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Marketing-Preis Kevelaer: Hauptreferent ist Wolfgang Bosbach, für Unterhaltung sorgen die „Kevelaer Allstars“

Programm und Referent stehen fest

In zahlreichen Branchen wird händeringend nach Nachwuchskräften gesucht. Für die Organisatorinnen und Organisatoren des Kevelaerer Marketing-Preises Grund genug, um dieses Thema bei der diesjährigen Preisverleihung am 9. September 2022 in den Vordergrund zu rücken.

Die Veranstaltung findet am 9. September erstmals seit Corona wieder in Präsenzform statt

Vorschläge für Marketing-Preis gesucht

Nach zwei Jahren ohne Live-Publikum freut sich Bürgermeister Dr. Dominik Pichler mit dem Team der Wirtschaftsförderung, den Marketing-Preis 2022 nun endlich wieder als Präsenzveranstaltung ausrichten zu können.

Kevelaerer blickten beim Marketing-Preis auf das Jahr 2020 zurück

Vier Kameras, mehrere Kilometer Kabel, fünf Kontroll-Bildschirme für die virtuelle Übertragung und ein in blau getauchtes „Gesprächsstudio“ mit Plexiglasscheiben auf der Bühne: das war die Situation bei dem diesjährigen Marketing-Preis im Konzert- und Bühnenhaus. „Wenn der Livestream läuft, ist hier komplette Ruhe, Handy aus“, sagte Techniker Matthis Zellmann, der mit seiner Crew im fast menschenleeren Bühnenhaus gut zu tun hatte. Von der Konzeption bis zur Umsetzung hatte es mehrere Wochen in Anspruch genommen. „Vier Kameras, hinten fünf Technik-Arbeitsplätze, sechs Leute, die im Hintergrund arbeiten – das ist also ein großes Brett mit vielen Leuten. (…) Das ist ein deutlich größerer Aufwand, um den aktuell gültigen Corona-Vorschriften zu genügen. Aber es funktioniert alles.“ Die Band der „Kevelaer Allstars“ hatte man eine Woche zuvor im Bühnenhaus aufgezeichnet und ließ sie in den Gesprächspausen auf dem Bildschirm laufen. Und Filmemacher Jürgen Zellmann hatte bei der Online-Übertragung alles im Griff. „Wir haben über YouTube so 300 bis 400 Zugriffe in der Spitze“, war sein zahlenmäßiges Fazit am Ende.

Drei Stunden lang konnten in sieben Gesprächsblöcken Menschen unterschiedlicher Institutionen und Einrichtungen vom Marktleiter bis zum Wohstift-Leiter, befragt von Moderator Christoph Kepser, berichten, wie sich die Situation bei ihnen unter den Bedingungen von Covid-19 in diesem Jahr verändert hat. Da ging es um fehlende Pilgerströme, Engpässe beim Toilettenpapier im Supermarkt, die Versorgung mit Tablets an Schulen und darum, wie das Krankenhaus und Pfleger in dieser Situation zurechtkommen. „Wir wollten einfach was machen“, meinte Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns. Vor allem wollte man die Leute selbst erzählen lassen, was sie bewegt.

„Das ist ganz ungewöhnlich. Hier sitzen alles unerfahrene Leute, was Interviews angeht. Und das Ambiente, die Technik. Corona tut seins dazu, dass wir hier sitzen – spannend“, meinte Birgit Reudenbach vom Kindergarten „Spatzennest.“ „Man muss sich mit den Gegebenheiten arrangieren, die sich bieten. Das ist eine neue Zeit“, ging auch die Auffassung von „Börgermeister“ Felix Moeselaegen in diese Richtung.

Ein Blick hinter die Kulissen

Das Format biete so für den Abend eine echte Chance, fand Christoph Feldmann, Schulleiter der Gesamtschule Kevelaer. Die Facetten zum Beispiel der Vorbereitung, die im Zuge der Digitalisierung stattfinden, „die werden im Alltag gar nicht so klar“, meinte dazu die didaktische Leiterin der Gesamtschule, Martina Boudewins. Und all das könne hier transportiert werden. Schule bedeute heute, ein mittelständisches Unternehmen zu leiten.

Die Schule war nur ein Beispiel dafür, was der Marketing-Preis ohne Preis und Publikum erreichen wollte. „Das ist halt ein anderes Format, sehr gesprächslastig – das so neu ist und sicher auch nicht wieder kommt“, meinte Bürgermeister Dominik Pichler. „Wir sind ja auch keine Unterhaltungssendung. Es geht hier darum, dem Grundgedanken des Marketing-Preises gerecht zu werden – ein bisschen Rückblick aufs letzte Jahr und gucken, was läuft.“

Was kann ich wissen und was weiß ich?

Sebastian Klussmann, einer der Jäger der Fernsehsendung „Gefragt-Gejagt“, setzte als Hauptreferent mit seinem Redebeitrag über Wissen und Nichtwissen vor dem Hintergrund der digitalen Zeit einen fast philosophischen Akzent in den stark von Nachdenklichkeit und Corona bestimmten Beiträgen. „Ich wollte anfügen, dass die Akzeptanz des Unwissens und die Erkenntnis genauso wichtig sind“, sagte er. „Das ist ein ganz wichtiger Schritt, sich klarzumachen: was kann ich wissen und was weiß ich.“ Aber auch bei ihm war das Thema des Jahres präsent. „Ich hatte viel, viel weniger ‚in persona‘-Auftritte, als angedacht war. Im Januar und Februar einige, nach März mehr Fernsehauftritte, habe auch online Vorträge gehalten“, sagte Klussmann und drückte schließlich die Gefühlswelt vieler in dem Satz aus: „Aber ich mache es lieber vor Ort – der Austausch danach und davor ist ein wichtiger Faktor.“

Dazu passte die Erinnerung von Festkettenträger-Adjutantin Simona Mülders: „Vor elf Monaten haben wir hier Heimatabend gefeiert, sind rumgewirbelt auf der Bühne und hatten Spaß. Es ist irgendwie surreal, man kann das gar nicht so richtig verarbeiten.“ Jürgen Völlings als Festketten-träger nahm seine Situation mit Haltung: „Proklamiert bin ich, ich möchte die Festkette tragen.“ Und wenn es 2021 nicht klappt, dann auch eben erst 2022.

Unterhaltsam geriet dann das Schluss-Quiz mit Klussmann, Pichler und Kepser. Und dass man nicht weiß, dass Bayern München die meisten Vizetitel geholt hat, ließ sich angesichts der Tatsache, dass Liechtenstein als einziger europäischer Binnenstaat, der nur an Binnenstaaten grenzt, von Pichler erkannt wurde, verschmerzen. Und so bot der Marketing-Preis ein gutes Abbild des Jahres 2020: Es ist alles seltsam anders, abstrakter, mit weniger Leben, aber der Kevelaerer lässt sich nicht verrückt machen.

Mit Corona-Anstand fanden sich die Gesprächspartner auf der Bühne zusammen: (v.l.) Moderator Christoph Kepser, Hauptreferent Sebastian Klussmann und Bürgermeister Dominik Pichler.

Marketing-Preis als „Corona-Edition“

Die Zielsetzung für die virtuelle Marketing-Preis-Veranstaltung am Samstag ist klar: Es soll eine gesunde Mischung aus Wirtschaftsthemen, Unterhaltung und Verknüpfungen zur Corona-Pandemie geben. Die Bezeichnung „Marketing-Preis“ ist dabei in der Tat irreführend, denn in diesem Jahr wird es, im Gegensatz zu den vergangenen 32 Ausführungen, keine Preisträger geben. Nach Auffassung der Verantwortlichen wäre es in Zeiten einer Pandemie denkbar unpassend und ein falsches Signal gewesen, Unternehmen für wirtschaftliche Leistungen auszuzeichnen. Viele Betriebe sind hart von der Corona-Pandemie getroffen und haben an kreativen Lösungen zur Bewältigung dieser Ausnahmesituation gearbeitet. „Insofern hätten sie alle einen Preis verdient“, meint der Kevelaerer Wirtschaftsförderer Hans-Josef Bruns. Über diesen Ansatz sind die Organisatoren auf die Idee gekommen, genau diesen Menschen, die auf ihre ganz eigene Art und Weise der Corona-Pandemie begegnen, am 5. Dezember eine Stimme zu geben – unter dem Motto der Kampagne #kevelaerhaeltzusammen.

Neben Moderator Christoph Kepser und Referent Sebastian Klussmann, bekannt aus der Sendung „Gefragt-Gejagt“, werden rund 30 Leute zu Wort kommen, die vertretungsweise für Beschäftigte der systemrelevanten Berufe stehen. So werden unter anderem Apothekerin Monika Schwarz, Schulleiter Christoph Feldmann mit Kolleg*innen von der Gesamtschule, „Börgermeister“ Felix Moeselaegen und Hebamme Wilma Leenen anwesend sein. Außerdem beteiligen sich Stiftsdirektorin des Wohnstifts St. Marien Christiane Hüls, zwei Ärzte des Marienhospitals und Vertretungen der Kindergärten Spatzennest und Sterntaler an der Gesprächsrunde. Für musikalische Auflockerungen werden die „Kevelaer Allstars“ sorgen. „Das sind richtig tolle Leute“, freut Bruns sich auf die Musiker. Länger als zweieinhalb Stunden soll die Veranstaltungen nicht dauern.

Und wie schaut‘s mit der technischen Umsetzung aus? Ein Livestream birgt schließlich seine Tücken. „Wir haben aus der Wahlergebnispräsentation der Kommunalwahl gelernt“, spielt Bürgermeister Dominik Pichler auf den miserablen Livestream im September an. Er hofft auf einen kurzweiligen Abend: „Wenn Ihnen die zweieinhalb Stunden später vorkommen wie eine, haben wir alles richtig gemacht.“ Bruns setzt das Ziel mit einem Augenzwinkern noch höher: „Wenn Thomas Gottschalk irgendwann anruft und hier mal moderieren möchte, haben wir alles richtig gemacht.“

Wie geht’s zum Livestream?

Zu sehen ist der kostenlose Livestream am Samstag, 5. Dezember 2020, ab 19.30 Uhr, unter folgenden Links: https://bit.ly/37saxfY (YouTube) und https://bit.ly/37E856z (Stadt Kevelaer).

Marketing-Preis in Kevelaer wird als Online-Version stattfinden

Der Marketing-Preis-Kevelaer kann in diesem Jahr in der gewohnten Form nicht stattfinden. Das ist gerade vor dem Hintergrund der ganz aktuellen Corona-Entwicklung jetzt klar. Im Rahmen der Kampagne #kevelaerhaeltzusammen hat sich die Stadtverwaltung daher entschieden, den Marketing-Preis-Kevelaer nicht ausfallen zu lassen, sondern im Corona-Modus als reine Online-Veranstaltung durchzuführen.

„Auf bestimmte Berufe ist unsere Gesellschaft mehr angewiesen als auf andere. Das hat die aktuelle Corona-Krise deutlich gemacht. Mit Video-Clips und Live-Interviews rücken wir Menschen in den Mittelpunkt, die vertretungsweise für viele andere Beschäftigte hinter den systemrelevanten Berufen stehen“, erläutert Hans-Josef Bruns, Leiter der Wirtschaftsförderung in Kevelaer. So geht es zum Beispiel um die Pflege alter und kranker Menschen, um die Beschäftigten in Kita’s und Schulen, um die Tätigkeiten für den Betrieb kritischer Infrastrukturen, bis hin zur Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln und Medikamenten.

Auch die Unterhaltung kommt in diesem Jahr wie immer nicht zu kurz. Mit Sebastian Klussmann konnte einer der erfolgreichsten Quizzer Deutschlands als Gastreferent gewonnen werden, der sehr unterhaltsam erklären wird, was die Menschen im digitalen Zeitalter eigentlich selbst alles noch so wissen und auch behalten müssen. Klussmann ist bekannt als Moderator und Speaker, Star der ARD-Serie „Gefragt-Gejagt“ und amtierender Europameister im Quizzen.

Für beste musikalische Unterhaltung sorgt die erst im vergangenen Jahr neu formierte 14-köpfige Band der Kevelaerer Allstars unter der Leitung von Markus Birkhoff.

Live-Stream für alle Bürger

Der Live-Stream ist öffentlich und kostenlos. Jede(r) Interessierte kann die diesjährige Veranstaltung live auf YouTube am Freitag, 20. November 2020, ab 19.30 Uhr miterleben.

Das Organisations-Team der Stadt freut sich mit Moderator Christoph Kepser über dieses für Kevelaer vollkommen neue Online-Veranstaltungsformat. „Wir hätten wirklich sehr gerne auch unsere örtliche Gastronomie und Hotellerie eingebunden. Verbindliche Gespräche und kreative Ideen hat es dazu bereits gegeben. Es ist für uns alle sehr schade, aber aufgrund der aktuellen Lage können wir das leider nicht machen“, erklärt Bruns.

Eine erfrischende Verleihung

Drei Preisträger, eine besondere Musikshow, nette Plaudereien auf der Bühne und eine spannende Preisträger-Auswahl kennzeichneten die 32. Ausgabe des Kevelaerer Marketingpreises. Gleich zu Beginn konnte man wahrnehmen, dass die vom Team der Wirtschaftsförderung organisierte Verleihung frischer und unkonventioneller rüberkam.

Denn die „Kevelaer All Star“-Band um das Gitarrenmusik-Ehepaar Markus und Michaela Birkhoff bot mit Sohn Hendrik am Keyboard, Paul Ogundare (Klavier), Felix Helpenstein (Bass) Hans-Gerd van den Wyenbergh (Schlagzeug) und den Sängern Kerstin Sowislo, Ciara Ehren, Lena Hanenberg, Karl Timmermann und Gerrit Quade mit „Still got the blues“ und Gitarren-Solist Levin Ripkens gleich ein rockiges Ausrufezeichen. Später zeigten sie unter anderem mit „Sunshine of your love“ von Eric Clapton oder auch mit dem zum Abend passenden „We are the Champions“ von Queen ihre Qualitäten.

Josef und Norbert Heckens wurden mit dem Kevelaerer Marketing-Preis in der Kategorie „Arbeitgeber-Marketing“ ausgezeichnet. Foto: AF

Den nächsten Akzent setzte Bürgermeister Dominik Pichler in seiner Begrüßungsrede, in deren Mittelpunkt er wieder seinen ganz persönlichen Rückblick auf die ihn bewegenden Ereignisse stellte. Dabei erinnerte er an die Jubiläen zweier bedeutender Bücher – das des Grundgesetzes und das Buch der „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren über das „kleine Mädchen aus Schweden, das stark, verwegen, ungehemmt, rebellisch und unbeeindruckt von Autoritäten ist“ und mit ihrer „unkonventionellen Art schier unglaubliche Dinge“ vollbringe.

Hass auf der Facebook-Timeline

Von da schlug er den Bogen zu ihrer „Wiedergängerin“ Greta Thunberg, die mit Durchhaltevermögen und trotz massiver Anfeindungen ihren Weg verfolgt. Anhand ihres Beispiels beschrieb er den „Umgang miteinander“ und die „heutige Streitkultur in und außerhalb der sozialen Medien“ der heutigen Zeit – über Autoaufkleber mit „FCK Greta“, unverhohlenem Hass auf der persönlichen Facebook-Timeline, „unterkomplexen“ Vorwürfen, sich selbst nicht klimaneutral zu verhalten inklusive des „perfiden Versuchs, Greta Thunberg persönlich zu diskreditieren“ mit ihrer Krankheit.

Dabei habe dieses kleine Mädchen „die größten Jugendproteste der letzten Jahrzehnte“ ausgelöst, den Mächtigen der Welt mit ihrem „sicherlich zugespitzten ‚how dare you‘“ die Stirn geboten. Ihr Satz „ihr habt meine Kindheit gestohlen“ sei aus dem Zusammenhang gerissen und sinnentstellt wiedergegeben worden. „So funktioniert heutzutage Meinungsmache und Manipulation.“ Und warum sich „ein Reicher nicht für einen Armen einsetzen dürfe oder ein Gesunder für einen Kranken, weil er nicht in dieser Situation ist“, sei für ihn nicht nachvollziehbar. „Sachlichkeit und Toleranz stehen uns allen gut zu Gesicht. Nicht nur im Umgang mit kleinen schwedischen Mädchen, die uns die Gretchenfrage stellen.“

Die „Bürgerwind Kevelaer GmbH & Co. KG“ räumte beim Kevelaerer Marketing-Preis in der Kategorie „Klima und Umweltschutz“ ab. Foto: AF

Später wurde er von dem sehr plauderigen Moderator Christoph Kepser nochmal fragetechnisch „in die Mangel genommen“, was aktuelle Vor-Ort-Projekte wie die Innenstadt oder die OW 1 anbetrifft. Er lobte die „Spätschicht“ auf der Busmannstraße als „sehr gute Aktion“ und blickte auf die Veränderungen am Kapellenplatz und Johannes-Stalenus-Platz. „Da bin ich raus“, machte Pichler in Sachen OW 1 klar, dass die aktuelle „vorläufige Vollziehbarkeit“ nicht direkt schon den ersten Baubagger bedeute, weil man dagegen Rechtsschutz beantragen könne.

Im Anschluss an die Begrüßung reichte Pichler den „Staffelstab“ des Redners an den Gast des Abends, den langjährigen Vatikan-Korrespondenten Andreas Englisch weiter. Der gab einen kleinen Einblick in sein umfangreiches Wissen über die besonderen Details und Ereignisse rund um die Päpste und den Vatikan. Er berichtete mit Blick auf den Papst-Besuch 1987 von Johannes Paul II. in Kevelaer von der Vereitelung eines von den Russen angeordneten Mordversuchs auf den Pontifex, von dem Koffer mit dem Ghettoblaster und dem Stones-Stück „Sympathy for the devil“, den dieser mit sich führte, um in Zeiten des Ost-West-Konflikts geheime Gespräche führen zu können.

Der Fahrstuhlfahrer mit auf Auslandsreise

Englisch erzählte von dessen „Lieblingskomponisten Bach“, der bis 1945 als Protestant in der Kirche nicht gespielt werden durfte. Geradezu begeistert klangen seine Ausführungen von dem aktuellen Papst Franziskus, der schlagfertig auf „Heiliger Vater“ mit „Heiliger Sohn“ antworte und sich zur Regel gemacht habe, einen einfachen Menschen wie seinen Fahrstuhlfahrer oder seine Wäschefrau mit auf die Auslandsreisen zu nehmen.

Mit einem Schuss Selbstironie verkleidete Englisch die Geschichte von seinem Badeausflug an der Copacabana in den 80er-Jahren als Mitglied der Papst-Delegation. Er beschrieb die „Standparty“ des Gottesdienstes mit Franziskus – und seinen persönlichen „Bekehrungsmoment“ zum katholischen Glauben, als 50 Fotografen angesichts des Anblicks der Parkinsonschen Krankheit des Papstes die Apparate sinken ließen. „Es gibt Wunder“, meinte er.

Besondere Imagefilme

Danach standen die Preisträger im Mittelpunkt, deren Arbeit ausführlich in einem jeweiligen Imagefilm auf die Leinwand gebracht wurde. Den Anfang machten da die Ausbilder der Schulmensa des S.O.S. Kinderdorfes, die den Marketingpreis in der Kategorie „Integration und Inklusion“ erhielten.

Das SOS-Kinderdorf Niederrhein erhielt als Betreiber der Schulmensa in der Gesamtschule Kevelaer den Marketing-Preis in der Kategorie „Integration und Inklusion“. Foto: AF

Im Anschluss daran erhielten die Gebrüder Heckens aus den Händen von Pichler die Medaille für ihre Bemühungen um eine arbeitnehmerfreundliche Atmosphäre in ihrem Betrieb auf der Hauptstraße, die im Verlauf der Jahre 58 Auszubildende hervorgebracht haben. Die Kategorie dazu nannte sich „Arbeitgeber-Marketing“. Die „Bürgerwind Kevelaer GmbH & Co. KG“ räumte den Preis in der Kategorie „Klima und Umweltschutz“ ab, wobei die Tatsache, dass man nach 34 Millionen Euro Invest schon die Hälfte des gesamten Kevelaerer Stroms abdeckt, für ein Raunen im Publikum sorgte.

Den Sonderpreis 2019 erhielt erstmals ein Sportverein: der „einzige deutsche Meister im Kreis“ (Pichler), die Schießsportgemeinschaft (SSG) Kevelaer, betrat mit der ersten Mannschaft und Lambert Janshen die Bühne, um den Preis entgegenzunehmen. Der erste Vorsitzende und „Vater“ des Erfolges, Rudi Joosten, konnte angesichts seines gesundheitlichen Zustandes nicht kommen, wurde aber von Pichler und den Interviewpartnern selbstverständlich gewürdigt.

Nach zweieinhalb Stunden begann dann die von Pichler angekündigte „dritte Halbzeit“, in der die Ausgezeichneten, die Musiker und alle Gäste an die Theke der Diebels-Brauerei strömten, um bei einem leckeren Gläschen das Jahr und die kurzweilige Veranstaltung selbst nochmal Revue passieren zu lassen.

Eine Bildergalerie zum diesjährigen Marketing-Preis finden Sie hier.

Die Preisträger, Redner und Musiker der Kevelaerer Marketing-Preis-Veranstaltung zum Abschluss auf der Bühne. Foto: AF

Schulmensa in der Kategorie „Integration und Inklusion“ ausgezeichnet

Die Besucher der Verleihung des Marketing-Preis-Kevelaer am heutigen Freitag, 22. November 2019, warteten gespannt, welchen Preisträger die diesjährige Jury in der Kategorie „Integration und Inklusion“ ausgelobt hatten. Diese hatten sich für das SOS-Kinderdorf Niederrhein, als Betreiber der Schulmensa in der Gesamtschule Kevelaer, entschieden und ernteten dafür viel Beifall vom Publikum.

Gegründet 1969, ist das SOS-Kinderdorf Niederrhein heute mit rund 300 Beschäftigten und zahlreichen ehrenamtlichen Helfenden an über zehn Standorten die größte SOS-Kinderdorf Einrichtung in Deutschland. Einer dieser Standorte ist die Schulmensa in der Wallfahrtsstadt Kevelaer, die von der Jury als herausragendes Projekt klassifiziert wurde und deren Verantwortliche, mit der Medaille als sichtbares Zeichen, den Marketing-Preis-Kevelaer in Empfang nahmen.

Ausbildung, Umschulung und Berufsvorbereitung

Die Schulmensa in Kevelaer ist Lern- und Produktionsstätte gleichermaßen: gute Lebensmittel, täglich frisch zubereitet für alle, die in der Mensa essen, qualifizierte Ausbildung in der Küche durch die Profis des SOS-Kinderdorf Niederrhein. Jährlich werden dort bis zu 40 junge Erwachsene mit besonderen Bedarfen in den Bereichen Küche und Hauswirtschaft ausgebildet. Bei der pädagogischen Arbeit stehen Ausbildung, Umschulung und Berufsvorbereitung im Vordergrund. Seit Beginn im Jahr 2012 hat das SOS-Kinderdorf als Träger der Mensa zahlreiche Auszubildende, Umschülerinnen und Umschüler oder Teilnehmende der Berufsvorbereitung in Arbeit oder Anschlussangebote zur beruflichen Integration vermittelt.

Das Mensa-Team arbeitet eng mit den Arbeitsagenturen und Jobcentern zusammen. Außerdem gibt es einen regelmäßigen Austausch mit den Schulen und den Schülerinnen und Schülern, zum Beispiel rund um das Thema gesunde Ernährung. In der Schulmensa werden täglich bis zu 800 Essen mit regionalen Produkten frisch zubereitet und ausgegeben. Eine Win-Win-Situation: Die jungen Erwachsenen in der Küche sehen jeden Tag ihre Leistung und den Schülerinnen und Schülern schmeckt es.

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Radio Heckens in der Kategorie „Arbeitgebermarketing“ geehrt

Die Besucher der Verleihung des Marketing-Preis-Kevelaer am heutigen Freitag, 22. November 2019, wurden einmal mehr zu aufmerksamen Zuhörern, als es um die Kategorie „Arbeitgebermarketing“ ging: Nicht die große Anzahl der Mitarbeiter, nicht der Gewerbeneubau und die Akquise von Fachkräften oder bahnbrechende Schulungsverfahren oder der Einsatz von Technik waren Messlatte für die Jury, sondern Kontinuität und teamorientiertes Miteinander ließen sie überzeugend voten. Radio Heckens wird in der Kategorie „Arbeitgebermarketing“ mit dem Marketing-Preis-Kevelaer 2019 ausgezeichnet. Anwesende Freunde, Unternehmerkollegen und Gäste des Abends begleiteten die neuen Preisträger mit Beifall auf die Bühne.

Gegründet wurde das inhabergeführte Fachgeschäft im Bereich Unterhaltungselektronik im Jahr 1954 von den Eheleuten Josef und Maria Heckens. Das zunächst noch auf der Bahnstraße 8 angesiedelte Geschäft zog bereits 1958 an die Hauptstraße 41 in die heutigen Geschäftsräume und wird seit 1993 von den Söhnen der Firmengründer, Josef und Norbert Heckens, geführt.

Farbiger, bunter und vielschichtiger

Schon Ende der 60er Jahre schloss sich die Firma einer Einkaufsgenossenschaft an, die mittlerweile zur „Euronics International“ geworden ist. War der Blick „in die Röhre“ bei Firmengründung noch ausschließlich „schwarz-weiß“, zeigt die lange Firmengeschichte, dass das Elektronik-Leben heute doch wesentlich farbiger, bunter und vielschichtiger geworden ist. Wohl kaum eine andere Sparte erlebte in den letzten Jahren einen so rasanten Wandel; aus traditionell, analog oder klassisch wurde digital – einstige Zukunftsvisionen sind heute Standard.

Schaut man auf das gesamte Portfolio von Radio Heckens vom Verkauf von Unterhaltungselektronik und Telekommunikation, der Installation und Reparatur von Satelliten- und Antennenanlagen, dem Reparaturservice für TV- und Audiogeräte sowie der Einrichtung und Konfiguration von Netzwerk- und Telefonanlagen, ist der technischen Vielfalt des inhabergeführten Fachgeschäfts noch keine Grenze gesetzt. Tag für Tag stemmt Radio Heckens die mannigfachen Herausforderungen kundenorientiert mit einem auf Augenhöhe agierenden und engagierten Team.

Mehr als 50 Auszubildende

Für die Jury zeichnet sich dieser Handwerksbetrieb insbesondere durch die überdurchschnittlich lange Betriebszugehörigkeit von Mitarbeitern aus. Im Laufe der Firmengeschichte wurden mehr als 50 Auszubildende beschäftigt; rund zehn Schulpraktikanten sind es in jedem Kalenderjahr, die erste Einblicke und Erfahrungen im Bereich Radio- und Fernsehtechnik sowie Kundenservice sammeln. So ist es Pflicht und Freude gleichermaßen für die Unternehmensbrüder, beim jährlichen Berufs-Info-Treff der Sparkasse um Nachwuchs zu werben. Immer nah dran ist Josef Heckens. Als Mitglied des Meisterprüfungsausschusses der Handwerkskammer Düsseldorf steht er dem Nachwuchs der Branche nah. Durch den Austausch mit erfahrenen Berufskollegen und Nachwuchskräften fließt Erfahrung und Know-how ins tägliche Firmengeschehen ein.

Fragt man die heutigen Firmeninhaber nach besonderen Highlights in der Firmengeschichte, die für die Mitarbeiter Motivation und Ansporn sind, nennt Nobert Heckens einen Großauftrag mit 135 Fernsehern und 250 Satelliten-Receivern oder auch die Präsentation eines 88-Zoll Samsung-Gerätes im Wert von 20.000 Euro anlässlich der „Kevelaerer Nacht der Trends“. Dieses Gerät wurde insgesamt nur hundertmal produziert. Kontinuität und Mitarbeiterbindung im inhabergeführten Fachhandel waren die Kriterien, die die Jury veranlasste, Radio Heckens mit dem Marketing-Preis-Kevelaer 2019 auszuzeichnen.

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Kevelaerer Bürger setzen sich für Erzeugung CO2-neutralen Stroms ein

Die „Bürgerwind Kevelaer GmbH & Co. KG“ und die „Bürgerenergie Schwarzbruch-Nord GmbH & Co. KG“ haben sich zum Ziel gesetzt, durch die Errichtung moderner Windenergie- anlagen CO2-neutralen Strom zu erzeugen und mittelfristig Kevelaer damit zu versorgen. Die Bürgerwindparks wurden von privaten Kevelaerer Investoren realisiert. Am heutigen Freitagabend, 22. November 2019, bekamen sie ihre verdiente Anerkennung durch die Verleihung des Marketing-Preis-Kevelaer im Konzert- und Bühnenhaus. In der Kategorie „Klima- und Umweltschutz“ hat die Jury sich für die Unternehmen als Preisträger entschieden.

Schon 2010 wurden erste Gespräche zum Thema Windenergie unter den Kevelaerer Landwirten geführt, die bei einer Sitzung im Wasserturm mit den Stadtwerken Kevelaer zusammenkamen. Man wollte als Landeigentümer, aber auch als Energienutzer selber vor Ort in der Stromerzeugung aktiv werden und das nicht fremden Investoren überlassen. Dies endete nach weiteren Gesprächen und Versammlungen in der Bildung der beiden Gesellschaften, die seit dem Bestehen in Kevelaer ansässig sind. Die „Bürgerwind Kevelaer GmbH & Co. KG“ und die „Bürgerenergie Schwarzbruch-Nord GmbH & Co. KG“ initiierten Versammlungen mit den Flächeneigentümern, überzeugten diese und schlossen schon frühzeitig Nutzungsverträge ab, um die potentiellen Windenergiestandorte optimal erschließen zu können.

Den Weg für neue Energien freimachen

Nachdem die Wallfahrtsstadt Kevelaer den Flächennutzungsplan hinsichtlich Windenergie angepasst hatte und die Gesellschaft diverse Gutachten im Bereich Natur- und Artenschutz, Flugsicherung und Radar durchführen ließ, Rechtsanwälte und Behörden sowie Büros und Firmen den Baugenehmigungsantrag begleitet hatten, konnten schließlich Windenergieanlagen errichtet werden.

Der von der „Bürgerwind Kevelaer GmbH & Co. KG“ seit Ende 2017 betriebene Windpark „Rietweyen“ in Twisteden produziert jährlich mit insgesamt fünf Windenergieanlagen circa 40 Millionen kWh reinen Ökostrom. Durch die langen Flügel eignen sich die Windenergieanlagen vor allem auch für windschwächere Regionen und können schon bei geringer Windgeschwindigkeit Strom produzieren. In 2019 ist der Windpark „Schwarzbruch Nord“ der Bürgerenergie „Schwarzbruch-Nord GmbH & Co. KG“ in Betrieb gegangen. Hier speisen vier Windenergieanlagen jährlich circa 20 Millionen kWh klimafreundlichen Strom in das öffentliche Netz ein. Die beiden Windparks zusammen erzeugen somit circa 50 Prozent des Stromes der Wallfahrtsstadt Kevelaer in umweltfreundlicher Weise.

Außerordentliches Engagement geehrt

Noch nie hat eine Bürgergruppe in Kevelaer in solchem Ausmaß investiert, um nachhaltig CO2-neutralen Strom zu erzeugen und selber aktiven Umwelt- und Klimaschutz zu betreiben und zu leben. Dieses außerordentliche Engagement wurde nun im Konzert- und Bühnenhaus durch Bürgermeister Dr. Dominik Pichler gewürdigt und mit der Verleihung des Marketing-Preis-Kevelaer ausgezeichnet.

Um einen möglichst großen Teil der Kevelaerer Bürgerschaft am Projekt teilhaben zu lassen, wurde ein Fonds aufgelegt. Gemeinsam mit den Stadtwerken Kevelaer und der NiersEnergie GmbH engagieren sich die Bürgerwindgesellschaften im Fonds „Energie für Kevelaer“ in Höhe von 20.000 Euro pro Jahr. Der Fonds unterstützt auf unbürokratische Weise ehrenamtliche Vereine und Verbände in Kevelaer.

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Volltreffer gelandet beim diesjährigen Marketing-Preis-Kevelaer

Eine unterhaltsame Abendveranstaltung im Konzert- und Bühnenhaus bildete am heutigen Freitag, 22. November 2019, den Rahmen, in welchem die Wallfahrtsstadt Kevelaer den Marketing-Preis-Kevelaer verlieh. Zahlreiche Vorschläge sind aus der Bevölkerung für den traditionellen Sonderpreis eingegangen. Die Entscheidung, welche Persönlichkeit oder welcher Verein Kevelaer über die Stadtgrenzen hinaus repräsentiert und damit den Bekanntheitsgrad der Stadt überregional steigert, ist in diesem Jahr für den engagierten Verein Schießsportgemeinschaft Kevelaer 2005 e.V., besser bekannt als SSG Kevelaer, gefallen.

Seit fast 15 Jahren verkörpert und lebt der Verein mit Herzblut das Motto „Alles kann, nichts muss“ durch seine Mitglieder, Trainer und Schützen. Generationsübergreifend, innovativ und nachwuchsorientiert arbeitet das SSG-Team bestehend aus über 150 Mitgliedern. Dank des Vereins gilt die Wallfahrtsstadt Kevelaer einmal mehr als aktive und sportliche Stadt am Niederrhein. Für ein positives Image sorgt zudem das Alleinstellungsmerkmal, als einzige Stadt im Kreis Kleve einen Bundesligameister in einer olympischen Sportart vorweisen zu können. Aufgrund dieses Titels durfte sich der Verein Anfang diesen Jahres ins Goldene Buch der Wallfahrtsstadt Kevelaer eintragen.

Botschafter der Heimatstadt

Die SSG Kevelaer gilt als führende Talentschmiede in den Disziplinen Luftgewehr und Kleinkaliber-Gewehr auf nationalem und internationalem Leistungsniveau mit Sitz im Sportzentrum der Hüls. Vorsitzender und Trainer Rudi Joosten beschreibt die Verbundenheit des Vereins mit Kevelaer so: „Wenn wir als Sportschützen in Deutschland und international unterwegs sind, fühlen wir uns auch immer als Botschafter unserer Heimatstadt“. Aushängeschild der SSG Kevelaer ist die 18-jährige Anna Janshen. Die Wettenerin gilt schon als beste deutsche Sportschützin, die als Vizeweltmeisterin und mehrmalige Europameisterin zahlreiche internationale Erfolge feiern durfte.

Durch die Live-Übertragung der Bundesliga Luftgewehr, die seit 2017 im Januar in der Zweifachturnhalle des Sportzentrums stattfindet, haben bereits mehr als 40.000 Zuschauer dieses Sporthighlight aus der Wallfahrtsstadt Kevelaer live mitverfolgt. Das Engagement, der Spaß am Sport und das Miteinander von Jung und Alt machen den Verein aus und werden durch die Auszeichnung mit dem Sonderpreis „Marketing-Preis-Kevelaer“ 2019 weiter gestärkt.