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Stadtfest fällt in diesem Jahr endgültig aus

An diesem Samstag wäre wieder Kevelaers Stadtfest gewesen, an dem sich in den Vorjahren viele der in den Sommerferien daheimgebliebenen Kevelaerer erfreut haben. In diesem Jahr war den Veranstaltern von Inside Kevelaer schnell klar, dass der Termin aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht würde stattfinden können.

Jetzt hat der Verein bekannt gegeben, dass es auch keinen Nachholtermin in diesem Jahr geben wird. Unter anderem aufgrund der sich stetig ändernden Lage und ebenfalls wechselnder Hygieneanforderungen habe man sich so entschieden, bedauert der Vorsitzende, Michael Hülsen.

Wer bereits eine Gebühr für einen Trödelmarktstand bezahlt hat, kann die Gebühr unter kasse@inside-kevelaer.de zurückfordern. Ansonsten gilt die Reservierung automatisch für das kommende Jahr.

„Geile Stimmung, geile Leute“

Schon ganz früh am Morgen hatten sich die ersten der gut 40 Standbesitzer entlang der Marktstraße und am Roermonder Platz mit ihren Waren platziert. „Wir waren kurz vor sieben da“, erzählte Sandra Gremm, die mit ihrer Tochter Shania alles verkaufte, was die Tochter aus ihren alten Sachen zusammengetragen hatte.

Dana Fuchs und Sabine von Leyen hatten „zwei, drei Haushalte aufgelöst“ und priesen richtige „Liebhabersachen mit Service und Schalen“ an. „Man kann es nicht behalten. Es ist zu schade, es irgendwo hinzuballern“, waren sich die beiden Frauen einig. Der Besitzer des „Istanbul Döner“, Chihan Kedik, erstand bei am Stand von Petra Nellesen, Susan Walsh-Nass und Gertrud Stieber eine Nachtwächter-Figur aus Holz. „Das ist für mein Geschäft – damit mir immer ein Licht aufgeht“, scherzte er.

Adrianus van der Mejde hatte vor REWE seinen Stand. „Ich kriege das alles geschickt von Leuten“, feilschte der gebürtige Niederländer mit einem Käufer. „Wir nennen uns „Schimmelpilze“, haben früher zusammen gefeiert und jetzt machen wir immer Spieleabende“, erstand dieser bei ihm drei Gesellschaftsspiele.

„Inside Kevelaer“

Während das Treiben am Flohmarkt zunahm, eröffnete Bürgermeister Dominik Pichler gemeinsam mit der Crew von „Inside Kevelaer“ auf der Bühne um kurz nach 11 Uhr offiziell das Stadtfest. „Beim dritten Mal kann man schon von einer Tradition sprechen“, sagte er und empfahl den Gästen, „doch einfach den ganzen Tag zu bleiben“. Dann lenkte er den Blick auf das Orgateam. „Der Bürgermeister ist da der Unwichtigste.“ Danach begann auf der Bühne das Programm: Der Männergesangverein schmetterte Melodien wie „Lebe, liebe, lache“, der ihn begleitende Maastrichter „Vinci Koog“ sang Seemannslieder, „Rivers of Babylon“ und „Eviva Espana“. Zum Ende sangen sie zusammen mehrstimmig „Wor hör ek t´hüß“ –  und Heinz Lamers erhielt vom Maastrichter Chorleiter Ronald Franssen eine „Meesterrechte geis“-Figur.

Sowohl die Faustkämpfer als auch die Wing-Tsun-Kämpfer zeigten vor der Bühne ihre Fähigkeiten. „Bruce Lee hat gesagt: Man soll wie Wasser sein – die Technik ist das Wichtigste“, erläuterte Dominic Droste die Grundzüge der Verteidigungskunst. Auch der Projektchor von Christian Franken mit Mitgliedern des Familienchores bewies mit Liedern wie „Kevelaer, Du mein Herz steht Dir offen“ oder „Oh Happy day“ seine gesanglichen Fähigkeiten.

Daneben luden die Stände der Vereine zum Verweilen, Informieren und Ausprobieren ein – ob am SSG-Stand, wo Kids sich auch mal am Lasergewehr versuchten, bei den Faustkämpfern, wo man mal testen konnte, wie sowas geht, beim „wirKsam e.v.“-Stand, wo sich Leute in Kurslisten eintrugen.

„Das ist für uns beste Öffentlichkeitsarbeit“, fand der stellvertretende Wehrführer der Kevelaerer Feuerwehr, Thomas van Well. „Das desolate Radsystem in Kevelaer“, sei an seinem Stand oft Thema gewesen, verriet Eckehard Lüdtke vom ADFC. „Wir hatten ein paar konkrete Interessenten da“, meinte Frank Servas von den Faustkämpfern. Und Clown Pepe hatte einen Riesenspaß mit den Kindern, die er mit Perücke zur Jonglage einspannte.

Der Drehteufel

Für die Kinder war der „Drehteufel“ – eine Fläche mit mehreren „Inseln“, auf denen man stand und über ein immer schneller sich drehendes Plastik-„Holz“ springen durfte – eine coole Neuentdeckung auf dem Fest. Und auch die Pommes-, Getränke-, Wein- und sonstigen Stände wurden nach und nach vom Publikum „in Beschlag“ genommen. Henk Peters aus Nimwegen stellte fest: „Essen gut, Trinken gut, gut organisiert, alles top.“

Das musikalische Bühnenprogramm der dritten Ausgabe des Kevelaerer Stadtfestes lockte ab dem Nachmittag immer mehr Feierwütige auf den Peter-Plümpe-Platz. Die Kölner Indierock-Band „Fairytale for fred“ machte am Nachmittag den musikalischen Rock-Anfang. „Egal ob es hundertprozentig sein wird oder nicht – solange die Leute ihren Spaß haben, ist alles gut“, freute sich Drummer Willy über die Rückkehr in seine alte Heimat Kevelaer.

Ein Mix aus Punk, Rock und Stimme

Das Trio überzeugte mit einem Mix aus Punk, Rock und der Stimme ihrer tollen Sängerin Mabel. Auch Karl Timmermann konnte wieder „seine“ Zuhörer mit dem Mix aus 70er-Schlager, Musicals und Bee Gees gewinnen. „Zehn nach 12“ überzeugte mit Rock, musste aber warten, bis eine Junggesellinnentruppe unter Mithilfe des lässigen Moderators Stefan Ripkens für den Abschied ihre Sektpulle versteigert und vor der Bühne im Kollektiv getanzt hatte.

Zum Abend hin wurde es dann immer voller – später würden die Organisatoren von mehreren Tausend Menschen über den Tag verteilt sprechen, die unterwegs waren. Chrisy Maas und „Mr. Soul“ Hans Ingenpass ließen souverän vergessen, dass die „Voice of Germany“-Halbfinalistin Rahel Maas wegen der kurzfristigen Erkrankung ihrer Gesangspartnerin abgesagt hatte.

Luftgitarre

Und am Abend ließen zwei Bands dann auf dem Cover-Ticket den Platz so richtig erbeben: „Mr. Wally“ holte sich zwischendurch bei „Smoke on the water“ für die Luftgitarre aus dem Publikum „kleine“ und „große“ Unterstützung, machte eine knackige Show.

Den Vogel schossen aber „Fairground Funhouse“ ab, wobei der zweite Konzertteil am Ende etwas schwächer war als der richtig krachende erste Teil mit Red Hot Chili Peppers-Songs und weiteren starken Liedern – plus dem Urgestein Gerrit Quade mit seiner Bühnenpräsenz und Ciara Ehre  mit ihrer Vollblutstimme.

Und um kurz vor ein Uhr stand der „Mastermind“ des Stadtfestes, Michael Hülsen, am Getränkestand und fand es einfach nur „unbeschreiblich: geile Stimmung, geile Leute. Die reißen auf der Bühne gerade „die Hütte ab“. Und die Leute haben die Sitzgelegenheiten und die Food-Meile auch super angenommen.“

Bilder zum Stadtfest finden Sie unter den folgenden Links:
https://www.kevelaerer-blatt.de/erste-bilder-vom-3-kevelaerer-stadtfest/
https://www.kevelaerer-blatt.de/kevelaer-feiert/
https://www.kevelaerer-blatt.de/das-stadtfest-so-war-der-abend/

Das Stadtfest – so war der Abend

Bilder vom Abendprogramm des 3. Kevelaerer Stadtfestes finden sie hier. (Fotos: AF)

Kevelaer feiert

KB-Fotograf Axel Hundertmarck hat eine Bilderstrecke zum Stadtfest zusammengestellt. Fotos: Axel Hundertmarck

Trotz Erfolg auf dem Boden geblieben

Rahel Maas ist mittlerweile eine gut beschäftigte Künstlerin. „Ich bin den ganzen Tag schon unterwegs“, gesteht die 24-jährige Gocherin im gemeinsamen Gespräch. Die Umtriebigkeit der jungen Frau ist verständlich, denn sie hat seit ihren Auftritten bei der Fernsehshow „The Voice of Germany“ einfach ein wenig mehr zu tun als früher. „Das hat schon viel gebracht, ich hatte danach viele Auftritte – ob im Saarland oder Dortmund. Es ist cool, wenn man angefragt wird.“
Dass sie mal eine bekannte Sängerin werden würde, das wurde ihr nicht unbedingt in die Wiege gelegt – beide Eltern hatten keine große Affinität zur Musik oder zu Instrumenten. Die Mutter spielte wie so viele Kinder mal Blockflöte, Rahels Schwester mal Klavier, das war‘s.
Die erste Band
„Ich habe auch Blockflöte gelernt, das fand ich furchtbar“, erzählt Rahel Maas. Danach spielte sie Schlagzeug, brachte sich auch Gitarre- und Klavierspielen selbst bei. Und als ihr das nicht mehr genügte, begann sie, Coversongs zu singen. Mit „New Age“ kam dann die erste Band. Außerdem leitet sie den Chor in dem Kindergarten in Goch, in dem sie arbeitet. „Ich wollte auf jeden Fall was mit Menschen machen und nicht nur was mit Büro“, erzählt die Künstlerin und brachte damit ihre „soziale Ader“ in den Beruf.
Am Klever Berufskolleg absolvierte sie eine Erzieherausbildung – und der Job macht ihr Spaß. „Kindergarten ist sehr kreativ“, findet sie. Und wenn sie mit den Kids auf dem Weihnachtsmarkt in Goch oder im Altenheim steht, dann merkt sie, wofür sie das macht. „Die Kids sind immer sehr dankbar und finden es cool, wenn sie vorsingen dürfen.“
Eine gute Erfahrung
Die Kinder fieberten natürlich mit, als Rahel urplötzlich die große Bühne im Fernsehen bei „The Voice of Germany“ betrat und bis in das Halbfinale vordrang. „Das ist schon krass, wenn man sieht, dass sich da um die 8.000 Sänger und Sängerinnen angemeldet haben – und Du bist dann unter den letzten 12.“
Den Umgang mit den prominenten Stars auf den Jury-Sesseln beschreibt sie als „mega-offen“ und „sehr cool. Die haben sich Zeit genommen, es war sehr interessant.“ Naturgemäß hatte sie natürlich mit „ihrem“ Coach Marc Forster zu tun. Diese besondere Erfahrung nimmt die 24-Jährige für die Zukunft mit.
Kein Sprachtalent
Die Bodenständigkeit hat sie durch die Sendung nicht verloren. „Das funktioniert alles gut, meine Freunde holen mich da noch runter.“ Neben den Auftritten, die aufgrund der Sendung zahlreicher geworden sind, tüftelt sie auch selbst weiter an ihrer eigenen Musik. „Die Songs, die ich selber schreibe, schreibe ich ja auch auf Deutsch. Ich bin nicht das Sprachtalent“, sagt die Sängerin und erzählt, dass sie versuche, mit ihren Texten auszudrücken, was sie grade beschäftigt. Sie hofft, „dass die Leute da etwas mit für sich rausnehmen können.“
Rahel Maas freut sich darauf, dass sie am Wochenende mal in der Nachbarschaft, nicht weit von zu Hause, auftreten kann, wo sie bisher noch nicht gespielt hat. Und auch in Kevelaer wird das gelten, was sie als Grundlage ihrer Leidenschaft als Live-Musikerin beschreibt: „Ich liebe das, auf der Bühne zu stehen und wenn ich weiß, dass die Leute das cool finden, gebe ich immer alles.“

Eine Sängerin aus Leidenschaft

Wenn man sich dem Proberaum in Chrisi Maas‘ Keller in ihrem Wohnhaus in Weeze nähert, erklingt eine durchdringende, angenehme und trotzdem akzentuierte Stimme: „Wise men say“ lauten die ersten Zeilen des Elvis-Songs, den die 45-jährige Sängerin intoniert. „Sorry, ischt nich‘ uffgeräumt“, entschuldigt sie sich für das etwas wuselige Erscheinungsbild aus Wäschekorb und Porträt-Plakat im akzentfreien Badisch, der Sprache ihrer Heimatregion, aus der sie ursprünglich stammt.
„Wir waren jetzt im Allgäu und a bissle im Schwarzwald, wo ich herkomme“, ezählt die 1974 in Wolfach geborene Künstlerin. Sie ist die Tochter eines Vermessungstechnikers. Ihre Mutter hat geputzt und in der Bäckerei gearbeitet. „Wir sind alle gesellige Leut‘ in der Familie“, sagt sie und zählt die vier Jahre ältere Schwester natürlich noch hinzu. „Die wohnt auch noch im Schwarzwald mit Pferd, Katze und Hund. Da fahr ich oft zum Abschalten hin.“
Mutter, Vater und Oma bringen Chrisi zur Musik
Die Liebe zur Musik kam da irgendwie auch aus der Familie. „Die Mutter, die hat bei Hochzeiten gesungen.“ Auch der Papa sang für sich ein wenig und auch die Oma. „Und ich hab‘s gelegentlich als Jugendliche getan, auch so für mich so‘n bissle“, erinnert sich Chrisi zurück, wobei ihr Dialekt immer wieder durchkommt.
Mit 16 Jahren macht sie eine Ausbildung zur Zahntechnikerin. „Das war auch künstlerisch und kreativ“, erzählt sie und und sagt, dass sie damals dem Rat des Berufsberaters folgte und anschließend 17 Jahre in Oberwolfach arbeitete.
Ihr persönliches „Aha“-Erlebnis in Sachen Gesang hatte sie dann „mit 18/19 Jahren. Da war ich in Korsika im Hafen und habe eine Band gehört. Das war wie ein Blitz – und da war für mich klar: das will ich machen.“ Sie geht in Rockbands und tummelt sich auch in anderen Formationen, um Erfahrungen zu sammeln. „Da sang ich Ufo, 4 Non Blondes und solche Sachen“, erinnert sie sich nach einigem Überlegen.
Musik als Hobby
Die Künstlerin singt dann auch auf Hochzeiten und tourt mit einer anderen Sängerin und dem Dirigenten der Dorf-Trachtenkapelle, „der auch im Musical in Stuttgart war“ und der ihr viel an Musiktheorie vermitteln konnte, durch die Gegend. „Das war alles mehr Spaß und Hobby“, sagt sie.
Damals entwickelt sich auch ein spezieller „Mechanismus“ heraus. „Ich versuche bis heute, bei Liedern im Radio die zweite Stimme zu finden“ – und sie mitzusingen. Als sie ihren Ehemann Stephan kennenlernt, ändert sich ihr Leben. Der Maschinenbautechniker hat ebenfalls eine kreative Ader. Er bastelt gerne an Motorrädern und restauriert sie.
Umzug an den Niederrhein mit etwas Heimweh
„Aus beruflichen Gründen“ zieht das Paar im Jahr 2007 vom Schwarzwald nach Weeze, ein Schritt, der Chrisi Maas zunächst nicht leichtfällt. „Zu Anfang hatte ich Heimweh, muss ich sagen.“ In ihrem „kleinen Dörfle kennt jeder jeden“, hier muss sie sich am Anfang erstmal finden.
Eine Zeitlang arbeitet sie noch als Zahntechnikerin, bis die beiden Kinder Nela und Marti kamen. Aber die Musik, die lässt sie nicht ruhen. „Ich habe dann ein, zwei Hochzeiten gemacht. Es kam gut an, und von da an habe ich weiter Musik gemacht.“
Von Balladen über Schlager und Oldies bis Rock reicht ihre Palette. „Ich probiere alles aus. Ich bin kein Schlagerfan und würde auch keine CDs kaufen, aber das zu singen, macht Spaß.“ Seit 2009 wirkt sie als Sängerin in der Emmericher Band „Tribal Voices“ mit Rock von AC/DC bis Skunk Anansie. Mit dem Gitarristen Rainer van Treeck bildet sie das Duo „MiiKado“ und singt Songs und Balladen aus der Rock- und Pop-Geschichte.
Auf dem Stadtfest in Kevelaer wird sie gemeinsam mit „Mr. Soul“, Hans Ingenpass, auf der Bühne stehen. „Der Kontakt kam über Karl Timmermann. Im Bühnenhaus standen wir bei seiner Weihnachtsgala 2018 schon auf der Bühne.“
Musik ist wie Medizin für die Sängerin
Von der Chemie und den Stimmen her „passt das gut. Er macht das auch mit Herz, das ist immer schön,“ meint die Sängerin, die von sich selbst sagt: „Musik gibt mir alles, ganz viel Energie. Das ist wie Medizin. Ich könnte nicht mehr ohne.“
Chrisi Maas wird solo die ersten 20 Minuten bestreiten, Ingenpass die letzten 20. „Wir haben zur Zeit nur drei Titel, die wir gemeinsam singen können“ sagt die Sängern.„Wir müssten uns halt mal mehr treffen.“
Mit anderen Sängern arbeiten, wenn es zusammenpasst, das macht Chrisi Maas gerne. Wie das Ganze ankommt und läuft, darauf ist sie gespannt. „Denn ich war bisher noch nicht auf dem Fest.“

Für jeden ist etwas dabei

Einmal mehr richtet der Verein Inside Kevelaer e.V. mit Unterstützung vieler Sponsoren das Kevelaerer Stadtfest aus. Am Samstag, 3. August, geht das Fest in die dritte Runde.
Auf dem Peter-Plümpe-Platz wird es Programm für Groß und Klein geben. Auch ein Trödelmarkt wird wieder vom Roermonder Platz über die Marktstraße organisiert, der um 8 Uhr startet. Das Stadtfest beginnt um 11 Uhr.
Auf dem Stadtfest präsentieren sich Vereine, Künstler und Organisationen. So können die Besucher nicht nur abwechslungsreiches Programm genießen, sondern bei Interesse in Gesprächen mehr über Kevelaerer Einrichtungen erfahren.
Neben bekannten Künstlern und Unternehmen bietet Inside Kevelaer e.V. auf dem Stadtfest auch Newcomern eine Bühne, so zum Beispiel dem Team des Jugendradio Kevelaer (das KB berichtete). Auch um das leibliche Wohl muss sich kein Besucher sorgen. Die Veranstalter und alle Beteiligten freuen sich am Samstag auf ein zahlreiches Erscheinen der Bürger.
Das Programm auf der Bühne
Ab 11 Uhr:
– Begrüßung
– Männergesangverein
– Clown Pepe
– Lebenshilfe Bewohner Hol- beinstraße
– Faustkämpfer e.V. Kevelaer
– Wing Tsung Kevelaer
– Chor Christian Franken St. Antonius Kevelaer
Ab 15 Uhr:
– Fairytale for Fred
– Karl Timmermann
– Zehn nach zwölf
– Chrisi Maas & Hans Ingen- pass
– Rahel Maas – New Age
(Voice of Germany)
– Mr. Wally
– Fairground Funhouse

So feiert man ein Stadtfest

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Bereits am Mittag begannen sich die Züge von Michael Hülsen merklich zu entspannen. „Es läuft“, blickte der Vorsitzende des Vereins „Inside Kevelaer“ mit Gelassenheit auf einen trotz der sehr sommerlichen Temperaturen sehr belebten Peter-Plümpe-Platz und den gut besuchten Trödel. „Sehr viele Händler und Vereine waren am Freitag schon da, das war relativ stressfrei.“ Das Orga-Team hatte schon im Vorfeld dafür gesorgt, dass der Tag nach den Erfahrungen des Vorjahres entspannter vonstatten gehen konnte.
„Es füllt sich“, freute er sich dann Stunden später zu Beginn der Bandkonzerte, um kurz vor ein Uhr mit „Mr. Wally“ auf der Bühne das Stadtfest zu beenden. „Es war eine sehr geile Party. Ich danke allen Kevelaerern“, war es ihm wichtig, diese Botschaft nochmal loszuwerden.

Diesem Schlussakkord vorausgegangen war ein stimmungsvoller Tag mit einem vielfältigen Bühnenprogramm, einem reichhaltigen Angebot an Kulinarischem und Kulturellem und ein reger Austausch der Gäste auf dem Platz. Von den Fahnenschwenkern der Schützenvereine über die VFR-Showgirls bis zur Lebenshilfe und der Wing-Tsun-Schule Kevelaer reichte die Palette der Aktiven, die den Nachmittag vor der Bühne gestalteten – auch wenn aufgrund der Hitze weniger Zuschauer anwesend waren.

Die „Brisk Boots“ aus Weeze zeigten ihre Western-Dance-Fähigkeiten. „Cowboys müsssen was abkönnen“, sagte der erste Vorsitzende Wacky Knechten, war aber angesichts der Temperaturen nur mit einer kleineren Mannschaft gekommen, „weil mit dem Wetter nicht alle klarkommen.“

Den Temperaturen stellten sich auch die Kids der Ballettschule Pascal. „Wir haben genug Gruppen da, um zwei Tänze zu zeigen“, äußerte sich Lehrerin Nicola Pascal stolz auf ihre Schülerinnen. „Ich als Mutter bin mit der größte Fan. Da ist unheimlich viel Energie drin“, freute sich Tanja Groen über den Spaß ihrer elfjährigen Tochter Emily, die erst nach den Osterferien eingestiegen war.

Die Hitze „bekämpfen“ konnte man über die zahlreichen Bierstände, bei einem guten Glas Wein oder beim Cocktail-Chillen von Edeka. „Wir hatten die meisten Quadratmeter an Schatten“, meinte Gregor Joosten von der Schießgemeinschaft Kevelaer.

Marc Holtzschneider holte sich bei der „Kaffeerösterei“ seine besondere Form der Abkühlung: „Heiß auf heiß – lindert den Schweiß“ lautete sein spontan ersonnenes Motto. „Das ist echt eine Bereicherung und könnte auch zweimal im Jahr stattfinden“, fand er das Fest einfach nur klasse.

Zahlreiche Kevelaerer Vereine präsentierten sich auf dem Fest – von den Schachfreunden über die Faustkämpfer hin bis zum Lauftreff, bei dem Orgachef Hülsen eine Entdeckung der besonders berührenden Art machte: „Da ,treffe‘ ich meine verstorbene Mutter auf einem Faschingsfoto vom Lauftreff, wo sie früher war. Das hier erlebt sie quasi mit.“

Großen Zuspruch erhielt das Spieleangebot für Kinder. „Wir haben die positive Kritik der Bürger umgesetzt“, unterstrich Manuela Müller von „Inside Kevelaer.“ Die Palette reichte von der Drehscheibe und dem Kinderschminken bis zum Clown Pepe, der nicht nur mit den Kindern das Jonglieren übte, sondern später auch spontan vor der Bühne ein Miniradrennen ausrichtete, wofür „dm“ kurzfristig die Preise stiftete. „Ich nehme sonst nie an meinem Geburtstag Termine an, aber die sind mit so viel Herzblut hier dabei“, hatte auch der jetzt 66-jährige Clown seine Freude daran, von Karl Timmermann und den Zuschauern ein Geburtstagsständchen zu erhalten.

Timmermanns Schlager waren dann auch der Auftakt der Musikdarbietungen des Abends auf dem sich nach der großen Hitze schnell füllenden Platz. „Am Tag machste halt wenig und freust dich darauf, dass man abends hier zusammenkommen kann“, traf Holger Kresse die Stimmung. „Im Pool war schön, jetzt kommt das zweite Bier“, scherzte die Winnekendonkerin Andrea Schlossarek.

Viele Fans nahmen an diesem Abend nach acht Jahren Abschied von der Kevelaerer Band „Die Söllers“. Die Band spielte auf dem Stadtfest ihr allerletztes Konzert. „Das war einfach überwältigend, dass so viele gekommen sind“, meinte Drummer Marco Aymans nach dem Verklingen der letzten Note. „Das war mit meine Jugend. Damals war ich 14 Jahre alt, jetzt 22“, hatte Sängerin Marie Weber schon mit den Tränen zu kämpfen. „Aber wenn wir Ü50 sind, machen wir eine Revival-Tour!“

Besonders war der Abend auch für „Whet“-Bassist Thomas Weber, der sein erstes Konzert mit der Band absolvierte. „Ich hoffe, das Adrenalin lässt mich den Mut nicht verlieren.“ Er machte aber wie die gesamte Combo mit teilweise sehr funky anmutenden Rhythmen und Covern von Joe Cocker, Roger Chapman oder den Commodores eine richtig gute Figur.

Den würdigen Abschluss bot die sechsköpfige Formation „Mr. Wally“, die von den Ärzten („Arschloch“) über Bryan Adams („Summer of 69“) bis zu Nenas „99 Luftballons“ so ziemlich alles im Repertoire hatte und den Platz bis nach Mitternacht rockte.

Optischer Höhepunkt war das von Antoine Sickau und seiner Firma „Fire X Light“ gestaltete Feuerwerk. Der Künstler war danach begeistert, dass „die vielen Farben und die schönen Bouquets, die Bengalen, die so in den Farben von Kevelaer aufgeleuchtet haben“, die Leute so sehr erfreut hatten.

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Eine Nummer kleiner

Zwischendurch durfte Georg Joosten an der kleinen Schießanlage auf dem Festgelände mal kurzfristig eingreifen. „Schneidersitz beim Schießen ist ganz selten“, lachte der Verantwortliche der SSG Kveelaer gemeinsam mit dem Weezer Pascal Alaimo, der das Schießen auf der Matte auf „besondere“ Art und Weise umsetzen wollte.
„Das war rein intuitiv“, bekannte der 27-Jährige, der mit der Familie von der Frühschicht zum Stadtfest gekommen war und „eine Menge Spaß“ bei dem Versuch hatte, mit dem Lasergewehr die Scheiben zu erwischen und danach in die Pedale zu treten.
Ursprünglich hatten die Verantwortlichen der Schieß-Sport-Gemeinschaft Kevelaer tatsächlich daran gedacht, einen „klassischen“ Biathlon mit der Kombination aus Laufen und Schießen auf dem Peter-Plümpe-Platz zu verwirklichen.
Es lief auch ohne Laufen
„Wir haben dann aber auf das Laufen verzichtet“, sahen Georg Joosten und Co. ein, dass bei den Hitzegraden so eine Übung vielleicht dann doch ein bisschen zu heftig sei. „Dafür haben wir dann unseren ,Haus-und Hoftherapeuten‘ Benjamin Hendrix angesprochen, der uns dann Spinning-Räder ausgeliehen hat.“
So ging es um „ein bisschen sich bewegen, ein bisschen schießen“ – den Teamwettbewerb hatte man aufgelöst und das Ganze – im Zusammenwirken mit dem Lauftreff – als „Sparkassen-Aktiv-Cup“ zum Mitmachen für jedermann angelegt.
Jeder durfte also 500 Meter auf den Rädern absolvieren, dann fünf Schuss auf der Matte liegend abfeuern, 500 Meter fahren und erneut fünf Schuss auf die Schießanlage abgeben.
Die neunjährige Nina kam bei dem wechselnden Treten und Schießen ganz schön aus der Puste. „Das sieht leicht aus, aber es ist anstrengend.“ Daneben gab es noch eine „kleine“ Schießanlage, bei der sich Ungeübte auch mal testen konnten. „Das passt so schon. Wir wollen uns ja auch als Verein präsentieren.“
Dazu gehörte dann auch die Anwesenheit der Vize-Weltmeisterin Anna Janshen. Sie wandte sich gemeinsam mit ihrer Schwester entspannt den Gästen des Stadtfestes zu, gab auch mal ein Autogramm und gab über ihre Passion Auskunft. „Nicht so unbedingt“, war ihre ehrliche Antwort auf die Frage, ob an so einem Tag ein solcher Wettbewerb ihr Ding gewesen wäre.
Den erfolgreichen Teilnehmern winkte jedenfalls eine Urkunde mit Einladung zum Schnupperkurs oder -training – entweder beim Lauftreff oder bei der SSG. Auch die benachbarte Kevelaerer DLRG nutzte die Chance, um mit ihrer Truppe mal kurz die Kombination zu wagen.
„Ich fahre jeden Tag 20 Kilometer Rad“, begründete die 22-jährige Annika, warum sie in der Konstellation wahrscheinlich die besten Karten gehabt hatte. „Und ich hab Schießerfahrung.“ DLRG-Ausbildungsleiter Bernd Thyssen war mit dem „Leistungsstand“ seiner Leute am Schießstand und Rad insgesamt zufrieden: „Die haben da einen echt guten Job gemacht.“

Stadtfest Kevelaer 2018

Das Stadtfest wurde um 11 Uhr von Bürgermeister Dominik Pichler eröffnet.

Sonniges Wetter, ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm und viele interessante Stände locken noch bis Samstagabend auf den Peter-Plümpe-Platz. Außerdem gibt’s einen bunten Trödelmarkt und einen tollen Biathlon-Test für Jedermann mit der Schieß-Sport-Gemeinschaft Kevelaer. (Hier sehen Sie erste Eindrücke, eine Fotostrecke und ein Bericht folgen im Kevelaerer Blatt)