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Der Wettener Reitverein „von Bredow“ lud am Wochenende zum WBO-Turnier ein

Endlich wieder Turnierluft schnuppern

Es schien beinahe so, als konnten die Organisator*innen es selbst kaum glauben: Innerhalb von nur drei Wochen konnte der Reitverein „von Bredow“ aus Wetten bereits das zweite Turnier in diesem Jahr ausrichten.

Reitverein „von Bredow“ lädt am Wochenende zum WBO-Turnier ein

In Wetten geht’s rauf aufs Pferd

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr laden die Wettener Reiter*innen zu einem Turnier ein. Dieses Mal handelt es sich um ein reines WBO-Turnier.

Nicht auf heimischem Boden

Zwei Tage guten Amateur-Reitsport kennzeichneten das diesjährige zweitägige Sommerturnier des Reitervereins St. Georg Kevelaer. 24 Dressur- und Springwettbewerbe luden insgesamt 600 gemeldete Paare und Sportler ein, sich im Wettbewerb miteinander zu messen.

In diesem Jahr war jedoch alles anders als in den bisherigen Jahren – denn 2019 wurde das Turnier erstmals auf dem Gelände des Reitervereins von Bredow Wetten veranstaltet. „Weil es am alten Standort am Daelshof nicht stattfinden konnte“, lautete die knappe Aussage des aktuellen Vorsitzenden Hubert Verhaag. Zu den Ursachen für diesen ungewöhnlichen Schritt äußerte er sich nicht.

Zum Abschluss des Turniers nutze er jedenfalls die Gelegenheit, sich bei der Vorsitzenden des Wettener Reitervereins, Annette van Stephoudt, mit einem Blumenstrauß, und bei den Helfern vor Ort, herzlich zu bedanken. Er zeigte sich tief beeindruckt vom Verein. „So viele Leute als Helfer“ seien da gewesen. Und er versuchte, der Situation eine positive Richtung zu verleihen. „In Zeiten, wo ländliche Vereine Probleme haben“, gelte es, „neue Wege zu gehen.“

Der Sport stand im Mittelpunkt

„Wir haben unseren Nachbarverein gerne unterstützt“, unterstrich Annette van Stephoudt die selbstverständliche Solidarität mit dem Nachbarverein und freute sich ihrerseits auf das eigene WBO-Turnier inklusive Vereinsmeister- und Vierkampfwertung. Die sportliche Seite kam trotz der besonderen Situation natürlich nicht zu kurz, wobei sich bis auf Katja Peters als Zweitplatzierte ihrer Dressurprüfung Klasse A* kein Sportler des Gastgebers in den Siegerlisten der besten Drei wiederfand.

Dafür konnte sich der „Co“-Gastgeber aus Wetten mit Laura Tennagels und Anna-Lena Gellen über zwei Dressur-Siegerinnen freuen und auch bei den Springen machten die Wettener Sportlerinnen eine ganz gute Figur. Nicole Urselmann triumphierte auf ihrem Pferd „Britnie“ bei der Springprüfung Klasse A** mit einer Siegerrunde.

Fehlerfreie Runde mit Cartier”

Und auch Saskia van Stephoudt war bei der abschließenden M*-Springprüfung mit Siegerrunde und ihrem Pferd „Zaras Dreams of Scarlet“ nah dran. Im Stechen der letzten fünf Reiter musste sie allerdings Rene Lamers vom Reitverein von Bredow Keppeln den Vortritt lassen. Der war mit einem sehr entspannten und zugleich schnellen Ritt auf „Cartier“ bei seiner fehlerfreien Runde etwas schneller.

„Ich bin sehr zufrieden, sie hat alles gegeben. Da muss man sich keine Gedanken machen. Sie hat mir ein super Gefühl gegeben“, fand Saskia van Stephoudt. Und auch beim Sieger herrschte Zufriedenheit. „Ich hab das Pferd vor kurzem zum Reiten bekommen – das passt schon ganz gut“, meinte der 31-Jährige.

Mit Blick in die Zukunft

Strahlender Sonnenschein sorgte auf dem Turniergelände des Reitvereins von Bredow Wetten für Reiter in kurzärmeligen T-Shirts, eine tiefenentspannte Atmosphäre und kurzweiligen Sport.
Die Vorsitzende des Vereins, Anette von Stephoudt, konnte mit insgesamt 737 Nennungen zwar „geringere Nennzahlen als 2017, aber eine hohe Auslastung der einzelnen Prüfungen“ am Ende des zweitägigen Sommerturniers konstatieren.
Das Turnier diene nicht nur dazu, die Leistungsklassen zu bedienen. „Wir wollen die Jugend in dem unteren Bereich an ihrem Leistungsstand abholen und fördern“, erläuterte sie die Ausrichtung, die das Wettener Reit-Event mit verfolgen sollte. Dementsprechend konnten die „kleinen“ Reiterinnen beim Führzügel-Wettbewerb erstmals sowas wie Turnierluft schnuppern.
„Ich bin nicht nervös“, gestand die fünfjähirge Jana, als sie von ihre Mutter Jacqueline Verhouven vom Wettener Reitverein in den aufgebauten Dressurparcours geführt wurde. Aufmerksam verfolgte ihre Großmutter Marianne die ersten Schritt in Richtung Turniersport. „Ich habe da Hochachtung und Respekt vor dem, was meine Enkelin da auf dem Pferd leistet“, freute sich die 62-Jährige mit dem jungen Mädchen mit.

Besonderer Moment
Einen besonderen Moment durften Paul van Bebber, Wilhelm Deselaers und Johannes Leurs erleben. Die drei Senioren wurden von Wilma Hebben und Norbert Paeßens vom Pferdesportverband Kleve für ihre langjährige Mitgliedschaft mit einer Ehrengabe bedacht – van Bebber und Leurs für 70 Jahre Mitgliedschaft, Deselaers für 66 Jahre.
Der für 56 Jahre Mitgliedschaft zu ehrende Theo Selders konnte leider persönlich nicht anwesend sein. Der am 16. Juni verstorbene Viktor Broeckmann wurde für 70 Jahre Mitgliedschaft posthum geehrt.
Im Rahmen des Turniers wurden auch die Dressurreiter- und Stilspringprüfungen des Raiffeisen-Cups ausgerichtet. Sowohl in der kombinierten A**-Prüfung als auch in der L-Stilspringprüfung trug Celine Alexander vom Reiterverein Blücher Sevelen auf Clarima den Sieg davon.
Die Siegerin zeigte sich von sich und der Leistung ihres Pferdes selbst ein wenig überrascht. „Bei der Dressur hatte ich sofort eine 7,3, das Springen war sehr gut.“
Für große Spannung sorgte am Samstag das A*-Mannschaftsspringen, bei dem sich am Ende die Mannschaft des Reitvereins Voerde mit Diana Kraps, Nadine Schmatz, Sonja Brandofsky und Louise Droszdek durchsetzte.
Die vier blieben als einzige Reiterinnen in den Umläufen fehlerfrei und verwiesen die Mannschaft „Eberhards“ aus Kamp-Lintfort und die Reiterinnen aus Weeze auf die weiteren Plätze.
Bei der abschließenden M*-Springprüfung mit Ehrenrunde am Sonntag hätte sich fast eine Kevelaererin in die Siegerliste mit eintragen können. Doch Laura de Witt vom Reitverein St. Georg Kevelaer musste sich aufgrund der schlechteren Zeit Mara Anna Terhoeven-Urselmans vom RFV von Driesen Asperden-Kessel geschlagen geben.

Super Stimmung und viel Spaß

Man nehme eine Wagenladung Strohballen, zwei Tore, Taucherbrillen mit zugeklebten Sichtgläsern, einen Ball, zwölf Mannschaften mit je zwei Spielern, bei denen der Spaß und nicht das Gewinnen im Vordergrund steht, einen Mannschaftsführer, der eine gut vernehmbare Stimme hat, einen Schiedsrichter und zahlreiche begeisterte Zuschauer und schon hat man die Zutaten für das Blindkicker-Turnier des KCPP, das am Wochenende im Viktoria Sportpark Winnekendonk stattfand.

Die Teilnehmer
Der KCPP (Kegelclub Projekt Promille) richtet in Zusammenarbeit mit Viktoria Winnekendonk dieses Turnier jährlich aus und konnte als Teilnehmer Mannschaften begrüßen, die teilweise schon mit ihren Namen die „Ernsthaftigkeit“ ihrer Teilnahme signalisierten, wie zum Beispiel: „Team Rechts-Links Schwäche“, „The Running Gags“, Lokomotive Lattendicht“, „Amsterstramm“ oder „Das Team was mir persönlich am besten gefällt“. Die anderen Teilnehmer kamen alle aus dem Stadtgebiet von Kevelaer und wollten den eigens für das Turnier kreierten Pokal für ein Jahr mit nach Hause nehmen.
Außer für den Spaß war das Turnier auch noch als Benefizveranstaltung initiiert. Vom Getränke-, Grillspezialitäten-, Salat- und Losverkauf war der Erlös für den St. Urbanus Kindergarten Winnekendonk bestimmt, der ebenfalls eine Mannschaft stellte. Der Leiter der Einrichtung, Daniel Stenmans, freute sich über die Unterstützung (550 Euro) für den Kindergarten, der momentan komplett saniert wird. Für neues Turnhallenequipment oder Spielsachen für draußen kann das Geld gut eingesetzt werden.

Slapstickreife Einlagen
„Die Bergkamp Brüder“ waren angetreten, um ihren Vorjahrestitel zu verteidigen. Zwei Gruppen mit je sechs Mannschaften, aus denen jeweils die besten beiden Teams ins Halbfinale kamen, führten 34 kurze, aber unterhaltsame Partien durch. Die überwiegend jugendlichen Spieler lieferten dabei zur Freude der Zuschauer und anderer Mannschaften manche slapstickreife Einlage, aber auch fast genial ausgeführte Spielzüge, an deren Ende sich der Torwart oft heldenhaft ins Nichts warf und dabei manchmal sogar wie ein Profi den Ball mit dem in der Luft stehenden Fuß abwehrte.
Am Ende hatten alle einen Nachmittag mit super Stimmung, viel Spaß und kurzweiliger Unterhaltung erlebt und das „Team St. Urbanus Kindergarten“ hatte sich als stolzer und jubelnder Sieger für ein Jahr den Pokal gesichert. Zweiter wurde Team „Kevelaerer Kings“, Dritter „The Running Gags“ und Vierter „Das Team das mir persönlich am besten gefällt“.