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Oktoberfest verlängert

Ende September ist auch in Kevelaer Oktoberfestzeit. Der Förderverein der Schießsportgemeinschaft Kevelaer bietet am Samstag, 28. September, den traditionellen Termin an. Hierfür gibt es noch wenige Restkarten. „Wir haben auf die Nachfrage reagiert und bieten einen Zusatztermin am Freitag, dem 27. September an“, so Lambert Janshen, Vorsitzender des Fördervereins.
Auch für diesen Termin konnte die beliebte Band „Frankenbengel“ aus Würzburg engagiert werden. Bekannt ist die Band vom Cannstatter Wasen mit dem Motto: Frech und wild – Party-Power-Pur. Die Bandbreite ihrer Musik reicht von Oktoberfestmusik über Alpenrock und Rock-Classics bis hin zu Tanz- und Stimmungsmusik.
„Der Freitagstermin eignet sich insbesondere für Gäste, die am Sonntag noch andere Termine haben oder aber auch für Betriebsfeste“, so Janshen. Qualitativ unterscheiden sich beide Oktoberfeste nicht. An beiden Tagen sei die Stimmung ebenso garantiert wie das legendäre freie Oktoberfestbuffet. Alle Besucher können das unbegrenzte Oktoberfestbuffet nach Herzenslust genießen. Mit kulinarischen Oktoberfest-Schmankerln können hier die Gäste schlemmen und anschließend gestärkt feiern.
Das Oktoberfest in Kevelaer zeichnet sich durch seine familiäre Stimmung mit einer Besucherzahl von unter 1000 Gästen aus. Ferner werden an den Bierzeltgarnituren grundsätzlich nur acht Besucher platziert. Da bleibt ausreichend Platz zum Essen, Schunkeln und Feiern. Es besteht die Möglichkeit zur kostenlosen Online-Tischreservierung ab vier Personen.
Bequem und sicher kann man die Eintrittskarten für das Oktoberfest ohne Servicegebühren online kaufen. Dabei gibt es zeitliche Staffelpreise von 20 bis 26 Euro. Karten für den Samstagstermin kosten bis zum 28. Februar noch 21 Euro. Für das Oktoberfest am Freitag gibt es bis Ende Februar einen Frühbucherrabatt. Die Einzelkarte kostet zum Verkaufsstart 20 Euro.
Die Onlinetickets, Tischreservierungen und Informationen gibt es unter www.oktoberfest-kevelaer.de. Das Tragen von Lederhosen und Dirndl wird gerne gesehen, ist aber nicht Pflicht.

Mit dem Nachtwächter durch Wetten

Wetten. Eine Idee, die auf Resonanz stieß: Der CDU-Ortsverband Wetten hatte vor seiner anstehenden Mitgliederversammlung im Januar zu einer offenen Nachtwächtertour rund um die St. Petrus-Kirche eingeladen. „Ich freue mich total, dass so viele gekommen sind“, sagte Beate Clasen, Ortsvorsteherin von Wetten.
Sie nahm die „Mitreisenden“ unmittelbar vor der Tour persönlich auf dem Marktplatz in Empfang und führte diese in die St. Petrus- Kirche von Wetten. Über 20 Interessierte, darunter Ortsverbandsmitglieder der CDU Wetten, der Vorsitzende des Stadtverbandes Kevelaer, Paul Schaffers, Kreistagsmitglied Peter Hohl und Anne Walter von den Stadtwerken Kevelaer, (sie hatte ein paar Plänchen für die anschließende Mitgliederversammlung unter dem Arm), lauschten anschließend den spannenden und humorvollen Erzählungen des Nachtwächters Franz-Bernd Hegger.
Der Nachtwächter im historischen Gewand (der spanischen Hofmode nachempfunden) begrüßte die Nachtwanderer aufs Herzlichste und stattete die Begleiter auf seiner nächtlichen Runde mit einer traditionellen Nachtwächterlaterne aus. „Die sei vonnöten“, erklärte der wachsame Geselle, „schließlich ist es die Aufgabe eines Nachtwächters, Feinde und Diebe abzuwehren, nach Feuer Ausschau zu halten und die Zeit anzusagen“, so die weiteren Ausführungen des Hüters der Nacht.
Seit 2004, anlässlich der 850-Jahr-Feier des Ortes Wetten, macht Franz-Bernd Hegger Nachtwächtertouren in und rund um die St. Petrus-Kirche.
Zur besagten Tour bat er dann auch die Teilnehmer in die klare, kalte und dunkle Januarnacht hinauszutreten, um sich gemeinsam auf eine Geschichtsentdeckung zu machen.
Unmittelbar vor dem Kirchenportal wartete die erste Station mit dem Unterschriftendenkmal auf die Nachtentdecker. Es ist ein Geschenk des Kreises Kleve zum 850-jährigen Bestehen. Es stellt die Unterschrift im Jahre 1154 des Presbyter Heribertus de Wettene da, der als Mitunterzeichner eines Vertrags zur erstmaligen Erwähnung des Ortes Wetten in Erscheinung tritt. Nur einige Schritte weiter gelang die Laternen tragende Truppe zum sagenumwobenen Niersjunker-Brunnen. Hier genehmigte der Nachtwächter ein 15-prozentiges Aufwärmen. Ein Original Niersjunker-Tropfen, gebrannt in der ortseigenen Likörbrennerei, sorgte für wohltuende Wärme von innen.
Während des 80-jährigen Krieges belagerten Junker an der Niers gelegene Dörfer, darunter auch Wetten. „Die Niersjunker eroberten sich Höfe und frönten mehr dem Alkohol als der ehrlichen Arbeit“, berichtete der Nachtwächter über diese Zeit.
Herabstürzendes Flugzeug
Vorbei am ältesten Haus im Ortskern, das im zweiten Weltkrieg als Luftschutzwache diente, ging es zum alten Wettener Friedhof, direkt an der 1470 erbauten St. Petrus-Kirche gelegen. Die gotische Kirche wurde im Dezember 1943 durch ein herabstürzendes Flugzeug teilweise zerstört. 1947 begann man mit dem Wiederaufbau, bei dem man auch die Aufstockung des Turmes beschloss. Das Innere des Chorraumes ziert ein neugotischer Altar von Ferdinand Langenberg aus Goch. Bei der Neugestaltung des Chores 1983 wurden an Wand und Decke seltene und einmalige Fresken aus dem 15. Jahrhundert entdeckt und freigelegt. Die Wettener St. Petrus- Kirche gilt laut Wettener Nachtwächter als schönste Kirche entlang der Niers.
Im Nu verflog die Nachtwächterrunde mit Geschichten und Sagen um Wetten. Um über die weiteren Geschicke des Dorfes und die Zukunft zu sprechen, lud der Ortsverband der CDU zur anschließenden Gesprächsrunde im Knoase-Saal herzlich ein.

Die Quirinusgilde Twisteden blickt auf 375 Jahre Vereinsgeschichte zurück

Zum 375. Mal jährt sich in diesem Jahr die Gründung der St. Quirinusgilde Twisteden und so blicken  mit Achtung und Stolz die Mitglieder der Bruderschaft auf das soziale Engagement ihrer Gründungsväter zurück. In zwei Veranstaltungen in diesem Herbst will sich der wohl älteste Twistedener Verein seiner Geschichte erinnern und zusammen mit der Einwohnerschaft des Dorfes feiern, um die Erinnerung an den dörflichen Zusammenhalt in schweren Zeiten wachzuhalten.
Genau 300 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung von Twisteden herrschten am Niederrhein zum einen ungelöste jahrzehntelange Feindseligkeiten der regionalen Fürstenhäuser. Aber noch bedeutend schwerer hatte die weitgehend ländliche Bevölkerung unter dem im Jahr 1618 begonnen „Dreißigjährigen Krieg“ zu leiden, von dem immer neue Schlachten entlang des Rheins und auf den Ebenen des Niederrheins bezeugt sind. Wiederholte Plünderungen, Morden und Brandschatzen raubte der Bevölkerung über viele Jahre die Lebensgrundlage. Die Einwohnerschaft von Twisteden zu Beginn des 17. Jahrhunderts konzentrierte sich dabei auf wenige kleine Höfe und Katstellen, von weniger als 200 Menschen berichten Twistedener kirchlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit. Dramatisch bezeugt ist zudem die weitgehende Auslöschung der Kevelaerer Bevölkerung durch kroatische Söldner im Jahr 1635, also wenige Jahre vor Gründung der Quirinusgilde und auch wenige Jahre vor Gründung der Kevelaerer Wallfahrt. Das Twisteden umgebende Land ist damals nur zu einem geringen Teil urbar gemacht. Aufzeichnungen beschreiben das plastisch mit „rundum nur Sumpf und Wasser“, und das sowohl in östlicher Richtung nach Kevelaer hin, nach Westen hin zur Maas als auch in südlicher Richtung in den Bereich des heutigen Nierskanals.  Die drastischen Kriegsauswirkungen waren das eine schwere Los, mehrere große Pestepidemien waren das zweite schlimme Schicksal dieser Jahrzehnte.
Zum eigenen Schutz gründeten sich zu dieser Zeit in vielen Landstrichen Bürgerwehren und Schützenbruderschaften, die heutigen Schützenvereine. Die Twistedener St. Quirinusgilde wählte für sich von Beginn an einen anderen Weg, nämlich den Weg der Hilfe von in Not geratenen Mitmenschen und den Weg des Engagements im christlichen Glauben: Es war ein früher Zusammenschluss von Männern zur sozialen Hilfe im Dorf. Sie unterstützten Frauen, deren Männer ermordet oder durch frühe Krankheit den Tod gefunden hatten, genauso aber auch von Schicksal und Krankheit getroffene und verarmte Familien und dies überwiegend durch tätige Hilfe bei der Landbestellung, bei Stallarbeiten oder bei Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten an Haus und Hof. Die besondere Nähe zur Kirche und zur Twistedener Pfarrgemeinde fügte sich gut mit den sozialen Leitgedanken zusammen – und dies jetzt schon über mehrere Jahrhunderte. Als Dank für ihr Engagement wurden der Qurinusgilde im Laufe der Zeit mehrere Stiftungen zugewendet, und zwar mit der Maßgabe, die Einnahmen aus diesen Stiftungen regelmäßig sozialen Zwecken zuzuführen.
In dieser Tradition konnte sich die Quirinusgilde nahezu 300 Jahre fortentwickeln und zum Nutzen des Dorfes wirken. Im Jahr 1937 endete diese Vereinsgeschichte vorerst jäh mit der seinerzeitigen Weigerung der Gilde, sich den für alle Schützenvereine geltenden Militär-Statuten des dritten Reiches unterzuordnen. Diese Weigerung führte unmittelbar zum Verbot des Vereins, zum Einzug und zur Vernichtung aller Unterlagen und Schriftstücke sowie zur Beschlagnahmung des gesamten Vereinsvermögens – es gab nichts mehr! So blieb es über 13 Jahre, auch über das Ende der Nazizeit hinaus bis ins Jahr 1950.
In diesem Jahr ergriffen die vier ehemaligen Gildenmitglieder Matthias Jeuken, Albert Lenz, Peter Tebartz und Peter Wustmans, die seinerzeit auch Ämter im Twistedener Kirchenvorstand begleiteten, die Initiative zur Wiedergründung. Entsprechend den mündlich überlieferten alten Statuten galt es, eine neue Satzung entsprechend den alten Traditionen zu formulieren und Männer im Dorf für die Mitwirkung im Verein zu gewinnen. In diese Zeit der Wiedergründung fiel auch der Bau der Quirinuskapelle am Hoensbergweg – als sichtbares Zeichen der Fortführung der überlieferten Ideale.
Damals wie heute spielt für den Verein soziales Wirken eine zentrale Rolle, heute primär durch die Gewährung unterschiedlicher regelmäßigen Spenden, sei es als Zuwendung z.B. zum Ferienlager der DJK oder in der Unterstützung der Twistedener Gemeinde-Caritas oder in anderer Form. Das religiöse und kirchliche Leben im Dorf unterstützt die Quirinusgilde durch die Übernahme unterschiedlicher Ämter bei sonntäglichen oder werktäglichen Messfeiern, bei Begräbnissen und bei besonderen Festtagen mit Prozessionen. Bei all diesem Engagement dürfen im Verein die Geselligkeit und das kulturelle Angebot nicht zu kurz kommen. Winter- und ein Sommerfest, oft unter Mitwirkung des Twistedener Musikvereins, sind die jährlichen geselligen Höhepunkte. Eine jährliche mehrtägige Flugreise im Frühjahr bringen verwandte oder fremde Kulturen näher und die traditionelle Tagesfahrt im Sommer lassen den Blick in die nahe oder weitere Umgebung richten.
Der derzeit aus mehr als 40 teils langjährigen Mitgliedern bestehende Verein wird laut Satzung von einem fünfköpfigen Vorstand geleitet. Neben dem Vorsitzenden Franz Wustmans sind dies sein Stellvertreter Johannes Tebartz van Elst, Schriftführer Bardo Jensch, Kassenwart Karl Ambrosius und als Beisitzer Josef Gerritzma.
Mit zwei Veranstaltungen will die Quirinusgilde ihrem Vereinsjubiläum den Rahmen geben: Zunächst wird am 21. Oktober in die Vergangenheit des Gründungsjahres zurückgeblickt: „VIVAT PAX – Das Historienspiel zum Westfälischen Frieden von 1648“ so heißt an diesem Tag in Münster die Veranstaltung, die den Vereinsmitgliedern unter freiem Himmel einen lebendigen Eindruck über die Zeit der Gründung der Gilde geben wird.
Im November möchte der Verein sein 375-jähriges Jubiläum zusammen mit der Twistedener Bevölkerung und den Vereinen des Dorfes feiern. Dazu wird es am 17. November in der Twistedener Pfarrkirche ein Jubiläumskonzert mit der Gruppe „Motus“ geben, verbunden mit einem anschließenden Umtrunk im Pfarrheim.
27.09.2017 – Bardo Jensch