130 Jahre Bücherei Twisteden
Jede Leserin und jeder Leser wird in der Bücherei in Twisteden fündig.
Jede Leserin und jeder Leser wird in der Bücherei in Twisteden fündig.
Das Veranstaltungsangebot ist vielseitig und reicht von Leseförderprojekten in Kooperation mit katholischen Kindertageseinrichtungen über Bilderbuchkinos bis hin zu Vorträgen und Lesungen.
Die öffentliche katholische Petrus-Canisius-Bücherei ist so ein Ort, an dem fliegende Teppiche zu Hause sind – und jeder und jede, der kommt, kann mit diesen fliegenden Teppichen in die wunderbare Welt der Fantasie schweben.
Ein paar Stufen muss man runtergehen, um in den Keller des Pfarrheims von Twisteden zu gelangen, doch was einen dort erwartet, ist kein einfacher Keller, sondern die Katholische Öffentliche Bücherei St. Quirinus Twisteden.
Jedes Jahr am 4. November feiert die katholische Kirche den Namenstag des Heiligen Borromäus. Zu seinen Ehren wurde 1926 durch die Fuldaer Bischofskonferenz der sogenannte Borromäussonntag eingeführt. Dieser findet immer am Sonntag nach dem 4. November statt und ist heutzutage unter dem Namen „Buchsonntag“ bekannt.
Die kleinen Bänke im Turnraum des St. Antonius Kindergartens waren schnell besetzt und schon waren etwa 15 Kinder mittendrin in der Geschichte von Emma, der kleinen Schnecke, nachdem Heidi Leenen, die Kinderbuchautorin, die neue Gruppe begrüßte.
Der „Inner-Wheel-Club Geldern“ verschenkte im Februar und Mai dieses Jahres in Kevelaer über 250 Exemplare des Erstlesewerkes „Schirmel und Oderich“ von Guido Kasmann, einem Kinderbuchautor aus der Region, der selbst einmal Grundschullehrer war.
Mehr Ausleihen, mehr Nutzer, mehr Veranstaltungen: 2022 war für die Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) am Niederrhein ein gutes Jahr.
Am 19. März 2020 begann für Claudia Jacobs und Birgit Winkels eine neue Zeitrechnung. „Das war schade, dass wir da direkt und ohne großen Vorlauf zumachen mussten – quasi von jetzt auf gleich“, wirkt bei den beiden Leitern der Petrus-Canisius-Bücherei dieser Moment bis heute noch ein bisschen nach. Dass man zwischendurch mal zusammenkam, um miteinander Bücher zu binden, das habe den Mitarbeitern der Einrichtung gut getan. „Dass wir was tun konnten“, das sei wertvoll gewesen, meint Birgit Winkels. Der Bringservice, den man eingerichtet hatte, der sei nur vereinzelt angenommen worden. „Blöd war auch, dass wir neue Bücher angeschafft hatten – und keiner konnte sie mitnehmen“, sagt Claudia Jacobs.
Seit dem 6. Mai 2020 darf man die Petrus-Canisius-Bücherei tatsächlich wieder persönlich betreten – mittwochs ab 15 Uhr für zwei Stunden und donnerstags drei Stunden. „Vor allem die Älteren sind froh, dass so ein Stück Freiheit wieder zurückkommt“, erzählt Jacobs. „Und viele Alleinstehende sind froh, wenn sie auch mal ein paar Worte wechseln können.“ Allerdings gelten für den Besuch der Bücherei besondere Regeln. „Wir nehmen am Eingangsbereich schon Name und Adresse auf. Und wir lassen maximal vier Leser gleichzeitig in die Bücherei herein“, erklärt Jacobs. Natürlich habe man theoretisch bei einer erlaubten Person auf zehn Quadratmetern mehr Möglichkeiten. „Aber so kann jeder rumlaufen, keiner kommt sich ins Gehege und man kann das entspannt händeln“, sagt Jacobs.
Das hat zur Folge dass „wir leider Familien mit Kindern zurückschicken“ müssen, da auch nur Einzelpersonen hineinkommen dürfen. „Kinder sind halt schwierig, wenn die überall herumrennen und alles anfassen. Das kann man nicht alles desinfizieren.“ Oder man löst die Situation kreativ. „Wir hatten mal eine Mutter mit drei Kindern. Die Kids warteten draußen dann mit dem Eis, die Mutter kam rauf. Und die Kinder haben sie dann bestürmt, was die Mutter für sie an Büchern wohl ausgeliehen hat.“
Besucher sind überwiegend verständnisvoll
Eindeutig sind auch die anderen Regeln: Händewaschen vor dem Betreten der Büchereiräume im Bad und konsequentes Tragen eines Mund- und Nasenschutzes: „Wir schicken auch Leute ohne Maske weg – das muss heute jeder drauf haben“, meint Jacobs. Dass die Besucher die Regeln nicht befolgen, ist eher Ausnahme als Regel, berichtet Winkels nur von einem Vorfall. „Einer wollte sich nicht registrieren lassen, diskutierte mit mir rum“, und rückte am Ende dann doch seinen Namen raus, aber nicht seine Telefonnummer. Sonst seien aber alle sehr verständnisvoll.
Auch selbst gehe man sorgsam mit der Sicherheit um. Die ausgeliehenen Bücher verbleiben 72 Stunden lang auf einer separaten Ablage, bis sie dann wieder bearbeitet oder einsortiert werden. Und um die Theke herum ist ein Abstandsband gelegt, damit man die auszuleihenden Medien an der Theke herüberreichen kann. Plexiglas zum Schutz werde in absehbarer Zeit auch vorhanden sein. Dass das Team so gut mitzieht und auch viele Kollegen über 60, die faktisch zur „Risikogruppe“ zählen, von sich aus sagen: „Wir machen weiter“, das ringt den beiden Leiterinnen Respekt ab. „Wir haben oben im Arbeitsraum immer auf Abstand geachtet und werden das auch hier bewerkstelligen.“
Was sich spürbar in der Corona-Zeit geändert hat, ist notgedrungen oder auch naturgemäß die Art der Ausleihe. „Die Zahlen online sind deutlich gestiegen“, legt Jacobs eine Statistik des „Verbunds libell-e Nord“ vor, dem 28 Bibliotheken – auch die PCB – angeschlossen sind und worüber man Medien abgreifen kann. Demnach sind in diesem Verbund die Ausleihen von 8.737 im Februar auf über 12.800 im April gestiegen – was anteilig auch für Kevelaer zutreffe. „Viele haben uns gesagt, dass sie vorher noch nie online Bücher geordert haben und sich jetzt damit auseinander setzen mussten.“ Hauptsächlich seien Romane geordert worden. „Das, was vorher hier ging, geht halt auch online.“
Leute tauschen Bücher aus
Auch die Suche über andere Plattformen habe stattgefunden. „Und es ist viel untereinander an Büchern ausgetauscht oder aus dem eigenen Bestand gelesen worden.“ Dass dieser gesellschaftliche Trend durch Corona verstärkt werde, das müsse man halt so zur Kenntnis nehmen. Beide hoffen aber, dass die Menschen auch weiter „analog“ den Weg zu ihnen suchen. „Das Anpacken ist halt anders. Dieses Blättern und dieses ‚Ich gucke mal auf die letzte Seite‘, das ist online halt etwas blöder – genauso wie Spiele ausleihen“, hat Jacobs da eine klare Meinung.
Ab dem 15. Juni 2020 will die Bücherei wieder zu den normalen Zeiten Montag bis Donnerstag und Samstag wieder öffnen. „Die aktuellen Infos dazu stellen wir dann auch auf die Homepage.“ Und für die Leser ist das PCB-Team auch bereit, als Ausgleich für die Wochen davor, auch mal die kommende Leih-Zeit auszudehnen. „Wir machen dieses Jahr in den Sommerferien definitiv durch“, kündigt Jacobs an – „für die Leser, die zu Hause bleiben werden. Und das werden sicher viele sein.“
Die Schülerinnen und Schüler der Städt. Kath. Grundschule in Wetten haben Grund zur Freude, besonders die Leseratten. Vor kurzem übergab der Verein Context e. V. Schulleiterin Anna Molderings (stellvertretend für das Kollegium) eine Bücherspende im Wert von 500 Euro.
Als gemeinnütziger Verein, der als freier Träger in der Kinder- und Jugendhilfe tätig ist, hatte Context e. V. Spendengelder erhalten. Diese Mittel möchte der Verein, gemäß seiner Satzung, für einen gemeinnützigen Zweck einsetzen. So entstand die Idee der Bücherspende für Grundschulen. Die angesprochenen Schulen in den Kreisen Kleve und Wesel waren aufgerufen, eine Auflistung des gewünschten Lesematerials an den Verein zu schicken. Um den Rest kümmerte sich Context e. V..
Das Lehrerkollegium und die Schüler der Wettener Grundschule freuen sich über die Gabe. Schulleiterin Anna Molderings ist begeistert: „Die Bücher sind eine echte Bereicherung für unsere lesebegeisterten Schüler.“ Auch das Context-Team zeigt sich glücklich und zufrieden. Nicole Wagener und Sascha Labohm sind sich nach der Übergabe einig: „Die Freude der Kinder bestätigt uns, die richtige Entscheidung zur Verwendung der Spendengelder getroffen zu haben.“
Context e. V. ist als gemeinnütziger Verein in der freien Kinder- und Jugendhilfe tätig. Der Verein ist, gemäß § 75 SGB VIII, anerkannter Träger des Landesjugendamtes (Landschaftsverband Rheinland) und des Landes NRW (Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen).
Schwerpunkt der Arbeit ist die Vermittlung und Betreuung von Kindern in geeignete Familien, wenn diese in ihren Herkunftsfamilien nicht mehr leben können. Wer Kindern ein sicheres und liebevolles zu Hause geben möchte, findet auf der Homepage des Vereins weitere Informationen www.context-ev.de .