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Kapellenplatz mitgestalten

Die Planungswerkstatt für die Neugestaltung des Kapellenplatzes beginnt am Samstag, 20. Januar 2018, im Petrus-Canisius-Haus in Kevelaer um 9.30 Uhr. In drei Arbeitsgruppen werden interessierte Bürgerinnen und Bürger unter Anleitung von drei Freiraumplanerinnen vom Planungsbüro IPW aus Wallenhorst den Tag miteinander verbringen. Die Planerinnen möchten die Wünsche, Meinungen und sicherlich die verschiedenen Sichtweisen der zukünftigen Nutzer erfahren, die dann Planungsgrundlage für erste Konzepte werden.

Vorab stellt sich das Planungsteam vor: Verantwortliche Projektleiterin ist die Landschaftsarchitektin Stephanie Janning (stellvertretende Abteilungsleiterin Abteilung Freiraumplanung). Begleitet wird sie von der Landschaftsarchitektin Astrid Vieth (geschäftsführende Gesellschafterin der IPW) sowie der Freiraumplanerin Lena Sinnigen. Ein Arbeitsschwerpunkt des Planungsteams liegt in der Durchführung von Beteiligungsverfahren. Damit werden Bürger von Beginn an mit in den Planungsprozess eingebunden und gestalten diesen mit.

Die Planungswerkstatt am kommenden Samstag wird demnach auch nicht die letzte Veranstaltung sein oder die einzige Möglichkeit, sich in den Planungsprozess einzubringen. Neben der ständigen Möglichkeit, Anregungen und Wünsche an die Stadtverwaltung direkt oder über die Internetseite zur Stadtkernerneuerung (www.kevelaer-stadtkernerneuerung.de) zu richten, wird es weitere öffentliche Bürgerversammlungen geben. In der ersten Planungsphase werden Vorentwürfe zu Gestaltungsmöglichkeiten entwickelt werden, die natürlich auch mit der Gemeinde St. Marien und der Wallfahrtsleitung, aber auch politisch im Stadtentwicklungsausschuss abzustimmen sind. In der zweiten Planungsphase wird dann auf Basis einer Vorentwurfsvariante die Entwurfsfassung erarbeitet. Mit diesem Entwurf wird Ende 2018 ein Antrag auf Fördermittel gestellt werden.

Stadtrat soll Resolution zur OW1 auf den Weg bringen

„Die Ausgangssituation zur Realisierung der OW1 war noch nie so gut wie heute“, freut sich Kevelaers CDU-Chef Paul Schaffers. Nach der Abwahl der rot-grünen Landesregierung baue die CDU Kevelaer auf ihre guten Kontakte zur CDU-Abgeordneten Margret Voßeler, die sich seit Jahren vehement für die Umgehungsstraße einsetzt.
Mehr als getrübt werde die Freude allerdings durch die Mitteilung der neuen Bezirksregierung an die Wallfahrtsstadt Kevelaer von Mitte September, dass das Planfeststellungsverfahren, also gewissermaßen die Baugenehmigung, wegen anderer Prioritäten erst Ende 2018 abgeschlossen werden könne (das KB berichtete). Noch im Februar 2017 hatte die grüne Regierungspräsidentin Anne Lütkes im Stadtrat erklärt, das Verfahren werde 2017 abgeschlossen.
Die Arbeitsweise der Behörde stößt bei Schaffers auf Unverständnis: „Die weitere Zeitverzögerung ist doch keinem Bürger mehr zu erklären.“ Die seit wenigen Wochen amtierende Regierungspräsidentin Radermacher (CDU) habe entgegen der jüngsten Mitteilung der neuen Bezirksregierung jedoch inzwischen eine schnellstmögliche Bearbeitung der Angelegenheit zugesagt.
Die CDU-Fraktion hat jedenfalls gemeinsam mit der SPD eine Resolution in den Stadtrat eingebracht, die nochmal die Wichtigkeit der Umgehungsstraße hervorhebt und das Land auffordert, nunmehr die dringend benötigte Entlastung der Kevelaerer Bürger voranzutreiben. Schaffers hofft, dass die Resolution in der Ratssitzung am Donnerstag, 19. Oktober 2017, von möglichst vielen Fraktionen getragen wird.
Die vereinzelt zu hörende Kritik, die CDU habe während ihrer Regierungszeit von 2005 bis 2010 die OW1 nicht realisiert, weist Schaffers zurück: „Wenn keine Baugenehmigung vorliegt und Einwände von Betroffenen beim Planfeststellungsverfahren zu berücksichtigen sind, kann man einfach nicht bauen.“ Weiter verweist er darauf, dass zuletzt Fraßspuren eines Bibers zu neuerlichen Verzögerungen geführt hatten. Die CDU werde in der Angelegenheit aber nicht locker lassen.

Wie ist der Plan?

Kevelaer/Maastricht (NL). Wer Hans Hoorn in guter Erinnerung hatte, wurde nicht enttäuscht. Im Februar hatte der Maastrichter Stadtplaner im (Un-)Ruhestand auf Einladung der Kevelaerer FDP im Goldenen Löwen seine Sicht auf die Probleme der Kevelaerer Stadtplanung in einem vielbeachteten Vortrag dargestellt (das Kevelaerer Blatt berichtete). Nun, auf heimischem Boden, wurden die Worte nicht weniger eindringlich, die Mahnungen nicht weniger intensiv.
In seinem Vortrag zu Beginn des Jahres hatte Hoorn eine allgemeine Einladung ausgesprochen, sich Maastricht anzusehen. Er sei gerne bereit, die Erfolge, aber auch die Rückschläge, bei einem Rundgang durch die Innenstadt aufzuzeigen. „Eine solche, hochrangige Einladung eines Stadtplanungsexperten kann man nicht ablehnen“, dachten sich Willi Gerats, Jan Itrich und Jürgen Hendricks von der Kevelaerer FDP. Und riefen kurzerhand zu einer Fahrt nach Maastricht auf (das KB berichtete).
Große Resonanz
Die Resonanz auf den Aufruf war groß, und so fuhren am Ende drei Gruppen mit jeweils rund 25 Teilnehmern in die niederländische Stadt. „Die Ideen aus Maastricht sind natürlich nicht 1:1 in Kevelaer umsetzbar“, ist Jürgen Hendricks bewusst, dass es sehr wohl sowohl unterschiedliche gesetzliche, kulturelle wie auch finanzielle Grenzen zweier Gemeinden dies- und jenseits der Landesgrenzen gibt.
Apropos „Jenseits“: Hans Hoorn bezog sich gleich zu Anfang seines Stadtrundganges mit den Kevelaerern auf ein Erlebnis in der Marienstadt, das ihn in seinem Vortrag inspiriert hatte: Mit der FDP-Spitze saß er beim Essen, als eine Dame die Gaststätte betrat und sagte: „Kevelaer stirbt“. Dem wollte er, damals wie heute, nicht zustimmen. Doch Kevelaer sei krank, die Innenstadt, das Herz, sei schwach. Da müsse ein „Herz-Team“ ran, sagte Hoorn, Experten müssten sich mit der Rettung beschäftigen – allerdings dürfe die Stadtverwaltung selbst dabei „das Lenkrad nicht aus der Hand geben“.
In einem mehrstündigen Rundgang zeigte Hoorn dann zunächst, wie die Stadtplaner in Maastricht mit einem satte 22 Hektar großen innerstädtischen Industrie-Gelände umgingen, das durch die Aufgabe eines keramischen Industriebetriebes frei wurde. „Man muss eine Vision entwickeln und Investoren einladen“, ist sich Hoorn sicher. In Maastricht scheint das geklappt zu haben: 1600 neue Wohnungen seien entstanden, die städtische Bibliothek wurde neu gebaut, ein Theater zog in ein altes Industriegebäude ein, ein Museum zieht heute Besucher von nah und fern an. Das alles rund 100 Meter entfernt von der historischen Altstadt – und fast völlig ohne innerstädtischen Autoverkehr. Sieben öffentliche Tiefgaragen – nach modernen Erkenntnissen und ohne „Angsträume“ in mehreren unterirdischen Etagen erbaut, unzähliche private Tiefgaragen, sowie ein Tunnel, verbannen die Autos unter die Erde. Das bietet Raum für großzügige freie Plätze, die in der Studentenstadt (120.000 Einwohner, 20.000 Studierende) nicht allen von André Rieu (aber auch) bespielt werden.
Eine weitere Tiefgarage steht gerade kurz vor der Fertigstellung: Am unter Denkmalschutz stehenden historischen Maastrichter Bahnhof werden die Fiets unter die Erde gebracht, um dieses Eingangstor – „eine der Visitenkarten einer Stadt“, und in Kevelaer aus Hoorns Sicht eher ein Anblick „wie in Rumänien“ – attraktiver zu machen.
Tiefgarage für Fietsen
Ja, es gibt auch Bausünden in Maastricht, die heute noch wie ein Stachel im Fleisch des ehemaligen Stadtplaners zu schmerzen scheinen, Architekten, die hinterlistig ihre eigenen Ziele verfolgten „und uns belogen haben“, Ideen, die die Bürger nicht verstanden oder nicht akzeptiert haben; es gibt Beispiele dafür, dass die architektonische Kultur dem Kommerz weichen musste. Auch diese Dinge zeigt Hoorn beim Rundgang auf.
Doch schnell wird beim Besuch der historischen Innenstadt mit den vielen prall und bunt gefüllten Ladenlokalen (und nur 3 Prozent Leerständen) und den Wohnungen darüber deutlich, wie positiv sich eine gelungene Stadtplanung mit Bürgerbeteiligung, einer Gestaltungssatzung mit strikten, für alle geltenden Vorgaben (etwa, was die Größe der Werbung und deren Platzierung anbetrifft) auf das Leben in einer Stadt auswirken kann. „Eine Stadt muss attraktiv sein“, sagt Hans Hoorn einfach, dann kommen die Leute auch, dann lassen sie ihr Auto stehen und zahlen freiwillig Parkgebühren. Das Angebot an die Bewohner und die Besucher muss stimmen.“ Ein einfaches Statement, und dennoch: Der Erfolg gibt den Maastrichter Stadtplanern an vielen Ecken der Stadt einfach recht.
Und am Ende nehmen die Besucher aus Kevelaer auf jeden Fall eines aus der niederländischen Stadt mit nach Hause: Kreativität – manchmal wohl auch ein wenig spitzbübisches Denken – ein langer Atem und ein gerades Rückgrat sind die Voraussetzungen für große Taten in der Stadtplanung – von ein bisschen Glück mal abgesehen.
Ach ja, und ein großer, frei denkender Demokrat ist der Niederländer auch noch: Hans Hoorn ruft die Kevelaerer Besucher dazu auf, sich einzubringen in die Planung ihrer Stadt, nachzuhaken, sich die Dinge erklären zu lassen und immer wieder einzufordern, dass die Stadt für sie geplant werde.

KBV besuchte Winnekendonk

Mitglieder der Kevelaerer Bürgervereinigung besuchten per Rad die Ortschaft Winnekendonk, in der die KBV-Mitglieder vom Ortsvorsteher Hansgerd Kronenberg am Minigolfplatz begrüßt wurden.
Vom Minigolfplatz aus wurde das Neubaugebiet Kettelerstraße hinter dem Winnekendonker Friedhof besichtigt. Von dort aus fuhr die Gruppe zum Sportplatz an der Ecke Kevelaerer Straße / Heiligenweg. Hier soll zukünftig ein vergrößertes Edeka-Frischecenter und die Brüggemeier-Zentrale errichtet werden. Weiter ging es dann zum Viktoria-Sportpark an der Sonsbecker Straße. An den verschiedenen Haltestationen erläuterte der Ortsvorsteher die durchgeführten Maßnahmen bzw. die zukünftigen Planungen ausführlich.
Der Nachmittag endete mit einem gemütlichen Beisammensein auf dem Minigolfplatz, bei dem noch weitere kommunalpolitische Themen ausführlich diskutiert wurden.

Antworten auf Fragen zum Pflaster auf der Hauptstraße

Noch bis Mitte Juni liegen vier verschiedene Pflastermaterialien am Kevelaerer Rathaus aus. Ende Juni soll der Stadtentwicklungsausschuss entscheiden, welche Pflastersteine verwendet werden, wenn im kommenden Jahr die Hauptstraße umgebaut wird. Die Stadtverwaltung bietet nun am 7. Juni in der Zeit von 16.30 Uhr bis 18.00 Uhr Erläuterungen zu den Mustersteinen im direkten Gespräch an.
Über die Internetseite zur Stadtkernerneuerung und die Sammelbox im Rathauseingang sind bereits zahlreiche Anregungen und Hinweise aus der Bevölkerung eingereicht worden. Wer aber über die schriftlichen Informationen hinaus zusätzliche Erläuterungen zu der Auswahl der Steine wünscht oder einfach im direkten Gespräch seine Meinung vertreten möchte, kann dies im Rahmen der angebotenen Bürgersprechstunde tun. Dabei können auch weitere Fragen zum Umbau und der Gestaltung der Hauptstraße angesprochen werden. In der angegebenen Zeit kann jeder den Musterplatz besuchen, wann es ihm oder ihr zeitlich auskommt, da kein Vortrag gehalten wird. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung suchen das direkte Gespräch mit den Bürgern. Sie sind natürlich auch außerhalb dieser Zeit für Erläuterungen, für Anregungen, aber auch für Kritik ansprechbar.
Alle Anregungen werden zusammengefasst den Mitgliedern des Stadtentwicklungsausschusses zur Kenntnis gegeben, damit die Meinungsäußerungen aus der Bevölkerung bei der Entscheidung berücksichtigt werden können. Da keine zahlenmäßige Abstimmung stattfindet, wird es eher um Argumente für oder gegen bestimmte Pflastermaterialien gehen. Die Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses ist öffentlich und findet am 29. Juni ab 18.30 Uhr im Ratssaal im Rathaus statt.
Weitere Informationen zur Stadtkernerneuerung, der Umgestaltung der Hauptstraße und die bisherigen Stellungnahmen sind auf der Internetseite www.kevelaer-stadtkernerneuerung.de zu finden.

Pflastervorschläge für den Umbau der Kevelaerer Hauptstraße

Kevelaer. „Ab dem 22. Mai liegen auf der Rückseite des Rathauses verschiedene Pflastermaterialien aus“, heißt es jetzt aus dem Bereich Stadtplanung im Rathaus. „Diese Pflastersteine kommen in die engere Auswahl für den Umbau der Hauptstraße. Bis etwa Mitte Juni kann sich jeder dazu eine Meinung bilden und diese in den Entscheidungsprozess einbringen. Mit der Umbaumaßnahme wird Anfang 2018 begonnen.“
Rückblick: Im Oktober 2016 hat der Rat der Stadt Kevelaer einen Entwurf zur Umgestaltung der Hauptstraße beschlossen. Zusätzlich wurde beschlossen, die künftige Oberfläche der Öffentlichkeit mit einer Probepflasterung in Rathausnähe vorzustellen. „Die Tiefbauabteilung der Stadtwerke hat nun vier verschiedene Klinkermaterialien ausgewählt. Von jedem Material wurde auf der Parkplatzfläche am Hintereingang zum Rathaus ein vier Meter breiter Streifen ausgelegt“, schreibt die Stadt dazu. Informationen zum Entwurf der Hauptstraßenplanung und zur Stadtkernerneuerung werden zeitgleich in den Fenstern des Rathausanbaus ausgehängt. Weitere Informationen gibt es auf www.kevelaer-stadtkernerneuerung.de.
Über das zu verwendende Pflaster wird der Stadtentwicklungsausschuss entscheiden. Dabei soll er natürlich die Ansichten aus der Bevölkerung berücksichtigen. Hierfür wird im Eingangsbereich des Rathauses die Möglichkeit geschaffen, einen Kommentar aufzuschreiben und in eine Sammelbox zu geben. Darüber hinaus ist für diesen Zweck auf der Internetseite der Stadtkernerneuerung im Fuß fast jeder Seite ein Kommentarfeld vorhanden.
Nach Abstimmung mit den Einzelhändlern der Hauptstraße wurde festgelegt, dass mit dem ersten Bauabschnitt zwischen dem Kapellenplatz und der Kreuzung mit der Willibrordstraße und der Annastraße Anfang 2018 begonnen wird.   Der zweite Abschnitt bis zum Roermonder Platz wird dann Anfang 2019 begonnen. Beide Bauabschnitte werden jeweils etwa ein halbes Jahr dauern. Dadurch wurde erreicht, dass das Weihnachtsgeschäft nicht beeinträchtigt wird.

Zweiter Entwurf für Hüls-Hotel vorgestellt

Kevelaer. „Das Interesse, dieses Vorhaben zu realisieren, ist sehr groß“, sagte die Kevelaerer Projektentwicklerin Ellen Mietz. Sie meinte damit das Interesse des Straelener  Bauunternehmers Hermann Tecklenburg und das hatte sie schon deutlich gemacht, als im März Investor Bernd Zevens seinen Entwurf für eine Bebauung auf der Hüls vorstellte (das KB berichtete). Am Dienstagabend nun folgte die Vorstellung aus dem Hause Tecklenburg, die Mietz und der Düsseldorfer Architekt Bruno Braun vornahmen.
Vorab ließ sich Tecklenburg selbst entschuldigen, da er an einer zeitgleich anberaumten Sondersitzung in Straelen teilnehmen musste. Und auch Zevens kam nicht zu dem Termin, hatte aber zuvor die Stadtverwaltung über potenzielle Mieter des MVZ informiert. Er erklärte zudem, dass ein Saunabetrieb in seinen Planungen durchaus Platz finde und dass es mit einem Vertreter des Saunavereins bereits ein Gespräch über dessen Vorstellungen gegeben habe.
Betreiber vom Seepark-Hotel
Potenzielle Mieter nannte Ellen Mietz in der Sitzung ebenfalls und verkündete, mit der Familie Janssen (Seepark-Hotel in Geldern), sei auch schon ein möglicher Betreiber für das Hotel auf der Hüls gefunden. Die Entwurfsplanung, die der Düsseldorfer Architekt vorstellte, bezieht sich ausschließlich auf den für einen Hotelbetrieb vorgesehenen Bereich der Hüls. Dennoch wolle man seitens des Investors Tecklenburg „das Gesamtareal im Auge behalten“, erklärte Ellen Meitz, ohne konkretere Aussagen zu machen. Auf Nachfrage sagte sie später, auch das Grundstück auf der anderen Seite der Straße sei interessant und man habe Gespräche geführt, ohne jedoch zum jetzigen Zeitpunkt weitergehende Aussagen machen zu können.
Der von Braun vorgestellte Entwurf sieht eine durchgängig viergeschossige Bebauung in drei Baukörpern vor. Die Hotel-Vorfahrt mit einem der beiden Eingangsbereiche öffnet sich in nordwestlicher Richtung mit Blick auf das Gradierwerk. Der zentrale Hotelbaukörper bietet Platz für eine große Küche, eine viergeschossige Lobby mit Blick auf das Gradierwerk, eine Bar und ein Restaurant. Vorgelagert ist eine Terrasse. Im Untergeschoss wäre planerisch eine Tiefgarage möglich. Die Zahl der Zimmer liegt bei 81, wobei die vorläufige Planung neben Suiten ausschließlich Zweibettzimmer vorsieht. Linker Hand schließt sich ebenerdig ein ausgedehnter Wellnessbereich an, der unter anderem vier verschiedene Saunen bietet. Auf der rechten Seite ist das variable „Gesundheitshaus“ für die avisierten Mieter vorgesehen. Eine Aufteilung der inneren Etagen könne nach entsprechenden Anforderungen erfolgen, erklärte Bruno Braun. Bereiche des Gesundheitshauses könnten möglicherweise auch vom Hotel als Veranstaltungsräume genutzt werden. Allerdings sei auch eine komplette Trennung möglich, versicherte der Architekt, da beide Baukörper über eine energetische Trennung und eine eigene Versorgung verfügten.
Ob sich der Rat in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema beschäftigen wird, war auch noch nach der anschließenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HuF) am Dienstagabend nicht klar: Eine Tagesordnung der Ratssitzung am 30. Mai gibt es noch nicht und Bürgermeister Dominik Pichler sagte auf Anfrage von Heinz-Josef van Aaken (KBV), wie es denn auf der Hüls nun weitergehen solle, dass er darauf nur im nichtöffentlichen Teil des HuF antworte.

So könnte der Antwerpener Platz aussehen

Die Entwicklung des Antwerpener Platzes schreitet voran: Am kommenden Dienstag, 7. März 2017, wird Edeka Brüggemeier die Neubaupläne für den Antwerpener Platz im Stadtentwicklungsausschuss vorstellen. Die Veranstaltung im Rathaus beginnt um 18.30 Uhr und ist öffentlich.
Nach den Unterlagen, die dem Kevelaerer Blatt vorliegen, sieht das Konzept des Einzelhändlers vor, den heutigen Parkplatz neu zu strukturieren, aber in seiner Größe in etwa beizubehalten. Rund 140 Fahrzeuge sollen dort Platz finden. Das Marktgebäude soll südwestlich davon entstehen und bis an den Kreisverkehr heranreichen, also auch das heutige Holtappels-Gelände überdecken. Die Verkaufsfläche soll etwa 2000 Quadratmeter betragen. Teile davon könnten im Eingangsbereich ein Bäcker oder ein Café und ein weiteres kleines Geschäft wie ein Blumenladen werden. Weitere 700 Quadratmeter sieht das Konzept für Lager und Technik vor.
Die hier gezeigte Grafik ist eine mögliche Gestaltungsvariante. Sie wäre 7,40 bis 8,16 Meter hoch und soll sich in Farbe und Material an den benachbarten Bestandsgebäuden orientieren.
Unterstützt die Politik das Konzept, stehen die Änderung des Flächennutzungsplans und ein konkreter Plan­entwurf an.

So könnte der Platz künftig aufgeteilt werden. (Grafik: VDH)

So könnte der Platz künftig aufgeteilt werden. (Grafik: VDH)

Dem Tode geweiht?

Hoppla, das war wohl sowas wie eine „Ruck“-Rede. Vielleicht sogar eine „Hau-Ruck“-Rede. Denn Hans Hoorn teilte ordentlich aus bei seinem Vortrag am Donnerstagabend im Goldenen Löwen.
Auf Einladung der Freien Demokraten war der Stadtplaner und Stadtsoziologe aus Maastricht nach Kevelaer gekommen und hatte sich anhand von Rundgängen ein Bild vor Ort gemacht. Daran hatten nicht nur FDP-Mitglieder, sondern auch andere teilgenommen, etwa Helmut Hardt, dessen Kevelaerer Büro mit dem „Masterplan Innenstadt“ beauftragt wurde (das KB berichtete). Weitere Unterlagen, wie etwa das Einzelhandelskonzept und zahlreiche Artikel aus dem Kevelaerer Blatt, dienten ihm zur Vorbereitung. Ein einschneidendes Erlebnis wurde schließlich zum Aufhänger seines Vortrags: In einem Kevelaerer Restaurant schnappte er beim Essen den kurzen Satz einer Einheimischen auf: „Kevelaer stirbt!“
Die Marienstadt dem Tode geweiht? So manchem Kevelaerer im Saal stockte der Atem. „Ich versuche, nicht nur Probleme zu beschreiben, sondern auch Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen“, beeilte sich Hoorn zu versichern. „Wir schrumpfen, werden älter und bunter“, umriss der Soziologe den Ausblick, der auf viele Städte zutrifft. „Wie kann man eine attraktive Stadt werden?“ müsse man sich daher fragen und in der umfassenden „Zauberformel“, die er dazu entwickelt hat, spielt die Aufenthaltsqualität eine entscheidende Rolle.
Unverwechselbar zu wenig
Und dann ging‘s los mit den Empfehlungen, denen er jeweils eine kurze Analyse der Gegebenheiten aus seiner Sicht voranstellte. Kevelaer brauche eine „Identität“, eine „DNA“. „Unverwechselbar Kevelaer, das ist doch viel zu wenig“, kritisierte er und auch ein Wallfahrtsort zu sein sei „prima“, reiche allein aber nicht. Was, wenn die „Renaissance der Wallfahrt“, auf die man in der Marienstadt so setze, nicht komme?
Eine Vision soll her
„Sorgen Sie bitte dafür, dass Sie eine Vision haben“, rief er weiter auf und führte im Laufe seines Vortrags einige Beispiele aus seiner Zeit als Stadtplaner in Maastricht an: Den Bau von Straßentunneln mit einem Finanzaufwand von mehreren 100 Millionen Euro etwa, der zunächst illusorisch erschien, durch geschickten Druck auf die Politik aber möglich gemacht wurde. Oder den Bau von unterirdischen Parkhäusern mit Hilfe von Investoren. Dabei dürfe die Gemeinde aber keinesfalls die planerischen Zügel aus der Hand geben, warnte Hoorn und brachte dies mit dem Satz „Die Stadt ist der Regisseur, nicht der Investor“ auf den Punkt.
Quasi als Gegenpol dazu sieht er die Politik: Politiker müssten einerseits „Kopf und Kragen riskieren“ und sich andererseits kompetent beraten lassen. Städtebau und Architektur seien nicht umsonst wissenschaftliche Fachbereiche und keine Spielwiese für „kopflose Politiker“, plädierte er für die Einführung eines Stadtplaners und eines Gestaltungsbeirates. Die nächste Atempause in Form von Luftanhalten bei einigen anwesenden Politikern folgte.
Doch viel Zeit, zur Besinnung zu kommen, ließ der Niederländer den Kevelaerern nicht. Stattdessen legter er kurz, aber kräftig, den Finger in Wunden, die für ihn offensichtlich erscheinen: Aus der leerstehenden Luxemburger Galerie solle man doch lieber Wohnungen machen, das hässliche Kaufcenter gleich ganz abreißen und das Wasser der Quelle auf der Hüls nicht vor Ort aus dem Boden in ein Gradierwerk sprudeln lassen, sondern per Rohrleitung in die Innenstadt führen. Mit dem „roten Teppich“ für die Besucher der Hauptstraße war Hoorn übrigens auch nicht einverstanden: „Es gibt ein Recht auf Eleganz“, sagte er provozierend. Spezialisten aus Portugal könnten vorhandenes Pflaster so wieder einbauen, dass es problemlos mit Rollstühlen und Rollatoren befahrbar sei, versicherte er, „und das kostet dann nur ein Viertel.“
„Autistische Planung“
Munter kritisierte Hans Hoorn weiter die Eingangssituation zur Stadt am Bahnhof, die „niedrige Qualität der Außenstädte“, eine wenig attraktive Außengastronomie und zuletzt noch das neue Bauvorhaben in der Busmannstraße („Brutalismus“). Letzteres sei „symptomatisch für eine autistische Planung“ setzte er zum Schluss einen deftigen Punkt unter seine Ausführungen.