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Auch beim SV Union Kervenheim ist an Trainings- oder Spielbetrieb nicht zu denken

Die Sehnsucht eines Vorsitzenden

Wenn Rainer Kürvers im Et Everdonk über die beiden Rasenplätze schlendert, befällt den 57-Jährigen schon sowas wie Melancholie. „Eigentlich könnten wir hier loslegen.“ Wenn nicht die aktuelle Situation wegen Corona wäre.

Neue Trikots für Fußballer des SV Union Kervenheim

Der frisch gebackene Kreisliga B Aufsteiger aus Kervenheim läuft ab sofort in neuer Montur auf: Die Provinzial Geschäftsstelle Thomas Aben aus Winnekendonk stattet den Neuling mit einem neuen Trikotsatz aus und erweitert damit sein Sponsoring in Kervenheim.

„Wir sind froh, dass wir einen Partner vor Ort gefunden haben, der unsere erste Mannschaft unterstützt und uns perfekt ausgestattet hat. Das ist in diesen Zeiten nicht selbstverständlich und zeigt, wie stark die Provinzial unter der Leitung von Thomas Aben hier verwurzelt ist“, sagt der erste Vorsitzende, Rainer Kürvers. Kervenheim läuft zukünftig in den traditionellen Vereinsfarben Blau und Weiß auf. Das Sponsoring umfasst 20 Trikots und zwei Torwarttrikots.

Darüber freut sich auch Felix Naber (Foto links), der Trainer der ersten Herrenmannschaft des SV Union Kervenheim 1919 e.V.: „Wir haben bei den Trikots den größtmöglichen Gestaltungsspielraum gehabt und sind dankbar dafür, dass wir uns nun in neuer Garnitur präsentieren können. Die Zusammenarbeit mit der Provinzialgeschäftsstelle und Thomas Aben war einfach klasse.“

Die Union ist dabei nicht die erste Station, bei der Thomas Aben (Foto rechts) sich als Sponsor einbringt, nun möchte er sein Sponsoring in Kervenheim vertiefen. „In Kervenheim gehen im Herrenbereich über 30 Spieler ihrem Hobby Fußball nach. Dass ich als Kevelaerer Unternehmer da natürlich Präsenz zeigen will, liegt für mich auf der Hand und ist selbstverständlich. Wir hoffen, dass der SV Union Kervenheim 1919 e.V. im neuen Dress die nötigen Punkte einfährt, um die Klasse zu halten“, so Aben.

Foto: privat

Ein „Küken“ mit Erfahrung

Es ist still, als Felix Naber auf dem Gelände des SV Union Kervenheim im Klubhaus seine erste Ansprache an sein neues Team hält. Der 23-Jährige erläuterte an diesem Tag dem gut 30-köpfigen Spielerkader erstmals seine Idee von Fußball und seine Pläne für die kommende Spielzeit. Dass der junge Mann, der sich selbst als „Trainer-Küken“ mit Erfahrung beschreibt, überhaupt bei der Union gelandet ist, war so ursprünglich nicht geplant. „Ich wäre gar nicht gewechselt, wollte bei meinem Heimatverein bleiben“, bekennt der Coach. Zehn Jahre lang war er als Spieler und Trainer beim SV Viktoria Winnekendonk, kickte bis zum 18. Lebensjahr dort, ehe er im Zuge des Abiturs seinen ersten Sportleiterschein machte und sich entschied, auf Trainer umzusatteln. 

Johannes Rankers sprach ihn damals an, ob er die A-Jugend von Viktoria mittrainieren wolle. „Wir haben uns gleichberechtigter Trainer genannt“, sagt Naber. „Beide waren quasi Chefrainer. Wir sind im ersten Jahr A aus der Leistungsklasse abgestiegen, das war für mich sehr lehrreich. Danach haben wir die Kreisklasse gewonnen, sind Meister geworden.“ Was folgte, war der Gewinn der Leistungsklasse „mit zwei unvergesslichen Derbysiegen gegen den KSV.“ Danach sprach ihn Sven Kleuskens an, „ob ich mir vorstellen könnte, Co-Trainer bei der ersten Mannschaft in der Kreisliga A zu werden.“ Als Jugendtrainer im Wunschverein so ein Angebot zu bekommen, „da sagst du nicht Nein“, meint Naber. Der Erfolg blieb aber aus. „Da sind wir leider auch abgestiegen, was auch lehreich war, weil man so einen weiteren Blick auf die Dinge hat, die so in der Saison waren und was man besser machen kann.“

Fokus aufs Studium gelegt

Mit Sebastian Steinhauer betreute er dann zuletzt die erste Mannschaft in der Kreisliga B: „Das war durchwachsen, aber wenn Corona nicht gewesen wäre, hätten wir möglicherweise um den Aufstieg noch ein Wörtchen mitgeredet.“ Dann kam der Vorstandswechsel – und die Entscheidung, ohne Steinhauer und ihn neue Impulse setzen zu wollen. „Da hab‘ ich erst mal gebraucht, um das zu verdauen“, sagt Naber, der sich dann zunächst auf das Studium als Sport-, Event- und Medienmanager in Düsseldorf konzentrieren wollte.

„Wie aus dem Nichts“ kam dann der Anruf von Thomas van Wickeren, dem sportlichen Leiter und Trainer des SV Union Kervenheim. Bei einem Treffen in Appeldorn tauschte man sich aus, was man erwartet und mit welchem Konzept man das Ganze angehen soll. „Der Vorstand hat mich überzeugt“, nahm Naber das Angebot an. Der Vertrag läuft zunächst für ein Jahr. Das Ziel für die Saison lautet: in der Kreisliga B mit der ersten Mannschaft die Klasse zu halten. „Eine Mammutaufgabe“, sagt Naber, der Spieler mit einem Altersdurchschnitt von 24 Jahren betreut. Die eine oder andere Verpflichtung eines erfahrenen Spielers, der das junge Team stützen kann, soll bis zum Ende der Transferperiode noch gelingen.

„Es ist eine Herausforderng, die mir Spaß macht. Der Kampf gegen den Abstieg dürfte noch spannender werden als der um die Meisterschaft“, will der junge Trainer seine Spieler „technisch und taktisch prägen und nachhaltig was bewegen.“ Alexander Horsten wird als Co-Spielertrainer fungieren. „Wir werden alles in die Waagschale werfen, die Jungs sind voller Tatendrang.“

Neuzugänge aus Wido

Das Vertrauen der Kervenheimer Vereinsführung, das hat Naber auf jeden Fall. Thomas van Wickeren, glaubt felsenfest daran, dass sein Nachfolger die Aufgabe bewältigen kann. „Er hat ein super Verhältnis zu Alex Horsten, wird die Jungs weiterbringen“, ist er sicher. Und auch Union-Präsident Rainer Kürvers ist zuversichtlich: „Wir sind froh, einen jungen, engagierten Trainer zu haben. Er hat genug Erfahrung für dieses Abenteuer. In Winnekendonk nannte man ihn den ‚General‘, das sagt schon was aus.“ Der Trainerwechsel habe schon jetzt Wirkung erzielt. „Drei Kervenheimer, die in der A-Jugend von Winnekendonk waren, kommen zu uns zurück.“ Und auch wenn man vor zwei Jahren „jämmerlich aus der Kreisliga B abgestiegen“ ist, sei das Team damals innerlich gefestigt gewesen und habe sich in der Kreisliga C weiterentwickelt.

Mit gezielten Laufeinheiten will Naber das Team im Juli fit machen, ab Ende Juli das erste Trainig absolvieren. Danach sind mehrere Testspiele vorgesehen – unter anderem gegen Ginderich, Viktoria Goch, Veert 3 und Union Wetten. Und dann will man offensiv das Abenteuer Kreisliga B angehen.