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Die KKA informiert über die korrekte Mülltrennung auch in Coronazeiten

Die Kunst, den Abfall richtig zu entsorgen

Coronabedingt steigen die Müllmengen in den Haushalten noch weiter an. Zudem gibt es oft Fehler bei der richtigen Mülltrennung. Über die Tücken der Mülltrennung sprach das Kevelaerer Blatt mit Gertrud Kannenberg von der Kreis Kleve Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH.

“Du sollst nicht fluchen”

Mit der Versendung des Jahresrückblicks (das KB berichtete) hatte der NuK-Vorstand auch zu einer Müllsammelaktion am Neujahrstag aufgerufen. Die Ereignisse dabei wollte man im Nachgang nicht unkommentiert lassen:

“Der NuK hat sich in seiner Funktion als Familienverein eine entsprechende Sprache verordnet. Daran halten wir uns recht konsequent, nur gerade im Moment fällt uns das etwas schwer. Wie schön, dass es für solche Fälle Platzhalter gibt, von denen wir heute reichlich Gebrauch machen werden.

Im Jahresrückblick haben wir dazu aufgerufen, beim Neujahrsspaziergang zur Mülltüte zu greifen und das Besinnliche mit einem weiteren Nutzen zu verbinden. Die Beteiligung an der Aktion war eher ***. Zugegeben, der Aufruf kam sehr kurzfristig. So kam es dann dazu, dass eigentlich nur der NuK-Vorstand losgezogen ist und den Achterhoek nach Plastikmüll, Tetrapack und alten Kippen durchforstet hat. Bedenkt man, dass quasi nur 10 Leute unterwegs waren, ist die gesammelte Menge dennoch beachtlich.

Klar hat man sich durch die Medien an die Bilder von abgekippten Reifenbergen oder Sperrmüllhaufen im Wald gewöhnt, dennoch haben wir nicht schlecht gestaunt, was wir so alles gefunden haben.

Foto: NuK

Die kleine Sackgasse an der Singendonk´schen Mühle scheint ein magischer Anziehungspunkt für entsorgungswillige *** zu sein. Neben dem ein scheinbar hirnloser *** dort gut 30 Liter Altöl – teils in unverschlossenen Behältern – abgestellt hat, fand keine zehn Meter weiter eine feuchtfröhliche Piccolo-Party statt. Eine solche Flaschenansammlung der gleichen Marke fand sich dann noch an zwei weiteren Stellen in unmittelbarer Nähe. Beides Produkte, die man problem- und kostenlos regulär entsorgen kann, wenn man nicht so *** *** wäre.

Foto: NuK

Äußerst Erstaunliches bot auch ein Fund am alten Steg. Die Bitte, in diesem Jahr auf ein Feuerwerk zu verzichten, scheint manchen *** Zeitgenossen geradezu provoziert zu haben. Was wir fanden, war eine abgebrannte professionelle Pyro-Wunderkiste polnischen Vertriebs; hergestellt im fernen Asien. Entsorgt in der Landschaft. ***!

Wir schätzen, dass es gut 3% unserer Bevölkerung nicht schaffen, ihren Müll an geeigneten Orten zu entsorgen. Der Achterhoek bietet der Einfachheit halber ja sogar zwei Wurfmülleimer an, um es diesen Menschen leichter zu machen. Es handelt sich bei diesen *** aber oft um Wiederholungstäter, weil man es ihnen nicht anders beigebracht hat. Scheinbar hat hier mangelnde Bildung zu mangelndem Respekt geführt. Dieses Phänomen haben wir den „Sallos-Fehler“ genannt. Warum? Da gibt es einen *** Mitmenschen, der seit langer Zeit zwischen Kapellen und Wido pendelt. Er liebt scheinbar diese würzigen Lakritzbonbons und stopft sie sich während er pendelt in rauen Mengen in sich hinein. Die kleinen Plastikverpackungen in denen die Bonbons einzeln verpackt sind, wirft er regelmäßig aus dem Autofenster. Alleine auf der Strecke von der Mühle bis zur Kapelle fanden wir knapp 70 Sallos-Tütchen. Die isst man nicht während einer Fahrt, da steckt Gewohnheit dahinter. Umweltverschmutzung als Prinzip. Eben genau solche *** schrecken dann auch nicht davor zurück, ihr Altöl an der Straße zu entsorgen. Gerne würden wir uns einmal mit einem solchen *** unterhalten.

Ein weiterer Wiederholungstäter verhält sich in ähnlicher Manier. Der mampft allerdings keine Lakritze, sondern säuft Schnaps und entsorgt seine Pullen immer in der gleichen Ecke. Das lässt den Rückschluss zu, dass dieser autofahrende *** seine Fahrt anschließend fortsetzt. Erschreckend!

So, genug geflucht für dieses Jahr. ´21 wird ein gutes Jahr!

Der Vorstand dankte heute mal dem Vorstand für diese Leistung. Ein weiterer Dank geht an die Jungs vom Bauhof. Ihr seid die Besten.”

Illegale Müllentsorgung – eine Riesensauerei

Eine solche Sauerei bekommen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes auch nicht jeden Tag zu Gesicht. Ordnungsamtschef Ludger Holla: „Es kommt häufiger vor, dass wir auf illegale Müllentsorgung aufmerksam gemacht werden, aber eine Riesensauerei wie die hier ist schon außergewöhnlich.“ In der vergangenen Woche wurde den Mitarbeitern gemeldet, dass am Wissener Weg, kurz nach dem Abzweig von der Schravelner Straße, etwa in Höhe des Feriendorfes, zwischen einem Acker und einem kleinen Waldstück, die Reste eines Spanferkels einfach am Wegesrand „entsorgt“ wurden. Die eklige „Fundsache“ ließ darauf schließen, dass der komplette Braten mal um die 50 Kilo gehabt haben muss, als er auf einem entsprechend großen Grill gelandet ist. Die Mitarbeiter des Betriebshofes mussten die fachgerechte Entsorgung übernehmen. Das Ordnungsamt hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, die helfen können, die Täter zu ermitteln (Telefon: 02832 122-832; E-Mail: ordnungsamt@kevelaer.de).

Sie sagten dem Müll den Kampf an

Es waren ein Dutzend junge Leute, die an diesem Mittag auf dem Parkplatz des DJK Twisteden zusammenkamen, um beim Müllsammeln anzupacken. Peter Davies-Garner und Hans-Gerd Willems verteilten Müllsäcke, Handschuhe, Signalwesten und drei Greifer, die der Gruppe für die Aktion zur Verfügung standen. „Es ist wichtig, den Kindern zu zeigen, dass jeder dafür zuständig ist, dass Twisteden schön bleibt“, sagte Davies-Garner, der zusammen mit Willems sowie Karen und Kay Fritz die Jugend bei ihrem Vorhaben unterstützte.

„Ich bin gerne mit dabei“, meinte der zwölfjährige Peter. Auch der 14-jährige Benedikt freute sich auf die bevorstehende Aufgabe: „Weil es eine Messdieneraktion ist, bei der es wichtig ist, zusammenzuhalten.“ Regelmäßig gestalte man mit den Messdienern von St. Quirinus Aktionen, erinnerte Willems auch an den „Schöpfungstag“, an dem man 2019 ein Insektenhotel auf der Wiese am Friedhof angelegt habe. Fürs nächste Jahr sei der Bau eines Vogelhäuschens angesagt. 

Alle packten fleißig mit an.

Die Müllsammlung war die erste dieser Art. „An dem großen Sammeltag am 21. März in Kevelaer können wir nicht dabei sein, deshalb sind wir heute unterwegs“, ergänzte Kay Fritz. „Entlang der Straße sieht es scheußlich aus, was da allein schon gedankenlos hingeworfen wird.“  Rund um den Fußballplatz und in den Straßen in der Nähe suchten drei Kinder mit Karen Fritz zusammen nach Sammelbarem.  Merrit, Amelie und Elisa fanden im Gebüsch nahe des Parkplatzes Zigaretten und Pfanddosen. „Hier liegt noch eine Dose“, warf Elisa das Fundstück in die Tüte.

Plastik, Kaffeebecher und Flaschen

Hans-Gerd Willems staunte ob der Ausbeute, die er entlang der Straße Richtung Holland auf Höhe des Tennisplatzes zusammen mit Tore, Benedikt und Sören verzeichnen konnte. „Ein paar Kleingläser Korn, ganz viel Plastik, Kaffeebecher to go, Flaschen und Zigarettenkippen“, zählte er auf und vergegenwärtigte sich in dem Moment, dass „eine Kippe 50 Liter Wasser verseucht.“

Im Gestrüpp nahe der Straße bahnten sich Peter Davies-Garner, sein Sohn und dessen bester Freund den Weg. „Folienersatz, Flaschen, Dosen und Schokopapier“ konnten sie finden. Für die größte Überraschung sorgte ein paar Meter weiter ein Sammelsurium von kreuz und quer übereinanderliegenden Hölzer auf dem Erdboden. „Das sieht so aus, als hätte jemand hier eine Hütte gebaut“, zeigte sich Davies-Garner erstaunt. „Das können wir nicht entsorgen. Da  müssen wir wohl den Bauhof informieren.“

Bewusst verwenden statt verschwenden

Die Stadtwerke Kevelaer, die NiersEnergie GmbH und die Verbandssparkasse Goch-Kevelaer-Weeze haben vor wenigen Tagen das Kardinal-von-Galen-Gymnasium, die Gesamtschule Kevelaer und die Grundschule Wetten mit hochwertigen Wassersprudlergeräten ausgestattet.

Gleich als Geschenk dazu gibt es demnächst noch für alle Schüler passende Mehrwegflaschen. Nicht nur das normale, streng kontrollierte und hochwertige Leitungswasser soll so wertgeschätzt werden, es soll auch durch Vermeiden von Einwegbechern aktiv etwas gegen die zunehmende Müllproblematik unternommen werden.

Während der neunten Europäischen Woche der Abfallvermeidung gab es in 33 europäischen Ländern zahlreiche Ausstellungen und Aktionen zur Bewusstmachung der Thematik. Auch am Kardinal-von-Galen-Gymnasium gab es in der Zeit eine Sonderausstellung mit dem Titel „Ver(sch)wenden“. Diese wurde durch die Abfallberatung der Kreis Kleve Abfallwirtschaft GmbH (KKA) gestaltet und bot viele Denkanstöße, die von Schülern und Lehrern mit Interesse angenommen wurden.

Gertrud Kannenberg, pädagogische Mitarbeiterin der KKA, führte insgesamt elf Klassen durch die Sonderausstellung. „Vielfach sind die Schüler erstaunt und entsetzt über das, was sie durch die Ausstellung erfahren. Viele fangen sofort an, nachzudenken und umzudenken“, weiß sie aus Erfahrung.

Auch die 9a führte sie am letzten Tag der Ausstellung noch durch die Thematik. Auf die Frage, was die Schüler nach dem ersten Betrachten der Bilder und dem Lesen der Informationen am meisten erstaunte, gab es sofort die ersten Reaktionen: „Mich hat erschreckt, dass Deutschland in Bezug auf Verpackungsmüll Europameister ist“ oder „Ich wusste nicht, dass ganze 500.000 Bäume gefällt werden, nur um Coffee-to-go-Becher herzustellen“.

Gertrud Kannenberg legte den Schülern an Herz, bewusst zu konsumieren und bewusst einzukaufen, denn durch die momentane Art zu konsumieren würden 3,7 Erden verbraucht. „Mit jedem Einkauf entscheidet ihr selbst über den ökologischen Fußabdruck, den ihr hinterlasst, darüber, wie viel Rohstoff-, Strom-, Energie- und CO2-Verbrauch mit eurem Einkauf verbunden sind.“

Gertrug Kannenberg vor Tafeln der Ausstellung.

Dass gerade Deutschland in ganz Europa den meisten Müll verursache, liege daran, dass hier unzählige Pakete bestellt und etwa 400 Millionen Pakete auch noch retour geschickt werden, dass immer mehr Produkte und Lebensmittel für unterwegs und dadurch mit Einwegmüll verlangt werden, Obst und Gemüse im Supermarkt meistens fertig verpackt angeboten würde. „Unser Konsumverhalten ist einfach, praktisch, bequem. Aber mit dieser Bequemlichkeit erkaufen wir uns Probleme Anderer, etwa die Abholzung der Wälder am Amazonas.“

Auf der Suche nach Lösungen aus dem Dilemma kamen viele gute Vorschläge von den Schülern, etwa Leitungswasser in Mehrwegbehältern zu trinken. „Umweltschutz kann sogar bequem, gesund und preiswert sein, denn Leitungswasser ist das bestkontrollierteste Lebensmittel und muss nicht in Einwegflaschen extra transportiert werden und ist um ein Vielfaches preiswerter“, erklärte Kannenberg. Auch dass ganze 82 Kilo Lebensmittel im Jahr für etwa 235 Euro Wert pro Person einfach im Restmüll landen, sei ein Unding. Oft lande der Müll auch in der Natur und müsse über die Stadtreinigung und auf Kosten unserer Steuergelder mühsam eingesammelt werden.

Auch Cornelia Kleff war mit der 8c in der Erdkundestunde noch in der Ausstellung. In der Woche der Abfallvermeidung, so konnte die Erdkunde- und Biologielehrerin feststellen, war jede Stunde eine Klasse im Raum der Ausstellung.

Wie der neue Wassersprudler, so wurde auch die Ausstellung von den Schülern gerne und gut angenommen. Oft fragte sie auch Klassen einige Tage, nachdem sie die Ausstellung gesehen hatten, was sich dadurch bei ihnen geändert habe, worauf oft als Antwort kommt: „Ich versuche, bewusster einzukaufen und weniger Wurst oder Fleisch zu essen.“

Im Ausstellungsraum fragte sie die Schüler der 8c nach den möglichen Gründen für die riesigen Berge an Lebensmitteln, die einfach weggeworfen werden. „Vielleicht geht es uns zu gut, Lebensmittel sind heute so preiswert, sie haben für uns nicht mehr den Wert, den sie haben sollten“, meinte Elias, oder „Wir sind heute sehr wählerisch, wir leben im Überfluss, wollen oft nur essen, worauf wir Lust haben und nicht das, was gerade da ist“, wusste Anna.

„Altes Brot bekommen bei uns die Hühner der Nachbarin“

Auf die Frage, was jeder Einzelne etwa gegen den Müllwahn tun könne, kamen sofort gute Ideen: „Wir kaufen Obst und Gemüse der Saison und trinken fast immer Leitungswasser“ (Leo), „Altes Brot bekommen bei uns die Hühner der Nachbarin“ (Sophie), „Wir kaufen Milch vom Bauern und nehmen die Glasflasche selber mit.“ (Emily) oder „Wir können später Parteien wählen, die sich für Umweltschutz einsetzen (Elias).

Kleff erklärte den Schülern, dass Einwegpfandflaschen nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern auch für die Gesundheit sind: „Sie geben Kunststoffe ins Wasser ab. Aus meiner Sicht sollten sie nicht mehr produziert werden dürfen.“

Als Industrienation trage Deutschland Vorbildcharakter für andere Länder und es sei gut, selbst Verantwortung zu übernehmen, nur das Nötige, saisonal und regional einzukaufen und den Müll anschließend zu trennen, damit er auch recycelt werden kann. „Als ich so alt war wie ihr, gab es nur ganz kleine Restmülltonnen und auch diese waren fast nie ganz voll. Es gab kaum oder wenig Verpackungsmüll. Wir können selbst den Verpackungswahn meiden, indem wir mit eigenen Behältern loses Obst und Gemüse, Wurst oder Käse bzw. Milch vom Bauern kaufen. Das ist zeitaufwendiger, aber es dient der Umwelt und auch der eigenen Gesundheit! Ihr könnt alle bewusst einkaufen und essen!“

“Bewusst verwenden statt verschwenden”, das Motto der Ausstellung hat sich den Schülern durch bewegende Zahlen und Fakten tief eingeprägt und mit einem Quizzettel, den sie mit den Infos der Ausstellung auch ausfüllen konnten und mit all den Gesprächen über Ideen und Lösungen war das Thema spannend und interessant vermittelt.

Im kommenden Jahr wird die Ausstellung in der Gesamtschule Kevelaer zu sehen sein.

Sie protestieren nicht nur, sie machen

Vor dem Martinszug stand für die dritten und vierten Klassen der katholischen Grundschule Wetten noch ein ganz besonderer Termin an: die erste gemeinsame Müllaktion , die die Schüler selbst ins Leben gerufen hatten.

45 Kinder gingen verteilt auf fünf Gruppen mit jeweils einem Erwachsenen durch die Ortschaft, um mit großen Eimern und Kneifzangen den Unrat von den Gehwegen und abseits der Straßen einzusammeln.

Von der Grundschule aus zogen die Jungen und Mädchen zum Sportplatz und Richtung Neubaugebiet. Sie kümmerten sich auch um ihre Schulfläche und den Friedensplatz. Dort erwartete sie ein Bauhof-Fahrzeug der Stadt, womit sie den aufgesammelten Müll entsorgen konnten.

„Wir haben mit dem Geld der Stadt vier riesige Mülleimer und sieben Müllzangen angeschafft, die heute Premiere haben“, freute sich Marco Hegmann, Lehrer der dritten Klasse, über das Engagement. „Die Kinder haben 23 Briefe an die Ortsvorsteherin geschrieben. Die kam dann auch prompt in der Woche darauf in den Sachkunde-Unterricht, um über Müllvermeidung zu diskutieren.“ Natürlich komme die Inspiration ein bisschen von „Fridays for future“. Die Botschaft der Aktion gehe aber drüber hinaus: „Wir protestieren nicht nur, wir machen.“

Neben vielen Zigarettenstummeln fanden sich auch Verpackungskabel auf dem Weg, was für die achtjährige Paula die Wichtigkeit der Aktion nochmal unterstrich. „Daran sterben die Tiere, wenn die das essen.” Ihre Aktion sei somit wichtig für die Umwelt.

Der ganze Müll passt in 570 Badewannen

Die Abfallberatung der Kreis-Kleve-Abfallwirtschaftsgesellschaft mbH hatte zum dritten Mal in Folge Organisationen, Vereine und weiterführende Schulen aufgefordert, sich am jährlichen „Frühjahrsputz im Kreis Kleve“ zu beteiligen. 

Viele Helfer folgten dem Aufruf. Rund 1.600 Menschen (mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr) rückten im Kreisgebiet Kleve mit Zangen und Säcken bewaffnet dem Müll zu Leibe. Die großen und kleinen Müllsammler von 19 Vereinen und 35 Schulklassen machten sich an die Arbeit, um Gebüsche, Wälder, Plätze, Wege und Straßenränder von unliebsamen Hinterlassenschaften zu befreien. Insgesamt 85 Kubikmeter an Flaschen, Kippen, Plastiktüten, Sperrmüll oder gefüllten Hundekotbeuteln wurden dabei zusammengetragen. 85 Kubikmeter Müll entspricht in etwa einer Menge von 570 gefüllten Badewannen.

Dass sich junge Menschen im Kreis Kleve anscheinend auch zunehmend gegen die Vermüllung unserer Umwelt einsetzen, lässt sich auch an der Frühjahrsputzaktion sehen. Die Anzahl der teilnehmenden Schulklassen hat sich im Vergleich zu 2018 mehr als verdreifacht, freut sich Gertrud Kannenberg von der Abfallberatung, die dieses Projekt seit Beginn der Aktion betreut.

Die Kampagne „Let’s Clean Up Europe“ dokumentiert als federführende Organisation europaweit Aktionen wie den „Frühjahrsputz im Kreis Kleve“, um zu zeigen, dass in ganz Europa aktiv gegen die Vermüllung vorgegangen wird. Dazu gehört auch der Fotowettbewerb auf Facebook, der gerade gestartet ist. Schulen und Vereine waren aufgerufen, Fotos ihrer Müllsammelaktion auf Facebook hochzuladen. Noch bis zum 21. Juli 2019 hoffen nun die Teilnehmer auf möglichst viele Likes. Wer die Gruppen aus dem Kreis Kleve unterstützen will, kann sein Like zum Foto-Contest hier posten. Eine Auflistung aller Putzaktionen im Kreis Kleve findet man unter www.kkagmbh.de

Landschaftspflege im Achterhoek

Der Achterhoek glänzt wieder. Was viele Autofahrer während ihrer Fahrt durch das geöffnete Autofenster „verlieren“, hatte sich im vergangenen Jahr wieder angesammelt und es wurde der jährliche Frühjahrsputz in der Landschaft fällig.
Mitglieder (darunter zahlreiche Kinder) des NUK (Natur und Kultur im Achterhoek e.V.) machten sich auf, um mit Arbeitshandschuhen und Sicherheitswesten ausgestattet Straßenränder und Gräben innerhalb der Streusiedlung von Müll zu reinigen.
Autoreifen und Massen an Flaschen
Hierbei war von Autoreifen über Massen an Flaschen, Getränkedosen, Zigarettenschachteln, Verpackungen eines Schnellrestaurants und sogar eine Fernbedienungseinheit eines Krans alles zu finden. Unzählige Müllsäcke wurden gefüllt und nicht nur ein Bollerwagen, sondern auch ein Pritschenwagen des städtischen Betriebshofs, der den gesammelten Müll wegfuhr, waren am Ende voll beladen.
Wie es beim Verein Natur und Kultur im Achterhoek üblich ist, wird bei jeder Gelegenheit auch die Gemeinschaft gepflegt. So trafen sich alle Helfer im Anschluss an der Vereinswiese des NUK, um zusammen Pizza aus dem Steinofen zu essen.
Ursprünglich war auch vorgesehen, bei der Aktion dort den Baum des Jahres einpflanzen. 2018 ist dies die Edelkastanie. Da der Termin für die Müllsammelaktion aber mehrmals verschoben werden musste und die Kastanie in die Erde sollte, wurde dies bereits in kleinem Rahmen vorher durchgeführt und die Edelkastanie hat bereits erste Wurzeln geschlagen.
500 Hecken und Feldgehölze aus der regionalen Artenliste wurden vom NUK gekauft und an seine Mitglieder verschenkt. Holunder, Hartriegel, Flieder, Schneeball, Schlehe, Liguster, Weigelia, Rotdorn, Vogelkirsche und Haselnuss sind einige Beispiele hierfür. So wurde wieder ein deutliches Zeichen für den Landschafts- und Naturschutz gesetzt.
Ein stabilisierendes Landschaftselement
Feldgehölze gliedern und beleben das Landschaftsbild durch blühende oder Früchte tragende Sträucher, sie schaffen Nahrungs-, Brut-, Zufluchts- und Schlafstätten für viele Tiere, vor allem für Vögel, Insekten und Kleinsäuger und sind ein stabilisierendes Element in unserer Landschaft. Außerdem dienen sie der natürlichen Schädlingsbekämpfung.
Vor allem, wenn durch Kombination von Feldgehölzen und Hecken eine ökologische Vernetzung erreicht wird, leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Erhaltung von Tier- und Pflanzenarten.
Natur und Kultur im Achterhoek widmet dem aktiven Naturschutz in der Bauernschaft weiterhin einen großen Teil seiner Arbeit und trägt so zum Erhalt der Umwelt bei.

So ein Schrott

Kevelaer. In den sozialen Netzwerken ist in den vergangenen Wochen das Thema „Diebstahl von Metallschrott aus dem Sperrmüll“ aufgeworfen worden – ein Thema, dass immer mal wieder die Runde macht. Wie groß ist das Problem in Kevelaer tatsächlich und wie geht die Stadt damit um? Das KB hat mit Klaus Heynen von der Abteilung für Steuern und Abgaben darüber gesprochen.

KB: Herr Heynen, Sie sind in Kevelaer für das Thema zuständig – wie groß ist denn das Problem überhaupt?
Heynen: Die Hinweise bekommen wir ständig. Es gibt beständig Leute, denen das ein Dorn im Auge ist. Das ist ein generelles Problem bei der Sammlung, was sich die letzten 15 bis 20 Jahre schon durchzieht – besonders, wenn Rohstoffpreise anziehen und für Altmetalle hohe Preise zu erzielen sind. Wenn die Preise fallen, fallen auch die Begehrlichkeiten. Zur Zeit stagnieren sie.

KB: Was geht der Gemeinde an Geld denn dadurch verloren? Das ist ja auch ein Argument, das ins Feld geführt wird um zu sagen: Da muss was gemacht werden.
Gebührenrechtlich ist das eine Petitesse. Um das mal einzuordnen: In „guten“ Zeiten haben wir 20 Tonnen Metallschrott gesammelt. Jetzt liegen wir bei fünf bis sechs Tonnen – und das bei einem Preis von 300 – 250 Euro pro Tonne und Kosten der Abfallentsorgung von insgesamt 2,6 Millionen Euro.
Selbst wenn man das ganz unterbinden würde, würde das die Leute kaum entlasten. Und viele entsorgen sowieso ihre größeren Metallteile beim Schrotthändler und lassen sich das Geld dafür selbst auszahlen.

KB: Was fallen denn überhaupt für Metallsachen an?
Das sind alte Gartenstühle, Elektroherde und solche Sachen. Fünf Tonnen sind immerhin 5000 Kilo, da müssen Sie schon eine Menge an Metall auffahren.

KB: Inwieweit sehen Sie denn die Notwendigkeit, da tätig zu werden?
Wenn ich gegen Metalldiebe vorgehe, muss ich auch gegen die anderen „Sperrmüllmarder“ vorgehen, die zum Beispiel alte Schränke wegnehmen. Ich kann ja nicht „wertvollen“ Sperrmüll ahnden und „nicht-wertvollen“ nicht. Die Polizei hat Wichtigeres zu tun, als alten Kühlschränken hinterherzurennen, da hat sicher jeder Bürger Verständnis dafür.
Das Ordnungsamt hat keine Handhabe, Fahrzeuge anzuhalten – und der Landrat als oberster Polizist im Kreis hat sich dagegen gewandt. Im Kreis Wesel hatte man da schon mal zum Angriff geblasen, da gab es vor ein, zwei Jahren mal so eine konzertierte Aktion der Polizei. Aber das lohnt sich alles nicht und ist nicht mit vertretbarem Aufwand möglich.
Wir haben es mal durch Fremdabnahme versucht, aber das würde uns nur Geld kosten. Wir führen hier eine verdeckte Sperrgutabfuhr durch; die Termine werden also vorher nicht öffentlich bekanntgegeben. Aber auch das können Sie unterlaufen – Sie bitten einfach einen Freund oder Bekannten, den Sperrmüll für Sie anzumelden und schon wissen Sie, wann die nächste Abfuhr ist.
Ich mache das jetzt seit 25 Jahren, das kriegen Sie nicht mit vertretbarem Aufwand geregelt und mir sind da noch keine geeigneten Wege eingefallen. Und es ist halt im Verhältnis eher eine Petitesse.