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Reaktionen auf den Lockdown

Ab dieser Wochen gilt der neue „Lockdown light“, nachdem die Kontakte massiv eingeschränkt werden, die Gastronomie ihre Pforten dicht machen muss und Künstler sich nicht mehr frei betätigen können. Was denken die Betroffenen von all diesen Maßnahmen?

Dirk Winkels von „Mutter&Kind“:
Wir tragen das natürlich alles mit. Wir müssen die steigende Zahl eindämmen, dass wir was tun, halte ich für richtig. Aber ich glaube, dass an den falschen Schnittstellen gedreht wird. Die in den Partyräumen sollten sich hinterfragen. Warum 10.000 Leute ins Fußballstadion dürfen oder ins Phantasialand – die Gastronomie ist da falsch. Auch wenn wir offen haben, trifft es uns mit, wenn keine Gastronomie geöffnet ist, da tue ich mich ein bisschen schwer.
Für uns steht in drei Wochen das Kommunionsgeschäft wieder an.

Wir kleiden jährlich über 400 Kinder aus einem Rieseneinzugsgebiet. Da werden wir Maßnahmen treffen, werden nicht mehr als drei Kommunionkinder gleichzeitig bedienen. Jedes Kind darf nur noch zwei Erwachsene dabei haben. Und wir haben extra Paravents angeschafft, um die Kinder zu separieren.“

Ursula Grootens vom „Einhorn“-Restaurant:
„Die Erwartung, dass wir komplett schließen, war nicht da. Als der Beschluss kam, hab ich geschluckt. Ich hatte ein Hygienekonzept aufgebaut und viele Gäste, die sich sicher fühlten.

Ulla Grootens

Wir sind unendlich dankbar um die Unterstützung der Gäste, das gab uns soviel Aufwind. Ich hoffe, dass das so bleibt. Es gilt: Aufstehen und weiterlaufen !
Wir holen dann das „Flying Einhorn“ mehr hervor. Seit eineinhalb Wochen bestellen die Leute wieder massiv. Ich kann verstehen, dass die Regierung Entscheidungen für alle treffen muss, finde es für unseren Bereich nicht so plausibel.

Ich sehe uns nicht als Verbreiter, aber es gibt halt „schwarze Schafe“, die großen Städte. Das Gefühl von vor einem halben Jahr und die Angst um die Mitarbeiter, das kommt jetzt zurück.“

Hans Ingenpass, Musiker:
„Das ist schon bescheiden. Ich hatte Aufträge, die sind alle abgesagt. Mich hat der Tanzpalast angerufen, im Dezember was zu machen, wenn es möglich ist. Aber da sitzen dann in drei, vier Metern Abstand ein paar Leute, wie will man da Stimmung reinkriegen ?
Eigentlich ist das ganze Jahr abgesagt. Zum Glück habe ich ein zweites Standbein. Ein Bekannter macht Hochzeits-DJ, der hat eine Anstellung gesucht. Der ist seit 20 Jahren selbstständig, aber da kommt ja nix rein.

Ich mach ja auch Technik. Das steht bei mir rum für 70 000 Euro, was eigentlich verliehen werden soll. Ich habe gerade auch eine Anlage günstig gekauft. Die Leute verticken alles.
Ich bin da zwiegespalten. Es ist schlecht, dass die Zahlen so hoch steigen, aber auch ein bisschen ungerecht für  die Veranstaltungsbranche. Die ist am Kraxeln. Die Restaurants haben alles umgebaut, damit alles passt, mit Plexiglas und Stühlen auseinander. Die können einen Monat Däumchen drehen, das ist alles nicht so einfach.

Das ist auch für die Veranstalter schlecht, was wollen die bezahlen? Mit der Band für 150 Euro spielen, da kann ich lieber zwei Stunden länger arbeiten. Und alle , die Musik machen, aus Spaß an der Freude und in der Bigband – da sind die Hälfte Risikopatienten.Unser Bassist hat es an der Lunge und hatte einen Herzinfarkt im Sommer, den kannste nicht mit auf die Bühne schleppen. Und im Trio proben, da sagst du eher, da machst du nichts mehr. Wer weiß schon , was richtig ist. Keiner weiß, wie es weitergeht.“

Dominik Haarkotter

Dominik Haarkotter, Betreiber von „Dom´s Tattoo“:
„Wir haben seit Januar offen, dann hatten wir den ersten Lockdown und jetzt den zweiten. Wir müssen Kunden nach hinten verschieben, die Monate warten müssen.
Warum Friseure auf haben und wir nicht, weiß ich nicht. Wir sind hygienischer als viele andere, „verballern“ hier soviel Desinfektionsmittel.“

Michael Schmidt, Besitzer „Herr Lehmann“:
„Schon in der letzten Woche kamen weniger Leute, weil die Angst hatten. Das war für uns eine reine Subventionsgeschichte so. Die Leute sind veränstigt.
Es bleibt uns nix anderes übrig. Es heißt dann, nicht rumjammern und das Beste draus machen – die    Zeit nutzen, um kreativ zu sein ,um auf 2021 mit den neuen Projekten Dinge aufzufangen. Wir sehen dann, was der Bund sagt, wie es weiter geht.
Ich kann es eigentlich nicht verstehen. Wenn ich im Bus fahre oder im Zug, ist der so voll. Die haben da zwar Maske auf, aber sind so eng aneinander. Und 70 Prozent Ansteckungen sollen über den Breitensport gehen. Das ist eher so das Problem. Und unser Hygienekonzept ist so ausgereift mit Maskentragen, immer wieder Hände waschen und alles wird desinfiziert in der Waschmaschine.

Wir werden anders als beim letzten Mal nicht direkt „to go“ machen, weil das mit Qualität zu tun hat, annähernd so sein soll wie im Restaurant. Es gibt auch bei uns Pläne, Social Media voran-zutreiben. Wir werden das auch mit unseren Lieferanten machen, die Regionalität darzustellen, um da gemeinsam durchzukommen.

Janik Hensen, Geschäftsführer von „Dekor Event“:
„Erstmal ist es so eine Katastrophe, jeder Lichtblick für die Monate genommen. Kevelaer im Licht – das  ist jetzt auch abgesagt worden, da waren wir im engen Kontakt mit der Stadt und den Veranstaltern.

Ich kann die Maßnahmen nachvollziehen, aber sehe auch da eine gewisse Unklarheit in Bezug auf die Auswahl der Geschäfte, die geschlossen worden sind. Ich vertraue darauf, dass die Leute, die entscheiden, zum Besten der Allgemeinheit entscheiden
Es ist fragwürdig, warum die Schulen noch offen sind. Ich sehe die Gefahr für das Bildungssystem im Ganzen, aber auch da eine Risikoversammlung jedesmal, wenn 30 Leute im Klassenraum zusammensitzen. Das finde ich unverhältnismäßig.

Uns geht für unsere Branche das Vertrauen verloren, mit uns weiter zu planen. Das Vertrauen, ins Risiko zu gehen, wird genommen. Wir haben an Konzepten gearbeitet und Leute überzeugt, dass was möglich ist. Da wird ganz viel Vertrauen zerstört.
Nichtsdestotrotz ist es eine vernünftige Maßnahme, das exponentielle  Wachstum zu bremsen. Wenn es exponentiell ist, kann das extrem ausschlagen, und wenn es zwei Wochen braucht, bis wir finale Zahlen haben, kann das immens sein. Auf lange Sicht ist es der richtige Weg, aber man ist hart getroffen.

Auf lange Sicht ist die psychologische Bremse das größte Risiko für unsere Branche. Kevelaer und was hier an Veranstaltungen passiert, wird geprägt von dem, was in dem nächsten halben Jahr passiert. Und das wird in ganz Deutschland so sein.
Da darf jetzt keine Panikmache passieren, das wäre das Schlimmste, dass alle die Ruhe bewahren und sich an Regeln halten, dass Rettungsschirme ausgerollt werden, die Unternehmen wie uns unterstützen. Es gibt viele, die mit dem Rücken gegen die Wand stehen.“

Felix Moeselaegen, Gastronom mit Imbiss:
„Wir wissen alle, man investiert in Sicherungsmaßnahmen und guckt in die Röhre. Veranstaltungen sind alle abgesagt, unser Imbissbetrieb ist zu. Es ist ja gastronomisch alles verboten.

Felix Moeselagen

Wir haben uns auf das „to-go“-Geschäft vorbereitet, haben wir damals auch schon gemacht – Hausmannskostmenüs zum Abholen. Und am Wochenende machen wir dann unsere „sparerips-to-go“, auf Samstags und Sonntags aber beschränkt.
Muss man sich mit arrangieren und für Probleme Lösungen finden, das ist unser Job – auch beim Catering. Das ist sehr wichtig im Leben. Es gibt immer wieder Widrigkeiten, aber statt zu möppern, geben wir Antworten. Wir werden jetzt Projekte anpacken, die kann man sonst nicht anpacken. Man muss sich halt weiterentwickeln und mit coolen Sachen die Leute begeistern. “

Joachim Kastell, Werbeunternehmer:
„Ich schlag mich durch, hab die Woche noch gut zu tun mit schönen Aufträgen, und dann müssen wir mal abwarten. Wir sind ein kleines Rad im großen Getriebe. Ich kann das nicht abschätzen.

Es ist aber traurig, was in der Gastronomie los ist. Die Maßnahmen sind da am falschen Ende angesetzt, die hätten was anderes tun sollen. Die haben die Hygienekonzepte, Gesichtsschutz und Hände, Tische weit auseinander mit Plexiglas.
Man sollte die Bevölkerung beruhigen und deutlicher so eine Botschaft nach außen tragen: „Haltet alle zusammen, schützt die Alten, reißt euch einen Monat zusammen.“ Eine vernünftige Botschaft an die Bevölkerung, dass alle an einem Strang ziehen, Rücksicht auf die anderen nehmen

Jeder sollte nachdenken, sich zu schützen und dass er in der Familie Menschen hat, die gefährdeter sind als er selbst und an den Mitmenschen denken: Da sollte sich jeder am Kopf packen und in den Hintern kneifen und nicht diese konzeptlose Notbremse.“

Ingrid Baers, Hotelbesitzerin:
„Wenn wir alle gesund bleiben, ist es okay. Schön ist anders – einen Monat ohne Gäste – , aber da müssen wir durch. Und ich bin nichrt sicher, dass da vier Wochen ausreichen. Wir haben Glück, dass wir Eigentum haben. Sonst ginge das nicht.“

Christina Schaller, Yogalehrerin bei der „Lebensart“:

Christina Schaller

Die Regierung hat die die Notbremse gezogen. Sie wissen warum. Sie wissen mehr als wir. Ich finde das in Ordnung. Für mich kommt das etwas spät. Ich hätte das gerne gehabt, dass die Herbstferien inbegriffen sind, damit nicht die ganzen Reisen passieren. Aber es ist so, wie es ist. Für mich stellt sich das so dar, dass ich jetzt meine Yogakurse online machen werde. Wie die Menschen damit umgehen, weil sie schon die Erfahrung gemacht haben vom Frühjahr, ob sie mitmachen werden, wird sich dann zeigen.

Ich hoffe, wir kommen alle gesund durch diese Zeit, dass jeder auf seine Art in die Gemeinschaft etwas einbringt. Achtet auf Euch selbst, übernehmt Verantwortung für euch selbst – esst gesund, trinkt genug, macht Sport und achtet auf alle anderen, die um euch herum sind – so dass wir das gemeinsam mit möglichst wenig Schaden überstehen.
Es ist nicht einfach, weil es schon das zweite Mal ist. Die Vorschläge der Regierung mit 75 Prozent kann ich nicht erfüllen, weil ich erst letztes Jahr angefangen habe. Wir haben sehr viel neue Kurse hier in der Lebensart und im November vier Veranstaltungen , die jetzt alle ausfallen. Das tut der Lebensart nicht gut. Aber es geht weiter.“

Umfrage Kommunalwahl 2020 (2)

Die Kevelaerer haben in dieser nicht repräsentativen Wahlumfrage zur Kommunalwahl am 13.9.2020  abgestimmt.

Jetzt verbleibt noch eine Woche, bis das offizielle Wahlergebnis bekannt gegeben wird. Wir in der Redaktion sind sehr gespannt, wie nah dran oder wie weit weg dieses Umfrageergebnis von den tatsächlichen Werten entfernt sein wird.

Wir möchten alle Wahlberechtigte auffordern: „Bitte nehmen Sie an dieser Wahl teil und üben Sie damit Ihr demokratisches Grundrecht aus. Viele Menschen in der Welt beneiden uns um dieses Recht“.

Meinungsbild zur Verkehrssituation

Die Online-Beteiligung zur Verkehrssituation in Kevelaer läuft nun schon seit gut zwei Monaten und über 450 Einträge sind eingegangen. Neben neuen Vorschlägen zur Verbesserung der Verkehrssituation werden bereits genannte Vorschläge kommentiert und weiterentwickelt.

Es zeichnet sich ab, dass der Autoverkehr und der Radverkehr die größten Probleme verursachen. Der Fußgängerverkehr wird ebenfalls genannt, der ÖPNV hingegen sehr selten. Nach Abschluss der Online-Beteiligung werden alle Anregungen gesichtet und klassifiziert.

Welche Probleme lassen sich schnell und einfach beheben? Wo bedarf es konzeptioneller Überlegungen wie die Änderung der Fahrtrichtung oder die Anlage von zusätzlichen Radwegen? Diese konzeptionellen Überlegungen werden gemeinsam mit der Politik, dem „büro stadtVerkehr GmbH“ aus Hilden sowie der Verwaltung diskutiert, um die Richtung der verkehrlichen Entwicklung in Kevelaer festzulegen. Bis zum 14. August besteht die Gelegenheit, das Meinungsbild zu verfeinern und eigene Anregungen und Wünsche zu äußern.

Die Online-Beteiligung kann über die Startseite der Wallfahrtsstadt Kevelaer abgerufen werden. Für telefonische oder persönliche Termine steht Mara Ueltgesforth, Abteilung Stadtplanung, unter Telefon: 02832-122-406 und per E-Mail unter mara.ueltgesforth@kevelaer.de zur Verfügung.

Foto: Wallfahrtsstadt Kevelaer

Anmerkungen aus den Ortschaften

Über die Kevelaerer Innenstadt wird eifrig diskutiert und gefachsimpelt. Das KB berichtete in den vergangenen Woche über die Verkehrsbefragung und die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger auf dem eigens dazu eingerichteten Online-Portal.

Die Beteiligung aus den Kevelaerer Ortschaften ist eher verhalten bis ruhig. Doch auch hier gibt es natürlich Anregungen und so zeigt das KB Beiträge aus und zu den Ortschaften Kervenheim, Twisteden und Wetten auf, Stand: Dienstagabend, 2. Juni.

Wer sich weiter an der Verkehrsbefragung beteiligen möchte, findet eine entsprechende Karte, in der Verkehrspunkte und Anmerkungen markiert werden können, auf der Homepage der Wallfahrtsstadt Kevelaer.

Kervenheim

Bekannt ist der Unfallschwerpunkt an der Kreuzung Schloss-Wissener-/Winnekendonker Straße. „Auch wenn hier ein Blitzer aus Richtung Autobahn steht und nur 70km/h erlaubt sind, passieren hier doch sehr häufig schwere Unfälle. Diese sind nicht immer nur überhöhter Geschwindigkeit geschuldet. Teilweise wird die Sicht durch Verkehrsinseln oder entgegenkommende Linksabbieger eingeschränkt.

Über diese Kreuzung läuft sehr viel Lieferverkehr und auch der Flugghafenverkehr wird hier entlang geleitet.

Ein Kreisverkehr macht hier mehr als nur Sinn. Er hätte sicherlich schon den ein oder anderen tödlichen Unfall verhindert.

Hinzu kommt noch der schlechte Straßenbelag, vor allem Richtung Autobahn. Tiefe Spurrillen und quer laufende Huckel sind hier sehr extrem. Mit dem Motorrad hebt man fast ab. Sehr gefährlich, wenn man dadurch die Kontrolle verliert“, heißt es in einem Beitrag, der Zustimmung erntet.

Twisteden

Eine „Bushaltestelle auf Nachkriegsstandard“ wird in einem weiteren Beitrag beklagt: „So sieht eine Bushaltestelle aus in einer Stadt, der die Klientel der Nutzer des ÖPNV eigentlich so etwas von gleichgültig ist – unter jedem noch so niedrigen Standard.
Was hindert die Verantwortlichen bei den Stadtwerken, hier endlich mal halbwegs im 21. Jahrhundert anzukommen und ein anständiges Angebot aufzulegen ?“

Die Endtschestraße ist auch ein Thema: „Auf der Endtschestraße ist die Geschwindigkeit von 100 km/h erlaubt, diese wird jedoch aufgrund des Straßenverlaufs häufig missachtet. Motorradfahrer oder Autofahrer nutzen das gerade Streckenstück gerne zum ‚heizen‘. Leider ist kein Geh- oder Radweg vorhanden um andere Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Auch LKWs nutzen oft die Strecke und fahren zu dicht an Fußgängern und Radfahrern vorbei. Da noch keine nennenswerten Unfälle passiert sind gibt es kein Tempolimit, aber das ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Man fühlt sich als Fußgänger dort sehr unwohl, da viele Autofahrer wenig Rücksicht nehmen und in den uneinsichtigen Kurven schnell angefahren kommen und auch mit zu geringem Abstand an Personen vorbeifahren.

Auf dieser Straße sind viele Radfahrer, darunter auch Kinder, Spaziergänger mit und ohne Hund und auch Reiter anzutreffen. Diese gilt es als Verkehrsteilnehmer zu schützen.
Ein Geh-/Radweg wäre ein Traum oder zumindest ein Tempolimit. Die Geschwindigkeit auf den umliegenden Straßen ist auf 70 km/h begrenzt, wieso nicht auch auf der Endtschestraße?“

Lob gibt es aber ebenfalls: „Die Straße Et Grotendonk ist vor einigen Jahren sehr gut ausgebaut und gestaltet worden! Das durchgehende Tempolimit von 70 km/h ist der Sicherheit bzw. Unfallhäufigkeit sehr zugute gekommen. Der Radweg mit Anbindungen an landschaftlich schön gelegene Nebenwege sowie das Wanderwegenetz, z.B. im Bereich des Kieswerkes Richtung Weeze, ist attraktiv und wird von der Bevölkerung gut genutzt, da auch die ergänzte Straßenbegrünung mit Gehölzen und Bäumen zur Qualitätssteigerung beiträgt.“

Twisteden

Ein Beitrag bringt hier „eine nachdrückliche Aufforderung an die Stadt Kevelaer und den Kreis Kleve, endlich eine Verkehrskonzept auszuarbeiten, um bei der An- und Abfahrt zum Irrland den Verkehr aus Twisteden herauszuhalten“ zum Ausdruck – ergänzt durch den Kommentar „Ja, aber auf jede Fall ohne neue Straßen zu bauen! Das muß auch inteligenter gehen als bei der OW1.“

Die Verkehrssituation auf der Dorfstraße hat ein weiterer Beitrag zum Thema: „Täglicher Autoverkehr auf der Dorfstrasse: 4.500 PKW + ca 3.000 Besuchs-Pkw für Plantaria. Dies entspricht ca 40 bis 80 Verkehrsbewegungen pro Stunde. Zusätzlich ein Anteil von ca 10 40-t-LKW pro Stunde, alle als durchfahrende Laster. Hierdurch große Gefahr der zahlreichen Fußgänger und Radfahrer, namentlich auch zu nennen die Schulkinder.

Wegen der großen Gefährdung auch unnötiger Lärm des Verkehrs. Dieser beträgt laut Berechnung ca 65 – 70 dbA. Anzustreben sind im Wohnberich 53 dbA.
Umleitungsmöglichkeiten des Verkehrs sind vorhanden. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h und zusätzlich Anliegervekehr sind angeraten.“

Die Dorfstraße ist auch Thema einer weiteren Betrachtung: „Die Dorfstraße in Twisteden ist ein stark befahrene Straße, die sehr eng ist. Eine Beruhigung durch die erst kürzlich eingeführte 30 Zone hat eine leichte Verbesserung dahingehend ergeben, dass langsamer gefahren wird, aber die parkenden Autos vor den Geschäften etc. führen zu gefährlichen Überholmanövern, obwohl nahegelegene Parkplätze vorhanden sind. Eine zusätzliche Gefahrenstelle ist die Kreuzung Dorfstraße/Maasstrasse. Dort ist eine Einsicht beim Abbiegen auf die Dorfstraße fast unmöglich, ohne fast auf der Strasse zu stehen.“

Neben dem Verkehr auf der Dorfstraße ist auch die mangelhafte ÖPNV-Versorgung ein Thema eines Beitrages: „Im Gegensatz zu allen anderen Ortschaften Kevelaers hat Twisteden keine Direktverbindung per Bus nach Geldern.

Bisher wurde auf unsere Initiative lediglich zur ersten Schulstunde eine Anbindung an die Linie 53 geschaffen. Um 06.48 Uhr fährt die Linie 53 über Kevelaer – Wetten – Veert nach Geldern und trägt zur Entlastung dieser Linie bei. Der Bus kommt gegen 07:30 Uhr in Geldern an. Mit dem PKW ist man in 20 Minuten in Geldern, wenn man über Lüllingen fährt. Klimaschutz?!

Eine direkte ÖPNV-Verbindung über Lüllingen mehrmals am Tag käme der gesamten Ortschaft Twisteden zugute. Geldern ist zuständiger Standort vieler Dienstleistungseinrichtungen (Amtsgericht, Finanzamt, Arbeitsagentur, Straßenverkehrsamt, MVZ, Krankenhaus).

Außerhalb der vorgenannten Verbindung um 06.48 Uhr bleibt per ÖPNV nur die Nutzung der Linie 73 (startet außerhalb des Ortes am Irrland) oder Bürgerbus (max. 8 Personen), dem RE10 und diversen Stadtlinien in Geldern. Abgesehen vom Umsteigen dauert die Hinfahrt alleine ca. 2 Stunden (bei einer Distanz von 12 km zwischen beiden Orten!).

Die Schulbushaltestelle wird ebenfalls bemängelt: „Die Schulbushaltestelle an der Dorfstrasse gegenüber Haus-Nr. 44 ist der zentrale Ort zum Aus- und Einsteigen von Schülern in Twisteden. Nutzer aus dem Bereich Maasweg müssen hiefür die stark befahrene Dorfstraße überqueren. Dies muss erfolgen ohne ausreichenden Schutz vor dem Verkehr.Die Haltestelle ist zudem schlecht ausgeleuchtet und kaum gekennzeichnet.“

Überdurchschnittlich häufig bemängeln Radfahrer den Gerberweg: „Hier gibt es weder eine Beleuchtung noch einen Radweg, den die Anwohner der nahen Nachbarschaft „Am Heyberg“ oder andere Radfahrer oder Spaziergänger nutzen könnten. Besonders in den Wintermonaten ist es kaum zu verantworten dass die Kinder diese Strecke alleine mit dem Rad befahren.“ Und: „Die Ausfahrt aus dem Ahornweg auf den Maasweg ist total gefährlich.
Als Autofahrer sieht man überhaupt nicht, wenn ein Radfahrer aus Richtung Holland kommt. Da kann man noch so langsam fahren.

Für Radfahrer ist die Ecke ebenfalls sehr gefährlich. Kommt man aus dem Ahornweg sieht man niemanden aus Richtung Holland, will man in den Ahornweg einbiegen, kann man nicht sehen, ob aus dem Ahornweg ein Auto kommt.“

Wetten

Um Tempo 30 gehts in den wenigen Beiträgen, die es zur Verkehrssituation in Wetten gibt: „Der alte Ortskern von Wetten westlich der Haupt- und nördlich der Marienstraße ist eine Tempo-30-Zone. Die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung ist verbesserungswürdig. Daran erinnern – neben den leicht übersehenen Tempo-30-Zone-Schildern an den Einfahrten in den Bereich – an (zu) wenigen Stellen, z. B. im markierten Bereich auf der Grünstraße nahe Friedhof, auf die Fahrbahn aufgemalte weiße „30“-Zahlen. Diese sind ziemlich verblichen bzw. abgefahren, und sollten erneuert, ggf. auch an anderen Stellen noch ergänzt werden.“

Um die Hauptstraße in der Nähe der Schule geht es in einem weiteren Beitrag: „Stoßweise findet auf dieser Straße ein hohes Verkehrsaufkommen statt. Besonders viele LKWs und auch Landwirtschaftliche Fahrzeuge nutzen diesen Weg zur Umgehung. Dies birgt für Radfahrer und gerade für Kinder eine hohes Unfallrisiko auf dieser schmalen Strecke.
Hier sollte durchgehend eine 30er Zone eingerichtet werden.“

Wetten

Der Beitrag wird urch einen Kommentar ergänzt: „Für den nüchternen Beobachter ist es eigentlich unfassbar, dass es in dieser engen und sehr belebten Straße keinerlei geschwindigkeitsreduzierenden Anordnungen gibt. Tempo 20 (gefahren wird dann ja effektiv doch mit mindestens 30 km/h !) wäre eigentlich das Mindeste an Anordnungen. Leider tut sich die Wallfahrtsstadt mit Anordnungen, die den KFZ -Verkehr etwas ausbremsen sehr schwer.“

Auf der Veerter Straße „fahren grundsätzlich fast alle Autofahrer zu schnell“, hat jemand festgestellt. „Wenn man sich dann selber an den Regeln hält wird man von den anderen Autofahrern bedrängt schneller zu fahren mit Lichthupe oder aufblenden und zu dichtem auffahren oder sie überholen einen im Überholverbot. Es wäre schön wenn hier ein paar Blitzer stehen oder mehr kontrolliert würde.“

Auch fehle an der Veerter Straße rund um den Hagelkreuzweg ein Fußweg: „Das Wohngebiet ist nicht durch einen Fußweg erreichbar. Es gibt nur einen Fußweg auf der anderen Straßenseite. Fußgänger (auch Kinder auf dem Schulweg) müssen zum Überqueren der Straße eine Straßenverengung nutzen, die direkt am Ortseingang liegt. KFZ-Fahrer haben dann aber oft noch eine deutlich höhere Geschwindigkeit, als die vorgeschriebenen 30 kmh. Der Ausbau eines Fußwegs würde erheblich zur Sicherheit aller Fußgänger beitragen.“

Seit Montag gilt die Maskenpflicht

Michaela Verhoeven fühlt sich sicherer. Foto: HvL

Nichts geht mehr ohne Maske. Zumindest beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr oder dort, wo sich mehrere Personen in einem öffentlichen Raum aufhalten. Denn seit Montag, 27. April 2020, gilt eine landesweite Maskenpflicht. Im örtlichen Lebensmittelmarkt von Annika und Christoph Hecks in Twisteden war man darauf vorbereitet. Die meisten Kunden hielten sich daran und zeigten beim KB-Besuch ihren zum größten Teil in Eigeninitiative selbstgenähten Mund- und Nasenschutz.

Petra Kaenders begrüßt die Maskenpflicht. Foto: HvL

Für Zahnarzthelferin Astrid Hirschmann bedeutet dieser Schutz keine große Umstellung: „Ich trage ihn während der Arbeit, warum also nicht auch beim Einkaufen, um einen gewissen Schutz zu bieten.“ Michaela Verhoeven arbeitet selbst im Verkauf und ist froh, dass auch endlich die Kunden einen Mund- und Nasenschutz tragen müssen. „Schließlich müssen wir uns alle schützen.“ Auch Petra Kaenders hat ihre Nähmaschine aktiviert und Masken genäht. „Eigentlich hätte man die Pflicht schon von Anfang an einführen sollen“, so die Twistedenerin. Aber besser spät als nie. Der Meinung ist auch Ellen Grüntjens: „Bis NRW etwas beschlossen hat, sind andere Bundesländer schon längst Vorreiter, zumindest was den Mund- und Nasenschutz betrifft“, betont sie. In ihrer Freizeit hat sie ebenfalls schon einige Masken angefertigt und diese dem Verkaufspersonal eines Kevelaerer Einzelhändlers zur Verfügung gestellt.

Ellen Grüntjens näht selbst auch für andere. Foto: Hv

Waren am ersten Tag der Maskenpflicht die Frauen eher bereit einen Schutz zu tragen, zeigten sich einige Herren der Schöpfung doch etwas zögerlich. Nach freundlicher Aufforderung war aber auch das kein Problem mehr. Schützen auch Sie Ihre Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Leserinnen und Leser: Tragen Sie Mund- und Nasenschutz, verwenden Sie ihn korrekt und passen Sie gut auf sich auf!

 

 

 

Weitere Meinungen der Kevelaerer zur Maskenpflicht:

Foto: BU

Elli Kisters (72 Jahre): „Ich finde es gut, dass Masken dort getragen werden, wo viele Menschen eng zusammen sind. Wenn Alle eine tragen, fällt der Einzelne nicht mehr auf und jeder wird geschützt. Meine Familie hat sich über meine selbst genähten Masken gefreut.“

 

 

 

 

Foto: BU

Benno van de Braak  (53 Jahre): „Die Idee zu meinem selbstgebastelten Mund- und Nasenschutz habe ich durch ein Informationsvideo von Eckart von Hirschhausen erhalten und war beeindruckt, wie sicher selbst ein herkömmlicher Kaffeefilter sein kann.“

 

 

 

 

Foto: BU

Ingrid Opgenhoff (54 Jahre): „Auch für mich sind Atemschutzmasken eine ganz neue Erfahrung. Ich trage sie gerne, um meine Mitmenschen zu schützen und habe mir Motive meiner Bilder darauf drucken lassen. Die Druckerei spendet einen Teil des Erlöses für medizinische Masken.“

Umfrage: Hildegard van Lier / Ursula Braßeler

Abreißen oder renovieren?

Abriss oder Renovierung des Bürgercentrums (IBC)? Das Kevelaerer Blatt wollten wissen, was die Bürger des Dorfes dazu sagen.

Nicole Schiedeck.


Nicole Schiedeck (47) aus Twisteden: „Oh, das IBC ist einfach zu alt und nicht mehr zeitgemäß. Da sollte man tatsächlich über einen kompletten Neubau nachdenken. Zudem hat man in Renovierungsarbeiten schon viel zu viel Geld reingesteckt.“

Wolfgang Büsch


Wolfgang Büsch (67) aus Twisteden: „Um den Zusammenhalt des Dorfes zu erhalten, sollte das Gebäude komplett abgerissen werden. Im jetzigen IBC kann man nicht gemeinsam feiern. Ist man mit einer Gruppe dort, dann wird diese auseinandergezogen, da sich der Raum wie ein Schlauch zieht. Ein Neubau an einer anderen Stelle würde auch einen neuen Zusammenhalt der Bürger fördern.“

Corinna Laukens


Corinna Laukens (38) aus Twisteden: „Es wäre schön, wenn dieses Gebäude wegkäme. Es sind schon so viele Kosten reingesteckt worden. Auch mit Rücksicht auf die Nachbarn und den gegenüberliegenden Friedhof sollte man über einen anderen Standort nachdenken, der auch Feierlichkeiten für draußen möglich macht. Wemb bietet da ein gutes Beispiel.“

Dennis Waerder-Maring


Dennis Waerder-Maring (29) aus Twisteden: „Definitiv abreißen! Über dem IBC ist auch der Trainingsraum für die Jungschützen untergebracht. Es wäre vielleicht mal eine Überlegung wert, außerhalb von Twisteden ein neues Bürgerzentrum mit einem großen Saal zu errichten. Vielleicht auch in Kombination mit einem neuen Trainingsraum für die Jungschützen.“
Jugend möchte beim Neubau berücksichtigt werden
Seit zwei Jahren haben die Twistedener Jugendlichen wieder einen Anlaufpunkt im IBC. Hier nutzen wöchentlich etwa 20 bis 30 Jugendliche die extra für sie bereitgestellten Räume im Bürgercentrum. Auch sie haben eine Meinung zum Thema „Was wird aus dem IBC?“
Kieran und Leon, beide aus Twisteden sagen: „Es würde sich schon sicherlich lohnen, ein neues Bürgerhaus zu bauen. Es wäre nur schade für uns, denn wir würden unsere Bleibe verlieren. Der Ort und der Platz hier sind perfekt, sogar mit eigener Küche. Wenn schon ein neues IBC gebaut wird, wäre es schön, wenn man dabei an uns Jugendliche und an die anderen Gruppen wie Musikverein und Jungschützen denkt.“
Enzo und Lukas, auch beide aus Twisteden, finden: „Erwachsene sehen das eher aus ihrer Sicht. Wir sehen das etwas anders. Wo bekommen wir wohl drei Räume nur für uns Jugendliche? Hier erleben wir fast ein dauerhaftes Ferienfeeling. Wir spielen Gesellschaftsspiele, hören Musik, können miteinander reden, ohne dass ständig aufs Handy geschaut wird, und kochen zusammen. Vielleicht kann man uns aber irgendwie berücksichtigen.“

Enzo (links, 15 Jahre) und Lukas (13) aus Twisteden. Fotos: HvL

Hält Kevelaer zusammen, wenn es um Armutsbewältigung geht?

Gut 80 engagierte Kevelaerer waren in der Mensa des Schülzentrums zur ersten Sozialraum-Konferenz gekommen. Vanessa Freienstein vom Jugendamt stellte die ersten Ergebnisse aus den Befragungen zu „Familienarmut und Kinder-/Jugendarmut in Kevelaer“ vor. Die Verwaltung hatte diese bei Eltern, Schülern ab der siebten Klasse und Mitarbeitern der verschiedenen Einrichtungen durchgeführt.
Es gehe um eine erste Sozialraumanalyse „und auf den Weg zu kommen, einen ersten Sozialbericht für Kevelaer zu beginnen. Dafür braucht man Daten“, umschrieb Sozialdezernent Marc Buchholz die Grundidee. Später könne man das alles in die Politik tragen, um gezielt Anträge für soziale Teilhabe an Land und Bund zu stellen.
Das Ziel sei es auch, dass über die Veranstaltungen „Netzwerke entstehen, um sich zu unterstützen“ beim Auffangen von Armut vor Ort, so Freienstein. „Was ist das, was die andere Ortschaft macht?“, bezeichnete Buchholz in seinem Schlusswort später den angestrebten  „Transfer“ an Informartion und Austausch.
939 Eltern (20 Prozent aller Angeschriebenen), 773 Schüler (55,5 Prozent) und 241 Mitarbeiter und Leitende in den Einrichtungen (rd. 38,5 Prozent) hatten sich an der Aktion beteiligt. Freienstein hatte bis dato die Daten für die Mitarbeiter als vom Aufwand her kleinste Gruppe ausgewertet. Aus den Zahlen wurde ersichtlich, dass die Mitarbeiter der Einrichtungen überwiegend nicht (41,1 Prozent) oder nur manchmal (48,1) mit den Eltern über ihre finanzielle Lage sprechen.   Als wichtigste Ursachen für Armut wurden Arbeitslosigkeit, Scheidung, Trennung und das Leben als Alleinerziehender benannt.
Zahlreiche Mitarbeiter hielten Kevelaer für eine „sehr familienfreundliche“ (5) bis „eher familienfreundliche“ (41,5) Stadt, äußerten aber auch negative Aspekte wie zu hohe Kindergartenbeiträge und zu geringen bezahlbaren Wohnraum. Sie nannten die Erziehung, die Entlastung der Alleinerziehenden, Beratung bei Migrationshintergrund und Unterstützung finanziell belasteter Famlien als notwendige Bereiche, Familien zu unterstützt.
Nur zwei Drittel aller Enrichtungsmitarbeiter kannten der Umfrage nach das Bildungs- und Teilhabegesetz (BuT), aus dem man weitere Fördergelder zur Unterstützung wie Mittagessens-Zuschüsse,  Schulbeförderungsgeld, Lernförderung oder Klassenfahrten generieren kann.
44,8 Prozent aller Mitarbeiter kannten Familien, die das BuT in Anspruch nahmen,  43,6 Prozent antworteten mit „Nein.“ „Da müsste man vielleicht auch alle Vereinsvorsitzenden mal ansprechen , da werden nicht alle Töpfe ausgeschöpft – vielleicht aus Scham oder fehlenden Sprachklenntnissen“, unterstrich Freienstein. Zudem gab ein Viertel dieser Gruppe an, dass nicht alle Kinder ein warmes Mittagessen in der Einrichtung erhalten. Buchholz hob zudem die 83 Prozent hervor, die angaben, zum Thema „Armut ud Ausgrenzung“ noch keine Fortbildung gehabt zu haben. Zudem fragte er sich: „Interessant wäre, wie die Eltern das betrachtet haben?“
„Was ist mit der Elternumfrage?“, kritisierte Delia Springer vom Förderverein der Antonius-Grundschule, dass man zunächst die „eigentlich unwichtigste“ Gruppe ausgewertet hatte. „Gute Gespräche, nette Kontakte, zu wenig Konkretes zum Thema Armut“, lautete  ihr späteres Fazit.
Zuvor folgte aber noch eine Diskussion. in verschiedenen  „Sozialraum-Gruppen“. Dabei ging‘s um die Fragen „Wo gibt es versteckte Armut in ihrem Lebensraum?“  oder „An welchen Stellen vollzieht sich, absichtlich oder unabsichtlich, Ausgrenzung?“.
Dabei ergaben sich aber durchaus interessante Erkenntnisse. „Die Kinder sind da integriert, aber sobald sie mit der Familie zusammen sind, sprechen sie polnisch“, hatte die stellvertretenden Bürgermeisterin Brigitte Middeldorf beim Hubertus-Kindergarten festgestellt. Da müsse man bei den Eltern ansetzen, meinte Kaplan Christoph Schwerhoff.
Michael Maaßen von der CDU Kevelaer sah „nicht so die Masse an Problem“ hinsichtlich der Armut. Die Angebote von Bildung und Teilhabe würden gut angenommen. Andere sahen gerade da einen wichtigen Schlüssel für die Unterstützung benachteiligter Eltern.
Es gebe in Kevelaer sichtbare Armut. „Wenn ich im Winter ein Mädel mit Sommerschlappen spielen sehe, ist Schluss mit lustig“, meinte Heike Bürvenich-Knoop , die beim Jugendraum Winnekendonk die Mächengruppe betreut und in der Hubertus-Grundschule tätig ist. Eine ähnliche Beobachtung konnte auch die Leiterin der Integrativen Kindertageseinrichtung Wiesenzauber, Sione Wäger, bestätigen: “Da sind die Möglichkeiten so eingeschränkt, das tut einem echt weh.”
Einige betroffene Eltern schaften es nicht, mit dem geringen Einkommen umzugehen und selbst „günstig zu kochen statt Fertiggerichte zu kaufen“, sagte Petra Burckhatrd-Hendrichs von der Kita „Sternschnuppe.“
Dass die Verwaltung zumindestens für Anregung gesorgt hat, belegte die Ausssage des stellvertretenden DLRG-Vorsitzenden Herbert van Bühren: „Ich werde mal nachhaken, wo bei uns die Probleme gesehen werden.“