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Seniorenberatungsbüro in Kevelaer plant einen Tag der offenen Tür

„Helma hilft“ den Senior*innen

Vor rund drei Monaten hat das Seniorenberatungsbüro „Helma hilft“ des AWO Kreisverbands Kleve e.V., seine Arbeit in Kevelaer aufgenommen. In dieser Zeit fanden schon einige Beratungen vor Ort und in Form von Hausbesuchen statt.

Hohe Impfbereitschaft im Josef-Haus

Nahezu alle Bewohner*innen und weit über drei Viertel der Mitarbeitenden des Josef-Hauses in Wetten haben die erste Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Damit bildeten sie den Start der Impfungen in Kevelaer. Insgesamt 41 von 43 Bewohner*innen und 51 von 61 Mitarbeitenden ließen sich den kleinen, aber wichtigen Pikser geben. Obwohl eine solch umfassende Aktion Neuland für das Seniorenhaus des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer ist, ermöglichte die gut abgestimmte Organisation einen zügigen und reibungslosen Ablauf.

Bereits vor Bekanntgabe des Impftermins seien die nötigen Formalien und organisatorische Dinge erledigt worden, erklärt Hausleitung Ursula Steegmann. Über die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) habe man am 6. Januar Bescheid bekommen, dass am 9. Januar die Impfungen in der Einrichtung erfolgen werden. Das Prozedere sei bereits im Dezember klar gewesen, die Dokumente waren vorbereitet und auch die Impfbereitschaft unter den Bewohner*innen und Mitarbeitenden wurde direkt nach Weihnachten abgefragt. Am 2. Januar gab es außerdem die nötigen Absprachen mit dem leitenden Impfarzt des Kreises Kleve sowie mit dem Twistedener Ärztepaar Ursula und Christoph Starke, die die Impfungen im Josef-Haus durchführten. Durch sie sei von Beginn an eine enge Betreuung gewährleistet worden, betont die Hausleitung. Ursula Starke sei am 4. Januar unter anderem für einen zusätzlichen Besuch in der Einrichtung gewesen, um den Bewohner*innen und Mitarbeitenden offene Fragen zu beantworten.

Nicht nur darüber ist die Hausleitung erleichtert: „Ich freue mich für die Senioren in unserer Einrichtung. Denn der Impfschutz nimmt den Bewohnerinnen und Bewohnern die vielfach zu spürende Sorge vor einer Infektion.“ Für die Einrichtung bedeute die Impfung – vor allem auch die hohe Impfbereitschaft – eine gewisse Sicherheit. Auch die Senior*innen sehen den Impfstart positiv und nahmen den kleinen Pikser gerne in Kauf. Die Teilnahme an der Impfung war für sie daher selbstverständlich – auch weil man in einer Gemeinschaft lebt. Dies belegt auch die hohe Impfbeteiligung von über 95 Prozent. Lediglich zwei Bewohner*innen konnten aufgrund ihres Gesundheitszustandes noch nicht an der Impfung teilnehmen. 

Wohnflügel für Wohnflügel wurde dann am Samstag in die im Obergeschoss eingerichtete Impfstation geleitet, wo bereits das Impfteam bereitstand. Die eigentliche Impfung dauerte nur wenige Augenblicke. Nach der Impfung wurden alle Teilnehmer*innen in einem Beobachtungsraum überwacht. Zum Abschluss bekam jeder, egal ob Mitarbeiter*in oder Bewohner*in, noch eine Rose überreicht – als kleines, aber wichtiges Dankeschön für die Teilnahme an der Corona-Schutzimpfung. 

Bisher seien bei keinen Bewohner*innen Nebenwirkungen der Impfung beobachtet worden, teilte Steegmann am Dienstag, 12. Januar, mit. „Sie werden ganz engmaschig beobachtet“, versichert die Hausleitung. 

Schutz für sich selbst, die Familie und andere

Im Vergleich zu anderen Einrichtungen war die Impfbereitschaft mit 84 Prozent auch in der Mitarbeiterschaft der Caritas erfreulich hoch. „Mit der Impfung möchte ich die Gemeinschaft, meine Familie und auch mich schützen“, bringt Pflegefachkraft Stephanie Hartmann ihre Motivation auf den Punkt. 

„Wir sind damit sehr zufrieden“, betont Christian Hälker seitens des Caritasverbandes. Das sei „ein sehr guter Wert.“ Von den zehn nicht geimpften Mitarbeitenden hätten teilweise gesundheitliche Aspekte gegen eine Impfung gesprochen, teilt Steegmann dazu mit. Eine erneute Möglichkeit der Impfung im Josef-Haus gebe es nicht, erklärt Hälker. Die Mitarbeitenden, die sich vielleicht doch noch für eine Impfung entscheiden, müssen sich in den Ablauf der Impfzentren einreihen. Steegmann hat dazu eine klare Meinung: „Wir sind alles erwachsene Menschen, wir haben keine Impfpflicht. Ich akzeptiere es, wenn Mitarbeiter sagen, dass sie sich nicht impfen lassen.“ Sie verurteile niemanden dafür. „Das steht mir auch nicht zu. Ein Nein ist ein Nein und ein Ja ein Ja.“ Außerdem habe die Aussage überwogen, dass man sich „im Moment noch nicht“ impfen lassen wolle – vielleicht aber später.

In zweieinhalb Wochen, am 30. Januar, erfolgt die Impfung der zweiten Dosis im Josef-Haus. Das baldige Abschließen der Impfungen bedeutet allerdings nicht, dass Vorsorgemaßnahmen wie das Tragen einer Maske oder die Corona-Tests zurückgefahren oder eingestellt werden, sagt Caritas-Sprecher Christian Hälker. „Die Verordnungen bestehen ja logischerweise weiter. Und die Übertragungswege trotz Impfungen sind ja auch weiterhin unklar.“

Kampagne „Impfen? Ja, klar!“ ging an den Start

Um noch einmal verstärkt für die Impfung – vor allem unter den Mitarbeitenden – zu werben, hat der Caritasverband Geldern-Kevelaer nun die Kampagne „Impfen? Ja, klar!“ Ins Leben gerufen. In deren Rahmen sprechen sich Arbeitskräfte für die Corona-Schutzimpfung aus, unter Angabe ihrer ganz persönlichen Beweggründe. 

Alexander Florié-Albrecht & Elena Gavriil

Ein Lichtblick für die Seele

Denjenigen, die unter der Pandemie mit am meisten gelitten haben, eine Freude zu machen, ist das Ziel einer gemeinsamen Aktion, die das Unternehmen Eurofleurs, das „Cafe Binnenheide“ und zwei Kevelaerer Künstler auf die Beine gestellt haben.

Die Partner machen sich mit einem kulinarischen und künstlerischem Angebot zu vier Altenheimen in Kevelaer und Walbeck auf. Den  Auftakt machte Sonntag das Winnekendonker Katharinenhaus. Initiatorin der Aktion ist „Eurofleurs“-Chefin Ann Elbers. „Normalerweise haben wir ein Budget für Spenden jedes Jahr und die Mitarbeiter entscheiden, wofür das gespendet wird. Wir haben zehn Jahre lang das „Haus der kleinen Forscher“ unterstützt, und hatten Ende 2019 gesagt, dass wir für 2020 wir was Anderes machen wollen.“

Dann kam der erste Shutdown. „Wir haben alle Panik bekommen, wurden drei Wochen lang schwer davon getroffen, konnten es aber noch ausgleichen. Dann kam aber die Frage, was machen wir mit den Spenden?“ Es kamen viele gute Ideen auf, „ein Hin und Her.“
Schließlich kam der Gedanke, was zu machen, „was der Kultur, der Gastronomie und unseren Mitmenschen was Gutes tut“, im Sinne des Menschlichen und der ökonomischen Nachhaltigkeit.

Im Mitarbeiterkreis wurde herumgefragt, wen man denn so kennt als Künstler – und eben auch aus Kevelaer. „Da bin ich zunächst zufällig an Tobias Velmer geraten.“ Der Zauberer war sofort „Feuer und Flamme“, mitzuwirken. Velmer sagt: „Zauberei ist grundsätzlich etwas, was das Kindliche in uns allen weckt. Entgegen der analytischen Weltsicht geht das eher auf die Fähigkeit des Staunens, nicht des Täuschens. Und das geht in jedem Alter.“

Geschenke, Musik, Zauberei – da kam Freude auf. Foto: privat

Weihnachtsgefühle

Mit seiner Kunst will er dazu beitragen, „etwas Weihnachtsgefühle zu schaffen – die Menschen erreichen, die fernab von Kontakten in den Wohnheimen sind und schlecht Besuch erhalten können.“

Velmer verwies Elbers dann an den Gitarristen Levin Ripkens, der gerne über diesem Weg wieder aktiv werden wollte. „Dadurch, dass ich als Musiker ziemlich gebeutelt war die Monate, war ich froh, dass irgendwann was laufen sollte im Dezember“, erzählte der 30-Jährige.

Nebenbei jobbte der Musiker sogar im „Regina Pacis“-Altenheim als Pflegehelfer. „Da sind mir ja alle Sachen weggebrochen. Da kenne ich mich jetzt auch ein bisschen aus.“ Und dort habe er den Menschen spontan auch mal Heintje vorgesungen. „Die haben sich alle gefreut.“

Für die Aktion durfte der Musiker sein Repertoire „ein bisschen umstricken“ und „ein paar Weih-nachtslieder und Schlager“ zum Besten geben. „Ich habe noch nie Freddy Quinn gespielt – aber von meiner Mutter Monika Vos kenne ich die ganzen Songs.“

Dementsprechend freute er sich, „dass die sich einfach nur freuen, dass sowas stattfindet und für eine Stunde was anderes haben.“

Schließlich stieß noch Dennis van den Berg vom „Café Binnenheide“ dazu. „Wir hatten uns in der Stadt getroffen, da hatte ich schon ein schlechtes Gewissen, weil wir uns lange nicht mehr gesprochen hatten“, erzählt Elbers. „Da habe ich mir gedacht, er könnte da auch behilflich sein.“

So war das Ganze in einer dreiwöchigen „Hauruck-Aktion“ zusammengefügt.

Auch der Weihnachtsmann besuchte die Senioren. Foto: privat

Sozial und ethisch

„Das ist ein tolles soziales und ethisches Projekt, wo alle was von haben. Das macht Weihnachten für mich persönlich zu einem noch schöneren Weihnachten, weil wir was Gutes tun können“, meint van den Berg dazu. So kann er seine Weihnachtstorten    und die besondere Glückskeks-Weihnachtsmischung mit vier verschiedenen Sorten mit Tannengrün im Nikolaus-Kostüm an den Mann und die Frau bringen.

Von Eurofleurs gibt es ein „Giveaway“ mit Plätzchen und Blumen aus dem hauseigenen Sortiment mit einer Danksagungskarte. „Die kriegen auch alle Mitarbeiter der vier verschiedenen Einrichtungen – als Danke auch für deren Mühe und die ganze Arbeit und Zeichen, dass wir auch an sie denken.“

Die Gruppe steht dabei vor den Türen der jeweiligen Häuser – mit der entsprechenden Technik mit Mikrofonen für Musik und Zauberei. „Natürlich besteht dann immer noch Distanz“, sagt Levin Ripkens. „Aber die Nähe schaffen wir über Sprache, Klang, die Zauberei. Das Kulinarische kommt dann noch dazu.“ Es ist ein gemeinsames Erleben, die Hoffnung, dass so auch Gemeinschaft entstehen kann.“

Am Sonntag lief das Ganze am Katharinenhaus Winnekendonk, am Mittwoch im Josefshaus Wetten. Das Clemenshaus Kevelaer ist am 19. Dezember dran – den Abschluss bildet dann die Walbecker Semiorenresidenz am vierten Advent.

Die Leiter der beteiligten Einrichtungen freuen sich sehr über die Initiative. „Jede Aktion, die für unsere Bewohner Abwechslung bringt, ist immer willkommen. Und dieses Jahr ist es intensiver als sonst, was ganz Besonderes für alle“, meint Dirk Winthuis vom Clemenshaus.

Wenig Kultur

Ähnlich sieht es Ursula Steegmann vom Josefshaus Wetten. „Es gab ja wenig kulturelle Veranstaltungen im Haus, man musste von vielem sonst Selbstverständlichem Abschied nehmen“ – ob nun Martinszug oder andere Dinge. Aber die Hausgemeinschaft sei enger zusammengerückt, das Erleben viel bewusster. „Das hier, das tut der Seele gut.“
Und Sabine Vohwinkel vom Katharinenhaus sah den wichtigen Aspekt, „dass wir mal aus dem Alltag rauskommen“ und mit Gesang und Musik gerade die ältere Menschen in ihren Erinnerungen schwelgen können. „Das hebt die weihnachtliche Stimmung – und ein Zauberer, das sieht man nicht jeden Tag. Das ist ein kleiner Lichtblick.“

„Liebe Personen im Altenheim,…“

Das Logo der digitalen Brieftaube. Grafik: Caritasverband Geldern-Kevelaer

Virtuelle und klassische Briefe mit Gedichten, Bildern und aufmunternden Worten: Um in der bevorstehenden Adventszeit, den Seniorinnen und Senioren in Kevelaer und Geldern erneut Hoffnung und menschliche Wärme zu vermitteln, lässt der Caritasverband Geldern-Kevelaer die „Digitale Brieftaube“ starten. Gleichnamiges Projekt ist eine Initiative der Youngcaritas Deutschland und entstand aus dem Wunsch heraus, der Vereinsamung der Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen entgegenzuwirken, die sich aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen ergeben.

Mitmachen ist ganz einfach: Nicht nur Kinder und Jugendliche sind aufgerufen, einen Brief an eine Person im Seniorenheim zu schreiben. Gerne können selbstgemalte Bilder, kurze Gedichte oder lustige Witze hinzugefügt werden. Diese werden dann entweder per Post an das Freiwilligen-Zentrum Gelderland oder per Mail an freiwilligen-zentrum@caritas-geldern.de gesendet. „Wir überreichen die Briefe dann älteren Mitmenschen in der ambulanten und stationären Pflege, um ein Zeichen gegen die Einsamkeit zu setzen“, beschreibt Regina Matzke, Koordinatorin der Aktion, das weitere Vorgehen. Die schön gestalteten Briefe mit guten Wünschen und aufmunternden Worten sollen das Gefühl, „vergessen worden“ oder „eine Last der Gesellschaft“ zu sein, für einen Moment in den Hintergrund rücken. „Vielmehr schenken die fleißigen Briefschreiber Hoffnung und Freude“ ist sich Matzke sicher und hofft auf eine rege Beteiligung.

Die digitale Brieftaube könnte übrigens dauerhaft fliegen. „Je nach Projekt- und Pandemieverlauf können weitere Grußsendungen zu Anlässen wie Neujahr und Frühlingsbeginn verfasst und übergeben werden“, blickt Matzke in die Zukunft. Zudem kann die Aktion unter #digitaleBrieftaube mitverfolgt werden.

Digitale Briefe und Fotos an: freiwilligen-zentrum@caritas-geldern.de.

Klassische Briefsendungen an
Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V.
Freiwilligen-Zentrum Gelderland
Digitale Brieftaube
Südwall 52
47608 Geldern

Senioren nehmen Auszeit auf der Insel

Gerade noch zur rechten Zeit machten sich Anfang Oktober fünf Bewohner des Katharinen-Hauses in Winnekendonk und fünf Begleiter auf den Weg nach Borkum. Nur kurze Zeit später wäre diese Reise, die im März bereits ausgefallen war, aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht mehr möglich gewesen. Umso glücklicher berichtete nun Claudia Püschel vom Sozialen Dienst des Hauses über die gelungene kleine Insel-Auszeit: „Es war super schön.“ Für eine bleibende Erinnerung haben die Bewohner selbst gesorgt: Zum Lied „Buhne Vier“ der a-cappella-Gruppe „Basta“ drehten sie auf Borkum ein Musikvideo. Nachdem die Senioren bereits zum Lied „Reggaeton im Altenheim“ vor der Kamera gestanden hatten, kam die Band im Frühjahr sogar für einen Auftritt nach Winnekendonk. Jetzt warten alle sehnsüchtig auf das Ergebnis des kleinen Videodrehs am Strand.

Die Idee für einen Bewohnerurlaub habe die Einrichtungsleitung Sabine Vohwinkel angestoßen. In diesem Jahr sei das Ganze nun zum ersten Mal umgesetzt worden. Möglich war die Fahrt vom 4. bis 9. Oktober vor allem durch Spenden: Die Adelheid-Hüffer-Stiftung, die Pfarrcaritas, der Gemeindeausschuss Winnekendonk, der Inner Wheel Club und Privatpersonen hatten sich beteiligt. Vor allem durch die vergangenen und aktuell wieder schärfer werdenden Corona-Einschränkungen sei der Urlaub außerhalb der gewohnten Umgebung für die Bewohner eine willkommene Auszeit gewesen, meint Püschel. Die besondere Situation habe im Vorfeld zwar dazu geführt, dass immer wieder interessierte Bewohner abgesprungen sind, letztlich fand sich dennoch eine Fünfergruppe zusammen – bestehend aus Helmut Reinartz, Georg Braam, Katharina Hoverath, Elisabeth Billen und Anni Willems.

Auf dem Ausflugsplan standen neben Museumsbesuchen, den Videodrehs und einer Kutschfahrt auch der regelmäßige Genuss eines leckeren Stücks Torte im Inselcafé, sagt Püschel. Aus ihren Erzählungen wird deutlich, dass es vor allem die kleinen Dinge waren, die bei den Senioren für Glücksgefühle sorgten. Einer von ihnen habe unbedingt das Meerwasser an den Füßen spüren wollen. Gestützt von zwei Begleitkräften habe man auch das ermöglicht. Die zahlreichen Aktivitäten, unterhaltsame Spieleabende und das ein oder andere gemeinschaftliche Gläschen Eierlikör und Sekt habe die Gruppe eng zusammengebracht, meint Püschel. Das sei auch im Alltag nach dem Urlaub deutlich spürbar. „Die Zeit war sehr intensiv.“ Die Bewohner hätten sich noch einmal auf anderer Ebene kennengelernt.

Großer Basta-Fan

Die Idee zum Videodreh kam von Püschel selbst. „Ich bin ein großer Basta-Fan“, schwärmt sie von der Band. Außerdem wären die Bewohner schon beim ersten Videodreh mit viel Spaß und Motivation dabei gewesen. Das Material wird nun von Winnie Rüth geschnitten und vermutlich Ende November im Internet veröffentlicht. Ein Link wird zu entsprechender Zeit folgen.

Organisatorisch sei der Ausflug wahrlich eine Herausforderung gewesen, gibt Püschel zu. „Aber durch so viele glückliche Momente wurde man immer wieder entschädigt.“ In Anbetracht der Tatsache, dass im Februar ihre Arbeit im Katharinen-Haus endet, war die Mitarbeiterin des Sozialen Dienstes besonders froh, dass der Urlaub trotz Corona stattfinden konnte. „Das war eine schöne Erfahrung, die ich jetzt noch machen durfte.“

Klangzauber für den Sinnesgarten im Katharinen-Haus

Seit kurzem gibt es mit dem großen Klangspiel ein besonderes Highlight für die Bewohner und Besucher des Katharinen-Hauses (Caritasverband Geldern-Kevelaer) in Winnekendonk. Zu finden ist dieses im Sinnesgarten, der die Wahrnehmung der Besucher in besonderen Maße stärken und inspirieren soll. Angefertigt wurde das Instrument vom Gitarren- und Geigenbauer Jens Towet und seiner Praktikantin Christin Burger.

Es brauchte nicht lange, dass die Betreuungskraft Monika Behrens den Instrumentenbauer, der sonst mit Xylophonen und Glockenspielen eher weniger in Berührung kommt, dafür begeisterte, diese Idee für das Katharinen-Haus umzusetzen. Er entwarf nicht nur das Klangspiel, sondern baute, installierte und stiftete es dem Seniorenhaus. Über 20 Stunden Arbeit stecken im Instrument, das sich aus einem Röhrenglockenspiel und Klangstäben aus Eschenholz zusammensetzt.

„Neugierig haben die ersten Heimbewohner das Klangspiel schon ausprobiert. Es lädt einfach zum Musizieren ein“, freut sich Behrens. „Auch aus einem Rollstuhl heraus ist das Instrument gut erreichbar.“ Markus Kremer, Bereichsleiter Stationäre Pflege des Caritasverbandes Geldern-Kevelaer: „Uns herzlicher Dank gilt Jens Towet. Denn Bewohner und Mitarbeitenden des Katharinen-Hauses freuen sich sehr über die lebendige und klangvolle Bereicherung des Gartens.“

Senioren-WG am Antwerpener Platz

Noch sind die Arbeiten im Erdgeschoss des in leuchtendem Gelb erstrahlenden Hauses am Antwerpener Platz nicht ganz abgeschlossen. Doch Eigentümer Georg Müller aus Straelen ist guten Mutes, dass hier schon bald auch sechs Senioren um die Wette strahlen werden, weil sie ein neues Zuhause gefunden haben. Mit Gisela und Thomas Jung, den Inhabern des Gelderner Unternehmens „Pflege Aktiv“, glaubt er, die richtigen Partner gefunden zu haben. Die beiden betreiben dort mit ihrem Team unter anderem die Tagespflegeeinrichtung „Villa Dullstein“ und die Wohngemeinschaft „Alte Post Geldern“.

Nach dem Vorbild Letzterer sollen in der ehemaligen Orthopädie-Praxis in Kevelaer sechs Wohnmöglichkeiten für pflegebedürftige Senioren entstehen. Sechs Einzelzimmer zwischen 20 und 25 Quadratmetern Grundfläche mit jeweils eigenem, großzügigem und behindertengerechtem Bad sind im Erdgeschoss schon bald bezugsfertig. Ein großer Gemeinschaftsraum mit Küche soll ein gemeinschaftliches Leben ermöglichen. Die Idee ist, dass die Bewohner in die täglichen Abläufe, soweit sie es wollen und ihre Fähigkeiten es zulassen, mit einbezogen werden. Eine fachliche pflegerische und hauswirtschaftliche Begleitung rund um die Uhr sei aber gewährleistet, versichern die beiden Verantwortlichen von „Pflege Aktiv“.

Dass die ehemalige Praxis sich für eine WG für pflegebedürftige Senioren eignete, darin waren sich Hauseigentümer Müller, die Jungs und der Kevelaerer Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns schnell einig. Dank kritisch-konstruktiver Begleitung der Kevelaerer Bauverwaltung stimmten jetzt auch die Rahmenbedingungen. „Ab September, Oktober“ könne das neue Domizil bezogen werden, sind sich die Beteiligten sicher und loben außerdem die zentrale Lage des Objekts am Antwerpener Platz.

Informationen zu der Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Senioren gibt es bei Gisela Jung unter Tel. 01520 / 198 75 66.

Klassische Musik am Wohnstift

Seit Wochen können Musiker keine Live-Konzerte mehr spielen. Menschen können das Erlebnis eines Instrumentenklangs kaum noch unmittelbar erfahren. Da tut es gut, wenn in Zeiten der Corona-Krise Künstler kreative Lösungen suchen, um zu musizieren und Menschen dabei zu erfreuen.

Seit ein paar Wochen ist die frühere Kevelaererin Lea Brückner am Niederrhein unterwegs. Am vergangenen Samstag machte die jetzt in Straelen lebende Violinistin erneut in ihrer früheren Heimat Station – und verwöhnte die vor ihren Wohnungen und auf ihren Balkonen verweilenden Bewohner des Wohnstifts St. Marien mit einem halbstündigen klassischen Konzert.

Viele Ständchen zum Muttertag

Wer am vergangenen Sonntagmorgen durch Kevelaer oder seine Ortschaften lief, vernahm vielleicht aus der ein oder anderen Ecke die Klänge einer Musikkapelle. Anlässlich des Muttertages hatten sich alle Kevelaerer Kapellen auf die Seniorenheime der Wallfahrtsstadt aufgeteilt und dort für die Bewohner und Besucher ein Ständchen gespielt. Bei den Überlegungen, wie man einen Corona-gerechten Auftritt für einen guten Zweck organisieren könnte, fiel den Organisatoren auf, „dass es in Kevelaer gleichviel Altenheime, wie Musikkapellen gibt“, sagt Stefan Jansen vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kevelaer. „Nach positivem Feedback des Ordnungsamtes der Stadt Kevelaer haben wir uns mit allen anderen Musikkapellen in Verbindung gesetzt, ob sie bereit wären ein Ständchen vor einem Altenheim zu präsentieren. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir von allen Kapellen positive Rückmeldungen.“

Für die Bewohner der Seniorenheime, die mit Sicherheitsabstand von draußen oder auch vom Inneren der Gebäude aus zuhörten, war die Aktion eine willkommene Abwechslung. Nach wochenlangem Besuchsverbot brachten die Kapellen mit ihren Ständchen Stimmung in die Einrichtungen – und ließen den ein oder anderen das Thema „Corona“ vielleicht für ein paar Minuten beinahe vergessen.

„Neben der guten Sache und der Freude, die wir den Bewohnern bereiten, zeigt die Aktion, wie wichtig und gut der Zusammenhalt der Kevelaerer Musiker ist. Gerne möchten wir mit unserem Auftritt auch Menschen begeistern, nach der Corona-Krise in die Vereine zu gehen und sich zu engagieren, denn nur dann sind solche Maßnahmen umsetzbar“, appelliert Stefan Jansen, der mit dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Kevelaer die Bewohner des Clemens-Hauses im Klostergarten musikalisch unterhielt.

Sie nutzt die Musik als Mutmacher in der Krise

Wenn Lea Brückner über die aktuelle Situation ihrer Künstlerzukunft nachdenkt, kommen bei ihr gemischte Gefühle zum Vorschein. „Momentan stehen die Chancen bei 50 zu 50, wie sich das nach Corona entwickeln wird“, will sich die 22-jährige Geigerin und frühere Kevelaererin, die trotz des Umzugs nach Straelen noch gute Drähte zur Wallfahrtsstadt hat, da noch nicht abschließend festlegen. Auf der einen Seite sehe sie den Zusammenbruch der öffentlichen Kulturlandschaft. „Viele Musiker sind als freischaffende Künstler unterwegs. Für die ist es sehr, sehr schwierig – vor allem für die, die nicht Studenten sind.“ Aber auch alle Musikstudenten, die als Aushilfen bei Festivals da sind, verdienten nichts. „Ich habe ein Riesenglück, dass meine Familie nicht weit weg wohnt und ich da wohnen kann. Aber ich habe einen Haufen von Freunden an den Musikunis, viele aus dem Ausland, die sind auf das Geld  angewiesen. (…) Und dann fallen halt Konzertanfragen weg.“

Die andere Seite: Vielleicht erschaffen kreative Köpfe in diesen Zeiten ganz andere Formen von Konzerten und Kultur, die vorher noch niemandem eingefallen sind. „Es gibt in solchen Krisen immer Leute, die neue Ideen haben“, hofft Brückner. „Es gibt aber auch die Möglichkeit, dass der Andrang an Kulturveranstaltungen und Zusammenkünften, das normale Leben und Genießen danach eher steigen wird.“ Dazu komme noch die massive Onlinepräsenz mit Live-Konzerten in Wohnzimmern. Da sieht Brückner eine „Riesenchance, weil wir den Leuten viel mehr Einblicke zeigen können – was wir spielen, wie unser Leben so aussieht.“ Viele klassische Musiker zeigten sich jetzt online. So schaffe man Neugier, „dass, wenn Corona zu Ende ist, viele sagen: Da kann ich doch mal vorbeigehen.“ Vielleicht könne die Krise so gesehen auch etwas Positives bewirken, „wenn man von den Geldschwierigkeiten absieht.“

Neue Erfahrungen sammeln

Selbst hat die 22-Jährige, die ihren Master in „Professional Performance“ im Bereich Solo-Geige macht, damit schon Erfahrungen machen können. „Es gab zwei Anfragen für Online-Konzerte, die ich hätte aufnehmen sollen, live. Das ging hier aber nicht, weil ich zu Hause langsames Internet habe.“ So schwenkte sie um, nahm an einem Online-Wettbewerb des „Duo Klier“ aus England teil und nahm sich selbst dazu mit zwei verschiedenen Klangpartien auf. „Das war gar nicht so einfach, das hat gut zwei Tage gedauert, bis es funktioniert hat.“ Zwar habe sie schon erste Studioaufnahmen gemacht, „aber da war ich nicht mein eigener Toningenieur“, um erst die Solopartie und dann das Pizzicato von Vittorio Monti „Czardas“ aufzuzeichnen.

„Da habe ich neue Erfahrungen mit gemacht“, was Technik angeht, aber auch ihr eigenes Spiel, wie man sich als Duo-Partner fühlt. Das Problem sei gewesen, die Melodie einzuspielen und sich dann damit zu begleiten. „Wenn andere Musiker das sehen, werden sie sicher motiviert. Man muss sich neue Aufgaben suchen, um den Alltag zu meistern.“ Und da das Duo Klier sie als Favoritin ansieht, so Brückner, wollen sie ihr ermöglichen, ein  weiteres Video zu machen und zu teilen, um so auf sie aufmerksam zu machen.

Senioren freuten sich über die musikalische Darbietung

Am morgigen Donnerstag spielt sie mit ihrem Konzertpianisten Roman Salyutov zu Hause sechs Mozart-Sonaten ein. Die sind für die Langenfelder „Weik-Stiftung“ bestimmt. Diese Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, für Menschen mit Behinderung den Zugang zu Musik über Online-Aufnahmen zu ermöglichen. Daneben bietet Brückner Pflege- und Seniorenheimen an, für die Bewohner klassische Musik zu spielen. „Da stehe ich im Innenhof, da werden alle Fenster aufgemacht und die Leute stehen dann da und hören zu.“ So geschah es auch am vergangenen Sonntag am „Regina Pacis Haus“ in Kevelaer. „Sehr rührend war: Ich stieg aus und da saßen ein paar Seniorinnen schon bereit. Und als ich da vorbei ging mit Sicherheitsabstand, sagte eine Dame: Ich finde es ja toll, dass Sie sich in dieser Zeit Zeit für uns nehmen.“

Und das Feedback nach dem Konzert war toll. „Die waren so begeistert. Das Ziel war, dass sie mal alles vergessen können, was so läuft zur Zeit – in Erinnerung schwelgen, an die Familie denken können.“ Da sei auch die eine oder andere Träne geflossen. „Und danach saßen fast alle mit einem Strahlen da.“ Es habe den Menschen gutgetan, das Thema Corona gedanklich kurz beiseitezuschieben. „Da war eine Dame, die wollte, dass ein Stückchen davon auf ihr Handy aufgenommen wird. Das ist ja toll, wenn sie das am Abend im Bett nochmal sieht und damit einschläft.“ Daran habe man gesehen, wie überflüssig die Debatte über den Sinn von Kunst und Musik und der Zahlung von Geld an Künstler sei. „Wie die Leute in dieser Zeit auf eine halbe Stunde Musik reagieren, da eine halbe Stunde Pause für sich haben, da sieht man, was das in Menschen auslöst. Eine bessere Heilung für die Seele gibt es nicht“, sagt die Musikerin. Und ihr habe es Freude gemacht, „die Musik zu nutzen, nicht nur, um perfekt zu spielen und um Leistung zu zeigen, sondern die Musik zu nutzen für die Leute, die es schwer haben.“ Insgesamt liegen ihr ein weiteres halbes Dutzend Anfragen aus Geldern, Straelen und Kevelaer vor, die sie in der kommenden Woche wahrnehmen möchte.