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Krankenbruderschaft Rhein Maas lädt zum Tag des offenen Parks nach Wissen

Spaziergang im Spätsommer im Schlosspark

Erstmalig lädt die Krankenbruderschaft Rhein Maas im Spätsommer nach Schloss Wissen ein: Zwar wird es auch in diesem Jahr kein Parkfest der gewohnten Art geben, wohl aber einen Tag des offenen Parks am 19. September 2021.

Den richtigen Baum fürs Fest gefunden

Auch wenn die Aufenthaltsqualität eine andere war als sonst, kam das erste Baumschlagen-Wochenende am Schloss Wissen bei den Besuchern sehr gut an. Auf dem Weg zum Gelände konnte man schon zahlreiche Fahrzeuge entlang des Weges parken sehen. Mike Christ aus Duisburg war gerade angekommen und zog sich am Kofferraum noch die Stiefel an. Das Sägewerkzeug hatte der 37-Jährige selber mitgebracht. Ein paar Meter weiter trug Ben Müller seinen Baum bereits zurück zum Wagen. „Wir haben ein schmales Exemplar geholt. Dieses Jahr haben wir gesagt, das Auto ist nicht so groß“, scherzte der Neusser. „Es ist sehr entspannt, es ist ja alles im Freien. Die Leute tragen Maske, die Kinder können auf der Freifläche herumspringen. Man fühlt sich da ganz sicher.“

Tatsächlich hatten die Verantwortlichen mit Flatterband Sicherheitskorridore und ein Einbahnstraßen-System hergestellt, auf dem sich die Besucher in dem Waldstück bewegen konnten. Am Eingang genoss die Walbeckerin Fiona Zimmer mit ihrem Freund und einem Bekannten einen Glühwein. „Wir trinken erst, damit die Bäume nachher schöner sind“, lachte die 28-Jährige. „Wir kommen jedes Jahr, das ist Tradition. Es ist einfach das Feeling und so ein bisschen Weihnachten einläuten.“ 

Auf der Gegenseite kam ihnen die Wettener Familie Eickens mit zwei Bäumen entgegen. „Wir machen das jedes Jahr, sonst auch mit Stockbrotbacken und Glühweintrinken“, erzählte Sebastian Eickens. 40 Minuten brauche man schon, „bis man den perfekten Baum ausgesucht hat“, versicherte er. Was ein perfekter Baum ist, beschrieb seine Frau Natascha: „Der muss buschig sein, die Spitze nicht zu kahl.“ Ihre Kinder Sophie und Samuel wussten schon, wohin die Bäume kommen. „Einer kommt nach draußen und einer ins Wohnzimmer.“

Kein kulinarisches Dorf

Das Baumschlagen auf Schloss Wissen ist traditionell eine Familiensache.

An einer kleinen Hütte reichte Raphael Freiherr von Löe persönlich die Sägen weiter. „Wunderbar, allerbestes Wetter und die Familien nutzen das im großen Umfang.“ Er zeigte sich überrascht, „dass so viele so früh sind. Es zahlt sich aus, dass wir noch ein drittes Wochenende vorgezogen haben.“ Dass die Aktion in Coronazeiten überhaupt stattfindet, hätten ihm die Kunden, die man vor zehn Tagen angeschrieben habe, mit „begeisterten Rückläufen“ bestätigt. „Natürlich durften wir das kleine kulinarische Dorf nicht anbieten.“ Dafür gäbe es diesmal alles to-go, von Glühwein über Mandeln bis zum Wildschweingeschnetzelten.   

Gegenüber der Hütte wurden die Bäume abgemessen und eingenetzt. Der Uedemer René Derken stellte einen Baum an die Messlatte. Dort konnte man je nach Höhe den Preis erkennen. „Dass man sich den so aussuchen kann und an der frischen Luft, nicht schon eingepackt, ist halt die besondere Qualität.“

Im Baumwald legte der Walbecker Heinz Linsen mit Hilfe seiner Frau Elke an einem gut gewachsenen Exemplar Hand und Säge an. „Nicht zu hoch und er muss ins Auto passen“, war seine Wahlentscheidung pragmatisch ausgefallen. „Wir fahren regelmäßig hierher. Es ist hier einfach schön ruhig, manchmal singen die Leute sogar Weihnachtslieder“, fügte seine Frau hinzu.

Gespaltene Meinungen

Die dreiköpfige Weezer Familie van Husen musste bei ihrer Auswahl einen Grundsatzkonflikt ausräumen. „Er darf einigermaßen gleichmäßig sein und darf auch zwei Spitzen haben. Aber das sehen meine beiden Männer ganz anders“, meinte Mutter Andrea. „Ich hab lieber einen schön gewachsenen Baum mit einer Spitze“, entgegnete ihr Ehemann Reiner und Sohn Max stimmte ihm zu. Am Ende konnte sich Andrea van Husen aber durchsetzen und entschied beim Anblick eines schönen Exemplares: „Den nehmen wir jetzt.“

Das Baumschlagen findet noch an den kommenden beiden Adventswochenenden statt, jeweils freitags von 12 bis 16 Uhr und am Wochenende jeweils von 10 bis 16 Uhr. Einfach den Hinweisschildern auf der B 9 Richtung Weeze folgen.

Was was bringt, wissen in Wissen wohl erst die Urenkel

Schon im Tierreich gehört die „Eierlegende Wollmilchsau“ zu den Legenden. In der Pflanzenwelt wird man sie erst recht vergeblich suchen. Das ist die Crux, aber auch eine Chance des Waldes, meinen Raphaël Freiherr von Loë und sein Forstverwalter Frank Koch. Dass Monokulturen, wie sie nach dem Krieg aus damals naheliegenden Gründen angebaut wurden, keine dauerhafte Lösung für den Wald sind, weiß man auf Schloss Wissen schon lange. Seit mehr als einem Jahrzehnt setzt man hier auf die Durchmischung. Ob die Bäume den sich verschärfenden Klimawandel überstehen, ihn vielleicht gar bremsen können – „das wissen dann meine Urenkel“, sagt der Freiherr.

Der Wald sei „ein historisches Hobby der Eigentümer“, da macht sich Frank Koch keine Illusionen. „Ein knallharter Wirtschaftsfaktor ist er nicht.“ Schon beim jüngsten Fichtensterben habe man nicht einmal die dringenden Aufräumarbeiten  kostendeckend leisten können. Und nach drei trockenen Sommern habe nun auch der Laubwald in großen Teilen seine Belastungsgrenze erreicht. Eine großflächige Bewässerung, wie bei Stadtbäumen oder in der Landwirtschaft, sei unmöglich.

Im „Dürremonitor“ liege man „im tief violetten Bereich“, sagt Koch, der Sommerniederschlag fehlte fast völlig, der Boden sei bis in eine Tiefe von 1,80 Metern schlicht trocken. Und so ein Laubbaum mit einem Kronendurchmesser von zehn Metern ziehe normalerweise etwa 300 Liter Wasser aus dem Boden – pro Tag. Hinzu komme das, was wir Menschen als „Sonnenbrand“ auf der Haut kennen. „Rindenbrand“ heißt das bei Bäumen, entsteht bei extrem starker Sonneneinstrahlung – und ist oftmals ein Todesurteil. Doch auch das gegenteilige Phänomen ist den Wissenern schon untergekommen: Als 2016 extrem viel Niederschlag fiel, stand das Wasser auf lehmigen Böden 30 Zentimeter hoch und „die Bäume sind ertrunken“, sagt Koch.

Nur der Mischwald überlebt

Dauerhaft überleben könne letztlich nur der Mischwald, da sind sie sich sicher. „Doch alles was wir hier heute tun, ist mindestens auf Jahrzehnte angelegt“, sagt Koch. Und erst dann könne man wirklich absehen, ob sich der Einsatz gelohnt habe, sagt von Loë und meint das nicht in erster Linie finanziell. Aber nicht nur eine möglichst breite Mischung der Baumarten sei wichtig. Immer mehr rücke auch die Erkenntnis in den Fokus, dass die Entwicklung des Waldes auch eine Generationenfrage sei – eine der Baumgenerationen. Im Schatten größerer, älterer Bäume habe eben der Nachwuchs bessere Entwicklungschancen, bringt es der Freiherr auf den Punkt.

Was den Waldbesitzern bleibe, sei der Blick auf wissenschaftliche Versuche und auf die  Erfahrungen der Vorfahren – zum Glück im Wissener Wald sehr gut dokumentiert, sagt von Loë.

Messe und Parkspaziergang für die Krankenbruderschaft Rhein-Maas

Dass die Familie von Loë ihr Engagement gern und oft in den Dienst der Krankenbruderschaft Rhein-Maas e.V. stellt, weiß man am gesamten Niederrhein. Für viele Gebrechliche, Hochbetagte und Kranke, die in diesem Jahr über ein Stipendium und in Begleitung gerne mit nach Lourdes gepilgert wären, ist die Corona-Krise ebenso hart wie für die Krankenbruderschaft.

Denn Letztere musste in diesem Jahr nicht nur die Flüge stornieren, sondern auch mit fehlenden Einnahmen aus dem Parkfest leben, das in der Pandemie nicht wie gewohnt Besucher zu den Jahrmarktständen im Innenhof des Schlosses Wissen und Geld in die Kasse der Krankenbruderschaft spülen konnte.

Stattdessen gab es eine Hl. Messe mit Pastor Manfred Stücker aus Wachtendonk, der in diesem Jahr mit nach Lourdes gepilgert wäre. Anschließend lud Freiherr Raphaël von Loë die Besucher gegen eine Spende zu einem Parkspaziergang ein, bei dem es dank liebevoller Ausschilderung so manche nicht-alltägliche Perspektive und so manche botanische Rarität zu entdecken gab.   

Eine Bildergalerie zur Veranstaltung finden Sie hier auf unserer Website.

Das Parkfest auf Schloss Wissen weicht einem Tag des offenen Parks

Auch in diesem Jahr lädt die Krankenbruderschaft Rhein-Maas wieder auf das Schloss Wissen ein: Zwar wird das inzwischen schon traditionelle und beliebte Parkfest vergangener Jahre Corona-bedingt nicht stattfinden können, es bleibt jedoch die Möglichkeit, im Zuge eines „Tages des offenen Parks“ den seltenen und in großen Teilen über 200 Jahre alten Baumbestand auf dem Anwesen derer von Loë zu erwandern. Der im Täglichen nicht zugängliche Schlosspark ist an diesem Tag für jeden Besucher geöffnet. „Seine Weitläufigkeit macht dies auch unter Einhaltung aller Corona-Bedingungen möglich“, freut sich Raphaël Freiherr von Loë.

Die Besucher erwartet am kommenden Sonntag, 12. Juli 2020, um 10 Uhr zunächst eine Heilige Messe unter freiem Himmel in den Anliegen der Kranken, die in diesem Jahr aus bekannten Gründen nicht zur jährlichen Wallfahrt nach Lourdes werden aufbrechen können (das KB berichtete). „Als seit über 50 Jahren vom Niederrhein nach Lourdes pilgernde Gemeinschaft wollen wir uns verbinden mit ihnen – aber auch mit dem Wallfahrtsort Lourdes und der Muttergottes, die dort in besonderer Weise als Heil der Kranken verehrt wird“, so der Freiherr. Er weist darauf hin, dass Besucher aufgrund der besonderen Lage möglichst einen Schirm und gegebenenfalls auch selbst einen Klappstuhl mitbringen sollten, der anschließend schnell wieder im Auto verstaut werden kann.

Zwischen 11 und 17 Uhr ist der Spaziergang im Schlosspark möglich

In diesem Jahr werde es viele Informationen zum historischen Baumbestand geben, der – beginnend in den 1790er-Jahren – um die Jahrhundertwende 1800 als Englischer Landschaftspark den damaligen Französischen Garten ablöste. Mächtigstes – im Täglichen erlebbares – Element dieses Landschaftsparks ist die große Platanenallee, welche den Schlosskomplex nach Osten hin abgrenzt. „Wer aufmerksam die individuell angebrachten Beschilderungen studiert, der wird feststellen, dass nicht nur einer der Parkbäume in Höhe oder Umfang auf einem der obersten Ränge der nordrhein-westfälischen oder gar der deutschen „Hitliste“ ihrer Species steht“, erklärt von Loë. „Wer sie findet, der nimmt an einer attraktiven Verlosung teil: eine Familienübernachtung in einem der zur Hotellerie von Schloss Wissen gehörenden Appartements oder ein Verzehrgutschein für das Vis-à-Vis, dem dazugehörenden Restaurant in der historischen Mühle.“

„Der Eintritt ist frei – die Krankenbruderschaft Rhein-Maas freut sich aber über eine Spende zugunsten ihrer Kranken, die allzu häufig die Wallfahrt nach Lourdes allein aus eigenen Mitteln nicht bestreiten können“, sagt Raphaël Freiherr von Loë als Vorsitzender der Krankenbruderschaft Rhein-Maas e.V.

Restaurant „Vis-à-Vis“: Wissen macht Mhmm

Zehn Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) sind für Raphaël Freiherr von Loë mit Blick auf die Familiengeschichte ein eher überschaubarer Zeitraum. Dennoch nahm der Freiherr eine entsprechende Urkunde aus den Händen des Dehoga-Nordrhein-Geschäftsführers Thomas Kolaric gern entgegen, bot sich so doch auch die Möglichkeit, auf das neueste Mitglied im Tagungs- und Hotel-Ensemble mit Blick auf das Schloss aufmerksam zu machen: In der historischen Wassermühle hat man gerade das kleine, aber feine Restaurant „Vis-à-Vis“ eröffnet.

Für von Loë ist das die logische Konsequenz aus Nachfrage seitens der Hotelgäste und gelungener Zusammenarbeit mit einem kreativen Caterer – „der uns am Wochenende einen Koch ausleiht“, sagt er. Für die Gäste ist das eine wunderbare Gelegenheit, erlesene Speisen und Getränke an einem der gerade mal sieben Tische zu genießen, die sich um das ehemalige Antriebsrad der Mühle gruppieren.

Ganz billig ist der fantastische Ausblick aus dem verglasten Anbau der historischen Mühle vis-à-vis des Schlosses nicht und eine Reservierung dringend angezeigt, telefonisch unter 02837 9619-0 (täglich von 15 – 21 Uhr) oder per E-Mail an vis-a-vis@schloss-wissen.de. Geöffnet ist das Restaurant am Freitag- und Samstagabend von 17.30 Uhr bis 21.30 Uhr. Die aktuelle Speisekarte, die mehrfach im Jahr wechselt, findet man im Internet auf der Homepage des Schlosses Wissen unter „Feiern & Dinieren“.

Vor rund zehn Jahren hat man auf Schloss Wissen mit Hotellerie und Tagungsgeschäft begonnen und diesen Zweig in unmittelbarer Nachbarschaft des Schlosses und unter teilweiser Einbeziehung der Anlagen kontinuierlich erweitert.

Eine runde Sache zum 50. Geburtstag

Viele Menschen, viele Klänge, viel Bewegung und viel Begeisterung herrschten im Innenhof und in den Räumen des Wissener Schlosses. Bei strahlend blauem Himmel und spätsommerlicher Atmosphäre durften die Besucher des Musikschultages zum 50-jährigen Bestehen der Kreismusikschule einen entspannten Nachmittag auf dem gräflichen Grundstück genießen.
Zu der besonderen Feier hatten Kreismusikschulleiter Thomas Dieckmann und seine Mitstreiter eine ganze Reihe von Musik- und Tanzgruppen aufgeboten. Die kulinarische Ergänzung gab es vom Förderverein mit Erfrischungsgetränken, Kaffee, Plätzchen und Kuchen.
„Hier ist richtig was los. Wir können einfach nur zufrieden sein“, freute sich Dieckmann am Ende der vierstündigen Veranstaltung, dass „alles so gut ineinandergegriffen“ hatte. Auf der Hauptbühne des Innenhofes durften sich neben dem Percussion-Ensemble und dem Kinderorchester auch das Jugendblasorchester und die Jungen Bläser der Musikschule präsentieren.
Zwischenzeitlich war dann auf der Schlossterrasse auch die Formation „Geldern Brass“ zu hören. Neben klassischen Werken zauberten sie als Spontanzugabe auch mal „Soul Bossa Nova“ von Quincy Jones in die Gehörgänge. „Wir gehören alle zu dem Drummer, der hat sich gut geschlagen“, konstatierte Ute Janßen, die mit der Familie ihrem 17-jährigen Sohne Matthias zusah.
Eine tolle Akustik
Im Hochzeitszimmer des Schlosses wurden Instrumente präsentiert, die die großen und vor allem kleinen Besucher des Tages einmal ausprobieren durften. Und dort zeigten auch die „Ministrings“ mit einem Kammerkonzert zum Thema „Lieder und Tänze aus aller Welt“, welche Anlagen sie schon in ganz jungen Jahren besitzen. „Sie haben so viel applaudiert, dass es eine Zugabe gab“, freute sich der elfjährige Ole aus Millingen, der das Cello gespielt hatte.
Das sei ein schönes Erlebnis für die Kinder in so einem ehrwürdigen Saal, fand seine Musiklehrerin Martha Hombergen. „Und das hat einfach eine tolle Akustik hier“, meinte die Pädagogin.
Und auch Kinderliedersänger Rainer Niersmann brachte auf einer kleinen Bühne im Innenhof den Kindern spielerisch das Musizieren näher. „Musik erweitert unser ganzes Wesen – an Kreativität, an Rhythmusgefühl, an Bewegung und Gedächtnis“, lautete seine Botschaft.
Zwischendurch zeigten die Kindertanzgruppen der Kreismusikschule im Zusammenwirken mit dem „Klangstraßen“-Projektorchester nochmal klangliche und bewegte Auszüge aus ihrer in Kleve aufgeführten „Flashmob“-Darbietung. „Anstrengend war‘s“, sagte die zwölfjährige Amelie, die nach der Bewegung ganz schön geschafft war.
Eine spannende Klangreise
Absoluter Höhepunkt des Tages war zum Schluss das Sinfonieorchester der Kreismusikschule, das von Moderator Wolfgang Güdden als „Rolls Royce der Musikschule“ angekündigt wurde.
In dem 35-minütigen Kurzkonzert nahmen die Musiker – unter dem abwechselnden Dirigat von Johannes Hombergen und Ana Carolina Dulcé de Thimm – die auf Stühlen und Bänken sitzende Zuhörerschaft mit auf eine spannende Klangreise.
Das Repertoire reichte dabei von Antonin Dvoraks „Slawischem Tanz“ über die „Ouvertüre 1862“ von Peter Tschaikowsky bis zum „Star Trek – Through the Years“ und dem filigran dargebotenen „Danzas No. 2“ von Arturo Marquez – ein passender Abschluss des musikalischen Feier-Nachmittags.

Kunst, Kindertheater und ein Abstecher ins Verlies

Am Sonntag, 14. Juli, findet von 10 bis 18 Uhr das traditionelle Parkfest auf Schloss Wissen statt. Veranstalter ist die Krankenbruderschaft Rhein-Maas e.V., die alljährlich einen Pilgerzug nach Lourdes organisiert, zu der sie in großer Anzahl auch Menschen mit Behinderungen mitnimmt und vor Ort betreut.
Mit dem Erlös des Parkfestes werden finanziell weniger leistungsfähige Pilger unterstützt. Es erwartet die Besucher ein buntes Programm für alle Generationen.
Neben Führungen mit dem Hausherren durch historische durch historische Säle oder das Verlies gibt es ab 11 Uhr einen Film über die Lourdes-Wallfahrt. Die Kinder dürfen sich auf Clown Oki-Doki, Ponyreiten und Kindertheater freuen. Zudem locken Kunsthandwerk, Trödelmarkt und eine Cafeteria zum Schloss. Der Eintritt kosten 3 Euro bzw. 1,50 für Jugendliche. Kinder bis zehn Jahren haben freien Eintritt.

Idyllisches Parkfest

Das malerische, weitläufige Anwesen des Wissener Schlosses war einen Nachmittag lang von Sonnenschein und den zahlreichen Trauben von Menschen geprägt, die sich entlang des Schlossplatzes, in dem Park, in der Kapelle und in dem gesamten ehrwürdigen Areal bewegten, um so viele Eindrücke wie möglich aufzunehmen. Reichlich viele Autos und Fahrräder zeugten von dem riesigen Interesse, das an diesem alljährlichen Parkfest der Familie von Loë bestand.
Viele suchten die ehrwürdige Schlosskapelle auf, in der der Schwiegersohn des Schlossbesitzers, Peter Slawek, die Historie des Gebäudes für die Zuhörer in den Bänken aufleben ließ und auch von den Heiligen an den Säulen – Theresia von Avila und Bischof Maximilian – berichtete.
„Was ich von der Verbundenheit zu Kevelaer gehört habe“, habe ihn sehr interessiert, zeigte sich nicht nur der Kevelaerer Heinz Schwartz von der Umgebung und den Infos beeindruckt. „Die Kapelle haben sie ganz toll renoviert“, war Roswitha Muellemann von deren Interieur sehr angetan. Und auch die 22 Austauschstudenten aus den USA und Ecuador nahmen die Umgebung sehr positiv wahr. „Very good – the Schloss is amazing“, meinte Caroline Beacher aus Chicago.
Wer sich zwischenzeitlich ausruhen wollte, konnte in dem historischen Bildersaal oder auf der Terrasse zwischendurch mal Kaffee und einen Kuchen zu sich nehmen und sich wie die Hamminkelnerin Elke Rittmann und ihr Mann Rüdiger „adlig“ fühlen. „Wir machen gleich noch eine Schlossführung“, sagte die 53-Jährige, die sich vom Park mit den alten Bäumen begeistert zeigte. „Da sind Hinweisschilder, was jeder Baum so ist.“
Spannende Führungen
Die allgemeine historische Führung übernahm der Inhaber des Schlosses, Raphaël Freiherr von Loë, höchstselbst. Mit viel Lust am Erzählen gab er zahlreiche Anekdoten aus 16 Lebensgenerationen an das aufmerksam lauschende Publikum weiter. „Ein sehr schöner Besuch“, kommentierte er die zahlreichen Menschen auf dem Gelände und freute sich darüber, dass durch das Aufteilen der Führungen auf mehrere Schultern – der Bruder die Bäume im Park, der Schwiegersohn die Kapelle –er erstmals auch selbst eine Kutschrundfahrt um das Gelände hatte machen können, um das Fest mit anderen Augen zu sehen. „Das war sehr schön.“
Und der Freiherr schwärmte von der tollen Morgenmesse mit dem Theodosius-Chor und Weihbischof Rolf Lohmann, der im vergangenen Jahr bei der Fahrt der Krankenbruderschaft Rhein-Maas nach Lourdes mit den kranken Pilgern dabei war. Lohmann hatte in seiner Predigt das Miteinander von Behinderten, Kranken und Gesunden beschworen.
Die Kinder konnten beim Parkfest im Verlies „Eingekerkerte“ ausbrechen sehen, sich von Clown Oki-Doki bespaßen lassen oder im Park herumtollen. Groß und Klein genoss die Bootsfahrt auf dem Wasser entlang des Schlosses. „Man hat gute Sicht und es wurde auch viel über die Geschichte erzählt. Idyllisch und informativ“ fand die 16-jährige Antoine aus Weeze die viertelstündige Ausfahrt.
Viele Besucher plauderten auf der Fläche hinter dem Schloss bei frisch Gegrilltem, flanierten oder bummelten entlang der zahlreichen Porzellanutensilien und anderen schönen Kleinigkeiten im Schlossinnenhof. „Ich hab‘ eine Vase erstanden“, schwärmte Willi Speier aus Heimertsheim bei Euskirchen von „dem ganzen Ambiente und dem ganzen Feeling. Nächstes Jahr sind wir wieder hier.“
Am Eingang nahm Jörg Mylius von der Krankenbruderschaft Rhein-Maas als Organisator der Wohltätigkeitsveranstaltung die Eintrittsgelder entgegen. Die Bruderschaft organisiert die Wallfahrt für kranke und gesunde Pilger vom 25. Mai bis zum 1. Juni kommenden Jahres nach Lourdes. Und Mylius zeigte sich angesichts der vielen Besucher des Tages zuversichtlich, „dass wir für 2019 damit den Grundstock haben.“

Foto: AF