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SPD Kevelaer überreichte Geschenke

Der Ortsverein der SPD in Kevelaer überreichte kürzlich Weihnachtspräsente an die Kevelaerer Tafel. Der Ortsvereinsvorsitzende Ulli Hüttgens sowie Schatzmeister Lothar Hermens und Vorstandsmitglied Michael Vonscheidt waren vor Ort, um die Übergabe durchzuführen. Die Geschenke kommen der „Weihnachtspäckchenaktion 2020“ der Tafel zu Gute.

„Die Tafel leistet in Kevelaer hervorragende und wichtige Arbeit“, sagte Moritz Walter, Pressesprecher der Kevelaerer SPD. „Natürlich ist es uns daher ein Anliegen gerade in der jetzigen Zeit die Aktion der Tafel zu unterstützen.“

Kinder übergaben Päckchen und schmückten Bäume

Das Familienzentrum Sternschnuppe der Lebenshilfe Gelderland gGmbH hat die Weihnachtspäckchenaktion der Tafel in Kevelaer tatkräftig unterstützt (das KB berichtete). In der Kindertageseinrichtung Sternschnuppe wurde nach St. Martin eine Spendenaktion organisiert. Viele Eltern haben Weihnachtspäckchen für bedürftige Familien gepackt und abgegeben. Mit viel Eifer unterstützten die Vorschulkinder den Transport der liebevoll verpackten Päckchen und übergaben sie schließlich den Mitarbeiterinnen der Tafel.

Die Kevelaerer Tafel durfte sich über einige Päckchen freuen. Foto: privat

Auch in der Kevelaerer Innenstadt engagierten sich die Kinder. Einige von ihnen verschönerten zwei Tannenbäume auf der Busmannstraße in Kevelaer. Benedikt Mayer, Optiker auf der Busmannstraße, hatte die Sternschnuppenkinder eingeladen, die Tannenbäume vor seinem Geschäft zu schmücken. So wurde in der Weihnachtswerkstatt der Kindertageseinrichtung fleißig Weihnachtsschmuck hergestellt. Die gebastelten Sterne, Herzen, Glocken und Co. hängten die Kinder mit viel Liebe und Spaß in die bereitgestellten Tannenbäume. Als Dankeschön erhielt jedes Kind von Benedikt Mayer Stabkerzen mit dem neuen Kevelaerer Logo.

Die Tafel nimmt Weihnachtspäckchen für Bedürftige entgegen

Auch in diesem Jahr zu Weihnachten möchte die Tafel Kevelaer bedürftigen Menschen zu Weihnachten eine besondere Freude machen. Einmal im Jahr soll es über das Lebensnotwendige hinaus etwas Besonderes geben. Mit einem Päckchen, dessen Inhalt aus leckeren, haltbaren Lebensmitteln besteht, kann jeder dazu beitragen.

Besonders beliebt sind Fischkonserven, Dauerwurst, Kaffee, Tee und Süßigkeiten. Auch über Körperpflegemittel freuen sich die Empfänger der Päckchen sehr. Ansonsten kommt alles, was zu einem schönen Weihnachtsfest gehört, gut an. Tabakwaren und Alkohol gehören allerdings nicht in die Päckchen. Eine hübsche Verpackung steigert dann noch die Vorfreude auf das Fest. Ein beigefügtes Inhaltsverzeichnis erleichtert den Mitarbeitern der Tafel dann die Verteilung. Die Tafel Kevelaer unterstützt auch viele muslimische Tafelbesucher. Sie bittet für diese Gäste um spezielle Päckchen, in denen vor allen Dingen keine Schweinefleischprodukte enthalten sind.

Die Päckchen konnten bereits am heutigen Freitag, 4. Dezember 2020, im Tafelladen (Bury-St. Edmunds-Straße – hinter der Öffentlichen Begegnungsstätte) abgegeben werden. Eine weitere Möglichkeit der Abgabe besteht am kommenden Montag, 7. Dezember 2020, von 9 bis 11 Uhr. Die Tafel Kevelaer hofft, auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Päckchen zu erhalten und dankt den Spendern schon im Voraus ganz herzlich dafür.

Für weitere Informationen sind die Verantwortlichen montags, dienstags und donnerstags von 9 bis 12 Uhr erreichbar, Tel. 02832 – 9778688 oder www.Tafel-kevelaer.de.

 

Die Kevelaerer Tafel im Advent

Unter dem Motto „Teilen, Schenken, Helfen und Freude spenden“ arbeiten seit 15 Jahren viele ehrenamtliche Helfer bei der Kevelaerer Tafel. Sie versorgen regelmäßig wirtschaftlich benachteiligte Menschen mit gesunden Lebensmitteln, die zwar noch einwandfrei sind, aber im Verkauf nicht mehr verwendet werden können.

Viele der ehrenamtlichen Helfer zählen zum festen Stamm, doch sind immer wieder neue interessierte und engagierte Mitarbeiter herzlich willkommen.

Seit rund zwei Jahren ist Rainer Morawietz ein Teil dieses Teams und arbeitet mit drei weiteren Mitgliedern im Vorstand der Kevelaerer Tafel. Während seines aktiven Berufslebens blieb wenig Zeit für gemeinnützige Zwecke. „Ich möchte dies nun nachholen und freue mich über jeden, die ebenfalls Zeit findet, hier ehrenamtlich mitzuwirken. Es gibt immer etwas zu tun“, erklärt Morawietz.

Die Tätigkeiten beschränken sich dabei nicht nur auf die Ausgabe der Lebensmittel, auch Koordination, Logistik, Fürsorge oder Verwaltung sind Bereiche, die durch Ehrenamtliche abgedeckt werden. Eine besondere Herausforderung war der Lockdown im März. Viele der Helfer gehören zur Risikogruppe.

An den beiden Ausgabeterminen, jeweils dienstags und donnerstags, sind meist 40 bis 50 bedürftige Personen vor Ort, für die die Tafel auch eine Stätte der Begegnung und des Miteinanders ist. Durch räumliche Veränderungen und entsprechende Hygienekonzepte konnte die Verteilung der Lebensmittel nach einer kurzen Pause fortgesetzt werden. „Ich finde es enorm, dass wir trotz der schwierigen Lage in der Coronazeit nach wie vor sehr gut unterstützt werden“, drückt Morawietz seinen Dank für alle Spender aus.

Während der Adventszeit möchten die Mitarbeiter der Tafel, wie bereits in den vergangenen Jahren, mit kleinen Geschenken aus der Bevölkerung in Form von Weihnachtspäckchen Freude spenden. „Auch wenn wir nicht wie sonst im Rahmen eines gemütlichen Nachmittags die Päckchen verteilen können, möchten wir dennoch nicht auf diese schöne Tradition des Teilens verzichten“, erinnert sich der Vorstandsvorsitzende auch gerne zurück. „Rund 200 Päckchen wurden im letzen Jahr bei uns abgegeben. Die Freude und Dankbarkeit der Tafel Kunden ist unbeschreiblich.“

Inhalt der Päckchen können haltbare Lebensmittel, Kaffee, Tee oder Süßigkeiten sein aber auch Körperpflegeprodukte, Spiele oder Bücher. Eine hübsche Verpackung steigert die Vorfreude und ein beigefügtes Inhaltsverzeichnis erleichtert den Tafelmitarbeitern die entsprechende Verteilung (wie keine Schweinefleischprodukte an muslimische Kunden, bekannte Allergien oder Alter des Empfängers).

Alle ehrenamtlichen Helfer freuen sich über eine große Spendenbereitschaft und geben diese Freude mit den Adventspäckchen gerne weiter.

„Quiz im Löwen“: Spende für die Kevelaerer Tafel

Auch als digitale Ausgabe macht das „Quiz im Löwen“ von sich reden. Bei der ersten Ausgabe am 18. April riefen die beiden Initiatoren Stefan Spittmann und Dirk Winkels im Rahmen der Veranstaltung im Netz zu Spenden auf. Insgesamt kamen Gelder in Höhe von 1515 Euro zusammen. Die beiden „Quiz im Löwen“-Macher stockten die Summe selbst mit auf und konnten jetzt einen Scheck in Höhe von 2000 Euro an den Vorsitzenden der Kevelaerer Tafel e.V., Rainer Morawietz, überreichen. Im Gespräch mit dem KB zeigte sich Dirk Winkels stolz über die Unterstützung durch die Quizteilnehmer: „2000 Euro ist schon eine Summe. Da waren auch Leute dabei, die 50 bis 100 Euro gespendet haben.“

Am kommenden Samstag, 9. Mai 2020, um 20.15 Uhr, soll es ein zweites digitales „Quiz im Löwen“ geben. „Da wollen wir auch zu Spenden aufrufen. Wir wissen noch nicht, wohin das Geld gehen soll. Aber wir würden gerne mehrere Einrichtungen glücklich machen“, unterstrich Spittmann.  Vorgesehen ist, in kommenden digitalen „Quiz“-Ausgaben weiter Spenden zusammenzutragen und dann am Ende des Jahres verschiedene Einrichtungen mit dem Erlös zu unterstützen.

Ungewohnte Situation für die Organisatoren

Am liebsten wäre den Machern natürlich, wenn sie so bald wie möglich wieder „analog“ und persönlich mit den „Quizzern“ im „Goldenen Löwen“ zum unmittelbaren Austausch kommen könnten. „Das war für uns eine Umstellung, vor der Kamera zu agieren, keine Reaktion zu bekommen“, räumt Spittmann ein. „Das war ungewohnt und nicht ganz einfach.“

Natürlich konnten die Mitwirkenden während des Quiz zwischenzeitlich Kommentare abgeben wie „Oh Gott, diese Kategorie“ oder „Jetzt kommt mir zugute, dass ich Germany´s next Topmodel gucke“, was man auch moderativ in den Abend mit einflechten konnte. Das könne aber das persönliche Erleben und die gemeinschaftliche Atmosphäre nicht ersetzen.

Krisenmodus bei der Tafel

Wenn Rainer Morawietz die aktuelle Situation betrachtet, dann denkt er so wie viele in diesen Tagen. „Das sind schon verrückte Zeiten“, sagt der Vorsitzende der Kevelaerer Tafel, die angesichts der augenblicklichen Situation nicht mehr so für ihre Kunden agieren kann, wie sie es eigentlich möchte. „Wir haben im Vorstand beschlossen, dass wir die Tafel schließen. Seit Mittwoch ist alles zu. Alle Leute sind informiert und auch die Discounter haben wir dementsprechend verständigt.“ In der aktuellen Situation sei das die einzig sinnvolle Entscheidung.

Dabei hat Morawietz nicht nur die Hilfebedürftigen im Sinn, die regelmäßig zu der Kevelaerer Tafel kommen, um sich mit Lebensmitteln einzudecken. „Wir haben unter unseren Helfern und Mitarbeitern zwei Personen unter 65 – und der Rest geht bis 80 Jahre. Die zählen alle definitiv zur Risikogruppe“, macht er deutlich. Und schließlich kommt dazu ja noch der Austausch mit den Kunden – und die Platzverhältnisse an der Bury-St.-Edmunds-Straße 7. Pro Ausgabetag kämen regelmäßig so 20 bis 30 Leute. „Die Räumlichkeiten sind sehr, sehr eng. Um diese Risiken einzudämmen, macht das keinen Sinn.“

Man habe auch festgestellt, „dass in den letzten 14 Tagen die Anzahl der Waren weniger geworden ist. „Wenn Sie jetzt in die Supermärkte gehen, kann man sich vorstellen, was da für die Tafel übrig bleibt.“ Was die Versorgungslage der Betroffenen selbst anbetrifft, hofft Morawietz darauf, dass die Coronakrise nicht zu lange dauert. „Die Erstversorgung macht ja das Sozialamt und vier Wochen wird es vielleicht so gehen.“

Anzahl der Kunden war gesunken

Bei der letzten Ausgabe der Tafel seien „erstaunlich wenig Kunden da“  gewesen, erzählt der Tafel-Vorsitzende. „Da geht auch die Angst um.“ Sollte die Tafel aber über längere Zeit nicht tätig werden können, müsse man über andere Methoden, den Menschen zu helfen, nachdenken. „Wir  haben da ja einige Hilfsorganisationen, die uns unterstützen würden. Dann würden wir vielleicht Warengutscheine ausgeben und mit den Discountern einen Deal machen, dass die sich da was kaufen können.“ Solche Gedanken, so Morawietz, seien aber „noch Zukunftsmusik“.

Die beiden Pfarrcaritas St. Marien und St. Antonius würden da wohl „schon etwas über Warengutscheine“ machen. Und die evangelische Kirche richte für die Bedürftigen ein Mittagessen aus. „Das haben wir an unsere Leute schon weitergegeben.“ Das könne aktuell vielleicht „für die, die es ganz ganz schlimm haben“, dann so eine Art „Rettungsseil“ darstellen.

Vorerst vier Wochen ohne die Kevelaerer Tafel

„Wir werden mit den anderen Institutionen in Kevelaer in Kontakt bleiben. Wir wissen nicht, wie lange es dauert“, sagt Morawietz und hofft im Sinne aller, dass diese außergewöhnliche Zeit bald vorbei sein wird. Um die Kunden werde man sich dann auch in Zukunft weiterhin wie gewohnt kümmern. „Aber für die vier Wochen lassen wir das erst einmal ruhen.“

Eine Ausgangssperre wäre aus Morawietz‘ Sicht „ganz dramatisch, da müssten wir uns was einfallen lassen.“ Da ginge nach dem Ablauf der Schließung bei der Warenausgabe dann nur noch „Flatterband und Abstand und nur ein, maximal zwei Personen zur Ausgabe“ Damit habe man aber schon Erfahrung.“ Wir lassen seit Jahren sowieso nur maximal drei Leute rein.“

Das Ziel sei es, so schnell wie möglich wieder aufzumachen, um den Hilfebedürftigen beizustehen.  Aber jetzt gelte die Aufmerksamkeit dem Kampf gegen Corona. „Und wir müssen alle schützen.“

Känguruclub und Prinzenhof spenden an die Tafel

Grund zur Freude gab‘s jetzt für die Kevelaerer Tafel. Deren Schriftführerin Hanni Hentemann konnte aus den Händen von Stefan Püplichhuisen, Christian Jakobs und Christian Ettwig vom Lehrerstammtisch „Känguruclub“ sowie Frank Janßen und Pit Paliwoda vom „Prinzenhof“ eine Spende von 500 Euro entgegennehmen.

Der Stammtisch hatte bei einem Bundesligatippspiel im „Prinzenhof“ 250 Euro erhalten und entschieden, das Geld zu spenden. Die Gastronomen waren von der Idee so begeistert, dass sie die Summe verdoppelten – und damit die Tafel unterstützen.

Gemeinsam leben und feiern

Den ersten der Tische, den hatten Heike und Johannes Rath an diesem Morgen für das Foto schon mal fertig gedeckt. Später noch mit Kerzen, Servietten und weihnachtlichen Accessoires versehen, sollen es die Gäste an diesem Weihnachtstag gut haben, wenn sie im Mehrgenerationenhaus zu besinnlicher Weihnachtsmusik miteinander speisen und ins Gespräch kommen dürfen. Denn in diesem Jahr sollen Bedürftige der „Kevelaerer Tafel“ am Abend das erfahren, was für viele so selbstverständlich erscheint: ein schönes Weihnachtsessen in gemütlicher Runde.

Der Impuls, einen solchen Abend zu organisieren, entstand bei dem Ehepaar Rath und ihren Freunden im letzten Jahr. „Wir saßen da Heiligabend zusammen mit unserer polnischen Mieterin, weil die Kinder erst am 1. Weihnachtstag kommen“, erzählt Heike Rath. „Und da waren noch vier Rouladen übrig und ein paar Stühle frei“, ergänzt Stephan Beer. Daraus erfolgte der Gedanke, sowas mal zu machen. „Die Idee hatten wir schon lange“, erzählt die frühere Duisburgerin Heike Rath, die dort schon mal bei der Duisburger Tafel einmal pro Woche bei der Essensausgabe tätig war. Auch zu Heiligabend war sie mal da. „Das war eine schöne Feier“, erinnert sich die 58-Jährige.

Der Liebe zu ihrem Johannes wegen war sie dann nach Wuppertal gezogen. Seit gut zwei Jahren wohnen beide jetzt aber in Kevelaer – und wollten auch „im christlichen Sinne“ handeln und etwas bewegen, sagt ihr Mann. „Es gibt viele Menschen, die es nicht so gut haben wie wir und einsam zu Hause sitzen“, sagt Daniel Pannwitz-Beer, dem man die Freude darüber ansieht, an diesem Abend mithelfen zu dürfen. „Wir haben uns darüber gemeinsam unterhalten und es miteinander dann beschlossen. Wir wollen den Menschen hier ein Lächeln ins Gesicht zaubern.“

Jeder Mensch ist wertvoll

Bedürftigkeit habe nicht nur was mit den Finanzen zu tun, sondern auch mit Traurigkeit und sozialer Isolation. „Trotzdem ist jeder von ihnen ein wertvoller Mensch“, meint Pannwitz-Beer. Die Finanzierung des Projekts geschehe „auf wundersame Weise“, nennt das Ehepaar Rath diesen Abend „unsere Einladung an die Menschen“. Es sei so unwichtig, wer dafür geradestehe.

Im Anschluss daran stand dann die Frage, welchen Ort man dafür aussucht. Familie Rath, die in der evangelischen Kirche den Gottesdienst besucht, fragte nach, ob es hier eine Örtlichkeit gebe, wo man das realisieren kann. „Uwe Hoppmann vom Presbyterium war davon sofort begeistert, hat das dort in die Diskussion gebracht“, erzählt Johannes Rath. Und von dort kam dann das „Ja“ zu der Aktion.

Ein guter Partner für das Projekt

Eigentlich hatte man überlegt, selbst zu kochen, erzählt Stephan Beer. „Da kamen dann aber die ganzen Fragen, wie wir das kühlen sollen und die ganzen Auflagen. Da haben wir dann doch ‚kalte Füße‘ bekommen“, sagt Heike Rath. Nachdem man mehrere Caterer gefragt hatte, fand man mit der Klosterküche einen guten Partner für die Geschichte. Oft würden die „Tafel“-Bedürftigen nur als „Kunden“ gesehen. Das finde er „albern“, sagt Johannes Rath. „Das soll wie ein Fest unter Freunden und Bekannten hier sein. Wir freuen uns auf die bereichernde Vielfalt“, zitiert Johannes Rath sinngemäß den israelischen gelehrten Jonathan Sacks. „Eine Bereicherung ist es, mit Menschen zusammen zu sein, die anders sind als wir.“

Über das Weihnachtsessen hinaus richtet das Ehepaar Rath schon den Blick nach vorn. Das Weihnachtsessen zu einer Institution zu machen, das würden sie gerne verwirklichen. „Das muss aber nicht immer der gleiche Ort sein, das könnte man genauso gut auch mal in der Öffentlichen Begegnungsstätte oder der katholischen Kirche machen“, sind sich beide da einig.

Keine falschen Hoffnungen

Und beide wollen für Kevelaer eine Suppenküche etablieren. „Dafür brauchen wir aber noch Leute – die sich selbstverständlich bei uns persönlich melden können – ein Team und viele gute Ideen“, sagt Johannes Rath. Eventuell will man dazu im Januar oder Februar einen Arbeitskreis gründen „mit Leuten, die daran auch Spaß haben.“ Man wolle aber an dem Punkt nicht künstliche Hoffnungen schüren, die nachher nicht zu erfüllen sind.

Hanni Hentemann, Schriftführerin der Kevelaerer Tafel, freut sich über die besondere Aktion. „Diese Einladung finde ich klasse.“ Einige hätten schon verbindlich zugesagt – der Stand vor Heiligabend lag bei gut 20 Personen. „Einer sagte, er ist katholisch, da könne er nicht hingehen.“ Der Ort aber, so die Botschaft der Eheleute Rath, solle keine Rolle spielen. „Es soll sich keiner ausgeschlossen fühlen, nur weil wir ‚zufällig‘ in der evangelischen Gemeinde sind“, meint Heike Rath. „Leben und feiern“, das stehe im Mittelpunkt, sagt ihr Mann.

Jugendliche packten ein

Fleißig gepackt wurde im Untergeschoss der evangelischen Gemeindezentrums. Weit über 20 Jungen und Mädchen waren gekommen, um Weihnachtspäckchen zu schnüren.

„Wir sind mit 21 Konfirmanden hier unten und neun Teamers, darunter eben auch ehemalige Konfis“, versuchte Karin Dembek den Überblick zu behalten. „Hier sind erkennbar alle beschäftigt.“ Die Pfarrerin freute sich über das aktive Engagement: „Konkrete Sachen machen ihnen natürlich Spaß.“

Das Ganze habe mittlerweile schon eine Tradition. „Wir machen das jetzt das fünfte Mal.“ Geschenke einpacken sei aber eine Sache, die nicht jeder beherrscht. „Einige können das sehr gut, auch mit viel Liebe zu packen, andere verhaspeln sich total.“

Der zukünftige Konfirmand Jacob hatte erstmals das Vergnügen, Pakete zu packen. „Die Idee ist echt gut“, versicherte er. „Man kann Leuten damit echt ‘ne Freude machen.“ Die 14-jährige Jasmin war ebenfalls mit Feuereifer bei der Sache: „Im letzten Jahr war ich hier selbst Konfi. Jetzt bin ich Teamerin.“ Sie fand es gut, nochmal dabei zu sein: „Aber man fühlt sich jetzt irgendwie mehr verantwortlich.“

„Jeder hatte einen Zettel mit Beispielen und hat dann etwas von zu Hause mitgebracht“, erklärte Felia (13) das Prinzip. Was sie für den guten Zweck geholt habe? „Eine Lichterkette, Spülung für die Haare, ein Duschgel und Toffifee“, konnte sie es sich eigentlich gar „nicht so gut vorstellen, dass Menschen darauf angewiesen sind. Für uns ist das so selbstverständlich.“

Und auch Phil war mit vollem Einsatz dabei: „Man weiß, man tut das für Leute, die wenig Geld haben. Die müssen auf Menschen wie uns hoffen, dass sie etwas bekommen“

Alle agierten zusammen

Die Aktion habe nicht nur ihre Bedeutung, was die Hilfe für die Bedürftigen der Kevelaerer Tafel beträfe, unterstrich Jugendleiterin Fabienne Schmitz. „Das bringt sie ein Stück zusammen, weil hier in der Gruppe doch noch ein paar Grüppchen sind“, war in dem Kontext schon zu bemerken, wie gemeinschaftlich alle miteinander zusammen agierten.

Als Stärkung warteten auf einem Küchentisch Spekulatius und ein Kinderpunsch auf die Jugendlichen. Und nach gut einer Stunde hatten die freiwilligen Helfer über 60 Pakete beieinander, die die Kevelaerer „Tafel“ abholte, um sie den Menschen für die Weihnachtszeit als Geschenke zur Verfügung zu stellen.

In Winnekendonk wurde der „Vogel abgeschossen“

Die von der Tafel Deutschland ausgerufene Aktion „Hilf mit! Kauf eins mehr!“ war auch im Kreis Kleve ein voller Erfolg. Mehrere Wochen lang wurden in sechs Märkten von EDEKA Brüggemeier Lebensmittel für die Tafeln der Region gesammelt.

Und dabei kam einiges zusammen. Alfred Mersch, Wilfried Binn und Norbert Berten (Foto v. li.) freuten sich über mehrere gut gefüllte Einkaufswagen mit Produkten wie Nudeln, Reis, Zucker, Mehl oder Öl. „Ich möchte mich sowohl bei den Kunden für die Spenden, als auch bei EDEKA Brüggemeier für die große Unterstützung bedanken“, sagte Mersch beim Blick die angehäuften Waren.

Den sprichwörtlichen Vogel schoss ein Brüggemeier-Kunde aus Winnekendonk ab, der den Tafeln Lebensmittel im Wert von sage und schreibe 70 Euro zur Verfügung stellte.

Foto: privat