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Könnten die Bürgerbusse bald überbeansprucht werden? Foto: KB
So fahren sie am Rosenmontag

Bürgerbusse an Karneval

Wenn in Kevelaer am Rosenmontag die Jecken feiern und schunkeln, fahren auch die Bürgerbuslinien in einem anderen Takt.

Der Zug startet am 12. Februar 2024 um 14:11 Uhr. Foto: KB-Archiv
Hier ist der Rosenmontagszug 2024 zu sehen

De Zoch kütt

Auf den Rosenmontag am 12. Februar 2024 freut sich der VFR wieder ganz besonders und wünscht sich einen friedlichen und fröhlichen Umzug.

DJ Maddis legte Karnevalshits und Partymusik auf

Jugendliche feierten bei Rosenmontagsdisco

Rund 650 Jugendliche feierten im Anschluss an den Rosenmontagszug im Konzert- und Bühnenhaus bei ausgelassener Stimmung. Die Jugenddisco wertet die Wallfahrtsstadt als vollen Erfolg.

Gastronom Michael Schmidt feiert auf dem Roermonder Platz

„Herr Lehmann“ lädt zur Karnevalsparty

Am Montag, 20. Februar 2023, heißt‘s auch in Kevelaer endlich wieder: De Zoch kütt.

Die Corona-Lage sei aktuell zu angespannt

VFR sagt Kevelaerer Rosenmontagszug ab

Die Frage für viele Karnevalist*innen aus der Wallfahrtsstadt war weniger ein „ob“, sondern vielmehr ein „wann“ – wann würde die Absage des Kevelaerer Rosenmontagszuges kommen?

Rosenmontag gilt der Ferienfahrplan

Wie seit vielen Jahren üblich, fahren die Busse von NIAG und LOOK am Rosenmontag, 15. Februar 2021, nach dem Ferienfahrplan. Dies gilt auch in diesem Jahr – trotz der fehlenden Veranstaltungen. Für das Wochenende davor und ab dem Feilchendienstag gilt der übliche Fahrplan.

Die Verkehrsbetriebe bitten ihre Fahrgäste besonders mit Blick auf die anhaltend winterlichen Straßenverhältnisse, die Echtzeitdaten in der NIAG-App und auf der NIAG-Homepage www.niag-online.de abzurufen und sich so über ihre Buslinien und etwaige witterungsbedingte Ausfälle oder Verspätungen zu informieren. 

Zeichen stehen auf Absage

Was wird aus dem Karneval in Coronazeiten? Überall herrscht Ungewissheit. Das wurde auch beim Treffen der Karnevalsvereine des Südkreises im Twistedener IBC deutlich.

„Wir treffen uns jedes Jahr für Nachbesprechungen und tauschen uns aus“ erklärt die VfR-Präsidentin Elke Tebartz. „Dieses Mal haben wir mal mehr über die jetzige Situation gesprochen.“ Keiner wisse wirklich, was Sache sei. Und eine einheitliche Linie gäbe es nicht.

„Die Verunsicherung ist da“, sagt die Karnevalistin. „Viele waren der Ansicht, dass sie die Veranstaltung aufgrund des Gesundheitskonzepts so umsetzen sollten und können. Einige sagen, absagen.“ Und Goch habe schon abgesagt. „Wir warten ab, sagten auch einige. Andere haben alles auf Lager liegen und warten auf „go“ oder „stop“, sobald man was Neues von oben hört.“

Als Veranstalter trage man Verantwortung und Risiko gleichermaßen. „Wir können jetzt nicht den Rosenmontagsleuten sagen: Wir sagen eventuell im November mal ab, fangt schon mal an.“ Auch finanziell sei dabei einiges zu beachten. Dementsprechend müsse man jetzt zeitnah entscheiden. Ihre Maxime sei: “Gesundheit geht vor.“

Man müsse noch aus einem anderen Grund Verbindlichkeit herstellen. „Wir haben ja auch Künstler engagiert, haben mit denen Verträge.“ Die Tendenz sei schon „irgendwo absagen oder es stark reduzieren.“ Wie man das aber im kleinen Rahmen verwirklichen solle, „wissen wir noch nicht.“ Natürlich mache man sich auch Gedanken, wie Karneval unter Corona-Bedingungen funktionieren könnte. Aber Karneval ohne Alkohol, mit 1,50 Meter Abstand und ohne Bützen, das erscheint „schwer möglich“.

Natürlich wolle man Brauchtum nicht absagen. „Aber Kirmes ist auch Brauchtum, musste auch abgesagt werden.“ Und eins ist für die VfR-Vorsitzende glasklar: „Wir wollen nicht die Schlagzeilen 2021, die Heinsberg 2020 hatte. Für das Risiko verantwortlich zu sein, das will ich nicht.“ Das sei für alle Beteiligten „eine sehr unglückliche Situation.“ Bloß kein zweites Heinsberg. Das bestätigt auch der Präsident der Karnevalsfreunde Twisteden, Rolf Roosen. Man habe im IBC eine gemeinsame Marschrichtung abstimmen wollen.

Schnell wurde deutlich, dass das nicht geht, „weil die vertragliche Situation und Organisation der einzelnen Vereine“ halt unterschiedlich sind. Und weil die Künstler, die unter Vertrag stehen, bezahlt werden, wenn man vor einem offiziellen Verbot eine Veranstaltung oder einen Zug absagt. „Da warten die meisten ab.“

Wirklich wohl fühle sich mit der Situation absolut niemand. „Keiner sagte, wir wollen das auf jeden Fall machen.“ Vereinzelt werde über Videos und Onlinesitzungen nachgedacht. „Da muss jeder Verein gucken, was er in seinen Möglichkeiten verwirklichen kann.“ Über ein Corona-Hygienekonzept zum Karneval habe man sich noch keine Gedanken gemacht. „Da sich das ständig ändert, haben wir ein Konzept nicht gemacht.“

Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Wie soll da Stimmung entstehen?„Echte Stimmung beim Sitzungskarneval wird doch nicht aufkommen, wenn nur 30 oder 40 Leute reinzusetzen sind.“ Das habe dann „mit Karneval feiern nix zu tun“, findet Roosen. „Es ist auch die Frage, wenn wir feiern, ob da jemand hingeht.“

Und allein die Zugfeier kostet „ein Vermögen“, sagt Roosen. „Wenn da keiner hinkommt und kein Umsatz stattfindet, kann man das nicht bezahlen.“ Mit 30 Mann eine Kappensitzung und den Zug könne man nur machen, wenn „jemand uns nett Geld schenkt.“ Im Ergebnis bedeute das: „Also entweder für Twisteden alles oder nix.“

Voraussichtlich noch in dieser Woche soll es ein Gespräch der Vereine mit Bürgermeister Dominik Pichler geben, um eine einheitliche Linie herzustellen. „Meine private Meinung ist: Verantwortungsvoll kann man ohne Impfstoff keine Session machen“, sagt Roosen. „Und es wäre das Einfachste, wenn von Land und Bund das Signal kommt, ob es machbar oder nicht ist.“

Seine Haltung zum Thema ist klar: „Lieber ein Jahr Pause und dann wie Phönix aus der Asche als Gangelt. Das nützt nix.“ Wenn man dann rumlaufe, „und jemand sagt, Oma ist gestorben, weil Karneval war“, dann sei damit nichts gewonnen. „Und wenn da ein Highspreader mit Trillerpfeife ist, kannste das alles nicht sicherstellen.“

Bei den anstehenden Wahlen sei das wohl nicht so leicht zu entscheiden. „Ich kann mir vorstellen, dass Ende September sich jemand traut, das offen zu verkünden, weil es eine unpopuläre Entscheidung ist.“ Die Kommunikation mit dem Ordnungsamt und der Stadt laufe hinsichtlich Corona super. „Wir werden eine Lösung finden, wo jeder mit leben kann.“ Beim Ordnungsamt ist die mögliche Absage von Karneval auch Thema. „Wir machen uns da natürlich Gedanken, aber wir haben bis jetzt die Corona-Schutzverordnung, die bis Ende August gilt“, sagte Ordnungsamtsleiter Ludger Holla. „Wir erhoffen uns spätestens für den 1. September einen entsprechenden Hinweis. Das Ministerium lässt sich von uns nix vorschreiben.“

Das Ganze sei noch in der Schwebe, aber Holla bezeichnete es als „relativ unwahrscheinlich“, dass ein Karnevalstreiben stattfinden könne, auch wegen der aktuell steigenden Infektionszahlen. „Aber es gibt noch keine Regelung.“ Das Gesundheitsministerium in Düsseldorf sei für eine Verordnung zuständig. „Wir müssen es umsetzen.“ Es habe da schon einen Austausch des Bürgermeisters mit der VfR-Präsidentin Elke Tebartz gegeben, bestätigte er. „Und dass es in der Richtung die Info gab, darauf jetzt zu warten.“

Rosenmontagsbilanz der Polizei

Am Rosenmontag fanden im Kreis Kleve die Karnevalsumzüge in Kleve, Rees, Rees-Mehr, Goch, Uedem-Keppeln, Kevelaer, Issum-Sevelen und Geldern-Hartefeld statt. Aufgrund des starken Windes wurden die Umzüge in Rees und Mehr auf 13.11 Uhr, in Keppeln auf 14.00 Uhr und in Kleve und Sevelen auf 14.11 Uhr verschoben. Die Umzüge in Goch, Kevelaer und Hartefeld starteten wie geplant.
In Kevelaer besuchten nach Polizeiangaben rund 6.000 Zuschauer den Karnevalsumzug. Bei Jugendschutzkontrollen von 45 Personen wurden 9 Alkoholgebinde vernichtet. Die Polizei erteilte einen Platzverweis und nahm eine Person in Gewahrsam. Die Beamten nahmen eine Anzeige wegen Körperverletzung auf.
Den Karnevalsumzug in Kleve besuchten etwa 12.000 Zuschauer. Bei Jugendschutzkontrollen von 285 Kindern und Jugendlichen wurden 252 Alkoholgebinde sichergestellt und 64 entsorgt. Die Polizei erteilte fünf Platzverweise und nahm drei Personen in Gewahrsam. Die Beamten nahmen eine Anzeigen wegen Gefährlicher Körperverletzung auf:
Gegen 16.50 Uhr zündeten Unbekannte in der Fußgängerzone an der Straße An der Münze vor einem Textilgeschäft einen “Polenböller”. Eine 17-Jährige verletzte sich am Bein und wurde mit dem Rettungswagen zur ambulanten Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Ein Polizeibeamter, der in unmittelbarer Nähe stand, erlitt vermutlich ein Knalltrauma. Er musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden und ist bis auf weiteres nicht dienstfähig. Hinweise bitte an die Kripo Kleve unter Telefon 02821 5040.
In Rees besuchten etwa 4.500 Personen den Karnevalszug, in Rees-Mehr waren es rund 3.500 Zuschauer. Bei Jugendschutzkontrollen von insgesamt 88 Personen wurden 55 Alkoholgebinde vernichtet. Die Beamten erteilte drei Platzverweise in Rees-Mehr.
Ein 22-jähriger Mann aus Rees leistete gegen 15.45 Uhr in einer Gaststätte an der Heresbachstraße in Rees-Mehr Widerstand gegen Polizeibeamte, nachdem er zuvor dort randaliert hatte. Der 22-Jährige schlug und spuckte nach den Beamten und beleidigte sie. Die Beamten blieben unverletzt. Der 22-Jährige wurde in Gewahrsam genommen und ihm wurde eine Blutprobe entnommen.
Den Karnevalsumzug in Goch besuchten etwa 11.000 Zuschauer. Bei Jugendschutzkontrollen von rund 127 Personen wurden 36 Alkoholgebinde vernichtet. Die Polizei erteilte 13 Platzverweise und nahm eine Person in Gewahrsam.
In Keppeln besuchten etwa 4.000 Zuschauer den Karnevalsumzug. Bei Jugendschutzkontrollen von rund 44 Personen wurden 20 Alkoholgebinde vernichtet. Ein 16-Jähriger musste wegen einer Alkoholintoxikation durch den Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Karnevalsumzüge in Sevelen und Hartefeld besuchten jeweils etwa 1.500 Zuschauer. Beide Umzüge verliefen aus polizeilicher Sicht störungsfrei.
Fotogalerien zum Rosenmontagszug in Kevelaer und weiteren Zügen in den Ortschaften weiter unten auf dieser Seite.