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Die Ballettschule Petra Sadowski lädt ein zu einer zauberhaften Vorstellung

Weihnachts-Wichtel-Werkstatt kommt auf den Krippenmarkt

Mit der Advents- und Weihnachtszeit beginnt eine Zeit voller Geheimnisse, eine Zeit der Vorfreude, die Kinderaugen leuchten lässt, eine Zeit der Wünsche und der Hoffnungen. Petra Sadowski Cavichiolo hat mit ihren Ballettschülerinnen ein Stück eingeprobt, das die Zuschauer*innen in den Zauber dieser Zeit entführen soll: Die Weihnachts-Wichtel-Werkstatt.

Mit Eleganz

Als sich der Vorhang schloss, erhob sich aus den Zuschauerrängen des Konzert-und Bühnenhauses langanhaltender, begeisterter Beifall.
Der Beifall galt den Schülerinnen der Ballettschule Pascall, die unter der Leitung der Engländerin Pauline Withers und von Nicola Pascall im Rahmen eines Workshops an der Vorführung des Stückes „Coppelia“ gearbeitet hatten. Das Stück soll zum 35-jährigen Bestehen der Ballettschule Pascall am 15. und 16. November im Bühnenhaus aufgeführt werden.
Zur Vorbereitung hatte sich Pascall die Unterstützung der erfahrenen Kollegin geholt, mit der sie zusammen Ballett gelernt hatte und die sich bereits zum dritten Mal im Zuge eines Workshops mit einbringen konnte.
„Danke von ganzen Herzen für diese vier Tage“, dankte sie ihrer Freundin für die großartige Unterstützung. „Sie sagte, das ist jetzt ihr letztes Jahr. Aber das hat sie letztes Jahr auch gesagt“, sagte sie und dankte auch den Kindern und Jugendlichen, die das Ganze begeistert mittragen.
„Es waren meine Choreographien – ich habe aber nur die Arbeit zusammengeführt“, gab sich die 67-jährige Lady, die in der Nähe von Hampshire seit über 50 Jahren selbstständig Ballett unterrichtet, bescheiden.
Das wollte Nicola Pascall natürlich so nicht stehen lassen. „Sie hat eine super Mimik, braucht nicht viele Gesten, und ihre Erfahrung, die strahlt aus.“ Pascall freute sich darüber, dass die viertägige Arbeit schon jetzt erkennbar Früchte getragen hat.
Am Donnerstag und Freitag hatten die beiden Frauen die Schülerinnen eine Stunde in Pascalls Studio trainiert. Unterstützung erhielten sie dabei von einigen Eltern, die die Mädchen mit betreuten. Am Wochenende kam es dann zu der intensiven Arbeit mit dem Abschluss einer öffentlichen Probe.
Zahlreiche Zuschauer und Eltern verfolgten die Vor-Aufführung, machten Foto- oder Handyaufnahmen der Proben, oder waren einfach nur stolz.
„Das ist ein großartiges Erlebnis, die Kinder wachsen hier an ihren Aufgaben“, meinte die Wettenerin Nicole Cox, die zwei tanzende Töchter beobachten durfte. „Das ist toll, cool, aufregend“, war den beiden Mädchen Madita und Rahel die Begeisterung anzusehen.
Und für Pauline Withers fanden die Teilnehmerinnen nur lobende Worte. „Ich hatte noch nie bei jemandem einen besserer Unterricht“, war das Urteil der 18-jährigen Sonsbeckerin Tirza Werner eindeutig. Ihre ein Jahr jüngere Mittänzerin Mia Woyciechowski machte mit ihr bereits den dritten Workshop zusammen. „Sie ist auch sehr lustig“, meinte sie Und die Uedemerin Marie-Sophie Weber fand: „Man hat bei ihr einfach ein gutes Gefühl.“

Und ich tanze!

Wenn Edith Bongers- Reul erklären soll, von wem sie ihr Bewegungstalent geerbt hat, kommt die Antwort ohne langes Zögern: „Das habe ich von meiner Mutter. Sie ist früher als Kind in den Bäumen herumgekraxelt“, erzählt sie und lächelt.
Als das zweite von sechs Geschwistern wurde die Tanzpädagogin und -choreographin am 26. April 1957 in Trier als Tochter des späteren Kevelaerer Sparkassendirektors Werner Bongers und seiner Frau Katharina geboren.
„Die beiden kamen aus Kranenburg und Zyfflich. Und als er eine Anstellung hier fand, sind wir hierher gezogen – und der Rest der Kinder ist auch in Kevelaer geboren“, erzählt die 61-Jährige. Sie kam in die Antonius-Grundschule, „wo es nur Mädchen gab“, später dann auf das Gymnasium.
Das Musische war im Hause Bongers stark ausgeprägt. „Die jüngere Schwester und ich spielten Gitarre, einige Geschwister waren beim Vater der Sängerin Annja Rossmann im Schulchor. Ein jüngerer Bruder spielte Klavier und der kleine, in England lebende Bruder leidenschaftlich Schlagzeug“, erinnert sie sich an diese lebhafte Zeit.
Die junge Edith turnte und machte Leichtathletik „bei der alten Frau Sadowski. Die hatte die Ballettschule auf der Gelderner Straße. Da war ich schon mit 13, 14 Jahren.“
Erste ganz zarte Berührungspunkte mit Tanz und darstellendem Spiel hatte sie bei der Gestaltung einer Messe. „Da ging es um Ausgrenzung und Wiedereingliedern, da habe wir eine Reihe gebildet und uns damit vor- und zurückbewegt.“
Tanzdiplom und Kinder

Foto: AF


Nach dem Abitur ging sie 1976 nach Köln. „Ich wollte unbedingt was mit Bewegung machen“, war für die damals 19-Jährige klar. Ein halbes Jahr ging sie in eine Gymnastikschule, bis sie zum Sportstudium zugelassen wurde.
Dort gab es auch einen Bereich „darstellendes Spiel, Musik, Tanz.“ Sie lernte unter der Begründerin des „elementaren Tanzes“, Maja Lex, die unter anderem auch mit Carl Orff zusammengearbeitet hat.
„Diese Bewegung war sehr prägend für unsere Entwicklung“, sagt Bongers-Reul. Noch heute fährt sie einmal pro Monat nach Köln, wo sie Lex´ Nachfolgerin Graziella Padilla besucht.
Damals lebte die junge Edith mit ihrem Freund Wolfgang Reul in Würzburg, wo er Medizin studierte. Sie bekam das erste Kind, gab Kurse für Kinder im Bereich Jazztanz und darstellendes Spiel und schloss ihre Diplomarbeit ab.
Der gemeinsame Weg des Paares führte über Bad Kissingen, Bad Berleburg und Emden Weihnachten 1990 nach Kevelaer. Ihr Mann ließ sich mit einer eigenen Praxis in der Marienstadt nieder. Das eigene Erleben von kinderreichen Familien führte dazu, dass die Familie Bongers-Reul bis 1996 auf elf Personen anwuchs.
Ihre neun Kinder zog Edith Bongers-Reul im Haus der Schwiegereltern groß, das sie übernehmen durften. „In der Zeit waren nur Kinder angesagt“, sagt Bongers-Reul.
Wiedereinstieg und Weiterentwicklung

2010 fing sie wieder mit dem Tanzen an. Sie machte zwei Jahre lang eine Ausbildung beim
Bundesverband Tanz zur „Tanzpädagogin für Tanzkultur“. Ihr Abschlussprojekt „Frauen- leben“ stellte sie mit acht Frauen auf der Bühne der Begegnungsstätte vor. „Einer meiner Söhne hat dazu noch gerapt, das war eine gute Verbindung.“
Und in den vergangenen fünf Jahren lernte sie für ihr zweites Tanzdiplom an der Akademie Remscheid Modern Dance, höfische Tänze und südeuropäische Folklore – und neue Stile wie Hip Hop.
Ihr Tätigkeiten sind vielseitiger Natur: Sie arbeitete bei der Caritas, machte im Wohnstift mehrere Jahre lang Tanzangebote, gab an der Förderschule Kevelaer Tanz- Förderkurse und Tanzkurse in Kindergärten und in Grundschulen.
Im „Mein Sportraum“ an der Marienstraße bietet sie unter dem Titel „Und ich tanze!“ jeden Donnerstag Bewegungs- und Tanzmöglichkeiten für Grundschulkinder an. Dazu kommen weitere Grundschul- und Erstklässler- Tanzangebote in Mülheim und Kempen.
2017 choreographierte sie zu dem großen Kevelaerer „Ave Maria“-Musikspiel über das Leben Mariens den Tanz „wo sich Maria und Elisabeth treffen.“ Komponist Elmar Lehnen sprach sie an, sie traute sich die Aufgabe zu.
Knapp ein halbes Jahr arbeitete sie mit 30 Mitgliedern des Theaterchores Niederrhein und vielen Kindern. „Die hatten daran Freude, sich auf die Bewegungsaufgaben einzulassen und ihre Quellen ‚anzuzapfen‘, beschreibt die Theaterpädagogin den Prozess, der in der „großartigen Erfahrung“ der Aufführung im Juni mündete.
Sich bewegen, um sich selbst zu entdecken

Foto: AF


Im Bewegungstanz, sagt Bongers-Reul, „kommen die Eigenschaften jedes Einzelnen zum Ausdruck – individuell und authentisch. Das ist das, was ich
vermitteln möchte.“ Bewegung „gehört zum Leben dazu und Musik – und darüber die Kombination und dann zu entdecken, was steckt in mir. Solche Augenblicke finde ich großartig.“
Mit ihrer Kollegin Edith Rühl betreibt sie in der Alten Schule in Goch-Hülm ein Tanzatelier für Frauen ab 40. Da soll es weiter in Richtung Tanztheater gehen.
Und bei der Kevelaerer „Landpartie“, wo sie 2018 bei der Steinwerkstatt von Lisa Lepper mit Edith Rühl aufgetreten „und zur Musik auf Steinen balanciert“ ist, wird sie mit dem Konzept „Zwischenräume“ zu sehen sein. „Ihr Bruder spricht Dada-Texte und es soll dazwischen Musik gemacht werden.“

Dieser Tanz ist wie Fahrradfahren

Mit einem Tanzkurs im „Lago“ auf Schravelen hat es angefangen. Bettina Wynants-Hardt und Helmut Hardt waren schon immer vom Tango Argentino, der immaterielles Weltkulturerbe ist, angetan. Ein Tanzlehrer aus Krefeld, der besonders für diesen Tanz ausgebildet ist, bot ihn dort an. Tango Argentino hat mit dem Tango, so wie man ihn in Europa kennt und der in den üblichen Tanzschulen zum Standardtanz gehört, nicht viel zu tun.
Hunderte von Grundfiguren werden in nicht festgelegter Reihenfolge getanzt, wobei der Herr immer die Führung übernimmt. Der besondere Reiz liegt in der Spannung, was der Tanzpartner als nächstes macht und in der Notwendigkeit, sich als Dame auf die Kombinationen des Tanzpartners einzulassen. Dies ist weltweit gleich.
Nach dem Tanzkurs suchten Wynants-Hardt einen geeigneten Ort, um bei einer „Milonga“, so nennt man Musikabende, wo ausschließlich Tango Argentino getanzt wird, weiterzumachen. „Einen idealeren Platz als den Goldene Löwen mit seiner Jugendstil-Einrichtung hätten wir gar nicht finden können, und so haben wir Irmgard (Irmi) Baers angesprochen, ob wir hier die Abende stattfinden lassen können“, so Tanguera Bettina. Diese war gleich begeistert und so findet seitdem dort regelmäßig eine Milonga statt.
Mit „Darf ich bitten“ funktioniert es bei der Suche nach einem Tanzpartner übrigens nicht. Eine korrekte Aufforderung besteht aus der Mirada, dem Blickkontakt, und dem Cabeceo, der eigentlichen Aufforderung durch ein leichtes Nicken. Man steht auf, trifft sich auf der Tanzfläche, oder noch besser geht der Dame am Tisch entgegen. Weicht einer der Beiden dann dem Blickkontakt aus, kommt kein Tanz zustande.
Zu dieser Form der sozialen Interaktion gehört auch, dass die Tanguera am Ende der Tanda zu ihrem Platz zurückbegleitet wird.
In Blöcken von jeweils drei Liedern werden die drei unterschiedlichen Tanzrhythmen gespielt. Dabei entscheiden die Tanzpartner beim ersten Tanz, ob sie harmonieren und dann den Block zuende tanzen, oder ob es einfach nicht passt. Dann geht man direkt wieder auseinander.
Gäste kommen zur Milonga in Kevelaer aus dem ganzen Ruhrgebiet und aus der Umgebung. Eine der Teilnehmerinnen, Elke Laukens, sieht im Tango Argentino eine engere Verbundenheit zwischen den Tanzenden. „Hierdurch werden die Figuren immer wieder neu interpretiert und der Tanz mit unterschiedlichsten Partnern (Möglichkeit, kein Muss) bringt so immer ein anderes Tanzbild und Erleben.“
Lernen kann man den Tango Argentino bei der Milonga nicht. Angebote für Kurse sind bei der VHS Kleve und bei der Tanzschule Axmann in Geldern zu finden. Bettina Wynants-Hardt findet das Lernen in einem Kurs auch sehr wichtig: „Eingeschlichene Fehler bekommt man anschließend kaum noch in den Griff, dafür ist der Tanz aber auch wie Fahrradfahren, das vergisst man nie wieder.“
Neue Milonga-Termine im Goldenen Löwen sind am 6.4. und 9.11.jeweils von 20.00 bis 24.00 Uhr.