Beiträge

Erlös aus Maskenverkauf an Gnadenhof in Weeze gespendet

Anlässlich der Corona-Krise hat Jule Kempkens Behelfsmasken genäht und rund 70 Stück verkaufen können. hr Vater hatte ihr dafür extra eine gebrauchte Nähmaschine geschenkt.

Um das ganze Projekt so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten, habe sie ausschließlich aussortiertes Bettzeug und Tischdecken verwendet, schreibt Jule Kempkens dem Kevelaerer Blatt.

Ende Mai hat sie den gesamten Erlös dann an den Gnadenhof in Weeze gespendet. „Zuerst wollte ich das Geld an ein klassisches Tierheim spenden. Was mir aber am Gnadenhof noch besser gefallen hat: Auch Schweinen, Gänsen und anderen Tieren, die nicht in die klassische „Haustier-Kategorie“ fallen, und die meiner Meinung nach in unserer Gesellschaft viel zu wenig Anerkennung erhalten, wird dort ein Zuhause gegeben“, so die Spenderin.

Foto: privat

Lebhaftes Treiben vor den Toren der Stadt

In unmittelbarer Nähe zum bereits gut besuchten Gradierwerks an der Hüls und dem Rilano Hotel wurde kürzlich ein weiteres, jedoch viel kleineres und nicht sofort erkennbares Hotel errichtet. Dieses wartet in dieser Zeit ebenfalls auf viele Besucher. Ohne Mundschutz und vorherige Desinfektion dürfen Bienen, Hummeln und andere Insekten hier täglich umherschwirren, sich lebhaft tummeln oder ein Zimmerchen suchen und später, ohne ein Datenblatt ausgefüllt zu haben, das Hotel wieder verlassen.

„Unsere vom Aussterben bedrohten Insekten benötigen neben einer bunten Mischung aus verschiedenen Pflanzen, die möglichst von Februar bis weit in den November hinein blühen sollen, auch geeignete Nistmöglichkeiten,“ sagt Michael Peters, Inhaber der Baumschule Peters, der mit Hilfe seiner Töchter eine Niststätte für Insekten gebaut hat und der Stadt Kevelaer zur Verfügung stellte.

Reichlich Nahrung finden die emsigen Hotelgäste in den Blumenwiesen entlang der benachbarten Felder oder in der neubepflanzten Grünanlage rund um das Gradierwerk, wo sie sich wohl zukünftig zwischen den Besuchern des Soleparks tummeln werden. „Ich würde mich freuen, wenn viele unterschiedliche Arten auf Dauer in das Insektenhotel einziehen und es zu ihrem Lieblingsplatz machen werden“, sagt Peters.

Mehlschwalben bekommen neues Zuhause

Als am vergangenen Dienstagmorgen zwei Häuser auf der Eichendorffstraße in Winnekendonk als „schwalbenfreundliche“ Häuser ausgezeichnet wurden, ließen sich die selten gewordenen Tiere, um die es bei der Aktion geht, kaum blicken. Nur hin und wieder kam für einen kurzen Moment ein Schnabel aus der Öffnung der Nisthilfe hervor. Die Nisthilfen waren an zwei Häusern angebracht worden, weil zwei Mehlschwalben-Nester von einem Dachausbau der benachbarten Häuser betroffen waren. Die Firma GWS (Wohnungsgenossenschaft) aus Geldern als Eigentümer der Gebäude hatte beschlossen, die Nester durch Nisthilfen zu ersetzen und mindestens zwei weitere anzubringen. Claudia Blauert, zweite Vorsitzende des Imkervereins Kevelaer und Aktivistin der Bürgerinitiative „Rettet die Binnenheide“, begleitete die Aktion. Theo Mohn zeichnete als Sprecher der Ortsgruppe Kevelaer des „NABU“ die beiden Häuser aus und übergab eine entsprechende Plakette mit einer Urkunde.

Die Mehlschwalben seien nicht nur am Niederrhein selten geworden, erklärte Mohn. Die Vögel würden keine Lehmpfützen mehr für ihren Nesterbau finden, fügte Claudia Blauert hinzu. Das führe dazu, dass die Vögel ihre Nester häufig aus Erde bauten, was jedoch einen sehr fragilen Wohnsitz für die Tiere bedeute. Theo Mohn wies darauf hin, dass es in der Wallfahrtsstadt nur noch zwei Kolonien der Mehlschwalben gäbe – eine in Winnekendonk und eine in Kevelaer. Daher liegt den Naturschützern der Erhalt der Kolonien besonders am Herzen.

Mehlschwalben sind standorttreue Tiere

Für die beiden Mehlschwalben-Nester, die aufgrund eines Dachausbaus weichen mussten, wurden nun bereits zwei Nisthilfen an benachbarten Häusern angebracht. Der Malerbetrieb Brey aus Geldern hat dabei mit angepackt und die Nester hoch oben am Dachfirst befestigt. Mindestens zwei weitere Nisthilfen sollen noch folgen, erklärte Paul Düllings, Geschäftsführer der GWS-Geldern. Werden die Nisthilfen einmal angenommen, ist das für die Naturschützer bereits ein großer Gewinn. Denn Mehlschwalben sind standorttreu und kehren in der Regel jedes Jahr an ihren Geburtsort zurück, um dort ihre Jungen aufzuziehen, erklärten die Naturschützer.

So sehen die Nisthilfen aus der Nähe aus. Die Vögel lassen sich nur selten blicken. Foto: eg

Acht bis zwölf Paare erwarte man in der Eichendorffstraße in Zukunft. „Mehlschwalben nisten meistens eng zusammen“, so Mohn. Nachdem die GWS als Hauseigentümer der betreffenden Gebäude auf die Nester der Vögel aufmerksam wurde und Claudia Blauert die Aktion mit auf den Weg gebracht hatte, sei schnell klar gewesen, dass man auch weitere Nisthilfen einrichten werde, sagte Paul Düllings. Inwieweit man die Aktion fortsetzen wird, hänge natürlich von der Lage und dem Bau der Häuser ab, fügte Maren Zenz vom Mieterservice der GWS-Geldern hinzu. Da die Mehlschwalben überwiegend Häuserwände unter geschützten Dachvorsprüngen zum Nestbau nutzen, eignet sich dafür nicht jedes Haus.

Wer mit dem Gedanken spielt, an seinem eigenen Haus eine Nisthilfe anzubringen, muss laut Theo Mohn gar nicht tief in die Tasche greifen. Nisthilfen für Mehlschwalben seien schon ab einem Preis von ca. 20 Euro zu erwerben. Und wem es vor den Hinterlassenschaften und anderem Schmutz graut, den die Tiere auf dem eigenen Grundstück verursachen könnten, für den hatten die Anwesenden einen Tipp: Ein Brett, das in ausreichendem Abstand unter der Nisthilfe angebracht wird, kann Kot und Nistmaterial größtenteils auffangen und sorgt so für einen weiterhin sauberen Hauseingang.

Eine KB-Mitarbeiterin auf vier Pfoten

Heute möchten wir Ihnen die wohl flauschigste, jüngste und kleinste Mitarbeiterin des Kevelaerer Blattes vorstellen: Lilly. Die 1-jährige Hündin unterstützt seit Oktober vergangenen Jahres das Redaktionsteam. Spezialisiert hat sie sich auf das Vernichten von Leckerchen, das „Um-den-Finger-Wickeln“ der Kollegen und das Erschnüffeln von Pizzabrötchen. Dass Lilly noch schneller als manch anderer Hund wittert, wenn im Büro Essensgeruch in der Luft liegt, mag auch damit zusammenhängen, dass es für sie bis vor einigen Monaten keine Selbstverständlichkeit war, regelmäßig etwas zu bekommen. Die schwarze Hündin lebte bis September 2019 auf den Straßen Griechenlands – in einem kleinen Dorf auf dem Festland.

Abgemagert, mit zerzaustem Fell und völlig scheu lief der damals namenlose Welpe auf den Straßen des Dorfes umher – auf der Suche nach Fressen oder einem Plätzchen im Schatten. Laut Angaben der Dorfbewohner wurde sie im Sommer 2019 mit einem Geschwistertier dort ausgesetzt. Nur Lilly überlebte. Trinken fand die damals wenige Monate alte Hündin oft vor dem Supermarkt, Fressen bekam sie vor allem von einem der Cafébesitzer. Das jedoch abends in der Dunkelheit – um von denjenigen, die mit Hunden auch in der heutigen Zeit so gar nichts anfangen können, keine bösen Blicke zu ernten. Spätestens bei Wintereinbruch hätte das Leben auf der Straße für die abgemagerte Hündin unter Umständen tödlich geendet.

Von Griechenland nach Euskirchen

Während des dreiwöchigen Familienurlaubs stand dann also schnell fest: Auf der Straße bleiben kann sie nicht. Nach einiger Organisation, Telefonaten und Whatsapp-Nachrichten war gesichert, dass sie von einer Tierschutzorganisation aus der Nachbarstadt abgeholt und vorerst im Tierheim untergebracht werden würde. Schon vor der Abholung war dann allerdings auch klar, dass sie nach Deutschland – nach Kevelaer – kommen sollte. Das hilflose, magere Wesen im griechischen Tierheim zurücklassen, das sollte nicht die Lösung sein. Drei Wochen später, am 6. Oktober 2019, kam Lilly dann mit einem Transport in Euskirchen an. Erschöpft von der weiten Reise, schlief sie auf der Fahrt nach Kevelaer friedlich in ihrer Transportbox.

Lilly an ihrem Arbeitsplatz in der Redaktion. Foto: eg

Seitdem blüht Lilly auf und hat beim Kevelaerer Blatt dann auch sofort Arbeit gefunden: Kuschelbeauftragte… oder so ähnlich. Herzlich aufgenommen wurde sie in der Redaktion jedenfalls sofort. Fast jeden Tag liegt sie unter Frauchens Schreibtisch und wartet geduldig, bis der anstrengende Arbeitstag geschafft ist. Die Bezahlung erfolgt in Leckerchen. Verschiedene Termine hat Lilly bisher auch schon wahrgenommen: Die Folgen des Vandalismus im Restaurant Herr Lehmann hat sie mit unter die Lupe genommen, Telefonaten mit dem Bürgermeister lauschte sie entspannt und bei den Team-Meetings in der Redaktion darf sie natürlich auch nicht fehlen.

In große Menschenmengen traut sie sich bisher noch nicht – das Vertrauen zu den Zweibeinern muss sie erst noch lernen. Denn nicht nur Züge, Pferde und Motorräder können einem Angst machen, wenn man all das noch nicht kennt. Neben dem Alltag in der Redaktion lebt Lilly ein ganz normales Hundeleben: Schlafen, essen, die Welt erkunden. Und da gibt es für die kleine Griechin noch eine ganze Menge zu entdecken.

„Mein Vorgarten soll bunter werden“

Naturschützern und Imkern jagt Schotter kalte Schauern den Rücken runter: Auch in Kevelaer nimmt die Zahl der Steingärten weiter zu. Mit der Aktion „Mein Vorgarten soll bunter werden“ wollen die Wallfahrtsstadt Kevelaer und der Imkerverein für Kevelaer und Umgebung e.V. nun gemeinsam gegensteuern.

„Wir bemühen uns um eine insektenfreundlichere Ausrichtung unserer Stadt“, geben die Kevelaerer Klimaschutzmanagerin Dr. Nina Jordan und Jürgen Kulcke vom Imkerverein die Marschrichtung vor. Erreichen wollen sie dies nicht etwa mit Verboten, wie in anderen Städten, sondern mit Wettbewerben, die naturnahe Vorgärten belohnen. Sie seien „bestrebt, die Anzahl der Gärten aus Stein und Schotter zu reduzieren und sie in blühende, aber pflegeleichte Anlagen umzuwandeln.“

Wer seinen bestehenden Schotter- oder Steingarten in einen naturnahen Vorgarten umwandeln möchte, kann Bilder vom aktuellen Zustand einsenden und einen von drei Preisen gewinnen. Es winken als 1. Preis ein „fachmännisch geplanter und angelegter neuer insektenfreundlicher Vorgarten“, als 2. Preis „Pflanzgutscheine für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen inkl. Beratung für den eigenen Vorgarten im Wert von 100,-€“ und als 3. Preis „Pflanzgutscheine für bienen- und insektenfreundliche Pflanzen im Wert von 50,-€“.

Wer sich bereits Gedanken gemacht hat und seinen Garten bereits naturnah angelegt hat, solle aber nihct leer ausgehen, haben die Klimaschutzmanagerin und der Imker beschlossen. An einem zweiten Wettbewerb können deshalb auch diese „Beispielgeber“ teilnehmen. Für naturnahe Gärten sind ebenfalls drei Preis ausgelobt: 1. Preis ist „eine Familiendauerkarte für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort“, 2. Preis ist „eine Einzeldauerkarte für die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort“, 3. Preis „Kaffee und Kuchen für zwei Personen im Bauerncafé Binnenheide“. Die Wettbewerbe wurden durch die Unterstützung der Sponsoren Gartenbau Steegmann, Gartencventer Breuer, Gasa Group und Bauernhofcafé Binnenheide möglich.

Die Teilnahmebedingungen und Teilnahmeunterlagen für beide Wettbewerbe werden in der kommenden Woche im Internet veröffentlicht. Auskunft erteilt die Klimaschutzbeauftragte der Walldfahrtsstadt Kevelaer, Dr. Nina Jordan (Telefon: 0 28 32 – 12 27 40 oder Email: nina.jordan@kevelaer.de).

Stadt und Imkerverein belassen es aber nicht allein beim Wettbewerb, sondern wollen in der kommenden Woche in einem Flyer, der zur Teilnahme an den beiden Wettbewerben aufruft, den Interessenten auch die Vorteile einer naturnahen Gartengestaltung und Argumentationshilfen für eine Umgestaltung an die Hand geben. So heißt es in dem Flyer etwa, dass Naturmaterial viel günstiger sei als Fremdmaterial, die Baustoffe stammten aus der Region und seien nachwachsend, es müssten keine umweltschädlichen Hilfsmittel wie verbotenes Gift oder Flämmgeräte zum einsatz kommen, Kleintiere und Insekten fänden Lebensraum und Nahrung, die Fläche sorge für Kühlung, Filterwirkung und Sauerstoffbildung, fördere das natürliche Bodenleben und schließlich könne Wasser versickern und werde durch den natürlichen Boden gefiltert.

25-jähriger Haflinger zu verschenken

Moritz wurde jahrelang als Therapiepferd eingesetzt. Auf Grund seines Hahnentritts kann er dafür leider nicht mehr genutzt werden. Moritz ist kerngesund und sehr kinderlieb. Er braucht ein neues Zuhause zum Spazieren gehen, reiten, schmusen oder als Beistellpferd.
Gegen einen Schutzvertrag wird Moritz verschenkt.
Kontakt: Therapeutisches Reiten Josy Ophey, Ruf-Nr.: 02832 977 355.

„MERA“ launcht eigenen Onlineshop

Seit Anfang November 2019 ist es den Kunden der MERA Tiernahrung GmbH möglich, Hunde- und Katzenfutter direkt von MERA zu beziehen und somit in den Genuss verschiedener Vorteile zu kommen. Neben den Produkten für den Endverbraucher integriert der Tiernahrungshersteller vom Niederrhein ebenfalls den bislang ausschließlich Tiermedizinern vorbehaltenen Shop von MERAVITAL. Dieser richtete sich bisher lediglich an Tierärzte und -halter mit erkrankten Tieren. Auch den Aspekt der Nachhaltigkeit lässt das Familienunternehmen beim neuen Onlineshop nicht außen vor. Durch den klimaneutralen Versand mit DHL GoGreen leistet MERA einen positiven Beitrag zum Klimaschutz. Den neuen Onlineshop erreichen interessierte Kunden unter der Internetadresse: shop.mera-petfood.com/.

Viele Kunden der MERA Tiernahrung warten schon lange auf die Möglichkeit, das Futter direkt beim Produzenten und nicht über einen Drittanbieter zu beziehen. Mit dem neuen Onlineshop geht MERA auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden ein. Das Produktsortiment im Onlineshop umfasst neben den aus dem Zoofachhandel bereits bekannten Produktlinien wie NATURE’s EFFECT, finest fit und pure sensitive ebenfalls die Produktlinie MERAVITAL, die bislang nur Tierärzten zur Verfügung stand.

„Wir freuen uns, unseren Kunden mit dem neuen Onlineshop einen noch besseren Service bieten zu können. Dabei dürfen sie sich über viele exklusive Vorteile wie ein eigens entwickeltes Bonussystem und eine Erweiterung unserer Lieblingsfuttergarantie freuen“, erklärt Felix Vos, Geschäftsführer der MERA Tiernahrung GmbH.

Ein bis drei Werktage Lieferzeit

Bestellungen ab einem Warenwert von 14,90 Euro sind dabei für den Endverbraucher sowie für Tierärzte versandkostenfrei. Ebenso können sich die Shopbesucher über eine kostenlose Rücksendung und ein breites Spektrum an akzeptierten Zahlarten freuen. Die Lieferung erfolgt, je nach Verfügbarkeit, innerhalb von ein bis drei Werktagen via DHL GoGreen Versand, wodurch transportbedingte CO2-Emissionen automatisch kompensiert werden.

Die MERA Tiernahrung GmbH ist ein Familienunternehmen aus Kevelaer am Niederrhein. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 1949 durch Karl Vos ist die Firma in Familienbesitz und wird heute in der dritten Generation von Felix Vos geleitet. Unsere Leidenschaft gilt dem Wohlbefinden der Familientiere. Darum arbeiten wir bei MERA jeden Tag mit viel Herzblut an hochwertigen Ernährungskonzepten, die ganz auf die Bedürfnisse unserer treuen Vierbeiner abgestimmt sind. Die Auswahl wertvoller Zutaten, höchste Qualitätskontrollen sowie die sorgfältige Herstellung der Produkte in Deutschland, die nach Lebensmittelstandards in den Bereichen IFS und BRC zertifiziert sind, gehören bei MERA zur Tradition.

Zusätzlich hat sich das Familienunternehmen in diesem Jahr durch den TÜV Rheinland nach ZNU-Standard Nachhaltiger Wirtschaften zertifizieren lassen. MERA produziert insgesamt mehr als 70.000 Tonnen Hunde- und Katzenfutter pro Jahr und exportiert in über 40 Länder in Europa, Asien und Nordamerika und gehört damit aktuell zu den erfolgreichsten Premiumherstellern im Bereich der Hunde- und Katzennahrung.

Starke Hilfe, trauriges Ende

Ein verunglücktes Pferd sorgte am Donnerstagmorgen, 14. November 2019, an der Endtschestraße in Kervenheim für massive Aufregung – und einen Großeinsatz der Kevelaerer Feuerwehr. Am Morgen waren die freiwilligen Helfer aus Kervenheim und Winnekendonk um 6.07 Uhr alarmiert worden. Die Pferdebesitzerin Miriam Lumme habe sie darüber informiert, dass ihre Stute „Pia“ auf dem Feld eingeklemmt liegen würde. Wir haben einen offenen Stall, da können die Tiere rein und raus, wie sie wollen“, schilderte sie dem KB, wie sie es entdeckt hatte. „Ich wollte normal füttern und sie kam halt nicht rein.“

Dann habe sie angefangen, das Pferd zu suchen – und fand sie. „Da lag sie dann in der allerletzten Ecke der Wiese, hatte sich da zwischen Zaun, Baum und Betonklotz eingeklemmt und konnte nicht mehr aufstehen.“ Die Kevelaerer Feuerwehr rückte unmittelbar nach dem Alarm zu der Unglücksstelle in Kervenheim mit zwei Fahrzeugen und gut 20 Leuten aus. Später kam noch der Tierarzt dazu. „Das war relativ unwegsames Gelände, da ein Hügel und da ein paar Sträucher abseits des normalen Weges“, beschrieb der stellvertretende Leiter der Feuerwehr, Klaus Geerissen, die Szenerie.

Professionelles Vorgehen 

Zwischen dem Überbleibsel eines Zauns und einem Betonpfeiler war das Tier hängengeblieben. Wie lange es da lag, kann man nur vermuten – wahrscheinlich aber die ganze Nacht. Denn es war schon sehr entkräftet, als wir kamen.” Mit Hilfe des neuen Geschirrs, das im Nachgang einer vor kurzem noch nahe des Bauernhofs Binnenheide in Winnekendonk durchgeführten Rettungs-Fortbildung angeschafft worden war, gelang es den Helfern, in gut 50 Minuten das Pferd aus der misslichen Lage zu befreien.

Die waren waren verdammt zügig da und bestens vorbereitet. Das lief wirklich super“, dankte Miriam Lumme allen Helfern für den professionellen und guten Einsatz. Ein Teleskoplader eines benachbarten Landwirtes half den Einsatzkräften bei der Rettungsaktion. Der Arzt hatte das Tier mit einer Beruhigungsspritze ruhig gestellt, damit die Hilfskräfte angemessen agieren konnten.

Am Ende aber blieben die Maßnahmen ohne Erfolg – das 24 Jahre alte Tier musste leider eingeschläfert werden. „Sie hat wohl schon zu lange gelegen, das Eigengewicht drückt dann halt auch die Organe ab“, meinte Miriam Lumme. Der Tierarzt habe alles getan, was ging. „Und wir haben mit vier Mann versucht, sie aufzurichten. Sie war nicht mehr in der Lage, aufzukommen“, war sie natürlich traurig über das Ende der Hilfsaktion. „Aber das war ein aussichtsloser Kampf – und wohl höheres Schicksal.“

Ein Känguru ist nicht gerne allein

Lui freut sich seines Lebens. Fröhlich und mit großen Sprüngen hüpft er durch die Wiese. „Hallo Lui, na, komm her“, ruft Katja Holzschuh mit fürsorglicher und ruhiger Stimme. Und als habe Lui auf dieses Rufen gewartet, hüpft das knapp einjährige Känguru in großen Sprüngen zu seiner Ersatzmama, um sich hier eine extra Portion Kuschel­einheiten abzuholen. Ein kleines Leckerli gibt es obendrauf.

Das Känguru mit den süßen Knopfaugen genießt den Kuschelmoment. Allerdings nicht lange. Denn sein ausgeprägter Bewegungsdrang lässt es schon bald wieder mit großen Sprüngen durch die Wiese hüpfen. Nein, hergeben möchte Katja Holzschuh den kleinen Kerl nicht mehr. „Mittlerweile ist er uns allen ans Herz gewachsen“, bestätigt ihre Mutter Melanie Preiß, die bereits vor einigen Jahren ein Känguru mit der Flasche aufzog und deshalb so ziemlich genau weiß, was da auf einen zukommt. „Es erfordert unglaublich viel Zeit“, berichtet die gelernte Tierpflegerin, die eigentlich dagegen war, erneut ein Känguru aufzuziehen.

Wie ein Gummibärchen

Im Frühjahr dieses Jahres sollte es jedoch anders kommen. Denn Luis Geburt im nahegelegenen Freizeitpark Irrland erforderte ein Umdenken und ein rasches Handeln obendrein. Geboren wurde Lui bereits im November vergangenen Jahres. „Ein Kängurubaby schlüpft bei der Geburt direkt in den Beutel seiner Mutter“, erklärt Katja Holzschuh. Mitunter dauert es einige Wochen, bis man überhaupt merkt, dass da ein Kängurubaby im Beutel der Mutter ist. „Zudem ist es nur so groß wie ein Gummibärchen“, fügt die junge Frau aus Twisteden hinzu. Im wärmenden Beutel der Mutter wird das Baby auch gesäugt. Erst viele Wochen später wagt das Kängurubaby dann einen vorsichtigen Blick aus dem Beutel heraus.

Lui war noch klein, als seine Mutter starb. Foto: privat

Beim kleinen Lui verläuft dieser natürliche Vorgang allerdings etwas anders. Denn fünf Monate nach seiner Geburt stirbt plötzlich seine Mutter. „Und ohne Mutter hat ein Kängurubaby keine Überlebenschance“, berichtet die 19-Jährige. „Und diese Rolle kann auch von keinem anderen Känguru übernommen werden“, fügt sie wissend hinzu. Lui wiegt zu diesem Zeitpunkt gerade mal 800 Gramm, besitzt zudem auch noch kein wärmendes Fell. Hilfe ist gefragt und schnellstmöglich erforderlich. Gemeinsam mit ihrem Freund Lucas Hertelt erklärt sich Katja Holzschuh bereit, den kleinen hilflosen Lui aufzunehmen, ihn zu pflegen und großzuziehen. „Inklusive schlafloser Nächte“, erinnert sich die Auszubildende zur Kauffrau im Versicherungswesen.

Lui aber erhält dadurch ein neues Zuhause und eine Überlebenschance. Ein mit Decken und Kissen ausgepolsterter Stoffbeutel dient zu Anfang als Beutelersatz. „Und damit Lui es auch schön warm hat, packten wir zusätzlich eine Wärmeflasche mit rein“, beschreibt die Ersatzmama die anfänglich anstrengenden Wochen. Spezielle Kängurumilch bestellt die frisch gebackene Kängurufamilie in den USA.

Und statt schicker Handtasche trägt Katja Holzschuh monatelang einen bunt bedruckten, aber nicht weniger schicken Stoffbeutel mit sich. „Ich habe Lui überall mit hingenommen, ob zum Einkaufen, Treffen mit Freunden, Spazierengehen… Lui war überall dabei und steckte zwischendurch auch seine Nase raus“, berichtet die junge Frau. Melanie Preiß steht ihrer Tochter dabei stets unterstützend und beratend zur Seite. Lui gedeiht prächtig und entwächst schließlich seinem Ersatzbeutel.

Ungewollte Ausflüge

Damit aber beginnt die nächste anstrengende Lebensphase. Lui erobert hüpfend das Haus und seine Umwelt. Einen zusätzlichen Spielgefährten und Freund findet Lui in Katjas Bruder, dem fünfjährigen Marcel. Zunehmend aber wird ihm seine gewohnte Umgebung zu klein und so unternimmt Lui hüpfende Ausflüge in die Nachbarschaft. „Also musste etwas passieren“, erinnern sich Katja Holzschuh und Lucas Hertelt, die auf einer am Ortsrand gelegenen Wiese für Lui ein neues Zuhause errichten. „Mit selbstgebautem Stall“, verkünden die beiden stolz. Gleichzeitig suchten sie für Lui einen Platz im Zoo oder Tierpark. Leider erfolglos. „Also haben wir uns entschlossen, ihn zu behalten“, verkündet Katja Holzschuh, die sich gleichzeitig dazu entschließt, ein zweites Känguru aufzunehmen.

Lui hat das Herz von Marcel schnell erobert. Foto: HvL

Einige Telefonate und Kontakte später ist es am 5. Oktober 2019 dann auch so weit. Eine dreijährige Kängurudame namens Lana bereichert die Känguruwiese. Damit nicht genug. „Wie wir erfahren haben, ist Lana schwanger“, verrät die jetzt zweifache Kängurumama, die mit strahlenden Augen auf glücklich hüpfende Kängurus blickt.

Da das Halten von Kängurus manchmal das Budget zu sprengen droht, haben Katja Holzschuh und Lucas Hertelt eine Bitte: „Vielleicht hat jemand eine ausgediente Holzhütte für uns, die wir zu einem Stall umfunktionieren könnten. Darüber würden wir uns sehr freuen und sagen schon mal Danke.“ Wer eine solche Holzhütte abzugeben hat, darf sich gerne bei den beiden unter k.holzschuh7@gmail.com melden.

Seltener Nachwuchs im Tierpark Weeze

Bei den Poitou-Eseln im Tierpark gibt es Nachwuchs. Seit im letzten Jahr Hengst Ti‘Ane im Tierpark eingezogen ist, wartete das Team des Tierparks auf Nachwuchs. Am Montag, 7. Oktober 2019, hat Stute Ambre dann ein gesundes Hengstfohlen zur Welt gebracht. Nun ist die Herde nach wenigen Tagen Trennung wieder vereint.

Mitte der 70er-Jahre war der weltweite Bestand von Poitou-Eseln auf 44 reinrassige Tiere dezimiert. Dank engagierter französischer Züchter wurde ein Zuchtbuch erstellt und der Erhalt der Rasse vorangetrieben. Heute gibt es im Zuchtbuch etwa 80 gekörte Hengste, Ti‘Ane ist einer von ihnen, und einige Hundert Stuten. Global gesehen ist diese Anzahl immer noch gering, weshalb sich der Tierpark Weeze auch aktiv an der Erhaltungszucht dieser Esel beteiligt.

„Wir hoffen natürlich, dass dem ersten Fohlen auch noch ein zweites Fohlen folgt, denn unsere Stute Tosca ist ebenfalls tragend“ sagt Tierparkleiterin Marie-Christine Kuypers. „Wann es jedoch so weit sein wird, wissen wir nicht genau. Esel haben eine Tragzeit von 12 Monaten, aber bei Ambre hat es jetzt auch circa vier Wochen länger gedauert. Insofern lassen wir uns überraschen und sind einfach nur froh, wenn das zweite Fohlen genauso fit auf die Welt kommt wie das Fohlen jetzt.“