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Das KB hat eine fast 90-Jährige auf ihrem Weg zur Erstimpfung gegen Corona begleitet

Die große Frage bleibt: „Was haben die sich bloß dabei gedacht?“

Die fast 90-jährige Helgard Jürgens will sich aufmachen zu ihrer Impfung vom Süden des Kreises Kleve nach Kalkar. Oder wie sie meint auch jetzt: „Das muss ich ja wohl, es bleibt mir nichts anderes übrig.“ Im Krieg hat sie schon mit vierzehn Jahren ihre Mutter verloren. Das werde sie nun auch noch schaffen, so ihr Credo. 

Durch Hypnose zur Gelassenheit?

Ich befinde mich am Strand, laufe durchs Wasser. Irgendwann gelange ich an einen Wasserfall. Umgeben von ruhiger Natur wasche ich dort all meine Probleme, all das, was mich belastet, von mir ab. Es fließt einen Bach hinunter und ich bin losgelöst von all dem… Das jedenfalls passierte in meinen Gedanken, als ich kürzlich meine erste Hypnose erlebte. Eingeladen hatte mich der Kevelaerer Hypnotiseur Thomas Ammich. In seiner Praxis auf Keylaer beschäftigt er sich vor allem mit der Tiefenentspannung unter Hypnose. Genau das sollte auch ich erfahren – eine Tiefenentspannung und das Lösen von Blockaden. Zugegeben: Alternativen Techniken wie der Hypnose stehe ich offen gegenüber, beschäftige mich privat viel mit alternativen Behandlungsmethoden und würde bei psychischen Schwierigkeiten immer eine Hypnose oder ähnliche Technik irgendwelchen schulmedizinischen Beruhigungspillen vorziehen. Doch „Entspannung“ ist für mich ein großes Wort. Denn zugegebenermaßen ist es bei mir vor allem leicht, mich aus der Entspannung herauszuholen. Daher schwang eine gewisse Skepsis mit, ob denn eine Hypnose mich impulsiven, aufbrausenden Menschen tatsächlich in eine Tiefenentspannung versetzen kann.

Nachdem abgeklärt wurde, ob keine Krankheiten, Schwangerschaft oder Ähnliches vorliegt, ging es los. Zur Einleitung sorgte Ammich dafür, dass sich jeder einzelne Körperteil entspannt. Und tatsächlich stellte ich fest, dass die jeweils angesprochenen Körperteile in dem Moment schwer wurden, es ein wenig kribbelte und sich eine Wärme breitmachte. Dieses starke Empfinden sei typisch, wenn man bereits Erfahrungen zum Beispiel mit Autogenem Training habe, erklärte Ammich im Anschluss. Das habe ich. Wie ich später erfuhr, dauerte die Einleitung bei mir verhältnismäßig lange. „Man merkt da vielleicht auch deinen Beruf“, deutete Ammich die etwas kritische Haltung an. Während der Einleitung beobachte er bei den Klienten vor allem die Augen. Auch wenn diese geschlossen sind, könne man gut erkennen, ob sich die Augen noch unruhig hin und her bewegen.

Keine Fernsteuerung durch den Hypnotiseur

Bereits nach der Einleitung hatte ich ein eigenartiges Gefühl in meinen Gliedmaßen. Sie fühlten sich wirklich schwer an, so, als wenn ich sie aus eigener Kraft nicht mehr anheben könnte. Gleichzeitig wusste ich genau, dass es sehr wohl ginge, wenn ich es denn wollte. Darüber sprachen Thomas Ammich und ich bereits vor der Hypnose. Er erklärte genau, dass wenn irgendetwas während der Hypnose gegen das eigene Verständnis verstoße, man als Klient direkt wach sei. Man ist die ganze Zeit Herr seiner Sinne. Bei meiner eigenen Hypnose jedenfalls kann ich dies bestätigen. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, der Hypnotiseur könnte mich „fernsteuern“, wie es in  den Medien gerne mal dargestellt wird.

Im Anschluss an die Einleitung der Hypnose arbeitete Ammich mit diversen Bildern, die sich zu einer Geschichte zusammenfügten: Ich befinde mich am Strand, laufe durchs Wasser. In meinen Gedanken entstanden Bilder. Der Strand, an dem ich mich befand, war für mich automatisch einer in Griechenland – ein Ort, an dem ich auch in diesem Sommer gerne sein möchte, um meine Großeltern zu besuchen. Schnell merkte ich, wie vielleicht auch das schon ein Teil des ganzen Prozesses war.

Mit ruhiger, langsamer Stimme führte der Hypnotiseur mich durch die Geschichte: Irgendwann gelange ich an einen Wasserfall. Umgeben von ruhiger Natur wasche ich dort all meine Probleme, all das, was mich belastet, von mir ab. Es fließt einen Bach hinunter und ich bin losgelöst von all dem. An diesem Punkt merkte ich, dass viele Gedanken in meinem Kopf kreisten. Vor allem schlimme Ereignisse aus dem Privaten der vergangenen Monate wurden präsent. Das war der Punkt der Hypnose, an dem ich abschweifte. Rückblickend kann ich nicht einmal mehr sagen, wie Ammich mich gedanklich vom Wasserfall wegführte. Das Gefühl in diesem Moment war eigenartig. Ich fühlte mich tief gefangen in meinen Gedanken und blendete temporär unbewusst sogar seine Stimme aus. Ich beschäftigte mich gedanklich intensiv mit meinen ganz persönlichen Problemen und Belastungen.

Es folgte nach einer guten halben Stunde die Ausleitung aus der Hypnose. Die ging dann überraschend schnell. Ammich forderte mich auf, nach und nach meine einzelnen Körperteile zu bewegen und schlussendlich meine Augen zu öffnen und mich zu strecken. Körperlich fühlte ich mich zweifelsohne entspannt. Mein Körper fühlte sich schwer an. Ähnlich wie nach einer stundenlangen Autofahrt tat das Strecken der Gliedmaßen wirklich gut. Während des Reflexionsgesprächs im Anschluss lag eine Art „Schleier“ der Entspannung über meinen Gedanken. In den Minuten nach der Hypnose hatte ich das Gefühl, als könnte mich erstmal nichts mehr aus der Ruhe bringen. Dennoch wies der Hypnotiseur mich darauf hin, dass es oftmals ein paar Tage dauere, bis die Entspannung sich wirklich entfaltet hat. „Na gut, mal sehen“, dachte ich mir.

Sich gedanklich zurückbesinnen

Eine gewisse Zeit spürte ich in den folgenden Tagen tatsächlich mehr Gelassenheit als sonst. In Situationen, die dieser entspannten Haltung potenziell gefährlich werden könnten, versuchte ich, mich auf die Hypnose zu besinnen. Auch das funktionierte ganz gut. Dass sich alle Gedanken rund um negative Ereignisse plötzlich in Luft auflösten, konnte ich allerdings nicht erwarten. Und spätestens an dem Tag, als Unbekannte ihren Müll bei uns im Vorgarten abluden, merkte ich, dass es bei mir persönlich auch nicht gereicht hatte, um mich in allen Situation entspannt reagieren zu lassen.

Aus Gesprächen mit dem Kevelaerer Hypnotiseur weiß ich, dass es durchaus Klienten gibt, die eine derartige Hypnose regelmäßig in Anspruch nehmen. Es ist eben keine halbe Stunde der „Wunderheilung“, in der man alles Negative vergisst und jeglichen Ärger im Anschluss von sich weisen kann. Erwartungen hatte ich keine, als ich mich auf die Hypnose eingelassen habe. Dementsprechend bin ich auch nicht enttäuscht, dass sich bei mir nach dem ersten Mal noch keine ultimative Langzeitwirkung eingestellt hat. Im Falle einer Wiederholung fiele es mir vielleicht noch leichter, mich auf diese „gedankliche Reise“ einzulassen. Meine erste Hypnose hat mir jedenfalls eine gute halbe Stunde Auszeit vom Alltag beschert und dazu angeregt, mich in nervlich aufreibenden Situationen auch mal auf Gelassenheit zu besinnen.

Den Weg zur richtigen Farbe finden

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, welcher Farbtyp in Sachen Kleidung Sie sind? Ich zugegebenermaßen noch nicht. Vielleicht war auch das der Grund, weshalb ich der Farbtypberatung der Volkshochschule mit Linda van den Hoek-Deubner mit gemischten Gefühlen entgegengesehen habe – eine Mischung aus Neugier und der Frage „Brauche ich sowas?“ Mit sieben anderen Teilnehmerinnen saß ich also im Dachgeschoss der Öffentlichen Begegnungsstätte in Kevelaer und war gespannt, ob ich im Anschluss an die Beratung wohl gleich auf meinen Kleiderschrank stürzen und diesen komplett umgestalten würde.

Ein leuchtendes Rot und sattes Grün

Mit einer Farbtypberatung könne man beim Kleiderkauf „Unsicherheiten umgehen“, erklärte van den Hoek-Deubner. „Das heißt aber nicht, dass sie jetzt nur noch diese Farben tragen müssen.“ Immer wieder stellte ich mir die Frage: „Bin ich unsicher in meinem Kleidungsstil?“ Eigentlich nicht, dachte ich… Zumindest greife ich ohne jegliche Unsicherheit ganz mutig zu vielen verschiedenen Grautönen sowie zu Schwarz und Weiß. Als ich diesen Gedanken auf Nachfrage der Kursleitung kundtat, wurde deutlich, dass er nicht nur mich selbst belustigte. Offensichtlich fehlt mir einfach der Mut zur Farbe. Und mit Blick auf die verschiedenen farbigen Tücher der Dozentin dachte ich tatsächlich bei vielen Farben, wie schade es doch ist, diese nie zu tragen.

Die Beratung bezog sich lediglich auf das Oberteil des Outfits, alles darunter wurde außer Acht gelassen, da die Kleidungsstücke nicht direkt an das Gesicht und den dortigen Hauttyp grenzen. Schade eigentlich, dachte ich mir – wollte ich doch in großen Tönen davon erzählen, einen curryfarbenen Rock zu besitzen.

Waren die meisten Teilnehmerinnen des Kurses etwas mutiger beim Tragen von Farben, wurde dennoch deutlich: Es muss gekonnt sein. Bei den meisten merkte man Unsicherheiten, der Wille zur farbenfrohen Kleidung war aber vorhanden. Um die für jede Person individuell passenden Farben zu finden, setzte sich schließlich jede nacheinander auf einen Stuhl vor einen Spiegel und bekam von der Expertin verschiedene Tücher vorgehalten. Jedes Tuch beinhaltete mehrere verschiedene Farben. Willkürlich ausgewählt waren diese nicht. Die Tücher standen jeweils für einen Typen – den Frühlings,- Sommer,- Herbst- oder Wintertyp.

Rosa, Hellblau und Lila

Beim Anblick der Tücher ordnete ich mich selbst klar dem Herbst zu mit sanfteren Farbtönen wie Oliv, Senf, Petrol oder Braun. Zielstrebig hielt die Dozentin mir das Sommertuch an den Hals. „Oh je“, war das Einzige, was mir in diesem Moment einfiel. Rosa, Hellblau und Lila zierten meinen Hals – Farben, zu denen ich niemals freiwillig greifen würde. Bei meiner Gesichtsfarbe sagte die Expertin jedoch, dass die Farben für mich genau richtig seien. Daraufhin hielt sie mir noch den Frühling und den Winter an den Hals – da waren sich dann aber alle einig, dass das nicht meine Farben sind.

Voller Hoffnung, dass sie mir nun noch das Herbst-Tuch anhalten würde, blieb dieses einsam auf dem Tisch liegen und die Expertin wollte meine Beratung beenden. Vielleicht geleitet durch meinen verzweifelten Blick, griff sie schließlich doch noch zum Herbst-Tuch. Mit diesen Farben fühlte ich mich eindeutig am wohlsten. Dass die eigene Meinung und die der Expertin so unterschiedlich ausfielen, stellte sich zwar als ungewöhnlich, nicht aber als unüberwindbare Hürde heraus. Bereits zu Beginn und auch am Ende betonte die Expertin, dass Farbe auch immer etwas mit Gefühlen zu tun habe und „man will niemandem etwas aufzwingen.“ Außerdem gebe es auch aus der Herbstpalette einige Farben, die durchaus zu meinem Typ passen.

Von Frühling bis Winter

Nachdem jede Teilnehmerin den für sie passenden Farbtyp gemeinsam mit der Expertin herausgefunden hatte, wurde deutlich, wie unterschiedlich Menschen mit den verschiedenen Farben harmonieren. An diesem Abend reichte das Spektrum von Frühling bis Winter, von kühlen bis zu warmen Farbtönen.

Nach diesem Kurs weiß nun auch ich als echter „Farbenmuffel“, welche Farben, fachlich betrachtet, am besten zu mir passen. Letztlich bot der Kurs eine Orientierung in Sachen farblicher Kleidung. Welche Farbpalette in der Theorie zu einem passt, das kann wohl ab sofort jede der Teilnehmerinnen entgegnen, wenn die Shopping-Begleitung einen vermeintlich falsch berät. In welchen Farben man sich am Ende tatsächlich am wohlsten fühlt, das entscheidet allerdings jeder für sich selbst – unabhängig von der Meinung eines Experten. Ich werde in Zukunft sicherlich häufiger einmal die mir empfohlenen Farben anprobieren. Dass ich nun aber meinen Kleiderschrank auf links ziehe und mich geradezu euphorisch auf Kleidungsstücke dieser bestimmten Farben werfe, das muss ich bezweifeln…