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Schritt für Schritt in den Sport einsteigen

Am Eingangstor von Viktoria Winnekendonk hingen vor dem Betreten des Platzes drei Schilder am Zaun: eines Verhaltensmaßregeln, eins zur Verantwortung der Trainer und ein Schreiben des Vorstandes.

Die Lockerungen seien ein „Vertrauensvorschuss an uns alle, den jeder Einzelne und wir alle als Verein nehmen müssen“, heißt es da – verbunden mit der eindeutigen Botschaft: „Bitte haltet Euch zum Wohle aller an die vorgeschriebenen Regeln.“ Dementsprechend vorsichtig agierten die Spieler und Coaches auf dem Gelände – immer kontaktlos und in dem angemessenen Abstand, wie D-Jugend-Betreuer Boris Mischke zufrieden feststellte.

In seiner Gruppe waren lediglich zehn Jungen. „Wir sind sonst 20, teilen das auf Dienstag und Donnerstag auf. Die Anlage ist aber auch groß genug, dass später vielleicht auch 20 zusammen gehen.“ Von jedem Team sei jeweils ein Trainer am Vorabend vor Ort noch gebrieft worden, was die Abstandsregeln und auch alle anderen Dinge wie die Desinfektion aller Materialien angeht.

Mike Berns und Simon Janssen ließen ihre C-Jugend-Schützlinge diverse Torschuss- und Passübungen machen. „Das war ´ne Herausforderung, da so kurzfristige kontaktlose Übungen zu finden“ erklärt Berns. So habe man dann alte Übungen etwas aufgepeppt. Sein Kollege staunte nicht schlecht anhand der Disziplin der Kids. „Wir haben drei, vier Mal klar gesagt, haltet Euch an alles, sonst ist das Training nicht möglich. Diesmal sind auch alle 17 da, so viele waren es in der Saison noch nie.“

„Am Mittwochnachmittag, als die Nachricht der Öffnung kam, kamen sofort die Nachrichten: Können wir morgen auf den Platz?“, erzählt der Vorsitzende des SV Viktoria Winnekendonk, Peter Schlossarek. „Und wir sagten: Moment. Sie sind noch zu und es müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein, die wir noch nicht alle kennen. Da bedarf es ja irgendwelcher Umsatzvorgaben.“ Auf dem Sportplatz ein kontaktloses Training durchzuführen, ohne dass die Spieler den Ball in die Hand nehmen, und das bei mindestens 1,50 Meter Abstand, sei schon eine Sache die das konsequente Handeln der Trainer erforderlich mache, sagt Schlossarek. Das gehe bei den Kindern schon damit los, „dass die, wenn sie kommen, schon ihre Räder im Abstand abstellen, dass da keine Rudelbildung entsteht.

Die einen rennen auf den Platz, die anderen warten. Die sollen sich nicht körperlich begegnen.“ Und man habe überlegt, wie der Platz begangen und wieder verlassen wird. „Die einen links drauf, die anderen rechts runter.“
Spannend sei auch die Frage, wie man die Hygiene gewährleisten kann. „Die Toilette halten wir natürlich verfügbar mit Seife.“

Auch Desinfektionsmittel soll vorhanden sein, damit die Sportmaterialien und Geräte gereinigt werden können. Allerdings sei auf dem freien Markt da schwer dranzukommen. „Unser Platzwart hat Montagmorgen versucht, das Thema über die Stadt auf den Weg zu bringen. Die haben aber die gleichen Probleme bei den Schulen, die auch Desinfektions- und Hygienemittel brauchen.“ Die Platzsperren-Schilder hat man Montag schon einmal entfernt, den Trainern am Vorabend eine Art „Trainings-Knigge“ mit auf den Weg gegeben.

Die dreiseitigen Verhaltensmaßregeln seitens der Stadt umfassen auch Anwesenheitslisten. „Jede(r) SpielerIn muss umgezogen zum Training erscheinen und es darf keine Zuschauer geben.“ Ob das ein Training im Vorlauf für Wettbewerbs-Fußball sein wird, das hält Schlossarek für unwahrscheinlich.

Vom Fußballverband Niederrhein gibt es zwar noch keine abschließende Entscheidung, was mit der laufenden Saison geschehen soll – eine Online-Umfrage soll letzte Klarheit bringen. Aber die Signale deuteten in Richtung Absage. „Das ist auf jeden Fall die richtige Entscheidung“, betont Schlossarek. Die Frage, wie man die Turnhalle nutzen kann, die habe man zunächst mal zurückgestellt. „Da ist die Organisation noch viel schwieriger. Da kann ich mir persönlich wenig vorstellen – für Mannschaftssport eh nicht. Vielleicht geht Gymnastik mit eigener Matte.“

Auch der Vorsitzende des SV Union Wetten, Manfred Nilkens, versteht, warum sich viele jetzt auf gemeinsamen Sport freuen: „Man merkt schon, dass zum einen die sozialen Kontakte, Kameradschaft und die Freude am Sport fehlt. Gerade im Gruppen-und Mannschaftssport ist das was anderes. Der Spaß bei und nach dem Training, das Miteinander – das ist gerade beim Dorfverein ein wichtiger Aspekt.“ Am Wochenende setzte sich der Union-Vorstand zusammen. Demnach ist klar: „Im Fußballbereich werden wir bis Ende Mai / Anfang Juni kontaktloses Training freigeben – aber erstmal nur für die Seniorenteams.“

Man werde sich dabei an dem Leitfaden von Landessportbund und DFB orientieren und ähnlich wie Winnekendonk agieren. „Einzeln zum Sportplatz kommen, am Sportplatz Hände desinfizieren, die Übungsgeräte werden nur von den Trainern angefasst und weggeräumt.“ Pro Trainer wird es Zehnergruppen auf einer großen Fläche geben, wo man den Mindestabstand einhalten kann. „Wir haben gesagt, wir nehmen da drei Meter Abstand“, unterstreicht Nilkens. „Denn wenn du auf 1,50 Meter sagst, bleib so stehen, egal welche Übung“, dann sei das schwer durchzuhalten. Pro Trainingsabend soll nur eine Fußballmannschaft auf dem Platz stehen, „damit die das ganze Feld zur Verfügung haben.“ Natürlich würden sich alle freuen, endlich trainieren zu dürfen und die anderen Mitspieler zu sehen. „Man möchte aber nicht, dass da irgendwas ist, wo man sich später Vorwürfe machen muss.“

Die Abteilungsleiter wie die Jugendtrainer haben eine Mail erhalten, wer welche Berechtigungen hat und wer aussetzt. „Kindertraining sehen wir momentan noch als schwierig an“, sagt der Klub-Vorsitzende.

Bis zum 1. Juni wolle man das noch nicht erlauben. „Von den Bambinis bis zur E-Jugend, da steht das Spielerische im Vordergrund. Da macht das gar keinen Sinn, mit denen eine Stunde Passübungen zu machen. Die rennen uns nach fünf Minuten über den Haufen.“ Was Wettbewerbssport generell angeht, ist Nilkens skeptisch. Denn wenn zwei Teams gegen-einander spielen, nur einer auf dem Feld aber Corona hat, „dann müssten beide Teams in Quarantäne.“ Deshalb glaubt er, dass „der Profifußball in zwei Wochen abgebrochen wird – trotz aller Maßnahmen.“

Und Kontaktsport im Amateurbereich sieht er auch noch lange nicht. „Entweder heißt das, dass alle Sportler getestet sind oder dass keiner in Wetten Corona hat und es Training wie gehabt geben kann.“ Wer aber könne das gewährleisten, „will die Verantwortung dafür übernehmen, sowas gemacht zu haben – und dann haben sich Leute angesteckt?“

Dass die Saison beendet wird, davon geht Nilkens fest aus. Bei der Videokonferenz des Fußballverbandes Niederrhein letzte Woche Montag hätten sich „alle für einen Abbruch ausgesprochen. Der Beschluss werde auf der FVN-Jahreshauptversammlung am 20. Mai sicher fallen. Sollte das der Fall sein, fragt Nilkens, „muss man dann das Risiko eingehen, ein Kontakttraining durchzuführen?“ Kicken mit Abstand, aber ohne Trainings- oder Wettkampfspiele für ein paar Wochen, das hält er in den nächsten Wochen für verantwortbar. Und dann? „Wir werden uns schwer damit tun, ohne Impfwirkstoff beim Mannschaftssport in eine Normalität zurück zu kommen.“

In Sachen Turnhalle werde man Gymnastik in Kleingruppen freigeben – mit zwölf Personen und mit einem Mattenabstand von drei Metern. Auf jeden Fall werde da „die Eingangstür offen gestellt und ein Desinfektionsmitteltisch hingestellt.“ Alle Teilnehmer müssen ihre eigene Matte und ihr eigenes Handtuch mitbringen. „Und es werden erst mal auch da keine Trainingsgeräte benutzt.“

Die Sportvereine müssen sich gedulden

Das Signal, dass der Kevelaerer Kämmerer Ralf Püplichhuisen im Ausschuss für Gebäudemanagement und Umweltschutz gab, war ziemlich eindeutig. Mit der Erweiterung und Umgestaltung der Umkleidekabinen sowie der Errichtung eines Kunstrasenplatzes wird es sowohl in Wetten als auch in Winnekendonk wohl in diesem Jahr nichts mehr werden.

Dass die Nachricht bei den beiden betroffenen Vereinen – dem SV Viktoria Winnekendonk und dem SV Union Wetten – keine Begeisterung auslöst, liegt auf der Hand.

„Wir hatten vor 14 Tagen über die Stadt schon gehört, dass die Fördermittel für 2020 aus dem Topf zur Strukturentwicklung für ländliche Räume eingefroren werden“, zeigte sich der Vorsitzende der Viktoria, Peter Schlossarek, nicht völlig überrascht. „Wir hatten die Hoffnung, dass 2021 die Mittel wieder zur Verfügung gestellt werden. Da hat Püplichhuisen ein Fragezeichen hinter gestellt.“ Man werde jetzt die Anträge stellen, „wohlwissend, dass erst 2021 entschieden werden wird, wenn dann die Mittel wieder da sind.“ Vor sechs bis acht Wochen sah das noch ganz anders aus, als bei der Begehung mit der Bezirksregierung vor Ort das Signal herauszulesen war, dass die Maßnahme positiv beschieden und bis Jahresende beendet sein könnte.

Man verstehe die Nöte von Land und Bund angesichts der Corona-Situation schon. „Aber das ist ziemlich unbefriedigend“, meint Schlossarek. Zumal die Situation aus seiner Sicht „ganz viele Konjunktive“ hat, „wenn Wetten ähnlich große Pläne hat und die Förderung nicht zum Tragen kommt, man einen Prioritätenplan aufstellen müsste, und dass die Vereine selbst die Förderanträge möglicherweise in anderen Programmen stellen müssen.“ Da könne man nur hoffen, „dass sich Fördertöpfe auftun, die die Kosten annähernd abdecken.“ Und selbst wenn 2021 über Fördermittel positiv entschieden würde, müsse die Stadt erst einmal die Ausschreibungen und die Vergabe an die Firmen organisieren.

Aus der Situation ergibt sich aus Sicht des Vereins noch ein weiteres Problem – und zwar für das Gelände des „alten“ Winnekendonker Sportplatzes an der Kevelaerer Straße inklusive Sporthaus. „Die Ursprungsplanung war so, dass Brüggemeier da im Herbst mit dem Bau seines neuen Marktes beginnen wollte.“ Der soll Ende 2021 fertig sein. „Und wenn der Platz weg ist, dann fehlt uns ein Platz.“ Sollten diese Arbeiten bis Anfang 2021 verschoben werden, wie es gerüchteweise die Runde mache, würde der Verein davon durchaus profitieren. „Nichtsdestotrotz brauchen wir für das Umkleidehaus und den Sportplatz spätestens im Winter oder zu Beginn des neuen Jahres eine Lösung.“

Was Schlossarek ärgert, ist, dass das Thema „Schließung Kevelaerer Straße“ seit Ende 2016 mit Vertretern der Politik und der Stadt immer wieder diskutiert worden sei. „Letztes Jahr sind da die Wogen in den sozialen Medien schon echt hochgeschlagen. Da hätte in den letzten drei Jahren was passieren können.“ Dann werde es spannend, wohin man mit den Teams in Sachen Umkleiden gehen soll und wie das mit dem Trainings-und Spielbetrieb organisiert wird. „Okay, wir können Container an den anderen Platz hinstellen, aber irgendwo müssen die Sportler ja auch trainieren“, gibt Schlossarek zu bedenken..

Auch sein Kollege Manfred Nilkens vom SV Union Wetten muss sich mit der neuen Situation arrangieren. „Man hat als Bürger und als Vorsitzender großes Verständnis dafür, dass in so einer schwierigen Situation Gelder nicht zur Verfügung stehen, mit denen man gerechnet hat. Uns ist allen klar, dass das Geld viel nötiger an anderer Stelle gebraucht wird. Das muss man voranschieben.“ Aber natürlich sei das „für uns in Wetten eine große Enttäuschung, weil wir der einzige Sportverein in Kevelaer sind, der auf einem Ascheplatz Fußball spielt.

Da steht Wetten ganz hinten dran.“ Dazu komme noch die Tatsache, dass „wir einen sehr, sehr guten Termin mit dem Herrn der Bezirksregierung hatten, der uns sagte, dass das wohl kein Problem wäre und das schnell zu realisieren ist.“ Und platztechnisch sei es schwer, die ganzen Teams unter einen Hut zu bringen.

Somit werde aus der Hoffnung, „den Platz ad acta zu legen“, nichts werden. „Wenn man aber eine kleine Chance hat, 2021, dann können wir damit leben.“ Was die Erweiterung der Umkleide betrifft, da sieht Nilkens aber ein ganz großes Problem, „weil wir im Mädchen- und Frauenfußball seit Jahren einen richtigen Boom erlebt haben und da mit den Umkleiden am Ende der Kapazität sind.“

Mittwochs und Freitags stünden da zum Training 25 Damen und 30 Herren zum zeitgleichen Duschen und Umziehen am Platz. „Daher rührte der Gedanke, einen zusätzlichen Kabinentrakt zu bauen, der wirklich getrennt ist und nur für die Damen.“

Wenn Sonntags oft die A-Jugend, dann die Damen und anschließend die dritten Herren spielten, „kam es zu Situationen, dass versehentlich mal Jungs in die Damendusche gelaufen sind.“ Dauerzustand sein.“ Ob man das Problem mit zusätzlichen Containern übergangsweise lösen könnte? „Das ist dann die Frage, die man, wenn es zum Spielbetrieb käme, an die Stadt richten müsste.“ Denn wenn sich in Zukunft die Damen-Mannschaft um zehn weitere Personen erhöht, „dann haben wir zwei Teams. Und dann weiß ich nicht, wie man das umsetzen soll.“

Wetten ist gerettet, Winnekendonk muss weiter zittern

Die Viktoria muss weiter zittern, die Union Wetten hat es geschafft: Das Team von Trainer Marcel Lemmen setzte sich zuletzt im heiß umkämpften Derby beim SV Viktoria Winnekendonk mit 1:0 durch und konnte so den letzten Schritt zum Klassenerhalt machen.
Für die Viktoria bedeutete die Derby-Niederlage hingegen, dass man mehr denn je um den Klassenerhalt in der Kreisliga A bangen muss. Wettens Jannik Hornbergs hatte auf dem Winnekendonker Sportplatz bereits in der 10. Spielminute das entscheidende Tor des Tages erzielt, das den Gästen am Ende zum vielumjubelten Auswärtssieg reichte. Die Grün-Weißen von Trainer Rainer Luyven konnten das Unioner Abwehrbollwerk über die gesamte Spieldauer nicht bezwingen, so dass unterm Strich die Niederlage stand.
Für die Wettener ist die Saison in der A-Liga damit bereits beendet, nach 28 Spieltagen hat das Lemmen-Team 28 Zähler auf dem Konto und vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Der Klassenerhalt ist damit eingetütet. Damit darf die Mannschaft auch in der kommenden Saison in der Kreisliga A auflaufen. Über weite Strecken der nun abgeschlossenen Spielzeit hatte Union um den Verbleib in der aktuellen Spielklasse gezittert.
Gleiches gilt nun noch immer für die Viktoria. Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag am Sonntag könnte brisanter kaum sein. Um 15 Uhr trifft Winnekendonks Erste Mannschaft auswärts auf die SGE Bedburg-Hau II, die derzeit mit genau drei Punkten Vorsprung direkt vor der Viktoria auf dem Relegationsplatz steht. Allerdings kann die SGE gleichzeitig ein um sechs Treffer besseres Torverhältnis vorweisen. Bedeutet: Winnekendonk muss in Bedburg-Hau unbedingt mit vier Toren Unterschied gewinnen, um noch den Relegationsplatz zu erklimmen. Ein Sieg mit nur drei oder weniger Toren Unterschied, ein Remis oder eine Niederlage würden den direkten Abstieg in die Kreisliga B bedeuten.

Wetten verliert das nächste 6-Punkte-Spiel

Die Union Wetten hat im Abstiegskampf der Kreisliga A das nächste 6-Punkte-Spiel verloren. Die Mannschaft von Trainer Marcel Lemmen musste sich am Sonntag dem direkten Konkurrenten FC Concordia Goch mit 1:3 geschlagen geben. In der Tabelle steht die Union damit mit weiterhin zwölf Punkten auf Abstiegsplatz 14, während die Concordia Boden gutmachen konnte und mit nun 17 Zählern auf Rang elf springen konnte.

„Das traurige an der Niederlage ist, dass wir die deutlich bessere Mannschaft waren“, sagte Lemmen nach der Partie in Goch. „Wir waren das spielbestimmende Team, hatten deutlich mehr Ballbesitz und Chancen als der Gegner. Vor dem Tor haben wir allerdings einfach zu viel versiebt“, so der Trainer weiter. Bereits nach zehn Minuten zeigte sich der Gegner kaltschnäuzig und ging durch Kai Esser in Führung. In der 35. Spielminute holte der Torschütze zum 1:0 einen Elfmeter heraus, den Rene Schneider dann verwandeln konnte. Im direkten Gegenzug gelang der Union dann zwar der Anschlusstreffer durch Alexander Schwenner, doch Mitte des zweiten Durchgangs schlug erneut Esser zu und stellte den 3:1-Endstand aus Gocher Sicht her.

„Das ist eine absolut ärgerliche Niederlage. Teilweise haben wir vor dem gegnerischen Tor kläglich versagt, mit Pfosten und Latte war alles dabei“, beschwerte sich Lemmen. „Goch hingegen war drei Mal vor unserem Tor und hat drei Buden gemacht. Es war das nächste 6-Punkte-Spiel, das wir versiebt haben. Jetzt gilt es, dass wir Punkte holen müssen – egal wie und gegen wen. Ein Blick auf die Tabelle zeigt uns, dass es zwar schwer wird, aber dass wir noch Hoffnung haben können. Dazu müssen wir aber unsere Chancen in Tore ummünzen“, sagte der Coach.

Dies ist bereits am Sonntag das große Ziel, dann kommt die Viktoria Winnekendonk zum Derby in den Nierspark. „Ganz einfach: Ich erwarte drei Punkte! Der Gegner ist nicht spielstark, sodass ich von einem großen Fight ausgehe. Im Hinspiel waren wir die bessere Mannschaft, haben aber verloren. Jetzt geht es für uns ums knallharte Überleben, während die Viktoria im gesicherten Mittelfeld steht. Wir müssen dem Gegner den Wind aus den Segeln nehmen“, blickte Lemmen auf das Duell mit der Kleuskens-Elf. Anstoß des Derbys in Wetten ist am Sonntag um 15 Uhr. JAN ABEN

Für Union Wetten beginnt die Aufholjagd

Die Lage ist ernst, für die Union Wetten geht es in der Kreisliga A ums nackte Überleben. Nach einer guten Wintervorbereitung geht es – vorausgesetzt die Wetterbedingungen spielen mit – am kommenden Wochenende mit der Rückrunde los. Vor dem Duell zum Start gegen den SC Blau-Weiß Auwel-Holt blickte Unions Trainer Marcel Lemmen auf die vergangenen Wochen, die anstehenden Aufgaben in der Liga und das Heimspiel gegen seinen Ex-Verein am Sonntag.

Zwölf Punkte, nur drei Saisonsiege, neun Niederlagen – die Ausgangslage der Union Wetten in der Tabelle der Kreisliga A ist vor dem Rückrundenstart der Lemmen-Elf bescheiden. Erst recht, wenn man auf die Konkurrenz blickt: Zwei Punkte Vorsprung haben der auf dem Relegationsplatz stehende SV Grün-Weiß Vernum und der auf dem ersten sicheren Nichtabstiegsplatz rangierende FC Concordia Goch, beide Teams haben aber jeweils ein Spiel weniger absolviert als die Wettener und könnten den Abstand unter Umständen noch vergrößern. „Uns ist die Situation bewusst“, sagt Lemmen. „Wir müssen schnellstmöglich punkten. Für uns gilt jetzt, dass die vorher als Bonuspunkte bringend deklarierten Spiele gegen in der Tabelle weiter oben platzierte Mannschaften langsam zu Pflichtpunkten werden.“

Damit das gelingt, haben die Wettener die Wintervorbereitung bestmöglich genutzt. „Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Training in den vergangenen Wochen zufrieden. Auch wenn der Ascheplatz in Wetten teilweise gesperrt war, haben wir viel getan und konnten in die Halle oder in den Fitnessraum ausweichen“, erklärte der Trainer. „Die Einstellung der Mannschaft war sehr gut, wir gehen die große Aufgabe Nichtabstieg hochmotiviert an“, betonte er. Man habe richtig dran gezogen, nun wolle man das Einstudierte auch im Liga-Alltag umsetzen, um die gefährliche Zone verlassen zu können.

Fünf Testspiele standen für die Union in der Vorbereitungszeit an. „Dabei gab es Höhen und Tiefen“, so Lemmen. Gleich zu Beginn gab es einen 6:2-Sieg gegen die Zweite Mannschaft des FC Aldekerk, auch der zweite Test wurde mit 2:1 gegen die Sportfreunde Broekhuysen II gewonnen. Doch beim 0:3 gegen den TSV Nieukerk sowie einer 1:4-Niederlage im zweiten Test gegen Broekhuysen habe man „schlecht gespielt“, bemängelte der Trainer. Immerhin: In der abschließenden Generalprobe am Mittwochabend beim Kevelaerer SV II setze man sich wieder mit 6:2 durch und konnte Selbstvertrauen für das Spiel am Sonntag sammeln. „Im Training haben wir den Fokus natürlich auf die Fitness, aber auch auf das kompakte Spiel und weitere taktische Elemente gelegt“, erklärte Lemmen. Dies habe in den Testspielen bereits erste Früchte getragen. „Das Umschaltspiel aus der kompakten Defensive hat mir gut gefallen, insbesondere gegen den KSV wurden die Vorgaben da toll umgesetzt. Allerdings müssen wir daran arbeiten, in der Defensive klarere Aktionen zu haben. Wir haben uns die Bälle wieder teilweise selber reingelegt. Das wird in der Liga natürlich sofort bestraft.“

Das soll natürlich auch am Sonntag vermieden werden, wenn der SC Blau-Weiß Auwel-Holt in Wetten zu Gast ist. Der Ex-Verein von Lemmen, der das Hinspiel deutlich mit 4:0 für sich entscheiden konnte, steht in der Tabelle mit 28 Punkten auf dem fünften Platz und kann die beste Offensive der gesamten Liga vorweisen – 51 Treffer sind eine echte Hausnummer. Dennoch zeigte sich der Wettener Coach zuversichtlich: „Wir agieren jetzt ganz anders als noch im Hinspiel im Sommer, haben außerdem eine gelungene Vorbereitung hinter uns. Wir wissen worum es geht. Natürlich treffen wir auf einen spielstarken Gegner, allerdings ist mit der richtigen Einstellung auf jeden Fall etwas drin für uns“, blickte Lemmen auf den Sonntag. Anstoß der Partie ist um 15 Uhr, dann soll der Grundstein für eine erfolgreiche Rückrunde gelegt werden. JAN ABEN

Wetten mit Unentschieden zufrieden

WETTEN – Durchaus zufrieden konnte die Union Wetten am Sonntag mit ihrer Leistung beim 3:3-Unentschieden beim SV Rindern sein. „Das war nicht die schlechteste Mannschaft, bei der wir einen Punkt geholt haben“, meinte Unions Spielertrainer Timo Pastoors nach Abpfiff. „Für die Moral war es ganz wichtig, dass wir aus dem knappen Spiel mit einem Punkt rausgehen konnten.“
In Durchgang eins konnte die Union ihre defensiven Qualitäten unter Beweis stellen und hielt gegen anrennende Gastgeber aus Rindern gut dagegen. „Natürlich war der Gegner spielerisch überlegen, wir konnten aber immer wieder für Entlastung sorgen“, so Pastoors. Einen Nadelstich setzte dann nach einer halben Stunde Simon Tombergs, der nach Abstimmungsproblemen in der Abwehr des SVR zum 1:0 treffen konnte. Doch die Euphorie währte nicht lange, denn nur zwei Minuten später egalisierte Rindern zum 1:1-Ausgleich (33.). Dabei blieb es bis zur Pause. Kleiner Wehrmutstropfen in der ersten Hälfte: Bereits nach rund 20 Minuten musste Verteidiger Hendrik Kruss mit Knöchelverletzung ausgewechselt werden, er wird laut Pastoors rund zwei bis drei Wochen pausieren müssen.
Im zweiten Durchgang machte Rindern weiter viel Druck und kam zu einigen Möglichkeiten, doch erneut waren die Wettener die Mannschaft, die jubeln durfte. Nach 63 Minuten war es Timo Clasen, der nach einer ungenutzten Vorteilssituation der Rinderner schnell schalten konnte und unbedrängt zur erneuten Führung traf. „Der Gegner ist danach mit viel Wut im Bauch über die eigenen Fehler auf unser Tor marschiert und hat mächtig Druck gemacht“, so Pastoors. Zehn Minuten vor Schluss wusste sich Christoph van Stiphoudt dann auf der Torlinie nur noch mit einem Handspiel zu helfen – die Rote Karte und ein verwandelter Handelfmeter zum 2:2 waren die Folge. Drei Minuten später dachte man dann, dass die Union erneut leer ausgehen würde, als der SVR noch das 3:2 erzielte. Doch die Union bewies Moral und konnte in der Schlussphase noch den am Ende aufgrund der kämpferischen Leistung verdienten Ausgleich durch Niklas Peters erzielen (89.). „Wir haben uns für unsere tolle Moral belohnt“, freute sich Pastoors. Am Wochenende kommt es dann zum Derby-Kracher zwischen der Union und der DJK Twisteden.