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Boris Weber ist jetzt ein König

Stolz und voller Freude reckte Boris Weber die Fäuste in die Luft. Der Leutnant der Seb sicherte sich mit dem 292. Schuss die Königswürde der Sebastianus-Bruderschaft.
Gemeinsam mit seiner Frau Sabine bejubelte er seinen Erfolg.
„Ich habe ja bereits 2017 erlebt, wie schön die Thronzeit sein kann“, spielte er auf seine Zeit als Minister des damaligen Königs und engen Freundes Thomas Berretz an. Diesmal dreht er „den Spieß um“. Er konnte Thomas und Denise Berretz sowie Thomas und Martina Lohmann als Ministerpaare an seine Seite bitten. Dem Schießen war ein stimmungsvolles Fest bei strahlendem Sonnenschein auf der Wiese nahe der Feuerwache vorausgegangen. Die Feuerwehr sorgte für die Verpflegung mit Kuchen, Gegrilltem und Getränken, der Musikverein für die musikalische Begleitung.
Die Preise konnten die Schützen recht schnell ermitteln. Mit dem 38. Schuss traf Michelle Weber den Kopf und Rainer Matheblowski mit dem 90. Schuss den linken Flügel. Weitere 100 Schuss später beseitigte Max Thür den anderen Flügel. Und mit dem 219. Schuss erledigte Thomas Lohmann den Schwanz kurz und schmerzlos.
Auch die Schüler und Jugendlichen hatten im Rahmen ihres Wettbewerbes eine ganze Menge Spaß. Schülerprinz wurde Phil Berretz. Der Stolz bei der Übergabe der Prinzenkette war ihm anzusehen. Zu seiner Begleiterin erkor er Paula Lohmann aus. Lillian Kronenberg ist zukünftig sein Adjutant, begleitet von Annika Lohmann.
Den ersten Preis schoss Kilian Kronenberg ab, der Enkel des stolzen Ortsvorstehers Hansgerd. Den zweiten Preis sicherte sich Loresa Cerkini. Besonderes „Zielwasser“ hatte wohl Alexandra Cladder erwischt, die sich den dritten und vierten Preis holte.
Bei der Jugend war der Vogel sehr zäh. Dort gingen die ersten beiden Preise an Aaron Scholz. Den dritten Preis konnte Sophie Weber erringen. Da das Königsschießen bereits beendet war, wurden der vierte Preis und Prinz dann gemeinsam ermittelt. Da setzte sich dann Johannes Schink mit dem 465. Schuss durch.

Auch der Nachwuchs zeigte sich treffsicher.
Fotos: aflo

Thomas Schagen regiert die Seb

Als der Restvogel fiel, streckte der neue König die Fäuste in die Höhe und schrie seine Freude heraus. Nach dem Verlauf des Schießens hatte Thomas Schagen – Kassierer der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft und mit Unterbrechung seit gut dreizehn Jahren Mitglied – auch allen Grund zum Jubel. Denn der 51-jährige Schlosser holte sich nach dem kürzesten und vielleicht dramatischten Königsschießen, das die Seb wohl jemals gesehen hat, mit dem 282. Schuss die Königswürde.

Langes Preisschießen

Zuvor hatte es lange gedauert, bis die letzten beiden Preise gefallen waren. Für das „Finale“ brauchte es anschließend nur zwölf Schuss. Die hatten es aber in sich, da Schagens Konkurrent Theo Gründjens gleich mit seinem ersten Schuss den Vogel spaltete, später die eine Hälfte fiel und beide das Glück auf ihrer Seite hätten haben können. „Das ist schade, aber nicht schlimm“, resümierte der 59-jährige Gründjens und gratulierte der neuen Majestät danach ebenso herzlich wie alle anderen.

Zu seiner Adjutantin wählte der neue König Uschi Brade, die sich sehr für Schagen freute. „Wir haben so eine tolle Freundschaft, das passt so was von gut“, blickte sie erwartungsfroh auf die gemeinsame Zeit. Und Schagen freute sich gleich doppelt, „weil man einmal in seinem Leben König werden muss“ und weil sein Vater dieses Ereignis noch gut miterleben kann.

Einige Stunden zuvor hatten sich die Vereinsmitglieder auf der Hauptstraße versammelt, um von „ihrer“ Gaststätte, dem „Goldenen Schwan“, aus den Weg durch die belebte Straße Richtung Hegerstraße und dann zur Josef-Schotten-Schützenhalle zu gehen. „Die Baustelle hat für uns ein „besonderes Flair“, ließen sich Präsident Hans-Gerd „Tutti“ Rütten und seine Mannen davon nicht groß irritieren.

Nach dem Abschreiten der Kompanie und des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr zog der gesamte Tross in Richtung der alten Majestät Egon Kirsch und seiner Adjutantin Verena Jahnke. Die sprach später von einem „feucht-fröhlichen Zusammensein“ und gestand, „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ das Jahr zu beenden. „Es war sehr schön, aber ich bin auch froh, dass es vorbei ist.“ Ein Grund war für sie dabei auch maßgeblich: „An die Kleider hatte ich mich gewöhnt, aber jetzt kann ich wieder Hosen und Jeans tragen.“

Abschied für Egon Kirsch

König Egon Kirsch gestand, dass „die Wehmut schon groß“ sei, tröstete sich aber damit, dass er ja noch die Stadtbundkette tragen kann. „Und das Landesbezirksschießen am 1. Juli in Wankum kommt ja noch.“

Am Schießsstand gingen die alten und jungen Seb-Mitglieder dann aktiv zu Werke, während der Musikverein im Saal schmissige Melodien präsentierte und die Mitglieder von „Kevelaer live“ Kaffee und Kuchen ausgaben. „Der eine Verein hilft nun mal dem anderen“, unterstrich deren erste Vorsitzende Andrea Klingel.

Jeder Preisschütze wurde bejubelt – ob nun Karl-Heinz „Ben“ Fischer, Daniel Fischer oder Werner van Well. Und auch der 16-jährige Schülerprinz René Zipser durfte jubeln. „Das fühlt sich echt gut an – super“, strahlte der junge Mann.

Am Ende wurde der neue König proklamiert, dem alten König die Kette abgenommen und der neuen Majestät angelegt. Daneben erhielten Guido Langenhuizen, Jana Neumann, Tobias und Carmen Langenhuizen den Fahnenschwenkerverdienstorden in Bronze. Danach marschierte der gesamte Tross zurück in die Stadt zum „Goldenen Schwan“ und feierte die neue Majestät.

Josef-Schotten-Schützenhalle wurde Ballsaal

Frank Kirsch, Hauptmann der Sebastianus-Schützenbruderschaft, hatte es geschafft, König bei der Seb und Stadtbundkönig zu werden. Mit seiner Adjutantin Verena Jahnke, seiner Lebensgefährtin Birgitt Jahnke und Präsident Hans Gerd (Tutti) Rütten, zog der Doppelkönig in Begleitung einer Fahnenabordnung und unter den Klängen des Präsentiermarsches in die zum Ballsaal umgestaltete Josef-Schotten-Schützenhalle ein. Hier erwarteten zahlreiche Abordnungen mit zusammen 200 Schützinnen und Schützen schon auf den Mann des Abends. Frank Kirsch und Adjudantin Verena wurden gefeiert und erhielten so den Dank für ein Jahr Repräsentation für die Sebastianus-Schützenbruderschaft 1635 Kevelaer e.V..
Der Stadtbund Kevelaer (alle Schützenvereine in Kevelaer Stadt, ohne die Ortschaften), der Vorstand des Bezirksverbandes Kevelaer (Hamb, Kervenheim, Kevelaer, Lüllingen, Twisteden, Walbeck, Weeze, Wemb, Wetten und Winnekendonk), St. Antonius Kevelaer, St. Antonius Twisteden, Freiwillige Feuerwehr, die Swingenden Doppelzentner, St. Hubertus Keylaer, St. Johannes Kevelaer, 25 Ossenberger Schützen (Stadt Rheinberg), die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Winnekendonk und nicht zuletzt die St. Sebastianus Schützenbruderschaft Kevelaer waren der Einladung zum Königsball gefolgt.
Als Opening spielte das Duo Moonlight (Pete und Anke) aus Bocholt „One Way Wind“. Sie unterhielten die Gäste den ganzen Abend. Nachdem Frank Kirsch mit seiner Lebensgefährtin Birgitt Jahnke und Verena Jahnke zusammen mit Präsident Hans Gerd Rütten den ersten Tanz aufs Parkett gelegt hatten, ließen sich die Gäste nicht lange bitten und bevölkerten die Tanzfläche.
Für die Versorgung mit Getränken und einem kleinen Imbiss (Schnitzel und Frikadellen) sorgte St. Antonius Kevelaer, die den Thekendienst übernommen hatten.
Ein Höhepunkt war die vorbereitete Tombola. Vereinsmitglieder und eine große Zahl an Geschäftsleuten hatten 300 Preise gesponsort. Angefangen vom Hauptpreis (einem Fahrrad) konnte über Blumen, Handtücher, Lebensmittelkörbe, Waffeleisen, Keramik und Christbaumkugeln auch eine große Anzahl von Gutscheinen gewonnen werden. Bei einem Euro pro Los und einer enormen Gewinnquote (bei zwanzig Losen waren mit Glück 8 Preise dabei) konnte so das Konto der St. Sebastianus Schützenbruderschaft gut gefüllt werden.
Auch wenn der König-Ball sehr ruhig verlief, viele Gespräche und ein gemütliches Miteinander sowie eine wirklich hochwertige Tombola bereiteten König Frank Kirsch, Adjutantin Verena Jahnke sowie allen ihren Gästen einen schönen Abend.
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