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Grafitti-Kunst auf der Dreifachturnhalle Fotos: LS
Auf der Hüls wurde es wieder bunt

„K-Vibez“-Festival 2025

Neben Graffiti und Skaten stand vor allem die Gemeinschaft im Vordergrund.

Freuen sich auf „K-Vibez“: Markus Bertino, Thomas Meyer, Vivienne Vesper und Max Lehnen (v. l.) Foto: LS
Skaten, Sprayen und Spaß für alle

„K-Vibez“-Festival in Kevelaer

Am 23. August nimmt „Skateaid Kevelaer e.V.“ Interessierte wieder mit in die Welt des Sprayens und Skatens.

Um und auf dem Skatepark war viel los Foto: LS
Das dritte K-Vibez-Festival begeisterte auf der Hüls

Grafitti und Skateboarding

Rund um die Dreifachturnhalle lag am Samstag, 24. August 2024, ein ganz besonderer Geruch in der Luft: der von Sprayfarbe.

Ein Teil der Crew, die das Festival im Skatepark organisiert, u.a. Marko Bertino, Thomas Meyer, Stephan Osterkamp, Julian Binn (Kevelaer Marketing). Foto: nick
Am Samstag, 24. August 2024, stehen in Kevelaer wieder Skaten und Graffiti im Mittelpunkt

„K-VIBEZ“ findet zum dritten Mal statt

Das geplante Programm für die dritte Ausgabe des „K-VIBEZ“-Festivals am 24. August hat viel zu bieten.

„K-Vibez“ soll am 26. August zum zweiten Mal so richtig ins Rollen kommen

Festival am Skatepark

Die Skateboard-Abteilung „Lass Rollen“ des Kevelaerer Sportvereins KSV richtet das Festival „K-Vibez“ am 26. August zum zweiten Mal nach dem Motto „umsonst und draußen“ aus. „Wir machen das alles ehrenamtlich“, sagt Stephan Osterkamp.

Vor einem Jahr wurde die Anlage neben dem Schulzentrum eröffnet und findet seitdem großen Anklang

Kevelaerer Skatepark feiert Geburtstag

Seit inzwischen einem Jahr rollen und fliegen die Boards in Kevelaer…

Skateboards, Roller und Schutzausrüstung gibt's ab sofort zur Ausleihe im Mittagstreff

„Runder Tisch Flüchtlinge“ spendet für Skater*innen

Der „Runde Tisch Flüchtlinge“ spendete dem Mittagstreff und der Abteilung „Lass rollen“ des Kevelaerer Sportvereins 18 Skateboards, fünf Stunt-Roller und zehn Schutzausrüstungen.

Die Bauarbeiten an der Hüls sind in vollem Gange

Mit großen Schritten Richtung Skatepark

Beinahe täglich sind Fortschritte beim Bau der Skateanlage auf der Hüls zu beobachten. Nach der Vorlage eines auf solche Anlagen spezialisierten Kölner Büros entstehen auf dem Gelände zwischen Mittagstreff / Mensa und Schulzentrum die Bahnen, die aus der Luft betrachtet die Form des neuen Stadtlogos haben.

Bau des Skateparks beginnt

Ein ,Schnellschuss‘ ist er bestimmt nicht, obwohl man an einigen Stellen des Kevelaerer Skateparks wohl schon ganz schön auf ,Speed‘ kommen wird. Schon 2016 war die Sportanlage eines der heiß diskutierten Themen beim damaligen Gespräch des KB-Herausgebers Rudi Beerden mit den beiden Vertretern der Jungen Union, Oliver Leukers und Tobias Gruyters. Dass bis zum Spatenstich rund fünf Jahre vergehen würden, ahnte damals noch keiner.

Kritik an der alten Anlage

Am Anfang stand eher die Kritik an der bestehenden Anlage im Mittelpunkt: zu alt, zu kaputt, zu weit draußen. Und weil dem so war, wurde es auch nicht besser: Aktive Skater klemmten sich ihr Board unter den Arm und wanderten auf andere Anlagen in anderen Städten ab. ,Nachwuchs‘ gab‘s auch kaum, dazu war der alte Standort einfach nicht attraktiv genug und zu schwer zu erreichen. Immer wieder war die Skateanlage in den vergangenen Jahren Thema bei den Jugendhearings der Stadt. Immer wieder versuchten die Vertreter der Jungen Union wie Tobias Gruyters neuen ,Drive‘ in die Sache zu bekommen.

Immerhin begann die Politik mehr oder weniger zögerlich damit, das Thema auf die Tagesordnungen zu setzen. In der Verwaltung stieß man dabei, etwa beim zuständigen Beigeordneten Marc Buchholz, auf offene Ohren.

Zuschuss: knapp 200.000 Euro

Zwei dicke Steine lagen auf dem Weg zu einer neuen Anlage: der Standort und die Finanzierung. Letzterer kam schließlich über die Initiative „LEADER Leistende Landschaft“ ins Rollen. Mit Unterstützung durch den Rat meldete die Stadt als Projektträger die Skateanlage an; das Projektauswahlgremium bewilligte ziemlich genau vor zwei Jahren einen Zuschuss von fast 200.000 Euro. 

Einen Standort hatte man nach intensiver Diskussion im Rat und in den Ausschüssen da schon ausgeguckt, an der Mensa, in direkter Nähe zu den Schulen im Schulzentrum, den Sporthallen und -plätzen, zum städtischen Mittagstreff und zum Jugendzentrum Kompass. Einen besseren Platz bezüglich der Infrastruktur wird man in Kevelaer wohl kaum finden: Er ist gut erreichbar, es gibt Sanitäranlagen, die Begleitung durch Sozialarbeiter*innen aus dem Umfeld ist ebenso möglich wie die Nutzung der Anlage durch Schulen oder Ganztag, ja sogar eine Aufnahme in den Lehrplan des Sportunterrichts könnte man sich hier vorstellen.

Um nun aber den Kevelaerer Kindern und Jugendlichen nicht ,einfach so‘ einen fertig – und möglicherweise an den Bedürfnissen vorbei – geplanten Skatepark vorzusetzen, beauftragte man ein Kölner Planungsbüro, das sich einerseits häufiger mit der Planung solcher Anlagen beschäftigt, andererseits aber auch in mehreren Workshops online und vor Ort interessierte Jugendliche in die Planung miteinbezogen hat (das KB berichtete).

Lärmschutz

Im Zuge dieser Planungen konnte gleich eine weitere Herausforderung angegangen werden. Denn nach den ersten Ideen stellte sich schnell heraus, dass es ein Problem mit dem Lärmschutz geben würde. Man hatte die Kosten dafür schlichtweg unterschätzt, wie in entsprechendes Gutachten ergab. Also kleiner bauen, damit der Lärmschutz im engen Finanzplan mit drin ist? Der Kevelaerer Rat wollte lieber „nachschießen“ und fand Zustimmung bei „LEADER“: Der Zuschuss für das Projekt wurde auf die maximale Fördersumme, knapp 250.000 Euro, erhöht. Die Stadt zahlt für das Projekt nun 134.000 statt der zuvor vorgesehenen 105.000 Euro. Damit wurde ein Skatepark mit 600 Quadratmetern möglich. In den Planungen konnte durch diese Dimensionen auf Betonwände verzichtet werden. Bepflanzte und begrünte Erdwälle sollen jetzt dafür sorgen, dass vom Skatepark keine störenden Geräusche ausgehen.

Die Bahnen selbst werden übrigens die Form eines „K“ haben – dem Kevelaerer Stadtlogo nachempfunden. Für das Büro Maier aus Köln, das die Planungen erstellte und begleitete, sei das auch ein Novum, sagte einer der Planer beim Workshop vor Ort.

Fertiggestellt werden soll der Skatepark „im Frühsommer“, als Bauzeit sind drei Monate vorgesehen. Könnte also gut sein, dass Kevelaer seinen – übrigens „wettbewerbsfähigen“, also für entsprechende Skater-Wettbewerbe geeigneten – Skatepark noch eröffnet, bevor sich Olympioniken offiziell auf den Boards bewegen. Denn auch die kämpfen ja gerade mit beziehungsweise gegen Corona. Die Olympischen Spiele, in denen das Skaten erstmals olympisch werden soll, wurden deshalb schon um ein Jahr auf 2021 verschoben. Sicher, dass sie dann auch stattfinden, sind derzeit nur wenige Sportler…

Endspurt für den Skatepark

Mittwochnachmittag, 17 Uhr, 32 Grad im Schatten: Auf dem Gelände vor dem Jugendzentrum Kompass folgen ca. 15 interessierte Jugendliche den Erklärungen zu den Skizzen des geplanten Skateparks. Es fallen Begriffe wie Halfpipe, Rail, Curb, Quarter, Wable, Bowl und Obstacles und es ist die Rede von eckigen Wellen. Besucher des Schulgeländes, die sich ebenfalls dort aufhalten, kommen spontan dazu. Auf diesen Skizzen ist ein auf dem Boden liegendes „K“, das Kevelaer Logo, zu sehen. Vertreter der Stadtverwaltung, Werner Barz, Ulrich Berns und Vanessa Freienstein, wie auch James T. Dickerson und Rodrigo Vidales vom beauftragten Architekturbüro Maier aus Köln trafen sich an diesem Nachmittag mit den aktiven Skatern, um die Auswertungen ihrer Ideen mit Hilfe der unterschiedlichen Bauentwürfe vor Ort abschließend zu diskutieren und das Beste herauszuholen (das KB berichtete).

Seit 2015 ist der neue Skatepark auf der Hüls in Planung. Aufgegriffen wurde die Idee in einem von der Wallfahrtsstadt Kevelaer durchgeführten Jugendhearing. „Dies ist mein Baby“, sagt Tobias Gruyters von der Jungen Union, der begeistert von dem Bauvorhaben ist. Selber skatet er nicht, doch war er von Anfang an bei den Überlegungen dabei und hat die Durchführung mit ins Rollen gebracht. Wichtig waren ihm die Möglichkeiten, einen öffentlichen Treffpunkt zu schaffen, an dem sich Jung und Alt gerne aufhalten, was genügend Bänke, gute Müllversorgung, ausreichende Beleuchtung als auch gut zu erreichende Sanitäranlagen einschließt.

Sicherheit, Schallschutz und Bodenanalyse

„Das ist das erste Mal, dass wir einen Park nach einem Stadtsymbol kreiert haben“, erwähnt Rodrigo Vidales. Er ist begeisterter BMX-Fahrer, aber auch in der Skaterszene zu Hause. Mit James T. Dickerson hat er dieses Modell nach den Vorschlägen der Jugendlichen ausgearbeitet. Dickerson war aktiver Skater in den USA. Seit 20 Jahren lebt er in Deutschland. „Ich habe super gerne geskatet, doch irgendwann musste ich auch Geld verdienen.“ Im Kölner Büro hat er schon viele Skateanlagen gestaltet. Doch nicht nur das Layout oder die jeweiligen Sportvariationen werden bei der Planung berücksichtigt. Besonders Sicherheit, Schallschutz, Bodenanalyse sowie der Grundwasserstand, die ebenfalls grundsätzliche Bestandteile sind, müssen als erstes gewährleistet sein.

„Steht das Grobe, kann man zum Feinen übergehen. Und Jungs: Hier ist noch nichts in Stein gemeißelt“, betont Dickerson und nimmt die Verbesserungsvorschläge der Skater gerne an. „Die Zuläufe sind cool mit zwei Hotspots, man kann an mehreren Stellen gut Speed aufbauen, doch die Welle müsste eckig sein“, findet Nik Moors. Alle Skater sind sehr interessiert, dass das Optimum erreicht wird.

Hohe Summe investiert

Es ist eine bedeutende Summe, die hier, unterstützt durch das „LEADER“ Förderprogramm, verwendet werden soll. „Eine Anlage in dieser Bauweise, ohne Holz aber mit hochwertigem Beton hat eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren und verursacht relativ wenig Folgekosten“, erläutert Dickerson. Ulrich Berns betont die Nähe zum Schulgelände. „Wir planen, die Anlage im Schulunterricht einzubinden. Nicht nur im sportlichen Bereich, auch für Kunst AGs ist es bestimmt interessant, die Anlage durch Graffitis mit zu gestalten.“ „Es gibt einen Ehrenkodex unter den Writern“, bekräftig Moors die Aussage. „Kein Sprayer crosst ein anderes Bild.“ Fertige Kunstwerke bleiben so meist erhalten. Die Anlage wird nicht wild besprüht.

Vanessa Freienstein lobt die räumliche Nähe zum Jugendzentrum. „Man kann gewiss Vereinbarungen treffen, dass der Begegnungsraum sowie die Toiletten des Jugendzentrums genutzt werden können. Und das Pizzataxi findet diesen Ort bestimmt leichter als den Platz an der B9.“ Durch die Nähe zur Stadt wünschen sich die Planer auch mehr Präsenz für diese Sportart. Die Fläche um den Park herum lädt zum Verweilen ein. Aufgrund einer integrierten grünen Hügellandschaft konnte auf die geplanten vier Meter hohen Schallschutzwände verzichtet werden. Die Parkanlage wird dadurch offener. Die sichere Nähe zur Innenstadt sowie die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der Hindernisse machen den Skatepark auch für Anfänger jeden Alters interessant.

Im Hinblick darauf, dass das Surfen auf dem Asphalt im nächsten Jahr zur Olympischen Disziplin zählt, freuen sich alle Skater, im Sommer 2021 – nach einer dreimonatigen Bauphase, an der sie sich durchaus beteiligen möchten – mit vollem Speed über die Bahnen gleiten, springen oder schweben zu können.