Beiträge

Der Kevelaerer Ditmar Schädel hat einen Bürgerantrag an die Verwaltung gestellt

Forderung nach Verbot für Feuerwerk

Knall, Bumm, Peng. Für viele Fans der Pyrotechnik ist der 31. Dezember ein Highlight im Jahr. Auch in Kevelaer wird an Silvester von Privatpersonen jedes Jahr leuchtendes Feuerwerk gezündet.

Stadtverwaltung appelliert an Vernunft der Bevölkerung über die Feiertage

„Wenn man Omikron nicht hätte…“

Lange hielt sich in diesem Jahr die Hoffnung auf ein annähernd gewohntes Weihnachtsfest und einen Jahreswechsel mit Feierstimmung…

Die Corona-Silvesternacht fiel deutlich ruhiger aus

Dass die Silvesternacht in diesem Jahr Corona-bedingt ruhiger ablaufen würde als sonst, war bereits abzusehen: Der Verkauf von Feuerwerk war verboten und auch die Kontaktbeschränkungen waren eng gefasst. Dass allerdings auf den Straßen der Wallfahrtsstadt zeitweise weit und breit kein Mensch zu sehen war, davon war selbst Ordnungsamtschef Ludger Holla überrascht. „Ich habe keinen Menschen gesehen“, habe einer seiner Mitarbeiter nach einer Rundfahrt durch Kevelaer am Silvesterabend berichtet. „Wir haben auch wenig Feuerwerk feststellen können“, ergänzt Holla. Dieses Empfinden einer ruhigen Silvesternacht ohne Zwischenfälle bestätigen auch Polizei, Feuerwehr und das Marienhospital.

Die Zahl der Einsatzkräfte der Polizei seien wie zu Silvester gewöhnlich erhöht worden, berichtet Polizeioberkommissarin Anna Stammen. Zu insgesamt vier Einsätzen mit Silvesterbezug mussten diese in der Zeit vom 31. Dezember 2020, 18 Uhr, bis 1. Januar 2021, 6 Uhr, in Kevelaer ausrücken. „Zu den Einsätzen zählten unter anderem eine Sachbeschädigung durch einen Feuerwerkskörper und eine Alarmauslösung in einem Kiosk“, so Stammen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es acht Einsätze.

Für die Freiwillige Feuerwehr Kevelaer gestaltete sich die Nacht noch ruhiger. Die Kameraden mussten zu keinem einzigen Einsatz ausrücken. „Das Verkaufsverbot hat sicher dazu geführt, dass im Vergleich zum Vorjahr erheblich weniger Feuerwerk abgebrannt wurde. Das hat jeder wohl festgestellt. Aus Sicht der Sicherheit hat sich aus dem Verkaufsverbot die – im Nachhinein ‚Gott sei Dank‘ unbegründete – Sorge ergeben, wie die Menschen darauf reagieren, ob mit illegalen Bestellungen und zusätzlich gefährlicher Pyrotechnik aus dem Internet, oder mit anderen selbstgebastelten Gerätschaften“, erklärt Wehrleiter Georg Metzelaers. Da die Silvesternacht für die Kevelaerer Feuerwehr auch sonst eher ruhig verläuft – im Vorjahr zum Beispiel gab es lediglich einen silvesterunabhängigen Einsatz – machten sich für die Kameraden die Corona-Beschränkungen nicht wirklich bemerkbar. 

Wieder gemeinsam feiern

Metzelaers dankt den Kevelaerer Bürger*innen für ihr Verhalten: „Silvester 2020 war von der Pandemie und vom Shutdown mit seinen Auswirkungen geprägt. Zunächst danke ich allen Mitbürgern in Kevelaer und auch in allen Ortschaften dafür, dass sie sich weitestgehend an die Auflagen und Empfehlungen aus der Politik und der Wissenschaft gehalten haben. Diese Einschränkungen können wir nur alle gemeinsam durchstehen und dann, wenn es vorbei ist, auch wieder alle gemeinsam feiern und das Leben miteinander gestalten.“

Nicht zuletzt ist es auch für das Kevelaerer Marienhospital stets eine gute Nachricht, wenn nach einem Jahreswechsel keine hohen Fallzahlen der Notaufnahme stehen. Christian Weßels, Sprecher des Karl-Leißner-Klinikums, berichtet, dass es in Kevelaer keine Notfälle mit direktem Bezug zu Silvesterfeierlichkeiten gegeben habe. Generell habe sich an der Versorgungslage von Covid-19-Patient*innen in Kevelaer in den vergangenen Wochen nichts geändert. „Im Marienhospital wird weiterhin kein Covid-19-Patient auf der Intensivstation behandelt. Personell ist das Marienhospital gut aufgestellt, so dass die Versorgung auch über die Feiertage und den Jahreswechsel zu jeder Zeit gewährleistet war.“    

Nicht zufrieden mit den Entwicklungen um Covid-19

Nachdem in den vergangenen Wochen ein vorsichtiger Optimismus bei Bürgermeister Dominik Pichler und Ordnungsamtschef Ludger Holla zu spüren war, war die Stimmung Anfang dieser Woche erneut gedrückt. Zwar liegt die 7-Tage-Inzidenz in Kevelaer knapp unter 100 (Stand Montag, 7. Dezember) und im Kreis Kleve bei 87,4 (Montag, 7. Dezember), doch die gewünschte Wirkung der verstärkten Maßnahmen ist noch nicht wahrnehmbar. Zum Vergleich: Bereits vor zwei Wochen war der Wert für den Kreis auf 92,8 gesunken (23. November). Seitdem gab es sowohl nach oben als auch nach unten leichte Schwankungen. Merklich und vor allem dauerhaft gesunken ist die 7-Tage-Inzidenz allerdings nicht. Mit der beinahe Stagnation seit geraumer Zeit sind die Verantwortlichen der Stadt Kevelaer nicht zufrieden. „Wir hatten die Hoffnung, dass wir unter die 50 kommen“, verdeutlicht Ludger Holla. Von diesem Ziel ist sowohl Kevelaer als auch der Kreis Kleve aktuell noch weit entfernt.

Neben dieser ohnehin nicht zufriedenstellenden Entwicklung sei in Kevelaer auch weiterhin ein „diffuses Geschehen“ zu beobachten, sagt Holla. Es können keine sogenannten Hotspots ausgemacht werden – auch nicht in den Einrichtungen der Marienstadt. Aktuell sei die Gesamtschule sowie der Kevelaerer St. Antonius Kindergarten betroffen. An der Schule musste sich ein Kurs in Quarantäne begeben, da ein Infektionsfall bekannt geworden war, nachdem sich die Schüler*innen auf engem Raum aufgehalten hatten. Am 10. Dezember wird es eine Reihentestung geben. Im genannten Kindergarten ist nach einem Infektionsfall eine Gruppe von der Quarantäne betroffen. „Wir sind zwar noch weit entfernt von den 35, die wir mal haben wollten, aber wir sind zumindest unter 100“, sagt Holla mit Blick auf die 7-Tage-Inzidenz. „Also man kann ganz deutlich sagen: Wir sind noch nicht über den Berg.“

Maskenpflicht nicht durch Kevelaerer Stadtverwaltung eingeführt

Nachdem die seit Anfang Dezember geltende Maskenpflicht in bestimmten Bereichen in Kevelaer für Diskussionen gesorgt hatte, stellte Pichler nun noch einmal klar: Es gibt keine Allgemeinverfügung für Kevelaer, die diese Maßnahme vorschreibt. Die Änderung ergibt sich aus der neu aufgelegten Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen, die das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in festgelegten Bereichen vorschreibt. Demnach müssen in allen Innen- und Außenbereichen, wo Menschen auf engem Raum für längere Zeit aufeinandertreffen Masken getragen werden. Dazu gehört auch die Maskenpflicht vor Geschäften und Einkaufszentren sowie den dazugehörigen Parkplätzen. Die Stadt Kevelaer hat mit der Benennung bestimmter Straßen und Plätze lediglich die in der Coronaschutzverordnung angesprochenen Bereiche für die Wallfahrtsstadt definiert (das KB berichtete). Denn auf der Haupt- und Busmannstraße beispielsweise bewege man sich auf relativ engem Raum und zudem dauerhaft vor Geschäften, erklärt Pichler.

Zugleich macht er deutlich, dass diese Änderung nicht bedeute, dass das Ordnungsamt nun auf Dauerstreifzug in Kevelaer unterwegs sei. Es werde stichprobenhaft kontrolliert. Und falls tatsächlich eine Person in ausgewiesenen Bereichen keine Maske tragen sollte, gibt’s künftig eine gelbe Karte inklusive Einwegmaske vom Ordnungsamt – als „freundlichen Hinweis“, sagt Holla. Das Ziel sei nicht, mit Bußgeldern um sich zu werfen.

Kein Spielraum für Lockerungen

Ein Thema, über das sich die Verantwortlichen der Stadtverwaltung in diesen Tagen auch Gedanken machen, sind die Silvesterfeierlichkeiten. „Die derzeitige Entwicklung der Zahlen lässt eigentlich keinen Spielraum für Lockerungen“, sagt Holla. Aktuell sind genau solche in NRW allerdings geplant. So dürfen sich im Zeitraum vom 23. Dezember 2020 bis 1. Januar 2021 bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen. Einschränkungen gibt es seit den jüngsten Beratungen von Bund und Ländern für das Zünden von Feuerwerk – auf belebten Plätzen in der Öffentlichkeit ist dies untersagt.

In Kevelaer wird es ein solches Verbot aus folgendem Grund nicht direkt geben: Die Stadt wird keine Bereiche als solche „belebte Plätze“ definieren. Es gebe in der Regel an Silvester an keinem öffentlichen Bereich in Kevelaer Menschenansammlungen, die sich zum „Böllern“ treffen, erklärt Pichler. Dennoch lautet der klare Appell: Es wird niemandem schaden, zumindest für dieses Jahr auf das Zünden von Feuerwerkskörpern zu verzichten. Das gelte auch für den privaten Bereich – „auch wenn es getroste Gründe gibt, das nächste Jahr zu begrüßen. Denn hinter dieses Jahr kann man einen Haken machen“, meint Pichler.

In Kevelaer gab es einen kleinen Corona-Schreckmoment

„Wir haben seit einiger Zeit die Situation, dass die Welle gebrochen ist“, verkündet der Kevelaerer Bürgermeister Dominik Pichler am Donnerstag, 26. November 2020. Damit nimmt er Bezug auf die 7-Tage-Inzidenz, die kreisweit seit einigen Tagen beinahe kontinuierlich sinkt. Montag habe es dann allerdings „einen kleinen Schreckmoment“ gegeben. An diesem Tag habe Kevelaer bei der 7-Tage-Inzidenz nämlich einen Wert von 165,5 erreicht und war damit Spitzenreiter im Kreis Kleve. Inzwischen liegt der Wert aber wieder bei ca. 125 (Stand Donnerstag, 26. November). Pichler und Ordnungsamtschef Ludger Holla zeigen sich insgesamt zufrieden mit dem Verhalten der Kevelaerer Bevölkerung in der Krise.

Es habe bisher weiterhin keine Verhängung von Corona-bedingten Bußgeldern gegeben, erklärt Holla. Auch das Bild, das sich in der Kevelaerer Innenstadt biete, sei zufriedenstellend. Obwohl es in der Marienstadt lediglich eine Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in frequentierten Bereichen gibt, sieht man in der Tat an betreffenden Orten kaum Leute ohne Maske. Für diese freiwillige Schutzmaßnahme finden Pichler und Holla erneut lobende Worte.

Diffuses Geschehen

Hinsichtlich der verlängerten Corona-Einschränkungen im Dezember machte Pichler deutlich, dass eine Ungeduld zwar menschlich nachvollziehbar sei, die Maßnahmen zur Eindämmung aber nötig wären. Denn auch im Kreis Kleve kann sich noch niemand entspannt zurücklehnen. Für Kevelaer erklärt Pichler: „Wir haben weiterhin ein diffuses Geschehen“ und man könne bei den Corona-Positiven „nur in Teilen nachverfolgen, wo sie sich infiziert haben.“ Weiterhin gilt, fügt Holla hinzu: „Wir haben keinen lokalisierbaren Hotspot, auf den wir das zurückführen können.“

Dennoch scheinen die Maßnahmen Wirkung zu zeigen: Vor drei Wochen, am 6. November, lag die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Kleve noch bei einem Wert von 133,1. Am heutigen Freitag, 27. November, liegt dieser bei 84,2. Ausschläge nach oben gab es in den vergangenen Tagen nur selten.

Trotz der sinkenden Werte ist eine funktionierende Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und dem Kreis nach wie vor unerlässlich. „Die Signale, die wir aus dem Kreishaus kriegen seit Anfang November, sind sehr gute“, verdeutlicht Pichler und richtet damit Lobesworte an die neue Landrätin des Kreises Kleve, Silke Gorißen, die seit November im Amt ist. Sie habe gute Wege hinsichtlich der Kommunikation eingeschlagen. So informiert der Kreis neuerdings zum Beispiel regelmäßig über die im Kreiskrisenstab besprochenen Inhalte.

Unterstützung des Einzelhandels

Die von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungen zu Weihnachten, die beinhalten, dass sich bis zu zehn Personen aus unterschiedlichen Haushalten treffen dürfen, befürwortet Bürgermeister Pichler. Mit Blick auf die Vorweihnachtszeit sei es ihm an dieser Stelle einmal besonders wichtig, „eine Lanze für den Einzelhandel zu brechen.“ Denn eines stehe fest: „Man braucht sich nachher nicht über den Leerstand in der Innenstadt wundern“, wenn die Weihnachtseinkäufe, Gutscheine und Geschenke alle im Onlinehandel besorgt werden. Besonders in dieser Zeit seien die lokalen Einzelhändler auf die Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen.

Mit Blick auf Silvester sieht Pichler für Kevelaer keine großen Problemstellen. Die „öffentlichen Plätze“, auf denen das Zünden von Silvesterknallern nach den Beratungen von Bund und Ländern verboten wurde, seien in der Wallfahrtsstadt überschaubar. Riesige Menschenansammlungen gebe es in Kevelaer an Silvester ohnehin an öffentlichen Plätzen nicht. Das könne man schlichtweg nicht mit den Zuständen in Großstädten vergleichen. „Da müssen wir gucken, dass wir die berühmte Kirche im noch berühmteren Dorf lassen“, sagt Pichler. Auch hier sei ein Appell an die Vernunft der Bürger gerichtet, sich an die Vorgaben zu halten.