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Dave Welling (links) und Bürgermeister Dr. Dominik Pichler nach der Entscheidung durch den Stadtrat. Foto: Wallfahrtsstadt Kevelaer
Raumplaner Dave Welling (31) aus Isselburg will die Stadt weiterentwickeln. Der neue Fachbereichsleiter kommt Ende des Jahres nach Kevelaer

Frischer Wind aus Bocholt

„Frischen Wind“ will die Verwaltung der Wallfahrtsstadt Kevelaer gerne in den Bereich Stadtentwicklung und Stadtplanung verspüren. Zudem soll die Aufgabe künftig wieder mehr Gewicht erhalten, so dass schon vor Monaten ein eigener Fachbereich für Stadtentwicklung und Bauordnung geschaffen worden ist. Was bislang fehlte, war die Einstellung einer fachlich qualifizierten Führungskraft.

Tecklenburg GmbH aus Straelen baut und vermarktet das „Tulpen- Quartier“ an der Hubertusstraße

„Blühendes Leben“ auf alter Gärtnerei

Das jahrelange Tauziehen um das Gärtnerei-Gelände an der Hubertusstraße scheint vorbei. Der Gewinner kommt aus Straelen und heißt Tecklenburg.

So sieht die CDU die Zukunft Kevelaers

„Wie sieht Kevelaer in Zukunft aus? Welche Perspektiven gibt es? Wer hat Ideen, wer will mitgestalten? In einer unregelmäßigen Serie „Zukunft für Kevelaer“ will das Kevelaerer Blatt Menschen aus Verwaltung und Politik, aus Wirtschaft und Ehrenamt, aus Kirchen und Vereinen, aber auch engagierte Privatpersonen und ihre Perspektiven für ihre Heimatstadt vorstellen. Dazu haben wir unter anderem die Fraktionen im Kevelaerer Rat nach ihren Ideen, Vorstellungen und Schwerpunkten ihrer politischen Arbeit und im Rat befragt. In der heutigen Folge unserer Serie stellt die CDU-Ratsfraktion diese vor.

„Kommunalpolitik kümmert sich um die Belange der Menschen vor Ort, daher ist Stadtentwicklung ein wesentlicher Punkt auf unserer Agenda. Wohlgemerkt, Entwicklung ist für uns viel mehr als nur Bauen – sie umfasst Leben, Wohnen und Arbeiten in unserer Stadt, also im Grunde alle Belange des Alltags und die Vorsorge für die kommenden Generationen. Dabei müssen wir die Weichen für die Entwicklung immer wieder neu justieren und bei unseren Planungen die sozialen, wirtschaftlichen und umweltpolitischen Aspekte gleichberechtigt gegeneinander abwägen und miteinander verbinden.

Zusammenarbeit 

Ein wichtiger Partner dabei ist die Verwaltung, die strukturelle Entwicklungen und Einzelmaßnahmen aufarbeitet und der Politik die Fakten und Möglichkeiten zur Entscheidung vorstellt. Hier gab es zuletzt einige Probleme in Sachen Transparenz und frühzeitige Information, die jetzt aber auf Druck des Rates Vergangenheit sein sollen. 

Für den wichtigen Bereich Bauplanung und Stadtentwicklung wird eine neue Stelle geschaffen und zusätzliche Fachkompetenz ins Rathaus geholt. Seitens der CDU hätten wir dafür gerne einen Technischen Beigeordneten installiert, doch diese Möglichkeit wurde vom Bürgermeister schon vorab aus dem Spiel genommen und von den Fraktionen so akzeptiert. Die nun geplante Stärkung des Fachbereiches durch einen extern hinzugeholten Leiter ist die kleine Lösung, aber dennoch ein wichtiger Fortschritt. Es stehen in naher Zukunft viele Projekte an, die stadtplanerisch begleitet werden müssen. Als CDU haben wir hierzu ein Positionspapier erarbeitet, mit der KBV abgestimmt und nun gerade mehrheitsfähig dem Rat vorgelegt.

Bauliche Gestaltung

Stadtentwicklung ganz klassisch bedeutet für die meisten erst einmal bauliche Gestaltung. Hier sind wir noch dabei, die Maßnahmen, die 2015 im Integrierten Handlungskonzept definiert wurden, umzusetzen. Nach Hauptstraße und Kapellenplatz liegt der Schwerpunkt aktuell im südlichen Bereich der Innenstadt mit Peter-Plümpe-Platz, Marktstraße und dem daran anschließenden Straßengeflecht. Neben der bereits laufenden Umgestaltung des Platzes zu einem modernen städtischen Raum, der Funktion und Aufenthaltsqualität verbindet sehen wir auch die aktuellen Investorenprojekte am Roermonder Platz (Kaufcenter – korrelierend mit dem EDEKA-Markt an der Feldstraße) und an der Marktstraße (Norma, Geschäfts- und Wohnbebauung gegenüber der Busmannstraße) als Teil dieses Ganzen.

Lebendiges Quartier

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Burkhard Bonse.

Angesichts der aktuellen Entwicklung der Innenstädte halten wir es für wichtig, diese nicht nur als Fußgängerzone und Verwaltungszentrum zu sehen, sondern als lebendiges Quartier für Wohnen, Freizeit und Arbeiten. Wenn uns hier ein entsprechender Umbau gelingt, gewinnen wir zusätzliche attraktive Räume mit Aufenthaltsqualität, die Bürgern, Besuchern und Einzelhandel/Gewerbetreibenden gleichermaßen zugutekommen und trotzdem – oder gerade deswegen – das besondere Flair Kevelaers bewahren. Besonders wichtig ist uns dabei, dass wir Plätze für Begegnung schaffen, die allen offenstehen. Das Gradierwerk mit seiner Umgebung, das von anderen lange als teurer, rückwärtsgewandter Unsinn abgetan wurde, ist ein solcher Begegnungsort, der gut von den Menschen angenommen und vielseitig genutzt wird. Der Bürgerpark auf dem Peter-Plümpe-Platz hat die gleiche Zielrichtung, aber auch in den Wohngebieten und insbesondere in den Ortschaften müssen wir solchen Projekten mehr Aufmerksamkeit schenken – oft reichen schon einige Bänke und eine freundliche Gestaltung, um solche Plätze zu schaffen. 

Kinder- und Jugendliche

Eine Zielgruppe haben wir dabei besonders im Blick: Für unsere Kinder und Jugendlichen gibt es viele institutionelle Einrichtungen, aber in der Gestaltung des öffentlichen Raumes haben wir sie in der Vergangenheit oft nicht ausreichend berücksichtig. Die Skatebahn am Mittagstreff – im Übrigen eine Idee der Jungen Union – kann nur ein erster Aufschlag sein, um ihnen mehr Raum zu schaffen. Perspektivisch sollen weitere Freizeitareale hinzukommen, die auch generationenübergreifend genutzt werden können. Im Blick haben wir hier eine Entwicklung auf Hüdderath und im nördlichen Bereich der Innenstadt.

Wirtschaftsförderung

Wirtschaftsförderung ist ein wichtiger Teil der Stadtentwicklung, denn hier geht es sowohl um vielfältige und gut bezahlte Arbeitsplätze in Voll- und Teilzeit vor Ort – ein wichtiger Aspekt in Sachen Lebensqualität – als auch, Stichwort Gewerbesteuereinnahmen, um die kommunalen Finanzen. Als CDU wollen wir sowohl neue Gewerbeflächen mit Zentrumsanschluss, die Händlern mehr Entfaltungsmöglichkeiten bieten (z.B. an der Ladestraße) als auch zukunftsfähig ausgestattete Gewerbegebiete. Zukunftsfähig, d.h., wir brauchen flächendeckend eine bedarfsgerechte Infrastruktur, eine vorausschauende Bauleitplanung und eine mittelstandsfreundliche Wirtschaftsförderung, denn dies schafft für die Unternehmen Planungssicherheit, die wiederum Voraussetzung für Investitionsbereitschaft ist.

Digitalisierung und Verkehr

Stichwort städtische Infrastruktur: Hierzu zählen wir erstrangig die Digitalisierung sowie ein leistungs- und anpassungsfähiges Verkehrs- und Parkkonzept, das Mobilität für jeden und ein geordnetes, gleichberechtigtes und sicheres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer sichert. Dazu gehört auch ein aufeinander getaktetes System aus Bahn, Linien- und Bürgerbussen. Hier warten wir noch gespannt auf die Vorlage der Verwaltung zu unserem Antrag für eine Stadtbuslinie, die das bestehende System der Bürgerbusse ergänzt und es noch besser mit dem überregionalen Netz verbindet.

Wohnraum

Leben und Wohnen ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Stadtentwicklung. Attraktiver und energetisch nachhaltiger Wohnraum, bezahlbar und flexibel an individuelle Lebensverhältnisse und -phasen anpassbar, ist ein Grundbedürfnis aller Menschen, sowohl in der Stadt als auch in den Ortschaften. Schon 2019 haben wir als CDU eine Definition für den oft sehr unscharf verwendeten Begriff „Bezahlbarer Wohnraum“ vorgelegt und dem Bürgermeister und den übrigen Fraktionen zur Diskussion an die Hand gegeben. Eine systematische Vorgehensweise ist aber nach wie vor ein Desiderat. 2021 werden wir Bewegung in die Sache bringen, denn ganz gleich, ob es um die bedarfsgerechte Ausweisung neuer Bauplätze geht oder um die Weiterentwicklung bestehender Quartiere durch Umwidmung und maßvolle Nachverdichtung – hier können wir in Kevelaer noch deutlich besser werden.

Kitas und Schulen

Zum Leben gehört neben Wohnen und Freizeitangeboten ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Angebot an Kindertagesstätten und Schulen. Dazu brauchen wir mehrstufige Betreuungsmodelle in Einklang mit der modernen Lebens- und Arbeitswelt und eine gut ausgestattete Lernumgebung in den Schulen, insbesondere auch im digitalen Bereich. Hier hat die Corona-Pandemie Schwachstellen und zusätzliche Bedarfe offengelegt, für die wir gemeinsam mit Schülern und Lehrern zukunftsfähige Lösungen finden und als Schulträger den Rahmen anpassen müssen.

Ortschaften

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Kamps.

Eine besondere Bedeutung kommt der Stadtentwicklung in den Ortschaften zu. Sie sind Teil des Ganzen, aber zugleich eigenständige Heimatorte mit lebendigen Traditionen, die wir unbedingt pflegen und erhalten wollen. Unser Ziel ist es, in allen Ortschaften eine funktionierende Infrastruktur für die wohnungsnahe Versorgung mit Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs sowie medizinische Versorgung aufrecht zur erhalten. Kindergarten und Grundschule gehören ins Dorf, ebenso wie Hilfe im Alltag und Senioreneinrichtungen, damit auch der Lebensabend im vertrauten, heimatlichen Umfeld verbracht werden kann. Nicht überall wird das 100-prozentig umsetzbar sein – aber wir sind bereit, für dieses Ziel neue Wege zu gehen. Dafür werfen wir den Blick über die Stadtgrenzen hinaus und suchen nach Modellen, die sich anderswo schon bewährt haben. 

Vereine und Ehrenamt

Vieles weiter ließe sich hier noch ausführen: Die Betonung der Bedeutung von Vereinen und Ehrenamt, ohne die sich das vielfältige soziale, kulturelle und sportliche Angebot in unserer Stadt nicht aufrechterhalten ließe und die dafür unsere Wertschätzung und ganz praktisch unsere Unterstützung in Sachen Infrastruktur verdienen, die Themen Verkehrskonzept, kulturelles Leben, digitale Strukturen u.v.m. – aber wir waren ja gebeten, uns auf einige wenige Kernthemen zu begrenzen. 

Umwelt und Klima

Ein gesondertes Wort aber noch zum Thema Umwelt- und Klimabewusstsein. Wir als CDU definieren dies bewusst nicht als eigenen Programmpunkt, sondern sehen es als integralen Bestandteil aller Bereiche und Maßnahmen, in denen politisches Handeln die Richtlinien setzt. Nicht umsonst gehört die Bewahrung der Schöpfung zur politischen DNA der Christlich Demokratischen Union. Das mag nicht immer plakativ daherkommen, und sicherlich sind wir in unseren Einschätzungen und Maßnahmen für manchen zu pragmatisch, zu unverbindlich, zu langsam … doch der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen, der Einsatz erneuerbarer Energien, der Erhalt von Flora und Fauna ist Teil unserer Verantwortung, bei der wir als Politik mit gutem Beispiel vorangehen und überzeugen müssen, wollen und werden.

Ein offenes Kevelaer

Die letzte Frage seitens des KB lautete: „Wie sieht für die CDU Kevelaer im Jahr 2025 aus?“ Viele Antworten zu konkreten Projekten, die das äußere Gesicht und das Leben in der Stadt beeinflussen, haben wir hier bereits gegeben, daher soll zum Schluss das Lebensgefühl im Mittelpunkt stehen. Wir wünschen uns ein offenes Kevelaer, das eine Heimatstadt für viele ist, in der ganz unterschiedliche Lebensentwürfe ihren Platz finden und in dem nicht die Unterschiede einzelner Gruppen in den Vordergrund gestellt und verteidigt, sondern die Gemeinsamkeiten gesucht und gelebt werden. Das kann aber weder die CDU noch irgendeine andere politische Partei alleine erreichen – für dieses Ziel müssen alle in Kevelaer gemeinsam arbeiten. Wir stellen uns dazu mit unserem CDU-Team weiterhin in den Dienst der Stadt und ihrer Menschen.“

Die CDU Ratsfraktion

„Bauvorhaben von herausragender Bedeutung“

In einem gemeinsamen Positionspapier und einem gemeinsamen Antrag positionieren sich KBV- und CDU-Ratsfraktion mit Blick auf „aktuelle Bauvorhaben von herausragender Bedeutung“. Einmal geht es dabei um das Areal rund um „Kaufcenter“ – Rewe-Markt – Norma, andererseits um die Entwicklung an der Feldstraße sowie schließlich um den Verkehrsanschluss des Gewerbegebietes „Aent Vorst“.

Roermonder Platz

Zum Projekt in der Kevelaerer Innenstadt heißt es in dem Positionspapier: „Die KBV- und CDU-Fraktion Kevelaer begrüßen und unterstützen das vorliegende, zeitnah geplante Investitionsvorhaben zur Umgestaltung des vorhandenen REWE-Marktes am Roermonder Platz und damit verbunden die Kernsanierung des gesamten Gebäudekomplexes an dieser zentralen Stelle der Kevelaerer Innenstadt. Im Fokus sollen dabei auch ein deutlicher Zugewinn an architektonischer Attraktivität des Gebäudes sowie der Erhalt der jetzt bestehenden Nutzungsmöglichkeiten für die Parkraumflächen stehen.“

Bei der Neugestaltung der Parkplätze sollten auch die städtischen Parkplätze gegenüber Norma einbezogen werden, fordern die Fraktionsvorsitzenden Günther Krüger (KBV) und Mario Maaßen (CDU). Eine direkte Verbindung zur Römerstraße solle gesichert werden. 

„Ebenso unterstützen wir die geplante Erweiterung der vorhandenen Verkaufsflächen des Discounters NORMA im Bereich der dortigen Grundstückseinfahrt. Im Rahmen ihrer Investitionsvorhaben ist beabsichtigt, im Obergeschoss zahlreiche Wohnungen herzustellen. Geplant sind sowohl Eigentums- als auch Mietwohnungen. Die KBV- und CDU-Fraktion betrachten diese Bauvorhaben als wichtigen Schritt, um den derzeit angespannten Kevelaerer Wohnungsmarkt zu entlasten“, heißt es in dem Positionspapier weiter. Die Politik habe sich in der Vergangenheit gegen einen Durchstich an der Marktstraße und damit einhergehend gegen eine Führung des Innenstadtverkehrs über die Bury-St.-Edmunds-Straße ausgesprochen, führen die Fraktionsvorsitzenden weiter aus. „Dieser Auffassung folgen KBV- und CDU-Fraktion auch gegenwärtig.“ 

Privatinvestor

„Der Verwaltung liegen nun Planungen eines Privatinvestors vor, mit denen die in Rede stehenden Flurstücke an der Marktstraße neu entwickelt werden könnten – vorgesehen sind hier ca. 700 Quadratmeter Geschäftsräume im Erdgeschoss und die Schaffung von Wohnraum in den Obergeschossen.“ 

Marktstraße

Die Verwaltung solle daher beauftragt werden, die Ergebnisse des anstehenden Preisgerichtes zum Peter­-Plümpe-Platz mit den vorliegenden Planungsunterlagen dem Gestaltungsbeirat unverzüglich zur ersten Sichtung und Bewertung vorzulegen. „Die KBV- und CDU-Fraktion stehen auch diesem Projekt positiv gegenüber und schlagen deshalb vor, die im Stadtbesitz befindlichen Häuser an der Marktstraße im Nachgang an den Privatinvestor zu veräußern, um dadurch die von ihm angedachte Entwicklung zu fördern.“

Feldstraße

Ebenso einig sind sich die beiden Ratsfraktionen bezüglich der Entwicklungen an der Feldstraße: „Die KBV- und CDU-Fraktion befürworten den Neubau eines EDEKA-Marktes an der Feldstraße auf dem Gelände des benachbarten Gärtnerbetriebes in den vom Investor angedachten Dimensionen. Insbesondere für die Ortschaft Wetten ist ein konkurrenzfähiger Erhalt der Nahversorgung von zentraler Bedeutung. Mit der Umsetzung der Pläne ist die langfristige Bindung des EDEKA-Marktes an dieser Stelle gesichert. Die Vergrößerung des Marktes ist nicht nur im Schatten der Corona-Pandemie sinnvoll, sondern für den Betreiber an dieser Stelle grundsätzlich essenziell. Es ist richtig, dass ein vorliegendes GMA-Gutachten im Falle einer Realisierung des Vorhabens Umsatzverschiebungen innerhalb Kevelaers prognostiziert – diese betreffen jedoch überwiegend den neuen EDEKA-Markt des gleichen Betreibers am Antwerpener Platz. Nachteilige Auswirkungen auf andere Märkte, insbesondere die zentrumsnahe Nahversorgung durch REWE und NORMA sind demnach eher unwahrscheinlich“, heißt es, zumal beide genannten Standorte durch die dortigen, eingangs erwähnten Vorhaben eine „konkurrenzfähige Aufwertung“ erfahren sollten. 

„Die KBV- und CDU-Fraktion wollen daher die rechtlichen Voraussetzungen dafür schaffen bzw. erhalten, dass im Rahmen einer ganzheitlichen Überplanung des Standortes an der Feldstraße dort auch die Ansiedlung eines weiteren Fachhandels möglich ist, ohne dass diesem Vorgaben zum Warensortiment gemacht werden müssen. Eine Umnutzung des vorhandenen EDEKA-Gebäudes durch Verlagerung bestehenden Einzelhandels erscheint mit Blick auf das Gesamtkonzept „Entwicklung an der Feldstraße“ schlüssig und sinnvoll. Wir setzen uns dafür ein, dass bestehende verwaltungsrechtliche Hürden, die die angedachte Entwicklung des in Rede stehenden Areals verhindern oder verzögern, beseitigt werden. Dazu sollen Investor, Stadtverwaltung und übergeordnete Genehmigungsbehörden möglichst einvernehmlich und zielgerichtet Lösungswege umsetzen.“

„Aent Vorst“

Bezüglich der Erschließung des Gewerbegebietes „Aent Vorst“ über die Feldstraße wollen KBV und CDU „eine ausreichend dimensionierte Grundstücksfläche (…) gesichert wissen.“ Die Zuwegung solle der Straße zum Gewerbering zwischen VW-Sürgers und Mitsubishi Kamps in der „Dimension und ihrem Charakter“ entsprechen. „Unverzüglich“ sollten dazu „sämtliche verwaltungsrechtlichen Schritte“ eingeleitet werden, damit entsprechende Grundstücke erworben und die Zuwegung realisiert werden könne.

Alternativplan Schravelen vorgestellt

Nach fast zehn Jahren kommt Bewegung in die Sache: Ursprünglich sollte es mal einen Durchstich zur Niers geben, doch das war „nicht genehmigungsfähig“. Im Stadtentwicklungsausschuss stellte Architekt Jörg Bousart eine mit der Stadtverwaltung und dem Eigentümer Werner Hoverath abgestimmte alternative Planung für das Gelände an der Südseite des Gebäudekomplexes Schravelen 14-16 (ehemalige Domsamenhalle und früheres Verwaltungsgebäude) vor. Ziel sei es dabei, die etwa 1600 Quadratmeter große Wasserfläche „attraktiver zu präsentieren“ und eine Verbindung zwischen der Gastronomie und der Bootsanlegestelle an der Niers zu schaffen.
Der Außenbereich der Gastronomie solle sich „durch die Planung zur Seefläche hin öffnen und über eine Stufenanlage die Wasserfläche erreichbar machen.
Die angrenzenden Uferbereiche werden angehoben und durch Steingabionen befestigt. Dort soll sich eine Seeterrasse anschließen, die zum Parkplatz mit einem schlichten Pavillon abschließt, der evtl. auch als Grillunterstand durch den Gastronom genutzt werden könnte.“
An dieser Seeterrasse beginnt ein Fußweg, der um den See bis hin Rheinstraße führen soll. An der südlichen Spitze des Sees wird ebenfalls ein Uferteilstück mit Gabionen gesichert und eine kleine Platzfläche mit einem Holzpavillon als Schutzhütte für Wanderer oder Bootsfahrer angelegt. Überquert man dann am Ende des Fußweges die alte Baumallee, erreicht man die Bootsanlegestelle an der Niers.
„Für die hier ankommenden Bootsfahrer wird durch die Planung eine Verbindung zur nahen Domsamenhalle geschaffen. Ferner soll künftig ein Schild auf die Gastronomie in der Domsamenhalle hinweisen.“ Die separate Nutzung der dortigen WC-Anlagen sei kein Problem, erläuterte Bousart.
Der Ausschuss erklärte sich mit dieser Alternativplanung einverstanden und beauftragte die Stadtverwaltung, mit dem Investor einen entsprechenden städtebaulichen Vertrag auszuhandeln, der die öffentliche Nutzung des Bereichs wie auch Versicherungs- und Verkehrssicherungsfragen sowie die Pflege umfassen soll.

Planung für den Kapellenplatz abgesegnet

Die gute Nachricht mal zuerst: „Die Bäume, die da sind, können jetzt stehenbleiben“, erklärte Stephanie Janning vom Planungsbüro IPW. Und: „Es kommen sogar noch einige hinzu.“ Janning stellte die aktuellen Planungen zum Umbau des Kapellenplatzes vor – und da sind wir auch schon bei den schlechten Nachrichten: Die Zeit drängt massiv.
Stichtag 30. September

„Bis zum 30. September muss der Förderantrag in Düsseldorf bei der Bezirksregierung sein“, schreibt Franz Heckens von der Stadt im Newsletter zur Stadtkernerneuerung. Dies führt unter anderem dazu, dass der Stadtentwicklungsausschuss bereits am Dienstagabend den Entwurf absegnen musste, die ursprünglich im Vorfeld vorgesehene Bürgerversammlung jetzt aber den Titel „Informationsveranstaltung“ bekam und erst am 25. September (19.30 Uhr, Petrus-Canisius-Haus) abgehalten wird. Dort sollen die Planung den Anliegern und Interessenten vorgestellt und der weitere Ablauf erläutert werden.
Neben den Bäumen (das KB berichtete mehrfach) hatte es im ersten Entwurf des Planungsbüros weitere massive Streitpunkte gegeben: Die weißen Bordüren etwa, die jetzt vor dem Priesterhaus erweitert, zu Johannes-Stalenus-Platz und Hauptstraße hin umgestaltet werden und in der Verlängerung der Busmannstraße komplett wegfallen sollen. Diese Vorgehensweise sei nun mit Kirchengemeinde und Bistum abgestimmt, sagte Janning.
Ein weiterer Streitpunkt war der Umgang mit der Pflasterung. Janning stellte hier vor, dass von Rollstühlen und Rollatoren gut befahrbare Wege in die Platzgestaltung integriert werden sollen. Hier habe man sich entschieden für „die dezenteste Lösung“, die denkbar gewesen sei. Ihre Einleitung „diese barrierefreien Wege fallen nicht auf“, war eine Steilvorlage für Willi Gerats von der FDP: „Wenn sie kaum auffallen, wird man sie auch nicht wahrnehmen.“
Alles muss raus

Gerats sprach mit Blick auf die Denkmalwürdigkeit des Areals rund um die Kerzen- und Gnadenkapelle gar von einer „Zerschneidung“ und einer „Zerstörung des Platzes“. Auf seine Bitte, man möge doch – möglicherweise auch im Nachgang zur Beantragung der Fördermittel – prüfen, ob es nicht auch andere förderfähige Möglichkeiten einer Pflasterung gebe, mit der eine Barrierefreiheit erreicht werden könne, wurde von der Verwaltung und den anderen Fraktionen nicht ernsthaft in Betracht gezogen.
Gerats‘ Idee erscheint nicht gerade abwegig, hat man doch laut Stephanie Janning in Bezug auf die Pflasterung des Kapellenplatzes „festgestellt, dass es besser ist, alles komplett rauszunehmen“, da auch die Be- und Entwässerung sowie zahlreiche Leitungen unter dem Pflaster erneuert oder zumindest überprüft werden müssten. Danach sollten dann die neuen Wege mit neuen, geschliffenen Steinen sowie Teile des alten Pflasters wieder eingebaut werden.
Gerrats‘ Einwände halfen nicht: Für Heinz Ermers (SPD) war der Entwurf des Planungsbüros ein „guter Kompromiss“, Wolfgang Röhr (Grüne) sah „keine Änderung des Charakters des Platzes“ und auch Paul Schaffers CDU) sprach sich mit seiner Fraktion für die „Variante C“ der Verwaltungsvorlage aus, die Janning für den Kapellenplatz und den Johannes-Stalenus-Platz zuvor vorgestellt hatte. Dabei werden nach einigen anderslautenden Überlegungen jetzt die sogenannten „Eingänge zur Amsterdamer Straße und der Maasstraße“, also die Fläche vor der Eisdiele, mit einbezogen. Hier hatte Janning eine andere Pflasterung als auf dem Kapellenplatz selbst vorgestellt; eine günstigere Variante, da diese Fläche zwar voraussichtlich zu 60 Prozent gefördert wird, die Kirche sich zwar beim Kapellenplatz, nicht aber an den Kosten dieses Bereichs beteiligt, also 40 Prozent von der Stadt übernommen werden müssten.
Höhere Kosten

Die Entwurfsunterlagen, so heißt es in dem Beschluss des Ausschusses, seien dem Antrag auf Bewilligung von Städtebau-Fördermitteln im Rahmen der Stadtkernerneuerung zugrunde zu legen. Der Antrag soll übrigens auch die Kostenberechnungen beinhalten. Dazu haben die Stadtwerke eine Korrekturfassung erstellt, die etwa die Baupreissteigerungen berücksichtigt. „Aller Voraussicht nach würde die Bezirksregierung die gegenüber dem Grundförderantrag höheren anrechenbaren Kosten akzeptieren, da diese allein schon aus der Baupreissteigerung begründbar sind. Jedenfalls ist erst kürzlich bei der Stadt Straelen zur Umsetzung des dortigen Handlungskonzeptes so verfahren worden“, heißt es dazu in der Verwaltungsvorlage.

Denkmalpfleger gesucht

Dass Städte und Gemeinden im Umfeld der Denkmalpflege neben der Unteren Denkmalschutzbehörde und der Bauaufsicht auch auf Ehrenamtler setzten können, ist allgemein wenig bekannt. In der Wallfahrtsstadt ist man ohne große Ausgrabungsarbeiten allerdings genau darauf gestoßen und sucht ab sofort „eine oder einen ehrenamtlichen Beauftragten für Denkmalpflege“. Dieser soll die Behörde unterstützen und mit ihr zusammenarbeiten. „Wir erhoffen uns im Idealfall damit ein Bindeglied zwischen Eigentümern, dem Ausschuss und den Behörden“, sagt der zuständige Fachbereichsleiter Ludger Holla.
Die Beauftragung erfolgt durch den Rat für die Dauer von zunächst fünf Jahren. Zu den Aufgaben gehören die Beobachtung von örtlichen Vorhaben, Planungen, Vorgängen und Presseberichten, die Information sowohl der Eigentümer, als auch des Ausschusses, der Behörden und des Landschaftsverbandes, und schließlich auch die Kontaktpflege zu wichtigen Institutionen und Personen. Eine Affinität zum Thema sollten Interessenten schon haben, bestenfalls eine berufliche Ausbildung in einer verwandten Richtung, denn der Denkmalschutzbeauftragte soll auch Gutachten und fachliche historische Recherchen liefern.
Ein ordentliches Arbeitspensum könnte da anstehen. Deshalb können sich Ludger Holla und Armin Zocher von der Unteren Denkmalschutzbehörde auch vorstellen, dass sich mehrere Interessenten diese ehrenamtlichen Aufgaben, etwa je nach Interessensgebieten, aufteilen. Handwerker, Architekten, Ingenieure, aber auch Chronisten aus Heimatvereinen und andere gesellschaftlich und geschichtlich interessierte Personen sehe man hier beispielsweise. Im Prinzip sei man aber für alle qualifizierten Anfragen offen. Die notwendigen Kenntnisse könnten durch den Besuch entsprechender Fortbildungen erweitert und vertieft werden. Sonstige Voraussetzungen: Die Bewerber müssen ihren Wohnsitz in Kevelaer haben und mobil sein, d.h. einen Führerschein besitzen und bereit sein, den eigenen Wagen für Fahrten zu nutzen.
Die Suche nach diesem ehrenamtlichen Beauftragten kommt laut Holla nicht von ungefähr,
sei sie doch neben Gestaltungs- und Sondernutzungssatzung sowie dem Gestaltungsbeirat ein weiterer Schritt in Richtung der angestrebten Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft historischer Stadt- und Ortskerne in NRW. Deshalb hatte die Verwaltung diese Möglichkeit, die der § 24 des Landes-Denkmalschutzgesetzes bietet, dem zuständigen Fachausschuss im vergangenen Jahr vorgeschlagen. Nach dessen Beschluss wurde nun das Anforderungsprofil erstellt – die Suche nach geeigneten Beweberinnen und Bewerbern kann damit ab sofort beginnen. Sollten sich keine Bewerber melden, wolle man in Frage kommende Personen gezielt ansprechen, sagt Holla.
Laut Ludger Holla und Armin Zocher gibt es in Kevelaer derzeit 230 eingetragene Baudenkmäler, neben zumeist historischen Gebäuden sind dies beispielsweise auch etliche Wegkreuze. Hinzu kommen aktuell zwölf eingetragene Bodendenkmäler, wie etwa die Wal-Funde in Kervenheim.
Aussagekräftige Bewerbungen nimmt Ludger Holla bis zum 20. Februar 2019 bevorzugt per E-Mail entgegen (ludger.holla@kevelaer.de, maximal 5 Megabyte, Informationen und Rückfragen: 02832/122-409).

Im Solepark St. Jakob schreitet der Bau des Gradierwerks voran

Am zukünftigen Gradierwerk auf der Hüls sind die ersten Holzelemente montiert worden. Jetzt sind die Zimmermannsarbeiten im vollen Gange und man kann sich bereits vorstellen, wie das Holzgerüst aus Lärchenbalken einmal aussehen wird. Auf jeden der Verankerungspunkte und den Rand wird nun nach und nach ein Element aus vorgearbeiteten Hölzern aufgesetzt.

Richtfest soll Ende Januar gefeiert werden. Danach beginnen die Arbeiten des Bedorners. Dann wird das Füllmaterial für die Holzrahmenkonstruktion (Schwarzdorn, der momentan in Polen geschnitten wird) in den Holzrahmen eingebaut. Dieser Arbeitsschritt dauert mehrere Monate. Voraussichtlich Anfang März 2019 können die technischen Anlagen eingebaut werden.

Damit die vorhandene Quelle genutzt werden kann, wird das Gradierwerk im Solegarten St. Jakob als Anlage zur Solevernebelung betrieben. Aus über 500 Meter Tiefe wird dann das iodhaltige Wasser hochgepumpt und durch eine unterirdische Leitung zum Gradierwerk befördert. Hier sorgt die technische Anlage dafür, dass das Wasser von oben am Reisig herunter läuft.

Die Eröffnung ist für Ende 2019 vorgesehen.

Die Klimaschutz-Vermittlerin

Freundlich begrüßt Nina Jordan ihren Besuch in ihrem Bürozimmer im fünften Stock. Die 34-Jährige kommt gerade von einem Gespräch. „Ich war vorhin beim Betriebshof, um mich vorzustellen.“ Sich bei den verschiedenen Gesprächspartner bekannt zu machen, um nach und nach ein Netzwerk für ihre Tätigkeit in Kevelaer aufzubauen, das ist der wichtige Einstieg zu Anfang ihrer Kevelaerer Zeit als Klimaschutzmanagerin der Wallfahrtsstadt.
Dass die ledige Tochter eines Ingenieurs und einer Kauffrau einmal eine solche Aufgabe wahrnehmen würde, war nicht von vornherein ausgemacht: In Aachen geboren, in Herzogenrath aufgewachsen, studierte sie nach dem Abitur Geologie an der RWTH Aachen.
Dringend handeln
Was sie damals daran faszinierte? „Einmal, dass es um das System Erde geht. Die wurde da betrachtet, von der Entstehung und ihrem Platz im Universum bis zu dem, was wir Menschen damit machen.“ Und natürlich der Aspekt des Reisens, weil man als Geologin halt viel rumkommt und Exkursionen machen kann.
Da es in Deutschland nicht genug Arbeitsplätze für Geologen gab, entschied sich die zierliche junge Dame im Jahr 2009 dazu, zur Promotion nach England zu gehen. Ihr Ziel war Leicester, „wo man die Leidenschaft für Rugby und Fußball schon gemerkt hat“.
Nach der Promotion in Vulkanologie arbeitete sie an der dortigen Uni im Bereich Geologie in Lehre und Forschung. Dann bereitete sie einen Erdkunde-Kurs vor, worin es um den Klimawandel als Thema und das menschliche Zeitalter – das Anthropozän – ging.
„Bei der Recherche für diesen Kurs habe ich festgestellt, wie fortgeschritten der Klimawandel schon ist, und dass wir dringend handeln müssen“, schildert Jordan, wie in diesem Moment in ihr das „Bestreben, in dem Bereich zu arbeiten“, erwacht sei.
Gesagt, getan: im Essener Bildungszentrum für Entsorgungswirtschaft (BEW) machte sie im Oktober 2017 eine dreitägige Fortbildung zur Klimaschutzmanagerin. „Das umfasst alles, was beim Klimaschutz dazugehören könnte, und ist auch im öffentlichen Dienst mit angesetzt.“
Sie lernte auch, wie eine Verwaltung funktioniert, wo man in bestimmten Fragen rechtlich steht, und was man für Projekte verwirklichen kann. Als Beispiele nennt Jordan, wie man „in Schulen nach kaputten Heizungen sucht oder sich dafür einsetzt, Photovoltaik aufzubauen“.
Schon im November erhielt sie aus Kevelaer die Zusage für die Stelle, die vom Bund zu zwei Dritteln als Projektstelle bezahlt wird. Bis zum Start zog es sich aber noch ein bisschen hin. „Die eine oder andere Abschiedsparty“ in England habe es da noch gegeben, der Umzug wurde organisiert.
Ihr Büro liegt nun bei der Abteilung Gebäudemanagement. „Die Abteilung bearbeitet den Energiebedarf der komunalen Liegenschaften und versucht, den Energieverbrauch zu minimieren. Da passiert auch schon was“, berichtet die Klimaschutzmanagerin.
Ihren Part versteht sie als eine Art „Ideengeberin und Projektmanagerin“. Ihre Aufgabe in den drei Jahren wird sein, das integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt umzusetzen. „Dabei wird es hauptsächlich um den Klimaschutz im Alltag und bei den privaten Haushalten gehen“, erläutert die Klimaschutzmanagerin.
„Mein Lieblingsthema ist da Ernährung und Konsum, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was jeder Einzelne für das Klima tun kann“ – indem man schon beim Einkauf schaue, was man holt. Gerade der Fleisch- und Milchkonsum hinterließen „einen tiefen ökologischen Fußabdruck, produzieren viel Treibhausgase.“
Und mit Mehrfach- statt Einfachverglasung oder Rad-, Bus- und Bahnfahren statt mit dem Auto wäre auch schon viel getan. „Da bin ich offen für Vorschläge und Infos: Wenn irgendwo ein Bus nicht oft genug fährt oder so etwas, das würde ich gerne erfahren.“
Befristet auf drei Jahre
In den kommenden drei Jahren wird Nina Jordan auch private Haushalte beraten, versuchen, erneuerbare Energien über Bürgerwindanlagen oder Nahwärmeausbau weiter mit voranzubringen und öffentlich in Schulen für den Klimaschutz werben. „Und ich werde mich in jedem Ortsteil vorstellen und Anregungen mitnehmen.“ Auch da könnte es um die Themen Ernährung, ökologischer Fußabdruck und Konsum gehen. Dazu kommen öffentliche Veranstaltungen wie die „FahrRad-Pause“, die mit einer Auftaktveranstaltung in der Stadt „schon in der Pipeline“ sei (das KB berichtete).
Ob sie langfristig in Kevelaer arbeiten werde, hänge nicht von ihr ab, macht die leidenschaftliche Reiterin und Tennisspielerin klar. Aber sie versichert, dass sie in der Zeit hier versuchen werde, das Beste zu leisten. „Wenn am Ende der drei Jahre mehr Menschen die Idee des Klimaschutzes verstanden und in ihr Leben integriert haben als vorher, dann wäre das schon was.“

Kapellenplatz mitgestalten

Die Planungswerkstatt für die Neugestaltung des Kapellenplatzes beginnt am Samstag, 20. Januar 2018, im Petrus-Canisius-Haus in Kevelaer um 9.30 Uhr. In drei Arbeitsgruppen werden interessierte Bürgerinnen und Bürger unter Anleitung von drei Freiraumplanerinnen vom Planungsbüro IPW aus Wallenhorst den Tag miteinander verbringen. Die Planerinnen möchten die Wünsche, Meinungen und sicherlich die verschiedenen Sichtweisen der zukünftigen Nutzer erfahren, die dann Planungsgrundlage für erste Konzepte werden.

Vorab stellt sich das Planungsteam vor: Verantwortliche Projektleiterin ist die Landschaftsarchitektin Stephanie Janning (stellvertretende Abteilungsleiterin Abteilung Freiraumplanung). Begleitet wird sie von der Landschaftsarchitektin Astrid Vieth (geschäftsführende Gesellschafterin der IPW) sowie der Freiraumplanerin Lena Sinnigen. Ein Arbeitsschwerpunkt des Planungsteams liegt in der Durchführung von Beteiligungsverfahren. Damit werden Bürger von Beginn an mit in den Planungsprozess eingebunden und gestalten diesen mit.

Die Planungswerkstatt am kommenden Samstag wird demnach auch nicht die letzte Veranstaltung sein oder die einzige Möglichkeit, sich in den Planungsprozess einzubringen. Neben der ständigen Möglichkeit, Anregungen und Wünsche an die Stadtverwaltung direkt oder über die Internetseite zur Stadtkernerneuerung (www.kevelaer-stadtkernerneuerung.de) zu richten, wird es weitere öffentliche Bürgerversammlungen geben. In der ersten Planungsphase werden Vorentwürfe zu Gestaltungsmöglichkeiten entwickelt werden, die natürlich auch mit der Gemeinde St. Marien und der Wallfahrtsleitung, aber auch politisch im Stadtentwicklungsausschuss abzustimmen sind. In der zweiten Planungsphase wird dann auf Basis einer Vorentwurfsvariante die Entwurfsfassung erarbeitet. Mit diesem Entwurf wird Ende 2018 ein Antrag auf Fördermittel gestellt werden.