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Keine Osterfeuer vorbereiten

Das Kevelaerer Ordnungsamt tritt bereits jetzt hinsichtlich der Osterfeiertage mit einer dringenden Bitte an die Bürger*innen heran: Es sollten keine Osterfeuer vorbereitet werden. Es gibt zwar noch kein offizielles Verbot für das Brauchtum im April, die aktuellen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie lassen allerdings bereits jetzt vermuten, dass es keine Veranstaltungen am Feuer geben wird.

Daher sei es „sinnvoll, dass die potenziellen Veranstalter nicht anfangen zu sammeln oder aufzuschichten“, appelliert Ordnungsamtschef Ludger Holla. Der Grünschnitt, der unter anderem verwendet wird, solle ordnungsgemäß entsorgt werden. Da es hier in der Gegend zudem keine Martinsfeuer gibt, hätten die Veranstalter*innen keine Möglichkeit, das Feuer später im Jahr noch abzubrennen, erklärt Holla. 

Die Corona-Silvesternacht fiel deutlich ruhiger aus

Dass die Silvesternacht in diesem Jahr Corona-bedingt ruhiger ablaufen würde als sonst, war bereits abzusehen: Der Verkauf von Feuerwerk war verboten und auch die Kontaktbeschränkungen waren eng gefasst. Dass allerdings auf den Straßen der Wallfahrtsstadt zeitweise weit und breit kein Mensch zu sehen war, davon war selbst Ordnungsamtschef Ludger Holla überrascht. „Ich habe keinen Menschen gesehen“, habe einer seiner Mitarbeiter nach einer Rundfahrt durch Kevelaer am Silvesterabend berichtet. „Wir haben auch wenig Feuerwerk feststellen können“, ergänzt Holla. Dieses Empfinden einer ruhigen Silvesternacht ohne Zwischenfälle bestätigen auch Polizei, Feuerwehr und das Marienhospital.

Die Zahl der Einsatzkräfte der Polizei seien wie zu Silvester gewöhnlich erhöht worden, berichtet Polizeioberkommissarin Anna Stammen. Zu insgesamt vier Einsätzen mit Silvesterbezug mussten diese in der Zeit vom 31. Dezember 2020, 18 Uhr, bis 1. Januar 2021, 6 Uhr, in Kevelaer ausrücken. „Zu den Einsätzen zählten unter anderem eine Sachbeschädigung durch einen Feuerwerkskörper und eine Alarmauslösung in einem Kiosk“, so Stammen. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es acht Einsätze.

Für die Freiwillige Feuerwehr Kevelaer gestaltete sich die Nacht noch ruhiger. Die Kameraden mussten zu keinem einzigen Einsatz ausrücken. „Das Verkaufsverbot hat sicher dazu geführt, dass im Vergleich zum Vorjahr erheblich weniger Feuerwerk abgebrannt wurde. Das hat jeder wohl festgestellt. Aus Sicht der Sicherheit hat sich aus dem Verkaufsverbot die – im Nachhinein ‚Gott sei Dank‘ unbegründete – Sorge ergeben, wie die Menschen darauf reagieren, ob mit illegalen Bestellungen und zusätzlich gefährlicher Pyrotechnik aus dem Internet, oder mit anderen selbstgebastelten Gerätschaften“, erklärt Wehrleiter Georg Metzelaers. Da die Silvesternacht für die Kevelaerer Feuerwehr auch sonst eher ruhig verläuft – im Vorjahr zum Beispiel gab es lediglich einen silvesterunabhängigen Einsatz – machten sich für die Kameraden die Corona-Beschränkungen nicht wirklich bemerkbar. 

Wieder gemeinsam feiern

Metzelaers dankt den Kevelaerer Bürger*innen für ihr Verhalten: „Silvester 2020 war von der Pandemie und vom Shutdown mit seinen Auswirkungen geprägt. Zunächst danke ich allen Mitbürgern in Kevelaer und auch in allen Ortschaften dafür, dass sie sich weitestgehend an die Auflagen und Empfehlungen aus der Politik und der Wissenschaft gehalten haben. Diese Einschränkungen können wir nur alle gemeinsam durchstehen und dann, wenn es vorbei ist, auch wieder alle gemeinsam feiern und das Leben miteinander gestalten.“

Nicht zuletzt ist es auch für das Kevelaerer Marienhospital stets eine gute Nachricht, wenn nach einem Jahreswechsel keine hohen Fallzahlen der Notaufnahme stehen. Christian Weßels, Sprecher des Karl-Leißner-Klinikums, berichtet, dass es in Kevelaer keine Notfälle mit direktem Bezug zu Silvesterfeierlichkeiten gegeben habe. Generell habe sich an der Versorgungslage von Covid-19-Patient*innen in Kevelaer in den vergangenen Wochen nichts geändert. „Im Marienhospital wird weiterhin kein Covid-19-Patient auf der Intensivstation behandelt. Personell ist das Marienhospital gut aufgestellt, so dass die Versorgung auch über die Feiertage und den Jahreswechsel zu jeder Zeit gewährleistet war.“    

Die 50er-Grenze ist in Sicht

Zu Beginn dieser Woche war bei Ordnungsamtschef Ludger Holla zwar noch keine uneingeschränkte Euphorie zu spüren, aber zumindest Erleichterung. Denn erstmals seit Mitte Oktober liegt Kevelaer bei der 7-Tage-Inzidenz unter 60 (Stand Montag, 4. Januar 2021: 58,62). Damit steuert die Wallfahrtsstadt auf den vielgenannten Wert von 50 zu. Ob aber in der kommenden Woche aufgrund der Auswirkungen der Feiertage ein erneuter Anstieg zu verzeichnen sein wird, bleibt abzuwarten.

„Die Kevelaerer Bürgerinnen und Bürger haben verstanden“, lautet Ludger Hollas knappes Fazit. „Da muss man die Kevelaererinnen und Kevelaerer einfach für loben, für ihr verantwortungsvolles Verhalten.“ Weder über die Weihnachtstage, noch während der Silvesternacht habe es in der Marienstadt Auffälligkeiten gegeben. Auch befürchtete Aktionen von möglicherweise etwas zu aufmerksamen Leuten – Stichwort „Denunziantentum“ – seien ausgeblieben. „Es sind keine Anzeigen von netten Nachbarn ins Haus geflattert“, sagt Holla augenzwinkernd.

Verlängerung des Shutdowns?

Eine Verlängerung des Shutdowns befürwortet Holla trotz der positiven Entwicklungen in Kevelaer: „Ich glaube, das ist tatsächlich erforderlich.“ Zumal nun mal abzuwarten sei, ob noch Auswirkungen der Feiertage spürbar werden. Aufgrund des bisher größtenteils verantwortungsbewussten Umgangs der Kevelaerer Bevölkerung mit der Pandemie erwartet Holla allerdings keine besonderen Ausreißer. 

Falls der Wert tatsächlich die 50er-Grenze unterschreiten sollte, sind für Kevelaer allerdings keine dadurch ausgelösten Lockerungen zu erwarten. Eine mögliche Verlängerung des Shutdowns, über die Bund und Länder am Dienstag, 5. Januar 2021, entscheiden werden, würde auch für Gegenden mit niedrigem Inzidenzwert gelten. Allerdings seien bei weiterhin niedrigen Zahlen eben auch keine Verschärfungen über die Pflichtmaßnahmen von Bund und Ländern hinaus zu erwarten, erklärt Holla. Wichtig sei: „Man sieht insgesamt eine deutliche Tendenz nach unten.“ Das solle möglichst so bleiben, um der so viel herbeigesehnten „alten“ Normalität wieder ein Stück näher zu kommen.

Die Impfungen haben in der Wallfahrtsstadt bisher noch nicht begonnen. Wann die mobilen Impfteams in den ersten Kevelaerer Seniorenheimen aktiv werden, darüber habe die Stadtverwaltung noch keine Informationen erhalten, sagt Holla. 

3D-Grafik des SARS-CoV-2-Virions (Grafik: Public Domain)

Inzidenzwert ist auch in Kevelaer weiterhin hoch

Auch kurz vor dem Weihnachtsfest entspannt sich die Lage rund um Corona in der Wallfahrtsstadt nicht. Die 7-Tage-Inzidenz lag am Dienstag, 22. Dezember, bei 106,9. „Es schwankt immer so um die 100“, erklärte Ordnungsamtschef Ludger Holla. Einen spürbaren Rückgang erwartet und erhofft er sich zwischen den Jahren. Denn dann sollten die Maßnahmen des Shutdown ihre Wirkung zeigen. Das Geschehen ist weiterhin diffus, in Kevelaer sind keine Einrichtungen geschlossen.

Aufgrund der neuen Coronaschutzverordnung und Änderungen derer sei es in den vergangenen Tagen gehäuft zu Nachfragen aus dem Einzelhandel gekommen. „Die Verunsicherung ist natürlich in der ganzen Bevölkerung, vor allem auch bei den Werbetreibenden groß.“

„Kontakte vermeiden, wo es nur irgendwie geht“ – das sei weiterhin der Appell der Stadtverwaltung. Wenn dem nicht gefolgt wird, müsse man sicherlich mit einer Verlängerung der Maßnahmen bis Mitte / Ende Januar rechnen, meint Holla. Und vor allem mit Blick auf Silvester werde man Hinweisen auf unzulässige größere Feiern nachgehen und bei Bedarf Bußgelder verhängen. Die Zuversicht ist allerdings groß: „Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass wir der Kevelaerer Bevölkerung vertrauen können.“

Corona-Fälle in Kevelaer nicht durch „Hotspots“ erklärbar

„Die Tendenz geht nach oben“, stellt Ordnungsamtschef Ludger Holla mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen in Kevelaer fest. 38 Neuinfektionen wurden innerhalb einer Woche (2. bis 9. November) verzeichnet. Besorgniserregend sei diese Entwicklung vor allem, weil sich keine sogenannten „Hotspots“, also lokale Ausbruchsgeschehen, erkennen ließen. Trotz der steigenden Zahlen sind in der Wallfahrtsstadt aktuell keine weiteren Maßnahmen vorgesehen – auch keine Maskenpflicht in der Innenstadt. Die verschärften Kontrollen am vergangenen Wochenende seien „bis auf kleinere Unkorrektheiten“ problemlos verlaufen, sagt Holla. Dennoch lautet sein klarer Appell an die Bürgerinnen und Bürger: „Wir empfehlen dringendst, auch im privaten Bereich auf alle nicht notwendigen Kontakte zu verzichten.“

Eine denkbare weitere Einschränkung wäre eine Maskenpflicht in der Kevelaerer Innenstadt. Eine entsprechende Allgemeinverfügung existiert bereits und könnte offiziell erlassen werden. Dies sieht die Stadtverwaltung allerdings voraussichtlich erst dann vor, wenn die 7-Tage-Inzidenz in Kevelaer an drei Tagen in Folge über 150 liegt und die Infektionen nicht auf ein lokales Ausbruchsgeschehen in einer Einrichtung, Firma oder Ähnlichem zurückzuführen sind. Aktuell liegt der Wert bei rund 117. Eine Aufhebung der Verpflichtung könnte dann erfolgen, wenn der Inzidenzwert an sieben aufeinanderfolgenden Tagen wieder unter 150 liegt. „Die Allgemeinverfügung ist für eine Ausnahmesituation geschaffen“, betont Pichler. Außerdem wäre sie örtlich sowie zeitlich begrenzt – denn nachts bestehe selbst in der Innenstadt keine Gefahr einer Menschenansammlung, die diese Maßnahmen erfordern würden.

Verantwortung muss tragbar sein

Eine Maskenpflicht geben würde es aber definitiv auf dem Advents- und Krippenmarkt. Da bleiben vorerst die endgültige Entscheidung der Organisatoren sowie die gemeinsamen Maßnahmen für Dezember von Bund und Ländern abzuwarten. „Wir werden keine Situation schaffen, die kontraindiziert wäre zu dem, was wir erreichen wollen“, sagt Pichler hinsichtlich der Durchführbarkeit.

Hinsichtlich der Kapazitäten zur Kontaktnachverfolgung innerhalb der Marienstadt zeigt sich Ludger Holla zuversichtlich. Meistens gelinge es, nach Bekanntwerden einer Infektion innerhalb einer Stunde mit den Betroffenen Kontakt aufzunehmen. Über die ausführliche Kommunikation und Kontaktmöglichkeiten zeigten sich die Betroffenen in der Regel dankbar, sagt der Ordnungsamtschef. Ein Gespräch mit den Verantwortlichen des Kreises in der vergangenen Woche habe ihm die Möglichkeit gegeben, die Vorgehensweise des Kevelaerer Ordnungsamtes zu schildern und so für die nötige Transparenz zu sorgen. Nach einigen Unstimmigkeiten funktioniert die Kommunikation zwischen der Stadtverwaltung und den zuständigen Stellen des Kreises inzwischen besser.

Mitten in der zweiten Welle?

Das vergangene Wochenende sei „relativ ruhig“ gewesen, sagt Ordnungsamtschef Ludger Holla, doch angesichts des Ferienendes und der Reiserückkehrer blicken er und Bürgermeister Dominik Pichler doch nicht ganz sorgenfrei in die nahe Zukunft. „Wir haben so ein bisschen Sorge, dass wir nicht auf die zweite Welle zurollen, sondern uns schon darin befinden.“ Indiz dafür könnten die gestiegenen Fallzahlen sein.

In dem zweiwöchigen Zeitraum zwischen dem 24. Juli und dem 7. August waren sieben Tests positiv, einen solchen Anstieg auf jetzt 70 positiv getestete Menschen verzeichnete die Statistik bislang noch nicht. Allerdings sind 60 bereits genesen und drei der vorgenannten Fälle stammen von einem landwirtschaftlichen Betrieb in Twisteden. „Der Rest sind Einzelfälle“, sagt Holla.

Die Masken hängen überall

Dennoch kein Grund für die Stadtspitze, Entwarnung zu geben; im Gegenteil: Holla erinnert einmal mehr an die Maskenpflicht im Handel und insbesondere in der Gastronomie. Gerade hier habe er den Eindruck, die Masken „hängen überall, nur nicht über Mund und Nase“, sagt Holla. Und „auf wundersame Weise“ rückten mancherorts „die Tische und Stühle zusammen“.

Zudem wolle man ab sofort die Listen der Gäste „intensiver überprüfen“, kündigt er an, denn oftmals würden sie nicht vollständig ausgefüllt. Holla setzt auf die Einsicht der Händler und Kunden, Gastronomen und Gäste, dass die Maßnahmen zum Schutz dienten – dem eigenen und dem anderer. „Wir verfolgen immer noch die Strategie, dass wir mehr beraten als bestrafen“, sagt der Ordnungsamtschef.

Empfindliche Bußgelder

Kontaktverbot, Geschäfte geschlossen, Veranstaltungen abgesagt, Regelungen für Reiserückkehrer und Risikogruppen: Mit sogenannten „Allgemeinverfügungen“ reagierten die städtischen Ordnungsbehörden bisher auf die Gefahrenlage der Corona-Pandemie. Durch die aktuelle Verordnung der Landesregierung sehen Bürgermeister Dominik Pichler und Ordnungsamtschef Ludger Holla die bisherigen Verfügungen der Stadt als überholt an. “Wir haben sie eingestampft”, sagt Pichler mit Verweis auf die Internetseite der Stadt, auf welcher die nun gültige
“Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2”
heruntergeladen werden kann.

Hier finden sich zahlreiche Regelungen zu folgenden Bereichen:

  • Reiserückkehrer aus Infektionsgebieten
  • Stationäre Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen
  • Freizeit-, Kultur-, Sport- und Vergnügungsstätten
  • Bibliotheken, Hochschulbibliotheken
  • Handel
  • Sonntagsöffnung
  • Handwerk, Dienstleitungsgewerbe
  • Beherbergung, Tourismus
  • Gastronomie
  • Einkaufszentren
  • Veranstaltungen, Versammlungen, Gottesdienste, Beerdigungen
  • Ansammlungen, Aufenthalt im öffentlichen Raum
  • Verfügungen der örtlichen Ordnungsbehörde
  • Durchsetzung der Verbote, Bußgelder, Strafen

Die Verordnung ist bereits in Kraft getreten und tritt am 20. April 2020 außer Kraft.

Zudem weisen Pichler und Holla auf die Kontrollen zur Einhaltung durch das Ordnungsamt der Stadt Kevelaer hin – und auf empfindliche Geldbußen. Denn die Behörden seien “gehalten, die Bestimmungen dieser Verordnung energisch, konsequent und, wo nötig, mit Zwangsmitteln durchzusetzen”, heißt es im Text der Verordnung. Die Höchststrafen liegen bei 25.000 Euro Geldbuße für Ordnungswidrigkeiten und als Straftaten bei bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Kostenpflichtige Verwarnungen sind übrigens nicht vorgesehen und es gibt auch eine untere Grenze für die Geldbußen: Mindestens 200 Euro sollen die zuständigen Behörden laut Minister Laumann, der die Verordnung unterzeichnet hat, festsetzen.

Bürgermeister Dominik Pichler äußert sich zu den konkreten Auswirkungen der Verordnungen in Kevelaer bei den Kävels News in unserer Mediathek.