geht nicht, die dürfen nicht mal was verzehren.“ Selbst so kurze Fahrten wie zur Landesgartenschau nach Kamp-Lintfort wurden nicht immer angetreten. „Da spricht man ja auch die Risikogruppen an. Und so was wie Fahrten nach Italien oder Frankreich „kannste knicken“, sagt sie.

Nicht aufgeben

Zur Zeit fahre sie vereinzelt für die Bundeswehr oder transportiere Menschen mit Handicap zur Werkstatt. Auch Radtouren sollten stattfinden – im Juni zum Beispiel nach Thüringen. „Das machen wir schon mal, es gibt ja Fahrradhänger und dann geht es ab.“ Die Teilnehmerzahl sei aber nicht sehr hoch. Die Veränderung bei den Reisehinweisen bringe nicht viel, solange die Kontaktsperren noch so seien. „Da fühlen sich die Leute eingeengt.“
Das Jahr mit Tagesausflügen überbrücken und sich einschränken, das ist ihre Strategie für 2020. „Ich denke, mit Ach und Krach werden wir es packen.“ Das hänge auch davon ab, ob sie an die Altersvorsorge dran gehe. Die Hilfen von Land und Kreis hätten zwar „schnell und unkompliziert gegriffen. Nur am Ende lassen sie uns auch auflaufen.“ Sie würde sich ein Anschluss-Hilfspaket wie bei der Gastronomie wünschen.

Ihr Mann habe die Firma verlassen und arbeite jetzt auf Steuerkarte, damit sie eine weitere Existenzbasis haben. „Aufgeben tut man nicht nach 15 Jahren.“ Sie glaube fest daran, dass es „auch wieder bessere Zeiten geben“ werde, wenn die Angst aus den Köpfen gehe „und der Wintersport beginnt zu greifen“.

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions (Grafik: Public Domain)

Reiserückkehrer sind ab sofort zu Quarantäne verpflichtet

Die Corona-Einreise-Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen verpflichtet alle Bürgerinnen und Bürger, die ab dem 10. April 2020 (Karfreitag) aus dem Ausland nach Deutschland einreisen, sich sofort in eine 14-tägige Quarantäne zu begeben und sich beim Gesundheitsamt zu melden. Das teilte die Pressestelle des Kreise Kleve am Freitagnachmittag mit. Bestimmte Berufsgruppen wie Grenzpendler, medizinisches Personal oder LKW-Fahrer seien von dieser Einreise-Verordnung nicht betroffen.

Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Kreis Kleve, die mehr als 72 Stunden im Ausland waren, müssten sich beim Gesundheitsamt melden. Hierfür sei eine eigene E-Mail-Adresse eingerichtet worden: reiserueckkehrer@kreis-kleve.de. Die E-Mail müsse folgende Angaben enthalten: Name/Namen, Vorname/Vornamen, Geburtsdatum/Geburtsdaten, Anschrift, Telefonnummer, Reisedaten, Hinweis auf grippeähnliche Symptome (welche, ab bzw. bis wann). Falls die Zusendung einer E-Mail nicht möglich ist, sei eine Kontaktaufnahme über das Info-Telefon der Kreisverwaltung Kleve unter der Rufnummer 02821 594 950 möglich. Die Betroffenen erhilten dann vom Gesundheitsamt eine Rückmeldung. Weitere Informationen wurden auf der Coronavirus-Internetseite des Kreises Kleve hinterlegt. Auf der Homepage www.kreis-kleve.de gibt es einen Direktlink zu dieser Internetseite.

Urlaub von A bis Z mit „Schatorjé Reisen“

Vier Flugreisen begleitet „Schatorjé Reisen“ jährlich vom Airport Weeze aus. Unter dem Motto „Gemeinsam die Welt entdecken“ geht es in diesem Jahr nach Ibiza, Estland, Apulien und Emilia Romagna. Vor fünf Jahren ging das Projekt gemeinsam mit dem Airport Weeze an den Start und in diesem Jahr nutzt das Reiseunternehmen den Airport-Tag am 9. Februar 2020, um den Besuchern ihr Pauschalreise-Angebot vorzustellen und vielleicht den ein oder anderen für ein Reiseziel zu begeistern.

„Gemeinsam erleben“ stehe bei all den Reisen im Mittelpunkt, erklärt Renate Schatorjé, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann Thomas Schatorjé leitet. In der Regel bestehe eine Reisegruppe einer solchen Pauschalreise aus 20 bis 30 Personen, die von einem Teammitglied des Unternehmens eng begleitet werden. Vom Online-Check-In über den Shuttle-Service bis hin zum Essen im Hotel und verschiedenen Aktivitäten stehe den Reisenden stets ein Begleiter des Unternehmens zur Seite, sagt Christina Koppers vom Schatorjé-Team. Man gebe den Urlaubern während der Reise Hilfestellungen an die Hand, es stehe aber jedem frei, seine Freizeit individuell zu gestalten. „Sorgenfrei fliegen mit einem Rundum-Sorglos-Paket“ – das wolle man den Reisenden ermöglichen, erklärt Koppers.

Jährlich wechselnde Reiseziele 

Und genau diese „Rundum-Sorglos-Pakete“ möchte das Unternehmen am Airport-Tag in Weeze vorstellen. Neben Referenten, die über die einzelnen Reiseziele erzählen werden, stehen die Mitarbeiter von Schatorjé an diesem Tag für Fragen und Beratungen zur Verfügung. Ein buntes Rahmenprogramm mit Flughafen-Führung, Kaffee, Kuchen und viel Urlaubs-Feeling möchten die Verantwortlichen des Flughafens und Schatorjé den Besuchern bieten. Es solle keine reine Verkaufsveranstaltung werden, betonen Renate Schatorjé und Christina Koppers. Man wolle die Besucher über die jährlich wechselnden Reiseziele informieren und zum Reisen motivieren. Auch wenn das Angebot in den vergangenen Jahren bereits gut angenommen worden ist, sei die Veranstaltung am Airport eine gute Möglichkeit, noch mehr Reisende auf das Angebot aufmerksam zu machen.

Bei ihren Reisen sollen die Urlauber „Land und Leute kennenlernen“, ohne sich um die Organisation sorgen zu müssen, sagt Koppers. „Kopf aus und Urlaub genießen“ laute da das Motto. Das gelte für alle ihre Reisen, betont Renate Schatorjé. Eine solche Pauschalreise sei einfach „eine komfortable Art zu Reisen“ und erfahrungsgemäß „lustig und gesellig.“

Wer sich für eine Pauschalreise interessiert, der hat die Möglichkeit zur Beratung und zur Buchung direkt bei Schatorjé. Für Unentschlossene gibt es dann am Sonntag, 9. Februar 2020, ab 15.30 Uhr die Möglichkeit, sich beim Airport-Tag in Weeze über die einzelnen Reiseziele zu informieren. Der Eintritt beträgt 10 Euro pro Person. Eine Anmeldung ist möglich bei Schatorjé unter Tel. 02832-97710, per E-Mail unter reisen@schatorje.de und im Reisebüro Jean Schatorjé auf der Hauptstraße 39 in Kevelaer.

Der nächste Urlaub kann kommen

Auf große Wandertour in die Berge oder doch lieber über die Grenze zu den niederländischen Nachbarn? Mit der Frage, wohin der nächste Urlaub gehen soll, kann man sich nicht früh genug beschäftigen. Am 1. und 2. Februar wird es auf der 16. Touristikmesse Niederrhein im Messe- und Kongresszentrum Kalkar hierzu genügend Antworten geben.

Bunte Teppiche

Erfolgsrezept der beliebten Messe ist ohne jeden Zweifel die professionelle Beratung an zahlreichen deutschen und niederländischen Ständen. Die Organisatoren freuen sich über einen Zuwachs: Mehr als 150 Aussteller sind in diesem Jahr dabei, viele neue dürfen begrüßt werden. Urlaubsziele, Tagesausflüge und weitere Freizeitangebote beherrschen auch dieses Mal das Geschehen. Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Camping und Radfahren sind nach wie vor Hauptthemen an beiden Tagen. Passend hierzu zeigen bunte Teppiche den Weg zur jeweiligen Wunschdestination bzw. Lieblingsaktivität auf.

Mitreißende Aktionen

Ganz in rot kommen der Kreis Viersen und der Kreis Wesel daher und bereiten den fließenden Übergang in die grüne Kreis Klever Straße. Hier trifft sich der Niederrhein – er gibt den Blick frei über die Grenze, wo sich die Niederlande in Orange präsentieren. Highlight im roten Bereich: ein Vorgeschmack auf die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort. Special für alle Radfahrfans auf dem grünen Teppich: die grenzüberschreitenden Knotenpunktsysteme.

Bereits im letzten Jahr fielen Aktionsflächen in der Halle durch ihr abwechslungsreiches Programm auf. Und auch dieses Mal werden Bewährtes wie der Barfußpfad sowie spannende Kinderanimation die kleinen und großen Gäste begeistern. Frischen Wind in die Sache bringen SpringEnergie Boards, Blasrohrschießen, Kletterwand und ein Geschicklichkeitsparcours. Der Begriff „Erlebnis“ wird auf der 16. Touristikmesse Niederrhein großgeschrieben. Aussteller aus Schleswig-Holstein, der Eifel bis hin zum Schwarzwald. Sie alle zaubern individuelle Reiseangebote aus ihrem Koffer.

Besonders Informationen zu Wanderregionen und Wanderwegen bedienen den großen Wunsch der Gäste nach Freizeitaktivitäten, bei denen die Natur bewusst erlebt werden kann. Besucher, die Fernweh verspüren, dürfen gerne einen Abstecher nach Südtirol oder Mallorca machen – hier lässt sich die Landschaft inmitten der Bergwelt in vollen Zügen genießen.

Ganz ohne die Hektik des Alltags laden komfortable Sitzbereiche und gastronomische Einrichtungen nach einem Bummel durch die Reihen wunderbar zum Verweilen ein. Im erweiterten Café-Bereich können bei Kaffee und großer Kuchenauswahl bereits die ersten Urlaubspläne geschmiedet werden.

Infos zur 16. Touristikmesse Niederrhein

• Samstag, 1. und Sonntag, 2. Februar
• täglich von 10 bis 17 Uhr
• Messe- und Kongresszentrum Kalkar (auf dem Gebiet des Wunderland Kalkar), Griether Straße 110-120
• Eintrittspreis Erwachsene: Tageskarte 7 Euro/Online-Ticket 5 Euro
• Kinder bis einschließlich 12 Jahre haben freien Eintritt
• www.touristikmesse-niederrhein.eu

Urlaubszeit für Priester

Die Ferien- und Urlaubszeit ist für viele die schönste Zeit des Jahres und vielfach eine ganz andere Zeit als im Alltag: Ausschlafen, keine beruflichen und schulischen Verpflichtungen, Tun können, was einem Freude macht, mit anderen schöne gemeinsame Tage verbringen, Wegfahren, das Meer oder die Berge genießen, andere Länder oder Gegenden kennenlernen…
Auch Priester haben Urlaubsanspruch. Doch wie viele Wochen Urlaub stehen einem Priester zu und wie verbringt ein Priester eigentlich seinen Urlaub? Darüber sprach das KB mit Pastor Andreas Poorten.

KB: Pastor Poorten, wie viele Wochen Urlaub kann denn ein Priester genießen? Was sagt das Kirchenrecht dazu?
Poorten: Jedes Bistum hat seine eigene Regelung. Im Moment wird im Bistum Münster eine neue Regelung in Kraft gesetzt, deren Eckpunkte wie folgt sind: Danach gibt es für Priester 30 Kalendertage Urlaub, die man in den Sommer legen soll. Man sollte nicht mehr als drei Wochen hintereinander Urlaub nehmen, davon drei Sonntage. Für Priester der Weltkirche, also Priester aus anderen Ländern gilt, dass sie alle drei Jahre sechs Wochen Heimaturlaub haben.
Neben den 30 Tagen Urlaub im Jahr darf ein Priester jährlich eine Woche zu Exerzitien wegfahren. Und es gibt auch Studientage und Studienwochen, die aber nicht als Urlaub gelten. Neu ist auch, dass jeder Priester nach Weihnachten, Ostern und Pfingsten zwei Tage als Feiertage in Anspruch nehmen kann. Zusätzlich hat jeder Priester einen freien Tag pro Woche.

KB: Darf ein Priester eigentlich offiziell auch in Badehose im Meer schwimmen oder das Freibad besuchen? Ist das offiziell geregelt oder jedem selbst überlassen?
Poorten: Der Priester sollte funktionsgerechte Kleidung tragen. Wenn er schwimmt, dann natürlich nicht in Soutane oder im Priesteranzug. Wenn er in die Berge geht, dann darf er auch bequeme Kleidung anziehen. Ein Priester muss nicht immer als Priester erkennbar sein. Ob er auch mal in Badehose im Meer schwimmt, ist jedem selbst überlassen.

KB: Hier in der Pfarrei St. Antonius gehen die Gottesdienste auch in den Ferien wie gewohnt weiter. Sie müssen daher Ihren Urlaub immer mit den anderen Priestern abstimmen. Viele Priester sind dennoch in den Ferien weg. Ist es im Sommer oft schwer, für jede Hl. Messe einen Zelebranten zu haben?
Poorten: Wir haben hier an St. Antonius keine Sommerregelung. In anderen Gemeinden werden einzelne Sonntagsmessen im Sommer schon gestrichen. Wir haben zum Glück viele Pensionäre in der Pfarrei, die aushelfen und für die ich sehr dankbar bin. Manchmal gibt es aber auch Engpässe. Diesen Sommer fällt z.B. ein Werktagsgottesdienst aus.

KB: Gibt es auch auswärtige Priester, die ihre Ferienzeit in Kevelaer verbringen und in St. Antonius aushelfen?
Poorten: Als Pastor Babel noch nicht hier war, hatten wir einen Priester aus Nigeria, der oft ausgeholfen hat. Wenn alle Priester in den Sommerferien Urlaub machen würden, hätten wir natürlich absoluten Priestermangel. Aber wir sprechen uns immer gegenseitig ab.

KB: Dürfen wir fragen, wie Sie persönlich Ihren Urlaub verbringen?
Poorten: Seit vielen Jahren fahre ich mit einem Freund, den ich seit Kindheitstagen kenne, und mit einem weiteren Freund zu dritt in Urlaub. Wir nehmen eine Ferienwohnung irgendwo in Deutschland und machen viele Fahrradtouren. Dieses Jahr hatte ich den Urlaub schon vor den Sommerferien in Regensburg verbracht.

KB: Auch im Urlaub bleibt ein Priester Priester, allein deshalb, weil das Kirchenrecht ihm nahelegt, möglichst täglich die Hl. Messe zu feiern. Muss ein Priester bei seiner Urlaubsplanung immer darauf achten, dass er die tägliche Messe feiern kann oder reicht auch nur die Teilnahme?
Poorten: Im Kirchenrecht ist ausdrücklich von Zelebration, nicht nur von Teilnahme die Rede. Wir halten das unterschiedlich: Im Urlaub etwa hatte ich oft mit meinen Freunden die Hl. Messe in einer kleinen Kapelle gefeiert. Ich habe aber auch in verschiedenen Pfarreien ausgeholfen. Ich habe im Urlaub immer einen Messkoffer dabei.

KB: Welche Ratschläge haben Sie für die Menschen, dass ein Urlaub wirklich erholsam ist für Leib und Seele?
Poorten: Für mich ist es gut, auch im Urlaub einen geregelten Tagesablauf zu haben. Bewegung, Kultur und frische Luft tut mir gut. Auch in Regensburg war das wunderbar: Es gab viel Kultur, Orgelkonzerte und wunderschöne Natur. Es muss gut gemischt sein. Bei den Fahrradtouren halten wir in jeder Kapelle oder Kirche und schauen uns die Kirchen und Schriftenstände an. Oft kann man auch Ideen mit nach Hause nehmen.

KB: Viele Menschen haben am Sonntag frei, als Priester müssen Sie fast jeden Sonntag arbeiten. Bedauern Sie das manchmal?
Poorten: Ein Priester arbeitet am Sonntag nicht, er feiert den Sonntag. Das ist der Unterschied!

KB (mit Blick aus dem Fenster): Nur Ihr Mähroboter muss hier im Haus auch am Sonntag arbeiten?
Poorten: Nein, ich habe ihn so eingestellt, dass er täglich mäht, außer Sonntag. Da hat er seinen freien Tag.

Wie andere Kevelaerer Priester ihren Urlaub verbringen
Pastor Manfred Babel:
„Ich fahre sonst im Urlaub gewöhnlich nach Helfta. Dieses Jahr bin ich die meiste Zeit hier im Dienst, aber einige Tage möchte ich auf einer Nordseeinsel verbringen. Aber wann und wo, das werde ich dann spontan entscheiden.“

Pastor Gregor Kauling:
„Für mich konkret ist Urlaub wichtig, um Erholung zu schöpfen, mit meiner Familie und mit Freunden beieinander zu sein und um Zeit für die Nähe zum Herrn zu haben, besonders  in der täglichen Feier der Eucharistie. Die Balance von Arbeit und Ruhe, die wir als Priester anderen predigen, müssen wir auch selber beherzigen.“

Pater Benny Valoor:
„Ich bin im Sommer meistens vier Wochen in meiner Heimat Indien: In Kerala in Südindien, wo ich herkomme, und in Nordindien, wo ich als Missionar tätig bin. Dieses Jahr fliege ich jedoch nicht nach Indien, sondern zum ersten Mal nach Tansania in Afrika, wo ich jetzt auch eine eigene Missionsstation betreue.“