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Immer ein fairer Sportsmann

Zwölf Jahre war der Kevelaerer Schachclub gerade alt, als Franz Verheyen im Jahr 1960 Mitglied wurde. Er hat den Verein mitgeprägt und durch sein ruhiges und besonnenes Auftreten viele Freunde gewonnen. Nur das Urgestein Herbert Holtappels ist mit 68 Mitgliedsjahren länger im Verein.

„Sehr spät habe ich das Schachspielen von meiner Frau erlernt“, sagte der Jubilar, als ihm im Alter von 24 Jahren die Grundzüge des königlichen Spiels erklärt wurden. Davor war er aktiver und erfolgreicher Leichtathlet. Wer hätte das gedacht, als Franz drei Jahre später zum Stammspieler der ersten Mannschaft gehörte.

Durch Selbststudium eignete er sich ein reichhaltiges Eröffnungswissen an, Material für seine Studien bot ihm seine große Schachbibliothek. Das Internet mit seinen vielfachen Möglichkeiten gerade für Schachspieler gab es zu dieser Zeit noch nicht. Zu seinen liebsten Varianten zählt er die Spanische Eröffnung und das Maroczy System in der sizilianischen Verteidigung. Seine größten Erfolge waren der Gewinn der Blitzkreismeisterschaft 1973 und der Titel des Kevelaerer Stadtblitzmeisters 1975. Ferner konnte Franz den ersten Platz im Pokal- und Plakettenturnier erringen und etliche zweite Plätze in verschiedenen Turnieren.
In unzähligen Mannschaftskämpfen kämpfte er für Kevelaer in allen drei Mannschaften von der Verbandsliga bis zur Bezirksklasse.

An die Lokalkämpfe gegen die Schachvereine aus Uedem oder Kranenburg, die ebenfalls im Jahr 1948 gegründet wurden, erinnert er sich gerne zurück. Auch in der laufenden Saison steht er im Alter von 84 Jahren immer noch als Ersatzspieler für die dritte Mannschaft zur Verfügung.

Schöne gesellige Erinnerungen verbinden ihn mit Eupen (Belgien), wo er in den 60er Jahren gespielt hat, und natürlich an die Freitagabende im damaligen Vereinslokal Voss „Zum weißen Kreuz“, wo zu später Stunde Kartenspiele angesagt waren.

Gerne erinnert er sich zudem an den denkwürdigen Mannschaftskampf Mitte der 80er Jahre, den die „Erste“ in Wuppertal mit 7:1 gewann. Damals fuhr die erste Mannschaft mit Fahrer Peter Moll in einen Kleinbus zu den Auswärtskämpfen. Dieser Kantersieg wurde in einer Düsseldorfer Kneipe recht fröhlich und ausgelassen gefeiert und wird nicht nur Franz in „guter Erinnerung“ bleiben.

„Franz war in all den Jahren immer ein fairer Sportsmann und gerne überreichen wir ihn den Ehrenbrief für 60 Jahre Mitgliedschaft“, so Thomas Rauers vom Vorstand des SC Kevelaer 194

Schneller Verstand und schnelle Hände

Rauchende Köpfe, geleerte Gläser und tippende Finger – so stellte sich die Situation dar an den „Brettern“, die für den passionierten Schachspieler so etwas wie seine „Welt“ bedeuten. Auf den Tischen standen große Stoppuhren – und auf einem Ehrentisch die zahlreichen Fußballverein-Weihnachtsmänner, die am Ende der sportlichen Partien an die Anwesenden in Erwartung des Festes verteilt wurden. 14 Seniorenspieler hatten sich in der „Gaststätte Einhorn“ eingefunden, um sich nochmal zum Jahresende so richtig miteinander zu messen und ihren Geist zu trainieren.

„Hier läuft gleich Blitzschach – drei Minuten Bedenkzeit plus zwei Sekunden pro gespieltem Zug- und jeder gegen jeden. Entscheidend ist: schnell ziehen und den ersten Gedanken aufs Brett bringen“, beschrieb der Vorsitzende des Kevelaerer Schachclubs, Werner Vonk,  den Grundcharakter des Vergleichs.

Die Schachspieler waren mit voller Konzentration dabei. Foto: AF

„Das ist das letzte Turnier im Jahr, und dann beginnt auch für uns die besinnliche Zeit. Aber vorher hauen wir noch einen raus“, schmunzelte der Vorsitzendende. 2019 sei ein sehr erfolgreiches Jahr für den Verein gewesen, bilanzierte Vonk, bevor es so richtig losging und er selbst mit ans Brett ging. „Wir haben in der Jugendarbeit erstaunlichen Zuwachs. Beim Weckmannturnier hatten wir 20 Jugendliche – so eine Zahl hatten wir seit Jahren nicht mehr. Wir sind froh, dass wir da gut aufgestellt sind.“ Im Gegensatz dazu sei das Durchschnittsalter hier „sehr hoch. Und hier wird es trotz Blitzschach ein ruhiger Abend.“

Die Mädels ausblenden

An den Tischen hatte sich „viel Erfahrung“ angesammelt. „Hier sitzen ein Dutzend Leute mit um die 50 Jahre Schacherfahrung: Wir spielen heute ohne Wertung. Da kann man experimentieren und jeder das zeigen, was er im stillen Kämmerlein vorbereitet hat.“ Einer dieser erfahrenen Schachspieler war Klaus Gutsche. „Gute Routine und viel Übersicht“ zeichne einen guten Blitzschachspieler aus, machte es ihm nicht viel aus, dass nebenher eine Frauengesellschaft laut miteinander sprach. „Ich kann die Mädels super ausblenden“, meinte er schmunzelnd.

Ludger Simon stellte derweil zufrieden seine schwarzen Figuren nach einer spannenden Runde wieder auf das Brett in die Ausgangsposition. „Er hat die Chance für C6 nicht gesehen“, beschrieb der 74-Jährige, der im Jahr 1961 mit dem Schachspielen begonnen hat, die Herausforderung dieser besonderer Schachart. „Ein guter Spieler übersieht sowas nicht, aber ein normaler Spieler sieht oft diese Gelegenheiten nicht. Und es ist oft schwer abzuschätzen, welcher Angriff jetzt stärkerer Natur ist und was ich ‚laufen‘ lassen kann.“

Zwischen den Partien nutzten die Spieler die Gelegenheit zum Plauschen über die Partien und ihre persönlichen Erfahrungen am Spielbrett. Und ab und an gab es dann auch spannende Anekdoten zu hören, wie die von Simon, der einmal in Eschborn die Gelegenheit bekam, gegen den früheren Schachweltmeister und Weltmeister im Schnellschach, den Inder Viswanathan Anand, anzutreten. „Ich habe da gelernt, wie man mit dem Springer so umgeht – eine seiner Spezialitäten.“

Bürgermeister Pichler nahm es mit 18 Leuten gleichzeitig auf und verlor nur einmal

Der erste große Kevelaerer Schachtag stieß auf eine eher bescheidene Resonanz. Doch davon ließ sich Majed Al-Maghrebi nicht beeindrucken. Konzentriert beugte sich der Junge über die Figuren. Der Achtjährige aus Syrien überlegte, welchen Zug er als nächstes unternehmen sollte, um seinen Gegner in die Defensive zu bringen.
Nachwuchs am Zug
„Ich mag alles daran“, erklärte Majed, warum ihn Schach so fasziniert. Seine Mutter Hana verfolgte seine „Schritte“ auf dem Brett. „Er spielt ab und zu mit mir. Aber er ist besser als ich. Und er spielt in der Schule“, freute sich die 40-Jährige über ihren Sohn.
Majed war nur eines der begeisterten Kinder, die bereits zum Auftakt des ersten großen Schachtages in das Bühnenhaus gekommen waren. „Man muss sich ganz viel konzentrieren, das finde ich gut“, sagte Marie Mugals­ki (7) aus Issum. „Ich hab schon zweimal Unentschieden gegen Erwachsene gespielt“, erzählte das junge Mädchens stolz. „Und die schottische Eröffnung finde ich echt cool“, sprach daraus schon so etwas wie „Fachwissen“. Das sicherte ihr am Ende den souveränen Turniersieg bei den Kindern.
Doch nicht nur der Nachwuchs war am Brett anzutreffen. Auch einige „große“ Schachspieler waren gekommen, um sich mit ihren Fähigkeiten zu messen.
„Ich spiele seit meinem sechsten Lebensjahr“, sagte Peter Suplith, der seit Jahren in der Verbandsliga für den Schachklub aktiv ist.
„Man kann sich beim Schach völlig vergessen. Und es gibt halt diese Unzahl an Möglichkeiten. Das ist ein Eintauchen in eine andere Welt.“
„Übersicht, Vorausdenken und die Konzentration hochhalten sind wichtig“, erklärte Martin Heckens. Sein Gegener hatte bei einem Zug den entscheidenden Fehler gemacht, „mit dem Springer geschlafen und ich habe die Dame geschlagen“, erklärte der 25-Jährige, der seit zehn Jahren im Verein spielt, warum er in der abgelaufenen Partie den Sieg davongetragen hatte. Am Ende des Tages siegte Daniel Mrugalski vor Gustav Caus und Thomas Gall.
Neben dem Turnier erschienen auf der Leinwand wechselnde Figurenkonstellationen mit Aufgaben, die in der Spielsituation zu lösen waren. Inmitten des Raumes stand eine Gartenschach-Fläche mit großen Figuren, die insbesondere bei den Kindern den Reiz zum Spiel auslösten. Daneben konnten sich Interessierte an Tischen mit Informationsmaterial über den Sport eindecken.
„Wir hatten ein Dutzend Voranmeldungen, mehr allerdings nicht“, sagte der Vorsitzende des Schachklubs, Werner Vonk. „Es könnte mehr sein“, formulierte es Turnierleiter Peter Drißen angesichts des eher übersichtlichen Durchlaufs an dem Tag. Alle Teilnehmer nutzten jedoch die Zeit, um sich richtig in das Turnier hineinzuarbeiten und ihr Bestes zu geben.
Hoffnung auf Fehler
Am Nachmittag schlug dann die Stunde von Dominik Pichler. Der Bürgermeister, selbst aktives Mitglied des Schachklubs, stellte sich der Herausforderung des Simultanschachs. 18 Gegner fanden sich, um den Versuch zu unternehmen, ihm ein Bein zu stellen. „Vielleicht übersieht er ja was“, hoffte sein Sohn Jakob im Vergleich angesichts der Vielzahl der Partien für sich auf einen gedanklichen „Ausrutscher.“ Doch Pichler ließ sich an jedem der Tische die erforderliche Zeit. „Er kann es immer noch“, nickte Werner Vonk nach den ersten Minuten anerkennend. „Er spielt sehr aggressiv, gerade bei den Jungen verfängt das. Die Erfahreneren, die lassen sich weniger beeindrucken.“
Am Ende konnte Pichler 13 Partien für sich entscheiden. In vier Partien einigte er sich mit seinem Gegenpart auf ein Uentschieden, eine Partie ging für ihn verloren. „Ich bin damit zufrieden“, meinte das Stadtoberhaupt nach dem gelungenen Durchlauf.

Zug um Zug beim großen Tag des Schachclubs Kevelaer 1948

Ein Brett, zwei Menschen, 32 Figuren – mehr braucht es nicht, um eine Sportart auszuüben, die die Akteure vor komplexe geistige Herausforderungen stellt, im öffentlichen Bewusstsein aber eher als unspektakulär und optisch wenig spannend gilt.
Die Herausforderung, dieses Nischendasein zu überwinden, möchte der Schachclub Kevelaer 1948 e.V. jetzt mit einem großen Schachtag am Samstag, 15. Juni, im Bühnenhaus begegnen.
Zuletzt waren es die Stadtmeisterschaften im März und die NRW-Meisterschaft im Blitzschach, die die Arbeit des Vereins etwas mehr in das Rampenlicht rückten. „Da gab es auch eine schöne Beteiligung. Und Thomas Koch, der das NRW-Blitzschachturnier gewonnen hat, wurde im bundesweiten Wettkampf in Magdeburg Zweiter“, wusste der Vorsitzende des Vereins, Werner Vonk, zu berichten.
Auch die Kevelaerer Seniorenteams schlugen sich in den jeweiligen Klassen achtbar. „Die Erste hat in der Verbandsliga einen Mittelplatz, die Zweite ist in der Bezirksliga sogar Dritter geworden.“ Lediglich die dritte Mannschaft musste sich als Tabellenletzter von der Bezirksklasse in die Kreisliga verabschieden.
Mitglieder gewinnen
Nichtsdestotrotz macht die Jugendarbeit den Verantwortlichen schon Kopfzerbrechen, auch wenn es Nachwuchsleute gibt, die freitags ab 18 Uhr in der Begegnungsstätte zum Training zu finden sind. „Wir haben mehr Leute über 80 im Verein als Schüler“, sagt Vonk. Und das ist bei einem Verein mit knapp 40 Mitgliedern schon keine gute Situation. „Der Trend darf so nicht weitergehen. Da müssen wir aktiv werden und in die Öffentlichkeit gehen“, sagt der Vorsitzende.
Dementsprechend war man schon im vergangenen Jahr an der OGS-Grundschule, um für sich zu werben. „Da waren an die 40 Schüler – und da kam der Impuls, das auch mal für alle Schüler und Bürger zu machen“, sagt Vonk. In diesem Jahr sei man mit zwei Schulen im Gespräch.
Der große Schachtag am Samstag soll das generelle Interesse für den Schachsport wecken. „Das Angebot ist für Jung und Alt“, unterstreicht Turnierleiter Peter Drißen. Dementsprechend wird es ab 10.30 Uhr ein Schnellschachturnier geben, bei dem wirklich jeder „ab der ersten Schulklasse“ (Drißen) antreten darf und die besten Schüler einen Pokal abräumen können.
Daneben soll ein besonderes Schach-Simultanturnier für Aufmerksamkeit sorgen: Denn ab 15 Uhr wird der Kevelaerer Bürgermeister Dominik Pichler gleichzeitig gegen mehrere Spieler an den Brettern antreten. Angedacht ist ein Simultanspiel mit zehn bis 15 Spielern.
Anmeldefrist verlängert
„Er ist Schirmherr der Veranstaltung, Vereinsmitglied und traut sich das zu“, sind Vonk und Drißen gleichermaßen gespannt, wie sich das Stadtoberhaupt so schlagen wird. Die Anmeldefrist für beide Turniere wurde bis zum 15. Juni verlängert.
Ergänzt wird das Angebot durch ein Schachquiz mit Fragen rund um das Schachspiel und durch entsprechende Preise. Auch ein großes „Gartenschach“-Feld wird in der Halle zu finden sein. „Das ist immer sehr attraktiv für die kleinen Kinder“ spricht Vonk aus Erfahrung. „Das ist schon beim Stadtfest letztes Jahr gut angekommen.“
An einem Infostand mit Schachutensilien und Büchern kann man sich über die Grundzüge und Regeln des Sports aufklären lassen. „Wir wollen den Spaß vermitteln“, unterstreicht Materialwart Harald van Leyen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich,
Jetzt hoffen die Aktiven auf eine gute Resonanz. „Wenn wir an dem Abend dann groggy sind und später junge Leute bei uns aufkreuzen, dann ist alles wunderbar“, glaubt Werner Vonk an die Anziehungskraft des Schachsports.
Und vielleicht wird der eine oder andere eine ähnliche innige Verbundenheit mit dem historischen Brettspiel entwickeln, so wie es der Schriftsteller Stefan Zweig einst in einem lyrischen Satz zusammengefasst hat: „Schach ist wie die Liebe – allein macht es weniger Spaß.“

Thomas Koch gewinnt in Kevelaer die NRW-Meisterschaft im Blitzschach

Ziehen, Uhr drücken, schnell überlegen und wieder ziehen: Geschwindigkeit und schnelles Denken waren am Samstag bei den NRW-Landesmeisterschaften im Blitzschach an den Brettern gefragt. Die 22 besten Blitzsschachspieler des Landes waren erstmals in der Geschichte des Schachclubs NRW im Forum der Öffentlichen Begegnungsstätte zusammenzukommen, um den besten Spieler ihres Fachs zu ermitteln.
„Jeder spielt gegen jeden, man hat drei Minuten für die gesamte Partie und erhält pro Zug eine Zeitgutschrift von zwei Sekunden“, beschrieb Georg Drißen vom ausrichtenden Schachclub Kevelaer 1949 e.V.“ den Modus des Meisterschaftsturniers. „Die, die hier antreten, haben sich über die NRW-Verbände für das Endturnier qualifiziert,“ erklärte er auch, wie diese „Crème de la Crème“ des Blitzschachs ermittelt wird.
Als Gastgeber durfte der Schachclub Kevelaer ebenfalls einen Teilnehmer des Turnier benennen. Diese Ehre wurde Richard Valenta zuteil. Als Vorletzter machte Valenta, der mit der schlechtesten Wertung angetreten war, am Ende trotzdem eine gute Figur. Sich auf dem Niveau „geistig miteinander zu messen“, sei die eigentiche Herausforderung gewesen. „Die Ideen des Gegners schnell auffassen und reagieren“, das sei die eigentliche Kunst des Blitzschachs. „Je mehr man unter Druck gesetzt wird, desto weniger Zeit hat man.“
In seiner letzten Partie trat er gegen Marcel Harff vom Düsseldorfer Schachclub an, der später die Faszination des Sports so beschrieb: „Dass man Stellungen aufs Brett bekommt, die es normalerweise nicht gibt. Und auch ein schlechterer Spieler hat aufgrund des Tempos eine Chance“, meinte der 29-Jährige, der als Vierter das Turnier abschloss.
Als Sieger des knapp fünfstündigen Vergleichs ging Thomas Koch vom Aachener TV hervor, der im Jahr 2000 bereits deutscher Blitzschachmeister war. „Die Konzentration die ganze Zeit hochzuhalten“, das sei selbst ihm nicht gelungen. „Die letzten drei Partien war auch bei mir die Luft raus.“
Da stand allerdings schon fest, dass der 47-Jährige kaum noch einzuholen war. „Bei der viertletzten Partie habe ich viel Gegenspiel zugelassen, aber es trotzdem noch gedreht.“ Jetzt hofft er auf eine gute Plazierung beim Bundesvergleich am 25. und 26. Mai in Magdeburg. Neben Koch qualifizierten sich auch der Zweitplazierte Patrick Zelbel vom SV Mülheim Nord und Marc Schulze vom SVG Plettenberg für die Titelkämpfe.
Turnierleiter Johannes Baier vom Schachbund NRW zeigte sich zufrieden: „Ich hatte fast nix zu tun. Das zeigt, wie gut die Blitzspieler in NRW sind. Und der Dank geht an Kevelaer für die perfekte Organisation und Durchführung des Events.“
Alle Ergebnisse im Überblick: www.schachclub-kevelaer.de/extern_2018.html#nrwbem

Sechs Stunden Schachkrimi gegen Düsseldorf

Am fünften Spieltag der Verbandsliga musste die 1. Mannschaft des Schachclubs Kevelaer in Düsseldorf antreten. Beide Mannschaften konnten mit je einem Ersatzspieler, ansonsten aber in Bestbesetzung antreten.
Bereits nach knapp zwei Stunden Spielzeit führte Düsseldorf mit 2:0. Robin Winkels und Wolfgang Grube fanden gegen die Angriffe der Gegner keine Verteidigungsmöglichkeit und mussten bereits frühzeitig ihre Partien aufgeben. Besser machte es Michael Maubach am sechsten Brett. Er fand in einer schwierigen Stellung noch eine Möglichkeit seine Figuren zu entwickeln und konnte so nach drei Stunden Spielzeit ein Remis erreichen.
Kurz vor der Zeitkontrolle konnte Peter Supplieth an Brett 5 mit seinen Türmen den gegnerischen König angreifen und nach einem überraschendem Bauernzug die Partie wenig später für sich ent-scheiden. Die Freude über den Sieg dauerte allerdings nicht lange.
Herbert Dohmes am dritten Brett verlor in einer guten Stellung mit einem unnötigen Damenmanöver so viel Zeit, dass der Gegner seinerseits mit seinem Turm angreifen und nach einem Bauerngewinn schnell weiteres Material und somit auch die Partie gewinnen konnte.
Ein wenig besser machte es Richard Valenta am Spitzenbrett. In einer sehr abwechslungsreichen Partie übersah er in der Zeitnotphase die Gewinnmöglichkeiten und musste kurz danach das Remisangebot seines Gegners annehmen. So führten die Düsseldorfer bei der Zeitkontrolle nach vier Stunden bereits mit 4:2. Damit mussten die beiden verbleibenden Kevelaerer Spieler gewinnen, wenn noch ein Unentschieden im Mannschaftskampf erreicht werden sollte.
Am zweiten Brett konnte sich Werner Vonk kurz nach der Zeitkontrolle leichte Vorteile erarbeiten und mit seinen Türmen im weiteren Verlauf der Partie wichtige Bauern des Gegners gewinnen. Allerdings war die Partie erst entschieden, als ein Turm und Bauer getauscht wurden und er am Ende mit zwei Mehrbauern in ein gewonnenes Endspiel abwickeln konnte. Mit diesem Sieg verkürzte er nach knapp fünfeinhalb Stunden Spielzeit auf 3:4.
Nun hing alles vom Ergebnis der Partie von Peter Drißen am vierten Brett ab. Sein Gegner hatte in einer weitgehend ausgeglichenen Partie bereits kurz nach der Zeitkontrolle nach vier Stunden sehr viel Zeit verbraucht. Das bedeutete für den Rest der Partie, dass er seine verbleibenden Züge mit deutlich weniger Bedenkzeit machen musste.
In dieser Phase der Partie gelang es Peter Drißen nach einem Bauerngewinn mit seinem König in die gegnerische Stellung zu marschieren, um dort nach einem weiteren Bauerngewinn wenig später mit einer Mattdrohung oder Bauernumwandlung die Partie nach knapp sechs Stunden Spielzeit für sich zu entscheiden.
Mit diesem 4:4 belegen die Kevelaer weiterhin einen guten Platz im Mittelfeld.

Am Ende reichte es für Platz 4

Aus Anlass des 70-jährigen Vereinsbestehens hatte sich der SC Kevelaer um die Ausrichtung der Bezirks-Blitz-Mannschaftsmeisterschaft beworben und auch erhalten.

Sieben Mannschaften zu je vier Spielern traten in der Öffentlichen Begegnungsstätte „Unter’m Dach“ an. Die vier erstplazierten Teams sollten sich für die nächste Runde auf Verbandsebene qualifizieren.

Gespielt wurde in Hin- und Rückrunde. Die Kevelaerer traten in der Besetzung Peter Drißen, Hans-Werner Vonk, Herbert Dohmes und David Tuinenburg an. In der Hinrunde gelangen dem Team drei Siege bei einem Unentschieden und zwei Niederlagen Herbert Dohmes vollbrachte das Kunststück alle seine sechs Partien zu gewinnen.

In der Rückrunde standen dann noch zwei Siege und zwei Unentschieden bei ebenfalls zwei Niederlagen zu Buche. Damit belegten die Kevelaer den sicheren Platz vier mit 13 Mannschaftspunkten. Erfolgreichster Einzelspieler war Herbert Dohmes, der neun seiner zwölf Partien gewann.

Bezirksmeister wurde mit deutlichem Vorsprung der Rheydter SV (22 Mannschaftspunkte) vor der ersten Mannschaft des Uedemer SK (18) und der SG Hochneukirch (17). Nicht qualifizieren konnten sich die beiden Mannschaften des TTC Geldern-Veert (9 bzw. 0 Punkte) und die zweite Mannschaft des Uedemer SK (5).

Die Veranstaltung lief sehr harmonisch ab, es gab keinerlei Proteste oder Streitigkeiten. Die souveräne Turnierleitung durch Peter Drißen und Thomas Rauers wurde von vielen Teilnehmern positiv hervorgehoben.

Detaillierte Ergebnisse und weitere Fotos finden sich unter http://www.schachclub-kevelaer.de

Ganz und gar kein trockener Sport

Die Mitglieder feierten am vergangenen Wochenende – mit Schlägern auf der Minigolfanlage Twisteden

Wenn sich Bauern, Springer, Läufer, Turm, Dame und König auf einem quadratischen Spielfeld gegenüberstehen, dann handelt es sich ganz klar um Schach. „Es mag zwar so aussehen, als handle es sich bei Schach um einen eher trockenen Sport“, erklärt Dieter Moll, „doch das ist ganz und gar nicht so“, versichert der zweite Vorsitzende des Schachclubs Kevelaer.
Der Schachclub Kevelaer 1948 e.V. darf in diesen Tagen auf sein 70-jähriges Bestehen zurückblicken. Und das nicht ohne Stolz.
Das strategische Brettspiel hat schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Marienstädter mit Begeisterung einander gegenübersitzen lassen. „Natürlich ist bei einer Schachpartie höchste Konzentration gefragt“, beteuert Moll, aber dennoch werde die Geselligkeit und vor allen Dingen die Harmonie unter den Spielern groß geschrieben. „Die Kommunikation wird sehr gepflegt“, so Moll weiter. Besonders Neid sei hier fehl am Platz. Genau das zeichnet wohl auch den Schachclub Kevelaer aus, der mit seinen Mitgliedern am vergangenen Wochenende auf der Minigolfanlage in Twisteden die Golfschläger schwang. „Wir hatten unseren Partnern versprochen, die Schachfiguren nicht anzurühren geschweige denn zu bewegen“, versichert Dieter Moll schmunzelnd.
Schon vor Gründung des Kevelaerer Schachclubs wurde in der Marienstadt vereins- und regelmäßig Schach gespielt. Die Kolpingfamilie Kevelaer um Johannes Derks, Mitbegründer des späteren Schachclubs, stellte bereits in den 30er Jahren eine Schachmannschaft. Im Februar 1948 gründete sich daraus der „Schachclub Kevelaer 1948 e.V.“, der sich mit der Gründung auch dem Schachverband linker Niederrhein anschloss. Der Mitgliedsbeitrag zum Schachverband betrug damals 2 D-Mark. Jährlich. Ein geeignetes Spiellokal, unter dem damaligen 1. Vorsitzenden Horst Malz, fand der Club ein Jahr später im Hotel Voss am Kapellenplatz.
Sportliche Erfolge verzeichnete man schon damals. Mitbegründer Hans Willems, der den Schachclub Kevelaer prägte wie kein anderer, gewann in der Saison 1953/54 seine erste von neun Stadtmeisterschaften, wurde 1960 Kreismeister von Geldern und Kleve. Die dazu gehörenden Siegerehrungen wurden damals noch höchstpersönlich vom Bürgermeister vorgenommen.
Große Erfolge kann der Schachclub Kevelaer, auch 70 Jahre nach der Gründung, weiterhin verbuchen: So spielt die erste Mannschaft des Schachclubs Kevelaer aktuell in der Verbandsliga, die zweite Mannschaft in der Bezirksliga und die dritte Mannschaft in der Bezirksklasse. 1987 wechselte der Verein vom weißen Kreuz zur Gaststätte Scholten an der Twistedener Straße. Hier wird bis zum heutigen Tage an jedem Donnerstagabend in stimmungsvoller Atmosphäre Schach gespielt. Hier werden die Spielbretter, Pläne, Uhren und Figuren sorgfältig beherbergt.
Schach ist ein strategisches Brettspiel. „Es ist ein Denksport, den man auch im hohen Alter noch spielen kann – vielleicht sogar Alzheimer vorbeugt“, berichtet Dieter Moll, der wie der erste Vorsitzende Hans-Werner Vonk seit dem 1. Januar 1973 dem Schachclub Kevelaer angehört.
Zugang zum Schach wird aber auch Kindern und Jugendlichen ermöglicht. Jeden Freitag wird in der Begegnungsstätte, in der Zeit von 18 bis 20 Uhr, für Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche ein Schachtraining angeboten. Hier führt Herbert Dohmes spielerisch in die Geheimnisse des Schachs ein und begeistert dabei die Kids für das ausgeklügelte Brettspiel. Ziel eines jeden Spiels ist es, den Gegner schachmatt zu setzen.
Schachmatt setzen aber lässt sich der Schachclub Kevelaer auf gar keinen Fall. Am kommenden Wochenende richtet der Kevelaerer Schachclub, anlässlich des Jubiläums, die Schachsommertagung des Schachbezirks linker Niederrhein im Vereinslokal bei Scholten aus. Rückblickende Erinnerungen und Zukunftspläne rund um das Thema Schach dürften dabei an der Tagesordnung sein.

Alle drei Mannschaften des Schachclubs Kevelaer erreichten ihr Saisonziel

Der Schachclub Kevelaer feiert in diesem Jahr sein 70-jähriges Vereinsbestehen (siehe gesonderten Bericht auf dieser Seite), das durch die großartigen Erfolge der drei Mannschaften des Clubs in der nun geendeten Spielzeit veredelt wurde.
1. Mannschaft
So erreichte die 1. Mannschaft in der Verbandsliga  in der Stammbesetzung 1. Valenta 2. Vonk 3. Dohmes 4. Grube 5. Fiederling  6. Drißen 7. Maubach 8. Supplieth ihr vorgegebenes Saisonziel, nämlich die Klasse in dieser Liga zu halten, recht souverän.
Es gelang den Marienstädtern zwar erst am letzten Spieltag gegen den späteren Absteiger Viersen mit 5,5 : 2,5 der erste und einzige Saisonsieg, doch insgesamt 5 Unentschieden hatten schon vor dem letzten Spieltag ein gewisses Ruhepolster wachsen lassen.
Bester Spieler der Saison war Peter Supplieth, der 6 Punkte aus 8 Spielen für seine Mannschaft holte. Auch alle anderen Spieler inklusive der Ersatzleute Moll, Hölting und Tuinenburg trugen mit ihrem Können und entsprechenden Ergebnissen ebenfalls zu diesem positiven Endergebnis bei.
2. Mannschaft
Die 2. Mannschaft in der Besetzung 1. Tuinenburg 2. Moll 3. Winkels 4. Horlemann 5. Hölting 6. Heckens  7. Horst  8. Rütten war im vergangenen Jahr unglücklich aus der Bezirksliga abgestiegen und hatte als Saisonziel den sofortigen Wiederaufstieg ausgerufen.
Dieser Wiederaufstieg wurde dann auch in einer spannenden Meisterschaft am letzten Spieltag sichergestellt. Kevelaer II und die erste Vertretung aus Geldern- Veert hatten bis zum letzten Spieltag alle Mannschaftskämpfe gewonnen, sodass es am letzten Spieltag zum großen Showdown um den Aufstieg in die Bezirksliga kam. Den Marienstädtern reichte ein Unentschieden, weil sie im Laufe der Saison mehr Brettpunkte bei ihren Siegen zu verzeichnen hatten.
In einem spannenden Match setzten sich die Kevelaerer mit 5:3 bei Siegen von Winkels, Horlemann und Hölting, sowie Unentschieden von Tuinenburg, Moll und Selders bei einer Niederlage von Horst durch. Die 2. Mannschaft ist damit wieder zurückgekehrt in die Bezirksliga und will sich dort jetzt auch behaupten.
Altmeister Siegfried Hölting war mit 5,5 aus 6 Punkten nicht nur bester Spieler der Kevelaerer, sondern auch der erfolgreichste Spieler überhaupt in der Bezirksklasse.
3. Mannschaft
Die 3. Mannschaft der Kevelaerer wollte diesen Erfolgen nicht nachstehen und schaffte ebenfalls den direkten Wiederaufstieg in die Bezirksklasse.
In der Besetzung 1. Manten 2. Wans 3. Rusmann 4. Timmermann 5. Holtappels 6. Van der Leyen 7. Bach 8. Brunke beherrschten die Marienstädter deutlich die Kreisliga Nord und stiegen souverän auf.
Bester Mannschaftsspieler war hier Helmut Timmermann mit 8,5 Punkten aus 10 Spielen.
Eine überaus erfolgreiche Saisonbilanz für die Marienstädter, die nun für die neue Saison als jeweiliges  Ziel den Klassenerhalt angegeben haben.

Ein gelungener Auftakt in der Bezirksklasse

Die 2. Mannschaft des Schachclub Kevelaer, die in der vergangenen Saison in der Bezirksliga  wegen eines halben fehlenden Brettpunkt in die Bezirksklasse abgestiegen ist, hatte am ersten Spieltag der Bezirksklasse gegen die zweite Vertretung aus Emmerich anzutreten.
Die Marienstädter haben als Saisonziel den sofortigen Wiederaufstieg ausgerufen und dementsprechend konzentriert und motiviert gingen sie in diese Auseinandersetzung.
Überraschend schnell gewann ausgerechnet das 1. Brett der Kevelaerer, hatte doch David Tuinenburg seinen Gegenüber in eine Eröffnungsfalle gelockt und eine Mehrfigur aufzuweisen. Dieser hoffnungslose Umstand veranlasste den Emmericher Schachspieler seine Partie vorzeitig aufzugeben, die nicht mehr als eine halbe Stunde gedauert hatte.
Michael Rütten an Brett 7 ließ diesem Erfolg zügig einen weiteren Sieg folgen. Seine junge Gegenspielerin war dem Angriffsdruck nicht gewachsen, spielte fehlerhaft und verlor deutlich und völlig zu Recht gegen den erfahrenen Michael Rütten.
Diese 2:0 Führung baute Robin Winkels an Brett 3 mit einem fein herausgespielten Sieg weiter aus. Eberhard Horlemann einigte sich auch in Anbetracht der Überlegenheit der Marienstädter auf ein Remis, um schnellstmöglich den Gesamtsieg zu sichern.
Dieser ließ auch nicht lange auf sich warten, denn auch Michael Horst konnte nach anfänglichen Schwierigkeiten, die einen Material Nachteil nach sich zogen, seine Position auf dem Brett Zug um Zug verbessern und sogar dann nach erfolgten Material Ausgleich in einem sicheren Sieg umwandeln.
Auf Grund des nunmehr feststehenden Gesamtsieges einigten sich auch Siegfried Hölting und Ersatzspieler Herbert Holtappels auf ein leistungsgerechtes Remis.
Dieter Moll will’s wissen
Lediglich Mannschaftsführer Dieter Moll wollte seine Partie unbedingt siegreich zu Ende führen, hatte er doch schon nach wenigen Zügen erhebliche Vorteile auf dem Brett aufzuweisen. Sein Gegenüber erwies sich zwar als sehr hartnäckig, doch letztendlich musste er doch in einem Mehrbauer Endspiel die Segel streichen und aufgeben.
Dieser Sieg von Moll führte dann zu dem klaren Gesamtsieg von 6,5 : 1,5, der zumindest die Basis für den gewünschten Wiederaufstieg darstellt.