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Vorstandsmitglied Johannes Janhsen, Gastrednerin Nena Brockhaus, Aufsichtsratsvorsitzender Dieter Wies und Vorstandsmitglied Wilfried Bosch (v. l.) Fotos: Gerhard Seybert
Zinsen, Immobilien und „Employer Branding“

Neujahrsempfang der Volksbank an der Niers

Die Vorstandsmitglieder Wilfried Bosch und Johannes Janhsen begrüßten gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Dieter Wies beim Neujahrsempfang der Volksbank im See Park in Geldern etwa 250 geladene Gäste.

Großwetterlage an der Niers

Über 350 geladene Gäste begrüßten die Vorstände Wilfried Bosch und Johannes Janhsen zum Neujahrsempfang der Volksbank an der Niers im Hotel SeePark in Geldern. Neben einem kurzen Blick zurück stellte Bosch umfassend die wichtigen Entwicklungsfelder der Bank vor. Der Wetterexperte und Moderator Sven Plöger gab anschließend mit seinem Vortrag „Klimawandel: Gute Aussichten für morgen!?“ einen gleichermaßen humorvollen wie anschaulichen Einblick in die faszinierenden Zusammenhänge unseres Wettersystems und beantwortete wichtige Fragen der aktuellen Klimadiskussion.

Mit Blick auf das Vortragsthema kam Bosch in seiner Ansprache auf zahlreiche Gemeinsamkeiten zum Wetter zu sprechen. Wie mit dem Wetter verhalte es sich derzeit auch in der Bankenwelt: Der Klimawandel sei deutlich spürbar, gleichzeitig seien exakte Langfristprognosen schwierig zu formulieren. Davon unbeeindruckt zeige sich die Volksbank an der Niers: „Egal was kommt, wir sind da. Wir sind Ihre Bank der Zukunft“, stellte Vorstandsmitglied Wilfried Bosch unmissverständlich fest. Und in Anlehnung an Mark Twain, nach dessen Ansicht ein Bankier jemand ist, der Schirme bei Sonnenschein verleiht und bei Regen sofort zurückhaben möchte, versicherte Bosch: „Wir lassen Sie nicht im Regen stehen und bleiben auch im Klimawandel der Finanzbranche an Ihrer Seite.“

Die Wetterfront der Niedrigzinsen

Dies sei ein großes Plus für die Mitglieder und Kunden. Denn die expansive Geldpolitik zwischen Niedrigzins und Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank habe im vergangenen Jahr ihren bisherigen Höhepunkt erreicht. „Diese Politik führt zu einem Klimawandel für alle Akteure – sowohl für die Banken als auch für die Sparer und Kreditnehmer“, so Bosch. Gerade für die Sparer werde es zunehmend schwieriger, Geld „auf die hohe Kante“ zu legen. Bosch versprach: „Gemeinsam mit Ihnen kämpfen wir uns durch jede Wetterfront der Niedrigzinsen und finden für Sie den richtigen Schirm.“

Das starke Vertrauen der Mitglieder und Kunden in die Volksbank an der Niers bringt auch die Geschäftsentwicklung zum Ausdruck. Im Kundengeschäft konnte ein Kreditwachstum von etwa vier Prozent und ein Einlagenwachstum von acht Prozent erzielt werden, so dass die Bilanzsumme der Bank auf inzwischen 2,5 Mrd. Euro angewachsen ist.

Wilfried Bosch erläuterte das Klima im Bankgeschäft. Foto: nick

Bei der vielbeschworenen Nähe zum Kunden will die Volksbank den Status Quo erhalten, so kündigte es Wilfried Bosch an: „Wir werden die Öffnungszeiten insbesondere in den kleineren Geschäftsstellen entsprechend der Nutzungsfrequenz reduzieren und wollen unser Filialnetz aufrechterhalten. Wir bieten weiterhin Bargeld, Service und vor allem persönliche, diskrete Beratung in Ihrer Nähe.“

Das Augenmerk der Anwesenden lenkte Bosch in seiner Rede auch auf die für den kommenden März geplante Einführung der „DigitalFiliale“, mit der die Volksbank an der Niers im Jahr 2020 neue Wege beschreitet. „Eine Filiale, auf deren Weg Sie keinen Schirm benötigen – denn Sie bleiben während Ihres Beratungsgesprächs ganz einfach daheim, im Büro oder Auto“, beschrieb Bosch die Vorzüge der DigitalFiliale und brachte es auf den Punkt: „Die Abwicklung von Bankgeschäften wird einfacher, die Wege werden kürzer.“ Sichere Überweisung tätigen, Kontostände überprüfen, Kreditkarte bestellen oder persönliche Daten ändern – ein Anruf oder das Senden einer Nachricht per Telefon, Computer, Smartphone oder Tablet genügt. Der Kunde wählt den für ihn bequemsten Kommunikationskanal aus – egal ob Telefongespräch, E-Mail oder Online-Chat. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Volksbank an der Niers arbeiten künftig in der DigitalFiliale, „weil persönliche Beratung, Kooperationen und Nachhaltigkeit bei uns nicht an Wert verloren haben“, stellte Bosch klar heraus.

DigitalFiliale und Immobiliengeschäft

Gleiches gelte auch für die Voba Immobilien eG, da eine ausgezeichnete Beratung auf dem Immobilienmarkt aktuell ein wichtiges Thema sei. Vor dem Hintergrund der Tiefststände bei den Hypothekenzinsen und steigender Immobilienpreise werden viele Fragen, oft gepaart mit großer Unsicherheit, an die Volksbank und die Voba Immobilien eG herangetragen. Bosch: „Unsere Immobilienexperten sind überall erreichbar und mit ihrer Fachkompetenz für Sie gerne in der Region unterwegs.“

Zum Abschluss seines Vortrags überreichte Wilfried Bosch an Sven Plöger einen Regenschirm der Volksbank an der Niers. Foto: nick

Die Nachfrage nach Wohneigentum im Geschäftsgebiet ist unverändert hoch und die Preise ziehen weiter an. Bosch: „Die äußerst geringe Zahl der zur Verfügung stehenden Grundstücke lässt die Preise enorm in die Höhe schnellen.“ Im Jahr 2018 sei die Anzahl verkaufter Wohnbaugrundstücke im gesamten Kreis Kleve um 26 Prozent auf 271 Kauffälle gesunken. „Trotz allem bleibt der ‚Schatz des Niederrheins‘, das Betongold, eine äußerst beliebte Geldanlage“, fasste Bosch den weiteren Ausblick für den Immobilienmarkt zusammen, um dann einige Gedanken zum Thema Bargeld und Niedrigzinsphase vorzustellen.

Für die Niedrigzinsphase hatte Bosch einen guten Rat parat: „Einfaches Sparen reicht nicht mehr aus. Aus Sparern müssen Geldanleger, quasi Investoren, werden. Investmentsparverträge, Immobilien- oder Aktienfonds. Das ist das Sparen der Zukunft. Sprechen Sie uns an!“

Der „Wetterfrosch“

Dann kam Deutschlands bekanntester „Wetterfrosch“ auf die Bühne. Mit vielen Bildern und Geschichten vergangener Wetterereignisse nahm Sven Plöger den Zuschauer mit in das Klimageschehen. Wie hängt der Rückgang des tausende von Kilometern entfernten arktischen Eises mit unserem Wettergeschehen zusammen? Wird es deshalb in der Zukunft möglicherweise mehr Unwetter, Hochwasserlagen und Dürren geben und ist Kohlendioxid wirklich ein Klimakiller? Viele überraschende Antworten hatte der aus dem Fernsehen bekannte Moderator auf Lager. Und Hinweise, welche politischen Konsequenzen aus den Erkenntnissen der Klimaforschung gezogen werden müssen. Aber auch Fingerzeige, wo vielleicht Zweifel an unserem derzeitigen Wissensstand und den Klimaprojektionen angebracht sind.

Beim abschließenden gemeinsamen Mittagessen bot der Neujahrsauftakt noch eine umfassende Gelegenheit zum Gedankenaustausch und Netzwerken, was den Empfang zu einer gelungenen Veranstaltung des noch jungen Jahres 2020 machte.

„Kevelaer ist besonders“

Nach einem Hochamt in der Basilika feierte die Pfarrgemeinde St. Marien den Neujahrsempfang im Priesterhaus.

„Jetzt werden langsam die Weihnachtsdekorationen abgebaut und wir kehren in den gewöhnlichen Alltag zurück“, sagte Pfarrer Gregor Kauling in seiner Predigt. „Erlauben wir uns aber, noch etwas länger in dieser besonderen Stimmung zu bleiben.“ Es täte dem Menschen gut, in dieser festlichen Atmosphäre zu verweilen.

Nach dem Gottesdienst lud der Wallfahrtsrektor alle Besucher der Messe zum Neujahrsempfang in das Priesterhaus ein. Der Vormittag wurde von einer kleinen Gruppe Sternsinger eingeläutet, die die Gäste mit einem Lied erfreuten. Darauf folgten die Begrüßung durch Pfarrer Kauling, die Vorstellung neuer Mitarbeiter (unter anderem auch die Präventionsfachkraft für St. Marien) und ein Überblick über die Projekte, die im neuen Jahr anstehen. „Wir als Kevelaer haben ein besonderes Privileg“, sagte Kauling. „Ob es der Priester ist, der die Messe leitet, ob es die Dame ist, die im Priesterhaus das Essen vorbereitet: Wir berühren Menschen.“

Ob durch die Messen, die Musik oder die Atmosphäre: Kevelaer sei besonders und hätte das Potenzial, Menschen dazu zu bringen, inne zu halten und nachzudenken. Es solle alles daran getan werden, dass das in Zukunft genau so bleibe.

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr ging der Wallfahrtsrektor auf schöne Momente, aber auch auf schwere Themen ein. Jedoch blickt er positiv in die Zukunft: „Die Kirche wird sich in den nächsten Jahren stark wandeln, das ist vollkommen klar“, stellte er fest, „doch wir hoffen, dass wir Erneuerung durch Wandlung erfahren werden“. Er sei überzeugt, dass durch verstärkte Mitarbeit von Laien das Kirchenleben vielfältiger werde: „Wir müssen zunehmend die Charismen der Frauen und Männer in unserer Gemeinde wahrnehmen.“ Bürgermeister Dominik Pichler stellte geplante und fertiggestellte Konzepte in Kevelaer und Umgebung vor.

Unter anderem die Fertigstellung des Hotels auf Hüls und die Eröffnung des Gradierwerks am 21. und 22. Juni. Er kündete außerdem die Vorstellung neuer Planungsvarianten für den Peter-Plümpe-Platz an. Es seien viele Ideen von Bürgern eingereicht worden, wovon einige am 16. Januar vorgestellt würden. In naher Zukunft würde ebenfalls eine Bürgerkonferenz angesetzt, sodass die finale Idee beschlossen werden könne.

Pichler motivierte die Gäste an den Kommunalwahlen am 13. September 2020 teilzunehmen: „Ich möchte Sie jetzt nicht auffordern, sich einer Partei anzuschließen, da bekommt man nicht das nötige Schmerzensgeld für. Aber bitte gehen Sie wählen“.

Der Empfang wurde von Sebastian Piel am Flügel begleitet. Er motivierte die Besucher dazu, bekannte Kirchenlieder mitzusingen. Die gemeinsame Zeit ließen alle mit Getränken, Gebäck und Gesprächen ausklingen.

Vertrauen auf ein gutes Jahr

Entspannt und sehr kommunikativ gestaltete sich der Neujahrsempfang der evangelischen Kirche, der traditionell im Mehrgenerationenhaus der Kirchengemeinde ausgerichtet wurde.

Viele der Kirche verbundene Institutionen wie die Tafel oder „Imole-Lichtstärke“, aber auch Leute aus dem Chor, einzelne Parteivertreter und viele Gemeindemitglieder nutzten die Gelegenheit, sich das Jahr nochmal zu vergegenwärtigen und einen Ausblick auf das kommende Jahr zu werfen.

Zuvor hatte Karin Dembek im Advents-Gottesdienstes in ihrer Predigt die Vorweihnachtszeit eingeleitet. „Ein kleines Licht ist uns heute gegeben. Der Anfang ist gemacht“, wies die Pfarrerin darauf hin, wie wichtig und wertvoll es sei, sich nach und nach dem Heiligen Abend zu nähern und das „Warten und Sehnen als eigene Zeit anzuerkenn“, die zur Vergegenwärtigung wichtig sei.

Im Anschluss konnte Dembek die zahlreichen Gäste im Mehrgenerationenhaus begrüßen. Auch Karl Hagedorn war gekommen. Ihm war die Bedeutung des Empfangs durchaus bewusst war. „Das ist mein letzter Durchgang als Schulleiter“, blickte er auf das kommenden Jahr. In seinem Grußwort sprach der Katholik von der Bedeutung der „Werteorientierung“ durch die Kirchen.

Pastor Gregor Kauling fehlte aus privaten Gründen. So durfte Bürgermeister Dominik Pichler der Grußworte an die Besucher richten. „Geld macht nicht glücklich“, betonte er die Bedeutung von Gesundheit und einer intakten Familie. Man solle sich darüber klar werden, „dass es uns recht gut geht“. Es gebe genug Gründe, glücklich zu sein. „Ich habe viele Gründe dafür“, sprach das Stadtoberhaupt von seiner Familie, die ihn glücklich mache, wenn er abends durch die Tür komme. „Ich bin nicht steinreich, aber kinderreich. Beides geht nicht“, scherzte er und empfahl allen, „ein bisschen weniger zu nölen.“

Bürgermeister Dominik Pichler erinnerte daran, dass Geld alleine nicht glücklich macht.

Beate Classen sprach von dem „Vertrauen, dass wir ein gutes Jahr haben und alles gut hinkriegen.“ Die Wettener Ortsvorsteherin betonte das Gemeinsame der beiden christlichen Konfessionen: „Das ist nicht soweit auseinander, miteinander Probleme zu lösen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.“ Daniel Hahnen als stellvertretende Leiter der evangelisch-freiheitlichen Kirchengemeinde sprach davon, „die Kirchen zu öffnen und das Licht weiterzugeben.“ Der Gelderner Nachbarpastor Ralf Schreppel warf den Blick auf die zukünftig engere Kooperation beider Gemeinden.

Und Rainer Morawietz, Vorsitzender der Kevelaerer Tafel, bezeichnete das soziale Engagement der evangelischen Kirchengemeinde mit Blick auf die von den Konfirmanden gepackten Weihnachtspräsente für die Tafel und das bevorstehende Weihnachtsessen für die bedürftigen Menschen als „beispielgebend.“

Er erinnerte daran, dass pro Jahr in Deutschland pro Kopf 85 Kilogramm Lebensmittel auf dem Müll landen: „Das sind in Kevelaer 2.300 Tonnen. Das entspricht einem Güterzug mit 42 Waggons.“ Für 2020 wünschte er sich, dass die Menschen mit Lebensmitteln sensibler umgehen.

Der frühere Arzt Dr. Abiodun Ogundare verriet am Rand der Veranstaltung, was mit dem Geld aus den Benefizkonzerten des Uedemer „Voices“-Chores für seine „Lichtstärke“-Stiftung geschehen soll. Immerhin kamen dabei ja 5.000 Euro zusammen. „Wir werden damit ein Gerät kaufen, wo man ab den 15. Lebensmonat erkennen kann, wie gut die Augen der Kinder tatsächlich sind.“

Und eine ganz persönlichen Wunsch formulierte die 90-jährige Alice Kiendziel für sich, als sie sich beim Bürgermeister für die Glückwünsche zum runden Geburtstag bedankt hatte. „Dass man fit bleibt und nicht leidet, wenn man gehen muss“, dachte sie an ihre Polyneurotapie und die vor einem Jahr verstorbene Zwillingsschwester.

Lebendige Pfarrei mit viel Potential nach oben

Welche Bedeutung die Pfarrei St. Marien für die Stadt und die Umgebung hat, wurde einmal mehr beim traditionellen Neujahrsempfang deutlich, zu dem die Gäste den großen Speisesaal des Priesterhauses füllten.
Vertreter der verschiedenen Gruppen und Verbände waren gekommen, um auf das Jahr 2019 zu blicken. Da Wallfahrtsrektor Gregor Kauling aufgrund einer OP verhindert war, verlasen Dr. Rainer Killich und Dr. Bastian Rütten ein Grußwort von ihm. Die Pfarreiratsvorsitzende Birgit Vos und Bürgermeister Dr. Dominik Pichler rundeten die Redebeiträge ab.
St. Marien sei, so Birgit Vos, eine lebendige und spirituelle Pfarrei. Als Sorge nannte sie, dass Kirchenferne kaum erreicht werden könnten: „Ich wünsche, dass wir in St. Marien zu den Menschen kommen können.“ Sie ging auf das Wallfahrtsmotto „Herr, wohin sollen wir gehen?“ ein und führte aus, dass im Jahr 2019 der Pastoralrat weiter umgesetzt werden soll.
Im Grußwort ging Pastor Kauling lobend auf vieles ein, was in Kevelaer hervorragend funktioniere. Er nannte aber auch den Missbrauch, der das letzte Jahr kirchlich bestimmte, als große Wunde der Kirche. „Missbrauch verletzt uns alle bis ins Mark.
Offenheit und Transparanz sind gefragt“, so sein Plädoyer. Um in der eigenen Pfarrei alles Menschenmögliche zu tun, um Missbrauch zu verhindern, führte er aus, dass neben Schulungsmaßnahmen der pastoralen Mitarbeiter und der Umsetzung des in Goch erarbeiteten Schutzkonzeptes demnächst auch eine Präventionsfachkraft an St. Marien tätig sein wird.
Den Kapellenplatz nannte er „die Herzkammer“ der Stadt und der Wallfahrtspfarrei. Eine Umgestaltung dieses „städtebaulichen Kleinods“ könne nur in Nuancen und behutsam gehen. Für 2019 würde er als geistlicher Reiseleiter selbst drei Fahrten begleiten, nämlich nach Paris, Luxemburg und Medjugorje. Am 11. August stehe das 875. Jubiläum von Keylaer an. Weiterhin wolle er mit seinem Team Gastfreundschaft leben und die Präsenz am Kapellenplatz verstärken. Es gelte, den Verwundungen und Gebrochenheiten der Menschen nahe zu sein.
Zudem lobte er ausdrücklich die Arbeit der Pfarrcaritas. Auch der europäische Gedanke werde zentral in diesem Jahr. Wie die verschiedenen Staaten Europas gelte es auch für die verschiedenen christlichen Konfessionen in Kevelaer, sich um Einheit zu bemühen. Zumindest in Kevelaer sei die Zusammenarbeit sehr gut. „Auf bald wieder zurück in Kevelaer. Ad multos annos“, schloss Kauling sein Grußwort, das viel Zustimmung im ganzen Saal fand.
Dr. Rainer Killich ging auf den Austausch mit den Wallfahrtsorten Einsiedeln, Mariazell und Altötting vor wenigen Tagen in Kevelaer ein, der in Zukunft regelmäßig in einem der vier angeschlossenen Wallfahrtsorte stattfinden soll. Er kündigte am 28. April die Fahradwallfahrt ab Weeze Flughafen an und verriet Bischof Peter Kohlgraf aus Mainz, den er als „Mann der klaren Worte“ würdigte, als den Eröffner der Wallfahrt. Der Bischof aus Roermond, der kirchlichen Mutterdiözese, werde am 1. November die Wallfahrt beenden. Wichtig seien in diesem Jahr auch der 100. Todestag von Friedrich Stummel, der wohl im Rahmen des zweiten Stradivari-Festivals im September begangen werde.
Bürgermeister Dr. Dominik Pichler lobte seinerseits die gute Zusammenarbeit mit der Pfarrei St. Marien und dem Pastor. Gerade, was die Überplanung der kirchlichen Plätze angehe, ging es nur um Details. In seiner gewohnt humorvollen Art meinte er über die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Pfarrei: „Das ist ein bisschen wie in einer guten Ehe: Meist zieht man an einem Strang, aber ganz ohne Meinungsverschiedenheit geht’s doch nicht.“
Als zwei prägende Daten des Jahres nannte das Stadtoberhaupt den 70. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai, das er als „Kitt“ würdigte, „der unsere Gesellschaft zusammenhält.“ Allerdings sei Papier geduldig. Das, was das Grundgesetz aussage, müsse schon von Menschen gelebt und umgesetzt werden.
Dominik Pichler lud auch dazu ein, am 26. Mai bei der Europawahl die Stimme abzugeben. Angesichts des bevorstehenden Brexits Großbritanniens mahnte er: „Eine nationale Lösung meint leider auch, dass viele europäische Grundfreiheiten, wie die Personenverkehrsfreiheit, weggeschüttet werden. Das kann es nicht sein.“
Bastian Rütten ging abschließend noch auf einige neue Projekte an St. Marien ein, wie die Stille Oase oder den Abend der Barmherzigkeit: „Sehen wir immer auch alle Chancen und Möglichkeiten. Wir haben hier an St. Marien ganz viel Potential. Haben wir Mut zum Experimentieren, aber haben wir auch Mut, Bewährtes auch weiterhin zu tun.“

Kauling übergab blaues Schaf

Am 1. Advent beginnt in den christlichen Kirchen das Kirchenjahr. Die Evangelische Kirchengemeinde Kevelaer hatte deshalb traditionell zum Neujahrsempfang eingeladen. Mit einem Gottesdienst in der Jesus-Christus-Kirche wurde das kleine Fest eröffnet.

Pfarrerin Karin Dembek zeigte auf, dass es nicht nur in der Natur eine dunkle Zeit ist, sondern auch oft das Licht im Herzen fehlt. „Und dann kommt endlich der, auf den alle so lange gewartet haben. Aber er kommt nicht wie ein König. Er kommt wie bei einem, bei dem es zum Gott erbarmen ist. Und trotzdem kommt er zu den Menschen, um sie zu erlösen und ihnen das Licht in die Dunkelheit zu bringen. Angst und Dunkelheit machen die Seele kaputt. Aber Gottes Friede geht weiter als alle Vernunft.“

Im Gottesdienst wurden Presbyter Michael Leuthen in sein Amt eingeführt und die Presbyterin Sabine Hagmans verabschiedet.

Im Gemeindesaal gab es nach dem Gottesdienst einen Empfang mit Imbiss. Unter den zahlreichen Besucher waren unter anderem Helga Dückers-Janßen, Leiterin der Hubertus Grundschule, Renate Timmermann, kommissarische Schulleiterin der Hauptschule und Karl Hagedorn, Oberstudiendirektor am Kardinal von Galen Gymnasium, anzutreffen. Wie alle anderen ließen sich Kaffee, Plätzchen und Frikadellen schmecken.

Domkapitular Gregor Kauling grüßte für die Gemeinde St. Marien und überreichte das Rheinische Blauschaf, das bei der interreligiösen Wallfahrt den Kevelaerer Gemeinden überreicht worden war. Nachdem es die Wallfahrtsgemeinde ein halbes Jahr beherbergte, wird es nun für ein halbes Jahr in der Jesus-Christus-Kirche sein zuhause haben. Kauling machte in seiner Ansprache deutlich, dass keine der christlichen Kirchen die Wahrheit gepachtet hätte. Es sei aber eine Bereicherung, wenn jede in unterschiedlichen Facetten Menschen eine Heimat bieten würde.

Bürgermeister Dr. Dominik Pichler, der mit seiner ganzen Familie am Gottesdienst und dem Neujahrsempfang teilnahm, griff den Vortrag über die Wertschätzung von Menschen vom Abend der Übergabe des Wirtschaftsförderungspreises auf. „Wenn Menschen unfreundlich miteinander umgehen, wird sich nie etwas ändern, wenn nicht einer anfängt, es anders zu machen. Ich übe dies und hoffe, dass es mir mehr und mehr gelingt. Frieden in der Welt und zwischen Menschen gibt es nur dann, wenn wir aufeinander zugehen. Ich wünsche Ihnen und mir Wertschätzung für andere Menschen und ein friedliches Miteinander.“