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Endlich wieder ins kühle Nass

Als das Kevelaerer Freibad am heutigen Montag, 15. Juni 2020, um Punkt zehn Uhr seine Pforten öffnete, konnte man am Eingang schon eine kleine Schlange zumeist älterer Personen wahrnehmen. „Wir kommen immer um zehn Uhr, bestimmt seit 20 Jahren oder schon länger“, freute sich die 69-jährige Ans Ermer, die für die Schwimmabteilung des Kevelaerer SV früher Hunderten von Kindern das Schwimmen beigebracht hatte. Sonst ziehe sie schon ab Mai ihre Bahnen, jetzt habe man wegen Corona bis Mitte Juni warten müssen. „Da ist man schon selig – besser offen wie gar nix“, meinte sie. Ein anderer Badegast hatte den Zettel mit seinen Daten in der Hand, den er im Vorfeld von der Seite der Stadt Kevelaer heruntergeladen, ausgedruckt und ausgefüllt hatte. „Man kennt ja den Rummel mit dem Abstand, das ist ja schon in Fleisch und Blut übergegangen. Und das ist keine Arbeit, Adresse und Telefonnummer einzutragen“, sah er die Einschränkungen und Vorbedingungen für den Besuch des Freibades relativ gelassen.

Ähnlich betrachtete Dieter Arnold die Situation, als er sich für seine Bahnen fertig machte.„Ich schwimm hier ´ne halbe Stunde und bin wieder weg“, sagte der 66-Jährige und verriet, wie er die schwimmbadfreie Zeit überstanden hatte: „Ich war in Geldern mit dem Ganzkörperanzug im Baggerloch. Aber ich schwimme hier lieber drei- bis viermal die Woche.“

Bademeister Christoph Thyröck wachte über den Ablauf des Ganzen und die Wahrung der Auflagen und der Sicherheit. „Jetzt geht es relativ normal weiter“, meinte er. „Wir haben natürlich Schilder aufgestellt, an der Kasse die Abstandsmarkierungen gesetzt und die Datenerfassung für den Ein- und Ausgang, um die Nachverfolgung zu gewährleisten“, erzählte er, als plötzlich Nicole Gooßens dazwischenkam. „Das ist das sauberste Schwimmbecken hier und ich bin glücklich, dass wir so ein tolles Freibad hier haben“, machte sie deutlich, dass das mal gesagt werden musste.

Offene Bahnen

Der morgendliche Andrang war noch überschaubar.

Erleichtert zeigte sich Thyröck darüber, „dass man unter freiem Himmel die Bahnen nicht mehr einziehen muss“, um da Abstände zu wahren. „Die Rutschen bleiben aber geschlossen, weil der Abstand da nicht geregelt werden kann. Aber im Wasser gibt es da keine Regeln.“ Und dass sich da jemand anstecken kann, davon geht er nicht aus. „Wir haben ja noch das Chlor im Wasser. Das tötet fast alles ab.“

Maximal 400 Personen seien auf der Fläche erlaubt. „Dann machen wir die Tür zu und zählen. Wenn jemand raus geht, kann auch jemand wieder rein“, erklärte er und macht sich aktuell um Andrang am Tor und möglichen Ärger erst mal keine Gedanken. „Wenn es 30 Grad und mehr sind und mehr Leute kommen, dann kann das schon anders sein.“ Aber man habe sich aufgrund des Aufwands bewusst gegen eine Vorbuchung via Internet entschieden. „Wir werden aber auf facebook immer bekanntgeben, wieviele im Bad jeweils aktuell sind.“

Das Café bleibt geschlossen

Diejenigen, die die 50-Meter-Bahn bevölkerten, genossen jedenfalls die lange entbehrte Möglichkeit des Schwimmens. „Es gibt nix Schöneres, da haben wir lange drauf gewartet“, fand Brigitte Kreutz den Aufenthalt im Wasser „einfach nur herrlich.“ Einen Wermutstropfen hatte sie dann aber doch. „Das Café fehlt.“ Bademeister Thyröck bestätigte. „Das Café, das wird dieses Jahr geschlossen bleiben.“ Helmut Langenberg fand „das erste Mal gewöhnungsbedürftig, aber es ist warm genug“ – kein Wunder bei 25 Grad Wassertemperatur.

Auch einige junge Badegäste bevölkerten am ersten Tag das Kevelaerer Freibad – so wie der 14-jährige Noah mit seinen Freunden. „Ich mag Hallenbad ja nicht so, und hier sind wir sonst jeden Tag im Sommer“, empfanden selbst die Jungen den ersten Sprung vom Drei- und Ein-Meter Brett und das Eintauchen in das Wasser als „etwas Besonderes“ in diesem Jahr. Der Plan für den Rest des Tages war für die Kids aber schon ausgemacht. „Wir gehen nur mal zwischendurch was essen und kommen dann wieder her.“

Und tatsächlich bemerkten die Badegäste, die den Bewegungsablauf länger schon nicht mehr gemacht haben, die „Auswirkungen“ ihrer körperlichen Betätigung. „Ich merk‘ dat jetzt schon inne Arme, morgen is‘ Muskelkater“, bemerkte Susanne Jansen beim Aussteigen aus dem Becken. Johanna Verfeld erinnerte sich beim Abtrocknen an die Zeit, als sie mit dem Baden quasi aufwuchs und mit ihren sieben Geschwistern als Älteste ins Freibad ging. „Das hat für mich auch mit Kindheitserinnerung zu tun“, empfand sie die Eröffnung des Bades als Segen. „Das Leben ist schon nicht so leicht, aber einem dann noch das Schwimmen wegnehmen“, das müsse nicht sein.

So wie sie sahen es wohl alle, die an diesem Tag ihre Bahnen zogen, die Idylle des Bades und das warme Nass genossen. Die Gedanken an Corona und die Vorsicht, die schwamm aber durchaus mit. „Es ist ein Stück Risiko und Befreiung“, brachte es Margret Meurs auf den Punkt. „Aber wir können ja nicht drei Jahre lang zu Hause sein, sollten aber vorsichtig bleiben.“

Sie arbeiten für die Gemeinschaft

An diesem Morgen wirkt das Becken des Freibades wie ein gähnendes großes „Loch“. An verschiedenen Stellen des Beckenbodens liegen diverse große Rollen aus Folie. „Ich bin dabei, den Boden vorzubereiten“, beschreibt Heinz-Peter Tebest das, was er gerade mit seinen Mitstreitern da macht. „Wir helfen der Stadt seit gut 25 Jahren bei dem Erhalt der Bäderlandschaft – und hier mit dem Freibad“, erläutert der Leiter des Technikteams. „Das machen alles Mitglieder vom Bäderverein hier.“ Dazu gehöre es zum Beispiel auch, die Wasserleitungen winterfest zu machen oder die Rutschen zu warten.

Teamarbeit ist gefragt.

Jeden Samstag und „auch mal Mittwochs“ treffe man sich so mit sieben bis acht Leuten in der Herbst- und Winterperiode. „Wir fangen so um acht Uhr an, machen so bis 16 / 17 Uhr immer. Das ist ´ne freiwillige Sache. Da bekommt niemand auch nur einen Cent für.“ Vor drei Jahren habe man damit begonnen, die Folien von den Wänden zu erneuern. „Zur Zeit machen wir die Wände und den Boden der Sprunggrube“, erklärt Tebest den Ablauf dessen, was noch ansteht. Dabei werde „die alte Folie abgebrochen, dann die neue Folie geglättet und in die Rinne des Bogens gespannt bis runter auf die Trittstufe.“ Das Bestreben sei, „bis Mai damit fertig zu sein“, wenn es mit der Bädersaison wieder los geht. Das werde zwar bis in die letzte Woche gehen, aber bis jetzt habe man alle Arbeiten immer rechtzeitig geschafft. „Ab September geht es dann an das große Becken.“

Da liegt vor den Männern dann viel Arbeit. „Das sind da 25 Meter lange Rollen. Bei einem Becken von 50 Metern muss man auf der Längsachse dann jeweils zwei Folien zusammenschweißen.“ „Da kommt dann der Estrich von acht Zentimetern und die Schwimmbadfolie, die nochmal draufgeschweißt werden muss.“

Handarbeit ist gefragt

Auch der Feinschliff muss sitzen.

Ein paar Meter von ihm entfernt kniet Herbert van Bühren an der Wand des Springbeckens. „Ich verschweiße hier gerade die Kunststoffbahnen. Das ist schon diffizil, weil die Nähte ganz dicht aneinander verschweißt werden müssen“, erläutert der erfahrene Handwerker. „Das sind so 1,5 Millimeter Dicke, da ist ja auch Gewebe drin. Dafür muss man sich Zeit nehmen, da ist Handarbeit gefragt.“ Auf der großen Fläche mit den Folien „gehen wir dann mit einem Schweißautomaten dran“, erklärt er und konzentriert sich anschließend wieder auf seine Arbeit.

An einer Wand des Großbeckens sind Hans-Dieter Möllerke und ein Kollege zugange. „Wir warten hier noch auf den Schlosser, der kommt in der nächsten Woche. Wir bereiten hier schon mal das Gerüst dafür vor, damit er den Handlauf da montieren kann.“ Möllerke erzählt, dass er bei der Aufbereitung des Bades als Ehrenamtler schon „seit gut 20 / 25 Jahren“ mit dabei ist. „Die Gemeinsamkeit ist wichtig – und der Erhalt der Freibäder für uns und die Enkelkinder.“ Und mit so einem Bad könne die Stadt halt gut Werbung für sich machen.

Dreckablagerungen müssen entfernt werden

Mit der Leiter geht es hinab.

Winnie Stelzer und Robin Völlings lassen derweil eine sechs Meter lange Leiter in das Schwall-becken herunter, steigen mit zwei Wassereimern hinab. „Hier sammelt sich das Wasser des Beckens, was gleichmäßig durch die Filter gepumpt wird. Hier sind Dreckablagerungen, die wir weg machen“, erklärt Stelzer das Procedere.

„Dazu wischen wir hier alles komplett ab, spritzen das von oben nochmal ab. Dann werden wir das Wasser wieder so absenken wie hier, und dann ist das sauber“, sagt Stelzer und erinnert sich daran, dass er die Anlage vor Jahren teilweise mit aufgebaut hat. „Und das hier, das ist das junge Talent“, lobt er seinen jungen Mitstreiter Robin. „Der wird demnächst Architektur und Bauingenieur studieren und das dann hier bestimmt die nächsten 20 Jahre betreuen. Das ist schon sowas wie eine Verpflichtung.“

Schwimmbäder im Kreis Kleve bleiben vorerst geschlossen

Die Kommunen und die Stadtwerke des Kreises Kleve haben Maßnahmen ergriffen, um dazu beizutragen, eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Wie vom Robert Koch-Institut empfohlen, gehört dazu die Umsetzung von vorbeugenden Schutzmaßnahmen zur Unterbrechung etwaiger Infektionsketten. Obwohl es keine Einschätzung zu einer erhöhten Ansteckungsgefahr im Bäderbetrieb gäbe, seien Bäder eine Stätte des Zusammenkommens und des sozialen Kontakts zwischen Menschen, die es zu schützen gelte, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtwerke.

Die Stadtwerke Emmerich, Stadtwerke Goch, Stadtwerke Kleve, Stadtwerke Rees, die Gemeinde Bedburg-Hau, die Stadt Straelen, die Stadt Geldern, die Stadt Kevelaer und die Gemeinde Uedem haben sich daher auch in enger Abstimmung mit den getroffenen Maßnahmen der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen des Kreises Kleve über ein einheitliches Vorgehen abgestimmt und entschieden, den Bäderbetrieb ab Montag, 16. März 2020, bis auf Weiteres einzustellen. Von dieser Maßnahme sind alle Bäder im Kreis Kleve betroffen.

Schwimmer des KSV oft auf dem Treppchen

Die KSV-Schwimmabteilung meldet sich nach mehrjähriger Abstinenz in Sachen „Wettkampfgeschehen“ zurück. Der SSV HellasEmmerich hatte den KSV sowie den Reeser SC zu einem Trainingsvergleichsschwimmen eingeladen.

Die jungen Kevelaerer hatten erstmalig die Gelegenheit, sich mit anderen zu messen. Es galt, nicht nur im Training oder auf der Vereinsmeisterschaft ein guter Schwimmer zu sein, sondern seine Leistung auch auf den Punkt woanders abzurufen. Was auch gelang.

Beim 25 Meter Rückenschwimmen traten Amelie Sensen (Jahrgang 2013) und Tom van Diffelen (Jg. 2010) an und belegten beide den ersten Platz. Beim 50 Meter Rücken belegte Maria Pichler (Jg. 2007) ebenfalls den ersten Platz.

Auf der 25 Meter Brustschwimmstrecke schwamm sich Amelie Sensen auf Platz 2 , Jana Hendricks (Jg. 2012) ebenfalls auf Platz 2, Heidi Jansen (Jg. 2011) sowie Tim Kopietz (Jg. 2011) auf Platz 5. Vergleichbar gut lief es bei den Schwimmerinnen des Jahrgangs 2009, hier belegten Elena van Well den zweiten Platz über 50 Meter Brustschwimmen, Ida van Os einen dritten Platz und Nora de Jonghe den vierten Platz, Sonali Görtz den ersten im Jg. 2007 und Liv de Jonghe den zweiten Platz (Jg. 2006).

Auf der 50 Meter Freistildistanz gab‘s dann ausschließlich Platzierungen. Elena van Well (1. Platz), Ida van Os (2. Platz), Nora de Jonghe (3. Platz), Sonali Görtz (1. Platz), Maria Pichler (3. Platz) sowie Liv de Jonghe (1.Platz). Auch Tom van Diffelen konnte mit deutlichem Vorsprung einen weiteren ersten Platz sichern.

Nach den guten Einzelergebnissen war es abzusehen, dass sich das Quartett Liv de Jonghe, Maria Pichler, Ida van Os und Sonali Görtz, den Staffelsieg der Damen über 4×50 Meter Freistil sicherte.

Das Trainer-Duo Johanna Putzek und Holger Hein war zufrieden. Schließlich kehrte man mit guten Zeiten und vielen Plätzen auf dem Siegertreppchen zurück.

Foto: privat

Junge KSV-Schwimmer trugen Vereinsmeisterschaft aus

Ende Dezember ermittelten die Schwimmerinnen und Schwimmer des Kevelaerer SV ihre Vereinsmeisterinnen und Vereinsmeister im Hallenbad auf der Hüls. Nachdem die Veranstaltung 2018 wegen der Hallenbadrenovierung und dem Anbau des Mehrzweckbeckens ausgefallen war, gingen dieses Jahr 36 Kinder und Jugendliche an den Start. Wie in früheren Jahren gab es zwei Wettbewerbe: einen Sprint über 25, 50 oder 100 Meter (je nach Alter) und ein Langstreckenschwimmen über eine halbe Stunde.

Die Liste der erstplatzierten Sprinterinnen, Pokalsiegerinnen, lautet: Ida van Os (Altersgruppe bis 10 Jahre), Liv de Jonghe (11 bis 14 Jahre), Celine Repsch (ab 15 Jahre).

Die schnellsten Sprinter bei den Jungen, Pokalsieger, heißen: Tom van Diffelen (Altersgruppe bis 10 Jahre), Mattis van Baal (11 bis 14 Jahre), Julian Nowotny (ab 15 Jahre).

Beim Langstrecken-Schwimmwettbewerb ging es darum, in einer halben Stunde eine möglichst lange Strecke zurückzulegen bzw. möglichst viele Bahnen zu schwimmen. Bei den Teilnehmerinnen gewann Maria Pichler mit 1350 Metern. Bei den Jungen setzten sich Felix Busch, Tom van Diffelen und Maximilian Raida jeweils mit 1100-Meter-Distanzen vor ihrer Konkurrenz ab.

Das Mehrzweckbecken wurde offiziell eröffnet

Es gibt viele Gemeinden in der Nachbarschaft, die Kevelaer um seine Bäderlandschaft beneiden. Um ein wichtiges Element wurde diese jetzt ergänzt, auch wenn die Errichtung des Mehrzweckbeckens ein gewaltiger Kraftakt war und die Fertigstellung rund zwei Jahre nach dem 1. Spatenstich weitaus später als angepeilt erfolgte. Entsprechend stolz war Bürgermeister Dominik Pichler, konnte er doch „in Zeiten, in denen viele Bäder schließen müssen und immer weniger Kinder schwimmen lernen“ in Kevelaer „ein ganz besonderes Ereignis“ präsentieren: Nach dem Probebetrieb wurde am vergangenen Donnerstag, 5. Dezember 2019, das Mehrzweckbecken offiziell eröffnet.

So klar wie das frische warme Wasser im Becken war der Bau lange nicht gewesen, erinnerte sich Pichler: Erst die Nachricht aus dem Bundesbauministerium, dass es Bundesfördermittel des Zukunftsinvestitionsprogramms für Sport-, Jugend und Kultureinrichtungen gab, hatte fraktionsübergreifende Zustimmung ausgelöst. Auch daran erinnerte sich Pichler gut: „Es war meine erste Ratssitzung als Bürgermeister“, in der die Entscheidung fiel.

Lange Jahre Mitglied im Bäderverein

Ex-Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks und Bürgermeister Dr. Dominik Pichler sprachen zur Eröffnung. Foto: nick

Zu den Gratulanten gehörte übrigens auch Barbara Hendricks, ehemalige Bundesbauministerin, SPD-Bundestagsabgeordnete – und, wie sie mit Blick auf Klaus Schürmanns vom Bäderverein lächelnd erklärte, wohl auch eine private Förderin der ersten Stunde: Sie sei lange Jahre Mitglied im Bäderverein, und dieser hat in nicht unerheblichem finanziellen Maß zum neuen Becken beigetragen.

Dass sich die Eröffnung angesichts zahlreicher baulicher Probleme – erst war es das Dach, dann das Becken – um etliche Monate verzögerte, fällt wohl inzwischen unter die Kategorie „Schwamm drüber“. Dominik Pichler jedenfalls verkündete die frohe Botschaft, das Becken sei nun „dicht“. Hier sollen künftig auf 100 Quadratmetern Wasserfläche – dank absenkbarem Boden maximal 1,50 Meter tief, Schulbetrieb, Reha-Kurse, sowie Senioren- und Behindertensport abgehalten werden. Aber auch Schwimmkurse der Vereine seien in Vorbereitung. Vertreter der vier Kevelaerer Gemeinden segneten das neue Becken.

Eine Bildergalerie zur Eröffnung des Mehrzweckbeckens finden Sie hier auf unserer Website.

Nur die Quallen kamen in die Quere

Für eine Woche zog es die KSV-Schwimmer erneut an die Côte d’Azur in Frankreich. Schwimmen und Schnorcheln im Meer war angesagt. Morgens eine Konditionstrainingseinheit und am späten Nachmittag noch was fürs Auge, Schnorcheln mit Tauchmaske, Schnorchel und Flossen, um die Mittelmeerfauna und -flora zu erkunden.

Die erste Trainingseinheit, der Prolog der Schwimmsportwoche, musste allerdings wegen hohen Quallen-Aufkommens abgebrochen werden. Pech war, dass die nesselnden „Tierchen“ erst weiter draußen entlang der Küste gehäuft zu sehen waren, so dass es zu unangenehmen, brennenden Begegnungen kam.

Um unnötigen Kontakt mit den „Feuerquallen“ zu vermeiden, wurde in den nächsten Tagen immer eine in Neoprenanzug gekleidete Schwimmerin als „Quallen-Scout“ vorgeschickt. Sie ging zuerst ins Wasser, um zu schauen, ob die „Quallen-Dichte“ ein Training an den jeweils unterschiedlichen Einstiegsstellen am Cap Dramont auch zuließ.

Weitere Trainingseinheiten waren Wasserball-Übungen oder die Einweisung in die praktische Nutzung eines Rettungsgurtes.

Neben den schwimmerischen Aktivitäten gab es noch Wanderungen im Esterel-Gebirge und an der Küste der Côte d’Azur. Hinzu kam eine Zugfahrt nach Cannes, dem Ort der Filmfestspiele. Dort wurden die bekannte Location der Stars und Sternchen, Casino und Boulevard de la Croisette, aufgesucht sowie durch die Altstadt gebummelt. Abends wurde es meist ein wenig „ruhiger“ mit Musik und Gesellschaftsspielen. Und ab und zu war auch auch mal „Chillen“ angesagt.

Das Wetter verschlechterte sich im Laufe der Woche. Grauer Himmel, Regen und Wind schreckten eher ab, sich ins Wasser zu begeben, aber die Leistungsmotivation der angereisten KSV-Schwimmerinnen und Schwimmer trotzte den unangenehmen Wetterbedingungen. Alle waren robust und willens genug, sich von Regen, Wind und Wellen nicht abschrecken zu lassen, so dass dennoch zweimal täglich das Mittelmeer „durchkrault“ wurde.

Sportlich, kulturell als auch kulinarisch war das Trainingslager an der Côte d’Azur wieder ein voller Erfolg. Und im nächsten Jahr hoffentlich ohne Feuerquallen.

Ehrungen und Rückblick

Im Rahmen der alljährlichen Jahreshauptversammlung der DLRG OG Kevelaer ehrte Herbert van Bühren als Vorsitzender des Ehrungsausschusses wieder einige Mitglieder für langjährige Treue zur DLRG oder vorbildliche Mitarbeit.
Ausgezeichnet wurde Gregor Douteil für 65-jährige Treue, Monika Martens für 50-jährige Mitgliedschaft und acht Schwimmer für 25-jährige Mitgliedschaft. Unter ihnen waren auch Hans Bruckmann und Reiner Op de Hipt. Die Mitarbeitsurkunde erhielt eine Ausbilderin.
Mit dem Verdienstzeichen in Bronze für vorbildliche Mitarbeit wurde Claudia Roeling geehrt. Wolfgang Reul erhielt das Verdienstzeichen in Silber. Mit dem Gregor-Douteil-Gedächtnis-Pokal wurde in diesem Jahr das Ehepaar Monika und Gerhard Martens für das Engagement in der DLRG OG Kevelaer ausgezeichnet. Dieser Pokal wird alle zwei Jahre vom Ehrungsausschuss an ein besonders verdientes Mitglied verliehen. Die beiden engagieren sich besonders in der Sanitäts- und Erste-Hilfe-Ausbildung.
Zudem blickte die DLRG auf ein erfolgreiches Jahr 2018 zurück. Trotz der vorübergehenden Hallenbadschließung haben viele Gruppenstunden und Aktionen für die Kinder und Betreuer stattgefunden. Vorsitzender Werner Pfeifer dankte allen für ihren Einsatz und die vorbildliche Zusammenarbeit.

Vereinsmeisterschaft mit Nikolausfeier

Bereits am Sonntag, den 17. Dezember 2017, ermittelten die Schwimmerinnen und Schwimmer des Kevelaerer SV ihre Vereinsmeister im Hallenbad auf der Hüls. 45 Kinder und Jugendliche gingen an den Start. Wie im letzten Jahr gab es zwei Wettbewerbe, einen Sprint über 50 Meter und ein Langstreckenschwimmen über eine halbe Stunde.
Die Liste der erstplatzierten Mädchen lautet: Laura Dilkaute (7 Jahre), Elena van Well (8 Jahre), Nia van Wickeren (9 J.), Maria Pichler (10 J.), Liv de Jonghe (11 J.), Anna Hein (12 J.), Sina Boscheinen (15 J.) und Jaqueline Fleischer (17 J.).
Die schnellsten Sprinter bei den Jungen heißen: Korbinian Pichler (5 J.), Tim van Well (6 J.), Noah Verheyen (7 J.), Ben Sämisch (8 J.), Yannis Elser (9 J.), Tim Schiefer (10 J.), Paul  Rogmann (13 J.), Robin Völlings (15 J.), Kamil Rasho (16 J.), Hadi Haji (17 J.) und Omar Ali Mohamed (18 J.).
Beim Langstrecken-Schwimmwettbewerb ging es darum, in einer halben Stunde eine möglichst lange Strecke zurückzulegen. Bei den weiblichen Teilnehmerinnen gewann Jaqueline Fleischer mit 1600 Metern. Bei den Jungen setzte sich Robin Völlings mit 1800 Metern deutlich vor seiner Konkurrenz ab.
Vor der Siegerehrung der Kinder und Jugendlichen lobte der Nikolaus die Übungsleiterin Barbara Bastian für ihre langjährigen Verdienste um die Ausbildung der Kinder zu Schwimmerinnen und Schwimmern. Zudem war sie im Rahmen ihres ehrenamtlichen Engagements Mitarbeiterin der ersten Stunde im gemeinsamen Projekt (Wassergewöhnung u. Schwimmen lernen) der Schwimmabteilung und des Kindergartens Spatzennest, zwischenzeitlich ausgezeichnet durch das Innenministerium NRW, welches sie nun über mehrere Jahre begleitet hatte. Sie beendet zum Jahresende ihre Arbeit im Verein, hat bereits ihre Nachfolgerinnen in der Schwimmabteilung wie auch im Kindergarten-Projekt eingearbeitet.

Kurze Sprints, Kraulen und Passen bei 20 Grad im Wasser

Eine Premiere war das Trainingslager für Jugendliche in St. Raphael (Südfrankreich). Zum ersten Mal machten sich Betreuer und Jugendliche der Schwimm- und Wasserballabteilung des KSV im Kleinbus auf den Weg in den Süden, um im Mittelmeer zweimal täglich zu trainieren.
An der Côte d‘Azur wurden zwei Wohnungen angemietet. Die Wassertemperatur lag bei 18 bis 20 Grad und erinnerte eher an ein unbeheiztes Freibad. Der typische Trainingstag in der einen Woche sah folgender Maßen aus: Nach dem Frühstück erfolgte eine erste Langstrecken-Schwimmeinheit mit anschließenden kurzen Sprints. Die ganze Gruppe kraulte sich vorbei an interessanten Felsformationen, hinweg über Seegraswiesen und große Fischschwärme. Wem es noch nicht zu kalt war, der konnte noch einige Passübungen mit dem Wasserball absolvieren. Nach einer kleinen Mittagsmahlzeit mit warmen Getränk folgte eine zweite Einheit mit Flossen, Maske und Schnorchel, da es unter Wasser viel zu entdecken gab.
Während die erste Trainingseinheit immer in der gleichen Bucht mit Sandstrand, windgeschützt gelegen, absolviert wurde, fand die Unterwasser-Safari immer an einer anderen Stelle statt, um für weitere Abwechslung zu sorgen.
Wegen eines starken Westwindes in den ersten Tagen gab es nicht nur starken Wellengang sondern auch Probleme mit nesselnden Feuerquallen. Es galt diese rechtzeitig zu sichten und zu umschwimmen, was bis auf Ausnahmen gut gelang. Allerdings verschwanden die Quallen mit dem sich legenden Wind im Verlauf der Woche.
Das Sportprogramm wurde abgerundet durch Exkursionen in die Badeorten St.Raphael, St. Tropez und auf das idyllische Bergdorf Grimaud. Lebensmittel (insbesondere Baguettes fürs Frühstück) wurden in einem nahe gelegenen Supermarkt gekauft. Dafür waren die Jugendlichen zuständig, die in der Schule „Französisch“ lernen. Am Morgen des Abreisetages stellten diese nun verwundert fest, dass die Ladenbesitzerin und deren Söhne Deutsch sprachen. Allerdings waren sie von den Betreuern gebrieft waren, französisch zu sprechen. So ist das Leben im Trainingslager eben.